1

19Doro88

  • #31
Ich finde (leider), man sollte heutzutage keine absolute Treue mehr erwarten. Man kann schon froh sein, wenn man nicht
verlassen wird.
Sorry, aber was ist das für eine Einstellung?
Ich hab zunehmend das Gefühl, diese angebliche "Akzeptanz" oder besser gesagt diese Abfindung vieler Menschen mit der potenziellen Untreue ihres Partners etwas mit ihrem Selbstwertgefühl zu tun hat. Viele glauben tief in sich selbst, ob bewusst oder nicht, sie seien es nicht wert oder sie hätten es nicht verdient, dass ihr Partner sie aufrichtig liebt und ihnen treu ist. Schließlich wird dies von Bekanntenkreis und von den Statistiken vorgegaukelt, dass Fremdgehen fast normal sei. Falsch, ist es nicht! Vor allem dann nicht, wenn sich der Betrogene schlecht fühlt. Ich wäre lieber alleine und verlassen, als mir aufgrund einer miserablen Statistik einzureden, dass ich Fremdgehen akzeptieren soll, weil es fast zum "guten Ton" gehören soll. Egal, ob 50 oder 70% fremdgehen. Das ist allein Frage des Selbstwertgefühls. Man musst den Mut haben, um sich zu sagen: ich bin es wert, dass mich mein Partner liebt, respektiert und mir treu ist. Vorausgesetzt, man führt keine offene Beziehung.

Apropos offene Beziehungen. Ich persönlich halte sowas für Quark. Die treffendere Bezeichnung wäre eher "Affäre", da das Wort "Beziehung" einen Hauch von Exklusivität in sich trägt.
Die Frage ist, wie viele sind damit glücklich geworden..?
 
  • #32
Was soll das denn bitte für eine Partnerschaft sein?
Eine Partnerschaft besteht, wie der Name schon suggeriert, nicht zuletzt auch, um das Leben gemeinsam zu bestreiten, sich intellektuell auszutauschen, aneinander zu wachsen, Glücksmomente und Interessen zu teilen, Alltagsprobleme zu meistern, jederzeit einen vertrauten Ansprechpartner zu haben, sich gegenseitig emotionalen und wirtschaftlichen Halt und Sicherheit zu geben. Sind dann auch noch zärtliche, liebevolle Gefühle füreinander im Spiel macht eine gemeinsame Sexualität diese noch ein wenig runder.

Aber nur weil man diesen einen, auf keinen Fall allesentscheidenden, Faktor Sexualität, auch mit anderen Menschen teilt, werden nicht die vielen anderen Bereiche, welche eine partnerschaftliche Beziehung ausmachen, entwertet.

Entscheidet man sich auch noch gemeinsam für das geschützt, sexuelle "Öffen" wird auch niemand dabei belogen oder verletzt. Untreue findet hier nicht statt. Dafür alles andere was eine verlässliche Beziehung ausmacht.

Bei Fremdgängern ist es zwar ein klein wenig anders, jedoch müssen sich auch hier Untreue und Liebe nicht gegenseitig ausschließen.
Denn wenn alle anderen Bereich der Partner harmonieren ist sinkendes sexuelles Interesse aneinander oder sexuelles Interesse an anderen, wirklich kein Grund sich zu trennen.

Im Fall der rein sexuellen Untreue bei gleichzeitig vorhandener Liebe für den Partner, plädiere ich sogar für die Lüge.

Es gibt in dem Fall absolut keinen Grund seine/n PartnerIn zu verletzen oder Verlustängsten auszusetzen.

Mit seinem Gewissen sollte schon jeder allein zurecht kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #33
Das sind einfach verschiedene Arten von "Liebe".
Nein, eigentlich nicht. Sie sind alle was Besonderes, sie kriegen alle Deine Hilfsbereitschaft, Du bist für sie da, wenn sie Dich brauchen und Du liebst sie als Mensch, wenn Du sie liebst (gibt ja auch Verwandte, die man nicht liebt). Nur beim Partner kommt noch das sexuelle hinzu bzw. geht wieder, wenn man ihn als WG-angenehmen Menschen empfindet, gut mit ihm zusammenleben kann, aber sexuell kein Interesse mehr hat oder diesbzgl. eben nur "das Nötigste" macht.

Den Männern war mehrheitlich das Körperliche wichtiger, den Frauen das Seelische.
Vielleicht der Grund, weshalb sich mehr Frauen trennen als Männer. Die Frauen nehmen den Sex noch hin, der Mann denkt, die Beziehung ist super, bis sie Schluss macht, weil sie sich nicht geliebt fühlt.

Dort wurde - glaube gleich auf Seite 1 - als einer der Gründe, weshalb so viele Partnerschaften scheitern, die Tatsache genannt, dass viele Paare die körperliche Treue zu hoch hängen.
Interessant. Aber was soll mir die Partnerschaft, wenn ich Treue wichtig finde und sie eben in meiner Art Partnerschaft "hochhänge"? Das gleiche könnte man doch auch mit "gute Kommunikation" wird zu hochgehangen oder Liebe wird zu hochgehangen schreiben, weil - gut zusammenleben kann man auch so, wenn man einfach seine Grenzen kommuniziert, die des anderen achtet und gelegentlich genialen Sex hat? Und wer sollte das dann sein, der zu Untreue verhilft? Die ganzen liebesbedürftigen Affärenfrauen vielleicht, die sich Hoffnungen machen. Wie es bei Männern aussieht, weiß ich nicht, aber ich denke, da sind auch manche an Liebe interessiert und nicht nur an Sex.
 
  • #34
N
Interessant. Aber was soll mir die Partnerschaft, wenn ich Treue wichtig finde und sie eben in meiner Art Partnerschaft "hochhänge"? Das gleiche könnte man doch auch mit "gute Kommunikation" wird zu hochgehangen oder Liebe wird zu hochgehangen schreiben, weil - gut zusammenleben kann man auch so, wenn man einfach seine Grenzen kommuniziert, die des anderen achtet und gelegentlich genialen Sex hat? Und wer sollte das dann sein, der zu Untreue verhilft? Die ganzen liebesbedürftigen Affärenfrauen vielleicht, die sich Hoffnungen machen. Wie es bei Männern aussieht, weiß ich nicht, aber ich denke, da sind auch manche an Liebe interessiert und nicht nur an Sex.
Dort wurde nicht der Untreue das Wort geredet. Es ging nach meiner Erinnerung um den meist genannten Trennungsgrund (Untreue des Partners) und die (eigentlich banale) Schlussfolgerung, dass sich viele Trennungen vermeiden ließen, wenn die Partner auch einmal ein Auge zudrücken würden.
 
  • #35
Ich toleriere allerdings nicht die moralische Verrohung einer Gesellschaft, die ohnehin wertemäßig am Abgrund steht.
Dein Problem ist A) dass du nicht für alle Menschen zu definieren hast, was "Moral" und "Werte" sind und B) du immer noch am Thema Fremdgehen ohne Konsens vorbeischreibst.

Als Moralistin schwinge ich aber die Moralkeule, nackt unter Wölfen sozusagen.
Die kannst du gerne schwingen, dann aber bitte nur bei Menschen, die andere willentlich hintergehen. Denn hier ist der Begriff Moral mal eindeutig angebracht (das dürfte wohl der kleinste gemeinsame Nenner sein, den man beim Begriff der Moral finden kann). Um diese Menschen geht es hier. Da du die Thread-Frage immer noch weitestgehend ignorierst und stattdessen lieber Menschen wie mich nicht tolerierst, antworte ich einfach für dich: Nein, da ist für dich keine Liebe möglich, da du diese für alle Menschen nach deinen Wertvorstellungen definierst.
 
  • #36
Meine Toleranz hat Grenzen und ich muss nicht alles akzeptieren was andere so treiben, eine offene Beziehung gehört für mich dazu.
Du kannst für Dich selbst und für Deine Partner selbstverständlich moralische Erwartungen haben und Anforderungen stellen. An andere ebenso selbstverständlich nicht.

Gegenüber anderen hat Deine Toleranz in der Tat Grenzen, Du bist schlicht intolerant. Ich akzeptiere auch, dass Du andere Vorstellungen hast als ich, ich akzeptiere, dass andere Männer Beziehungen mit Männern haben, ich akzeptiere, dass andere Männer offene Beziehungen haben. Ich brauche das alles für mich nicht so zu machen, aber Toleranz dafür, dass es andere so handhaben, finde ich selbstverständlich. Schadet mir das? Es geht mich schlicht nichts an.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #37
Dort wurde nicht der Untreue das Wort geredet. Es ging nach meiner Erinnerung um den meist genannten Trennungsgrund (Untreue des Partners) und dpie (eigentlich banale) Schlussfolgerung, dass sich viele Trennungen vermeiden ließen, wenn die Partner auch einmal ein Auge zudrücken würden.
Ich denke, dass der viel schlimmere Grund der Trennung sein wird, dass der Partner so gelogen hat und man es nur durch Zufall rausbekam. Dazu müsste man aber nun wissen, wie diese Statistik erhoben wurde, also ob der Grund nun wirklich der Seitensprung oder der Vertrauensmissbrauch war bzw. ob gebeichtet wurde oder nicht.
Ich hatte Dein Zitat tatsächlich so verstanden, dass man doch eine offene Beziehung vereinbaren könnte, und nicht, dass man, wenn man selber rausfindet, dass man verar***t wurde, doch einfach ein Auge zudrücken sollte. Dann würde der Artikel ja den Betrug befürworten und nicht die Ehrlichkeit, die aber für mich in einer Partnerschaft das A und O ist in solche Sachen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #38
Ich nenne es nicht "intolerant" sein, sondern lediglich mit Nachdruck seine Meinung äußern. Wie es im übrigen auch alle die hier tun die ihre offene Beziehung "verteidigen" müssen.

Bin ebenfalls monogam veranlagt und deshalb nicht zwangsläufig intolerant. Jeder soll so leben wie er möchte. Wenn er glücklich damit ist!? Mir wurscht. Ich lasse mir schließlich auch nicht vorschreiben was ich tun oder lassen soll. Wenn es jemandem nicht gefällt soll er wegsehen oder auf Kontakt mit mir verzichten. Punkt!

Die Frage die sich mir jedoch bei Fremd- oder Bekanntgehern (und dazu zähle ich die offene Beziehung) grundsätzlich immer wieder stellt ist: Warum tun die das? Warum "brauchen" die das? Der reinen Lust wegen? Offensichtlich nein, denn die Lust "stillt" doch auch der Partner zu Hause.

Somit kann es doch nur sein, dass das "Ego" dadurch genährt wird. Dieses befriedigt oder bestätigt sich daran, dass es neben dem festen Partner noch mindestens einen anderen gibt, der scharf auf einen selbst ist. Reduziert auf's Bett, zumindest behaupten das alle. Mal eben dem Alltag entfliehen für eine schnelle Nummer. Ist das wirklich so toll? Und wenn man dem Partner dieses Erlebnis dann gleichermaßen "gönnt", hat man dann selbst den ultimativ toleranten Charakter? Ich glaube nicht. Definitiv nicht.

Wenn ich die liierten drei männlichen Fremdgeher in meinem Heimatort mal genauer betrachte, sehe ich immer wieder den gleichen Charakter. Alle beruflich scheinbar erfolgreich, alle stehen gerne im Mittelpunkt, alle hören sich gerne reden und haben Statussymbole (Auto etc.) zu Hause. Fazit für mich: Zumindest in Ansätzen narzisstische Persönlichkeitsstörung. Bestätigt durch eine Ehefrau, die trotz Fremdgehens in dieser Ehe bleibt. Somit der klassische Fall: Gleich und gleich gesellt sich gern. Selbstwert gestörter Narzisst trifft auf gleichermaßen gestörte Co-Narzisstin.

Mein Ego ist gesund, deshalb brauche ich auch rein sexuell keinen anderen Mann neben meinem festen Partner. Liebe ich diesen aufrichtig möchte ich ausschließlich eine monogame und gleichermaßen verantwortungsbewusste Beziehung führen. Wenn mein Partner das nicht möchte, ist er nicht der richtige für mich und ich trenne mich.

Alles in allem gehen deshalb auch in meinen Augen Liebe und Untreue nicht zusammen.
 
  • #39
Die Frage die sich mir jedoch bei Fremd- oder Bekanntgehern (und dazu zähle ich die offene Beziehung) grundsätzlich immer wieder stellt ist: Warum tun die das? Warum "brauchen" die das? Der reinen Lust wegen? Offensichtlich nein, denn die Lust "stillt" doch auch der Partner zu Hause.
In einem einzigen Punkt liegst Du richtig, jedenfalls, was meine Intention betrifft. Um die reine Lust geht es tatsächlich nicht.
Worin Du dennoch irrst, nicht immer kann der geliebte Partner, oder man sich selbst, jedwede sexuelle Neugier oder Lust stillen.
Und bestimmte Fantasien mit jemanden ausleben, der nicht wirklich richtig 'darauf' steht, macht nun mal nur wenig Spass.

"Warum tun die das?" fragst Du...

Also ich "tue das" aus verschiedenen Gründen. Es macht mir Spaß!
Außerdem lerne ich Menschen, welche mich interessieren, gerne in einer Tiefe und Intensität lennen, welche man nur durch gemeinsame Intimität erreicht.
Ich möchte seine Augen sehen, wenn sie glückseelig oder traurig sind, möchte wissen wie er küsst, wie er physisch auf mich reagiert, wie mein Körper auf ihn reagiert.
Mit jedem neuen Menschen finde ich so auch immer wieder wieder neue Erkenntnisse über mich. Gerate in Situationen und/oder Gefühlswelten, welche ich so sonst nie erlebt hätte. Es ist spannend sich auf diese Art über verschiedene Menschen zu "erleben"
Diese Nähe ist selbst mit den besten platonischen Freunden nicht möglich, weil es da immer diese Grenze gibt...
Und "last but not least" erlebt man immer wieder aufs Neue dieses unvergleichliche Gefühl des ersten Kusses, der ersten nahen Berührung...... welches sonst langsam aber allmählich verblassende Erinnerung wird.

Ach ja,..... zudem fühlt es sich auch noch ganz nett an geliebt zu werden.

Das sind die Gründe aus denen heraus ich "das tue"
 
  • #40
@Laleila:
Wenn ich deine Aufzählungen lese sehe ich mich unter'm Strich nicht nur einmal, sondern komplett bestätigt: Es ist allein das Ego!

Es tut mir schon fast leid, dass dein Partner deine sexuellen Phantasien nicht zu stillen vermag. Sind die denn jenseits aller Vorstellungskraft?

Somit: ICH (du in dem Fall) will erleben, ICH will tun, also mache ICH!!! Unabhängig vom Befinden eines anderen Menschen!? Erinnert mich stark an die Geschichte "Der Suppenkasper" von Wilhelm Busch. Da hat der pure Egoismus und ein ungesunder Trotz dem Kasper am Ende auch das Genick gebrochen...

Aber du bist vermutlich schon "groß" und weißt was du tust und bist dir daher auch über die (Spät-)Folgen im Klaren.

Viel Spaß weiterhin!
 
  • #41
Ich nenne es nicht "intolerant" sein, sondern lediglich mit Nachdruck seine Meinung äußern. Wie es im übrigen auch alle die hier tun die ihre offene Beziehung "verteidigen" müssen.
Hm, ich denke, es gibt doch einen Punkt, der Herakles von den allermeisten Postern und auch von dir unterscheidet.
Ihr es es eben nicht wurscht, wie andere glücklich werden, sondern sie ist der Ansicht, dass allein ihre Haltung die einzig wahre und richtige sei und jeder so leben solle wie sie.
Genau so würde ich Intoleranz definieren.

Ein anderes Beispiel, das sie nicht müde wird zu äußern, ist, dass sie findet, dass Jeans und Männer darin langweilig seien.
Die allermeisten anderen Menschen denken und sagen, dass sie Jeans und die Männer darin langweilig finden, aber dass es ihnen wurscht sei, wenn diese Männer Jeans tragen ( nur ein Beispiel. Ich tippe, dass die allermeisten Leute Jeans und Männer darin nicht langweilig finden ).
DAS ist der kleine aber entscheidende Unterschied zwischen Herakles' Haltung und der der meisten Leute hier.

Brittain hat an keiner Stelle gesagt, dass sie Leute falsch findet, die keine offene Beziehung haben, sie will nur die Akzeptanz dieser Leute dafür, dass sie die offene Beziehung richtig findet.
Und ich finde, dass sie darauf ein Anrecht hat.
Ich finde aber auch, dass Brittains Beharrlichkeit zu einem Ende kommen sollte, weil sie bei Herakles auf Granit beißt und man das auch mal einsehen sollte.
Ich habe es schon lange eingesehen.

w 48
 
  • #42
Ich nenne esnicht "intolerant" sein, sondern lediglich mit Nachdruck seine Meinung äußern. Wie es im übrigen auch alle die hier tun die ihre offene Beziehung "verteidigen" müssen.
Bei manchen Teilnehmern lese ich hier fast nie Formulierungen, die üblicherweise eine eigene" Meinung" kennzeichnen.

Zumindest in Ansätzen narzisstische Persönlichkeitsstörung. Bestätigt durch eine Ehefrau, die trotz Fremdgehens in dieser Ehe bleibt.
Da mag sich manches Ehepaar "arrangieren". Irgendwie sind dann ja auch beide mit dem Zustand einverstanden und führen eben eine mehr oder weniger offene Beziehung. Der Mann der fremdgeht ist da für mich nicht weniger beteiligt als die Frau, die die (in der Regel wohl finanziellen) Vorteile der Ehe ganz gezielt mitnimmt und das toleriert. Überhaupt nicht mein Ding, aber wenn die beiden so leben möchten und die Geliebte das ja auch wissend und freiwillig mitmacht, ist für mich als Außenstehenden alles in Ordnung. Es sind wohl auch eher Frauen, die bei so etwas mitspielen, ein Mann, dessen Frau erkennbar fremdgeht, würde sich wohl eher ohne Rücksicht auf finanzielle Anreize trennen.

Kritisch wird die ganze Geschichte doch eigentlich nur, wenn einer der Beteiligten völlig ahnungslos ist. In der von Dir beschriebenen Konstellation braucht sich keine der beteiligten Damen zu beklagen und der Mann geniesst eben die Vorteile, die es mit sich bringt, dass eine Reihe Frauen eben für Geld alles mitmachen. Die eigentlich "Geschädigten" sind doch höchstens die ehrlichen Singles, die keinen Partner abbekommen.
 
  • #43
@Laleila:
Somit: ICH (du in dem Fall) will erleben, ICH will tun, also mache ICH!!! Unabhängig vom Befinden eines anderen Menschen!?
Das mit der Sexualität war ein generelles Beispiel, wie es häufig in Beziehungen vorkommt. Da muss einem auch niemand leid tun. Kein Mensch ist omnipotent.

Deine Schlussfolgerungen sind schlichtweg falsch. Es liegt nur außerhalb Deines persönlichen Vorstellungsbereiches, dass auch dies ein funktionierendes Lebenskonzept ist mit dem alle Beteiligten glücklich sind.
Aber außerhalb Deiner Vorstellungskraft liegt für Dich vermutlich auch die Raum-Zeit-Krümmung.
Was heisst, nur weil etwas ausserhalb Deines persönlichen Horizontes liegt, heisst das nicht, es ist nicht existent.
 
N

nachdenkliche

  • #44
Ich finde aber auch, dass Brittains Beharrlichkeit zu einem Ende kommen sollte, weil sie bei Herakles auf Granit beißt und man das auch mal einsehen sollte.
Ich habe es schon lange eingesehen.
Genau! Im Prinzip ist doch @Tini_HH s Frage ganz simpel zu verstehen. Ich PERSÖNLICH kann gar nicht untreu (also, das Fremdgehen mit Lügen usw) sein, wenn ich meinen Partner liebe, oder so lange ich ihn liebe. Das spielt sich in meinem persönlichen Gefühlsleben so ab. Wie es andere Menschen machen, ist deren Sache, mir tun sie doch nichts böses. Es geht hier doch gar nicht um offene Beziehungen. Diese haben mit Untreue und Fremdgehen rein gar nichts zu tun. Da wissen beide Bescheid und wenn sie damit glücklich sind, ist doch alles gut. Ich mag übrigens Männer in Jeans und mit Bart...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
N

nachdenkliche

  • #45
Die Tatsache, dass einige hier die Fragestellung missverstehen "wollen" und über offene Beziehungen diskutieren, bedeutet doch, dass es da noch eine Menge Redebedarf gibt.
 
  • #46
Es tut mir schon fast leid, dass dein Partner deine sexuellen Phantasien nicht zu stillen vermag. Sind die denn jenseits aller Vorstellungskraft?
Da muss man jetzt wirklich keine allzu große Fantasie haben. Einen Dreier zB kann man niemals haben, wenn man nur Sex mit seinem streng monogamen Partner, den man liebt, haben möchte. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber abwegig ist das in der heutigen Zeit wohl kaum noch (viele meiner männlichen Bekannten träumen davon, nur ergibt es sich selten).

Das Problem der unterschiedlichen sexuellen Vorlieben stellt sich ja auch in monogamen Beziehungen. Was ist, wenn einer der Partner einen Fetisch hat, bei dem der andere nicht mitziehen möchte? Würdest du für deinen Partner ALLES ausprobieren? Es wird hier immer so getan, als könnte der richtige Partner wirklich alle sexuellen Wünsche erfüllen. Ich denke es liegt daran, dass dem Durchschnittsmenschen gar nicht bewusst ist, welche Bandbreite an sexuellen Fantasien die Menschen aufweisen. Ich denke dies ist auch oft ein Grund für Untreue, was dann gar nicht unbedingt was mit fehlender Liebe im Alltag zu tun haben muss (um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen..).
 
  • #47
Somit: ICH (du in dem Fall) will erleben, ICH will tun, also mache ICH!!! Unabhängig vom Befinden eines anderen Menschen!? Erinnert mich stark an die Geschichte "Der Suppenkasper" von Wilhelm Busch. Da hat der pure Egoismus und ein ungesunder Trotz dem Kasper am Ende auch das Genick gebrochen...
Besitzansprüche in monogamen Beziehungen sind ebenso Ich-Bezogen und egoistisch. Erinnert mich ein bisschen an das gesellschaftliche Bild kinderloser Frauen, denen man immer Egoismus vorwirft. Aber bekommen Frauen dann umgekehrt nur aus Altruismus Kinder (oder nicht doch vielleicht, weil sie es so für SICH wollen?).

Fazit: Menschen sind immer egoistisch, egal wie sie leben. Manche mehr (Fremdgeher), manche weniger. Fraglich ist halt nur, inwieweit manche Menschen Liebe und Egoismus (Betrügen) vereinen können. Dazu müsste sich eigentlich mal ein Fremdgänger hier äußern, aber es will sich wohl niemand outen.
 
  • #48
Merkwürdig, wie der Thread immer wieder abdriftet.

Die Ausgangsfrage war doch Liebe - Untreue, und nicht, ob man in welchen Beziehungskonstellationen Liebe empfindet.

Es gibt parallel den Thread, wo es unter anderem um offene Beziehung geht - da hat sicher jeder seine Meinung und Einstellung, die war dort gefragt, genauso wie Erfahrungen.
Prinzipiell finde ich, jeder ist für seine Beziehungsgestaltung selbst verantwortlich, und es ist ganz alleine die Angelegenheit der direkt Beteiligten. Außenstehenden steht da kein Urteil zu - schon gar nicht die Wertung richtig / falsch.
Wer kann sich anmaßen, anderen vorzuschreiben, wie sie ein zufriedenes Leben führen können.
Schade, dass hier so vehement die Moralkeule geschwungen wird, obendrein und vor allem zu einem Thema, das hier nicht gefragt ist.

Das Thema ist hier ein anderes, wobei die Antwort wahrscheinlich ebenso individuell ist.

Deswegen meine persönliche Antwort, um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen -
Für mich gehört zu Liebe Respekt und Wertschätzung. Und damit auch Ehrlichkeit.
Untreue ist nicht eine offene Beziehung, bei der beide wissen und akzeptieren, dass es ONS, Affären, Parallelbeziehungen gibt.
Untreue ist Verheimlichen, Betrug, das Wissen, dass wenn die /der andere es wüsste, dass es sie / ihn verletzen würde.

Lügen, Unehrlichkeit, etwas tun, was den anderen verletzt... Das ist für mich keine Liebe.
Und meine ganz persönliche weitere Komponente - wenn ich liebe, sind andere Männer einfach absolut uninteressant; wenn ich also merken würde, dass ich sexuelle Phantasien, noch nicht mal Taten, bzgl. anderer Männer hätte, wäre das für mich ein Alarmzeichen, meine aktuelle Beziehung anzuschauen, was da evtl. nicht mehr stimmig ist.

Also ja, für mich schließt sich Untreue und Liebe aus.
 
  • #49
Das ist allein Frage des Selbstwertgefühls. Man muss den Mut haben, um sich zu sagen: Ich bin es wert, dass mich mein Partner liebt, respektiert und mir treu ist.
Ok - Zustimmung. Aber denkt deren Partner/in genauso im Bezug
auf sie ?

Und wie nach xx-Jahren Beziehung / Ehe ? Wie weit verändern sich die Partner ?
Und damit ggf. der Abstand von Wunsch und Wirklichkeit ?

Untreue entsteht, wenn die Person mit dem Bisherigen nicht (mehr) zufrieden ist, und/oder was Neues begehrt.

Es erfordert viel Persönlichkeit und Reife, um mit der jeweils aktuellen Situation in der Beziehung zurecht zu kommen, ohne deswegen untreu zu werden. Auch das sollte man bereits bei seiner Partnersuche berücksichtigen.
 
  • #50
Ich nenne es nicht "intolerant" sein, sondern lediglich mit Nachdruck seine Meinung äußern. Wie es im übrigen auch alle die hier tun die ihre offene Beziehung "verteidigen" müssen.

Bin ebenfalls monogam veranlagt und deshalb nicht zwangsläufig intolerant. Jeder soll so leben wie er möchte. Wenn er glücklich damit ist!? Mir wurscht. Ich lasse mir schließlich auch nicht vorschreiben was ich tun oder lassen soll. Wenn es jemandem nicht gefällt soll er wegsehen oder auf Kontakt mit mir verzichten. Punkt!

Die Frage die sich mir jedoch bei Fremd- oder Bekanntgehern (und dazu zähle ich die offene Beziehung) grundsätzlich immer wieder stellt ist: Warum tun die das? Warum "brauchen" die das? Der reinen Lust wegen? Offensichtlich nein, denn die Lust "stillt" doch auch der Partner zu Hause.

Somit kann es doch nur sein, dass das "Ego" dadurch genährt wird. Dieses befriedigt oder bestätigt sich daran, dass es neben dem festen Partner noch mindestens einen anderen gibt, der scharf auf einen selbst ist. Reduziert auf's Bett, zumindest behaupten das alle. Mal eben dem Alltag entfliehen für eine schnelle Nummer. Ist das wirklich so toll? Und wenn man dem Partner dieses Erlebnis dann gleichermaßen "gönnt", hat man dann selbst den ultimativ toleranten Charakter? Ich glaube nicht. Definitiv nicht.

Wenn ich die liierten drei männlichen Fremdgeher in meinem Heimatort mal genauer betrachte, sehe ich immer wieder den gleichen Charakter. Alle beruflich scheinbar erfolgreich, alle stehen gerne im Mittelpunkt, alle hören sich gerne reden und haben Statussymbole (Auto etc.) zu Hause. Fazit für mich: Zumindest in Ansätzen narzisstische Persönlichkeitsstörung. Bestätigt durch eine Ehefrau, die trotz Fremdgehens in dieser Ehe bleibt. Somit der klassische Fall: Gleich und gleich gesellt sich gern. Selbstwert gestörter Narzisst trifft auf gleichermaßen gestörte Co-Narzisstin.

Mein Ego ist gesund, deshalb brauche ich auch rein sexuell keinen anderen Mann neben meinem festen Partner. Liebe ich diesen aufrichtig möchte ich ausschließlich eine monogame und gleichermaßen verantwortungsbewusste Beziehung führen. Wenn mein Partner das nicht möchte, ist er nicht der richtige für mich und ich trenne mich.

Alles in allem gehen deshalb auch in meinen Augen Liebe und Untreue nicht zusammen.
Besser kann man es nicht ausdrücken. Sehe ich auch so.
M45
 
  • #51
Hier wird bei einigen versucht, die Untreue irgendwie zu rechtfertigen oder als "normal" darzustellen.

Wenn Untreue in einer "monogamen" Beziehung vorkommt hat sie einen Riss, der nicht mehr zu kitten ist. Warum dennoch so viele Männer wie Frauen in solchen Bindungen ausharren erkläre ich einfach damit, sie sind zu träge um sich aus einer Gewohnheit zu lösen, somit ertragen sie lieber weiterhin ein Fremdgehen bis zu einem gewissen Limit, als sich radikal zu trennen und einen neuen Lebensweg einzuschlagen, aber dieser Lebensweg kostet Kraft, Mut, Neubeginn. Diesen schaffen nur die ganz selbtbewussten Menschen, welche ein Singledasein einem betrogen werden vorziehen.

Das Thema "offene Ehe" passt allerdings immernoch zum Thema Liebe vs Untreue. Man kann niemals lieben aber sexuell untreu werden zumindest wenn Liebe und Treue eine Einheit bilden.
Bilden sie das nicht, war es auch keine Liebe, höchstens eine starke Sympathie, welche für Liebe gehalten wird.

Somit ist ein Paar, das zusammenlebt, ohne Sex, kein Paar, es sind zwei gute Freunde, nur warum dann als Paar fungieren?
 
  • #52
Sex ist nicht = Liebe; Sex ist nicht = Partnerschaft.
Daher ist es logisch, dass nicht mehr stattfindender Sex ungleich fehlende Liebe; nicht mehr stattfindender Sex ist ungleich fehlende Partnerschaft!
Liebe und Partnerschaft ist aber in jedem Fall = Fairness, Loyalität, Ehrlichkeit, einander zur Seite stehen, tägliches gegenseitiges Interesse u. Austausch, Hilfe in Notsituationen.
Partnerschaft ist also immer viel mehr als Freundschaft, egal ob mit Sex oder nicht. Partnerschaft hat man aus Liebe! Liebe schließt aus: Lügen, Unehrlichkeit, bewusstes Täuschen, Illoyalität.
Die körperliche Ebene ist zwar wichtig, jedoch gibt es auch auf dieser Ebene nur dann Untreue, wenn man sich nicht mehr partnerschaftlich verhält. Alles was Lügen beinhaltet ist illoyal, nicht partnerschaftlich = lieblos. Das betrifft die seelische, geistige, u. körperliche Ebene. Alles was offen, ehrlich, fair abgesprochen u gehandhabt wird, ist loyal und partnerschaftlich. Also nie untreu.
Noch etwas: Wer nie eine langjährige Beziehung hatte (>15 Jahre), und auch, wer offensichtlich generell gar keine Lust auf Sex kennt, derjenige redet bei Themen wie "sexuelle Untreue"; "offene Beziehung"; "Polyamorie" wie ein Blinder über die Farbenlehre! Nämlich sehr theoretisch + realitätsfern. In der Hinsicht fällt mir hier aber immer nur eine Foristin auf. Sie sollte erst den Praxistest machen und sich dann nochmal überlegen ob sie nicht die "Moralkeule" stecken lassen sollte.
 
  • #53
Warum dennoch so viele Männer wie Frauen in solchen Bindungen ausharren erkläre ich einfach damit, sie sind zu träge um sich aus einer Gewohnheit zu lösen, somit ertragen sie lieber weiterhin ein Fremdgehen bis zu einem gewissen Limit, als sich radikal zu trennen und einen neuen Lebensweg einzuschlagen, (...)
Na, ich denke, diese Leute legen den Focus eben auf die vielen "beanstandungsfrei" verlaufenen Jahre, solange das von dir so genannte "gewisse Limit" nicht erreicht ist.

Glücklich ist, wer verzeihen kann.

Wer das bei eigenem hohem moralischen Anspruch nicht kann, hat in unserer heutigen Zeit gute Chancen zu verbittern.

Ich meine nicht, dass man eine bis dahin bewährte und schon lange währende Beziehung seinfach hinwerfen sollte, nur weil der Partner als - wie schon in der Bibel erkannt wurde - fehlbarer Mensch einen Fehler gemacht hat?

Es hat ja leider niemand der Schlange den Apfel geklaut....

Ich habe allerdings diesem Forum sei Dank gelernt, dass man so etwas nicht laut sagen darf, weil

es zu Unrecht als fehlendes Bekenntnis zur Untreue ausgelegt werden könnte

oder

-fast noch schlimmer- als Freifahrtschein begriffen wird.
 
  • #54
Moral ist für mich ein Fundament für eine chaoslose Gesellschaft.
Denn Moral ist nichts negatives.

Unmoral, will sagen, jeder mit jedem, egal wie, wann und wo und egal ob das Wort Partnerschaft und Bindung noch einen Stellenwert in der Moral hat, bringt leider keine Harmonie, weder in der Gesellschaft noch in einer "Bindung". Menschen werden ziellos, wahllos und trotz wechslendem Koitus nicht zufrieden - hm...

Wieviele haben irgendwo tollen Sex, aber für eine Bindung reicht es nicht, viele auch die sogenannten "liberalen" haben "angeblich" eine liebevolle Beziehung, aber der Sex stimmt nicht.
Und was soll nun der richtige Weg zu "echter Harmonie in der Paarbildung" sein? Fremdsexeln! Aha.

Den Trieb anderweitig ausleben, zu Hause die Liebe leben, wer glaubt eigentlich so einen Müll, mit Verlaub.

Nur Paare, welche seelisch, mental und körperlich harmonieren haben kein Defizit und benötigen kein "ausbrechen".
Für mich das normalste und gesündeste der Welt.
Für diese Festellung braucht man nicht mal Moralistin zu sein.

Somit spreche ich von Verrohung und Zerfall von Partnerschaften, welche eine Gesellschaft von Fremdgehern, Promiskuität, liberaler Ehebruch (offene Ehe) beinhaltet.

Mir kann niemand erzählen, dies wäre der Weg für "glückliche" Paare, das er dies gerade nicht ist, liest man hier täglich.
 
  • #55
Dann würde der Artikel ja den Betrug befürworten und nicht die Ehrlichkeit, die aber für mich in einer Partnerschaft das A und O ist in solche Sachen.
Ich hatte den beschriebenen Artikel bestenfalls als (versteckte) Anregung verstanden, seine Erwartungen den Realitäten anzupassen - davon zu trennen der WUNSCH der Partner möge einem lebenslang treu sein und die HOFFNUNG, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehe.
 
  • #56
Sex ist nicht = Liebe; Sex ist nicht = Partnerschaft.
Daher ist es logisch, dass nicht mehr stattfindender Sex ungleich fehlende Liebe; nicht mehr stattfindender Sex ist ungleich fehlende Partnerschaft!
Liebe und Partnerschaft ist aber in jedem Fall = Fairness, Loyalität, Ehrlichkeit, einander zur Seite stehen, tägliches gegenseitiges Interesse u. Austausch, Hilfe in Notsituationen.
Partnerschaft ist also immer viel mehr als Freundschaft, egal ob mit Sex oder nicht. Partnerschaft hat man aus Liebe! Liebe schließt aus: Lügen, Unehrlichkeit, bewusstes Täuschen, Illoyalität.
Die körperliche Ebene ist zwar wichtig, jedoch gibt es auch auf dieser Ebene nur dann Untreue, wenn man sich nicht mehr partnerschaftlich verhält. Alles was Lügen beinhaltet ist illoyal, nicht partnerschaftlich = lieblos. Das betrifft die seelische, geistige, u. körperliche Ebene. Alles was offen, ehrlich, fair abgesprochen u gehandhabt wird, ist loyal und partnerschaftlich. Also nie untreu.
Sehr gut formuliert - vielen Dank.
 
  • #57
Selbstverständlich kann ein Mensch die eigenen Kinder, den Ehepartner und sogar noch die eigenen Eltern und Geschwister, die Omis lieben. Dann liebst du selbstverständlich nicht nur 2 Menschen sondern sogar 7 Personen oder noch mehr.
Wenn ich meine Kinder liebe, begehre ich sie aber nicht sexuell.... die Liebe zu meinen Kindern ist eine ganz andere als die zu einem Mann. Und wenn ich einen Mann nur noch liebe, wie ich meine Mutter oder meine Kinder liebe, dann ist es keine Paarbeziehung mehr, denn der Sex und das Begehren macht ein LIEBESPAAR aus.
Mal abgesehen davon dürfte es meinen Freund oder Ehemann verletzen oder bis aufs Mark erschüttern, wenn ich ihn belüge und hinter seinem Rücken mit einem anderen Mann schlafe, und da frage ich mich, wo da die Liebe sein soll? Liebe in einer festen Beziehung lebt doch v.a. auch von Respekt und dem gegenseitig entgegengebrachtem Vertrauen. Beides ist dann aber zerstört. Dann fehlt auch die Liebe.
Also ich wollte von meinem Mann/Freund/Partner nicht so geliebt werden, wie er Freunde/Kinder oder seine Mutter liebt - ich will als Frau geliebt und begehrt werden... und ich will nicht die Nummer 2 und auch nicht die Nummer 1 sein, sondern die EINZIGE!
Und ich denke, dass es den meisten Männern ähnlich geht...
Vor allem denen, die betrügen... komischerweise...!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
1

19Doro88

  • #58
Nehmen wir an, wir haben den/die Richzige/n gefunden, haben uns ineinander verliebt und führen eine glückliche Beziehung. Dies ist leider keine Garantie, dass man sich ein Leben lang treu bleibt, was von den hohen Trennungs- und Scheidungsquoten gezeigt wird. Es ist nicht selten, dass bei den Paare, die sich anfangs geliebt haben, zumindest der eine im Laufe der Zeit untreu geworden ist.

Egal wie sich die Partner verändern, ich denke zur Untreue kommt es, wenn die Attraktivität des Partners und der Respekt zum Partner abnimmt. Mit Attraktivität meine ich nicht das Äußerliche, sondern vor allem die emotionale Eigenständigkeit. Eine Beziehung ist Geben und Nehmen. Nach einer ungeschriebenen Regel sollte der eine niemals in eine Beziehung mehr investieren als der andere. Wenn das doch passiert, kommt es zu einer Schieflage. Irgendwann auch dazu, dass der eine den anderen viel mehr braucht als umgekehrt und und von ihm emotional abhängig wird. Das darf nicht passieren, da man dadurch die emotionale Freiheit verliert und den anderen unbewusst zum Lebensmittelpunkt erklärt. Abhängigkeit macht unattraktiv und lässt den Respekt vor dem Partner schwinden. Das macht es schwer, den abhängigen Partner zu lieben, man empfindet irgendwann höchstens Mitleid und schlechtes Gewissen, den anderen nicht lieben zu können. Und fehlende Liebe begünstigt die Untreue.

Was ich machen würde: das Gleichgewicht wahren und nie zulassen, dass ich vom anderen emotional abhängig werde. Nie mein eigenes Leben und meine Eigenständigkeit aufgeben und den anderen zum Lebensmittelpunkt erklären. Meine Ziele und Träume verfolgen und nie meine Bedürfnisse hinten anstellen. Dadurch verhindert man, dass der Partner den Respekt vor einem verliert. Respekt ist das A und O und spielt eine große Rolle bei der Treue/Untreue. Außerdem: die Beziehung frisch halten, gemeinsame Unternehmungen, Urlaub usw. Und manchmal muss man den Partner loslassen und etwa zusammen mit Freunden ein Wochenende was unternehmen. Also sich ne gewisse Freiheit gegenseitig gönnen, sodass man sich nicht gegenseitig erdrückt. Das ständige Aufeinanderkleben ist Gift für die Beziehung.

So klingt es zumindest in der Theorie. In der Praxis kann ich es nicht sagen. Für mich steht jedenfalls fest: Liebe und Untreue schließen sich aus.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #59
Glücklich ist, wer verzeihen kann.
Wer das bei eigenem hohem moralischen Anspruch nicht kann, hat in unserer heutigen Zeit gute Chancen zu verbittern.
Na ja, wir können Grundsatzdiskussionen in alle Richtungen starten, z. B.:
1. Wann ist es sinnig zu verzeihen?
2. Aufgrund welcher Ereignisse im Leben tritt Verbitterung beim Menschen ein?

Bleiben wir doch mal beim eigentlichen Thema und da müssen wir gar nicht so weit ausholen.

Ohne großartige Moralistin zu sein, mit weitem Horizont und enormer Toleranz ausgestattet bleibe auch ich bei meiner Meinung, dass Liebe und Untreue nicht zusammenpassen. Egal, ob wissentlich fremdgegangen wird oder heimlich.

Die z. B. über 50jährige Ehe meiner Eltern, deren Liebe zueinander und der Umgang miteinander hat gezeigt, dass ehrliche und aufrichtige Liebe keine dritte Person in eine funktionierende Partnerschaft lässt. Weder mental noch körperlich. Ob 25 Jahre alt oder über 80. Dieses ganze Gefasel um sexuelle Befreiung und offene Beziehung leben bringt m. E. nichts Wesentliches und schon gar nichts Geistvolles im Leben. Das Ergebnis ist: Mann/Frau poppen ein wenig durch die Gegend. Und dann? Bringt es eine alles toppende Erfahrung? Machen häufig wechselnde Sexualpartner intelligenter? Wohl kaum... Somit hat der Mensch keinen wirklich lebensnotwendigen Nutzen davon, man kann also gut und gerne darauf verzichten.

Wenn aber jemand meint, er muss es tun innerhalb einer sogenannten offenen Partnerschaft, soll er. Meinen Segen hat er ganz klar. Ich verurteile das nicht, muss aber noch lange nicht gleichziehen. Erst recht nicht um mitreden zu können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #60
Dass Herakles alles ablehnt, was außerhalb Ihrer Vorstellung liegt (und das ist offensichtlich vieles...) und über eine ausgeprägte Intoleranz verfügt, ist hier wohl den meisten klar...deshalb kommentiere oder argumentiere ich gar nicht dagegen - ist eh sinnlos.

Die Ausgangsfrage interessiert mich ebenfalls - momentan vor allem aus persönlicher Betroffenheit. Ich habe seit nun mehr fast zwei Jahren eine Affaire mit meinem fest liierten Ex-Freund. Und das ist deutlich mehr als Sex. (Zugegebenermaßen ist der Sex aber so grandios, ich hätte mir nicht vorstellen können, dass so etwas möglich ist.)
Wir haben fast täglich Kontakt, wenn wir uns sehen, verbringen wir die Nacht zusammen gehen Essen, reden bis morgens und manchmal begleite ich ihn nach New York oder London wenn er geschäftlich dort ist. Zudem sind wir tief befreundet, er berät mich beruflich, ich weiß, wie die Dinge bei ihm stehen usw.. Ich kenne seine Freundin nicht, weiß noch nichtmals, wie sie heißt - ansonsten wäre dies auch nicht möglich für mich.
Was mir daran immer ein Rätsel bleiben wird, ist, wie man das machen kann, also aus seiner Sicht. Ich könnte das bspw niemals wenn ich in einer Beziehung bin. Ich weiß, dass er darüber nachgedacht hat, sie zu verlassen, will dies aber neben seinen Gefühlen für sie auch wegen ihrer Kinder nicht, für die er der Ersatzvater wurde. Das ist im Moment aus vielen Gründen ok für mich.
Da es aber für mich trotzdem unvorstellbar wäre, quasi zwei Beziehungen zu führen, frage ich mich schon manchmal, was in ihm so vorgeht. Und ich frage mich, ob seine Freundin etwas ahnt, aber nichts sagt. Ob er sie tatsächlich liebt oder er bei ihr bleibt, weil sie nur 4 und nicht 18 Jahre jünger ist so wie ich. D. h. Ich würde zu gerne seine Gedanken lesen, zudem er immer sagt, dass er auf jeden Fall mit mir zusammen wäre, wenn es sie nicht gäbe. (Wie erwähnt, ich weiß gar nicht, ob ich das wollte..).
Deshalb finde ich die Frage spannend, für die ich nicht so einfach eine Antwort finde.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: