• #1

Level an Nähe, Körperlichkeit etc.

Liebes Forum,
gerne hätte ich eine Einschätzung darüber, ob mein 'Problem' angemessen ist oder ob ich übertreibe.
Kurz zu uns: Wir sind anfang und ende 30, beides Akademiker, leben noch nicht zusammen, möchten aber bald. Wir planen zusammen. Wir möchten also eigentlich beisammen bleiben.

Nun ist es so: Er ist ein zurückhaltender, hochintelligenter, höflicher und 'edler' Charakter, äusserst loyal, differenziert und analytisch. Ich ebenso. Nur: Ich bin auch sehr impulsiv und sagenwirmal triebgesteuert, natürlich. Ich bin dahingehend sehr ehrlich, dass ich zeige, was ich möchte, brauche oder eben nicht.

Das Kind beim Namen: Ich komme körperlich zu kurz. Aber wirklich. Wir küssen uns sozusagen nie, ausser Bussis beim Hallo und Tschüs. Im Bett ja, aber nur wenn was läuft. Laufen tut nach seinem Gusto ca. 1 mal die Woche was, mal weniger, selten mehr. Ich bräuchte mehr.
Beim Einschlafen dreht er sich immer weg und möchte gerne, dass ich mich ankuschle. Mich aber mal in den Arm zu nehmen (so richtig, nicht nur ein Händchen!!), auf die Idee kommt er nicht. Wenn ich mich so verhalte wie er, dann dreht er sich auch weg, kommt von alleine nicht.
Sonstige Körperlichkeiten im Alltag beschränken sich auf sehr wenig, meist eher unbeholfenes 'Rubbeln' meines Armes oder meines Kopfes (nein, ich bin kein Tierchen).

Soweit so gut. Ich schätze und liebe diesen Mann über alles. Aber ich weiss nicht, ob ich so leben kann und will. Darüber gesprochen haben wir natürlich, er war sehr betroffen. Er hat offensichtlich das Gefühl, ich würde ihn drehen und wenden wollen, so wies mir grad passt. Ich fühle mich dabei sehr unwohl, da ich kein Nörgler sein möchte. Aber ich komme zu kurz. Ist einfach so.

Wenn es nach mir ginge: Wir würden uns öfters küssen, öfters miteinander schlafen. Er würde auch körperlich wirkliche Nähe zulassen, Verbindung herstellen.

Ich merke immer mehr, dass ich da nicht weiter komme. Ich bin keine zickige Frau, doch ertappe ich mich dabei, dass ich öfters mal abweisend werde, wenn ich mich zurückgestossen fühle. Das sorgt dann für miese Stimmung.

Momentan denke ich sehr viel nach, merke, ich muss entscheiden. So weiter, schliesslich hat er arg viel an sich, das ich schätze, liebe und so schnell nicht wieder finde; oder eben gehen, in der Hoffnung, 'genau' das zu finden, was ich brauche.

Übertreibe ich?

Danke.
 
  • #2
Nein. Kompatibilität im körperlichen Bereich ist extrem wichtig. Es wird dich immer stören, daß es nicht so ist, wie du es gern hättest. Ihn wird es immer stören, daß er nicht so sein kann, wie er ist, und sich kritisiert und nicht anerkannt fühlt.
Langfristig funktionieren Partnerschaften nur, wenn weitgehende Übereinstimmung in den 3 großen Themenbereichen herrscht: Kindererziehung, Geld und Sex.
Wenn nicht, dann werden die unterschiedlichen Lebenskonzepte früher oder später für das Scheitern sorgen.
 
  • #3
Ich finde nicht, dass du übertreibst. Berührungen, Zärtlichkeiten und Sex sind auch für mich Grundbedürfnisse, wie Nahrungsaufnahme (allerdings nicht so oft ;-)). Wenn ich liebe, oder geliebt werde, dann ist es für mich unabdingbar, dass wir regelmäßig zärtlich zueinander sind, küssen und miteinander schlafen, denn das schafft ehrliche und innige Nähe. Der Geist spielt bei der Anziehung aber auch eine wichtige Rolle. Der Geist sollte mit dem Körper im Einklang sein, ein gewisses Verlangen nach Sex haben, denn dann fühle ich mich begehrt und ehrlich geliebt. Wenn wir mal beim Tier sind, ungestreichelte gehen eher ein, als gestreichelte.
Wenn du jetzt schon zickig wirst, dann wird es der Frust darüber sein. Vielleicht solltest du vor dem Zusammenzug nochmal mit ihm in Ruhe reden, keine Vorwürfe machen, sondern auch, ob er DICH liebt. Oder hat er schon Errektionsstörungen? Hatte er vor dir nur wenig Erfahrung gesammelt?
Beziehungen, die Konstruktionen sind, werden auf Dauer langweilig und frustrierend. Leidenschaft, die bleibt, ist ein ständiges Abenteuer. Ich wolle keine konstruierte Beziehung, wo alles „nach Plan“ läuft, oder wie es die Gesellschaft vorschreibt. Mich macht Leidenschaft glücklich.
Überlege dir diese Situation in 5 Jahren, wird es dann noch so sein? Ohje..
Alles Gute!
 
  • #4
Liebe Liiee,

das ist wirklich ein Problem - leider. Und du wirst dich entscheiden müssen. Deine Höflichkeit und deine guten Absichten sind wunderbar. Aber ihr habt nicht das selbe Verlangen nach körperlicher Kommunikation. Und um das zu "streichen" und nur aufgrund von unkörperlichen Gemeinsamkeiten zusammenzubleiben, dafür seid ihr zu jung.

Du übertreibst nicht. Hier lesen wir oft nach ein paar Jahren Partnerschaft "Alles ist so gut bei uns - nur, es läuft so gar nichts mehr zwischen uns...". Und davon nährt sich der Frust auf einer Seite und irgendwann der Bruch.

Wenn er Ende 30 ist und ansonsten bei euch und in seinem Leben alles gut - dann wird sich das nicht mehr großartig ändern. Oft wird trotzdem geheiratet, weil ja durchaus Liebe da ist - verzichtet einer von beiden auf eines seiner Grundbedürfnisse. Dann kommt ein Kind oder mehrere und bei einer Frau ist DAS dann oft lange Zeit der Ersatz, weil ein Kind einen auch sehr körperlich "in Beschlag nimmt". Aber das Grundbedürfnis nach Körperkommunikation mit dem eigenen Mann ist doch immer noch da - und wird nicht erfüllt.

Leider musst du selbst mit dir in Klausur gehen und vielleicht ihr beide auch noch mal zusammen. Du allen wirst wissen oder ahnen, ob sich da durch ein ernstes Gespräch noch irgend was machen lässt.

Ich (fast 50 Jahre alt) höre deine Geschichte sehr, sehr oft von jüngeren sowohl als auch von gleichaltrigen Frauen, die in Partnerschaft leben. Überleg es dir gut!
 
  • #5
Ihr seid jetzt genau wie lange schon zusammen?

Stundenlanges Küssen, Kuscheln, im Arm halten, ständig sich anfassen, berühren, umarmen, streicheln, Sex mehrmals die Woche oder gern täglich... Du bist doch kein verliebter Teenager, sondern eine gestandene Frau von Anfang 30 Jahren. Dir muss doch klar sein, dass Menschen individuell sind und man Kompromisse eingeht.
Möchtest Du, dass er Dir im Gesicht rumstreichelt oder den Bauch krault, bei jeder Gelegenheit dir einen Schmatzer verpasst, wenn Du an den Kühlschrank gehst oder aus dem Bad kommst?
Aber wie ein Haus- oder Kuscheltier, willst Du Dich nicht fühlen.
Es klingt, als brauchst Du unglaublich viel körperliche Nähe oder sehr oft das Gefühl von ihm körperlich begehrt zu werden. So soll er dein Erfüllungsgehilfe sein.
Ich glaube, es wird sehr schwer, einen immer bereiten Kuschel-Knuddel-Bären zu finden, der Dir die Aufmerksamkeit am langen Stück und in der Dauerfrequenz bieten kann.
 
  • #6
Wir küssen uns sozusagen nie, ausser Bussis beim Hallo und Tschüs.
Unter verliebten Paaren stelle ich mir leidenschaftliche Küsse vor.
Ich schätze und liebe diesen Mann über alles.
Und wie fühlt dieser Mann, für die FS ?
Wenn es nach mir ginge: Wir würden uns öfters küssen, öfters miteinander schlafen. Er würde auch körperlich wirkliche Nähe zulassen, Verbindung herstellen.
Ich kann die FS gut verstehen, dass sie es vermisst. Dieser Mann wirkt eher wie Freundschaft-plus-Sex. Aber nicht wie Liebe ?

Die FS erwartet zurecht mehr Nähe in einer Beziehung. Und ist etwas frustriert, weil sie es bei diesem Mann nicht in dem Maße bekommt. Aber deswegen fremdgehen, will sie auch nicht.

Aber die FS hat auch die Sorge, wenn sie sich von ihm trennen würde, dass sie dann länger suchen muß, um einen passenden Mann zu finden. Und lieber diesen "halben" Partner behalten, und hoffen, dass er sich bessern würde ?

Vorschlag: Mit ihm Klartext reden. Warum küsst er nicht, wie man das bei verliebten Paaren sieht ? Warum so wenig Leidenschaft ? Was hindert ihn daran ?
Wieviel Liebe kann er überhaupt für die FS empfinden ?
(Und welchen Eindruck gewinnt die FS bei seinen Antworten ?)
 
  • #7
Nein du übertreibst nicht! Gerade die sexuelle Zufriedenheit spielt eine Rolle, wenn eine Beziehung langfristig funktionieren soll. Dazu ist es wichtig das beide Partner zumindest ungefähr die gleichen Wünsche und Bedürfnisse haben. Wenn du immer nur zurücksteckst, wirst du über kurz oder lang sehr frustriert sein. Mir persönlich wäre 1x die Woche viel zu wenig....wie lange seid ihr denn schon zusammen? Im Laufe eine Beziehung wird es ja eher weniger als mehr.
Natürlich birgt es ein Risiko jetzt zu gehen, aber ich glauben auf Dauer wirst du so keine, für dich befriedigende, Beziehung führen können. Leider ist das auch ein Punkt an dem man wenig Kompromisse machen kann. Wenn er nicht öfter will ist das so, aber du bleibst dabei auf der Strecke. Das zusammenziehen würde ich auf jeden Fall noch verschieben.
 
G

Ga_ui

  • #8
Ich verstehe nicht, warum Frauen immer den Fehler bei sich suchen.

Ich würde klare Ansagen machen, dass das für eine Liebe einfach nicht reicht und mich trennen. Sei dir ein bisschen mehr wert! Man bekommt eben das, was man duldet als Frau!

Liebe hin oder her. Er will dich nicht küssen, nicht umarmen, dreht sich im Bett weg, Sex gibts wahrscheinlich auch nicht. Das sind aber die Basics.
Entweder ist er schwul oder er geht fremd oder er ist schlichtweg nicht an dir interessiert. Jedenfalls würde mich das misstrauisch machen, ob ich mir da nicht ein rosa Traumschloss zusammenträume.
Gespräche darüber geht er vermutlich auch aus dem Weg. Ehrlich, das kann nicht sein! Eine Beziehung läuft nur über Kommunikationsbereitschaft.

Du selber kannst ja auch mal aktiv werden, lehnt er dich dann ab, wäre ich aber sofort weg! Das sagt ja dann alles aus!

Du sagst, du liebst ihn sehr. Oftmals ist es auf der anderen Seite aber nicht so! Nimm deine Liebe also zurück, bis du merkst, es kommt genauso viel zurück, und verteile deine Liebe ausschließlich, wo und wenn du merkst, es kommt gleichermaßen zurück! Sonst gibst du immer mehr als du zurückbekommst und das wird ausgenutzt und ist frustierend.

Auch ist es so, wenn du jemanden mit Liebe überschüttest, fühlt sich der andere oft in die Ecke gedrängt, verpflichtet, und dreht sich deswegen weg.
 
  • #9
Kurz zu uns: Wir sind anfang und ende 30, beides Akademiker, leben noch nicht zusammen, möchten aber bald. Wir planen zusammen. Wir möchten also eigentlich beisammen bleiben.
Gute Erkenntnis. Nur willst Du es körperlich erfahren (sprich Sex, mehr als nur Küßchen im Alltag), daß Du geliebt wirst.. Er braucht das irgendwie nicht, vielmehr zeigt er Dir intellektuell und durch sein Verhalten im Alltag, daß er Dich mag.

Wenn besonders intelligente und begabte Menschen mit einander kommunizieren, beschäftigten sie sich nicht mit Belanglosigkeiten, die der andere eh schon weiß. Wenn es etwa darum geht, daß es z. B. 10 Möglichkeiten für eine künftige Entwicklung gibt und bei denen z. B. für den Allerweltsmenschen gerade mal 6 erkennbar sind, dann verdient das keine Erörterung - vielmehr werden die 4 Möglichkeiten, die nicht typisch für Allerweltsmenschen sind, gezielter geschildert - die 6 Möglichkeiten für Allerweltsmenschen werden vorausgesetzt.

Aus seiner Sicht ist Händchenhalten, Kuscheln und vielleicht auch Sex was für Allerweltsmenschen, für Dich aber nicht. Deswegen ist der Weg zur Lösung des Problems für Dich, daß Du erst mal herausarbeitest, wie besonders begabte Menschen kommunizieren - oft auch in Rätseln, verklasuliwert, komplexer ...

Wenn Dir der Trieb so wichtig ist, ihm aber nicht ... dann kannst vielleicht auch andere Wege finden, den für ihn unwichtigen Trieb auszuleben. Er sollte es hinkriegen, das im Kopf zu trennen.
 
  • #10
Ich denke, ein wichtiger Punkt passt bei euch gar nicht. Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass das nur dauerhaft Frust bedeutet, egal, wie toll der Mann sonst ist. Dein Freund ist vermutlich der Ältere, aber auch Anfang 30 wäre schon in einem Alter, bei dem man weiß, was man sexuell und körperlich will. Ich möchte auch nie wieder einen Freund, der nicht gern und gut küsst oder leidenschaftslos ist.
Deinem Freund scheint es zu reichen, wie es läuft. Und dass er denkt, dass Du ihn ummodeln willst, ist für mich ein Zeichen, dass er nicht der Typ ist, den Du sexuell willst. Er macht das nicht absichtlich, sondern weil ihm das nicht anders liegt. Wobei ich bei dem Getätschele noch denke, dass da noch was sein könnte, das er nicht rauslässt. Aber ich weiß nicht, ob es nicht auch solche Menschen gibt, für die das einfach reicht.

doch ertappe ich mich dabei, dass ich öfters mal abweisend werde, wenn ich mich zurückgestossen fühle.
Ich denke, das wird so bleiben, weil auch Du Dich nicht ummodeln kannst. Dir ist bei der Liebesäußerung der körperliche Aspekt viel wesentlicher als ihm. Bei ihm ist das Bedürfnis nicht da und das kannst Du nicht herbeidiskutieren.

schliesslich hat er arg viel an sich, das ich schätze, liebe und so schnell nicht wieder finde; oder eben gehen, in der Hoffnung, 'genau' das zu finden, was ich brauche.
Ich denke, die Frage ist, was Du wirklich wichtig findest. So in Richtung: Muss Hochintelligenz sein und was willst Du mit der Eigenschaft "analytisch" in einer Beziehung?
Für eine Beziehung ist meines Erachtens u.a. wichtig, dass man Liebe auf eine Weise äußert, die der andere versteht. Wenn seine Liebe ein viel geringeres körperliches Level als Deins hat, finde ich das viel frustrierender, als wenn Du Differenzialgleichungen spannend findest und er nicht.
 
  • #11
Liebe Liiee,

Angemessen, übertreiben?

Ein annähernd ähnliches Nähe / Distanz Bedürfnis zwischen Partnern ist m.E. eines der absoluten Basics.

Wer kann DEIN Nähe / Distanz Bedürfnis definieren, außer Dir selbst? Wer definiert, was da angemessen ist oder nicht.
Jeder hat ein eigenes Bedürfnis nach Nähe und ich glaube, dass dies ein sehr grundlegendes Bedürfnis ist.
Wird das nicht befriedigt, geht es auf Dauer nicht in einer Partnerschaft. Es geht nicht, wenn einer mehr Distanz braucht, dann fühlt der / diejenige sich irgendwann bedrängt, erstickt, "bekommt keine Luft zum Atmen" und wenn eine/r mehr Nähe benötigt, dann bleibt bei der/demjenigen eine ungestillte Sehnsucht, die genauso dauerhaft zu unlösbaren Problemen führt.

Vielleicht kann man als Paar sich mal ernsthaft zusammensetzen, definieren, was jeder benötigt, um sich wohl zu fühlen und wie man ggf. einen Weg finden kann, dass es für beide angenehm ist. Vielleicht ist das bei Euch möglich, einen Konsens zu finden.

Auf Dauer verbiegen funktioniert aber m.E. nicht, weder kann man auf Dauer auf emotionale / körperliche / sexuelle Nähe verzichten noch auf Dauer mehr geben als man möchte.
Wenn schon am Anfang der Beziehung die Divergenzen so groß sind, wird es in der Regel nur größer.

Diese Konstellation - sehr ähnlich auch vom Umfang habe ich selbst schon erlebt, die Distanz wurde immer größer, körperliche und sexuelle Nähe irgendwann bei Null, trotz sachlichem Redeversuch (und Verführungsversuchen, usw.) - Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich bin in der Beziehung einsamer, als ohne, und bin gegangen. Schade.

Und es ist kein Mann / Frau Ding, Nähe / Distanz Bedürfnis ist einfach geschlechtsneutral individuell.

W, 46
 
  • #12
Nachtrag
In Bezug auf den Post von @gast

Für mich klingt Dein Bedürfnis nicht nach "übermäßig" viel... Und kommt bei mir auch nicht an, als ob Du andauernd auf Körperkontakt aus wärst.
Ein Nähebedürfnis sollte man sich auch nicht mit zunehmenden Alter abgewöhnen, genauso wenig wie eine gute, erfüllende Sexualität. Komischer Gedanke.
 
  • #13
Ich kann dich gut verstehen. Das ist die Basis einer Partnerschaft. Wenn ihr da nicht übereinkommt, dann kann es dauerhaft ein Problem werden. 1x die Woche Sex finde ich jetzt nicht zu wenig, in meiner Partnerschaft ist 1-2x die Woche ebenfalls der Regelfall. Aber wir küssen und umarmen extrem viel. Somit bleibt unter dem Strich genug Körperlichkeit.
Kann er das denn nicht lernen, dir zuliebe? Am Anfang musst du vielleicht mehr die Initiative ergreifen und küssen und umarmen und Sex einleiten. Vielleicht findet er langfristig Gefallen daran und lernt sozusagen dazu. Einen Versucht wäre es wert. Auch wenn ich zugeben muss, dass eine Veränderung schwierig sein wird. Entweder man hat das Bedürfnis oder man hat es nicht.
 
  • #14
Stundenlanges Küssen, Kuscheln, im Arm halten, ständig sich anfassen, berühren, umarmen, streicheln, Sex mehrmals die Woche oder gern täglich...
Blödsinn, stundenlanges Küssen, das will keiner. Eine zufällige Berührung, ein Streicheln über den Arm auf dem Weg zum Kühlschrank, ein Bussi auf die Wange beim Wegtragen der Teller nach dem Essen - Männer, ihr könntet es so einfach haben, wenn ihr das endlich kapieren würdet, dass diese kleinen Gesten, wenn ehrlich und aufrichtig gemeint, genau das ist, was eine Frau will. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
 
  • #15
Hallo Fs,

Ich kann total nachfühlen, wie es dir geht, du beschreibst genau das Verhalten meines Partners. Auch ich hatte exakt die gleichen Dinge zu beklagen, bis hin zu dem Wegdrehen beim Einschlafen. Auch ich bin daran schon sehr verzweifelt und hatte die Befürchtung, dass ich die Beziehung deswegen beenden muss. Ich kenne das Gefühl, wenn man sich selbst zu einem unglaublich unzufriedenen Menschen entwickelt, sich dauernd beim Nörgeln ertappt und sich so fühlt, wie eine Verdurstende in der Oase. Aber:

Ich habe einen Kompromiss geschlossen und er auch. Eben deswegen, weil er sehr viele Seiten hat, die ich schätze, bin ich mit ihm etwas nachsichtiger geworden und sehe diese Dinge lockerer und mit Humor. Er ist nun mal ein kleiner Beziehungslegastheniker.
Er widerum macht ganz viel im Alltag für mich, bringt mir Aufmerksamkeiten mit, tut mir liebe Gefallen, durch die ich mich doch angenommen fühle. Wenn er das nicht täte, hätte ich meine Koffer schon gepackt. Und es ist ja auch nicht so, dass er sich gar nicht körperlich nähert. Er hat nur eine irritierende Art und Weise, mit Nähe umzugehen und hat das Problem, dass Nähe ihm schnell zu viel wird. Im Grunde steckt da ein ganz sensibles, verletzliches Kerlchen dahinter. Damit muss man umgehen können, wenn man ihn will. Wo das herkommt, ist alles nicht dein Problem, wichtig ist nur, ob du das aushalten kannst, und ihn so tolerieren kannst. Manchmal hilft auch die Frage, ob es ihm was ausmacht, wenn du es dir anderweitig holst. Das wollen die meisten ja auch nicht.
Die Entscheidung wirst du treffen müssen, leicht ist es nicht und es kostet Kraft und Selbstverzicht. Wenn der Mann sonst ein Goldstück ist, würde ich bleiben. Jeder hat da eine andere Schmerzgrenze, ich bin da eher pragmatisch.
 
  • #16
Wir möchten also eigentlich beisammen bleiben.
Eigentlich heißt eigentlich nicht!
Ich komme körperlich zu kurz. Aber wirklich.
Vom Kopf (Zweck, Sache) mag es passen, jedoch vom Bauchgefühl nicht! Ich habe mehrere Beziehungen beendet, da sie vom sexuellen Bedürfnis (Libido) nicht kompatibel waren und das würde ich immer wieder tun und rate es jedem und dir auch, denn du wirst ewig unglücklich und unzufrieden mit dir selbst sein! Es ist nicht der Kopf, der das kompensieren und positiv regeln kann!
Ich fühle mich dabei sehr unwohl, da ich kein Nörgler sein möchte. Aber ich komme zu kurz. Ist einfach so.
Unter den hier beschriebenen Umständen gebe ich dieser Beziehung keine Überlebenschance, da das Gefühl stärker ist und früher oder später entscheiden wird!
Aber ich weiss nicht, ob ich so leben kann und will.
Du gibst dir ja selber schon die richtige Antwort!
 
  • #17
Hier darf man das Bedürfnis nach körperlicher Nähe von beiden nicht negativ bewerten!
Das ist ein Grundgefühl und hat auch nichts mit Alter und Reife zu tun!
Ich gehöre auch zu den Nähe Menschen, berühre gerne, küssen Sex usw.
Das nur auf einmal pro Woche zu beschränken auch im Bezug auf Küssen oder mal Löffelchen liegen wäre gegen mein Naturel leben.
Umgekehrt ist es für einen Menschen, der das nicht braucht, auch so dass er etwas gegen sein Gefühl machen soll.
Es sei denn und das geht nur in Gesprächen, es ist in ihm drin und er hat nur Nähe nicht gelernt.
Ein solches Gespräch startet man aber nicht mit dem Vorwurf, dass man zu kurz kommt.
Eher in neutralen Momenten mit Interesse am Partner.
Ich fürchte, dass irgendwann die Liebe geht, wenn man da nicht im Einklang ist und überfordert oder verkümmert
 
  • #18
Liebe Leute,
habt Dank für eure Beiträge. Genau das Dilemma, das sich hier darstellt, habe ich auch. Die ersten Posts stimmen mir zu und lassen mich weiter nachdenken. Denn ja, ich überlege mir, was in 5, 10 oder mehr Jahren sein wird. Davor habe ich Angst.
Und dann kommt da Post 4, Gast. Und ja? Er hat auch recht.
Nein, ich bin kein verliebter Teenie. Und nein, ich möchte nicht immer einen Schmatzer hier und da. Ich bin kein Kuscheltier.
Aber: Ich möchte sehen dürfen und gesehen werden. Nicht nur als Intellekt und Körper, sondern auch als Seele, als Herz.
Dies geschieht. Aber mir meine Bedürfnisse zuwenig auf körperlicher Ebene.

Wichtig vll. zu sagen ist noch: Nein, es ist bei uns wenig im reinen sonst. Wir haben beide je einen Elternteil durch je verschiedene hässliche Krankheiten verloren, er Ende 2014, ich vor 2 Monaten. Dazu ist bei beiden die berufliche Situation sehr ungewiss. Er wird wohl versetzt, weiss aber noch nicht wohin. Es kann überall sein. Ich habe per Ende letzten Jahres meinen guten Job bei einer Bank verloren aufgrund von Einsparungsmassnahmen.
So steht bei uns im Raum: Wohin? Was geht, was nicht? Was tun, wenn nicht? Was tun wenn ja? Gehe ich mit? Ja, wohl? Ich suche aber aktuell hier eine Stelle. Und gehe dann nach? Ja. Dabei wollen wir beide (wenns denn gut geht mit uns) nicht erst in 5 Jahren Kinder, sondern vielleicht in 2 Jahren. Schaffen wir das alles?
All das steht oft im Raum. Sicher ist: Wir wollen miteinander gehen.
Dazu vermute ich aber, dass er doch irgendwo Angst hat, ich könnte abspringen. Bin mir aber nicht sicher. Er verneint, wenn ich frage.

Zusammen sind wir seit 3.5 Jahren. Zusammen gelebt haben wir bisher nicht, weil ich oft wochen- oder mal monateweise im Ausland an einem anderen Sitz tätig war.

Vielleicht trägt dies ein bisschen mehr zum Gesamtbild bei.
Kurz könnte ich sagen: Er ist jemand, der sich zurückzieht (in sich), wenns schlecht geht. Er spricht viel, diskutiert, analysiert und klagt auch mal; aber körperlich ists dann tot. Und ich bin eher das Gegenteil. Ich rede, aber weniger, suche dafür 'unseren' Boden in u.a. körperlicher Zweisamkeit. Schweigender Zweisamkeit.
Da sind wir unterschiedlich.

Wenns uns gutgeht, dann sind wir sehr ähnlich. Ich immer bissl mehr und er weniger, aber das passt dann.
Aber ich denk mir halt: Was, wenn ich ihn in jeder (kommenden) schlechten Lebenssituation so arg tragen muss? Ich hab nicht die Kraft dazu.
 
G

Ga_ui

  • #19
Ich würde das schnellstens kommunizieren, was für eine Art von Beziehung ihr überhaupt habt? Kann es vielleicht nicht auch sein, dass dein Partner dich nur als platonische Freundin "duldet" und gar keine Liebesbeziehung mit dir möchte? Ich glaube, er ist auch einfach gar nicht in dich verliebt und sieht dich eher als Schwester und Ratgeberin an seiner Seite. Dass ihr "so viele" berufliche und familäre Probleme habt, tut nichts zur Sache. Wir haben alle unsere Päckchen zu tragen und vielen geht es noch viel schlechter als euch!

Logisch ist auch, je weniger Nähe, Liebe und Sex er möchte, desto sexsüchtiger wird der Gegenüber. Die Sexualität und Liebe wird damit für dich zum ultimativen Suchtthema, je weiter sich der Partner verschließt. Gefahr auf Fremdgehen und Trennung droht. Deswegen kann es so nicht weiter gehen! Wenn Grundbedürfnisse nicht gestillt werden, bekommt man ein krankhaftes Verlangen danach!
 
  • #20
Hallo,

mit Spannung habe ich die Threads hier gelesen. Denn ich habe ein sehr ähnliches Problem, habe aber mittlerweile verstanden warum dies so ist.
Zuerst:
Ich, 43, auf der Suche nach Nähe
Sie, 28, sehr distanziert

Wobei ich hier Sex einmal ausklammern muss, da gibt es auf keinen Fall Probleme. Aber das ist für mich nicht genug. Es sind diese kleinen Aufmerksamkeiten, mal Kopfkraulen, über den Arm streicheln, hier mal einen Kuss, dort mal zeigen das sie zu mir gehört.
Das gibt es alles nicht. Bis auf einen flüchtigen Kuss an der Tür wenn ich sie oder sie mich besucht. Das war es dann... Beim Sex bzw. vorher oder nachher gibt es Zärtlichkeiten von ihr, aber ansonsten nichts.

Ich habe gelernt das sie einfach eine Person ist die recht gefühlskalt ist, sogar fast analytisch kühl. Sie definiert ihre Liebe zu mir rein mit logischen Fakten. Ich eher mit dem Bauchgefühl. Sie fühlt sich mit viel Distanz zufrieden, ich mich mit viel Nähe. (by the way: dieser Persönlichkeitstest hier ist zumindest bei mir komplett falsch... haha....).

Wir haben auch überlegt ob wir zusammen ziehen sollen. Ich habe aber bei mir bemerkt das sich meine Liebe aufgrund dieser Distanz schon längst verabschiedet habe. Gefühle habe ich nun nicht mehr - und siehe da, die Beziehung "funktioniert" plötzlich viel besser da ich nicht mehr diese Nähe suche. Aber eine Basis für eine langanhaltende Beziehung ist es für mich auch nicht mehr.

Daher kann ich nur sagen: Ein zu großes Gap zwischen Distanz und Nähe ist aus meiner Sicht keine Basis für eine glückliche Beziehung; für beide... Sorry :-(
 
  • #21
Dabei wollen wir beide (wenns denn gut geht mit uns) nicht erst in 5 Jahren Kinder, sondern vielleicht in 2 Jahren. Schaffen wir das alles?
Du hast noch keinerlei Vorstellung davon, wie sehr Kinder die ganzen Themen zwischen euch noch weiter polarisieren werden. Die verstärken das ganze noch. Du wirst dich daran stören, daß er dem Baby gegenüber keine Nähe und Zärtlichkeit zeigen kann.
Irgendwann verhungerst du emotional neben einem solchen Mann.
 
  • #23
In guten Zeiten ist eine Partnerschaft immer einfacher, da sind Defizite gut kompensierbar.
Aber die schlechten Zeiten gibt es genauso, und daran zeigt sich, ob eine Beziehung tragfähig ist.
Dann, wenn man gemeinsam, Halt, Nähe...wirklich benötigt.

Das liest sich bei Dir und Deinem Partner nicht ermutigend. Und nach dem letzten Post habt ihr noch größere Unterschiede, als euer Nähe/Distanzbedürfnis.

Vielleicht magst Du die Fragestellung mal anders angehen
- Was möchtest Du in einer Partnerschaft
- Wo möchtest Du leben
- Was möchtest Du beruflich
Ganz neutral notieren als Soll und dann mit der aktuellen Situation vergleichen.
Vielleicht siehst Du dann, wo Du stehst, und wo Du hin möchtest.
 
  • #24
Daher kann ich nur sagen: Ein zu großes Gap zwischen Distanz und Nähe ist aus meiner Sicht keine Basis für eine glückliche Beziehung; für beide... Sorry :-(
Bei meiner Ex war es auch so wie Du beschreibst. Sie sprach nie über Ex - Männer aber ich hatte den Eindruck, daß es viele gab und vor allem solche, die sie nicht geliebt hatten. Ergo: Sie konnte einfach den Schalter umlegen. Entweder Sex oder die (intellektuelle) Freundin, die mitmacht, wenn der Mann sie anfaßt, aber die sonst distanziert bleibt.
 
  • #25
Hallo,

ja, ich kenne das auch von meinem Ex. Er war extrem kalt und hat mein Bedürfnis nach Nähe kaum erfüllen können.
Wir waren 5 Jahre lang zusammen.
Ich habe ihn sehr geliebt und er mich auch- aber mir hat immer etwas gefehlt.
Jahre später haben wir uns mal wieder getroffen- und er hatte in seiner jetzigen Beziehung genau das gleiche Problem.
Zu viel Berührung ist ihm einfach unangenehm- egal, wie sehr er seine Partnerin liebt.
Das hat nichts mit Gleichgültigkeit oder mangelnder Zuneigung zu tun. Er ist einfach so. Ohne Wertung.

Für mich hat es nicht gepasst und ich bin heilfroh, dass ich mich letztendlich von ihm getrennt habe.

Mein jetziger Partner ist genauso Nähe bedürftig wie ich- und das gibt uns eine Verbundenheit, die wirklich Einzigartig ist.
Ich bin jetzt richtig glücklich. Wir "kleben" praktisch immer aneinander (beim fernsehen, beim schlafen...) und gehen sehr liebevoll miteinander um.
Das ist einfach nur wunderschön und gibt uns eine tiefe Befriedigung.

Das gleiche verdienst Du auch! Es tut mir leid, Dir das sagen zu müssen- aber ich glaube, mit deinem jetzigen Partner wirst Du dieses Glück nicht finden können.

Man kann sich in dieser Beziehung einfach nicht einem anderen Menschen zuliebe verstellen.
Das muss von Anfang an passen.

Viel Glück & Liebe Grüße!
 
  • #26
Ich habe auch mal versucht, die guten Eigenschaften eines Partners auf die Pro -Seite zu stellen und dachte deshalb ich könnte mit einem körperlich distanzierten Menschen doch leben.
Es ging zwar lange aber ich wurde immer trauriger. Zumal ich auch selbst mein Bedürfniss unterdrückt habe, einfach mal zu drücken, streicheln küssen.
Reden ging nicht, er konnte das von seinem Naturell nicht nachvollziehen.
Gleichzeitig fühlte ich mich schuldig, wenn er dann auflistete, was er zb handwerklich alles tat.
Um nicht mehr zu leiden ging ich auf Distanz und habe mich entliebt.
Wer Lakritze liebt und braucht hat einfach auch dann ein Problem, wenn er die tollsten Gummibärchen bekommt! Es sind nunmal keine Lakritze dabei.
 
  • #27
Wow. Diese Resonanz hier! Ich danke euch allen sehr. Wirklich sehr.
Blöd finde ich, dass meine Antwort, die ich eigentlich schon nach 4 Posts geschrieben hatte, erst viel später aufgetaucht ist. Das ist ärgerlich hier.

Nungut. Einige wichtige Stichpunkte sind mir aufgefallen:
- Der hochintelligente Mann. Ja? Ja. Das ist er wohl. Ob ich das brauche? Ich bin dankbar dafür. Ich fühle mich sonst unterfordert. Mir fehlen die Themen. Denn auch ich diskutiere nicht gerne über mE belanglose Alltäglichkeiten. Da gibt es mehr und ich bin dankbar für einen Menschen, mit dem ich mich dort bewegen kann. Wir erkunden oft gemeinsam. Das ist sehr belebend.
- Dass er gebremst ist. Ja. Sicher. Weiss ich. Spüre ich. Hängt viel mit seiner Mutter zusammen. Bzw. der ganzen Familie. Die sind alle so. Eher kühl, körperlich sehr (!) zurückhaltend. Ich bin jemand, der einen Menschen, den er langsam gut kennt, gerne in den Arm nimmt zur Begrüssung. Seine Mutter musste sich erst dran gewöhnen, hat mich die ersten paar Male schon sehr (!) seltsam angeschaut. Heute kommt sie von alleine. Hierzu auch dieses Tätscheln von ihm.
**Allgemein**: Es ist ja nicht so, dass er keinen Körperkontakt will. NEIN! Ich fasse ihn immer wieder an, nehme ihn in den Arm, gebe ihm einen Kuss auf den Nacken, wenn er am Schreibtisch sitzt, usw. Wehe oh wehe, ich tue das mal 2 Tage nicht?! Dann fragt er gleich, ob was nicht in Ordnung ist. Nur: Selbst geben, das klappt nicht so gut.
- Ansichten: Ja. Für mich ist Körperlichkeit sehr sehr wichtig. Wenn man ihn fragt, was ihm am wichtigsten ist, dann sagt er: Loyalität. Dann sag ich: Ich bin zu all meinen engen Freunden sehr loyal. Wo ist dann der Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung? Dann sagt er: Die gemeinsame Lebensplanung.
Ähm. Ja. Hat er schon recht. Nur fehlt mir da was ...

Was ich will/brauche/mir wünsche:
- Vom Leben: Gesund sein. Persönlich weiterkommen. Im Geiste. In Beziehungen mit Menschen. Frieden finden.
- Von einer Beziehung: Ja, auch Loyalität. Wirkliche Partner-schaft. Selbst-bewusstsein. Sehen dürfen und gesehen werden. All das ist da, nur: Beim Sehen und Gesehen werden fehlt für mich hier der Körper. Oder besser: Von 1-10 Körper fehlen mir bei uns vll. 4-5 'Einheiten'.
- Beruflich: Siehe Leben. Mich ausbauen können. Drive. Enthusiasmus. Leidenschaft. Dazu ein bisschen finanzielle Sicherheit. Ich möchte nicht jeden Euro umdrehen müssen. Möchte reisen können.

--------> Zuviele Zeichen. Splitte in zwei Beiträge.
 
  • #28
Ich höre euch alle und lasse mal sacken.
Nein, ich will ihn nicht verlassen. Will das tunlichst vermeiden. Ich will aber auch nicht leiden. Etwas optimistisch bin ich manchmal, weil ich einfach sehe und spüre, dass er sich bewegt, sich annähert. Nur passiert das im Schneckentempo. Jetzt nach 3.5 Jahren Beziehung sind wir da angekommen, wo ich mit meinen Exen nach 1 Jahr war. Alles geht hier im Schneckentempo und ich bin oft ungeduldig. Dies betrifft bspw. auch Committements in Form von JA, ich liebe dich / JA, ich will zusammenleben / JA, xyz. Er sagt zwar zu allem ja, aber so, dass jeder Vollidiot merkt, dass er Zeit braucht. Viel Zeit.

Ganz ehrlich: Ich muss nachdenken. Lange und genau. Gross sprechen mit ihm will ich nicht mehr, weil ich alles gesagt habe, was mE zu sagen ist. Er kennt meinen Standpunkt. Ich bin kein Wiederkäuer. Ich denke einfach nach jetzt. Spüre nach. In mich.

Zum Schluss, für die unfreundliche Fraktion hier: Ich habe keine Angst vorm Alleinesein. Garnicht. Aber ich bin hier auch rational: Ich hatte in meinem Leben 16 Männer. Mal als ONS und mehr, mal als Affäre, mal als Beziehung. Keiner von denen kam an den jetzigen Mann ran. Keiner. In der Summe meine ich. Klar, mal war der Sex besser, mal wars lustiger, xyz. Aber in der Summe: Niemand.
Es gab bisher auch noch niemanden, der mich so gesehen hat wie er. Ich finde, dem muss man schon auch Rechnung tragen. Ich kann und will nicht immer meckern. Ein Partner ist ein Individuum und kein für mich geschneidertes Schosshündchen.

Gruss an alle. Vielen Dank für die Beteiligung am Thema! :)
 
  • #29
Ich würde gerne an dieser Stelle nochmal klarstellen, dass ich nicht eine Frau bin, die ständig an ihrem Partner kleben will.

Bsp. von früher: Einer meiner Ex wollte immer, dass ich mich zb beim Fernsehen auf seinen Schoss lege. Oder mich anlehne. Oder wir beim Fernsehen / im Kino Händchen halten. Oder draussen immer Händchen halten. Usw.
Ehrlich. So bin ich nicht. Ich bin auch kein Kuschelntier, das ständig Berührung braucht. Im Gegenteil.

Aber: Ich brauche wirkliche Nähe. Dies auch in Körperlichkeit. Ehrliche Nähe sozusagen. Nähe, in der man sich zeigt.
Darum geht es mir.
 
  • #30
Wo ist dann der Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung? Dann sagt er: Die gemeinsame Lebensplanung.
Ich finde die Antwort frustrierend, ehrlich gesagt. Zwischen Freunden und dem Partner unterscheidet sich für mich natürlich auch, dass man sein Leben gemeinsam plant. Aber als erste Antwort darauf hätte ich mir was anderes gewünscht, irgendwas, das das Gefühl betrifft. Das mag die Antwort umfassen, aber rausgekommen ist was Sachliches. Du klingst auch nicht so, als hätte Dich das in romantische Stimmung versetzt.

Ich versteh das Dilemma. Ich weiß auch, dass man, wenn dies und das perfekt ist, sowieso noch eine "Baustelle" finden wird. Aber von der Sache her: Du kannst auch mit hochintelligenten Freunden oder Kollegen gute Gespräche führen und in Deiner Freizeit irgendwas entdecken, aber von denen willst Du keine Körperlichkeiten. Wenn Du einen hochintelligenten Partner hast, wohin gehst Du wegen der Körperlichkeiten? Was ist wichtiger? Und reicht das eine auch als Freundschaft, aber das andere kann man sich normalerweise nicht auswärts holen?