• #1

Liebe auf eine Affäre reduzieren?

Also ich habe ja schon viel darüber gelesen, was sich aus einer Affäre entwickeln oder eben auch nicht entwickeln kann.
In meinem Fall hat es aber eigentlich nicht als Affäre begonnen, da wir beide komplett verliebt ineinander waren (und noch sind) und ein gemeinsames Leben planten.
Wir (er m, ich w) sind beide verheiratet und haben Kinder, und auf beiden Seiten hat sich zusehends herausgestellt, dass es doch nicht so einfach ist, unsere langjährigen Partner zu verlassen und die Familie auseinanderzureißen.
Nun sind wir an dem Punkt, an dem ein gemeinsames Leben offiziell abgehakt ist, und wissen nicht recht was wir mit "uns" anfangen sollen. Theoretisch wäre eine Trennung wohl vernünftig von wegen kurzem und heftigen Schmerz, der irgendwann vergeht. Praktisch fällt es uns beiden unglaublich schwer, all das Schöne und Besondere, das wir haben, herzugeben.
Wir haben irgendwie gehofft, uns damit arrangieren zu können, dass wir eben "nur" eine Affäre führen, aber ich befürchte, dass wir das nicht auf die Reihe bekommen, weil die Gefühle so stark sind. Und dementsprechend stark ist natürlich auch der Schmerz.

Ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen? Oder können wir vielleicht doch noch irgendwie die Kurve kratzen und auf eine Affäre "umschalten"? Was meint ihr?
 
  • #2
Wäre schön, wenn man alles miteinander kombinieren und öffnen könnte....
Ihr habt euch schon entschieden, ihr bleibt bei euren Familien / Kindern. Für Kinder finde ich gut, wenn die Eltern zusammenbleiben und ein normales Leben führen, so dass das Kind ohne Angst groß werden kann.
Was ist mit "euch"? Wissen eure Familien davon oder ist es geheim? Wenn ihr euch für die Familien entschieden habt, dann lasst es geheim. Das ist von Anfang an eine Affäre (!), auch wenn es sich anders anfühlt. Denn zwei gleichgestellte Männer waren es für dich noch nie (andersrum genau so). Normal, dass die Gefühle zu dem Neuen stärker sind. Man liebt nie gleichmässig stark mehrere auf einmal.

Wenn sich 2 Menschen verstehen, muss man doch nicht abrupt irgendetwas tun. Freut euch doch, dass ihr euch kennengelernt habt. Kümmert euch um eure Familien, verordnet euch mal ein bisschen Distanz, damit ihr seht, wie ihr damit zurechtkommt. Ich habe das Gefühl, ihr steigert euch in einen Schmerz rein...
 
  • #3
Das kann man nicht vorhersagen. Ich kenne mehrere Paare, die sich kennengelernt haben, als einer oder beide noch gebunden waren. Man macht nicht von ex auf hopp mit seiner Familie Schluss, aber in vielen Fällen haben sie sich dann doch für den neuen Partner entschieden. Solche Entscheidungen dauern.
 
  • #4
Ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen? Oder können wir vielleicht doch noch irgendwie die Kurve kratzen und auf eine Affäre "umschalten"? Was meint ihr?
Ja, es IST an der Zeit, einen Schlusssrich zu ziehen.
Die Frage ist nur, ob Du einen Schlussstrich mit deinem Ehemann ziehst, der seit Ewigkeiten betrogen und belogen wird und gar keine Chance hat, Eure Beziehung mit Dir zu retten oder ob Du Deinem Lover den Rücken kehren willst.
Ihr seid jetzt an einem Punkt, an dem ihr Euch entscheiden solltet.
Und wenn ihr Euch FÜR Eure Familien entscheidet, dann gebt der Familie und Euren Partnern auch eine Chance.
Es wird nicht reichen, alles beim Alten zu belassen.
NImm mal ein bisschen das Drama und das Wort Liebe raus und besinn Dich mal auf das, was Dir wichtig ist. Dein Mann? Deine Kinder? Dein Lover? Nichts dergleichen?
Kehr in Dich, fäll eine Entscheidung und handle danach. Ich verachte Menschen, die so rumeiern und sich irgendwie überall die einfachsten Wege herauspicken ohne Rücksicht auf alle anderen.
Schön bei der Familie bleiben, weil eine Scheidung unbequem und teuer wäre, der Mann umsorgt weiterhin die Familie (und Dich), Sex hast du aber mit einem Anderen.
Ich hab solche Menschen noch nie verstanden. Du betrügst doch deinen Mann, deine Kinder, dich selber.... !? Und verpackst das alles unter dem Wort Liebe.... naja....
 
  • #5
Ich sage, entscheiden. Entweder für die Ehen, dann Schluss mit der Liebe, oder für die Liebe, dann Schluss mit den Ehen.
Man kann nicht alles haben, ohne dass man Katastrophen im Leben kreiert.
Nun kenn ich weder eure Lebensumstände noch kann ich viel Infos entnehmen, ob ich das Liebe nennen würde. Du schreibst nicht, wie lange das geht, wer zuerst vorgeschlagen hat, sich NICHT aus seiner Ehe zu trennen usw.. Ich denke nämlich erstmal so, das ist eine Ausrede. Wenn jetzt behinderte Kinder da sind oder Elternteile, die der Partner pflegt usw., dann ist das Alltagsgefüge ja so verzahnt, dass man sich gar nicht mehr trennen kann. Aber wenn nicht, wo ist das Problem? Und wenn man dieser Frage mehr auf den Grund geht, kommen dann Häuser, Finanzen, sich was aufgebaut haben als Gründe, warum auf einmal die Liebe nicht zu leben geht. Und wie groß kann sie dann sein, wenn Geld wichtiger ist. Was die Kinder angeht - kommt drauf an, ob das Ehepaar dann trotzdem dem Kind noch vermitteln kann, dass Mutter und Vater sich lieben und gern zusammen sind. Denn in einer Umgebung aufzuwachsen, wo ein Elternmensch dem Kind unterschwellig die Schuld gibt, dass er nun nicht sein Glück mit einem anderen Partner haben darf, ist für die Seele des Kindes viel schädlicher als der Schock einer Trennung.

da wir beide komplett verliebt ineinander waren (und noch sind)
Bist Du sicher, dass der Mann genauso fühlt wie Du? Er kann viel reden, wenn er keine Konsequenzen ziehen muss. Wer wollte als erster nicht mehr die Scheidung vom Partner?
Man kann schön die große Liebe definieren, wenn sie doch ein Wolkenschloss bleibt. Das finde ich gefährlich, denn am Ende denkst Du, Du wärst die glücklichste Frau auf Erden gewesen mit diesem Mann und konntest nie rausfinden, dass das gar nicht stimmte. Sowas besetzt einen ja seelisch, dass man immer seinem Traum nachhängt und sich nie für wen anderes mehr öffnen kann.
 
  • #6
Ich hab solche Menschen noch nie verstanden. Du betrügst doch deinen Mann, deine Kinder, dich selber.... !? Und verpackst das alles unter dem Wort Liebe.... naja....

Dem schließe ich mich an! Im NT sagte ich gerade, dass ich kein Freund von Monogamie bin. Hier sieht man mal wieder warum. Ich kann, will und werden niemals Menschen verstehen, die lügen und betrügen. Verlieben während man vergeben ist, kann passieren. Aber dann bitte sofort die Konsequenzen ziehen oder abwarten, die Finger vom anderen lassen und das Gespräch mit dem Partner suchen.

Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler, von daher will ich dich nicht verurteilen liebe FS. Aber, du kannst dir gewiss sein, man kann sein Glück NICHT auf dem Unglück/Scherbenhaufen anderer aufbauen. Dieser Bumerang kommt irgendwann (vielleicht erst in Jahren) zurück!
 
  • #7
Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler, von daher will ich dich nicht

....wenn Fehler über einen langen Zeitraum andauern, dann sind sie nicht mehr entschuldbar.
Hier wurden zwei Menschen um ihr eigenes Glück betrogen, weil man gerne alle Bequemlichkeiten in Anspruch genommen hat.

Wenn eure Liebe so groß ist, dann wäre es ohnehin besser gewesen, sich zu trennen, auf einem sauberen Weg. Glaubt ihr wirklich, dass eure Heimlichkeit auf irgend eine Art und Weise Ehepartner und Kinder nicht erreicht haben? So dumm kann man nicht sein.
Sie hätten ihr Leben anders gestalten, sich anders entscheiden können, wenn sie darüber in Kenntnis gesetzt worden wären, dass man nicht mehr nur für die Familie präsent ist, sondern mit einem anderen Menschen sein Leben teilt. Dieser sitzt mit am Familientisch, wenn auch nur im Geiste desjenigen, der fremd geht. Kinder haben ganz feine Antennen, die sie spüren lassen, dass Fremdenergien Unruhe in ihren Seelenhaushalt bringen.

Da ist das, was ich nicht mag, verantwortungslos dem anderen gegenüber, der im festen Glauben weilt, alles ist gut. Die Wahrheit hätte auch ihm die Möglichkeit gegeben, sich anderweitig einen Partner zu suchen, der bei ihm ist. Das wäre gerecht gewesen.
Deswegen will und kann ich deine Frage nicht beantworten.
 
  • #8
Um deine Geschichte richtig zu verstehen, müsstest Du weitere Details erzählen. In NT schriebst du, dass dein Partner ein Erektionsproblem hatte und dir erst nachher erzählt hatte. Ist dieser Partner dein Mann oder dein Freund? Es ist vielleicht alles nicht Liebe sondern eben nur ein Verlangen nach normalem Sex?
 
  • #9
Es ist Deine Entscheidung, aber ich finde, wenn man sowas tut, sollte man sich nicht vormachen, man sei ein liebevoller Partner. Wer betrügt, ist ein Betrüger, wer lügt, ist ein Lügner, egal wie sehr Du Dich nach der Erfahrung sehnst, tollen Sex zu haben.
Ihr geht beide den Weg des geringsten Widerstandes, hintergeht und belügt Menschen mit denen ihr euch irgendwann mal eng zusammen getan habt. Die Partner werden in Sicherheit gewogen und weiterhin ein normaler Alltag gelebt als ob nichts wäre. Handhabe Deine Affäre so wie Du das für richtig hältst!
 
  • #10
Allzu groß kann die Liebe ja nicht sein, wenn ihr beide eure Partner nicht dafür aufgeben wollt. Es war wohl doch nur ein Strohfeuer, das Kribbeln des Neuen und Verbotenen oder sonstwas.

Also erst einmal akzeptieren, dass es nur eine Affäre und ein kurzer Traum von verrückter Verknalltheit war und nichts weiter.
Der Rest wird sich dann von selbst ergeben - wahrscheinlich werdet ihr euch dadurch eh über kurz oder lang anöden. Ihr seid ja schon auf dem Weg dorthin.
 
  • #11
Im Gegensatz zu vielen anderen Foristen will ich keine moralische Wertung treffen. Darum hat die FS ja auch nicht gebeten.
Die Konstellation erinnert mich an den Roman von Benoite Groult, "Kein Salz auf unserer Haut". Wer die Geschichte nicht kennt, wird z.B. auf Wikipedia fündig.
Der Roman hat einen realen Hintergrund. Benoite Groult hat eine lange Affäre - über fünf Jahrzehnte! - zu einem amerikanischen Soldaten geführt, bis zu dessen Tod.
Sowas gibt es also, ist allerdings sicher nicht für jeden geeignet.
 
  • #12
Aus meiner Sicht ist eine Entscheidung in der einen oder andern Richtung fällig. Wenn die Entscheidung ist, keine Beziehung einzugehen, sondern bei der Familie zu bleiben, dann solltet ihr das konsequent tun.
 
  • #13
Ihr entscheidet euch für ganz oder gar nicht...denn sonst entscheidet sich das Leben mit lautem Krach für Euch.
Meist weil die Affäre irgendwann auffliegt.
In besagtem Roman, war die Zeit bzw Epoche geprägt von: man erträgt aber bleibt, weil grade Frau wenig Alternativen hatte.

Das versteht nur in der heutigen Zeit keiner mehr und vorallem nicht die jungen Leute.
Kinder mögen natürlich am liebsten Eltern die zusammen sind aber wenn sie erwachsen die Wahrheit entdecken, fühlen sie eine schwere Verantwortung: ich bin Schuld, dass Mama unglücklich Zuhause blieb und auf die Liebe verzichtet hat.

Langjährige Affären haben mehr Unglück im Gepäck als viele sehen wollen. Die einen werden betrogen, die anderen dürfen nur zeitweise glücklich sein und da man es ausstrahlt, zerbricht fast immer irgendwann die heile Welt auch für Kinder. Ihr lügt ihnen etwas vor und lebt es vor.

Nur Konsequenzen in die eine oder andere Richtung sind möglich.
Mit allem anderen nehmt ihr euren Familien das Recht auf Mitsprache über ihr eigenes Leben.

Sich zu verlieben kann passieren und wenn es auch nicht mein Naturell ist, Überschneidungen in denen man unsicher ist, kann es auch geben.

Weiter betrügen ist aber eine Bombe mit immer größerer Reichweite.
 
  • #14
Salz auf unserer Haut kann man mit der Geschichte der FS nicht vergleichen. Die Affäre in dem Buch fing vor der Ehe an und dauert eigentlich das ganze Leben. Es ist eher eine Freundschaft und sie sind sehr unterschiedlich. Er ist nur ein Fischer und sie ist sagen wir mal intellektuell auf einer anderen Ebene und sehr freiheitdenkender Mensch und ist sowieso irgendwann geschieden und hat mehrere Männer in ihrem Leben und führt eine Freundschaft Plus Beziehung. Im Grunde will die Frau gar keine Familie/Beziehung im klassischen Sinne führen und ist eigentlich glücklich so wie es ist. Wenigstens habe ich es so verstanden. Er liebt und begehrt sie natürlich, weil sie eben unerreichbar für ihn ist. Sowohl geographisch also auch intellektuell Menschlich.
Bei der FS handelt es sich um eine Affäre, die sehr wahrscheinlich aus Not heraus entstanden ist und sehr wahrscheinlich dafür da ist um die Familie zu stabilisieren. Schade, dass die FS sich nicht mehr äußert. Es würde mich schon sehr interessieren, was sie zu meiner Theorie meint.
 
  • #15
Ich lasse auch mal alles Moralische stecken - was ich schreibe basiert auf Erfahrungen mit einer Freundin, die ich einige Jahre lang in einer ähnlichen Situation hab leiden sehen, und mit der ich vergeblich versucht habe, für sie einen Weg aus dem Luftschloss zu suchen. Ich sah ihn ja immer, aber sie wollte ihn nicht sehen, und so litt sie fürchterlich. Das Problem mit heimlichen Affären, die sich wie Liebe anfühlen, ist die innere Zerrissenheit zumindestens eines der Partner. Man ist kein Unmensch, man will nicht zerstören, man glaubt sich selbst, seinen Idealen treu zu sein, während man es ganz offensichtlich nicht ist. Man hält die Affäre für die ganz große Liebe, aber nur, weil sie als das deklariert wird. Eine solche Liebe ist jedoch Fiktion (nicht umsonst werden hier im Thread Romane genannt!). Man sieht es auch wieder hier an dieser Geschichte hier:
In meinem Fall hat es aber eigentlich nicht als Affäre begonnen, da wir beide komplett verliebt ineinander waren (und noch sind) und ein gemeinsames Leben planten.
Es begann also nicht als Affäre? Nein? Was wäre denn so schlimm an einem Affärenbeginn? Ach so ja: Affären sind "schmutzig", die Liebe "rein"... Ein gemeinsames Leben war geplant, aber es realisierte sich nicht. EBEN - es realisierte sich nicht, weil diese Liebe nur in der Fiktion stattfindet: im Luftschloss, an dem beide bauen, solange die Realität nicht an unterschiedlichen Stellen einbricht und die Fiktion zerstört.
Nun sind wir an dem Punkt, an dem ein gemeinsames Leben offiziell abgehakt ist, und wissen nicht recht was wir mit "uns" anfangen sollen.
Und hier spricht sie noch mit der Stimme des WIR, Prinz und Prinzessin aus dem Luftschloss, aber eigentlich ist es doch die FS, die nichts mit sich anfangen kann. Jeder ist für sich auf sein Ich zurück geworfen - konsequent wäre, die zerplatze Seifenblase als das anzusehen, was sie ist: eine schillernde Hülle um nicht viel Wesenskern, der nun nicht einmal mehr durch das Schillern zusammen gehalten ist.

Und was machen sie jetzt? Sie können nicht in das Luftschloss zurück - denn die ganz große Liebe lässt sich ja nicht mal mehr den Protagonisten so recht als wahr verkaufen. Wären sie nicht so zerrissen, würden sie sich trennen. Aber sie brauchen die Fiktion um die Realität der schlechten Ehen, aus denen sie kommen, zu ertragen.

Nur: wenn sie jetzt weitermachen, wird sich die Realität immer wieder, immer öfter bemerkbar machen - sie wird vielleicht auch ganz laut aufschreien durch die Not unsichtbarer Kinder, die keinen Platz in der Fiktion haben. Sie wird sich bemerkbar machen durch das fürchterliche seelische Leid, das sich einstellt, sich weder dem einen, noch dem anderen ganz zugehörig zu fühlen. Was oft dahinter steckt sind Menschen, die sich selbst verloren haben - sich in der Affäre wie zwei Ertrinkende aneinander geklammert haben.
 
  • #16
Ich habe mich nicht mehr gemeldet, weil ich keine Zeit dafür hatte.
Und um auf alles einzugehen, fehlt mir auch jetzt die Zeit.
Ich will noch genauer erklären, dass bei seiner Frau die Affäre bereits vor über einem Jahr aufgeflogen ist, und mein Mann natürlich längst Verdachtsmomente hat. Seine Frau wollte ihn unbedingt halten und hat ihm das Versprechen abgenommen, dass er mich nicht mehr sieht.

Ja, wir lügen und betrügen unsere Ehepartner seit 15 Monaten und ja, das ist grauenhaft und unmoralisch.

Ich habe mehrmals versucht, meinen Mann zu verlassen, der sich mit Händen und Füssen dagegen gewehrt hat, verlassen zu werden, obwohl ich ihm eindeutig gesagt habe, dass ich ihn nicht mehr liebe.

Natürlich gibt es eine lange Geschichte von Enttäuschungen und Verletzungen in meiner Ehe, die mich überhaupt erst empfänglich für diese Affäre gemacht haben.

Die Erektionsprobleme hat(te) der Lover, mein Mann hat da keinerlei Probleme.

Was oft dahinter steckt sind Menschen, die sich selbst verloren haben - sich in der Affäre wie zwei Ertrinkende aneinander geklammert haben.

Das stimmt. Ich bin auch in Therapie deswegen.
Manchmal ist Klammern besser als Ertrinken.
 
  • #17
Das stimmt. Ich bin auch in Therapie deswegen.
Manchmal ist Klammern besser als Ertrinken.
Ich freue mich riesig für dich, das zu lesen. Die Freundin, von der ich sprach, wählte nach vielen kummervollen Jahren endlich auch diesen Weg und es geht ihr besser. Deinem Mann geht es ja auch schlecht, deshalb klammert er an dir. Und es ist ja so: so lange das Klammern Halt verspricht, klammert man, das Problem ist nur, wenn Klammernde gleichzeitig Ertrinkende sind, ziehen sie sich gegenseitig hinab. Halt geben kann man nur, wenn man in sich stabil ist. Wenn sich dein Mann gleichzeitig auch (therapeutisch?) um seine Probleme kümmert, könnt ihr vielleicht auch wieder zusammen finden - oder ihr trennt euch sauber. Bei meiner Freundin war es so, dass sie sich vom Mann und vom Freund (Affärenmann) gelöst hat und nun tatsächlich in der Therapie zu sich findet. Es ist aber kein einfacher Weg für sie.

Zum Thema Ertrinken: Dass du jetzt - trotz Therapie - hier postest, verrät mir, dass das für dich alles extrem schwer ist. Vielleicht sprichst du mal mit der Therapeutin, ob man zeitweilig die Frequenz der Sitzungen erhöht. Oder vielleicht schlägt er*sie das von sich aus vor, wenn du berichtest, dass du auch hier Rat suchst. Ich selbst habe eine schwierige Trennung hinter mir, die ich ohne therapeutische Begleitung nicht geschafft hätte, musste ich doch auch aus einem Luftschloss heraus. Meins war anders als deins (Mann funktionierender Alkoholiker) - und als ich begreifen musste, dass er sich nicht ändern wird und endlich aus der Beziehung aussteigen wollte und konnte, musste ich mit Suiziddrohungen seinerseits umgehen. Ein solches Klammern ist bedrohlich und ich war dankbar für die professionelle Anleitung, die ich dann hatte. Ich weiß nicht, wie sehr dein Mann klammert, ob auch so - aber es ist wichtig für dich zu wissen, dass er für sich und sein psychisches Wohlbefinden selbst verantwortlich ist. Du bist nicht seine Retterin und kannst es nicht sein, so sehr du das eventuell sein möchtest. Dein Mann muss sich selbst kümmern - du kannst ihn unterstützen dabei, aber kümmern muss er sich, er hat die Verantwortung für sich. Aber auch das vermittelt dir ein kompetenter Therapeut. Wichtig für dich ist zu lernen, was deine Anteile sind, die du verändern kannst, und was seine sind, die du akzeptieren musst oder die du durch eine saubere Trennung aus deinem Leben hältst. Alles Gute dir!
 
  • #18
Ich habe mehrmals versucht, meinen Mann zu verlassen, der sich mit Händen und Füssen dagegen gewehrt hat, verlassen zu werden, obwohl ich ihm eindeutig gesagt habe, dass ich ihn nicht mehr liebe.
Dann geh bloß. Du bist nicht auf der Welt, um für einen anderen Menschen, der mit sich selbst und dem Leben klarkommen muss, unglücklich in Situationen auszuharren. Du hast nur ein Leben und es bringt nichts, sich aufopfern zu wollen. Niemand wird es Dir danken und mehr geliebt wirst Du dafür auch nicht, außer Du pflegst ihn und kannst ansonsten Deiner Wege gehen, also bleibst nicht bei ihm, weil er Dich unter Druck gesetzt hat, sondern aus Mitleid. Das sollte sich aber in Grenzen halten, wenn er nicht auf Dich angewiesen ist und Du Dich nicht von Dir aus aus Liebe um ihn kümmern willst.
 
  • #19
Dein Mann muss sich selbst kümmern - du kannst ihn unterstützen dabei, aber kümmern muss er sich, er hat die Verantwortung für sich. Aber auch das vermittelt dir ein kompetenter Therapeut. Wichtig für dich ist zu lernen, was deine Anteile sind, die du verändern kannst, und was seine sind, die du akzeptieren musst oder die du durch eine saubere Trennung aus deinem Leben hältst. Alles Gute dir!
Das ist in Arbeit, aber es ist ein langsamer Prozess. Danke dir!

Du bist nicht auf der Welt, um für einen anderen Menschen, der mit sich selbst und dem Leben klarkommen muss, unglücklich in Situationen auszuharren
Ist ebenfalls in Arbeit.

Wer wollte als erster nicht mehr die Scheidung vom Partner?
Er ist derjenige, der im November klar gesagt hat, dass er seine Familie nicht verlassen kann/will/wird. Ich war im Juni soweit zu gehen (dachte ich zumindest), hatte auch schon eine Wohnung gefunden etc.. habe aber am Ende dem Druck meines Mannes nachgegeben und einen Rückzieher gemacht.

Aber wenn nicht, wo ist das Problem? Und wenn man dieser Frage mehr auf den Grund geht, kommen dann Häuser, Finanzen, sich was aufgebaut haben als Gründe, warum auf einmal die Liebe nicht zu leben geht. Und wie groß kann sie dann sein, wenn Geld wichtiger ist.
Es wäre zu langatmig, alles auszuführen, aber mein Mann hat sich in eine gewisse Abhängigkeit mir gegenüber manövriert und ich habe ihn vermutlich unbewusst dabei unterstützt. Diese Situation, gepaart mit meinen Schuldgefühlen, kommt ihm jetzt "zugute", um mich weiter an ihn zu binden. Aber "gut" ist das für niemanden in der Familie. Geld spielt in dieser Situation keine Rolle.
Die "Liebe nicht zu leben" geht aus zwei Gründen nicht: weil ich (noch) zu schwach bin, um meinen Mann zu verlassen und weil der "Lover" mit seiner Familie leben will und nicht mit mir.

Ich verachte Menschen, die so rumeiern und sich irgendwie überall die einfachsten Wege herauspicken ohne Rücksicht auf alle anderen.
Schön bei der Familie bleiben, weil eine Scheidung unbequem und teuer wäre, der Mann umsorgt weiterhin die Familie (und Dich), Sex hast du aber mit einem Anderen.
Ich mag das an mir auch nicht. Ansonsten bin ich in Beruf und Alltag gewohnt, Entscheidungen zu treffen und diese in die Praxis umzusetzen. Mein Mann umsorgt mich bestimmt nicht, aber als Vater ist er tatsächlich großartig.
 
  • #20
Was wäre, wenn er die Familie verlassen hätte? Wärst Du dann trotzdem aus Schuldgefühlen bei deinem Mann geblieben?

Ich denke, dass man niemanden so gut belügen kann wie sich selbst.
Schuldgefühle und daraus resultierendes Handeln wirst Du sicherlich haben.
Das ist aber ein Handeln dessen Konsequenzen Du kennst,
Oft stehen dahinter noch andere Ängste deren Konsequenz man nicht kennt oder ablehnt.
Wie zb alleine sein, nicht gebraucht zu werden und ggf nicht geliebt.

Hätte dein Geliebter sich getrennt, wärst Du mit ihm zusammen, offiziell?!
 
  • #21
Mein Mann umsorgt mich bestimmt nicht, aber als Vater ist er tatsächlich großartig.
Komischer Satz. Eure Beziehung ist in einer riesigen Schieflage - wohl seit Jahren. Da ist niemand "großartiger Vater" oder "großartige Mutter". Adäquater Vater würde schon reichen - aber gleich großartig?? Eure Spannungen miteinander spüren eure Kinder. Und wenn ihr genau hinsehen würdet (euch hinaus aus dem großartigen Luftschloss bewegen würdet), dann würdet ihr die Not der Kinder sehen. Wie genau geht es euren Kindern? Weißt du das?
Es wäre zu langatmig, alles auszuführen, aber mein Mann hat sich in eine gewisse Abhängigkeit mir gegenüber manövriert und ich habe ihn vermutlich unbewusst dabei unterstützt. Diese Situation, gepaart mit meinen Schuldgefühlen, kommt ihm jetzt "zugute", um mich weiter an ihn zu binden. Aber "gut" ist das für niemanden in der Familie.
Und hier steht es auch schon, du weißt es auch selbst. Damit es dir besser gehen kann, musst du zuerst aufhören, dir dein Leben schön zu reden - auch die Aspekte, an denen du dich selbst festklammerst. Es ist ja beileibe nicht so, dass sich dein Mann in eine Abhängigkeit von dir gebracht hat, sondern ihr seid voneinander abhängig. Wenn du unabhängig wärst, hättest du ihn nicht in eine Abhängigkeit von dir geraten lassen. Klingt sehr simpel, ist auch logisch, aber nicht so leicht zu begreifen, weil du vermutlich ihm gegenüber eine gewisse Überlegenheit spürst. Und es ist dieses Gefühl der Überlegenheit, dass dich von ihm abhängig macht bzw. dich auch an ihn bindet. Bewusst oder unbewusst (spielt keine Rolle, was es ist), wertest du ihn ab, um dich aufzuwerten. In einer echten Liebesbeziehung, keiner fiktiven, können Partner immer gehen - bleiben freiwillig beieinander. Nur wer sich trennen kann, kann auch freiwillig bleiben. Ihr solltet euch dringend sortieren - nicht nur euch selbst zuliebe, sondern ganz besonders auch eurer Kinder zuliebe - denn die können an eurer Schieflage nichts ändern und tragen euer Leid. Ihr benutzt sie als Bindemittel - sie haben die Aufgabe, das Ende eurer Beziehung zu kaschieren, und das ist eine immense Belastung. Es wird ihnen ganz garantiert nicht gut gehen damit.
 
  • #22
Liebe FS,
du hast dich neu verliebt und liebst deinen Mann nicht mehr. So wie du die Situation darstellst, liebt dein Freund dich auch und seine Frau ist sowieso informiert. Warum zieht Ihr dann nicht zusammen? Warum zieht er nicht mit dir in eine neue Wohnung und übernimmt alles? Kann es sein, dass du dich alles schön redest? Mich würde es auch interessieren wie die Geschichte aufgeflogen ist. Hat ein Vöglein gezwitschert? Vielleicht du selbst hast für die Infos gesorgt? Wie dem auch sei, trotz allem bleibt er bei seiner Familie. Dein Mann möchte auch die Familie nicht verlassen. Die einzige, die sich nicht wohl fühlt bist anscheinend du selbst. Wenn du deine Familie nicht mehr möchtest, solltest du dich trennen, ausziehen und wieder neu anfangen. Ich kann deinen Mann sehr gut verstehen. Er verteidigt sein Hab und Gut und seine Kinder. Warum soll er ausziehen? Er ist doch loyal zu seiner Familie. Wer auszieht, verliert alles und er ist klug genug dies zu wissen. Ich möchte dich nicht zu Nahe treten aber solche Geschichten behandele ich mittlerweile wie eine Heroinabhängigkeit. Es ist eine Art Sucht und man kommt nur mit Therapie und Begleitung aus solchen Geschichten wieder raus. Du bist deshalb in meinen Augen auf einem guten Weg.
 
  • #23

Weil es für ihn nicht genug ist, seine Kinder nur im Ausmaß des gesetzlich vorgeschriebenen Besuchsrechts zu sehen. Und weil die Vorstellung einer Trennung Existenzängste bei ihm auslöst.

Mich würde es auch interessieren wie die Geschichte aufgeflogen ist. Hat ein Vöglein gezwitschert? Vielleicht du selbst hast für die Infos gesorgt?

Die Geschichte ist ganz einfach durch Ungeschick aufgeflogen. Er hatte einen Brief von mir aufbewahrt. Durch Zufall hat sie ihn bei der Suche nach einem verlorenen Gegenstand gefunden.
Ich würde nichts dafür tun, damit die Geschichte bei ihm auffliegt. Ansonsten hätte ich meinem Mann schon längst die Wahrheit gesagt.

Er verteidigt sein Hab und Gut und seine Kinder. Warum soll er ausziehen? Er ist doch loyal zu seiner Familie.
Ich habe nie gesagt, dass er ausziehen soll. Im Gegenteil, ich habe ihm gegenüber immer betont, dass ich ausziehen würde. Außerdem denke ich, dass ein geteiltes Sorgerecht für alle Familienmitglieder die passendste Lösung wäre, wobei in der Umsetzung natürlich sehr viel Behutsamkeit vonnöten wäre, um die Kinder nicht weiteren Spannungen auszusetzen.
Hab und Gut im finanziellen Sinne ist bei uns kein Thema. Dass er mich als seinen Besitz sieht, schon eher.
Wenn man Loyalität so definiert, dass er - im Gegensatz zu mir - keine Affäre hat, dann kann man das auch so betrachten. Ich bin ja der Meinung, dass Fremdgehen nur eine von vielen Möglichkeiten ist, um seinen Ehepartner respektlos zu behandeln. Und er hat da schon auch ein beachtliches Repertoire.

Adäquater Vater würde schon reichen - aber gleich großartig??

Ich verwende das Wort "großartig", weil ich das so empfinde. Er hat vom ersten Tag an die Verantwortung für seine Kinder zu 100% übernommen, und zwar in jeder Hinsicht, also angefangen vom Versorgen der Babys bis dahin, dass er seinen Kindern zuliebe bereit ist, die eigenen Werte immer wieder in Frage zu stellen und nicht versucht, ihnen diese überzustülpen. Das mag banal klingen, ist es für mich aber gar nicht. Und speziell ihm fällt so etwas besonders schwer.

Hätte dein Geliebter sich getrennt, wärst Du mit ihm zusammen, offiziell?!

Ich denke ja. Offiziell zusammen wären wir vermutlich noch nicht, weil ich meinen Kindern nicht von heute auf morgen einen fremden Mann vorsetzen würde. Sie würden Zeit brauchen, bis sie die Trennung ihrer Eltern verarbeiten können und bis ihr Alltag erneut an Stabilität gewinnt. Erst dann hätte ich gewollt, dass er und die Kinder einander langsam kennenlernen.
 
  • #24
So, jetzt möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die hier geantwortet haben. Ich denke, dass mir viele eurer sehr direkten bzw. konkreten Aussagen gut tun, weil sie mir helfen, mich mit der Realität zu konfrontieren. Ich stecke in einem persönlichen Prozess, in dem es nur sehr langsam vorangeht und vieles an Bewusstsein noch nicht möglich ist.

Generell sind mir natürlich viele Dinge, die ihr gesagt habt, auf kognitiver Ebene durchaus bewusst. Aber auf emotionaler Ebene läuft oft ein ganz anderer Film und zu wissen, was richtig ist, impliziert nicht automatisch, dass man in der Lage ist, es zu tun.
 
  • #25
Ich berichte dir sehr gerne wie es bei uns war: Nachdem wir sehr lange es versucht haben zusammen zu bleiben, ist mein Mann ausgezogen. Sie (mein Mann und seine Freundin) haben ab da offiziell als Paar zusammengelebt. Die Liebesfassade von den Beiden war aber schon da am bröckeln. Ich habe mich komplett zurückgezogen und akzeptierte es und fühlte mich exakt für einen Tag sehr gut. Da kam er wieder weinend zurück. Ich habe ihn getröstet und ihm versichert, dass wir (die Kinder und ich) egal was passiert, für ihn da sein werden. Er soll gehen und sein Leben mit dieser Frau gestalten, so wie er es möchte. Ich denke, dass es auch ein Liebesbeweis von mir war. Ein Abschiedsgeschenk.

Ja, es hat ihm sehr viel Überwindung gekostet aber er ist gegangen. Es dauerte aber nicht sehr lange und die Probleme wurden immer mehr bis seine Freundin sich letztes Jahr getrennt hat. Der Grund war ein anderer Mann....Tja, ich habe mein Versprechen gehalten und ihn aufgefangen. Auch die Kinder haben ihn getröstet. Es geht ihm jetzt viel besser und hier und da hat er auch Dates......

THE END
 
  • #26
Wenn Du mit ihm zusammen wärst, hätte er seine Familie verlassen, dann hättest Du aber Deinen Mann verlassen, was Du jetzt aus Schuldgefühlen nicht tust.

Darum sind die Schuldgefühle nicht Dein vorrangiges Thema.

Angst vorm allein sein?
Immer dort bleiben oder hingehen wo man geliebt wird?
Was ist Dein wirklich grosses Thema im Hintergrund?
 
  • #27
Und er hat da schon auch ein beachtliches Repertoire.
Wenn Kinder mitkriegen, dass ein Elternteil das andere respektlos behandelt, ist das aber auch nicht gut für sie. Und Menschen, die andere respektlos behandeln, können das jederzeit auch mit anderen tun.

Ich hab auch überlegt, wie großartig die Liebe seitens Deines geheimen Freundes ist. Dass er Angst hat, die Kinder nicht mehr sehen zu können, versteh ich. Aber ich denke nicht, dass die Stimmung bei denen zu Hause besonders gut ist für Kinder, weil die Ehefrau sicher den Betrug nicht einfach wegsteckt, also ob es dabei um das Wohl der Kinder geht, kann man auch fragen.

Ich frage mich, ob er nicht einfach genau so ein Fremdgänger ist wie alle anderen auch, die wegen des Geldes und der gewohnten Umgebung nicht gehen wollen, wo die Kinder zerrieben würden in Racheakten bzgl. der Häufigkeit des Sehens der Elternteile, und wo alles gar nicht so dramatisch ist, sondern die Ehe einfach nur ein bisschen langweilig war. Kann man gut große Liebe nennen, denn man wird es ja doch nie leben und auch versuchen müssen, es in einen schnöden Alltag zu bringen.
Vielleicht ist es auch wirklich wundervolle Liebe, aber es ist schon ersichtlich, dass sie kein reales Fundament haben kann.

Meine ersten Gedanken bei solchen Affären sind immer, dass so die Ehe gefestigt wird, denn nun hat der Fremdgänger nicht nur ein vertrautes Nest, sondern auch noch die fehlende Träumerei von Romantik und Änderung des Lebens dabei. Ich denke, das schlimmste im Leben ist, wenn man keine Hoffnung mehr verspürt, dass sich eingeschlafene Bereiche nie wieder ändern bis ans Lebensende. Und je nachdem, wie man sich eingerichtet hat in seinen Ansichten, also z.B. dass Single sein was ganz schreckliches ist, schafft man sich selbst die hoffnungslose Umgebung, also in dem Fall eine Beziehung, aus der man schon lange raus wollte, aber aus Angst vorm Alleinsein nicht geht, oder eben eine Langweilerbeziehung, die man versucht zu ertragen. Da Hoffnungslosigkeitsgefühle in manchen Lebenssituationen normal sind und man nur den normalen Alltag nicht ertragen kann, ist da natürlich immer das Risiko, dass man einem Trugbild hinterherläuft. Manchmal trifft man jemanden, mit dem man gemeinsam den Traum träumen kann von einem anderen Leben. Aber eigentlich weiß man schon, dass das auch nichts wird.
Ich will darauf hinaus, dass Du diese Sache vielleicht anders siehst als Dein Geliebter. Oder vielleicht siehst Du auch vom Verstand her, dass ihr nie im Alltag zusammenpassen würdet, aber Dein Gefühl klammert sich noch daran, dass Du aus Deiner Ehe hättest raus können ins "Paradies" - wenn alles immer so käme, wie man es sich zusammenträumt.
 
  • #28
Ich mag das an mir auch nicht. Ansonsten bin ich in Beruf und Alltag gewohnt, Entscheidungen zu treffen und diese in die Praxis umzusetzen. Mein Mann umsorgt mich bestimmt nicht, aber als Vater ist er tatsächlich großartig.

Als Vater kann er aber auch nach Trennung großartig sein.
Ich bin selber getrennt und Vater und Mutter sein in getrennten Verhältnissen schadet den Kindern kein bisschen, solange die Verhältnisse geklärt sind.
Es schadet Kindern vielmehr, wenn sie in einer Scheinwelt aufwachsen, denn sie spüren unterbewusst viel mehr als uns lieb ist.
 
  • #29
Hallo!
Nachdem sich doch recht viele von euch die Mühe gemacht haben, mir mit konstruktiver Kritik weiterzuhelfen, möchte ich euch jetzt auf den aktuellen Stand bringen.
Ich habe mich vor einigen Tagen von meinem "Liebhaber" getrennt, wobei ich im Grunde nur ausgesprochen habe, was wir beide schon wussten, nämlich dass die Affäre nicht funktioniert, aber auch keine reelle Beziehung daraus werden kann.

Somit hat sich die Fragestellung für mich erübrigt...
 
  • #30
Hallo Moi40+,
Ansonsten hätte ich meinem Mann schon längst die Wahrheit gesagt.
Achso, dein Mann weiß bis heute nichts von der langen Affäre.
Das ist aber eine schwere Bürde für dich, wenn du mit dem Wissen weiter mit ihm zusammen leben willst.
Weißt du, vielleicht würde er schlagartig das Klammern aufhören und sich sogar von dir trennen, wenn er das wüsste.
auf beiden Seiten hat sich zusehends herausgestellt, dass es doch nicht so einfach ist, unsere langjährigen Partner zu verlassen und die Familie auseinanderzureißen.
Da ist die Realität noch nicht bei dir angekommen, weil es letztendlich NUR von deinem Affärenmann abhing. Du warst die Verträumte.

Er wird vermutlich nach dir schon die nächste Affärenfrau für sich suchen.

Er ist derjenige, der im November klar gesagt hat, dass er seine Familie nicht verlassen kann/will/wird. Ich war im Juni soweit zu gehen (dachte ich zumindest), hatte auch schon eine Wohnung gefunden etc.. habe aber am Ende dem Druck meines Mannes nachgegeben und einen Rückzieher gemacht.
Sicher, dass dein Wohnungszurückziehen nur auf Druck deines Mannes geschah? Und nicht, weil dein Affärenmann Zweifel hatte, die er im November so eindeutig dir gegenüber artikulierte, dass du für Sex gut genug bist (auch wenn er wie du schriebst Potenzprobleme hat), aber er dich nicht liebt, sonst hätte er sich getrennt.
Ich habe mich vor einigen Tagen von meinem "Liebhaber" getrennt,
Wenigstens etwas. Okay.
Ich heisse Betrug usw.nicht gut, aber hilfsweise überlege ich, ob er dich nicht abgewimmelt hat, es ihm aber wichig war, dass DU Schluss machst
Weisst du Männer können sehr berechnend sein.
Wenn er es mit Fake-Liebesworten (du bedeutest mir sooo viel usw) schafft dich gut gesinnt zu halten, gleichzeitig aber durch manipulierendes Verhalten schafft, dass du Schluss machst, brauch er keine Sorge haben, dass du ihn bei seiner Frau verpetzt, der er versprach dich nicht mehr zu sehen (war vor über einem Jahr).
 
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