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  • #1

Mann denkt mit, Frau auch, aber anders

Unterstellungen sind Gift für eine Beziehung, erst recht wenn es sich um die Unterstellung von Absichten handelt, denn wie will man(n) sich dagegen wehren? Es fehlt ja die "Tat", und man steht dennoch unter Rechtfertigungsdruck, d.h. schweigt man zu dem Vorwurf, ist es ein Eingeständnis.

Meine Freundin und ich geraten immer wieder aneinander, wenn sie mich von etwas zurückpfeift, das ich gar nicht zu tun beabsichtigt hatte. Sie versteht dann auch gar nicht, was mich daran verletzt, denn aus ihrer Sicht tut sie mir ja nur kund, daß sie diese gewisse Sache nicht möchte, und das sei ja wohl ihr gutes Recht. Und ich selbst gerate dadurch immer wieder völlig zu unrecht in ein schiefes Licht. Das frißt an der Beziehung.

Ein Beispiel: sie hängt Vorhänge auf und braucht die Stehleiter, die noch im anderen Zimmer steht. Ich will sie ihr bringen und klappe sie, um mit dem sperrigen Ding beim Tragen nicht irgendwo anzuecken, natürlich zusammen. "Nein, nicht!" Und warum nicht? "Ja, mach halt deine Augen auf, ich bin doch noch gar nicht fertig!" Des Rätsels Lösung: sie dachte, ich will die Leiter aufräumen, hatte mein "warte, ich bring dir die Leiter" geflissentlich überhört. Und so wird aus einer Geste der Aufmerksamkeit ein handfester Streit: "Was biste denn jetzt beleidigt, ich werde doch wohl noch sagen dürfen, daß ich die Leiter noch brauche!"

Ich wage gar nicht daran zu denken was passiert, wenn sie mir schlimmere Dinge unterstellt als Unaufmerksamkeit ihr gegenüber. Denn daß ich etwas anderes tun wollte als das von ihr vermutete, geht offenbar nicht in ihrem Kopf.

Geht das anderen Männern auch so? Und wie kommt man aus dieser sich täglich wiederholenden Situation heraus?
 
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  • #2
für mich klingt das so, als würde deine Freundin - wohl unbewusst - förmlich darauf warten, dass sie dich wieder kritisieren kann. Es gibt anscheinend kritiksüchtige Leute. Die ständig anderen gerne "was sagen". Solche Leute wählen als Beruf überdurchschnittlich oft Lehramt.
Ich als Frau finde auch dass es furchtbar klingt, es gibt ein altmodisches Wort dafür, wenn jemand immer gleich das schlechteste unterstellen will: Böswillig.
Wenn das oft vorkommt, wird es jede Beziehung kaputt machen. Du tust mir richtig leid.
wÜ40
 
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  • #3
Ein Beispiel: sie hängt Vorhänge auf und braucht die Stehleiter, die noch im anderen Zimmer steht. Ich will sie ihr bringen und klappe sie, um mit dem sperrigen Ding beim Tragen nicht irgendwo anzuecken, natürlich zusammen.
"Nein, nicht!"
Und warum nicht?
"Ja, mach halt deine Augen auf, ich bin doch noch gar nicht fertig!"
Mögliche Fortsetzung:
"Deshalb bringe dir die Leiter"
"Oh, das ist sehr aufmerksam. Danke"
und alle sind glücklich und haben sich lieb

aber bei euch endet es mit
"Was biste denn jetzt beleidigt, ich werde doch wohl noch sagen dürfen, daß ich die Leiter noch brauche!"

Was ist denn dein Anteil an der Eskalation?
Vielleicht solltet ihr mehr miteinander reden, satt euch nur Vorwürfe zu machen.
 
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  • #4
Lieber FS:

1. Sie unterstellt dir nichts.
2. Eure Kommunikation scheint nicht aufeiander angepasst zu sein. Wie alt ist sie, wie alt bist du?
3. Was bringt es dir zu wissen, ob es anderen Männern auch so geht? Würde das was an deinem Problem ändern?
4. Hast du mit ihr in Ruhe schon darüber gesprochen, ohne sie anzugreifen, dass irgendwas mit eurer Kommunikation nicht stimmt. Biete ihr an, zu einer Paarberatung zu gehen, um mit einer Fachkraft gemeinsam heraus zu finden, wo das wahre Problem liegt, dass ihr euch gegenseitig missversteht.
5. Lies mal Bücher über Paar-Kommunikation und das Buch "Frauen sind von der Venus, Mann vom Mars". sehr empfehlenswert und öffnen einem die Augen, auch mir als Frau.
6. Dein Schreibton ist sehr komisch.... "wenn sie mich zurückpfeift...", Bist du ihr Hund? Behandelt sie dich wirklich so, oder sind deine Beschreibungen als abwertend ihr gegenüber zu lesen?

Bezüglich der Leiter hättest du sie doch einfach fragen können, ob sie die Leiter noch braucht, ob du sie wegräumen kannst, sollst und danach handeln.

Schon mal was von gegenseitigen Fragen und Abstimmungsfragen gehört?
w 50
 
  • #5
Solch ein Gezicke kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.
Obschon ich mir manchmal auch denke, hallo, was hast du ihm jetzt schon wieder an den Kopf geworfen, das war doch nicht logisch!
Na ja ich bin halt auch nicht immer logisch! Aber, ich bemühe mich, fair zu sein!
 
  • #6
na das ist ja nun simpel.. mach einfach bis zum Ende weiter mit dem was du machen wolltest ....
und wenn sie das nächste mal irgendwas "dazwischen" reden möchte .. sag einfach "Wait for it.."

wenn sie nörgelt das sie die Leiter noch brauch, nimm die Leiter, klapp sie zusammen, stell sie genau da auf wo du sie hingestellt hättest und sag ihr DANN "ich weiss".. =) lächle und geh weiter.
 
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  • #7
Was du hier erzählst kenne ich :)
Es ist tatsächlich ein Komunikationsproblem und kann aus Mücken Elefanten werden lassen.
Denken - Schlüsse ziehen -Assoziation geraten durcheinander, überholen sich gegenseitig.
Aber es lässt sich lösen.
Um auf dein Beispiel einzugehen:
Frage deine Freundin: Darf ich dir helfen? Wohin darf ich dir die Leiter bringen?
Dieses "darf ich" kommt sehr gut an. Du gibst ihr zu verstehen, dass du sie nicht bevormundest, ihr nicht in ihre Arbeit eingreifst.
Ich mache das (schlechte Erfahrung in 18jähriger Ehe) bei meinem Freund auch und er weiß es zu schätzen.
Aber Achtung, akzeptiere auch ein "nein danke".
viel Glück!
 
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  • #8
Was du hier berichtest kenne ich.
Denken und Assoziation überholen sich und können aus einer Mücke einen Elefanten machen.
Es ist tatsächlich ein Komunikationsproblem.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben:
Frage deine Freundin: Darf ich dir helfen? Wohin darf ich dir die Leiter bringen?
So greifst du ihr nicht in die Arbeit und tust deinen guten Willen kund.
Das "darf ich" kommt sehr gut an!
viel Glück
 
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  • #9
"Nein, nicht!" Und warum nicht? "Ja, mach halt deine Augen auf, ich bin doch noch gar nicht fertig!" Des Rätsels Lösung: sie dachte, ich will die Leiter aufräumen, hatte mein "warte, ich bring dir die Leiter" geflissentlich überhört. Und so wird aus einer Geste der Aufmerksamkeit ein handfester Streit: "Was biste denn jetzt beleidigt, ich werde doch wohl noch sagen dürfen, daß ich die Leiter noch brauche!"

Oh ja, da kann ich Dich sehr gut verstehen, dieses völlig verquere Denken und nie eingestehen wollen, mal Unrecht zu haben ist eine ganz typische weibliche Marotte. Wenn man da als Mann nicht untergehen will, hilft nur jedesmal ganz vehement zu widersprechen und die Meinung zu sagen. Man muss da wirklich simplen Klartext reden. Zu feinsinnig zu agieren oder intelligent zu hinterfragen macht die Damen da nur noch aggressiver. Statt "und warum nicht" fragst Du das nächste Mal "was nicht?" und wenn sie darauf nicht adäquat antwortet fragst Du weiterhin vehement nach, was Du ihrer Meinung nach nicht machen solltest. Wenn sie dann mit der Sprache rausrückt und meint, dass Du die Leiter nicht wegräumen solltest, dann frag sie, wie sie auf eine dermaßen hirnverbrannte Annahme kommt, Du würdest die Leiter wegräumen wollen ... Im Extremfall, würde ich weggehen und ihr sagen, dass sie doch dann ihren Kram alleine machen soll.

m.
 
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  • #10

Bin der FS.

Was mich aufbringt ist dieses "Nein. Nicht!", bevor sie überhaupt wissen kann, was ich vorhabe. Dem liegt offenbar die Einstellung zugrunde, daß ein Mann prinzipiell immer das Falsche tut.

Der Zwist nähme einen wesentlich milderen Verlauf, wenn etwas im Sinn von "die Leiter brauche ich noch" käme, denn einen solchen Ball könnte man noch auffangen, einiges wurde ja weiter oben vorgeschlagen. So wie sie es macht, befiehlt sie mir ja praktisch, die Leiter dort zu lassen wo sie ist.

Bezüglich der Leiter hättest du sie doch einfach fragen können, ob sie die Leiter noch braucht, ob du sie wegräumen kannst, sollst und danach handeln.

Ich hatte nicht die Absicht, die Leiter wegzuräumen, sondern wollte lediglich Aufmerksamkeit zeigen, indem ich sie ihr nachtrage. Und ich bilde mir ein, daß eine normale Frau sich über eine solche Geste freut. Die Unterstellung macht aus dieser guten Geste jedoch das genaue Gegenteil, nämlich Unaufmerksamkeit und Desinteresse für ihre momentanen Belange. Das nimmt einem dann schon irgendwie auch die Lust, aufmerksam zu sein. Und die Beziehung trocknet aus.
 
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  • #11
Mir würde das Verhalten deiner Freundin gewaltig auf den Zeiger gehen. Hört sich an wie Mutti, die noch kein Vertrauen in das Verhalten ihres "Kleinen" hat, weil der noch so verspielt ist.

Okay, ihr beide müsst an Eurer Kommunikation arbeiten. Sie aber wohl ein bisschen mehr, damit sie sich eben nicht "wie Mutti" verhält, einfach mal die Klappe hält und dich machen lässt!

w42
 
  • #12
Das ist ein klares Kommunikationsproblem das auf einem bestimmten Persönlichkeitsmuster dieser Frau beruht, und wenig mit männlicher oder weiblicher Sichtweise zu tun hat.

Ich kenne auch seit vielen Jahren eine Frau, die emotional glänzend damit fährt, immer zuerst anzunehmen, ihre Umgebung würde es ohne ihre Einmischung, Hinweise, Vorschriften intuitiv falsch machen. Zum wahnsinnig werden! Aber ihr Mann nimmt es hin, seit Jahrzehnten. Ich bin mir nicht sicher, was man zu dieser Haltung braucht. Reicht Phlegma?

Ein rein weibliches Phänomen ist es nicht. Ich habe dieses Jahr auch die unangenehme Bekanntschaft gemacht mit einem Mann, der sich nur sicher fühlen konnte, wenn er Anderen die Welt erklären konnte, indem er sie erst missverstand, den richtigen Weg grantig vorschrieb, geflissentlich überhörte, dass die Anderen das auch von sich aus so gemacht hätten, und dann "beruhigte", nachdem alle um ihn herum genervt waren von seinen Unterstellungen. "Müsst Euch doch nicht so aufregen, jetzt haben wir es ja geschafft".

Übel, aber nicht zu ändern. Hinnehmen oder gehen!
 
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  • #13
Was mich aufbringt ist dieses "Nein. Nicht!", bevor sie überhaupt wissen kann, was ich vorhabe. .

Starker Tobak, lieber FS! Mich würde das auch völlig fassungslos machen. Dass man überhaupt mit einem Menschen, den man doch vorgeblich liebt überhaupt auf so eine aggressiv verletzende Art reden kann, geht mir absolut nicht ein. Ich könnte das nicht. Wüsste auch nicht, was ich da entgegnen sollte.

m.
 
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  • #14
Das Problem kenne ich von meiner Freundin. Besonders beim Autofahren: Jetzt ist frei, fahr. Die Ampel ist rot, jetzt musst Du anhalten. Vorsicht Zebrastreifen. Achtung Fußgänger mit dunkler Jacke. Hier rechts, nein warte mal fahr geradeaus. Ich bleibe ruhig, fahre rechts ran und dann ist Fahrerwechsel angesagt. Oft sitze ich schon bei Fahrtantritt auf dem Beifahrersitz.Nervt aber dieses Misstrauen. Sie ist übrigens Erzieherin.
 
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  • #15
Speziell an 2, 5 und 6: besonders toll finde ich, dass ihr deduziert, es ist ein Kommunikationsproblem, um dem FS IM NÄCHSTEN AUGENBLICK klarzumachen, was angeblich SEIN Fehler wäre... Dankeschön, so ne Frau hatte ich auch an der Backe, und es hat nie nie nie aufgehört. Wieso sollte man auch nach 2 x zu Unrecht angekackt werden noch Bock auf weiteres einlenken haben ? Die Gute sollte sich mal selbst überlegen, was sie da die ganze Zeit sendet, statt dass ihre Geschlechtsgenossinnen dem armen Mann noch "Tips" geben, wie er sich besser erziehen lassen kann... Irgendwann ist es auch mal gut, oder? Auf euren "tollen Tip" kommt als nächstes nur die beleidigte Schiene im Sinne von "...und grins nicht so süffisant!"
 
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  • #16
Es ist ein Kommunikationsproblem. Kann es ausserdem sein, dass Deine Freundin eine sehr dominante Art hat? "Zurückpfeifen" hört sich nicht gut an. Ihr solltet mal in Ruhe miteinander reden.

# 5, 6, 7, 11 schliesse ich mich an.

Alles Gute, w.
 
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  • #17
Als Kommunikationstrainerin kann ich nur sagen - das ist ein Klassiker:
Wikipedia beschreibt das so:
"Unter Interpunktion werden in der Kommunikationsforschung subjektiv empfundene Startpunkte innerhalb eines ununterbrochenen Austausches von Mitteilungen während einer zwischenmenschlichen Kommunikation verstanden. ... Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson formulierten daraus das dritte metakommunikative Axiom:
Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt
Weichen die Meinungen über die Interpunktionen ab, können Beziehungskonflikte entstehen."
"Du hast gesagt..." - "... nur weil Du gesagt hast..." - "Aber davor hattest Du das gemacht..." - "Weil Du das gemacht hast...". Solche Reihen kann man endlos fortsetzen, oder so z.B. reagieren, wie es hier mit "Darf ich..." vorgeschlagen wurde. Es spricht viel dafür, zu einem etwas späteren Zeitpunkt einmal über das generelle Phänomen des "NEIN; NEIN," zu sprechen. Ganz freundlich mit "Ich"-Botschaften.

Wer eine Beziehung will, der arbeitet an so etwas, wer das nicht tut, kann gleich gehen. Es wird immmer schlimmer werden.

Viel Glück und Spaß bei der (demnächst besseren) Kommunikation!
 
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  • #18
Statt "und warum nicht" fragst Du das nächste Mal "was nicht?" und wenn sie darauf nicht adäquat antwortet fragst Du weiterhin vehement nach, was Du ihrer Meinung nach nicht machen solltest.

Danke für diesen wirklich hilfreichen Lösungsansatz (bin der FS). Kern des ganzen Problems ist ja, daß die Frau eine andere Absicht unterstellt als der Mann tatsächlich hat, der Mann das aber nicht erkennt, weil sie zu - mit Verlaub - maulfaul ist, ihren Einwand transparent zu machen. Und so kommt es bei ihm (also mir) zum Kurzschluß "warum will sie nicht, daß ich ihr die Leiter bringe?"

Das sind dann diese Augenblicke, in denen normales Denken und Schlußfolgern nicht mehr zu funktionieren scheint, in denen man sich von seinem Erkenntnisapparat in die Irre geführt fühlt, denn der hatte einem ja die Idee "bring ihr die Leiter, dann freut sie sich" eingegeben.

Sie ist nicht die erste Frau, mit der ich solches erlebe: man ordnet die Reaktion des Gegenübers ja immer nach dem ein, was man durch sein Handeln oder seine Worte auszudrücken glaubte. Bei manchen Menschen ist es aber wohl vonnöten zu verifizieren, was tatsächlich angekommen ist. Es würde beiden Seiten viel Leid ersparen.

Obwohl ich ja andererseits der Meinung bin, das Schlußfolgerungen erst zurück kommuniziert werden müssen, bevor man den Sprechenden irgendwelche Konsequenzen spüren läßt. Frauen neigen aber viel häufiger als Männer zu letzterem.
 
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  • #19
Bin der FS.
Was mich aufbringt ist dieses "Nein. Nicht!", bevor sie überhaupt wissen kann, was ich vorhabe. Dem liegt offenbar die Einstellung zugrunde, daß ein Mann prinzipiell immer das Falsche tut.


Ich finde, Sie reagieren völlig überempfindlich. Wenn Sie nicht damit leben können, dass Ihre Gesten auch einmal falsch interpretiert werden, dann müssen Sie den bereits in den Raum gestellten Ratschlag befolgen und Ihr Handeln ex ante verbal kommunizieren.

Hätten Sie Ihre Freundin gefragt, ob Sie ihr die Leiter bringen dürfen und auf ihre Antwort gewartet, bevor Sie zupackten, wäre schlicht kein Raum für Mißverständnisse geblieben.

Es liegt also allein an Ihnen, ob Ihnen etwas "unterstellt" wird oder nicht.
 
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  • #20
Wie der FS selbst schreibt hat er das Verstädnisproblem bereits mit mehreren Partnerinnen.
Die Konstante in diesen Gleichungen stellt demnach er selbst dar!

Gute Kommunikation bedeutet:
1. Sich verständlich ausdrücken
2. Sicherstellen, dass der andere zugehört hat
3. Feststellen ob der andere einen auch verstanden hat

Das mag zwar mitunter mühsam sein, wirkt jedoch Wunder.
Schließlich kann niemand in den Kopf seines Partners hineinsehen.

Deswegen lieber FS, auch wenn Du meinst, dass Dir von den Frauen fürchterlich Unrecht getan wird, besinne Dich besser auf die Grundregeln menschlicher Interaktionen, dann klappt es in Zukunft vielleicht auch mit den Frauen!
 
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  • #21
Dein Problem ist, du traust deiner Freundin nichts eigenständiges zu!

1. Es ist besser alles an Ort und Stelle stehen zu lassen, als manchen Menschen alles hinterher zu tragen! So ein Verhalten kennt man von Muttis, die ihren Kindern alles aus den Händen nehmen wollen, weil sie denken, sie können nichts alleine zustande bringen oder sind zu dumm dazu! Das könnte ihr mittlerweile auf die Nerven gehen, wenn du ihr sofort bei jedem dritten Schritt unter die Arme greifst. Deine Frau ist nicht behindert, sondern hat Spaß oder Motivation etwas selber zu machen.

2. Lasse sie doch einfach mal alleine ihr Zeug machen? Ich könnte mir vorstellen, sie nervt es, dass du ihr nichts alleine zutraust, wie eine Leiter zu tragen, oder alleine Gardinen aufzuhängen, weil du Angst hast, sie schlägt mit der Leiter irgendwo die Wohnungsgegenstände an. Das ist eine unerwünschte Übervorsicht. Wo du gleich helfen willst, will sie vielleicht mal was eigenständiges versuchen. Das empfinde ich persönlich sehr wichtig. Man muss nicht immer sofort springen und nachhelfen.


Ansonsten müsst ihr an eurer Kommunikation arbeiten. Besser wäre:

"Liebe Frau, du kommst nicht an deine Gardinenstange, ich bringe dir die Leiter, ist das in Ordnung für dich?"

oder

"Darf ich dir die Leiter bringen?"

oder am besten

"Möchtest du dir nicht die Leiter dazu holen, dann geht es besser?"
 
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  • #23
Hätten Sie Ihre Freundin gefragt, ob Sie ihr die Leiter bringen dürfen und auf ihre Antwort gewartet, bevor Sie zupackten, wäre schlicht kein Raum für Mißverständnisse geblieben.

Ja, natürlich. Man kann, wenn man will, vor einer Gefälligkeit 1.) ankündigen "Achtung, ich leiste dir jetzt eine Gefälligkeit" und 2.) verifizieren, ob die Botschaft, daß jetzt gleich eine Gefälligkeit erbracht werden soll, wirklich angekommen ist - und das alles nur, um dem Umstand Rechnung zu tragen, daß die Frau ihrem Partner weder Aufmerksamkeit noch Mitdenken zutraut.

Ich (der FS) halte Konfliktvermeidung für gut und richtig, aber nicht um jeden Preis. Man kann Schwächen des anderen auffangen, aber man sollte sie nicht auch noch unterstützen.
 
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  • #24
Schön fände ich:

Mein Schatz, wenn du Hilfe brauchst, dann sage mir bitte Bescheid.


Dann den Anderen in Ruhe machen lassen, selbst wenn kein Ruf nach Hilfe oder Unterstützung kommt.

w
 
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  • #25
na das ist ja nun simpel.. mach einfach bis zum Ende weiter mit dem was du machen wolltest ....
und wenn sie das nächste mal irgendwas "dazwischen" reden möchte .. sag einfach "Wait for it.."

wenn sie nörgelt das sie die Leiter noch brauch, nimm die Leiter, klapp sie zusammen, stell sie genau da auf wo du sie hingestellt hättest und sag ihr DANN "ich weiss".. =) lächle und geh weiter.

so und nicht anders.
Du konditionierst Deine Freundin förmlich. Lass sie auflaufen, damit sie selber merkt wie dumm ihr verhalten ist. Auf jeden Fall nicht jammern sondern durchziehen. Spring nicht durch jeden Reifen, den sie hinhält.

M30
 
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  • #26
so und nicht anders.
Du konditionierst Deine Freundin förmlich. Lass sie auflaufen, damit sie selber merkt wie dumm ihr verhalten ist. Auf jeden Fall nicht jammern sondern durchziehen. Spring nicht durch jeden Reifen, den sie hinhält.

M30

Das sind Spielchen spielen und wie oft las ich hier, dass das Männer gar nicht mögen. Ich plädiere und handle selber so. Klare Ansage, klare Worte, um Feedback bitten, ansonsten sich mal coachen lassen, wenn es mit anderen Frauen ähnlich so komisch lief.

Ist ja oft so, wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.

w
 
  • #27
Ich glaube nicht, dass es sich hier "nur" um eine Kommunikationsstörung handelt. Auch bessere Kommunikatio würde bei manchem Menschen nicht das Bedürfnis erlöschen lassen, mittels solcher Schein- Wortgefechte die eigene Dominanz, Unverzichtbarkeit, das eigene Bessersein deutlich werden zu lassen.
Es ist eine Kommunikationsstörung, die auf einem bestimmten Persönlichkeitsmuster beruht.

Schon möglich, dass der FS die (non-)verbale Kommunikation vielleicht nicht so perfekt beherrscht (wer ist da schon so gut, sind wir nicht alle auf das verstehende Wohlwollen der Mitkommunizierenden etwas angewiesen?) und dass er das lächelnde Auflaufen-lassen à la Hellekeen noch viel weniger kann, aber genauso möglich und sogar wahrscheinlich ist es, dass er sich von einem ziemlich zickig- dominanten Frauentyp aus anderen Gründen unwahrscheinlich angezogen fühlt ;) Und solche Typen würden auch Hellekeens Lächeln schlicht übersehen oder falsch interpretieren.

Am nettesten zieht Loriot aus solchen Debakeln seine Konsequenzen.
Aber ich finde es schlimm, für mich wäre das in der Partnerschaft nicht tragbar.
 
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  • #28
Lieber FS,
angenommen ich wäre deine Freundin und am Vorhänge aufhängen - dann würde ich mich freuen, weil die Leiter - von dir ohne Aufforderung gebracht- da steht, wo ich sie brauche!
Also - bei euch lauft in der Beziehung - wahrscheinlich seit langem und sehr grundsätzlich - einiges schief. Ich denke, ihr braucht einen externen Partner um aus dieser Ecke rauszukommen !
Da haben sich inkompatible Verhaltensweisen eingeschliffen, die im Dauerteufelskreis-Kreislauf sind.
W
 
  • #29
Es gibt anscheinend kritiksüchtige Leute. Die ständig anderen gerne "was sagen". Solche Leute wählen als Beruf überdurchschnittlich oft Lehramt.

Haben Sie Beweise dafür, dass "solche Leute" "überdurchschnittlich oft Lehramt wählen"? Oder macht es Ihnen einfach Freude, Vorurteile zu bedienen, die nicht einmal etwas mit der Themenstellung zu tun haben?
 
  • #30
Diese Missverständnisse kommen in Beziehungen gar nicht so selten vor. Es handelt sich mMn um ein Kommunikationsdefizit. Bei langen Beziehungen kann das aus negativen Erfahrungen herrühren, letztlich ist es aber Unterstellung statt Vertrauensvorschuss und wirft ein schlechtes Licht auf die Liebe. Ich empfehle dazu das Buch "Emotionale Intelligenz" von Goleman.
Mir ist es auch schon im Freundeskreis passiert, dass ich völlig missverstanden wurde. Z.B. habe ich einen Mann, den ich bisher nur in Jeans kenne, gefragt, ob er bei einer Hochzeit in der Familie einen Anzug getragen hätte. Ich stellte mir vor, dass ihn das sicher gut kleiden würde. Seine patzige Antwort: "Soll ich da in Jeans rumrennen" oder so ähnlich. Er unterstellte, dass ich die Identität eines Menschen an seinen (Szene-)Klamotten festmache, völlig daneben, eine reine Unterstellung.
 
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