• #1

Mann mit weiblicher Ader: Homo- oder metrosexuell?

Mein neuer Freund weiß, wie die Farbe Brombeer aussieht, hasst Fußball und geht zur Maniküre. Ich finde es toll! Mich irritiert allerdings, dass er für die Umwelt oft als homosexuell durchgeht.
Meine Befürchtung: Vielleicht weiß er nur noch nicht, dass er doch auf Männer steht.

Wie denken Sie über Männer mit weiblicher Ader? Empfinden Sie es als bereichernd für eine Beziehung, mit einem Schöngeist zusammen zu sein?

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen! Meine aktuelle Kolumne lesen Sie übrigens hier.

Ihr Fräulein Wunder
 
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  • #2
Ich weiß wovon Sie sprechen, war ebenfalls mit so einem Mann 2 Monate zusammen. Auch ich hatte das Gefühl, dass er unwissend homosexuell war bzw. ist. Seine Shoppingallüren waren unter anderem hysterischer als die einer Frau, unvorstellbar. 37 Flaschen Parfum und ständig frische Blumen....

Auf Dauer wünsche ich mir einen richtigen Mann an meiner Seite, der mir guten Sex bietet und in der Lage ist, mit einer Bohrmaschine umzugehen. Schöngeist hin oder her. Ich bin ein Schöngeist und das sollte reichen.

w41
 
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  • #3
Liebe FS,

Ich (m22) habe auch eine weibliche Ader, ich liebe Kitsch-Filme, heule auch gerne bei traurigen Filmen, hasse Fussball, bin sehr Emotional, ein guter Zuhörer und kann mich in andere hinein versetzten. und trotz dieser, doch eher dem weiblichen Geschlecht zuzusprechenden, Eigenschaften kann ich mir nie vorstellen mit einem Mann zusammen zu sein. Ich bin ein Familienmensch durch und durch und bin nur glücklich wenn ich eine Partnerin an meiner Seite habe. denn ohne weibliches Gegenstück fühl ich mich nur wie ein halber Mensch, ein halbes Leben... dann bin ich nicht ich selbst.

vielleicht ist dein Freund ja auch nur ein sehr emotionaler Mensch, der viel für seine Umwelt und seine Mitmenschen empfindet und möchte, dass alles immer heile ist.

wenn ich jemanden leiden sehe möchte ich dieser Person oder diesem Tier immer sofort helfen so gut ich kann.
 
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  • #4
Ich m51 habe auch gerade meinen Flur Brombeer gestrichen, gehe zumindest zur Pediküre, bügle meine Hemden selber, koche und backe Kuchen. Meine Kleidung ist meist auch etwas feiner als bei den übrigen Männer in meinem Freundeskreis.

Aber ich stehe dabei sowas auf Frauen, dass keiner der mich kennt, auf den Gedanken kommt, dass ich homo- oder metrosexuell wäre. Dabei finde ich Männer auch überhaupt nicht anziehend (wieso stehen Frauen bloß auf diese schrecklich behaarten Wesen?) und arbeite auch noch mit Hammer und Nagel oder reinige auch meinen verstopften Abfluss selbst.
 
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  • #5
Ich bin m 39 und
- hasse Fußball
- mag kein Bier
- interessiere mich nicht für Technik
- auch Autos sind für mich nur ein Mittel um von A nach B zu kommen, nicht mehr
- putze gerne, es entspannt mich und sortiert meine Gedanken
- mag romantische Liebesschnulzen
- bin sehr emotional und weine auch manchmal
- kann gut über alle meine Gefühle sprechen

Aber:
- Ich stehe zu meinen Ansichten und vertrete sie laut.
- Es gibt Dinge im Leben, da mache ich definitiv keine Kompromisse.
- Ich fühle mich männlich und genieße es Frauen zu trösten und zu beschützen
- Ich begehre schöne Frauen und habe einen starken Sexualtrieb.
- Beim Sex mag ich es schon zwischendurch gerne mal sie hart zu nehmen.
- Ich habe große Probleme, mich in die weibliche Gedankenwelt hineinzuversetzen. (wenn sie "nein" sagen aber "ja" meinen; wenn sie keine Lösungen, sondern nur jemanden zum Zuhören wollen; wenn ihre eigene Körperwahrnehmung ihre Lust auf mich beeinflusst...)

Gleichzeitig weiß ich in meinem Alter sehr genau, dass ich keinen Mann als Partner will. Nackte Männer unter der Schwimmbaddusche interessieren und erregen mich nicht. Ich kann auch noch nicht einmal bewerten, wer ein attraktiver Mann ist und wer nicht - es ist mir einfach egal. Sex mit einem Mann kann ich mir schon gar nicht vorstellen. Im übrigen bin ich auch schon von Schwulen angemacht worden, hätte also meine "Chancen" gehabt... ;-) Abgesehen davon finde ich Frauen auch beim Reden interessanter und finde ihre Einstellungen in der Regel besser als die von Männern.

So, liebe Frauen, bin ich nun homo- oder metrosexuell?

Schon viele Leute, Frauen wie Männer haben vermutet dass ich homosexuell sei. Was auch wenn es nicht stimmt weniger ein Problem für mich darstellt als dass die Frauen auf die ich stehe lieber einen Vorzeige-Macho suchen (ist so, sehe ich in meinem Bekannten- und Freundeskreis).

Für mich ist das wirklich dumm, denn dadurch dass ich für Frauen als Partner offensichtlich uninteressant bin ("bester-zuhörender-Freund-Syndrom") habe ich erst zwei Beziehungen (3 und 7 Jahre) geführt.
 
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  • #6
Liebe FS,

dein Freund hat sicher einfach nur einen niedrigen Testosteronspiegel. Schau mal nach, ob sein Ringfinger länger oder kürzer als sein Zeigefinger ist. Ist er kürzer, bedeutet das, dass er relativ wenig Testosteron im Körper hat für einen Mann. Daher können auch die vielen weiblichen Wesenszüge herrühren.

Wenn du allerdings lieber eine Testosteronschleuder als Mann haben willst, dann sei doch bitte so fair und beende die Beziehung ihm zuliebe so schnell und schmerzlos wie möglich. Er hat es nicht verdient, mit so einer oberflächlichen Person zusammen sein zu müssen.
 
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  • #7
Die Frage kann man ja anders herum auch an Frauen stellen. Ich zum Beispiel bin handwerklich begabter und versierter als mancher Mann, fahre gern und gut Auto, gehe überhaupt nicht gern Shoppen, kann Stadtpläne lesen ;-) und wirke in meiner Art oft recht männlich - nein, nicht im Aussehen.
Aber ich könnte mir nie im Leben auch nur annähernd vorstellen, eine andere Frau auch nur auf den Mund zu küssen, alles Weitere wäre mir sowas von ekelhaft! Ich fühle mch absolut zu Männern hingezogen, ohne den geringsten Zweifel.
w41
 
  • #8
Na, etwas seltsame einstufung einer weiblichen Ader... Ein Maler kennst sich selbstverständlich mit allen Farben aus, Fussball mag auch nicht jeder aber dafür auch viiiele Frauen und Maniküre? Vielleicht ein wenig affig aber sonst?

Nein, weiblichkeit bzw. eine weibische Ader die auf Homosexualilät verweisen könnte gibts eh nicht wirklich. Schliesslich gibt bei Homos auch welche mit eher maskulinen Zügen. Nur wenn er Tuntig werden würde sollte man sich so seine Gedanken machen.

Andersrum: Meine Liebste liebt Fussball, mag unter anderem auch Bier (ebenso wie ich Prosecco) zickt nicht, mag shoppen nur wenns nicht zu lange dauert und hat weniger Schuhe als ich. Dennoch sowas von weiblich!
 
  • #9
Was "die Umwelt" von Deinem Freund denkt ist doch sowas von Nebensächlich... Hauptsache Du magst/liebst ihn.
Ein Mann, der seine weibliche Seite - ja, die hat jeder - lebt und pflegt ist doch mit sich selber mehr im reinen als einer der diese negiert. Ich persönlich empfand es immer als eher lustig von homosexuellen Männern angesprochen zu werden. Sie hatten keine Chanse aber versuchten es dennoch. Ich habe es als Kompliment genommen.
Bisher hat auch noch keine Frau meine männlichkeit in Frage gestellt und über Zuspruch kann ich mich nicht wirklich nicht beklagen.
Sexuelle Orientierung kann man nicht unbedingt von Äußerlichkeiten ableiten.
 
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  • #10
.. wenn Frauen denken, dass "richtige" Männer Fussball-Fans und Auto-Fanatiker sein müssen und Körperpflege und geschmackvoller Kleidung eher abhold, nun bitte, die Damen, die diese Varianten der männlichen Spezies schätzen, haben ja eine recht breite (und oft genug auch schwergewichtige - im Wortsinn!) Auswahl zur Verfügung.

Ob Mann oder auch Frau nun 30 und mehr Sorten Parfüm haben muss und regelmäßig die Mani- und Pediküre bemüht, na ja, darüber lässt sich sicher geschlechtsunabhängig streiten. Aber mit einer Bohrmaschine sollten doch bitte ALLE (Männer UND Frauen) umgehen können, einfach wegen einer minimalen Verortung im Praktisch-Alltäglichen ... und wenn die Farbe Brombeer zum Typ passt - wo bitte sollte da ein Problem liegen?

Mann mit rotem Sofa, Schnittblumen, Dampflok-Fahrerlaubnis und Armani-Anzug
 
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  • #11
Liebe FS,

dein Freund hat sicher einfach nur einen niedrigen Testosteronspiegel. Schau mal nach, ob sein Ringfinger länger oder kürzer als sein Zeigefinger ist. Ist er kürzer, bedeutet das, dass er relativ wenig Testosteron im Körper hat für einen Mann. Daher können auch die vielen weiblichen Wesenszüge herrühren.

Wenn du allerdings lieber eine Testosteronschleuder als Mann haben willst, dann sei doch bitte so fair und beende die Beziehung ihm zuliebe so schnell und schmerzlos wie möglich. Er hat es nicht verdient, mit so einer oberflächlichen Person zusammen sein zu müssen.

Oh manno, dann müsste ich ja zu viele männliche Hormone haben. Ich schaue mal gleich meinen Ringfinger an......-). Ich habe so viele männliche Charakterzüge an mir, aber sehe so klein, zierlich und hilflos aus, dass die Männer oft sehr verunsichert sind, wenn sie mich näher kennen lernen.

Was würde ich für einen Mann geben, der das hat, was ich nicht habe und eigentlich als Frau haben sollte.

w 47
 
  • #12
Ich sehe mich ebenso wie Zamil mit #8.

Wie ich im letzten Jahr von einer Philosophin erfahren durfte, wäre ich der einzige Mann, den sie kennen würde der offen zu seinen Gefühlen steht. Ebenso wie ich nun von meiner Freundin, die Sängerin ist, weiß, haben Männer große Probleme, ihre Gefühle einzugestehen. Natürlich wusste ich um meine Art und wie ich mich gebe, aber habe mir bisher keine großen Gedanken darüber gemacht. Warum auch, ich fühle mich wohl. Eine etwas jüngere Frau, die ich im letzten Jahr, nach einem Jahr Enthaltsamkeit kennengelernt habe, für ein Tête-à-tête, nein ich leb(t)e als Single nicht enthaltsam, aber verirre mich nicht in Gelegenheiten, meinte gar ich hätte mit meiner emotionalen, gefühlvollen Art, die sie neben meiner Intelligenz attraktiv und ansprechend findet, eine devote Ader. Meine Antwort war, dass sie mich nun als facettenreichen Menschen kennengelernt hätte und es soll ja auch Orte geben, wo das auch der Fall sein könnte. Das genügte ihr als Antwort.

Im Frühjahr lernte ich einen Homosexuellen kennen, der meinte ich wäre eine Schnitte und ich würde wohl insgeheim wissen, dass ich das sei. Ich rasiere mich übrigens nicht (höchstens am Rücken), gehe nichts ins Fitness-Studio, sondern auf den Berg, tanze leidenschaftlich gerne (Flamenco, Salsa und von Zeit zu Zeit Tango Argentino, aber vor allem ersteres) - auch auf Aufführungen und schreibe manchmal was mir in den Sinn kommt. Ich kann tieftraurig und glücksstrahlend sein. Ich kann weinen. Ich kann lieben. Ich finde dies schön und lebensbejahend, ja sogar sinnstiftend.

Auch bei mir hat hat noch keine Frau meine Männlichkeit in Frage gestellt und über Zuspruch kann ich mich auch nicht beklagen. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Im Leben regiert vielerorts Schwarz und Weiß. Es ist das Grau, das die Facette des Lebens ausmacht.

36,m
 
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  • #13

Wie ich im letzten Jahr von einer Philosophin erfahren durfte, wäre ich der einzige Mann, den sie kennen würde der offen zu seinen Gefühlen steht.

Das mag ja schon sein, ist aber meines Erachtens nicht erstrebenswert. Man(n) sollte seine Gefühle doch besser unter Kontrolle haben. Und auch das weitverbreitete Vorurteil bezüglich psychischer Problemen, wenn man seine Gefühle nicht zeigt, ist vollkommen daneben, da Frauen ihre Gefühle ja bekanntlich besser zeigen, aber dennoch wesentlich häufiger unter psychischen Krankheiten leiden.


"Ebenso wie ich nun von meiner Freundin, die Sängerin ist, weiß, haben Männer große Probleme, ihre Gefühle einzugestehen."

Nicht einzugestehen, sondern öffentlich zu zeigen. Ist ja auch nicht nötig, bei jeder kleinster Verstimmung seine ganze Seelenlage zu erörtern.

Als Mann komme ich mit Männern mit weiblicher Ader keineswegs klar. Da sind selten gemeinsame Themen.
 
  • #14
Hier die FS!

Vielen lieben Dank für die bisherigen Antworten. Interessant, dass sich so viele schöngeistige Männer angesprochen gefühlt und mir ihr Empfinden mitgeteilt haben. Ich schätze es sehr, wenn sensible Männer zu ihrer Seite stehen.

Dass diese Sorte Mann nicht gut mit ihrem Gegenentwurf, nennen wir sie mal "echte Kerle" zurecht kommen, habe ich auch schon beobachtet. Mein Freund wurde neulich von einem Testosteronvertreter gefragt: Interessierst du dich auch für Fußball? Gehen wir ein Bier trinken? Führ ihn beides absolut uninteressant, er quatscht lieber mit meinen Freundinnen!

Ich frage mich, wie sich sehr entgegengesetzt gepolte Männer gegenseitig wohl empfinden?
 
  • #15
@13
Tja, dann hätt ich auch noch ´ne Frage an Dich: Was ist denn mit der grossen Mehrheit die sowohl als auch ist? Ich liebe Jazz und Fussball, trinke Prosecco und Pils, mach mich gerne mal dreckig und hab meinen Spass in Gemäldeausstellungen, höre ACDC und Mozart.........und hab den Vernehmen nach einen recht hohen Testosteronspiegel ohne grunzend wahllos alles begatten zu müssen was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Wat nu? In welche Schublade steckst Du mich jetzt?
 
  • #16
@Kalle: Tolle Mischung, keine Frage! ;-) Mich interessiert ja eben, was jenseits der Mehrheit los ist, die ein Mix aus beidem ist.. Jeder Mensch trägt ohnehin unendlich viele Facetten in sich, das ist klar. Mein neuer Freund ist aber definitiv ein Schöngeist mit ausgeprägter weiblicher Ader, so wie es auch Männer mit extrem männlicher Attitüde gibt. Und diesen Gegensatz find ich so spannend. Aber eben auch irritierend... Trotzdem ziehen mich diese Männer magisch an, wie ich immer wieder feststellen muss. Bei zuviel Testosteron geh ich stiften.
 
  • #17
@12
Du verkennst mich in vielen Dingen, aber ich will mich bei dir nicht rechtfertigen. Zwei Klarstellungen aber: Du schreibst bzw. implizierst ich hätte nur eine weibl. Ader. Tatsächl. habe ich auch eine weibl. Ader. Das ist ein kleiner/feiner Unterschied. Deine Konstruktion, dass Frauen bekanntlich besser Gefühle zeigen, aber dennoch wesentl. häufiger unter psych. Krankheiten leiden, finde ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Ebenso könnte man behaupten, dass Männer häufiger über psych. Probleme verfügen, denn sie begehen öfter Selbstmord. Eine solche oberfl. Betrachtungsweise ist nicht meins.

@14
Fußball liebe ich zwar nicht, sehe ihn von Zeit zu Zeit gern, aber ansonsten scheinen wir einige Gemeinsamkeiten zu haben. Schubladendenken mag ich übrigens auch nicht. Rel. viele Menschen können mit Gegensätzlichkeiten, dies sogar noch weniger als Schubladendenken, nicht umgehen. Schubladen sind greifbar, Gegensätzlichkeiten weniger.

„Was ist denn mit der grossen Mehrheit die sowohl als auch ist?“
Nein Kalle, ich muss Dich berichtigen: Das ist absolut die Ausnahme. Dies sowohl bei Frauen als auch und insb. bei Männern.

@Fräulein Wunder
Es sind wohl diese Gegensätzlichkeiten und vielen Facetten, die Dir bei einem Mann gefallen…

Um diese Gegensätzlichkeit zu erlangen, braucht man die andere Seite. Es ist das Zusammenspiel, das Wechselspiel dieser beiden Seiten, die diese Facetten ausmachen. Man kann es nicht bewusst erlernen, es ist ein stetiger Lernprozess. Vllt. scheint manches angeboren zu sein, manches aus der Kindheit zu kommen und manches aus den frühen Jahren im Jugend und Erwachsenenleben. Sicher aber ist das Meiste davon, der Prozess im Erwachsenenleben, das solche Gegensätzlichkeiten hervorruft. Es sind Frauen wie Du, die ein enormes Interesse an solchen Menschen (in Deinem Fall Männer) haben. Seitdem ich nach einer längeren Beziehung u. – bis vor kurzem – auf der Partnersuche war, konnte ich dies mehrmals feststellen. Manche wollten mich mit “allen“ Mitteln einfangen. Jemand hier hat es sogar einmal treffend ausgedrückt: Ich musste/wollte mich verstecken. Ich bin freiheitsliebend, denn ich brauche Zeit für mich und für manche Dinge, die ich verwirklichen will. Ich habe Philosophinnen und Künstlerinnen stark angezogen. Es wurde eine Sängerin. Auch ihr widme ich mein erstes Buch.

Ich halte nichts von der Titulierung „Gegenentwurf“. Noch weniger das “echt“ vor dem Kerl. Es ist die Summe von vielen Eigenschaften, die den Menschen, den „echten“ Kerl, die „echte“ Frau ausmachen, sicher aber nicht Oberflächlich-/ Einseitigkeit und Schubladendenken. Ich strapaziere das adäquate Wort „authentisch“, das vielerorts verwendet, aber nicht gelebt wird. Es ist die Verbindung dieses Schwarz-Weiß (oder Schubladen-)Denkens, das Grau, das „eine“ Facette des Lebens ausmacht. Es fällt nur dann auf fruchtbaren Boden, wenn das Wechselspiel dieser beiden Seiten reibungslos funktioniert und man mutig genug ist, dies auch zu zeigen.

36,m
 
  • #18
#13

Hier muss ich etwas berichtigend eingreifen. Nur weil ein Mann zu seiner weiblichen Seite steht, heißt das noch lange nicht, das er kein "echter Kerl" ist. In meinem Bekannten- und Freundeskreis und beruflichem Umfeld würde niemand auch nur ansatzweise auf die Idee kommen meine Dominanz in Frage zu stellen. Nur, ich muss diese eben nicht mit "willst was auf die Fresse" unterstreichen oder bierflaschenschwingend durch den ÖPNV grölen. Allerdings sollte dies auch niemand auf die Probe stellen, denn ggf. helfen mir einige Jahrzehnte Martial-Arts.
Würdest Du der Figur eines Cyrano de Bergerac absprechen ein ganzer Kerl zu sein nur weil er Gedichte schreibt die zu tränen rühren?
 
  • #19
Ich hatte es befürchtet, dass mir die Begrifflichkeiten noch um die Ohren fliegen ;-) Ich hatte deshalb "echte Kerle" in Anführungszeichen gesetzt... weil ich eigentlich selbst nicht gern in S/W-Mustern denke und spreche und schon gar nicht Cyrano de Begerac irgendwas "absprechen" möchte. Wie würden sich denn die Männer mit weiblicher Ader wünschen, wie man sie politisch korrekt betitelt?

@ Zamil: Da kommt jetzt das interessante Wort Dominanz ins Spiel. Wie spannend, denn genau die habe ich bei bisher noch nie bei meinen Dates mit Schöngeistern erlebt, sondern eigentlich immer das Gegenteil.

@R-Frosch: Das hast du gut erkannt, ich denke auch, dass diese Gegensätzlichkeiten einen großen Reiz ausmachen. Gleichzeitig aber auch die gemeinsamen Interessen an den schönen Künsten und auch schönen Dingen, vor allem auch die ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, die vielen Männern, die ich kenne, irgendwie abgehen. Das wirkt äußerst attraktiv auf Frauen, die ticken wie ich. Allerdings habe ich auch Freundinnen, die wirklich darauf stehen, dass ihr "Kerl" ganz kerletypisch zum Fußball rennt, in rauen Mengen Bier trinkt, sich gegenüber seinen Freunden quasi in Grunzlauten artikuliert und seine Gefühle äußert, indem er auch mal den Müll runterbringt ;-)... Denn das finden sie männlich - und sehr anziehend.
 
  • #20
@16
Du meinst also das sei selten? Dann leb ich wohl in einer Art Biotop.... Im übrigen empfinde ich das nicht einmal als Gegensätzlich.

Das beste Beispiel dafür ist der Fussball. Ich hab nie begriffen wieso die Faszination für dieses Spiel etwas mit Testosteron zu tun haben soll. In den USA zum Beispiel spielen es weitaus mehr Frauen als Männer. Sport allgemein war lange nur den Männern vorbehalten, vielleicht liegts daran.
 
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  • #21
Liebe FS

Liebst Du ihn? Behalte ihn!
Interessiert Dich die Meinung anderer? Höre nicht zu.

Abgesehen davon, gabs immer Bewegungen von speziell modebewussten Männern, die hochinteressante Kulturen vertraten, nur schon im 20.Jh., die leicht feminisiert wirkten.
Les zazous, les existentialistes the beatniks, dandies...etc.
Die waren keineswegs schwul :)


Übrigens "1
"Auf Dauer wünsche ich mir einen richtigen Mann an meiner Seite, der mir guten Sex bietet und in der Lage ist, mit einer Bohrmaschine umzugehen. Schöngeist hin oder her. Ich bin ein Schöngeist und das sollte reichen. "

1. Was heisst "richtig"???
2. Siehst Du es den Männern an ob der Sex gut sein wird? Hast Du Dir auch mal überlegt, dass der Sex eine Angelegenheit zwischen ZWEI Personen ist?
3. Aufgrund Deiner Statements, mit Verlaub, bezweifle ich, dass Du ein Schöngeist bist.
Insbesondere aber, warum willst Du das Männern vorenthalten?
In diesem Sinne wären Michelangelo, Newton, Mozart oder Göthe keine Männer???

Fragen über Fragen...
 
  • #22
@ Zamil: Da kommt jetzt das interessante Wort Dominanz ins Spiel. Wie spannend, denn genau die habe ich bei bisher noch nie bei meinen Dates mit Schöngeistern erlebt, sondern eigentlich immer das Gegenteil.

Es gibt sicherlich solche und solche, mehr aber von denen als von den anderen. ;-)
Vielleicht hast Du einfach nur die falschen Schöngeister gedatet? Es soll ja noch ein paar davon geben.
 
  • #23
Ich erkenne mich in vielem, was #4 geschrieben hat, wieder. Ich hasse auch Fussball, schrecke vor allem Technischem und Handwerklichem zurück, bin Geisteswissenschafter, zähle Lesen und klassische Musik zu meinen Haupthobbies, singe in einem Chor, bin ein mediokrer Autofahrer. Alles total 'unmännlich'... 'Dafür' trinke ich gerne Bier, kann nicht bügeln, kann mit sog 'weiblicher indirekter Kommunikation' nix anfangen, kann meine Ansichten mitunter sehr lautstark vertreten (wer mich hier im Forum kennt, wird das bestätigen :)), fluche manchmal wie ein Rohrspatz, wenn etwas nicht geht, wie es sollte (z.B. die Technik) - und ja, ich stehe auch auf Frauen!!

Also eigentlich staune ich, dass ausgerechnet hier und heute, wo es immer sofort bei allem möglichem heisst, man habe Vorurteile, dieses Vorurteil vom 'unmännlichen' = '(latent) homosexuellen' Mann immer wieder hochkommt. Darum: Nein, mit allergrösster Wahrscheinlichkeit ist Dein neuer Freund nicht homosexuell, auch nicht latent!!!

Und übrigens, diese ganze Metro-Welle, die von mir aus gesehen mehr ein kommerzieller Gag als sonstwas war, ist schon längst wieder vorbei! Also kurzum, Dein Freund ist weder homo noch metro noch sonstwas, sondern einfach Dein Freund!

(Ach ja, ein Plüschsofa habe ich auch noch. Auf dem empfange ich jedoch nur weiblichen Besuch! :))
 
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  • #24
Liebe FS

deine Panik ist unbegründet. Ich das Feature von Frl. Wunder allerdings verharmlosend. Wenn eine Frau entdeckt, dass ihr Freund/Ehemann tatsächlich homosexuell veranlagt ist dann ist das erstmal ein entsetzlicher Schock. Und das sieht man weder am Gesicht, noch bemerkt man es am Gang noch hat es was damit zu tun, das der Mann Wert auf eine gepflegte Inneneinrichtung oder Blumen legt. Das sind alles lächerliche Klischees.
Sexuelle Identität drückt sich im Reagieren auf den Sexpartner aus und ist kein Lifestyle-Thema. Genauso wenig würde man über den Verlust des Selbst bei Demenz leichthin plaudern als ginge es hier um die Wahl der angemessenen Brombeertöne für den Flur. Ich bin mit drei fast gleichaltrigen Jungen aufgewachsen und habe die "femininen" Seiten bei heranwachsenden Jungen an der Grenze zum Erwachsenwerden in drei unterschiedlichen Varianten erlebt. Keiner ist "schwul", alle haben gewisse "feminine" Züge noch heute, weil es ihnen z.B. durch die Eltern nahegebracht wurde, so zu sein. Das hat mit unterdrückter oder unerkannter Homosexualität nichts zu tun, wirklich.
"Metro-Sexual" ist wie Valentine's Day ein Werbegag zur Steigerung des Umsatzes. Homosexuell bezeichnet Männer, die deren sexuelle Handlungen und Phantasien auf das eigene Geschlecht fokussiert sind. Selbst wenn also Ehen "gelebt" werden ist es für die Frau nicht schön Witwe eines noch lebenden Mannes zu sein.
 
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