• #1

Macht eine Paartherapie Sinn für uns?

Hallo zusammen,

Ich (w, 34) bin seit über 12 Jahren mit meinem Partner zusammen, wir sind nicht verheiratet, haben aber zwei gemeinsame Kinder im Kindergartenalter, sowie vor einem Jahr ein Haus zusammen gekauft.

Seit etwa 5 Jahren gehen die Gefühle für meinen Partner schleichend zurück, ich kann mittlerweile sagen, dass ich für ihn nichts mehr empfinde. Berührungen und Annäherungsversuche von ihm ertrage ich nicht mehr und wimmle es ab. Bis vor wenigen Wochen haben wir noch ab und zu miteinander geschlafen, obwohl es schon lange nur ein „kurzes drüber und fertig“ ist, ohne große Gefühle meinerseits. Letztlich war es nur ein Akt um meinen Partner zu befriedigen und den Hausfrieden zu bewahren. Irgendwie hatte ich wohl gehofft, dass es nur eine Phase ist, aber ich komme da nicht raus - es wird eher schlimmer. Wir reden auch schon lange nicht mehr über irgendwas. Wir haben keine gemeinsamen Interessen. Charaktereigenschaften über die ich früher hinwegsehen konnte oder nicht wahrgenommen habe, gehen mir nur noch auf die Nerven. Auch über meine Gefühle habe ich schon lange nicht mehr reden können. Vor zwei Wochen haben wir uns nun zusammengesetzt und uns ausgesprochen, ich habe ihm gesagt wie es in mir aussieht. Auf die Frage ob er mich denn noch liebt wusste er auch nicht so richtig eine Antwort. Die Situation geht ihm aber nahe und er leidet darunter, er tut mir leid, aber ich kann ihm gerade nicht das geben was er braucht.

Da für uns beide die Kinder am Wichtigsten sind, haben wir überlegt wie wir weitermachen. Zur Zeit sind wir wie eine WG mit gemeinsamen Kindern. Der Gedanke daran auseinanderzugehen und den Kindern das gemeinsame Familienleben wegzunehmen bricht mir das Herz. Ich weiß aber auch, dass es nicht ewig so weitergehen kann. Wir sind beide unglücklich, streiten zwar nicht, sind uns aber gleichgültig.

Nachdem nun auch einige Freunde und unsere Familien Bescheid wissen, raten uns alle zu einer Paartherapie. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass die romantischen Gefühle für meinen Partner zurückkommen könnten. Denkt ihr es macht trotzdem Sinn für uns? Hat evtl. jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

VG, Pinoly
 
  • #2
Ich halte Paartherapie für sinnvoll, wenn es Verletzungen oder Probleme in der Partnerschaft gibt, die man allein nicht lösen kann. Da kenn ich auch Paare, bei denen das sehr geholfen hat.
Wenn die Gefühle auf beiden Seiten weg sind ohne Streitereien oder tiefgreifende Probleme, wird der Therapeut wohl auch keine Hilfe sein. Ihr seid sehr jung zusammengekommen; da ist es häufig, dass man sich noch auseinanderentwickelt und dann einfach nicht mehr zusammenpasst. Da ändern auch gemeinsame Kinder nichts dran.
Ich würde denken, eine Trennung wird bei euch einvernehmlich und friedlich ablaufen und dann seid ihr beide frei für einen neuen Partner und die Liebe, und die Kinder werden damit umgehen lernen. Die leiden sicher, aber sie würden viel mehr unter einer Schlammschlacht-Trennung leiden - und vielleicht auch, wenn sie merken, dass ihre Eltern sich gar nicht mehr lieben, sondern nur wegen ihnen noch zusammen sind.
Das ist aber nur meine Meinung, vielleicht haben hier andere Gegenteiliges zu berichten.
w, 37
 
  • #3
In meinem Freundes- und Familienkreis habe ich drei ähnliche Fälle erlebt. Leider sind alle gescheitert. Da half auch eine Paartherapie nicht, da sie in der Regel viel zu spät genutzt. Konkret bei Dir, ca. 4 - 5 Jahre.

Ich habe mich einmal mit einer Paartherapeutin auf einer Veranstaltung unterhalten. Sie sagt, man müsse bei den ersten Anzeichen handeln. Die meisten Paare kommen aber erst zu Ihr, wenn die Fronten (egal wie) verhärtet sind.
 
  • #4
Liebe Pinoly,
jetzt könnte man trefflich darüber diskutieren, wieso ihr in dieser Situation überhaupt die finanzielle Verpflichtung eines Hauskaufs eingegangen seid, aber das wäre natürlich sinnlos.

Ich würde dir raten, die Therapie auf jeden Fall zu versuchen - nicht, weil sie in jedem Fall hilft, das tut sie nämlich in vielen Fällen nicht....bei mir selbst seinerzeit auch nicht. ABER sie hilft euch aus der Schockstarre und Ratlosigkeit, die logischerweise entsteht, wenn diese Dinge erstmal ausgesprochen wurden. In erster Linie hilft Euch eine Therapie dabei Klarheit zu bekommen, vielleicht Handlungen bzw Verhaltensmuster zu erkennen und benennen zu können, die dazu geführt haben, dass ihr jetzt da steht. Und sie hilft Euch dabei, wieder zusammen zu finden - WENN ihr das dann noch wollt.

Wichtig wäre aber, dass ihr euch nicht all zu lange dafür Zeit lasst.
 
  • #5
Eine Paartherapie macht keinen Sinn mehr. Sie haben sich laengst viel zu weit von Ihrem Partner entfernt, wie Ihnen jeder hier sagen wird. Fuer eine Paartherapie muessten noch ein paar Gefuehle vorhanden sein. Verantwortungsbewusstsein und Zusammenhalt wegen der Kinder genuegen nicht.
Seien Sie froh, dass Sie nicht verheiratet sind. Das erspart Ihnen viel Muehe und Kosten, die Schmerzen der Trennung sind allerdings die gleichen.
Stellen Sie sich der Realitaet und fangen Sie an, Ihr Leben ohne den Partner zu planen. So wie die Lage ist, tun Sie niemandem einen Gefallen, wenn Sie bleiben. Ihrem Partner nicht, den Sie nicht mehr lieben, den Kindern nicht, weil die die Familienstimmung aufnehmen und am allerwenigstens sich selbst. Sie sind noch jung (Kindergartenkinder) und koennen sich ein neues Leben mit einem Partner aufbauen und eine neue Liebe finden.
 
  • #6
vor einem Jahr ein Haus zusammen gekauft..... Seit etwa 5 Jahren gehen die Gefühle für meinen Partner schleichend zurück, ich kann mittlerweile sagen, dass ich für ihn nichts mehr empfinde
Liebe FS,,
dann bist Du ja einrichtiges Cleverle, in der Situation noch zusammen ein Haus zu kaufen.

Berührungen und Annäherungsversuche von ihm ertrage ich nicht mehr.... Irgendwie hatte ich wohl gehofft, dass es nur eine Phase ist, aber ich komme da nicht raus - es wird eher schlimmer.
Hast Du jemals gehört, dass sich Probleme durch Nichtstun lösen? Ich nicht.
Du bist über die Zeit derartig körperlich aversiv gegen Deinen Lebensgefährten geworden, dass da nichts mehr tu retten ist. Außerdem, was willst du retten, wenn da keine gemeinsamen Interessen sind, Du seinen Charakter nicht magst und er Dir nur noch maßlos auf die Nerven geht. Du hast den Zeitpunkt für eine Veränderung verpasst. da bleibt nur noch die Trennung.

... raten uns alle zu einer Paartherapie. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass die romantischen Gefühle für meinen Partner zurückkommen könnten. Denkt ihr es macht trotzdem Sinn für uns?
Die romantischen Gefühle kommen nicht zurück, dafür dauert der Zustand schon viel zu lange und Du hast zu sehr das Brennglas auf seine Schwächen gehalten - Sexiness zerstört.
Ich denke daher nicht, dasss eine Paartherapie Sinn macht sondern eher eine Trennungsmediation - Einigung, wie ihr es hinbekommt euch ohne Streit auseinanderzudröseln, dass es den Kindern gut geht und ihr über ihre Belange konstruktiv im Gespräch bleibt.

Ich kenne keine einzige Paartherapie, nach der ein Paar dauerhaft zusammengeblieben ist. Alle Ansätze zur Paartherapie machten mindestens einem Beteiligten endgültiig klar "ich will das nicht mehr" und führten in die gut moderierte Trennung.

Der Gedanke daran auseinanderzugehen und den Kindern das gemeinsame Familienleben wegzunehmen bricht mir das Herz.
Realisiere: unglückliche Eltern schaden den Kindern viel mehr als gut getrennte Eltern. Auch wennn ihr nicht streitet: Du schreibst ziemlich aversiv gegen Deinen Lebensgefährten - wundert mich nicht, bei dem was Du Dir körperlich und seelisch mit ihm zugemutet hast („kurzes drüber und fertig“).
Du merkst selber, dass Du immer genervter auf ihn reagierst und es dauert nicht mehr lange, dann explodiert der Kessel und es wird unangenehm für alle.
 
  • #7
Ich halte in diesem Falle von einer Paartherapie nichts, sie wird garantiert diese Defizite im Gefühlsbereich nicht wiederherstellen können, das Kind legt viel zu lange und zu tief im Brunnen, ich würde an deiner Stelle eine klare Trennung wollen, es ist nicht gut, wenn du deine Gefühle unterdrückst und es ist auch nicht gut für die Kinder, diese Situation zu Hause täglich mitzuerleben, du tust niemanden einen Gefallen, deswegen ist es deine dringliche Aufgabe die Situation schnellstens zu klären, du bist nicht die einzige die in einer solchen Situation ist, viele Menschen waren in einer solchen Situation und konnten es positiv klären, für eine weitere gute Zukunft, alles Gute!
 
  • #8
Ich finde es sehr sinnvoll, wenn ihr euch dabei helfen lasst, eine Lösung zu finden. Also: ja, Paartherapie. Ein Therapeut wird etwas dazu sagen können, ob es Sinn macht bzw. euch bei einer Antwort unterstützen können.
 
  • #9
er tut mir leid, aber ich kann ihm gerade nicht das geben was er braucht.
Du bekommst ja schon seit 5 Jahren nicht mehr, was Du brauchst und bist nicht seine Mami, sondern seine Partnerin, die auch was von der Beziehung haben sollte. Also von daher liegt eventuell schon mal eine falsche Einstellung vor?
Ich finde gut, dass ihr geredet habt und euch sachlich hingesetzt habt. Anscheinend gibt es bei euch nicht so ein Ungleichgewicht, dass einer denkt, SO wäre eine gute Beziehung, und nun am Rad dreht, weil der andere sagt, er sei nicht mehr glücklich.

Der Gedanke daran auseinanderzugehen und den Kindern das gemeinsame Familienleben wegzunehmen bricht mir das Herz. Ich weiß aber auch, dass es nicht ewig so weitergehen kann. Wir sind beide unglücklich, streiten zwar nicht, sind uns aber gleichgültig.
Klar ist man traurig, weil was, das "zusammen" als Ideal angesehen wird, nun von innen kaputt gegangen ist. Aber mit Eltern, die sich gleichgültig sind, werden Kinder auch nicht glücklich und lernen, dass man sich niemals trennen darf. Für ihre späteren Beziehungen setzt ihr zwei jetzt vielleicht ein paar Standards. Muss man zusammenbleiben und leiden, muss man zusammenbleiben, auch wenn man sich gleichgültig ist, muss man zusammenbleiben und irgendwann doch, wenn ein neuer möglicher Partner auftritt, auseinandergehen und dann vielleicht Eifersuchtsstress haben - das jetzt nicht, weil er Eifersüchtige den Partner doch noch will, sondern aus Missgunst sozusagen, dass sein lahmes Lebenskonstrukt, das aber funktioniert hat, nun vom anderen doch kaputtgemacht werden soll und er nicht mal die WG hat, aus der ja vielleicht auch noch ein paar Vorteile entstanden waren.

Deine Freunde raten zur Paartherapie. Die Frage ist, wie gut sie eure Situation sehen können trotz vielleicht detaillierter Schilderung (was ich aber so nicht tun würde). Und dann wollen sie selbst ja vielleicht nicht, dass ihr euch trennt, denn das bringt ja irgendwie Unruhe rein, wenn ihr beide denen am Herzen liegt. Oder auch, wenn sie selbst Angst vor Trennungen haben.

Meiner Ansicht nach ist es Dir nicht möglich, romantische Gefühle zurückzuholen. Ihr habt euch ja nicht "aus den Augen verloren" und noch Interesse aneinander, sondern alles ist "tot".
Also ich denke, eine Paartherapie bringt hier nichts. Vielleicht schadet sie noch, wenn der Therapeut schlecht ist und noch rumrührt in der Vergangenheit und Du dann z.B. sagst, dass Du nur noch stillgehalten hast beim Sex, das dann Deinen Partner ärgert und die Trennung erst richtig stressig wird, weil Vorwürfe generiert werden.
 
  • #10
Wie @Vikky schrieb...das Brennglas auf die Schwächen und dann ist am Partner nichts mehr Gutes. Man sollte sich beiderseits auf den Partner neu einlassen, hilft dir nichts mehr, dass man anfangs verliebt war und nun ist die Liebe verschwunden, man weiß mit seinem Partner nichts mehr anzufangen und die Gewohnheit hält zusammen, dann beginnt es zu nerven und eine WG und bloßes funktionieren für die Kinder will man nicht. Es läuft auf Trennung hinaus, wenn man seinen Partner nicht mehr will, mit ihm nicht mehr reden will, die Paarzeit nicht haben will, diese nicht mehr genießt und dieser einen nur nervt; da hilft keine Paartherapie und festhalten.
Nur wenn man sich vorstellen kann, man wäre sich wieder fremd wie zu Beginn und wenn jeder würde um den anderen werben, ob man sich wie damals wieder wählen würde, dass man ihn als Partner nicht verlieren möchte (im Hinblick auf Verstehen, Kommunikation, Zuverlässigkeit, Vertrauen, Humor, Optik und Attraktivität), dann kann man in einer Paartherapie die Punkte aufgreifen, um das Verhältnis dahin wieder zurückzuführen, aber nicht, wenn man denkt & fühlt, man würde diesen Mann (Frau) nach der Zeit, nicht mehr für sich als Partner und Begleiter im Leben wählen zu wollen, mit seinen Schwächen und abweichenden Interessen und ein anderer Mensch würde besser passen, ist man nicht mehr freiwillig und in Liebe (die man nur nicht mehr spürt, weil das Gefühl von anderen Gefühlen überlagert ist) miteinander verbunden, sondern bleibt aus eigenen Zwängen, die man sich selbst macht, aber wenn diese gedanklichen Zwänge nicht wären, wäre man schon längst weg. Stelle Dir einfach vor, euch verbindet nichts, kein Haus, keine Kinder, kein familiäres Netzwerk von Familie, Freunden, Nachbarn, und steht euch neutral ggü., keine Wut, dass er unaufmerksam ist und eigene Interessen hat, kein Frust, wie euer Alltag/Job sich derzeit gestaltet, die Finanzen Euch belasten und du hast einen Kieselstein in der Hand, würdest Du ihn wirklich damit für immer vertreiben wollen?
 
  • #11
Eine Therapie wäre vielleicht hilfreich um zu schauen, warum ihr euch so sehr voneinander entfernt, warum ihr euch auf das Schlechte fokussiert. Ihr habt euch doch mal geliebt, auch ohne 'gemeinsame Interessen '.
BTW: Kinder und Haus sind doch weitreichende gemeinsame Interessen. Haus/Gartengestaltung planen, Inneneinrichtung aussuchen, über den Baumarkt schlendern, mit den Kindern gemeinsam was unternehmen, Ausflüge, Zoobesuche, etc. was man halt so macht, das sind doch letztlich auch alles gemeinsame Interessen. Oder könnt ihr euch dabei schon nicht einig werden und hat einer immer keinen Bock?

Man muss auch nicht alles gemeinsam machen eigene Interessen bewirken ja auch dass man sich mal wieder was zu erzählen hat wenn man getrennt außer Haus gegangen ist und die Freunde oder einen Verein getroffen hat

Ihr seid euch vielleicht einfach nur zu nah.

Ich kann dich schon irgendwo verstehen, mir ging es auch so mit meinem Mann nach 15 jährige Beziehung, Kind und Haus. Ich habe mich damals mit Mitte 30 getrennt.

Rückblickend frage ich mich manchmal, ob das wirklich unbedingt nötig war oder ob man es hätte vielleicht doch anderweitig lösen können.

Ich habe viel darüber nachgedacht und auch vieles aufgearbeitet zu solcherlei Gesprächen war mein Mann während der Beziehung doch leider nie bereit.

Ich traf dann auch Männer, die so ganz anders waren als mein Mann, die auch Interesse für Kultur, Theater, etc hatten, was mein Ex nicht hatte, was ich immer bemängelte und damals wichtig fand.

Was ich jedoch nicht sah, dass sie andererseits die Qualitäten, die mein Ex hatte nicht aufwiesen, wie zB handwerkliches Geschick. Ich sah halt auch erstmal alles nur mit der negativ-Brille.

Ich war über 10 Jahre in keiner wirklich festen Beziehung, hier und da mal was, aber keiner war der Richtige, es hat wirklich lange gedauert, bis ich nun jemanden gefunden habe, der zu mir passt. Und besonders erschreckend fand ich, was es alles für Eigenschaften gab, die mich stören konnten, was ich bei meinem Mann für selbstverständlich hinnahm.

So störte mich an meinem Ex ua, dass er so wenig sprach und immer so maulfaul war, aber ich hatte da noch nicht erlebt, wie sehr es mich stört, wenn jemand viel redet und mich zuquasselt, das war tausendmal schlimmer.

Um mal ein Ende zu finden: es ist wirklich so: das Gras sieht auf der anderen Seite des Zauns immer grüner aus und auch als Alleinerziehende wirst du es nicht leicht haben.

Daher kannst du es doch da mit einer Paartherapie probieren, ob sich noch was retten lässt. Wenn nicht, musst du dir wenigstens nicht den Vorwurf machen , nicht alles versucht zu haben...

Viel Glück
 
  • #12
Vielen Dank für eure Rückmeldungen und ehrlichen Meinungen.

Mir ist bewusst, dass es rückblickend dämlich war gemeinsam ein Haus zu kaufen, nachdem unsere Beziehung schon am kriseln war. Ich weiß auch, dass ich eher hätte aktiv werden und eine Therapie/Gespräche forcieren müssen. Es ist meiner erste Beziehung, ich habe demnach noch nie eine Trennung erlebt. Ich habe wahrscheinlich gedacht es wird von alleine wieder besser wenn wir einfach "weitermachen". Die letzten Jahre mit kleinen Kindern und Vollzeitjob waren anstrengend, ich habe mir keinen Raum gelassen wirklich darüber nachzudenken. Jetzt ist es so wie es ist und wir befinden uns - trefflich gesagt in einer Art Schockstarre.

Ich denke ich werde eine Paartherapie angehen, ob sie nun dazu dient wieder zueinanderzufinden oder eine Trennung einzuleiten und zu organisieren wird sich zeigen müssen. Es war mir nicht bewusst, dass man auch dafür zu einem Therapeuten gehen kann, ich dachte da geht es rein um Beziehungserhaltung. Deshalb bin ich euch dankbar für eure Antworten.

VG Pinoly
 
  • #13
Hallo Pinoly

Ja, macht eine Paartherapie, auch wenn diese vielleicht zur Trennung führen wird. Eine Situation mit externer Hilfe zu reflektieren ist immer sinnvoll, auch für später. Du musst ja nicht in die Paartherapie gehen um wieder zu lieben, sondern um zu verstehen.

Sagt dir Michael Mary etwas? Er ist Berater. Google mal nach ihm und auf youtube nach Referaten. Sein Angebot heisst "gelebte Beratung". Wichtig ist, nicht einfach e i n e n Paartherapeuten zu nehmen, sondern gezielt nach einem zu suchen. Recherchiere und investiert Geld und Zeit, auch wegen Euren Kindern.

Man entdeckt sich immer wieder neu auch in so einer Therapie, das hilft für die Zukunft egal ob gemeinsam oder getrennt.

Franca
 
  • #14
sowie vor einem Jahr ein Haus zusammen gekauft.
Seit etwa 5 Jahren gehen die Gefühle für meinen Partner schleichend zurück, ich kann mittlerweile sagen, dass ich für ihn nichts mehr empfinde.
Warum um alles in der Welt kauf man sich dann zusammen ein Haus wenn du nichts mehr für ihn empfindest. Dass man keine Gefühle für den Partner bzw die Partnerin mehr hat kann ich ja nachvollziehen. Aber dann kauft man sich doch nicht zusammen ein Haus. Das finde ich ehrlich gelinde gesagt nicht in Ordnung.

Trotzdem wäre eine Trennung das beste. Die Kinder bekommen doch selbst mit wenn es bei nicht mehr läuft. Kinder stecken eine Trennung normalerweise ganz gut weg. Ich kenne es von den Kindern meiner Schwester. Sie hat sich auch scheiden lassen.

Eine Paartherapie bringt überhaupt nichts. Dadurch bekommst du deine Gefühle auch nicht mehr zurück.
 
  • #15
Ja, gleiche Erfahrung, und ja es bringt sehr viel.

Zudem finde ich Ihr seid das den Kindern schuldig.

So kann man sagen wir haben alles probiert.

In der Tat kann man es so kitten.
 
  • #16
Die Liebe stirbt nie eines natürlichen Todes
(wenn sie stirbt dann hat man sie selbst umgebracht.)

Es klingt für mich so als hättet ihr einfach gemacht, so wie man es sich eben vorstellt wie es sein sollte. Dabei habt ihr womöglich nicht mehr daran gedacht, dass ihr auch mal eine Liebesbeziehung hattet, nicht nur Eltern, Mitarbeiter und Angestellte ward....Beziehungen brauchen pflege, sie brauchen kleine Aufmerksamkeiten, sie brauchen das man sich für sich Zeit nimmt etc.

Es ist kein natürlicher Zustand, keine natürliche Entwicklung, dass die Liebe weg geht nach einigen Jahren. Man hat die Liebe sterben lassen. Sie nicht erhalten. Die Liebe in einer Beziehung kommt nicht vom Himmel gefallen und erhält sich auf magische Weise selbst. Zu lieben ist etwas aktives, eine Tätigkeit. Nichts was man konsumiert und was dann eines Tages alle ist. Ich glaube diese Erfahrung machen sehr viele Menschen.

Ich würde nicht wie andere sagen trennt euch unbedingt. Ihr habt euch mal sehr geliebt, ihr habt Kinder miteinander. Ich würde mal schauen, ob man was von dieser Liebe wiederfinden kann. Es ist ja auch traurig, und es mag sicher auch ein Bedauern geben hinsichtlich dieser Entwicklung...Ihr wusstet es vielleicht bisher nicht besser.
Vielleicht tut auch eine Beziehungspause gut? Mal auf Abstand gehen, sich immer wieder bei der Paartherapie treffen und schauen was da in einem passiert und ob es nicht doch auch möglich ist den anderen wieder in seinen liebenswerten Qualitäten wahrzunehmen.

Die Liebe und der andere sind am Ende keine Ware. Vielleicht habt ihr nie richtig zusammengepasst, vielleicht habt ihr euch mal wirklich geliebt, vielleicht lässt sich das alles etwas besser verstehen? Vielleicht kann man zusammen der Liebe Zeit geben sich zu erholen? Vielleicht kann man etwas von der Liebe wiederbeleben? Vielleicht könnt ihr euch neu entdecken? Ich würde Dir wünschen, dass ihr euch eine Chance gebt und das was ihr hattet nicht einfach abwickelt oder wegschmeisst, jetzt wo ihr beide es so gestaltet habt. Ich drücke euch die Daumen und würde mich ja sehr freuen zu hören, was draus geworden ist.

Alles Gute!
 
  • #17
Von einer Paartherapie würde ich nicht grundsätzlich abraten. Es ist nämlich NICHT deren Ziel, dort eine unbedingte Wiederaufkeimung von Gefühlen und Fortführung von Beziehungen zu erzwingen, sondern auch herauszufiltern, ob diese überhaupt noch Sinn ergeben und wie mit einer möglichen Trennung umgegangen werden kann.

In jedem Fall würde sie euch beiden mehr Klarheit verschaffen, da ihr offensichtlich gleichermaßen unter der Situation, die auch bereits im Gespräch offen thematisiert wurde, leidet. Sie kann auch helfen, die Angst vor der anstehenden Veränderung, die eine Trennung mit sich bringt, zu bearbeiten und Themen wie gemeinsame Kinder und gemeinsames Haus mit einzubeziehen.

Bleibt alles so wie bisher, werdet ihr vermutlich noch lange Zeit still nebeneinander her leiden - und diese Grundstimmung bleibt auch euren Kindern nicht verborgen. Vor allem aber sollst du dich in entfernter Zukunft nicht fragen müssen, weshalb du deine kostbare Lebenszeit mit einem Mann verbracht hast, den du offensichtlich nicht mehr liebst. Denn diese Jahre und die Chance auf ein neues, zweites (Liebes-)Glück sind dann unwiederbringlich verloren.
 
  • #18
Hi,
um Gefühle neu aufflammen zu lassen kann man noch etwas anderes probieren. Überlegt mal was wäre ein ganz krasses außergewöhnliches Erlebnis zusammen. Eins wo Adrenalinspiegel so richtig durch die Decke geht. In der Fachliteratur wird beschrieben dass Gefühle unter hohem Adrenalinspiegel eher zur Tage gefördert werden. Ich kenne Paare die auch Probleme hatten und die dann in Swinger-Club gegangen sind. Am Anfang nur zum Schauen. Dann mehr und mehr. Sind jetzt glücklich miteinander. Es ist nur ein Beispiel. Es muss nicht unbedingt was mit Sex zu tun haben.

Habt ihr schon über Offene Beziehung geredet? Gönnt euch einfach ein wenig Freiheit und Spass. Vergisst nicht dass Trennung für Kinder ganz schlimm ist und dadurch dauerhafte psychiche Schäden entstehen können. Bevor ihr euch trennt, probiert alles mögliche aus. Es hilft auch mal über den Tellerrand zu schauen und unkonventionelle Wege gehen.