• #1

Mein Freund und seine besten Freunde

Hallo!

Da ich mich nun bereits seit über einem Jahr mit dem Problem herumschlage, wollte ich mal die Meinungen anderer dazu hören.
Für meinen Freund, 38 Jahre alt, scheinen seine besten Freunde das Wichtigste zu sein. Mit ihnen kann er jeden Tag verbringen und wenn sie sich nicht sehen, muss jeden Tag telefoniert (1-5 Mal) oder mehrmals Nachrichten geschickt werden. Ich selbst bin der Meinung, dass Freundschaften wichtig sind und dass man diese auch in einer Beziehung nicht aufgeben sollte - keine Frage. Auf der anderen Seite finde ich braucht eine Beziehung halt schon auch einen gewissen Raum um sich weiterentwickeln zu können - einfach Dinge die man nur zu zweit macht/hat bzw Intimitäten wo ich eifnach nicht möchte, dass er sie mit seinen Freunden teilt. Das gibt es bei uns nicht. Über alles werden seine Freunde ins informiert, auch Intimitäten die ich ihm von mir erzähle.

Ich will ja nicht, dass er Kontakte abbricht, aber ich komme mir in seinem Leben wie das ständige 2te Rad am Wagen vor, als ob es eben nichts gäbe, was er mal nur mit mir teilen wollen würde. Selbst in gemeinsamen Urlauben habe ich oft das Gefühl es ginge nur darum, den Freudnen schnellstmöglich Bilder zu senden - natürlich noch während des Urlaubes. Und im Alltag, wenn er eh schon den ganzen Tag mit seinen Kumpels verbracht hat und wir uns dann abends sehen ist es mir manchmal ein Rätsel, wieso die Freunde wieder anrufen müssen. Sie sind übrigens in seinem Alter, natürlich beide single und auch nicht Vollzeit berufstätig.

Dazu kommt: Ich bin keine Frau, die ihren Freund 5 mal täglich anruft - im Gegenteil. Wenn ich dann aber mal anrufe und er ist weidermal mit den Kumpels unterwegs, ist er genervt und will das Gespräch relativ schnell beenden. Wobei das auch so ist, wenn er bei seiner Familie ist. Umgekehrt, wenn sie aber anrufen und wir haben eigentlich gerade etwas zu tun, stören sie ihn nicht. Übertreibe ich, wenn ich sage, dass mich das verletzt? Dazu kommt, dass ich das Gefühl habe er ist zunehmend sehr genervt, wenn wir uns mal häufiger sehen (zB mal 3 Tage in Folge). Ohne, dass wir dann Probleme miteinander hätten zieht er sich immer mehr zurück, redet kaum noch mit mir und ist unfreundlich. Das macht er solange, bis er wieder einige Tage komplette Distanz zwischen uns geschaffen hat (nicht sehen aber auch kaum hören/lesen) und dann "kommt er wieder".

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Sollte es mir eigentlich "egal sein", dass es so ist wie es ist?

LG
 
  • #2
Was es sein sollte und wie du dich fühlen solltest, ist die falsche Frage.
Die richtige Frage ist, was du willst und was du nicht willst.
Vermutlich hängt er noch sehr an seiner Kindheit oder Junggesellenleben, er ist noch nciht auf Erwachsen umgestellt.... ;)
Die Freunde werden sich erst zurückziehen, wenn sie selbst in Partnerschaften sind. Verkuppel sie so bald wie möglich, Problem gelöst.
Ich würde sein Verhalten auch kränkend und beleidigend empfinden, aber ich würde mir solche Kindereien auch gar nicht antun.
Der Lebenspartner muss (außer Kinder) an erster Stelle stehen, sonst läuft was falsch. Du bist ein Sexpartner, und er kommt zu dir nur, wenn es ... ähhh... im Schritt juckt wie hier jemand mal so schön geschrieben hat. Sei dir zu schade.
 
  • #3
Dieser Mann macht dich nicht glücklich. Er respektiert dich nicht und in dich verschossen ist er ebenso nicht. Mit einem Mann zusammen sein, der einen nicht liebt und ehrt? Für welchen Zweck? Er behandelt dich schlecht und das weiß er. Männer wissen sowas. Schließlich behandelt er seine Kumpels vorbildlich (=er weiß wie man Menschen behandelt). Und je mehr du dich von ihm schlecht/ignorant behandeln lässt, desto weniger respektieren kann er dich. Durchbreche den Teufelskreis und gehe mit Würde und ohne langes erklären. Sag du müsstest ein paar Dinge für dich regeln und tauch ab für 3-5 Monate. Tank deine Energiesäulen auf und werd wieder die strahlende, wirklich von ihm unabhängige Person, die er kennengelernt hat. Erst dann kann er sich ändern.
Alles Gute.
 
  • #4
Übertreibe ich, wenn ich sage, dass mich das verletzt?
Nein, Dein Freund verhält sich grauenhaft. Dass er Intimitäten von Dir mit den Freunden teilt, ist für mich ein NoGo, wie es so schön heißt. Ich könnte mich überhaupt nicht mehr öffnen oder irgendwas erzählen, was mich verletzt oder berührt hat, wenn ich wüsste, dass wird mit Fremden ausdiskutiert. Und die begegnen Dir dann auch noch, und wissen dann Dinge, die Du Deinem Partner im Vertrauen erzählt hast, aber Du weißt nicht, was die wissen.

Meine Meinung ist, dass DU den Abstand herstellen solltest (falls Du ihn nicht so schon zu kindlich findest mit seinem "Beste-Freunde"-Verhalten und der Illoyalität bzgl. des Tratschens über Deine Vertraulichkeiten). Der merkt ja gar nicht, dass er ein Bedürfnis hat, mit Dir zusammen zu sein, wenn Du dauernd eher da bist, wobei das natürlich ein relativ langer Zeitraum ist, den Du "abwarten" müsstest, bis er sich wieder meldet.

38 Jahre... Ich kenne auch so einen Fall. Die Frau musste zu ihm ziehen in ein Dorf, wo JEDES WE irgendwas mit den Kumpels war, und zwischendurch auch. Da es eine ganze Dorftruppe war, hatte auch in kurzem Abstand immer irgendwer Geburtstag, dazu kamen die der Familie und ein Hobby mit den Freunden. Keine Ahnung, warum sie das ausgehalten hat, aber sie ist sehr auf Geld bedacht, darauf bedacht, einen Partner zu haben und schlussendlich hatte sie darauf gehofft, dass die Freunde auch irgendwann Partnerinnen haben, die ihnen so richtig den Marsch blasen, wenn sie sich dauernd mit den anderen Kumpels abgeben. So kam es auch, nach zehn Jahren ungefähr. Und ihr Freund hat gejammert, dass die Partnerinnen die Freundschaften kaputt machten...

Lass Deinen Freund, er ist mit seinen Kumpels verheiratet und Du kommst da nicht zwischen. Mach Dein eigenes Ding, such Dir selbst Freunde und häng Dich nicht so an die Beziehung, lass es auch Nummer 4 sein auf Deiner Prioritätenliste. Ehe ich mich abspeisen lassen mit genervtem Verhalten, dass ich mich melde, lass ich das Melden sein. Oder such Dir einen MANN, nicht einen Teenager, der Freundinnen nervig findet und die Kumpels für das Beste auf der Welt hält. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das so gute Freunde sind, wie er denkt. Wenn die sich verlieben, dann steht er da und wundert sich, dass die sich lieber in ihrer Beziehung aufhalten und nicht über ihre Freundin herziehen. Es sei denn, die sind wie er.

Bist Du sehr viel jünger als er?
 
  • #5
Auf der anderen Seite finde ich braucht eine Beziehung halt schon auch einen gewissen Raum um sich weiterentwickeln zu können - einfach Dinge die man nur zu zweit macht/hat bzw Intimitäten wo ich eifnach nicht möchte, dass er sie mit seinen Freunden teilt. Das gibt es bei uns nicht. Über alles werden seine Freunde ins informiert, auch Intimitäten die ich ihm von mir erzähle.
Du vertrittst die Ansicht, dass dein Partner sich zuviel mit seinen Freunden beschäftigt und von dir intime Dinge weiter erzählt. Er hat dazu offensichtlich eine andere Ansicht. Beides ist ok aber eben nicht kompatibel. Was ich auch aus dem Text lese: Er führt sein Leben, du führst dein Leben aber ihr habt kein gemeinsames Leben. Ich denke, in dieser Beziehung werdet ihr beide auf Dauer nicht miteinander glücklich. Wo du eher sesshaft zu sein scheinst will er raus, was erleben, unterwegs sein und rufst du an bist du für ihn in dem Moment mehr ein Klotz am Bein. Dieses genervte sich zurück ziehen, Distanz suchen dann wieder Nähe, ständig unterwegs und beschäftigt sein... kann gut sein, dass er so ein Bindungsphobiker ist, dazu hört man von Betroffenen immer dieselbe Story (auch selbst jemanden in Bekanntenkreis und lange in Behandlung) oder er wurde nie richtig erwachsen und lebt seinen 2. Frühling, kann man auf die Entfernung nicht beurteilen, darum soll es aber auch nicht gehen. Glücklich wirst du mit ihm nicht, das steht fest und es liegt an dir zu entscheiden was du für dein weiteres Leben haben möchtest.
 
  • #6
Sagen wir es doch so: er respektiert Dich weniger als seine Freunde, denen seine primäre Loyalität gilt. Einem Mann in umgekehrter Situation würde ich abraten, in so einem Fall eine Beziehung einzugehen bzw. zu führen. Letztlich musst Du selbst wissen, was Dir wichtiger ist. Es gibt noch andere Männer, genau genommen alleine in Deutschland zig Millionen...
 
  • #7
Ich kann dich vollkommen verstehen. Sein Verhalten liest sich so, als wäre er noch 15. Schön, dass er gute Freunde hat, die ihm sehr am Herzen liegen. Das spricht ja eigentlich erst einmal für ihn.

Aber dass er deine Intimitäten mit den Freunden teilt, geht gar nicht. Und dass ihm der Kontakt zu seinen Freunden wichtiger ist als zu dir, auch nicht. Ich habe die Einstellung, dass der Partner - mal abgesehen von den eigenen Kindern- die absolut wichtigste Person im Leben sein sollte, an die Freunde und auch die eigene Familie nicht ran kommen. Mit der man exklusive Geheimnisse hat und die man grundsätzlich immer am liebsten um sich hat. So halte ich es und daher verlange ich das auch von meinem Freund (der das zum Glück genauso sieht). Wenn dir das ebenso geht, solltest du keine Kompromisse eingehen.
 
  • #8
Krass! Was immer der für ein Problem hat, ihr führt eine Art Gruppenbeziehung in der es keinen Platz für Intimität gibt.
Allein die Tatsache, dass er alles sofort weitertratscht. ..
Und wie Hannes so schön geschrieben hat, seine Loyalität gehört offensichtlich seinen Freunden, offenbar traut er einer Frau nicht über den Weg. Was auch immer bei ihm im Argen liegt, das ist nicht deine Sache, es zu lösen.
 
  • #9
Ich verstehe nie, warum Leute in Beziehungen, die sie unglücklich machen, verharren.
Dieses Forum lebt davon, massenweise Beispiele hier, viele noch viel deutlicher als deins.
Aber auch bei deinem Beispiel finde ich sehr deutlich, dass du unglücklich bist.

Hast du vielleicht Hoffnung, dass es besser wird ? Warum sollte es ?
Selbst wenn die beiden Kumpel auch Freundinnen haben und er dadurch weniger Kontakt hat ( auch dazu: warum sollte das so kommen ? Die beiden machen es genauso wie dein Freund und alles geht seinen bewährten Gang ), ändert sich höchstens die Symptomatik ( er telefoniert weniger ), aber nicht seine grundsätzliche Haltung zu dir.

Möchtest du, dass ich sage, wie ich diese Haltung einschätze ?
Du bist ihm nicht wichtig.

Warum müssen Leute unbedingt einen Partner haben ?
Warum er ? Prestige ? Kostenloser Sex ? Sockenwaschen ?
Warum du ? Prestige ( ist es peinlich, keinen Partner zu haben ? Keinen abgekriegt zu haben ? ), um nicht allein zu sein ?
Ich meine, man braucht keinen Partner, um glücklich zu sein.
Man sollte nur eine Partnerschaft eingehen bzw. an ihr festhalten, wenn man in ihr glücklicher ist als allein.

Fazit: geh weg. Das wird nichts mehr.

w 48

Mod: Interpunktion...
 
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  • #10
Dein Freund hat Angst vor Nähe zu einer Frau. Alles, was er tut, den Kumpels jedes vertraute Problem von dir weiterzuerzählen, sich im Zusammensein an 3 Tagen immer mehr zurückzuziehen, sorgt dafür, dass es zwischen euch emotional nicht zu intim für ihn wird. Bei Kumpels und Familie ist er vor der speziellen Intimität einer Liebesbeziehung sicher, deshalb fühlt er sich dort so wohl.
Das ist ein tiefgreifendes, ernsthaftes Problem (um nicht zu sagen "Störung") bei ihm, welches sich nicht verändern wird. Google mal zum Thema "Bindungsangst", außerdem gibt es Bücher zu dem Thema, z.B. "Jein" von Stefanie Stahl ist geradezu ein Bestseller.
Das Problem ist, dass solche Menschen sich eigentlich auch Nähe wünschen, deshalb gehen sie überhaupt eine Beziehung ein und kommen auch immer wieder an, wenn die Distanz groß genug ist. Aber der andere Partner, in dem Fall: du, ist irgendwann so frustriert und ausgezehrt, weil er immer auf Abstand gehalten wird, dass er mehr leidet, als glücklich in der Beziehung ist.
Da sich das bei ihm nicht ändern wird, (es sei denn, er hat selbst einen großen Leidensdruck, weil z.B. Beziehungen immer wieder zerbrechen und beginnt, sein Problem in einer Psychotherapie aufzuarbeiten), kann man dir leider nur zur Trennung raten. Mit diesem Mann wirst du, mit deinem ganz anderen Nähebedürfnis, nicht glücklich werden!


w50
 
W

wahlmünchner

  • #11
Wenn du mich fragst verhält er sich so, als würde er nicht auf eine gemeinsame Zukunft bauen. Manchen Männern (auch Frauen) ist klar:
- diese Beziehung ist jetzt ganz ok, aber nicht meine letzte... Irgendwann werde ich noch mindestens einen anderen Partner haben.
Klar, da will man nicht zu viele Abhängigkeiten und Vertraulichkeiten schaffen..vielleicht sind sonst die Freunde weg, die Familie verärgert.
Ich denke nicht, dass dies eine bewusste Entscheidung ist.
Mit reden kommst du da vermutlich nicht raus.
Eigentlich sehe ich nur einen Weg:
- du sagst ihm was du dir in 'Zukunft für eine Beziehung ( Kinder, Ehe..was auch immer ..)wünscht und das du nicht das Gefühl hast da angekommen zu sein.
Entweder er lenkt ein, oder nach dem Gespräch seit ihr getrennte Leute
Überlege mal ob das für dich eine erträglich Alternative wäre
 
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  • #12
Liebe FS,
in seiner Interessenhierarchie rangierst Du weit hinter seinen Freunden und seiner Familie. Du musst für Dich entscheiden, ob Du so eine Art von Partnerschaft führen willst, in welcher Du nie mehr als eine beiläufige Nebensache bist. Du störst, wenn er mit seinen Freunden unterwegs ist oder bei seiner Familie ist, sie hingegen stören überhaupt nicht, wenn Du glaubst, dass ihr grad Paarzeit habt. Paarzeit ist ihm unwichtig - die anderen haben Vorfahrt in seinem Leben.

Der Mann ist 38 und da brauchst Du auch nicht mehr drauf warten, dass er sich ändert, solange er mit Dir zusammen ist. Entweder ist es ok für Dich so wie es ist oder Du trennst Dich und suchst Dir einen Partner, welcher Deine Vorstellungen von einer Partnerschaft teilt.

Mir wäre es nicht egal, wie es ist. Über die Ausgestaltung einer Beziehung sollten beide entscheiden und nicht Du Dir seinen Stil diktieren lassen. Insbesondere diese mehrtägige infantile Schmollerei hätte ich mir exakt einmal bieten lassen, dann wäre er direkt der Ex gewesen.
Ich kann mit meinem Leben was besseres anfangen, als es mir durch die Beziehung zu so einem Mann zu vergaellen.