• #1

Mein evtl zukünftiger Chef lädt mich zu einem Event ins Ausland ein - Was tun?

Ich (weiblich) habe mich auf eine Assistenten-Stelle beworben. Habe gleich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Dieses war sehr gut. 2 Tage später habe ich eine Email bekommen wo der Chef (auch gleichzeitig Personaler) fragt, ob ich ihn nicht auf eine Reise (Ausland) zu einem Event begleiten möchte. Ob ich eingestellt werde oder nicht, weiß ich noch nicht. Was soll ich darauf antworten? Ich kann doch nicht mit einem Mann verreisen, den ich nur eine Stunde lang beim Vorstellungsgespräch kennenlernen konnte. Er meinte in seiner Email auch, dass er diese Stelle mit einem ganz sicheren 100%igen guten Gefühl mit der richtigen Person besetzen möchte und daher wäre doch so ein Event passend. Reise würde bezahlt werden und ich würde ein eigenes Zimmer bekommen. Was haltet Ihr davon? Ich weiß nicht wie ich darauf reagieren soll.
 
G

Gast

  • #2
Um das zu beurteilen muss man mehr Infos zum Event haben und zu der Unternehmenskultur. Weden alle in Frage kommende Kandidatinnen dabei sein? Was ist das überhaupt für ein Event? Unternehmensintern? Wenn Du die Stelle sicher hättest dann wäre das normal, so nicht, meiner Meinung nach. Auch wenn Du eine Kandidatin für ein Führungsposten wärest, wäre das normal wenn bei dem Event zB die Unternehmensführung der eventuellen Muttergesellschaft ist und die mitentscheiden, ob Du geeignete Kandidatin bist.
 
A

Ars_Vivendi

  • #3
Als Assistentin kann es rein beruflich zu Deinen Aufgaben gehören, Auslandsreisen mitzumachen. Ist es ein klar berufliches Event? Dann kann es für ihn sinnvoll sein, Dich vorab mitzunehmen, um festzustellen, ob Du dazu passt und Du solltest die Reise mitmachen.
Es könnte natürlich genauso sein, dass er gezielt weibliche Begleitung benötigt, das würde ich natürlich eher kritisch sehen (es mag Frauen geben, die sich auch so einen Job vorstellen können). Ihr werdet im Vorstellungsgespräch vermutlich über Deine Aufgaben gesprochen haben, passt es dazu?
Wenn Du ein gutes Gefühl hast und das ganze einen klar beruflichen Hintergrund hat, würde ich es machen und mir anschauen. Professionell und auf jeden Fall ohne vorher irgendwas Richtung Deiner Bedenken zu sagen. Sollte er aufdringlich werden, kannst Du immer noch klar abblocken.
 
  • #4
Oh, da ist schwer zu raten.

Ehrlich gesagt kann ich mir schwer vorstellen, dass hinter dem Angebot Deines Chefs mehr als berufliches Interesse steckt. Das wäre einfach zu klischeehaft. Andererseits scheinst Du Bedenken und ein entsprechendes Gefühl zu haben. Warum hast Du Bedenken? Wie begründest Du Dein (ablehnendes) Gefühl?

Was ist das für ein Event? Wo findet es statt? Fahrt ihr "nur" zu zweit?

Wenn es ein berufliches Event ist, dass in einem anderen Firmenteil mit weiteren Personen stattfindet und ohne persönliche Abhängigkeiten, dann könntest Du teilnehmen. Wenn Du Dich nicht wohlfühlst dabei, wird es schwierig.

Andererseits: Was hast Du zu verlieren? Wie sieht der "worse case" aus?
Sammle doch einfach mehr Informationen, wappne Dich dagegen Schaden zu erleiden und entscheide mit dem Kopf nach Bauchlage. Vielleicht kommst Du um wunderbare Erfahrungen reicher und mit einem entsprechenden Job wieder heim.
 
  • #5
Hallo FS,

finde ich ehrlich gesagt ziemlich fragwürdig. Wie ist es denn versicherungstechnisch geklärt? Im Prinzip gehst du dort der Arbeit nach, praktisch ein Probearbeiten. Aber im Ausland, obwohl du im Inland eingesetzt werden würdest? Ganz ehrlich: Ich würd es nicht machen. Ich würde mich sogar ziemlich heftig darüber aufregen. Bei meiner Mutter erlebe ich auch immer wieder dieses Probearbeiten, was dann zu zwei Wochen kostenloser Arbeitskraft hin tendiert. Irgendwann ist auch mal gut.

Wenn du sowieso "Lust" hast zu verreisen und es in ein schönes Land geht, dann mach es halt. Aber rein aus dem Grund, um zu zeigen, was du fachlich drauf hast - neeeeeee
 
  • #6
Zu Recht machst du dir Gedanken und so ganz astrein ist diese Sache nicht. Habe noch nie von seriösen Unternehmen gehört, die auf diese Weise eine Personalauswahl treffen.
Damit du auch nicht unversucht lässt, am besten nochmals mit dem Personaler reden. Ich würde nicht mitfahren.
 
G

Gast

  • #7
Hallo Anne29,
dein Bauchgefühl funktioniert bestens! So einen "Bewerbungseinstieg" habe ich in meinen vielen Berufsjahren auch noch nicht erlebt. Selbst wenn ich davon ausgehe, dass dieser "Personaler" , gleichzeitig Chef, nur seriöse "Absichten" verfolgt, finde ich sein Angebot sehr unprofessionell!!! Um sicher zu gehen, dass Angestellte in ein Unternehmen passen, gibt es die Probezeit. Fertig!
(im übrigen könnte "der Herr" ein großes Problem mit dem Arbeitsgericht bekommen, wenn du diese Reise antrittst und davon ausgehen würdest, jetzt bei ihm angestellt zu sein. Solche Praktika sind den Arbeitsgerichten nämlich ein Dorn im Auge.)
An deiner Stelle würde ich auf dieses unprofessionelle Angebot nicht eingehen. Du schmälerst damit deine fachliche Kompetenz und deinen Wert wenn du dich auf so einen Deal einlässt.
Wie ich auf seine Mail reagieren würde...? Mich für "sein Angebot" freundlich bedanken und zum Ausdruck bringen, dass ich gerne als seine Assistentin in seinem Unternehmen arbeiten würde...ALLERDINGS mit einem bestehenden Arbeitsvertrag! Und dass du die Probezeit nutzen wirst ihn davon zu überzeugen, dass du mit deiner " Kompetenz" in sein Unternehmen passt. Wenn er deine Absage für dieses Event als Anlass nimmt dir abzusagen, ist eigentlich alles gesagt!
Viel Glück...würde mich schon interessieren, wie die Sache weiter geht!
w54
 
  • #8
Erstmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

Moderation:
Es ist nicht gewünscht, dass Sie den Thread zu einem persönlichen Gespräch verkommen lassen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #9
Sehr fragwürdig. Ich würde mich drauf nicht einlassen. Es sei denn, mehrere Bewerber/innen wurden eingeladen und es handelt sich um ein Assessment Center. Wenn er sehen will, wie Du arbeitest - dafür gibt es ja die Probezeit. Oder will er mit Dir einen Vertrag über diese Reise unterschreiben?

Die Firma scheint unseriös.
 
  • #10
.,,,kurz zu den Fragen:
Restaurant Betrieb hochwertig, sucht Assistentin für 3 Geschäftsführer.
Das Event ist ein Mode Event, evtl könnte das Reaurant später mit dieser Modefirma mal zusammenarbeiten.

Er und ich wären alleine. 5h Autoanreise.
 
G

Gast

  • #11
Also! Der Mann will Dir durch die Blume sagen: Wenn Du Dich zu der Reise nicht einverstanden erklärst, dann kannst Du Dich vom Job verabschieden.

Wenn Du Dich dazu bereit erklärst, dann wird er Dich zu mehr auffordern ;-) das verspreche ich Dir.

Gut die Reise wird für Dich bezahlt! Und wie bist Du auf der Reise versichert? Kein Chef mit Verantwortung würde eine Bewerberin auf eine Reise nehmen. Du brauchst einen Praktikumsvertrag oder was in die Richtung. Wenn er Dir das nicht mit angeboten hat oder eine andere Versicherung, dann will er Dir nur an die Wäsche und wenn er das auf der Reise nicht schafft, dann bekommst Du den Job auch nicht.
 
  • #12
Ich bin selber an diversen Einstellungen beteiligt gewesen, aber auch nur auf die Idee für so ein Angebot wäre ich nie gekommen. Wenn ich nach einem ersten Vorstellungsgespräch mir noch nicht sicher bin (was normal ist), dann gibt es dafür ein zweites Gespräch mit weiteren Personen. Gab es schon Gespräche mit allen drei Geschäftsführern?

Zudem kann ich nicht nachvollziehen, wie der Besuch eines Modeevents im Ausland Rückschlüsse auf das Zusammenspiel in der täglichen Arbeit im Restaurantbetrieb ermöglichen soll ??? Ich wäre da sehr zurückhaltend, finde das Angebot des Personalchefs ausgesprochen unprofessionell und zweifelhaft.

Lösungsvorschlag für Dich: "Du hast Verständnis für sein Bestreben eine 100% Entscheidung treffen zu wollen und möchtest ihn gerne von Deiner Arbeitsweise überzeugen. Das könntest Du besser im betrieblichen Alltag als auf dem Modeevent und würdest deshalb statt der Reise einen Tag Probearbeit im Betrieb vorschlagen." Sollte dies zu einer Ablehnung für die Stelle führen, dann sei heilfroh. Dann würdest Du da eh nicht glücklich werden.

m, 52
 
G

Gast

  • #13
Hallo Anne,

ich finde die Antwort von Gast 6 ganz gut!

Ich finde es komisch um ehrlich zu sein, und stößt bei mir auf.

Er möchte dich mit zu dem Event nehmen, um 100% sicher zu sein, sehr bedenklich, die Entscheidung kann er auch anders treffen unabhängig vom Event. Dafür gibt es eine Probezeit.
Sollst du nur zum Zeitvertreib dort mit hin oder auch tätig werden, also hättest du Aufgaben.....?

Stell dir mal vor, du würdest auf das Angebot eingehen. Ihr würdet den ganzen Tag zusammen sein, er würde dich unter die Lupe nehmen egal was du tust, usw.

Ich würde mich nicht darauf einlassen.
W42
 
  • #14
Das klingt für mich sehr fragwürdig.
Er meinte in seiner Email auch, dass er diese Stelle mit einem ganz sicheren 100%igen guten Gefühl mit der richtigen Person besetzen möchte und daher wäre doch so ein Event passend.
Also dem muss doch klar sein, dass das wie ne Drohung klingt: Entweder du kommst mit oder bist nicht die richtige.
Ob das nun so gemeint ist oder er einfach dämlich, sei dahingestellt. Aber so blöd kann man eigentlich nicht sein, die Zweideutigkeit nicht mitzukriegen. Wenn er geschrieben hätte, dass Du gern mitkommen und es Dir mal ansehen kannst, wäre das was anderes. Dann hätte er Dir freigestellt, Dich dafür zu entscheiden, und seine Entscheidung, ob Du die richtige Person bist, unabhängig davon gesehen, ob Du mitkommst oder nicht.
Du bist noch nicht eingestellt, also kann es auch sein, dass er Dich nur flachlegen will und dann fallenlässt. Oder es ist ein Test, ob Du Dich benutzen lässt, und je nachdem, wie er drauf ist, wird er sich dann sagen: Sie hat sich verweigert, also ist das nix. Oder: Sie war bereit, für ihre Karriere mit dem Chef zu schlafen, also ist das nix. Oder was auch immer.
Es sieht auch für mich so aus, als würde er Dich nicht ernst nehmen. Denn sonst wüsste er, dass das ziemlich merkwürdig aussieht, was er schreibt.
Vielleicht irre ich mich, aber selbst wenn er nur "gute" Absichten hat, finde ich sein Verhalten komisch und die Grenzen nicht wahrend.
 
G

Gast

  • #15
An deiner Stelle würde ich den Fall mal in der Sprechstunde der zuständigen Gewerkschaft prüfen lassen. Klingt alles sehr unseriös und nicht arbeitnehmerfreundlich..
 
  • #16
...für nähere Infos und Klarheiten ...anbei die Nachricht (die Namen etc habe ich natürlich weggelassen) die ich von ihm bekommen hatte:

"gerne möchte ich Ihnen noch zum Ausdruck bringen, daß mir das Kennenlerngespräch mit Ihnen sehr gut in Erinnerung ist.

Ich hatte auch gerade noch ein weiteres, das bei weitem nicht an die Qualität unseres Gespräches herangekommen ist.

Allerdings kämpfe ich seit gestern mit einem Gedanken, ob ich diesen vorschlagen darf, oder nicht. Ich werde es hiermit aus zwei Gründen tun:

* die zukünftige Assistenzstelle möchte ich mit einem 100% guten Gefühl besetzen, da die Zusammenarbeit ja mit einem sehr großen Vertrauens und Loyalitätsdenken von beiden Seiten zusammen hängt, und was wäre dafür besser geeignet, als auf ein Event zu gehen, das auch im beruflichen Zusammenhang zu uns steht. (es ist für dieses Jahr evtl. ein gemeinsames Event in XY an gedacht, bzw. evtl. auch ein Auftritt von "YX" mit XY im Februar auf der Messe X.

*das Event hängt mit unserer Loyalität zu XY zusammen, und da geht es ja um Mode, und vielleicht interessierte Sie dies auch.

Ich habe für mich die Erkenntnis gesammelt, daß man im Leben immer wieder auf Menschen trifft, und aus dem Kennenlernen manchmal vielfältige Kontakte entstehen.

Es wäre für mich von daher eine Ehre, wenn Sie mich begleiten würden.

Wenn Sie Lust haben, mit zu kommen, würde ich für Sie ein Einzelzimmer organisieren. Die Kosten würden wir für Sie übernehmen.

Ich bitte Sie hier, sehr ehrlich mit sich und Ihren Gefühlen umzugehen, und diese auf sich wirken zu lassen, ob so was für Sie auch schon vor einer Einstellung in Ordnung geht. ( Sollten wir uns tatsächlich beruflich zusammenfinden, dann könnten wir das ja „dienstlich“ anordnen :) !, leichte Aufheiterung zu diesem schwierigen Thema…)

Für mich ist dieser Vorschlag auch nicht einfach so erfolgt, weil ich für mich sehr abwäge, daß der dienstliche Rahmen unter allen Umständen gewahrt bleibt und bei Ihnen auch nicht das Gefühl entsteht, daß es zu irgendeiner Abhängigkeit mit Ihrer Bewerbung kommt.

Ich finde es nur deswegen insbesondere spannend, weil ich bei XY eine Begleitung mit angemeldet hatte, ohne jemanden in meinem Bekanntenkreis dafür auserkoren zu haben. Was sich manchmal auch wieder bestätigt, daß alles im Leben seinen Sinn hat.

So hoffe ich, daß dieser Vorschlag von Ihnen nicht falsch verstanden wird"
 
G

Gast

  • #17
Ich würde es nicht tun. Ich finde sein Schreiben viel zu umständlich und überhaupt nicht professionell. Du sollst ehrlich mit Deinen Gefühlen umgehen??? Sorry, wtf????
Wenn das in keinem Zusammenhang mit Deiner Bewerbung steht, also Deine eventuelle Einstellung nicht von Deiner Entscheidung für oder wider abhängig ist, finde ich den Vorschlag noch absurder. Im Übrigen würde ich jetzt auch die Stelle nicht annehmen. Aber das ist nur meine Meinung.
 
  • #18
Zu so einem Event-Besuch im Job gehört eine passende, angemessene Vorbereitung.
Also kann die FS nach Informationsmaterial des Events, geplante Tagesabläufe, ggf. Flug-Nummer und Airline, Name und Ort des gebuchten Hotels, fragen. Außerdem Planung, Inhalt und Ziel des Eventbesuches aus Firmensicht. Um sich darauf vorbereiten zu können.
Das zeigt der Firma ihr besonderes Interesse und Engagement an dem Job und Unternehmen = Pluspunkte für sie.

Sollte das Unternehmen/der Personaler soviel Vorbereitung für die FS nicht erforderlich halten, dann könnte es sein, daß sie nur mitreist, damit er nicht alleine hin muß ? Das muß aber trotzdem kein "unmoralisches Angebot" ergeben. Vgl. wie Escort-Begleit-Service, wo es meistens nicht um Sex geht.
 
G

Gast

  • #19
Überlege dir mal folgendes, gar nicht mal absolut unwahrscheinliches Szenario:
Wenn du nicht mitfährst und trotzdem eingestellt wirst (was ich nicht glaube, da müsste er schon sehr scharf auf dich sein..), wird er die Probezeit dazu nutzen wollen, bei dir zu landen... wenn du das nicht mitmachst, kann er dich einfach wieder rauswerfen...
oder: du fährst mit, gehst mit ihm ins Bett, bekommst den Jod, er erartet, dass du weiterhin mit ihm in die Kiste steigst..und er wirft dich kurz vor Ende der Probezeit raus, weil er von dir satt ist... und die nächste "Assistentin" wird bald auf der Matte stehen...
Willst du dich mit solchen Dingen ernsthaft befassen?
Daher mein Rat: Hake es ab und bewerbe dich woanders
 
G

Gast

  • #20
Hallo Anne,
hier noch mal Gast 6.
Über deine Ergänzung in der Antwort 15 musste ich wirklich lachen...unglaublich, so ein Mann ist Chef/Personaler..., nun denn.
Dieses Schreiben würde ich auf jeden Fall in "Ehren" halten.
Also, den Vorschlag Antwort Gast 11 finde ich sehr gut. Auf jeden Fall das Angebot eines "Probearbeitstages" in der Firma, vorweg natürlich!
NIEMALS... würde ich eine "Geschäftsreise" inkl. 5 Std. Autofahrt mit einem wildfremden Mann nur als "Begleitung" (also weder als Praktikantin oder ähnliches) in seinem Fahrzeug zustimmen.
Ich weiß weder, was für einen Fahrstil dieser Mann drauf hat, noch wäre ich bereit mich 5 Std. mit meinem eventl. zukünftigem Chef in 'Small talk" während der Autofahrt einzulassen.
Diesen "Einstieg" finde ich persönlich sehr unprofessionell. Von einem "Chef" und Personaler würde ich mehr Taktgefühl und Sozialkompetenz erwarten. Sein Verhalten hat dich nach meinem Empfinden in eine ziemlich unangenehme Situation gebracht.
Good luck!
w54
 
G

Gast

  • #21
Lese ich richtig: wenn du nicht mitkommst, dann kommt jemand aus seinem "Bekanntenkreis" mit? also niemand sonst aus der Firma?
Wenn du da nicht erkennst, was los ist...
Er ist wohl ein älterer Herr, der sich auf dem Event mit ner jungen Frau schmücken möchte! Das von ihm angesprochene Gefühl ist wohl, ob du regelmäßig dazu bereit bist, sein Bunny zu sein!
Unglaublich, dass so jemand in verantwortlicher Position ist! Ich würde das Schreiben an seinen Vorgesetzten leiten.
 
G

Gast

  • #22
Hast 20, er IST selber der Chef. Und seinen Kollegen wird sein Verhalten nicht unbekannt sein, ggf. sind die selbst so drauf. Man mag es nicht glauben aber es gibt Unternehmen, in denen das quasi zur "Unternehmenskultur" gehört, da werden Assistentinnen nach bestimmten "Corporate Identity" Kriterien ausgesucht. Die Geschäftsführer mailen sich die Nacktfotos von Frauen aus der Bildzeitung zu usw. Das ist auch der Grund, warum es auch da für Frauen ü40, trotz hoher Qualifikation und umfangreicher Berufserfahrung schwierig ist, einen Job im Bereich Assistenz zu finden. Zu "alt" und kein "Sabber-Effekt", wie einmal ein Headhunter mir gegenüber geäußert hat. Die Mehrheit der Männer in Führungspositionen nehmen es lieber in Kauf, dass die Assistentin weniger qualifiziert ist, Hauptsache sie können mit der Optik angeben und tagtäglich einen netten Anblick haben. Unter Umständen will der Typ mit der FS angeben.
 
  • #23
....er ist einer der 3 Geschäftsführer bzw Gesellschafter. Ich kann das Schreiben höchstens mal der Gewerkschaft geben.
 
  • #24
Ich bin GF-Assistentin und in meinem IG-Metall-Betrieb mit BR und einem Kodex wäre das undenkbar. Im Restaurant vermutlich nicht so streng geregelt, jedoch finde ich sein Schr. sehr unseriös, wenn auch bemüht vorsichtig formuliert und manipulativ an deine Gefühle appelierend. Er lockt dich schon mal damit, dass er indirekt impliziert, du bist die beste Kandidatin. Nehme auch an, über 60 J. so umständlich wie er schreibt.
Wenn du in diesem Job für die Orga eines Events mit der XY Fa. zuständig wärst, wäre es u. U. nützlich, wenn du siehst, was dort abläuft, wobei fraglich ist, wieviel du später verwerten kannst, zumal ein Event mit denen ja auch nicht sicher ist lt. seiner Aussage.
Der nächste korrekte Schritt wäre ein 2. Interview mit den anderen 2 GFs. Zudem gibt es eine Probezeit um sicher zu sein, dass es passt. Er zögert ja selbst weil er weiß, dass das Angebot nicht passend ist. Ich würde ihm nicht automatisch was Böses unterstellen wollen, aber ein Gschmäckle hat es schon.
Und wie wirkt das auf deine zukünftigen Kollegen wenn die erfahren (über andere Teilnehmer dort, diese Modefirma oder wer die Reisekostenabrechnung zu Gesicht bekommt), dass du vor deiner Einstellung mit ihm alleine dort warst und evtl. was gelaufen ist und du auch noch deshalb den Job bekommen hast? So eine Situation ist kein guter Start. Ein seriöser Betrieb würde sich nicht in so eine Situation bringen (du könntest später behaupten, er hätte dir dort Sex angeboten als Gegenleistung für den Job). Nachher denken die 2 GFs noch, dass du ihnen "gefällig" sein wirst.

Ich würde das Angebot ablehnen und sagen, dass ich es mir im Rahmen einer Anstellung vorstellen könnte (nur wenn es im Job sinnvoll erscheint), ich es aber in diesem Stadium unpassend finden würde. Wenn er was von persönlicher Integrität hält, wird er dir das noch hoch anrechnen. Vertrau auf dein Gefühl. Wenn das 2. Interview mit den anderen 2 GFs kommen sollte, kannst du danach immer noch entscheiden, ob dieses Restaurant das Richtige ist und ob das vom Personaler-GF nur ein unbedachter Ausrutscher war. Ggf. erwähnst du das Angebot in diesem Gespräch (i. S. v. sie verstehen hoffentlich, dass du das nicht annehmen konntest) und siehst wie die anderen zwei GFs reagieren.
w40
 
  • #25
Ich finde die Beiträge hier reichlich unpragmatisch! Liebe FS,
durch die Teilnahme an der Reise können Sie nur gewinnen. Sollte Ihr künftiger Vorgesetzter die Gelegenheit tatsächlich für einen Annäherungsversuch mißbrauchen, wissen Sie, woran Sie sind und behalten Ihren derzeitigen Job. Verhält er sich seriös, können beide Seiten abklären, ob die Chemie stimmt und danach entscheiden, ob man zusammenarbeiten möchte.

Ich würde deshalb antworten, dass Sie gegen zwei Probearbeitstage nichts einzuwenden haben und deshalb gerne an der Reise teilnehmen.

Sie können ja während der Reise die Aufnahmefunktion Ihres Smartphones aktivieren. Sollte er Ihnen tatsächlich Avancen machen, können Sie Ihn hinterher nach belieben bloßstellen.
 
  • #26
Liebe FS,
das ist ein unglaublich unprofessionell-ungeschicktes Verhalten, was Dein Chef ist Spe da an den Tag legt und das Schreiben erinnert mich an "um Kopf und Kragen reden".
Sein Motiv ist klar: Du gefällst ihm und er will die Gelegenheit nutzen, Dich anzubaggern, denn just-for-nothing thematisiert er nicht Deine Gefuehlswelt und die Vorhersehung des Schicksals.
Wenn ich Antwort 24 lese, dann frage ich mich, ob das genauso ein "Chefmodell ist", welches sich durch seinen Tipp mitzufahren selber in solchen Fällen die Frischfleischzufuhr sichern will oder ob es nur komplette Unerfahrenheit im Berufsleben ist.
Angesichts des Schreibens würde ich meine Bewerbung zurückziehen - in so einem Laienspielerunternehmen kann Assistenin der GF kein seriöser Job sein, sondern liegt im Grenzbereich zum Escortgirl. Ich habe mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im qualifizierten Umfeld und seriösen Unternehmen und weiß daher, dass was Dir da passiert, ein absolutes NoGo ist, was keinem halbwegs intelligenten Gründer unterlaufen dürfte - erst recht keinem erfahrenen GF.
 
  • #27
Ich finde die Beiträge hier reichlich unpragmatisch!
Frage ist, ob du, FS, bzgl. Pragmatimus bei der Suche nach einem passenden und karrierefördernden Job so weit gehen musst, das wirre Angebot des potentiellen Chefs anzunehmen. Zu seriösen Abläufen von Bewerbungsverfahren haben andere Gäste, u.a. Nordlicht63 bereits genügend geschrieben. Dein "Personalchef" und GF (wo hat der denn gelernt, sein Geschwurbel als berufliche Kommunikation einzustufen?) gräbt sich mit der mail immer tiefer in die Grube, die er mehrmals betont vermeiden zu wollen ("Einzelzimmer buchen" - ja, was denn sonst?, "Gefühle überdenken" - ihm ist also klar, was du denkst).

Es ist nun wirklich nicht notwendig, ständig die Gender-Brille aufzusetzen, aber eines ist klar, liebe FS: Ein männlicher Bewerber hätte niemals so ein Schreiben erhalten. Das wäre dem Herrn Personaler viel zu peinlich zweideutig gewesen. Anstatt das Betätigen verdeckter Aufnahmen mithilfe deines Smartphones zu üben (s. Gast 28) würde ich mir an deiner Stelle gut überlegen, ob du in dieser Firma nicht ständig mit der Vermischung beruflicher und privater Bereiche zu tun haben wirst. Traumjob?
Alles Gute bei der Suche nach einem richtig guten Job,
w
 
  • #28
Ich finde es nur deswegen insbesondere spannend, weil ich bei XY eine Begleitung mit angemeldet hatte, ohne jemanden in meinem Bekanntenkreis dafür auserkoren zu haben.
Sein umständliches Schreiben disqualifiziert ihn endgültig. Vor allem oben zitierten Satz finde ich unglaublich und entlarvend: Er will Dich als Bewerberin benutzen, weil er für das erwähnte Event keine andere Begleitung gefunden hat. Unglaublich. Absage!