• #1

Lohnt es sich für mich noch?

ich bin jetzt wirklich viele Jahre mit meinem Mann zusammen (seit 1976) und man könnte behaupten, dass es eine erfolgreiche Partnerschaft ist. Aber irgendwie haben uns die letzten Jahre ganz schön mitgenommen. Der Sex war noch nie so unser Thema...ja, es gab wilde Momente aber überwiegend führten wir eine eher platonische Beziehung. Wir haben eine gute Redekultur. Aber wenn es heikel wird schweigt sich mein lieber Mann aus und begründet das mit meinen emotionalen Ausbrüchen. Die gibt es, ja. Seit einigen Jahren habe ich das Gefühl, dass er sein Bedürfnis nach Sex oder Zärtlichkeiten irgend woanders deckt. Ich glaube sogar manchmal, dass es ein anderer Mann ist. Es tut schon weh aber ich habe immer auch den Gedanken, dass ich Anteil an dieser Entwicklung habe. Mein Mann und unsere Beziehung bedeuten mir viel. Aber ich habe auch auf vieles verzichtet, das mir manchmal doch sehr fehlt. Ehrlichkeit von seiner Seite würde mir helfen, mich zu entscheiden, ob ich so weiter leben möchte oder nicht. Aber wie kriege ich es hin, dass er ehrlich meine Fragen beantwortet oder von sich selbst aus erzählt?
 
  • #2
Hallo liebe FS ,
ich glaube nicht, dass du da irgendwie was ehrliches raus bekommen wirst, er wird schweigen und es aus sitzen, warum sollte er sich ändern , hat doch immer wunderbar geklappt. Ich war auch 24 Jahre verheiratet und ich sage dir aus Erfahrung, es ändert sich nichts. Du musst für dich und nur für dich eine Entscheidung treffen, du lebst doch nur einmal und mit so einem Stoffel wurde ich meine wertvolle Lebenszeit nicht verbringen, egal wie alt ich bin. Ich habe mich getrennt und keine Sekunde bereit.
LG Frau 63
 
  • #3
Wenn es ein anderer Mann ist, hast du daran keinen Anteil. Dann ist er entweder homo- oder bisexuell und das ist keine Entscheidung, sondern hat biologische Ursachen, die nun langsam ergründet werden.

Wenn der Sex nie eine große Rolle gespielt hat, ändert sich das auch später nie, denke ich. Wäre er eigentlich homosexuell, könnte es das immerhin sehr gut erklären. Muss aber nicht sein,
Eure gute Redestruktur nehme ich aber nicht ganz ab. Ihr seid so lange zusammen und habt nie über den Bereich Sex geredet, obwohl es da dauerhaft Probleme gab?
Ich bin da einfach anders, ich versuche immer wieder, mit meinem Partner in Dialog zu kommen, wenn etwas nicht stimmt. Am besten ohne Vorwürfe, in Ruhe hinsetzen, „wir müssen reden“, „ich habe das Gefühl, dass“, „ich fühle mich einsam“ etc. bisher habe ich auch bei ausweichenden antworten dann irgendwann so sehr gebohrt, dass die Wahrheit ans Licht kam. Aber das geht nur, wenn man es selbst wirklich will, und die Wahrheit ertragen kann (bei mir wars „ich liebe dich nicht mehr“, und dann folgte die Trennung). Ich kenne Leute, die versuchen es nur halbherzig, weil die doch lieber so weiterleben wollen und verdrängen dann alles.
Bei so einem Verdacht (du musst ja was konkretes wissen oder einen Grund haben, so zu denken), würde ich das auch klar so formulieren, was du warum vermutest. Natürlich ist das heikel; Männer reagieren bei solch einer Anschuldigung sicher allergisch, falls sie nicht stimmt. Aber runterschicken könnte ich das einfach nicht.

Viel Kraft wünsche ich dir!
W, 35
 
  • #4
So wie es klingt, funktioniert die Beziehung im Alltag ganz ordentlich, nur Sex gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Für ihn nicht und für Dich nicht. Ich finde nachvollziehbar, dass er das dann auslagert. Warum machst Du das nicht auch? Oder sprichst ihn direkt darauf an und klärst das dann "offiziell" mit ihm?
Ehrlich gesagt fände ich es schade, eine eigentlich funktionierende Beziehung dann nach so vielen Jahren zu beenden. Viele Frauen im Forum werden Dir bestätigen, dass es über 45 sowieso kaum noch brauchbare Männer gibt, also macht es wenig Sinn mit Scheidung die Lebensgrundlage für beide zu zerstören und dann den Rest des Lebens alleine zu verbringen.
 
  • #5
Macht doch einfach eine Pause, anstatt aus Bequemlichkeit zusammenzuhocken. Das kann auch einen besseren Impuls für eure Liebe geben, wenn sie noch da ist. Es gibt mehr als nur ein Beziehungsmodell.
 
  • #6
Viele Frauen im Forum werden Dir bestätigen, dass es über 45 sowieso kaum noch brauchbare Männer gibt, also macht es wenig Sinn mit Scheidung die Lebensgrundlage für beide zu zerstören und dann den Rest des Lebens alleine zu verbringen.
Eine Beziehung die mehr Leid bringt als Freude, ist keine Liebe und ich empfehle eine solche Beziehung zu beenden, unabhängig vom Alter und Beziehungszeit, das hat damit nichts zu tun, jeder kann nur Verantwortung und Entscheidungen für sich treffen. Wer sich fürs Bleiben entscheidet soll leiden und ist letztendlich selbst schuld.
 
  • #7
Viele Frauen im Forum werden Dir bestätigen, dass es über 45 sowieso kaum noch brauchbare Männer gibt, also macht es wenig Sinn mit Scheidung die Lebensgrundlage für beide zu zerstören und dann den Rest des Lebens alleine zu verbringen.

Ähnlich hat meine Exfrau (28 Jahre davon 26 Jahre Ehe) argumentiert. Sie ist 8 Jahre älter als ich und hatte wegen dieses Altersunterschiedes vor mir reichlich Erfahrungen mit destruktiven Männern gemacht.

Ihre Argumentation hat sich bestätigt, statt einer freundschaftlich sexlosen Partnerschaft hatte ich bis jetzt diverse dramatische Kontakte allerdings in einigen Monaten mit mehr Sex als in den letzten 10 Ehejahren zusammen.
 
  • #8
Viele Frauen im Forum werden Dir bestätigen, dass es über 45 sowieso kaum noch brauchbare Männer gibt, also macht es wenig Sinn mit Scheidung die Lebensgrundlage für beide zu zerstören und dann den Rest des Lebens alleine zu verbringen.
Das ist Unsinn. Es gibt jede Menge Männer über 45, die brauchbar sind. Und anders als ein Mann, der es lange in einer Ehe bequem hatte, legen sie sich ins Zeug, um gut auszusehen und beim anderen Geschlecht zu landen. Sex gehört zu einer guten Beziehung meines Erachtens dazu. Sonst ist es keine Beziehung, sondern eine Wohngemeinschaft.
 
  • #9
Liebe FS,
ich verstehe Deine Frage nicht. Was soll sich für Dich lohnen und warum, bzw. warum nicht?

Wir haben eine gute Redekultur. Aber wenn es heikel wird schweigt sich mein lieber Mann aus und begründet das mit meinen emotionalen Ausbrüchen. Die gibt es, ja.

Du wirst niemals die Lösung für ein Problem finden, wenn Du die Realität nicht erkennst.

Was Du beschreibst ist das Gegenteil von einer guten Redekultur. In einer guten Redekultur hört mal sich gegenseitig zu und respektiert den Standpunkt des anderen als gleichermaßen berechtigt wie den eigenen.

Mag sein, dass ihr im Alltag funktioniert und auch die Kommunikation, wenn nichts Relevantes gesagt sondern nur über Alltägliches geplappert oder der gemeinsame Alktag organisiert wird.
Sowie es etwas zu klären gibt, gibt es Probleme.

Du beschreibst ein Kommunikationsverhalten in dem Dein Mann passiv-aggressiv in den Rückzug geht bei Konflikten und Du den Despoten gibst, um Dich durchzusetzen. Das ist ganz sicher nicht gut, so lässt sich keine Beziehung führen. Genau darum bist Du frustriert, hast vermeintlich zurückgesteckt - weil ihr nichts geklärt habt. Damit manövriert man eine Beziehung in die Sackgasse.
Wenn man Dinge klärt und gemeinsam entscheidet, hat keiner das Gefühl zurückzustecken.

Ehrlichkeit von seiner Seite würde mir helfen, mich zu entscheiden, ob ich so weiter leben möchte oder nicht. Aber wie kriege ich es hin, dass er ehrlich meine Fragen beantwortet oder von sich selbst aus erzählt?

Du bekommst es garnicht hin, dass er ehrlich Deine Fragen beantwortet. Mit Deinen "Ausbrüchen" in Konfliktgespraechen hast Du diese Tür selber für immer zugemacht. Wenn er sich immer aus dem Gespräch ins Schweigen geflüchtet hat und Du konntest das nicht verhindern, warum sollte es jetzt anders sein, resp. wenn er wirklich etwas zu verbergen hat?

Du bist auf Dich gestellt und Du brauchst seine "Ehrlichkeit" nicht, um eine eigene Entscheidung zu fällen. Du willst sie, um die Verantwortung für das Scheitern der Ehe an ihn zu delegieren.
 
  • #10
Viele Frauen im Forum werden Dir bestätigen, dass es über 45 sowieso kaum noch brauchbare Männer gibt, also macht es wenig Sinn mit Scheidung die Lebensgrundlage für beide zu zerstören und dann den Rest des Lebens alleine zu verbringen.
Hast Du eine Ahnung.....:)
Es macht keinen Sinn, sinnlose Lebensgrundlagen aufrecht zu erhalten, die irgendwann vielleicht mal Sinn ergaben und sich aber jetzt ausgesinnt haben.
Es gibt auch einen Lebenssinn ohne Partner, manchmal macht das Leben allein viel Spaß.
Aber ich habe auch auf vieles verzichtet, das mir manchmal doch sehr fehlt.
Warum verzichtest Du denn jetzt? Wer weiß, was Du versäumst. Eine innige Freundschaft kannst Du doch mit Deinem Mann dann immer noch leben.
Ehrlichkeit von seiner Seite würde mir helfen, mich zu entscheiden, ob ich so weiter leben möchte oder nicht.
Ich glaube nicht, dass Du ihn brauchst, um für Dich eine Entscheidung zu treffen. Ist es wichtig für Dich, dass er sich bekennt? Womöglich kann er erst ehrlich sein, wenn Du eine Entscheidung getroffen hast, weil auch er diese Ehe und Harmonie behalten möchte.
Könnte er denn die Vertrautheit/Harmonie zwischen euch behalten? Wenn ihr euch räumlich und als Paar trennt? Vielleicht hat er auch Angst davor, alles zu verlieren. Gewohnheiten zu verlieren mit einem Bekenntnis.
Viele Männer in der Generation outen sich nicht aus Angst vor all den Konsequenzen, die dann folgen. Sie verlieren ja auch alles.
W
 
  • #11
Ehrlichkeit von seiner Seite würde mir helfen, mich zu entscheiden, ob ich so weiter leben möchte oder nicht.

Nein. Sorry.

Die Einzige, die ehrlich sein sollte, bist Du.

Stelle Dir selbst die Frage, ob es sich für Dich lohnt, statt anonymen Menschen.
Ich kann es Dir nicht sagen, Ich habe bestimmte Bedürfnisse, Erwartungen an eine stimmige Partnerschaft - ist das nicht gegeben, schaue ich, was noch veränderbar ist, und trenne mich ggf. Ich lagere nichts aus.

Überlege Dir, willst Du so leben, willst Du diese Partnerschaft, was schätzt Du am Deinem Partner, was stört Dich, was wolltest und könntest und Du verändern.

Und dann beantworte Dir alle Fragen ganz ehrlich.

Wir lügen uns gerne selbst und permanent an, wenn wir die Konsequenzen aus der Wahrheit gar nicht ziehen wollen.

Entscheidungen muss man unabhängig treffen, man ist ganz alleine dafür verantwortlich. Momentan willst Du ihm, und mit der Frage auch uns, die Verantwortung zu schieben.

Gute Kommunikation bedeutet übrigens nicht, dass man nicht miteinander redet.

W,49
 
  • #12
Es macht keinen Sinn, sinnlose Lebensgrundlagen aufrecht zu erhalten, die irgendwann vielleicht mal Sinn ergaben und sich aber jetzt ausgesinnt haben.

Da stimme ich vollkommen überein. Es macht aber auch keinen Sinn, eine langjährige und funktionierende Partnerschaft auseinanderzureissen, wenn es nur darum geht, dass beide keinen Sex mehr miteinander haben. Sie schreibt ja nicht mal, dass ihr da etwas fehlt.

Die FS stellt völlig zu Recht die Frage, ob es sich lohnt, die Beziehung aufrechtzuerhalten. Der fehlende Sex spricht nicht mal unbedingt dagegen. Was sonst?
Auf der Habenseite scheint viel dafür zu sprechen. Ich glaube, dass die Beziehung der FS sicher nicht schlechter läuft als viele Beziehungen, die nach ein paar Jahren in manchen Bereichen einschlafen. Es ist auch alles andere als sicher, dass die FS mit vermutlich um die 60 Jahren einen Partner findet, mit dem eine Beziehung besser laufen würde.

Hätte die FS einen Mann kennengelernt, bei dem das einigermaßen sicher wäre, könnte sie anders überlegen. Aber so? Ganz ehrlich: in der Abwägung einer funktionierenden platonischen Beziehung, die auch auf Dauer nicht gefährdet erscheint und erstmal Alleinsein als Alternative mit ungewissem Ausgang (und es sind ja die Frauen hier, die teilweise lautstark über Männer in dem Alter klagen) würde ich die Beziehung nicht beenden. Im Grunde ist doch völlig wurscht, mit wem der Mann Sex hat, wenn er dadurch zufrieden ist und die FS dadurch keine Nachteile hat.
 
  • #13
Es macht aber auch keinen Sinn, eine langjährige und funktionierende Partnerschaft auseinanderzureissen, wenn es nur darum geht, dass beide keinen Sex mehr miteinander haben. Sie schreibt ja nicht mal, dass ihr da etwas fehlt.
...
Im Grunde ist doch völlig wurscht, mit wem der Mann Sex hat, wenn er dadurch zufrieden ist und die FS dadurch keine Nachteile hat.
Das klingt allerdings eher wieder larifari. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist die Frage, wofür man noch zusammen ist. Finanzielle Gründe? Nur weil man es schon immer so gemacht hat und das Alleinsein nicht mehr kennt?
Aus dem Eingangstext klingt für mich keine besondere Bindung der beiden, und wenn der Mann dann noch Fremdsex haben sollte, wozu das Ganze?
Natürlich will man im Alter nicht allein sein, aber ist der Mann noch ein gleichwertiger Part auf Augenhöhe, der die FS unterstützt? Nehmen und Geben ist doch die Devise, nicht ein Nebeneinanderherleben, weil man es nicht anders kennt. Stichwort Komfortzone. Ich würde jedenfalls fragen an Stelle der FS: was erwarte ich mir noch vom Leben, und kann ich das mit dem Partner zusammen leben?
Oder möchte ich lieber mich selbst neu aufstellen, wenn der andere eher ein Klotz am Bein ist? Es klingt ja auch nicht so, als wären sie jahre lang glücklich gewesen und nun beginnt er, krankheitsbedingt von ihr abhängig zu sein, denn dann hätte die FS schon eher eine moralische Pflicht, ihren Partner zu unterstützen.
Ich kenne ein paar Beispiele, wo gerade Frauen energiegeladen sich in höherem Alter selbst neu (er)finden und glücklicher als zuvor sind. Natürlich gibt es die einsamen Fernsehabende, da betreibe ich keine Augenwischerei. Aber noch mal auf eigenen Beinen zu stehen und über die Freizeit neu zu verfügen ohne Rücksicht auf einen Partner kann durchaus ein legitimer Trennungsgrund sein. Bis dass der Tod uns scheidet nur aus Prinzip finde ich in der vorliegenden Konstellation unnötig. Sic:
Mein Mann und unsere Beziehung bedeuten mir viel. Aber ich habe auch auf vieles verzichtet, das mir manchmal doch sehr fehlt.

w34
 
  • #14
Aber wie kriege ich es hin, dass er ehrlich meine Fragen beantwortet oder von sich selbst aus erzählt?

Einer braven, lieben Frau, die kein sexuelles Bedürfnis hat, der erzählt man nichts! Die lebt unter Umständen in einer Parallelwelt, wenn er tatsächlich fremd geht und vielleicht auch noch mit einem Mann. Ihr seid nur physisch ein Paar, psychisch bewegt ihr euch in ganz unterschiedlichen Welten. Die wirst du nicht verstehen.
Auch wenn du es vielleicht schön fändest, dass dein Man sich mehr dir widmet, wird das womöglich nicht passieren.

Dazu müsstest du dich radikal verändern und Sexualität in deinem Leben für dich auch mit anderen Männern wieder als Möglichkeit sehen, damit er merkt, da laufen neue Prozesse bei dir ab, die er nicht kontrollieren kann und nicht mag. Vielleicht wäre er dann hellhörig und zugänglicher.

Auch deine Ausbrüche und die emotionalen Sachen sind Dinge, die Männer verschließen und womit sie dann einer Frau überlegen sind, weil die Frau da nicht rankommt. Du kannst nur die Oberhand gewinnen, wenn du deine Emotionen im Griff hast.

Die Chance ist groß, dass der Mann bei dir bis zum Ende bei dir bleibt, er erfüllt sich seine Bedürfnisse womöglich insgeheim, du eben nicht. Ich könnte und wollte in so einer platonische Beziehung nicht leben, in der Hoffnung, der andere erkennt mal mein Problem. Ich habe früh gelernt, dass es wichtig ist, eigene Bedürfnisse zu leben, denn sonst wird man krank und verzweifelt. Denn andere schenken einem das nicht und helfen einem da nicht.

Auf was hast du denn verzichtet, dass dir fehlt? Wenn es z.B. Sex ist, dann kann man das nur erreichen, indem man selbst eine lustvolle Frau wird und gar nichts anderes in seinem eigenen Leben akzeptiert und das auch für den Partner so verständlich macht. Aber von alleine kommt ein Mann nicht einfach auf eine Frau zu, die vermittelt, platonisch leben zu wollen und das eigentlich auch ganz OK so findet. Du vermittelst damit, wunschlos glücklich zu sein.

Ich würde hier mit einer Trennung spielen, da du ja kein Vertrauen hast und immer wieder vermutest, er geht mit Männern fremd. Das endet doch irgendwann in einem Wahn und Halluzinationen. Gesund ist das sicher nicht.
 
  • #15
Das klingt allerdings eher wieder larifari. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist die Frage, wofür man noch zusammen ist. Finanzielle Gründe? Nur weil man es schon immer so gemacht hat und das Alleinsein nicht mehr kennt?

Oder weil man eine "erfolgreiche Partnerschaft" hat, von "heiklen" Themen abgesehen eine gute Redekultur, so dass die Beziehung einem "viel bedeutet". Das klingt nicht nach "ich halte es nicht mehr aus". Ein klärendes Gespräch habe ich ja unter #3 schon empfohlen.

Ich habe, nicht nur bei der Scheidung meiner Eltern, erlebt, dass Trennungen im fortgeschrittenen Alter oft für beide einen kärglichen Rest an Rente und vollständig zerdepperte Sozialstrukturen übriglassen. Trotzdem würde ich von einer Trennung nicht aus finanziellen Gründen abraten, wenn jemand wirklich unglücklich ist. Hier aber vermisst die FS doch nicht mal erkennbar Sex. Sie ist nur verletzt, weil er den auslagert und ihr keine Details dazu mitteilt.

Ich lese keinen Ansatz von "neu aufstellen", keinen Wunsch nach "neu erfinden". Ich wäre einfach nicht sicher, dass die FS nach der hier gerne mal angeratenen schnellen Trennung wirklich glücklicher wäre. Die beiden haben die letzten 42(!) Jahre miteinander verbracht, haben damit vermutlich kaum eine andere Beziehungserfahrung (Doris59 = Start mit 17?).

Wo ist in der Abwägung die "glückliche" Perspektive. Ist es nur "allein zu sein"? Wie ich schon schrieb, viele Frauen hier beklagen sich regelmäßig über die unbrauchbaren älteren Männer. Soll sich die FS jetzt einen 70jährigen (entsprechend der in diesem Alter üblichen 10-Jahres-Abstand-Regel der Männer) suchen, um mit ihm glücklich zu werden? Das entspräche, nach den Berichten hier, einer "Weiterentwicklung" zur Altenpflegerin...
Die FS wäre vermutlich schon über den "Singlemarkt" völlig entsetzt.

Natürlich will man im Alter nicht allein sein, aber ist der Mann noch ein gleichwertiger Part auf Augenhöhe, der die FS unterstützt?

Ich lese nichts wirklich gegenteiliges. Mich wundert immer wieder, wie viel Wert doch manche Frauen, die keinerlei sexuelles Interesse mehr haben, dann ausgerechnet auf diese 15 cm ihres Mannes legen. Ich finde das scheinheilig. "Ich will nicht mehr, aber Du darfst auch nicht". Wenn die beiden hier sich doch grundsätzlich gut verstehen, warum sollte sie dann nicht auch das Gespräch suchen und die Ehe beidseitig öffnen, wenn sie überhaupt Wert darauf legt? Oder das nachholt, worauf sie verzichtet hat (das geht zum Teil nicht nur nach Trennung)?
 
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