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Gast

  • #1

Liebe zum Kind vs. Liebe zum Partner - wo seht Ihr den Unterschied?

Mir scheint, die Liebe zum Partner wird hier im WEB sehr an seinen/ihren Eigenschaften aufgehängt. Aussehen, Status, Beruf, die Welt ist voller No-gos. Und wenn sich jemand dann als Traum herausstellt, so ist er/sie in ein paar Jahren bestimmt ganz anders und überhaupt nicht mehr wie bestellt, äh, früher - weg damit? Beim Kind ist es doch einfach: Es wird unabhängig von seinen Eigenschaften geliebt, heute, morgen, egal wie es sich entwickelt, welche Eigenschaften es hat, wie es sich ändert. Bedingungslos. Und ändern tun sich ja alle Babies beim Erwachsen werden. Wem ist schon gelungen, das sich Verlieben auch bei einem Partner ähnlich zu erleben und mit dem Partner dann auch Veränderungen, älter werden, dicker und runzlig, mitzumachen? Wie seht Ihr das? Versuchen, den besten Fang aus dem Katalog zu fischen mit Rückgaberecht bitteschön oder den richtigen Partner, der /die bei dem es halt funkt, so zu nehmen wie es kommt und sich dann gemeinsam weiter zu entwickeln?
 
  • #2
Ich bin fest überzeugt, dass Mutterliebe und Kindesliebe grundsätzlich eine andere Qualität haben, geradezu ein anderes Gefühl sind als Partnerliebe. Die Liebe einer Mutter zu ihrem eigenen Kind ist zutiefst biologisch programmiert und fast immer bedingungslos und allumfassend. Ich denke nicht, dass man jemals einem Partner gegenüber genauso fühlen wird, aber das muss ja auch gar nicht sein. Bei einem Partner kommt stattdessen das Verlieben und die Sexualität dazu und bringt ganz andere Aspekte hinein.
 
G

Gast

  • #3
Ich kann der 1 nur zustimmen. Ich habe meine Partner wirklich geliebt. Meine Eltern auch. meine Großeltern. Als ich mein Kind aber das erste Mal im Arm hatte, dachte ich: "Und das ist also Liebe!" Dieses Gefühl ist anders. Viel tiefer. Du würdest Dich vor ein Auto werfen um Dein Kind zu retten. Du würdest es tatsächlich tun. Für einen Partner würdest Du zumindestens überlegen. Man kann das nicht vergleichen.
 
W

weibl42

  • #4
Wie in der Frage schon angedeutet - die Kinder kann man nicht wieder abgeben, deshalb übersteht man mit Ihnen auch schwierige Zeiten und wird beim Persönlichkeitswechsel auch immer wieder Zeiten der Liebe erleben.

Auch die Kinder sind ja auf ewig an uns Eltern gebunden.

Das ist mit einem Partner schon anders. Kann man wirklich mit 18 schon einschätzen was eine Ehe bedeuten soll.
Hat man mit 18 nicht andere Vorbilder und Ziele als mit 30. Mit 40 ändert sich das Bild auch wieder und so wird das weiter gehen.

Die Ehe sollte ein Vertrag auf bestimmte Zeit sein und kann dann ja verlängert aber eben auch beendet werden.

#1 biologische Mutterliebe
Sorry - halte ich für Unfug der gerade junge Mütter in eine absolute Glaubenkrise führen kann. Solche Aussagen wie "Du wirst DEIN Kind unter 1000ten erkennen" haben für mich nicht zugetroffen.

Das Kind gehört oft zum "STATUS" der Eltern, also werden die meisten Zöglinge in den Himmel gehoben und auf Watte gepolstert - was nicht sehr sinnvoll ist. Das hat mit Liebe recht wenig zu tun. Davon wird man als Zuschauer auch nicht viel mitbekommen.

Ich sehe meine Aufgabe und gesellschaftliche Pflicht als 2-fache Mutter darin, meine Kinder auf das realistische Leben vorzubereiten und dazu gehören positive und negative Erfahrungen.
Im tierreich kann man da oft mehr von den Müttern lernen als aus massenhaften Büchern usw.
Damit sich jetzt keiner Sorgen um meine Kinder macht: Die fühlen sich bei mir so wohl, dass ich sie wahrscheinlich länger im Haushalt habe als ich vor hatte - natürlich mit allen Rechten und Pflichten die sich bei einer WG auch ergeben würden.
 
G

Gast

  • #5
"Wem ist schon gelungen, das sich Verlieben auch bei einem Partner ähnlich zu erleben und mit dem Partner dann auch Veränderungen, älter werden, dicker und runzlig, mitzumachen?"

Die Frage ist leicht zu beantworten: Loki und Helmut Schmidt.

Nur Loki und Helmut Schmidt? Nein, Tausenden, Zehntausenden, Hunderttausenden von Menschen ist es gelungen! Es gelingt immer noch Hunderttausenden, das sollte man vielleicht nicht vergessen.

Aber ich verstehe Deine Frage voll und ganz. Ich (m) glaube, daß man grundsätzlich den Partner auf Dauer lieben kann. Nicht so wie im ersten Hormonrausch natürlich. Aber auf eine andere, beständigere Art und Weise, die vor allem viel mit Vertrauen zu tun hat. Mit Vertrauen, mit Sicherheit und mit Geborgenheit, die der Andere bedeutet.

"Den Anderen so nehmen, wie er ist. Nicht so, wie man ihn gerne hätte". Das war das Geheimnis einer guten Ehe für Loki Schmidt.

Ich glaube daran. Wenn Beide so an ihre Partnerschaft herangehen, dann funktioniert es.
Loki und Helmut Schmidt haben es bewiesen.
 
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Gast

  • #6
Hier nochmal der FS: Danke bisher für Eure Beiträge. Ich habe selber Kinder und kenne beides!
 
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Gast

  • #7
Liebe zwischen Mutter und Kind ist nicht nur zutiefst biologisch programmiert sondern beruht bedingungslos auf Gegenseitigkeit und ist daher durch fast nichts zu zerstören.

Bei Liebe zwischen Partnern ist es selten so, dass beide gleich stark und wirklich bedingungslos lieben.

Die Gruppe Ich&Ich bringt das in ihrem Song "Einer von Zweien", wie ich finde, sehr gut zum Ausdruck.

Deshalb suchen wir doch insgeheim immer nach einem Partner, der "auf Augenhöhe" ist. Der die gleichen Wertvorstellungen, die gleichen Ziele im Leben hat und uns dasselbe Gefühl entgegenbringt wie wir ihm. Erkennt einer von beiden irgendwann, dass der andere einem nicht (oder nicht mehr) soviel oder eben diese bedingungslose Liebe entgegenbringt, dann begibt sich derjenige wieder von neuem auf die Suche danach.

Im Grunde suchen wir nichts anderes als diese bedingungslose Liebe. Und wenn sich zwei Menschen finden, die sich gegenseitig wirklich bedingungslos lieben, dann hält es auch und übersteht auch schwere Zeiten.

w39
 
G

Gast

  • #8
@3: Nein, man kann mit 18 nicht einschätzen, was in der Zukunft auf einen zukommt und welche Aufgaben man noch zu bewältigen hat. Man weiß auch nicht wirklich, was auf einen zukommt, wenn man das erste Kind bekommt. Und ich sage, das ist auch gut so. Man wächst mit und an seinen Aufgaben im Leben.

ABER die Fähigkeit jemand anderen bedingungslos zu lieben und bedingungslose Liebe anzunehmen, die wird uns von Geburt an mitgegeben. Was wir dann daraus machen und ob wir uns diese Fähigkeit durch die Höhen und Tiefen des Lebens erhalten, das ist wieder etwas anderes.
 
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Gast

  • #9
Wer vom anderen Geschlecht oftmals "weggeworfen wird", weil er/sie bedingungslos liebte,
wird irgendwann ein Problem haben, wenn er ein paar Fehlgriffe geleistet hat.
Besonders, wenn es in der Jugend passiert ist, auch wenn die Beziehung ein paar Jahre gehalten hat, seltsamerweise gerade von den Leuten, die einem wichtig waren- immer mal wiederkehrende Rückfälle inklusive. Das Problem wird sein, dass man misstrauischer wird und es den anderen schwerer macht, und sich dann auch irgendwann mal nicht mehr so viele Gedanken um die Anderen machen will.
Das hat auch nichts mit Katalogmentalität zu tun.Wenn sich jeder nur nimmt, was er will, sollte das für Alle gelten. Wahrscheinlich werden jetzt wieder Tausende empört aufschreien, aber jemand, der es nicht erlebt hat, wird es nicht beurteilen können.
Niemand hatte hier Schuld. Aber man kann auch Pech haben. Glück und Pech und auch Geduld sind alles- gerade auch im Beziehungsleben.
Jemanden zu stigmatisieren, weil es für ihn nicht gut gelaufen ist, hilft hier auch nicht weiter.

Soviel zur Bedingungslosigkeit zwischen Mann und Frau.
 
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Gast

  • #10
Die großen Partnerschaftsprobleme sehe ich unter anderem auch darin, dass viele Frauen nach Geburt ausschließlich das Kind sehen und den Mann vergessen. Wenn der Partner weniger geliebt wird als das Kind, so ist die Partnerschaft in Schieflage., alles andere sehe ich als Ausreden an.
 
  • #11
Sehe das absolut wie #4!

Helmut und Loki Schmidt waren, solange ich denken kann, in vieler Hinsicht meine Vorbilder. Auch, was Beziehung leben betrifft.
 
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Gast

  • #12
Zu Helmut und Loki Schmidt - Ihr wisst schon, dass der Erhalt in einer bestimtmen Phase der Ehe in erster Linie Loki Schmidt zu verdanken ist, denn sie hat es ertragen, dass Ihr Mann neben der Ehe auch andere Frauen hatte.
Da fällt mir ein, dass in einem anderen Thread (auch von Frederika) ja eine gesetzliche Strafe in Form einer Geldstrafe für die Fremdgeher propagiert wurde und einige Male wird ja hier gesagt, dass diese Männer Schweine sind. Nun, witzige Vorstellung der Bundeskanzler wird offziell zu einer Geldstrafe verurteilt wegen Fremdgehen.
Oder doch lieber eine Ächtung wie bei Clinton?
 
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Gast

  • #13
Zu #10 Vorbild von Helmut und Loki Schmidt?
Dass Ihr Mann neben der Ehe auch andere Frauen hatte. Ich weiß, in solchen Kreisen spricht man nicht darüber!
 
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Gast

  • #14
Helmut Schmidt sagte einmal in einem Interview: " seien wir doch ehrlich, wenn Ehen so lange Zeit dauern wie unsere, dann ist dies in der Regel den Frauen zu verdanken."

Wie recht er doch hatte..............
 
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Gast

  • #15
Ich finde es immer wieder lustig, wenn Politiker von erwachsenen Menschen verklärt werden wie Popstars.

On-Topic: ich würde im Sinne des Fragestellers sogar noch einen Schritt weitergehen, und sagen, man kann auch z.B. einen Hund oder eine Katze lieben wie ein Kind oder einen Partner, oder auch anderen Menschen. Liebe ist an sich die Fähigkeit der Bindung zwischen Lebewesen, wenn man mal vom fragwürdigen Ideal der objektlosen Liebe absieht, welches ich noch nie in meinem Leben irgendwo oder in irgendeiner Form beobachtet habe, außer in Buchstabenform.

An mir selber kann ich beobachten, dass die Liebe umso mehr ausgeprägt ist, je schutzwürdiger und ggf. hilfloser ich das entsprechende Wesen betrachte. Im Grunde genommen sind für mich Liebe und Mitgefühl dasselbe.

Einziger Unterschied zur Liebe zu einem Partner ist der, dass man mit einem Partner in der Regel Sex hat. Und dabei kann, muss aber nicht, der Sex von Liebe bzw. Mitgefühl begleitet sein, das wissen wir ja.