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  • #91
Wie willst Du das beurteilen können? Doch die Sache sieht anders aus, weil man sich schon vorher kannte und man sich liebt - einfach ist es sicher nicht, aber ich würde meinen Partner, den ich im gesunden Zustand kennen- und lieben gelernt habe sicher nicht verlassen, wenn er durch einen Unfall im Rollstuhl sitzen müsste.
Natürlich ist die Sache - was die Freizeitgestaltung und auch ein Teil des Alltags betrifft - gleich, ob die Person, die man kennengelernt hat bereits ein Rollstuhlfahrer war oder erst später zu einem wurde. Beide Situationen sind - ob eben von Anfang an oder später - gleich.

Die Vergangenheit, welche Frau mit einem "gesunden" Partner verbracht hatte, ist vergangen und fällt nicht mehr ins Gewicht.
Darum spielt es überhaupt keine Rolle, dass man sich vorher schon kannte und sich liebte. Wenn es dumm läuft, dann kann der Partner bereits nach 1 Jahr Beziehung einen Unfall erleiden und einen querschnittgelähmten Mann haben. Es hat sich vieles (nicht alles) verändert und wenn - wie die Frau @78 schreibt...
Ich denke nicht, dass ich einen Partner mit einer Behinderung, gleich welcher Art möchte, mit einem Rollstuhlfahrer ist man doch sehr gebunden und viele Dinge, die mir wichtig sind, sind einfach nicht möglich
...dann müsste sie logischerweise ihren verunfallten Partner verlassen, weil sie
einige Dinge, die ihr wichtig sind, nicht ausüben könnte.

Ich hatte trotz meines Handicaps Liebesbeziehungen. Die Männer lernen mich immer im Rollstuhl kennen. Dass mit mir nicht alle Freizeitaktivitäten - ausser Schwimmen - möglich sind, liegt für jeden Mann auf der Hand. Keiner ist gezwungen mich näher kennenzulernen und mit mir eine Beziehung aufzubauen.

Es gibt noch eine Menge andere Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten, ausser nur Sport! So wie es völlig unsportliche, inaktive Fussgänger gibt, gibt es sportlich aktive Rollstuhlfahrer. Wenn also in einer Beziehung der wichtigste Grundpfeiler die absolut uneingeschränkte Freizeitgestaltung das Wichtigste ist, dann gute Nacht!
Was ist für dich in einer Partnerschaft das Bedeutendste? Nicht etwa Kompatibilitäten in der Lebensführung, Charakter, gemeinsame Pläne und Zukunftsvisionen, Zuneigung, Ehrlichkeit, Treue, gegenseitiges Unterstützen, Verlässlichkeit usw...

Und ist es nicht so, dass man sich nicht willentlich in eine selbstausgesuchte Person verliebt, sondern, dass das ein reiner Zufall ist?
 
  • #92
@#Mandoline, da scheinst du, in der Akzeptanz von Argumenten, irgendwie blockiert zu sein!

- Auch wenn du dies für dich nicht nachvollziehen kannst: Es GIBT genügend Paare, die den Beweis liefern, dass es gerade die Liebe ist, die Menschen die Kraft gibt, auch in schweren Zeiten zusammen zu halten.


Du schreibst:
"Und ist es nicht so, dass man sich nicht willentlich in eine selbstausgesuchte Person verliebt, sondern, dass das ein reiner Zufall ist?

- Wenn du die Gefühlslage auf "verliebt" beschränkst, kann ich dir Recht geben.
Doch dieser Glücksrausch kann von ziemlich kurzer Dauer sein, wie jeder weiß! Bevor sich tiefe LIEBE entwickelt, dauert es eine ganze Weile! In der Zwischenzeit können sehr wohl nüchterne, pragmatische Überlegungen die Oberhand gewinnen, sicherlich u.a. auch zum Thema sportliche Aktivitäten.
 
G

Gast

  • #93
@Mandoline

Ich finde - ähnlich wie Angela und einige Vorredner -, dass es bezüglich des Zusammenlebens mit einem/r Behinderten durchaus ein Unterschied ist, ob die Behinderung WÄHREND oder VOR einer Partnerschaft eintritt. Das ist ja analog zu anderen Themen: Wenn in einer bestehenden Partnerschaft ein Partner in H4 reinrutscht, dürfte das kein substanzielles Problem sein, bei der Partnersuche ist es hingegen bei einigen ein Ausschlusskriterium. Man sagt ja auch, dass man durch "dick und dünn" geht oder spricht von "guten und schlechten Zeiten" - alles immer bezogen auf eine Partnerschaft. Das empfinde ich auch "normal".

Übrigens habe ich hier eine Frau kennengelernt, die eine Beinprothese trägt. Sie hat es mir nach einigen Telefonaten erzählt - also noch vor dem ersten Treffen. Ich hatte zwei Tage nachgedacht und habe mich dann entschieden, mich mit ihr zu treffen. Eine richtig klasse Frau, die eine wunderbare Ausstrahlung hat. Ich hätte mich durchaus in sie verlieben können. In dem Fall war es so, dass sie sich nicht in mich verliebte, was wir beide gleichermaßen schade fanden, da wir uns super verstanden und verstehen.

Mandoline, Du suchst hier nach Gründen, WARUM Männer eine Beziehung mit einer Behinderten nicht führen wollen oder zumindest, was ihnen die Beziehung mit einer Behinderten schwer macht. Ich glaube, dass diese Suche nach Gründen sinnlos ist und nicht wirklich hilft. Zunächst mal sind es Gründe, die die Einstellung einiger Männer hier im Forum widerspiegelt, die aber überhaupt nicht mit den Gründen korrespondieren müssen, warum DEINE Beziehungen, nicht wirklich dauerhaft waren.

Natürlich wird der Grund - neben den zig Dingen, die in allen Beziehungen auftreten können - mitunter auch in Deiner Behinderung liegen. Mitunter hat Dein ehemaliger Partner vielleicht auch erst im Laufe des Kennenlernens erkennen müssen, dass er mit der Behinderung nicht wirklich klarkommt. Wie auch immer.

Ich persönlich habe bei einer Trennung auch nicht immer die Wahrheit gesagt. Es kann vielfach einfach menschenfreundlich sein, wenn man anstatt des wahren Grundes andere nennt, die auch wahr sind, aber nicht unbedingt den Ausschlag gaben.

Es kommt noch erschwerend hinzu, dass einem die wahren Gründe bei einer Trennung manchmal noch gar nicht in Gänze bewusst sind. Manchmal ist man eben zum Zeitpunkt der Trennung noch gar nicht so weit, zu erkennen, was in den letzten Wochen und Monaten wirklich passiert ist. Man hat sich zunächst mal eine Story gebastelt, die aus Sicht des Trennenden ganz rund ist - auch um sich etwas von etwaigen Schuldgefühlen zu befreien. Deshalb sind auch "ehrliche" Trennungsgespräche mit Vorsicht zu genießen!

Lange Rede - kurzer Sinn: Der Blick zurück auf die Beziehung hilft nicht wirklich. Und im Übrigen geht ja zumeist irgendwo eine Tür wieder auf, sobald eine andere zu geht.

Der beste Beitrag kam meines Erachtens von #41. Tolle Einstellung! Kompliment.
 
  • #94
Mandoline, Du suchst hier nach Gründen, WARUM Männer eine Beziehung mit einer Behinderten nicht führen wollen oder zumindest, was ihnen die Beziehung mit einer Behinderten schwer macht. Ich glaube, dass diese Suche nach Gründen sinnlos ist und nicht wirklich hilft. Zunächst mal sind es Gründe, die die Einstellung einiger Männer hier im Forum widerspiegelt, die aber überhaupt nicht mit den Gründen korrespondieren müssen, warum DEINE Beziehungen, nicht wirklich dauerhaft waren.
Ich suche überhaupt nicht nach Gründen, sondern ich weiss, dass 75% der Männer mit einem Handicap eine dauerhafte Beziehung haben und 38% der Frauen. Das widerspiegelt eigentlich die Wahlkriterien der Männer: Sie orientieren sich in erster Linie an der Optik und daran, ob die Frau Mutter und zumindest vorübergehend zu Hause bei den Kindern bleibt und für den Haushalt sorgt. Warum dieser markante Unterschied bei den Geschlechtern? Das interessierte mich auch und hoffte anonyme Antworten zu bekommen. Aber die Männer lesen wohl kaum diese Diskussion.

So betrachtet sind 75% dieser Frauen, welche mit einem Mann mit Handicap zusammen sind, auch sehr stark in ihrem Leben indirekt eingeschränkt. Niemals würde ich einen Partner davon abhalten, wenn er Ski fahren oder Tanzen will, das zu tun. Welches Recht hätte ich dazu, nur weil ich das nicht kann?
Die Frau @41 hat nicht den besten sondern den nüchternsten Beitrag geschrieben. Sie glaubt und hofft nicht mehr einen Partner zu finden und hat sich mit ihrem Single-Leben abgefunden. In meinem Bekanntenkreis sind mehrere Rollstuhlfahrerinnen über 20 Jahre mit ihren Partnern zusammen, manche ca.10 usw. Es scheint also sehr gut zu funktionieren.

Angela ich kenne Beispiele in denen die Frau nach einem Unfall oder Krankheit verlassen wurden, aber auch andere in denen der Mann bei ihren Partnerinnen blieben.
 
  • #95
@Mandoline:
du hast weiter oben geschrieben, daß deine auf den Rollstuhl angewiesenen Freundinnen und du darüber nachdenkt, warum ihr abgelehnt werdet.
Na, mir kommt's hier eher so vor, als ob du die Antwort zu kennen glaubst, ne ?

So einfach ist das aber wohl nicht.

Ich habe was Passendes erlebt, der Vergleich hinkt etwas...ich war sehr dick, auch ein NoGo für viele Männer. Und mir und allen anderen war klar, daß ich ohnehin keinen abkriege, jedenfalls keinen, der wirklich richtig toll ist, auch sexy und so.
Jetzt bin ich seit etwa zwei Jahren wieder schlank und habe sogar eine ziemlich gute Figur. Klar, krieg ich jetzt mehr Offerten, aber ich bin immer noch allein.

Wenn es sich durch einen glücklichen Umstand ergeben würde, daß du wieder Fußgängerin wärst, würdest du wahrscheinlich das gleiche erleben, meinst du nicht ?

Ich will dein Problem nicht klein reden, ganz sicher hast du es etwas schwerer als Fußgängerinnen, einen Partner zu finden. Aber ich möchte anregen, nicht im Umkehrschluß einfach anzunehmen, daß alles ganz einfach wäre, wenn...
 
  • #96
@Mandoline (von mir kam auch #92):

ich hab' nach dem Lesen Deiner Beiträge es so verstanden, dass Du nach dem WARUM sucht. Anyway!

#41 empfand ich gar nicht so nüchtern - eher lebendig, aufmunternd und der Blick nach vorne gerichtet.

Genieß' die schönen Momente des Lebens und verschwende - so zumindest mein Tipp - keine Zeit mit der Interpretation von irgendwelchen mehr oder weniger gesicherten Statistiken.

Denn ... es soll ja auch das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung geben ;-)
 
  • #97
ich hab' nach dem Lesen Deiner Beiträge es so verstanden, dass Du nach dem WARUM sucht. Anyway!
Genau diese Statistik war auch die Grundlage meiner Frage:
Wäre sie für eich ein "sozialer Abstieg"? Wäre sie für euch eine "hässliche Trophäe"? Wäre es euch peinlich und unangenehm sich mit ihr in der Öffentlichkeit zu zeigen? Oder findet ihr, sie könne keine gute "Hausfrau" sein und Kinder haben?
Denn das traditionelle Rollenbild über die Frauen und Männer hat sich nicht geändert und wird sich sehr lange nicht ändern.
Es ist eine gesellschaftlich akzeptierte Rolle der Frau sich, um das Sorgen und Pflegen von Mitmenschen zu kümmern, nicht zuletzt, da sie biologisch Kinder kriegen kann, die sie pflegen und umsorgen muss. Sie ist auch eher für das Pflegen der privaten Beziehungen und fühlt sich zuständig für das Wohlergehen aller - sogar für das ihres Partners. Nicht zuletzt auch für den ganzen Haushalt.
Aber die Rolle des Mannes ist in der Gesellschaft eine ganz andere: In erster Linie ist er der Ernährer, welcher der Frau die materiellen Ressourcen zur Verfügung stellt, der einen Ganztagsjob hat und dafür eine gepflegtes, angenehmes zu Hause erwartet und eine warme Mahlzeit.
Dass aber wie, der Arzt @84 schreibt...
Beim Sex gibt es viele Stellungen und Kinderkriegen geht heute auch recht gut. Die Lebenserwartung ist praktisch gleich einer Fussgängerin.
...ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Zumal ich und andere Rollifrauen eine Haushalthilfe haben.
Nicht zuletzt gibt es Männer, welche eine "schöne Trophäe" an ihrer Seite haben wollen, um sich mit ihr zu schmücken und von anderen bewundernde Blicke zu ernten. Die Frau als Aufwertung ihres schwachen Selbstwertgefühls. Weniger Frauen erkennen das oder aber sie spielen mehr oder weniger bewusst mit. Nur das hübsche Anhängsel eines Mannes will ich selber nicht sein.

Deine Erfahrung mit dieser Frau ist sehr schön, denn sie zeigte gerade, dass Du dich nicht abschrecken liessest und dich mit dieser Thematik bewusst auseinander gesetzt hast; dir Bedenkzeit gegeben hast, um sie kennenzulernen. Das würden nicht alle tun.
 
G

Gast

  • #98
Liebe Mädels,

ich fand es interessant - das mein Beitrag #86 überhaupt nicht diskutiert wurde .... warum wohl ? Weil ich an Tabus rüttele. Mein Selbstbild ist - und zeigt auch meine Vita: Ich bin unkonventionell, bin sehr neugierig und auch gerade deswegen beruflich erfolgreich - und hatte einen Gleitschirm Unfall, wo ich zum Glück nur minimale Verletzungen erlitten habe - und deswegen war die hier so oft geäusserte Forderung sofort, dass es einem Mann bewusst sein sollte, dass es nur Glück und nicht Verdienst ist, unversehrt zu sein, als ich gesehen habe, dass die Frau in die ich mich per Telefon verliebt hatte, im Rollstuhl sitzt - und eben kein Problem.

Also - es hatte hier beste Voraussetzungen:

Deswegen nicht zur Provokation - sondern zur Diskussion:

- Rollstuhlfahrerinnnen sind Menschen wie Du und ich - und eben keine besseren Menschen - sondern Frauen, die durch ihre spezielle Situation mehr Probleme haben als andere Frauen - was sie vielleicht noch eher als andere Frauen überfordern kann ...
- das sexuelle Desinteresse und die abfälligen Bemerkungen: "schön" verpackt - z.B. "jetzt ist sie noch jung und fit - aber denk mal was in 20 Jahren ist .... oder "das hast Du doch nicht nötig" - also eine kritische Reaktion des Umfeldes ist Fakt gerade auch für den Partner - der glaube ich, wirklich stark sein muss
- trotzdem: Wenn eine Frau im Rollstuhl was haben will - so sind jedenfalls die Schweizer trainiert - wird jeder Wunsch erfüllt - gerade wenn sie gut aussieht und jung und blond ist- und mit Edith Hunkeler verwechselt wird - "es" ist ein armes Opfer - und dem wird geholfen - immer
- jeder Misserfolg im Leben - egal wobei - kann immer auch den Rollstuhl "geschoben" werden - Behinderte werden ja immer diskrimiiert - und genau so kann man Ansprüche stellen statt die Anforderungen zu erfüllen - die jeder andere Mensch auf erfüllen muss. (Teil 1)
 
G

Gast

  • #99
Teil 2 (@97)

Bezeichnend ist hierbei z.B. der Ausdruck "unser Leben" bei der anonymen Rollifahrerin: Es gibt nur ein Leben was man mit einem Partner teilen kann .... und in der Beziehung keine Sonderrolle sondern nur ein Leben mit einem Partner, was auch bei aller Liebe immer beiderseitige Anteil- und Rücksichtnahme verlangt, vielleicht sogar "Kompromisse" ..... aber (leider) ist die Sozialition und Unterstützung von Rollifahrerinnen auf Wunscherfüllung ausgerichtet .... als Kompensation ... Ich glaube, für eine Partnerschaft spielt der Rollstuhl am Ende des Tages eben keine Rolle - denn Mann gewöhnt sich einfach daran - und bei mir war es nach 1 Woche einfach normal, dass sie im rollt ...

Es braucht also nicht nur einen "starken" Mann, der zudem sensibel ist - sondern auch eine "starke" Frau - und die sind vielleicht genauso selten wie eben diese starken Männer - oder sie werden gerade nicht "gestärkt"....

Meine Rolli-Ex ist durch ihren Unfall zur Millionärin geworden, und gekommt jeden Monat zusätzlich rd. 5000 CHF Unterstützung aus verschiedenen Quellen, ohne auch nur "einen Finger krumm" zu machen - sondern noch weitere finanzielle Untersützung, dass sie sich sportlich betätigen kann - und obwohl sie nie eine Leistung wie "Schweizer Meisterschaft" oder eine Paralympics-Teilnahme vollbracht hat. Dafür stehen dann 2 Instruktoren ibereit, wenn ihr nach Tauchen im Roten Meer gelüstet..
Konsequenterweise hat sie in den letzten 10 Jahren nie regelmässig gearbeitet - sondern nur dass gemacht was ihr Spass gemacht hat

Aber Spass haben - und glücklich sein - gerade in einer Partnerschaft ist eben was ganz anderes .... da helfen auch keine ONS mit notgeilen Typen (die sonst zu einer Nutte gehen würden) oder Rollstuhlfetischsten - denn solche Leute kommen nicht einmal mit einer Frau zurecht, die nur die üblichen Probleme hat....

Die Effekte dieser gut gemeinten finanziellen Ausstattung sind m.E. gerade für eine Frau verheerend, die keinen Patner hatte, auf den sie sich verlassen kann ... Ein Beispiel: Mir wurde im Nachhinein vorgeworfen, dass ich über meinen Ex-Arbeitgeber (den ich 2000 verlassen hatte) im Jahre 2009 (!) ihren Kontostand und ihre Telefonnummer erfahren habe - und solche vollkommen absurden Dinge werden blonden Opfern sogar zunächst noch geglaubt......

Und am allerschlimmsten ist eben die Abwesenheit von regelmässiger Arbeit - und den damit verbundenen sozialen Herausforderungen in der Kommunikation und Aufgabenerfüllung ....

Deswegen meine Warnung vor Rollstuhlfahrerinnen - gerade weil hier einige Beiträge eben genau so geschrieben sind ...
 
  • #100
@#97:
Natürlich habe mich deinen Beitrag #86 mit Interesse gelesen und mit Gedanken gemacht
über deine nachvollziehbare Fassungslosigkeit.

Ja, es ist wohl ein Tabu darüber stinksauer zu sein, wenn Rollifahrer/innen sich unmöglich benehmen. Da spielt eben Mitgefühl mit wegen derer Lebenssituation. "Wenn sie sowieso vom Schicksal benachteiligt wurden, dann darf man sie als Gesunde nicht noch zusätzlich frustrieren." So fühlen und denken wohl die meisten.

Dabei wird wohl tatsächlich der Effekt sein, dass Rollstuhlfahrer manchmal den Bezug zur Realität verlieren, so wie in deinem Fall.

Insgeheim kommt aber bei den (Gott sei Dank) Gesunden manchmal eben doch Groll auf.

Vor vielen Jahren war das Rathaus meiner damaligen Heimatstadt nicht barrierefrei. Mit dem Kinderwagen waren die vielen Treppen für mich absolut nicht überwindbar, dazu noch mit einem weiteren Kind an der Hand ein Ding der Unmöglichkeit.
Erst Jahre später eine Großaktion, die zum Erfolg führte: ROLLIFAHRER waren das einzige Argument, die Rampe wurde sofort gebaut. Täglich mühten sich damals - zig Mütter mit ihren Kinderwägen ab, das interessierte damals überhaupt niemanden, Behinderung zählte mehr...
 
  • #101
@97, @98 Danke für deine Beiträge. Du hast ein wahres Wort geschrieben! Gute Denkanstosse! Und welch ein Zufall! Ich lebe auch in der Schweiz :). Bin aber Migranntin und arbeite Teilzeit als interkulturelle Übersetzerin.

Das Beispiel deiner Ex-Freundin zeigt ihre eigene Sichtweise auf ihre Paraplegie! Sie sieht sich wohl selber durch die Augen der Anderen, der Gesellschaft. Und sehr wahrscheinlich hat sie das Gefühl durch den Unfall würde ihr die Gesellschaft etwas schulden, dass die Menschen um sie herum sie schonen müssen und ihr die Wünsche erfüllen. Vermutlich auch aus Hilflosigkeit und falsch verstandener Solidarität und Unterstützung. Aber auch aus Schuldgefühlen, welche z.Bsp. bei Überlebenden einer Naturkatastrophe oder eines tödlichen Verkehrsunfalls auftreten. Es ist ein unbewusster Versuch, etwas wiedergut zu machen. Ein vollkommen falscher Ansatz der Gesellschaft. Viele Betriebe geben Menschen mit Handicap auch keine Stelle - gerade weil sie denken,1) sie schonen zu müssen, 2) ihnen keine intellektuelle Leistungen zutrauen und 3) weil nicht alle 100% arbeiten können. Mehr Teilzeitstellen müssen geschaffen werden. Es muss und soll auch um berufliche Integration gehen, nicht zu letzt und ausschliesslich um die Selbstverwirklichung, Selbstwertgefühl und ihr Gefühl etwas Sinnvolles geleistet zu haben.

Nicht nur das, ich als Rollstuhlfahrerin habe erlebt und erlebe noch subtile Diskriminierungen, erlebe auch - besonders von der älteren Generation - als geistig behindert behandelt zu werden. Und oft hatte ich früher das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, dass ich lebe und allen zur Last zu fallen. Auch meinem letzten Partner, der besonders in den Ferien masslos überfordert war. Du magst das nicht gewesen sein, aber die meisten Männer sind das. Und die meisten Männer haben das Gefühl, sich für ihre Liebe und Partnerschaft zu einer Rollifrau, rechtfertigen zu müssen. Nicht alle halten den gesellschaftlichen Druck aus!

Die meisten Krankheiten und viele Unfälle sind nicht selbstverschuldet und es ist tatsächlich halt eine Glücksasche, ob du bis ins Alter körperlich unversehrt bleibst oder nicht. Aber ich gebe dir Recht: dass ich Pech hatte zu erkranken und deine Ex zu verunfallen, ist einfach so und niemand kann es ändern. Es ist einfach eine reine Glückssache und das Leben ist nicht gerecht, das wissen wir beide. Doch deswegen die Verantwortung für das eigene Leben an andere zu geben, ist nicht nur falsch sondern kontraproduktiv. Deine Ex verpasste die Möglichkeit ein glückliches, erfülltes, berufliches Leben zu führen. Nicht zu letzt auch ein Leben mit dir. Schade um sie.

Denn obwohl ich eine deutsche Mutter habe, bin ich nicht zweisprachig aufgewachsen und wollte unbedingt mich hier in der Schweiz weiterbilden und entsprechend meinen physischen Kräften arbeiten. Hätte ich meinem Wunsch entsprechend klinische Psychologie studiert, hätte ich heute wohl keine Stelle. Der Markt ist übersättigt.
 
  • #102
Vor vielen Jahren war das Rathaus meiner damaligen Heimatstadt nicht barrierefrei. Mit dem Kinderwagen waren die vielen Treppen für mich absolut nicht überwindbar, dazu noch mit einem weiteren Kind an der Hand ein Ding der Unmöglichkeit.
Erst Jahre später eine Großaktion, die zum Erfolg führte: ROLLIFAHRER waren das einzige Argument, die Rampe wurde sofort gebaut. Täglich mühten sich damals - zig Mütter mit ihren Kinderwägen ab, das interessierte damals überhaupt niemanden, Behinderung zählte mehr...
Wo waren denn die Mütter, um für barrierefreien Zugang für den Kinderwagen zu kämpfen? Glaubst Du die Gesellschaft denkt daran die Barrieren für die Rollstuhlfahrer, für die Mütter, die alten Leute zu beseitigen? Nein, niemand kommt auf die Idee. Die Rollstuhlfahrer/Behinderte allgemein haben sich in ganz Europa zu einer Bewegung "indipendent Live" zusammengeschlossen, um unter anderem für barrierefreies Bauen zu kämpfen. Das heute auch alte Menschen, Mütter mit Kinderwagen, Reisende mit Koffern profitieren, könnt ihr dem Kampfgeist der Rollstuhlfahrern verdanken!
So wie ich in meinem Kanton für barrierefreien Zugang zum öffentlichen Verkehr (Stassenbahn und Bus), mich in einer Arbeitsgruppe betätigt habe. Von einem barrierefreien Zugang zu Gebäuden und Verkehrsmitteln profitieren alle Menschen der Gesellschaft!

Bitte um mehr Respekt!

<MOD: Bitte Textformatierungen VIEL sparsamer verwenden. Nur wo wirklich nötig. Bei Hervorhebung ganzer Absätze werden wir in Zukunft Beiträge ganz löschen.>
 
G

Gast

  • #104
@Angela,

danke für Deine Antwort - es geht aber nicht um Fassungslosigkeit oder um unmögliches Benehmen - und ich möchte nicht, dass irgend jemand Groll auf Rollifahrerinnen hegt ....

Klar war ich -so ist es nun, wenn man liebt und zurückgewiesen wird - verletzt und habe darunter gelitten - es war aber nicht das erste Mal im Leben .... und Liebe kann man nicht erzwingen und dazu gehören eben zwei :) ! Zu Deiner Beruhigung - Bedauern kam -es überrascht Dich nicht- nur von einigen sehr romantisch veranlagten Freundinnen, die es traurig fanden, dass die schöne Geschichte unseres Kennenlernens und Liebe einfach grundlos geplatzt ist.
Ich kann Dir auch versichern durch Ihre Aktionen, als sie mich nicht mehr haben konnte - ist diese narzistische Kränkung kein Problem mehr für mich !
Das Problem ist, dass ein attraktiver Mann in einer Beziehung mit einer Rolllifahrerin, wenn diese nicht funktioniert - was immer passieren kann, in den Augen der anderen nur der Verlierer sein kann:
Macht er Schluss, ist er dass Schwein, dass erst dem armen Rolli-Meitli das Herz gebrochen hat und sie ausgenutzt hat.
Macht sie Schluss, dass muss ein sich bei ihm um ein besonderes A-Loch handeln, der viele Böse und dunkle Seiten haben muss, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind - denn welche Rollifrau macht schon freiwillig Schluss wenn es keine gravierenden Probleme gibt. Und da auch jede nichtbehinderte Frau und die Familie weiss, dass kein Partner perfekt ist und eine Partnerschaft eben auch mal einen Kompromiss beinhaltet - und man auch nicht jeden Tag immer total verliebt ist - deswegen kann Rollifrau nicht mit "Kleinigkeiten" - so störend die auch sein mögen, um den Abbruch der Beziehung begründen....

Ich weiss auch nicht, wie dieses grundsätzliche Problem zu lösen ist .... Und es ist nicht angenehm, wenn Tausenden von Leuten erzählt wird, dass Dein Ex ein Riesen- A-Loch ist ... und noch zu getan wird, als ob er ein perverser Fetischt ist, der Bilder von QS Freuen ins Internet stellt .... (und dagegen kann sich kein Mann schützen - egal was er tut)

----- deswegen die Warnung ! (Ende Teil 1)
 
G

Gast

  • #105
@Angela (Teil 2)

Und damit der zweite Teil des Problemes: Es werden aus der Umwelt nur die -unangenehmen- Probleme wahrgenommen (die haben aber alle Anderen auch - ich bin ein nordischer Typ - und deswegen bin ich für 80% aller Frauen nicht attraktiv, weil sie mehr auf Südländer stehen - oder
die Beziehung mit meiner ersten grossen Liebe wurde von Ihrer Mutter hintertrieben, weil ich nicht
adelig war ..... und sie oder ihre Liebe waren nicht stark genung, diese Grenze zu überwinden).
Das 80% keine ernsthafte Beziehung mit einer Frau/Mann vorstellen können. die irgendwie anders ist als sie, ist vollkommen normal ..... und dieses Bewusstsein habe ich in keinem Kommentar gesehen.

Und damit kommt es zum eigentlichen Problem: In einer Umwelt - wo aus den genannten Gründen gerade jüngere Rollifrauen - eben nicht nur benachteiligt- sondern auch besonders zuvorkommend behandelt werden und die Umwelt (incl. Familie - die liebe Mami putzt gerne nicht nur die Dinge die man nicht erreichen kann ... und kann man dies ersthaft seiner Mami daran hindern) als Luxus-Wunscherfüllungsmaschine fungiert´, ist es besonders schwierig, dann sich in einer Beziehung plötzlich einen Partner ein anderes Verhalten zu zeigen ...

Um mal einen platten Vergleich zu wagen: Es besteht gerade durch die Vorzugsbehandlung die Gefahr,
dass Rollifrauen sich wie verwöhnte Gören in einer Partnerschaft aufführen, und sei es nur um die eigenen Schwächen zu übertünchen oder um wirklich die Ernsthaftigkeit des Partners zu testen - und dieses Verhalten wird eben toleriert - ist aber sicherlich kein Erfolgsmodell - habe aber nicht den Eindruck, dass dies jemals enttabuisiert worden ist ...
oder um es eleganter zu formulieren: Rollifrauen werden dazu gedrängt, Capricosa zu spielen .... und es ist der Mann, der lient, der auf der Strecke bleibt - für die Rollifrau ist es ja aufgrund der Diskriminierung ja ganz normal, dass sie alleine bleibt.....

Und es war nicht nur mein Kommentar der unbeantwortet bliebt, sondern auch Nr. 13 - der zur Ehrlichekit aufrief .....
 
  • #106
@102 Angela, deine Bemerkung...
Täglich mühten sich damals - zig Mütter mit ihren Kinderwägen ab, das interessierte damals überhaupt niemanden, Behinderung zählte mehr...
...klang so als würde man das Anliegen der Mütter mit ihren Kindern völlig vernachlässigen und sich nur der Rollstuhlfahrern annehmen, ohne dabei zu berücksichtigen, welchen politischen Kampf unsererseits dahinter steckte. Nicht die Behinderung zählte mehr, sondern die Behinderten machten Druck! Nur wenn du kämpfst, kannst Du auch Veränderungen bewirken. Das klang ein wenig verächtlich.

Es ist ganz einfach: wenn Du nicht für deine Rechte in deiner Gesellschaft kämpfst, für dein Recht auf Zugang zu allen staatlichen Institutionen, dich beharrlich bemühst, dann tut es niemand für dich! Darum können sich Mütter in Interessenverbänden vereinigen, - genauso wie Rollstuhlfahrer - auf ihre Problematik aufmerksam machen und sich politisch dafür einsetzen, ihre Ziele zu erreichen. Sie müssen es nur wollen. So wie ich persönlich für mich selber gekämpft habe, um Einiges zu erreichen, weil ich das wollte.
 
G

Gast

  • #107
@Mandoline

liebe Mandoline - ich stimme Dir in allem zu, vor allem in der Motivation zu helfen, nur in einem nicht: Du hättest das studieren sollen was Du wolltest - denn gerade in Nottwil braucht es Menschen, die so reflektiert sind wie Du - und keine Gutmenschen und Helfer-Syndrom Menschen !!!!

Und das ist leider ernst gemeint, denn es hat keine Mitarbeiterinnen in der Klinik, die im Rollstuhl sitzen, schon gar nicht in der Psychologie .... und Dr. Wenk ist auch gegangen ... und von den dort arbeitenden Menschen werden Rollstuhlfahrerinnen -aus offensichtlichen Gründen - eben nur als Opfer gesehen (kleiner Hinweis: Nottwil hat mehr als 1000 Mitarbeiter, in D gibt es gesetzliche Schwerbehindertenquote von 5% - in Nottwil gibt es nur Rollstuhlfahrerinnen als Lebensberater und peer-supporter, aber eben in keinem in einem therapeutischen Beruf)... und Du siehst, es ist eben keine Frage des Geldes ..

Und sei froh, dass Du in der Schweiz erkrankt bist - auch wenn Du nur angeblich halb so viel IV bekommst (so sagte es jedenfalls meine Ex - und sei empfand es als gerecht, weil sie eben andere Leute Fehler gemacht haben - sich dabei eben über andere Frauen stellen konnte ...)

Hab Verständnis dafür, dass ich keine Details geben kann, denn wenn Du in der Schweiz bist, dann hast Du sicher mal was von meiner Ex gehört .... und ihr Aussenbild ist ganz anders .... sie ist eben die erfolgreiche Frau, die besser als alle anderen mit Ihrer Situation klarkommt - und niemanden braucht - im Tenor die obigen Kommentare....

Und nochmals, würdest Du jemand einstellen wollen, die sich, wenn es schwierig wird, auf ihre Paraplegie und die subtile Diskriminierung verweist (weil man hat es ja nicht nötig zu arbeiten)- und dann Sonderrechte beansprucht - ich glaube, dies ist das eigentliche Problem - solange man sich als anders definiert "unser Leben" und Sonderrechte wie kostenlose 1. Klasse Fahrten im gesamten SBB Netz selbstverständlich akzepiert - und dann noch immer mehr fordert ....
 
  • #108
...und dann Sonderrechte beansprucht - ich glaube, dies ist das eigentliche Problem - solange man sich als anders definiert "unser Leben" und Sonderrechte wie kostenlose 1. Klasse Fahrten im gesamten SBB Netz selbstverständlich akzepiert - und dann noch immer mehr fordert ....
Sonderrechte habe ich sogar abgelehnt als sie mir bei einer schriftlichen Prüfung mehr Zeit geben wollten. Immer wollte ich wie alle anderen behandelt werden, ganz normal! Was ich auch bin! Was die SBB betrifft will ich im Doppelstöckigen Zug immer 2. Klasse fahren, denn die 1. ist meistens menschenleer und ich einmal im Zug fast vergessen wurde. Als ich den Zugführer fragte, warum ich bei der 1. einsteigen solle und trotz der Rollstuhlplätze in der 2. sagte er: "Die Rollstuhltoilette ist in der 1. Klasse. In der 2. war kein Platz eine zu bauen". Nur aus ganz pragmatischen, räumlichen Gründen und nicht, weil wir von der SBB jemals verlangt haben in der 1. mit einem Ticket der 2. zu fahren.
 
G

Gast

  • #109
@ Liebe Mandoline,

Du bist ja auch nicht gemeint - und ich finde es wirklich schade, dass Du Deinen Traumberuf nicht studiert hast - Du hättest einfach vertrauen sollen, dass Du auch mal bevorzugt wirst !!! .... und ich finde,
Du brauchst auch auf kein Geschenk zu verzichten, denn Dir ist die Bevorzugung bei manchen Sachen wohl schon immer bewusst gewesen - und Du bist eben eine starke Frau - aber nicht alle Rolli-Frauen sind so stark wie Du !

Und damit ich nicht falsch verstanden werde - ich gönne Jedem das Freifahr GA 1. Klasse - und die Behinderten, die auf einen riesengrossen Rollstuhl angewiesen sind, und den sie nicht verlassen können, brauchen den Platz in der 1. Klasse und eine kostenlose Begleitperson dringend !!!! Und ich gönne jeder Paraplegikerin auf ihre IV Rente und alles andere ....

Nur die Nebenwirkungen können m.E. -wie beschrieben - eben für das Bewusstsein und das Verhalten in einer Beziehung fatal sein - und in Verbindung mit einem geringen oder volatilen Selbstwertgefühl (siehe Nr. 41) führt dies eben zu der o.a. aufgeführten Statistik (nur 38% haben einen Partner) - und nicht die Diskriminierung, die bei Männern wohl viel schlimmer ist - genauso wie Männer mit vergleichbarer Lähmungshöhe eben viel grössere Probleme beim Geschlechtverkehr haben - Männer sind damit gezwungen, über Geschlechtsverkehr offen mit ihrer Partnerin zu reden .... Frau kann es sein lassen und
wieder einfach alles auf den Partner schieben ...
 
G

Gast

  • #110
@41 Gern erläutere ich, 41, meine Antworten für die Fragestellerin: Da habe ich mich etwas zweideutig ausgedrückt: Die Formulierung "perverse Männer" bezieht sich AUSSCHLIESSLICH auf die sogenannten Amelos, die zeitlebens von amputierten oder gelähmten Frauen TRÄUMEN.
Hier ein anderer Gast als #41. Ich wollte nur als Außenstehende mal klarstellen, dass du dich keineswegs zweideutig ausgedrückt hast, sondern dir das Wort im Munde von #41 umgedreht wurde. Ebenso finde ich Frederikas "Na, super gelaufen ..." absolut passend auf die Ausführungen der #41 (bzw ihrer früheren Beiträge. Wer selbst eine Gehbehinderung hat und so dermaßen selbstzufrieden einen ebenfalls behinderten Partner kategorisch ausschließt, muss solche Antworten halt vertragen können.

w/33
 
  • #111
brauchen den Platz in der 1. Klasse und eine kostenlose Begleitperson dringend !!!! Und ich gönne jeder Paraplegikerin auf ihre IV Rente und alles andere ....
Nicht so sehr den Platz - in der 2. ist er auch gross genug - sondern die Toilette. (Wir haben auch eine Blase ;-). Fahre je nach Zug und Strecke auch selbstverständlich 2. Klasse.
Freifahrten haben wir in der Schweiz keine, das ist nicht möglich! Habe Halbtaxabo. Wenn ich alleine reise, dann bezahle ich das Ticket, wie jeder andere auch. Eine Begleitperson kann gratis mitreisen.
Das Verhalten deiner Ex kann ich mir nur so erklären, dass sie sehr viele enttäuschende Erfahrungen mit den Männern machte - wie ich auch - und deswegen nicht glauben konnte, dass du es wirklich mit ihr ernst meintest, d.h. dass sie dich bewusst oder unbewusst testen wollte. Habt ihr nie darüber geredet, warum eure Beziehung gescheitert ist? Wie viele erfolglose Beziehungsversuche hatte sie bevor sie dich kennenlernte? Daraus entsteht ein starkes Misstrauen fast allen Männern gegenüber und Angst vor seelischen Verletzungen. Eine Schutzreaktion vermute ich.
die abfälligen Bemerkungen: "schön" verpackt - z.B. "jetzt ist sie noch jung und fit - aber denk mal was in 20 Jahren ist .... oder "das hast Du doch nicht nötig" - also eine kritische Reaktion des Umfeldes ist Fakt gerade auch für den Partner - der glaube ich, wirklich stark sein muss.
Solche abfälligen Bemerkungen hören Frauen, wenn sie einen behinderten Partner haben, so gut wie nie. Sie werden dafür bewundert und das wird als eine Normalität und Selbstverständlichkeit akzeptiert. Der Mann wird in so einer Beziehung als gleichwertiger Partner angesehen. Die Männer mit einer behinderten Partnerin werden bedauert und bemitleidet keine "bessere" Partie als so eine "Krüppelfrau" gefunden zu haben. So werden wir Rollifrauen - haben wir mal einen Partner - indirekt auch durch ihn abgewertet.

Es ehrt dich, diese Stärke gehabt zu haben und es tut mir wirklich leid, was dir passiert ist, aber deine Äusserung...
Deswegen meine Warnung vor Rollstuhlfahrerinnen
...zeugt davon, dass du diese Liebesgeschichte (noch) nicht verdaut hast und alle Rollstuhlfahrerinnen pauschal in den gleichen Topf wirfst, wo du doch weiter oben (in 97) ganz realitätsbezogen und korrekt schreibst:
- Rollstuhlfahrerinnnen sind Menschen wie Du und ich - und eben keine besseren Menschen - sondern Frauen, die durch ihre spezielle Situation mehr Probleme haben als andere Frauen - was sie vielleicht noch eher als andere Frauen überfordern kann...
Überfordert bin nicht, sonst würde ich die Hände in den Schoss legen und mich selber aufgeben. Das Leben meistere ich trotz des manchmal beschwerlichen Handicaps und trotz der vielen Hürden, die mich jeden Tag aufs Neue erwarten. Dass Du das nicht begreifen und verstehen kannst, ist verständlich und logisch, denn Du kannst alles mit Leichtigkeit erledigen!
 
G

Gast

  • #112
@110: Ich verstehe nicht was Du meinst - ich habe nur gemerkt, dass es bei EP keine Rollifrau gibt,
die ihre Behinderung angibt. Ehrlichkeit braucht es wohl nicht - und Schuld sind immer andere !
 
G

Gast

  • #113
@41 .... Geh auf IHN zu, der so laut schreit, egal was passiert ist und wie gross die Hürden sind ..... Menschen können sich nicht so oft im Leben wirklich verlieben und können wenn sie lieben alles verzeihen ..... und vertrau auf Dein Glück, auch wenn es Dich bisher so oft im Stich gelassen hat !
 
  • #114
@110: Ich verstehe nicht was Du meinst - ich habe nur gemerkt, dass es bei EP keine Rollifrau gibt,
die ihre Behinderung angibt. Ehrlichkeit braucht es wohl nicht - und Schuld sind immer andere !
Ich weiss auch nicht, was Du meinst? Ich habe kein Profil bei EP, aber habe bei einer anderen Singleplatform das Foto der Barbie im Rollstuhl als Hinweis. Und natürlich informierte ich die Männer, bevor ich ein Date mit ihnen hatte. Wenn sie damit nicht umgehen können und mich nicht treffen wollen, dann haben sie sich automatisch selber aussortiert. Alle sehen mich auf der Strasse sowieso im Rolli, nur bei Online-Dating ist das nicht möglich, darum auch meine Ehrlichkeit und Offenheit. Denn spätestens beim ersten Date kommt ja die Tatsache ans Tageslicht, oder? Habe ich jemandem die Schuld für irgendetwas in die Schuhe geschoben?

Die ganze Zeit habe ich nur neutral und realitätsbezogen geschrieben. Wenn deine Ex nicht ehrlich war - und doch war sie das bei euren Telefonaten - dann hättest Du eine "böse" Überraschung beim ersten Date erlebt. Wenn ich dich richtig verstanden habe, wusstest Du vor dem Date, dass sie im Rollstuhl sitzt, oder habe ich dich falsch verstanden?
 
G

Gast

  • #115
@Mandoline,

sorry, ich meinte @109 .... nicht Dich, Du bist anders - und deswegen tut es mir leid, dass Du keinen
Partner hast ... gerade weil Du nicht "überversorgt" bist

Aber zu Deinen Angaben:
- Das mit dem SBB Freifahr GA 1. Klasse ist so, ich hab es ja selber erlebt - nach meinen GA
hat kein Kondukteur mehr gefragt - frage meine Ex doch einfach wie das geht - sie ist nicht die
einzige und T9 reicht aus. Und das Thema Blase brauch ich doch wirklich nicht zu diskutieren,
3 Stunden dauert die Fahrt zwischen Genf und Zürich ....
- vorgängig über Paraplegie/Rollstuhl orientieren: Nein, natürlich nicht - und ein normaler Mann
kommt eben nicht auf die Idee mit einer Rollifrau zu sprechen, wenn sie ihm erzählt, dass sie
Veloferien macht, gern taucht und halbprofessionell Tennis gespielt hat.... also es wurde nicht nur
unerwähnt gelassen, sondern bewusst falsch dargestellt. Entweder wird es akzeptiert - und man kann
sich wieder einmal über Diskriminierung aufregen ...
- erfolglose Beziehungsversuche: viele, auch mit einem Amelo - nur darüber reden - warum ?
- "testen": ja, so hab ich es empfunden - und mehr "durchgehen" lassen als bei anderen Frauen vorher
.... ohne zu merken, dass dies ein Fehler war und mein Beitrag zum Anfang des Endes ...
- nachgängig über das Scheitern reden, warum ? Dies könnte ja unangehme Nachfragen verursachen.
Es hat nicht einmal ein Abschiedgespräch gegeben oder gar ein Grund genannt - man kann sich ja
auch sonst alles erlauben...
Und sie ist kein böser Mensch, und auch nicht dumm. Du kannst ihre zutreffenden Aussagen ja unter
41, 48, 49 und 51 nachlesen: Ich glaube, es ist das was Rollifrau tun muss, um Männer zu "gewinnen", und es hat auch bei mir funktioniert. Nur in einer Beziehung reicht ein "Vorspielen": ."ach, ich mag keinen Sport nicht aus - dort ist Offenheit und Ehrlichkeit wichtig.... und ich war der, der nach ihr "geschrienen"
hat - denk über die Sprache dieser Kommunikationswissenschaftlerin nach.

Und meine Warnung ist auch kein pauschaliertes "in einen Topf werfen":
jedem Mann sollte sich bewusst sein, dass er -wenn es nicht funktioniert- immer die Verlierer sein wird -
egal was passiert ist - und egal wer die Beziehung beendet hat ... und wenn sie gerade schlecht drauf ist, wird er als "Perverser" öffentlich hingerichtet - und solche Menschen kann Rollifrau wie Dreck behandeln... und keine Rollifahrerin wird jemals gefragt, ob denn das so stimmt, was sie sagt ...

Es ist wie jede Warnung (z.B. Rauchen/Lungenkrebs), es kann gut gehen - aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht gut geht, wenn man die Warnung ignoriert, ist grösser - und dies beweisen leider auch die Suizide Deiner Kolleginnen ...

Take care !
 
  • #116
@114 Du hast mich jetzt aber wirklich total verwirrt?! Hmmm... Du schreibst:
Du kannst ihre zutreffenden Aussagen ja unter
41, 48, 49 und 51 nachlesen..
Ist denn die Frau, welche diese Beiträge geschrieben hat, deine Ex-Freundin? Das ist doch unmöglich, denn ihr habt ja keinen Kontakt mehr, oder habe ich was falsch verstanden? Wie kannst du wissen, dass sie die Beiträge und nicht eine andere geschrieben hat? Bitte klär mich auf! Oder werde ich hier verascht?

Habt ihr euch bei EP kennengelernt? Was hat sie denn getan, um dich zu gewinnen und was hat sie dir denn vorgespielt? Verstehe nur Bahnhof?!

Mir fehlen auch die Worte, warum und wieso sie dich so behandelt hat. Nur wenn eine Beziehung aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert, ist niemals nur einer dafür verantwortlich. Es braucht immer zwei und ich denke am Scheitern eurer Beziehung wollte und konnte sie ihren Anteil nicht sehen. Es ist nicht fair und nicht realistisch nur dem anderen die ganze Schuld aufzubürden und sich selber als Unschuldsengel darzustellen.
Vermutlich hat sie auch erst später realisiert, was sie an dir verloren hatte und wollte dich wieder zurückgewinnen. Als ihr das nicht gelang, fing sie an dich zu stalken und dich vor allen Menschen schlecht zu machen. Das ist natürlich traurig und fies.

Aha, jetzt verstehe ich: Du hast GA, sie hat den speziellen Begleitausweis, dann ist mit dem GA der SBB (=Generalabonnement bei der Schweizerischen Bundesbahnen, als Info für die Deutschen und Österreichischen Leser) schon alles bezahlt. Das ist korrekt! Hat die behinderte Person keinen Begleitausweis, dann muss sie die Reise selber bezahlen. Ohne dich, musste sie immer die Reise bezahlen - entweder mit GA, Halbtax oder Vollpreis.
Geht aber nicht, wenn eine Person Halbtax hat. So zahle ich bei den Reisen, die Hälfte des Ticketpreises und wenn ich eine Begleitperson mitnehme, reist sie gratis mit, weil ich den Begleitausweis dabei habe.
 
  • #117
Ebenso finde ich Frederikas "Na, super gelaufen ..." absolut passend auf die Ausführungen der #41 (bzw ihrer früheren Beiträge. Wer selbst eine Gehbehinderung hat und so dermaßen selbstzufrieden einen ebenfalls behinderten Partner kategorisch ausschließt, muss solche Antworten halt vertragen können.w/33
Die Aussage: "Na, super gelaufen für dich" von Frederika auf das Eheglück der gehbehinderten Frau @15, welche ihren Mann per Online-Dating kennengelernt und geheiratet hat, (nicht die Rollifahrerin @41) ist nur aus purer Neid und Fassungslosigkeit entstanden. Ihr sog. "normalen" fragt euch sicher: Wie kann ein Mann sich in so eine Frau verlieben? Wie kann ein Mann sich freiwillig bis zu einem gewissen Grad einschränken? Das kann er, weil er sie liebt! Wer liebt verzichtet auch mal freiwillig auf etwas. Das könnt und werdet ihr nie verstehen. Das ist nämlich wahre Liebe und keine eitle Liebe. Ich gönne der Frau ihr Glück und hoffe sie können zusammen alt werden.

Wenn Du Single bist, dann würdest Du vor Neid erblassen!
Dass Du auch keine Garantie hast, unversehrt durchs Leben zu laufen, verdrängst Du all zu gerne! Sei glücklich und froh kerngesund zu sein und gönne jedem sein Glück!
 
G

Gast

  • #118
@Mandoline,

will Dich nicht verwirren:

- ob #41 meine Ex ist oder nicht - ist eigentlich egal - denn es geht mir um tabuierte Verhaltensweisen,
deren erstes Opfer Männer werden (deswegen Warnung), die eigentlich Leidtragenden sind aber
die Rollifrauen, die sich -wie ich glaube zu grossen Teilen sogar unbewusst- so verhalten und damit
eine "glücklicher Single" bleiben wie #41 (die sich als glücklicher Single auf EP-Seiten verirrt hat !!)
(deswegen mach ich mir die Mühe zu schreiben ..... wenn ich mit meinen Gedanken nur einer Rolli-
frau wirklich helfen kann, dann hat es sich gelohnt !)

Wenn es Dich beruhigt, wenn man einen Menschen wirklich liebt, dann (er)kennt man sie auch und
weiss, wie sie argumentiert, und zudem war meine Ex im Februar 36 Jahre alt und ist auch mit mir
Handbike gefahren ... und sie zudem nicht damit gerechnet hat, dass ich diesen Text jemals lesen
werde, da ich damals schon mit einer anderen zusammen war ...

- Kennengelernt habe ich sie NICHT bei EP, sondern durch Verwählen - und dort hat sich ein spannender
- über Wochen andauernder Dialog mit tagelangen Telefonaten entwickelt - und ich war "am Haken" :)
Auch darüber, dass sie beruflich mit Paraplegikern umgeht, wurde gesprochen, aber nicht darüber,
dass sie eine ist - obwohl darüber schon elegant meinen "Vorurteilsgrad" abgecheckt wurde.

- Bei EP habe ich mich angemeldet, nachdem die Beziehung mit ihr beendet war, und ich es
verarbeitet hatte - also vor mehr als einem Jahr !!!

Und bei der SBB ist es so wie ich es erlebt habe. Sie hatte vorgängig einen etwas abgegriffenen und vergilbten Freifahrausweis 1. Klasse für sich und ihren Begleiter - und ich vorgängig mein GA 1. Klasse,
wonach mich dann keiner mehr gefragt hat. Du musst schon sie fragen, wie man als T9 Frau diesen bekommt,
- ich gönne es nicht nur, die ich finde es auch richtig, dass jeder Paraplegiker einen solchen Freifahrschein bekommt, so dass er/sie KEINE Ausreden hat Arbeit und Ausgang und andere soziale Aktivitäten abzulehnen ... !
 
  • #119
@117 Vielen Dank für deine Antwort. Es wundert mich, dass sie dir nicht in einem eurer zahlreichen Telefonaten erzählt hat, dass sie selber Paraplegikerin ist. Sie hat doch gewusst, dass Du das beim ersten Date sowieso gesehen hättest. Es ist als würde sie sich selber dafür schämen im Rollstuhl zu sitzen. Für einen Unfall oder Krankheit braucht man sich nicht zu schämen, eher für ein schlechtes Benehmen oder ungerechte und unfaire Behandlung von anderen Menschen.
-wie ich glaube zu grossen Teilen sogar unbewusst- so verhalten und damit
eine "glücklicher Single" bleiben wie #41
Genau das kaufe ich keiner Frau ab, die behauptet "glücklicher Single" zu sein! Kaum ein Mensch ist freiwillig Single oder hat sich bewusst dafür entschieden und die Frau @41 sicher auch nicht.
Natürlich wünscht und sehnst sich fast jede/r Single Frau/Mann irgendwann doch den passenden Partner zu finden, aber ob jedem dieses Glück gegönnt wird, steht in den Sternen :). Das Leben ist auch so schön und "alleine" kann man auch leben. Hat man zudem interessante Hobbys, Freunde und spannende Freizeitaktivitäten und unterschiedliche Interessen dann kann das Leben ausgefüllt sein.
Nur manchmal fällt einem die menschliche Nähe, Zuneigung, Zärtlichkeit, Vertrautheit und die körperliche Liebe. Aber wer gibt das schon zu?

Dir auch alles Gute!
 
G

Gast

  • #120
Hallo Zusammen,
ich finde die Diskussion interessant, wenn auch befremdlich. Nachdem ich schon einmal eine Beziehung zu einer querschnittgelähmten Frau hatte, wollte ich mich hier kurz zu Wort melden. Meine damalige Freundin hatte einen unfallbedingten kompletten Querschnitt ab th 10. Als wir uns kennengelernt haben, war Sie schon 4 Jahre im Rolli. Am Anfang war es für mich natürlich nicht einfach eine Freundin im Rollstuhl zu haben. Dennoch, für mich zählte nur die Liebe zu dieser Frau, und diese Beziehung war für mich sehr eonfühlsam und tiefgreifend. Eine Beziehung die mir im nachhinein mehr bedeutet hat als jede die ich bisher hatte. Es zählt letztendlich der Mensch, und wenn die Liebe groß ist, sieht man über vieles hinweg. Die Beziehung hat leider sie damals beendet, weil sie sich selbstverwirklichen wollte. Schade, ich wäre wahrscheinlich noch heute bei ihr. Wer will kann mir auch persönlich antworten unter

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