• #1

Mangelnde Kommunikation

Ist Trennung nicht das beste für uns?
Vor einigen Wochen hat mir mein Freund gesagt, dass ihm etwas in der Beziehung fehlt. Er wüsste nicht was, denn eigentlich sei ich alles was er braucht und will. Nach ein paar Gesprächen haben wir dann festgestellt, dass vor allem ich kaum etwas aus meinem Leben mit ihm Teile und uns eine gewisse "Complicity" fehlt (mir fällt gerade das deutsche Wort nicht ein).
Nun ja, jetzt ist er zwei Wochen in Japan und kommt am Sonntag zurück. Ob wir daran arbeiten wollen, war zu keinem Zeitpunkt eine Frage. Wir wollen es.
Aber ich hatte eben auch Zeit nachzudenken, wie wir daran arbeiten können. Er ist ein toller Mann und hat alle Eigenschaften, die ich mir an einem Partner wünsche. Wäre da eben nicht das Problem, dass ich kaum das Bedürfnis habe mich ihm mitzuteilen. Hatte ich einen doofen Tag rufe ich lieber eine Freundin an als ihn. Ist nichts aufregendes passiert, dann komm ich auch gut und gerne mal ein paar Tage ohne Kontakt aus. Andere erzählen Dinge wie wann sie einen Arzttermin haben, oder dann was untersucht wurde, und am besten hinterher noch von den Ergebnissen. Ich bin eine absolute Plaudertasche. Rede über Serien, Politik, Bücher/Artikel die ich gelesen habe, über Gefühle oder alber manchmal einfach nur blöd rum. Aber eben nur mit Freunden. Bei ihm funktioniert das nicht. Manchmal denke ich, wissen Fremde mehr über mich, als mein eigner Freund. Ich fühle mich jetzt dazu gezwungen ihm mehr zu erzählen. Ich will ihm nicht weh tun und ihn nicht verlieren. Nur der Gedanke "Trennung" kommt immer öfter. (wir sind 2 jahre zusammen und es war noch nie anders)
 
  • #2
Hallo lepetitreve,
ja, das ist schwierig für ihn. Ich kenne das Phänomen, wie es sich aus seiner Sicht darstellt, und ich muss sagen, dass es erstaunlich ist, dass er es so lange mit Dir ausgehalten hat. Ich hatte auch mal so einen Mann, der sich hinsichtlich der Kommunikation so verhalten hat wie Du, und ich habe gelitten. Das habe ich nicht ausgehalten, es war sehr schlimm.
Du stehst nun vor der Wahl, Dein Kommunikationsverhalten zu ändern oder nicht. Änderst Du es, fühlst Du Dich unter Zugzwang und unter Beobachtung. Außerdem könnte er irgendwann feststellen, dass Du lange nicht mehr so interessant bist wie vorher, als Du ihn noch ausgeschlossen hattest. Es könnte sein, dass er dann das Trennende zwischen euch wahrnimmt, was er vorher nicht gesehen hat, weil ihr zu wenig geredet und Gedanken ausgetauscht habt.
Änderst Du Dein Kommunikationsverhalten nicht, dann fühlt er weiterhin "lacking complicity" und geht vielleicht auch.
Ich wünsche Dir viel Glück.
w, 34
 
  • #3
Anstelle einer "Tu dies bzw. das (nicht)-Antwort" ein paar Frage-/Gedankenanregungen für dich, die dir vielleicht helfen können, klarer zu sehen:

Was hat dich denn vor zwei Jahren zu ihm hingezogen; wie kam es, dass ihr ein Paar wurdet? Und ist das immer noch da? Wenn ja, reicht es noch, um dir mit ihm trotz aktueller Schwierigkeiten eine gemeinsame Zukunft vorzustellen? Wenn es nicht mehr da ist, wann und wohin ist es verschwunden?

Wie erklärst du dir denn, dass ihr euch bisher noch nicht getrennt habt? bzw. Wie kommt es, dass ihr trotz der beschriebenen Schwierigkeiten, von denen du schreibst, "es war noch nie anders" seit zwei Jahren zusammen seid/Was hält euch bisher zusammen? Wieso denkst du gerade jetzt über Trennung nach? Tut er das auch?

Wie erklärst du dir dein Verhalten? (-Bei Freunden eine "Plaudertasche", bei deinem Freund eher schweigsam-) Wie erklärt er es sich? Wie Freunde? (-Manchmal kommen da ganz interessante Antworten, und es eröffnen sich Perspektiven, auf die man selbst gar nicht gekommen wäre.)

Was müsste denn passieren, dass du (wieder?) zufriedener mit der Beziehung sein könntest? Was wäre dabei deinem Freund wichtig?
Was könnte schlimmstmöglich passieren? Und wie genau sähe dieses "Schlimme" (vielleicht Trennung?) dann aus, wem würde es wie damit gehen?
 
  • #4
Klingt für mich, als sei das keine partnerschaftliche Beziehung in dem Sinne, in dem es das eigentlich sein sollte...

Google doch mal nach "triangular theory of love" von Sternberg, ist sehr interessant :)
 
G

Gast

Gast
  • #5
Sowas habe ich eher von Frauen gehört, dass der Mann ihnen nichts erzählt, aber den Kumpels schon. Ich frage mich, was diese Menschen miteinander wollen, so wie Du Dich das auch gerade fragst. Ich kann nicht mal Paare verstehen, wo es kein gemeinsames Hobby gibt, es sei denn sie haben Kinder, dann konzentriert sich ja erstmal alles darauf. Bis sie größer werden, dann kommt die Frage erneut auf.

Für mich war immer klar, dass man in einer Partnerschaft offen ist für den anderen, dh. Dinge erzählt, die einem wichtig sind und fragt, wenn er beim Arzt war, ob was ist. Ich bin nun alles andere als eine Plaudertasche, von daher klingt das vielleicht komisch. Aber gerade wenn Du eine Plaudertasche bist, wundert es mich, dass Du mit Deinem Freund nichts zu bereden hast.

Ich könnte mir keinem Mann zusammen sein, mit dem ich nicht rumalbern könnte.
Was macht ihr? Schweigend nebeneinander sitzen und fernsehen?
 
  • #6
Gast #4 Ich bin zufrieden mit der Beziehung, nur wenn ich höre, dass er unglücklich ist macht mich das auch traurig. Natürlich reden wir und albern auch mal rum, aber ganz alltägliche Dinge, die man "normalerweise" auch oder sogar als erstes seinem Partner erzählt, erzähle ich ihm nicht, weil mir da einfach das Bedürfnis danach fehlt. Ich frage mich eben was es bringt ihm zu erzählen, dass ich gerade beim Arzt war oder die Frau an der Kasse im Supermarkt mich aufgeregt hat. Ich frage mich bei den meisten Sachen wirklich warum ich ihm das erzählen sollte. Es tut mir leid für ihn, weil es ihm offenbar fehlt. Ich wäre so gerne seine Verbündete, aber das mache ich mir selber kaputt und kann mir nicht erklären warum.
Klar für mich funktioniert eine Beziehung mit 24/7 Kontakt und nur fast ausschließlich gemeinsamen Aktivitäten nicht, aber für ihn auch nicht.

@Mon Chi Chi, dass er mich uninteressant finden könnte, wenn ich mich ihm mehr öffne ist einer meiner letzten Sorgen und darauf bin ich ehrlich gesagt auch noch nicht gekommen. Warum auch, ich denke von mir selbst grundsätzlich immer erstmal, dass ich interessant bin und das Leben anderer Menschen potentiell bereichern kann.

@MosezP ganz klar uns fehlt intimacy! Aber daran versuchen wir zu arbeiten. Etwas hoffnungslos, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Ich frage mich ja immer wieder, warum Leute mit einem Partner zusammen sind, wenn ihnen doch irgendwas an ihnen stört. Ich bin auch nicht der große Rednern, einige bemängeln das - aber vor allem jene bemängeln das, die selber unheimlich viele Macken haben, die ich ertragen muss und die sich selber nicht reflektieren können.

Ehrlich? Ihr passt doch gar nicht zueinander, der Mann liebt dich nicht wirklich so wie du bist. Das größte Geschenk ist doch, so angenommen zu werden im Leben, wie man ist mit all seinen Macken und Eigenarten. Der Mann liebt nicht deine Art, er liebt ein Bild von dir, dass er in seinem Kopf hat, aber das gar nicht existiert! Punkt, aus. Meiner Erfahrung nach kannst du nichts machen, nur ihm nachhechten, ihm alles möglichst recht zu machen mit dir - du wirst darunter leiden und gefrustet sein und er wird den Respekt vor dir verlieren.
 
G

Gast

Gast
  • #8
Was soll das denn für eine Beziehung sein, wenn du deinen Freund nicht an deinem Leben teilhaben lässt? Was bleibt da noch übrig? Glücklich werdet ihr beide damit nicht...
 
G

Gast

Gast
  • #9
Hattet ihr denn regelmäßigen Kontakt jetzt, da er in Japan ist? Oder habt ihr euch auch da nicht so viel zu erzählen gehabt, es gibt ja WhatsApp zum Beispiel. Wenn er unglücklich ist, vielleicht ist er auch schon nachdenklich geworden in diesen 2 Wochen oder hat sich nach einer anderen Frau umgesehen? Kannst du das ausschließen?
 
  • #10
Die frage ist doch eher, warum verhältst dubdich ihm gegenüber so anders als deinen Freunden gegenüber. Der Partner sollte eigentlich der beste Freund sein, ist ja wohl nicht der Fall für dich. Und nur weil du kein Bedürfnis hast es ihm zu erzählen, weißt du doch das er das Bedürfnis hat es zu wissen, daher frage ich mich schon, warum du ihm das nicht erzählen willst. Das ist doch die Gretchenfrage. Ich in seiner Situation, wenn ich wüsste mein Freund ist allen anderen Menschen gegenüber außer mir, eine Plaudertasche, dann wäre für mich klar, dass es ein Vertrauensproblem meines Partners zu mir gibt und da dies die Basis ist, wäre eine Beziehung für mich nicht tragbar. Scheinbar für ihn ja auch nicht. Was bedeutet denn ihr wollt daran arbeiten? Wirst du ihm zukünftig was erzählen oder nicht? Wenn nicht, dann ist die Beziehung auf kurz oder lang beendet. Willst du das?
 
  • #11
Schwierig. Du hast nicht das Bedürfnis, Deinen Partner an Deinem Leben teilhaben zu lassen und ihm Deinen Alltag zu erzählen. Das kennt man nur von Männern. Wir Frauen erzählen viel, Männer eher wenig. Nun bist Du ja nicht von Haus aus schweigsam, sondern eine "Quasselstrippe". Du besprichst die Sachen mit Freunden.
Ich denke, das passt bei Euch einfach nicht. Was soll das für eine Partnerschaft sein? Deine Freundschaften sind Dir wichtiger. Mich wundert, dass Dein Freund noch nicht die Reißleine gezogen hat. Ich an seiner Stelle, wäre tief frustriert. Du wertest ihn durch dieses Verhalten ab.
 
  • #12
#8: Dass er sich in Japan nach einer anderen Frau umgeschaut hat, kann ich hundertprozentig ausschließen. Und wenn ich ehrlich bin habe ich da keine Sekunde drüber nachgedacht.

#9 und #10: Mein Freund wird nicht die Reißleine ziehen, wenn ich es nicht tue. Deshalb habe ich ja auch gefragt, ob man daran arbeiten kann oder ob es besser wäre, wenn ich Schluss machen würde.
Mein Single-Leben war auch eine schöne Zeit...Einen Partner brauche ich nicht unbedingt!
 
G

Gast

Gast
  • #13
Liebe FS, du hast dir deine Antwort im Prinzip ja selbst schon gegeben. Einen Partner brauchst du nicht unbedingt. Von "brauchen" im streng genommenen Sinn kann ja auch keine Rede sein. Denn eine Partnerschaft wächst ja durch gegenseitiges Geben und Nehmen, eben diese Intimität, die bei euch beiden fehlt. Die Beziehung mag für dich ganz nett sein, dich wirklich erfüllen tut sie aber nicht, sonst würdest du ja auch hier nicht um Rat fragen... Manchmal ist es besser, zu sich ,und in diesem Fall auch deinem Freund gegenüber, ehrlich zu sein und das Ganze zu beenden, bevor es aus Gewohnheit lapidar weitergeführt wird. Es kann so noch Jahre weitergehen. Aber auch ich denke, dass ihr beide euch keinen Gefallen damit tut.
Alles Gute!
 
G

Gast

Gast
  • #14
Guten Morgen,
mein Vorschlag: Erzähle ihm doch einfach mal davon.
auch wenn du nicht das Bedürfnis hast, hast du es ja als "Problem" identifiziert. Dann versuche doch mal, den "anderen Weg" zu gehen. Rede mit ihm über Nichtigkeiten und schaue, was (bei dir und bei ihm) dabei "passiert".
 
  • #15
Hallo liebe FS,

wie reagiert denn dein Freund im Allgemeinen, wenn du ihm mehr von dir erzählst? Leuchten seine Augen, ist er voller Erwartung, wenn du ihm etwas Lustiges erzählst? Fragt er nach, wenn du etwas mit ihm besprechen möchtest, das dich bewegt? Kann er mitschwingen, wenn du etwas Trauriges erlebt hast?
Ich hatte mal einen Freund, der derartig lasch auf alles reagiert hat, was ich ihm über mich mitteilen wollte, dass ich dann gar keine Lust mehr dazu hatte, ihn an dem, was mich bewegt, teilhaben zu lassen. Auch ich habe mich dann meinen Freundinnen zugewandt, denn sie reagierten darauf.
 
P

Provence

Gast
  • #16
Manchmal denke ich, wissen Fremde mehr über mich, als mein eigner Freund.
Du erkennst dein Problem, verstehst es sogar und unternimmst nix dagegen? Das nenne ich beziehungsunfähig und natürlich wirst du ihn so verlieren - zu Recht.

Aaaaber: da du nicht grundsätzlich unfähig bist, über dich und alles was dich beschäftigt zu reden (schließlich praktizierst du das mit Freunden auch), gibt es ja noch Chancen, dass du dazu lernst.

Werde deinem Nick-Name gerecht und träume nicht nur, handle!
 
  • #17
"Meine Art, Liebe zu zeigen, dass ist ganz einfach schweigen"
Ein uralter Schlager von Daliah Lavi aus den 70zigern - findest du auf youtube. Als Trost für dich und Anregung für ihn.
 
  • #18
Wenn du so weiter machst und deinem Partner deutlich zeigst, dass du eigentlich weiter als Single lebst, dann wird er die Reisleine ziehen, da sei dir man sicher. Egal wie er dich liebt, aber dein liebloses Verhalten ihm gegenüber ist für niemanden dauerhaft auszuhalten und er wird sich irgendwann schützen. Wieso glaubst du überhaupt er würde dich nie verlassen und auch keine andere nehmen? Da bist du wohl etwas sehr von deinen Qualitäten überzeugt. Oder ist er dir hörig?
 
G

Gast

Gast
  • #19
Liebe FS,
was möchtest denn du? Fühlst du dich in dieser Beziehung und mit diesem Mann wohl? Wenn es dir damit gutgeht, warum dann etwas ändern wollen? Die Zeiten, in denen sich Frauen mit Selbstaufgabe Kasteien, sind lange vorbei.
Dir alles Liebe.
 
  • #20
Man stelle sich einmal kurz vor die Frage hätte ein Mann gestellt;-)
Wer glaubt, die Antworten wären ähnlich gewesen?
 
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