• #1

Leidige Frage: Wann ist die beste Zeit fürs Kind?

Hallo ihr Lieben,
mich beschäftigt eine Frage seit einiger Zeit. Ich bin frisch promoviert, w, 31 und wieder in einer Beziehung. Eigentlich wollte ich noch bevor ich 30 bin ein Kind kriegen. Ich fand auch die Promotionszeit passend dafür. Leider kommt es immer anders als man denkt und meine damalige Beziehung ist auseinander gegangen. Also, keine Beziehung, sondern Doktorarbeit fertig schreiben.
Nun bewerbe ich mich auf Stellen und frage mich, wie ich das später mal vereinbaren soll. Immerhin muss ich doch jetzt Fuß fassen im Job, ein Kind wäre da "unpassend". Ich frage mich auch, selbst wenn man im Job gut verankert ist, ob man bei der Vereinbarkeit doch scheitern kann? Durch falsche Jobwahl, Kind will nicht so wie gewünscht, Chef will nicht wie gewünscht, Beziehung geht auseinander etc. Kann man im Beruf jemals wieder Fuss fassen, trotz einer evtl. anfänglichen Teilzeitstelle? Ist es schlauer, sich einen Job zu suchen, der vielleicht weniger anspruchsvoll und lukrativ ist, dafür aber eine bessere Vereinbarkeit verspricht?

Ein Bekannter meinte zu mir, am Besten wäre es mit 20 ein Kind zu kriegen, wenn man dann Mitte 30 ist, kann man voll durchstarten, während alle anderen mit der Vereinbarkeit kämpfen... Das hat mir sehr zu denken gegeben.

Wie seht ihr das? Falls ihr schon Kinder habt, war der Zeitpunkt für das Kinder kriegen richtig oder zu früh bzw. zu spät?
 
  • #2
Es zeigt die Statistik, je höher und daher länger die Ausbildung, desto später Elternschaft. Zum Teil einfach, weil es meiner Meinung dann auch zu zerdacht, zerplant wird. Je mehr man drüber nachdenkt, desto schwieriger ist es den richtigen Zeitpunkt zu finden, so scheints.
Mittlerweile bin ich auch der Meinung - Kinder früh kriegen, junge Eltern mit viel Energie sein, das geht mit Job auch, und sich nachher das jahrelange Zaudern, Drama mit steigender Unfruchtbarkeit und schlussendlich das Akzeptieren der Kinderlosigkeit zu ersparen.
Kinderkriegen ist für junge Frauen leichter und einfacher, später wird ein Drama daraus, wie wir hier oft lesen.
 
  • #3
Liebe MissesMiss,

Ich selbst habe meine beiden relativ früh bekommen, mit 26 und 28, und freue mich, dass sie jetzt ziemlich erwachsen sind.

Es gibt nie DEN richtigen Zeitpunkt - gerade im Außen ist meine Erfahrung, findet sich die passende Lösung, Beruf, Karriere, etc. Da ändern sich evtl. auch Prioritäten, ab die man vorher gar nicht denkt.
Teilzeit, wielange, wieviel, evtl. beide, geteilte Elternzeit...Das ergibt sich. Nimm jetzt den Job, der für Dich passend ist - natürlich ist es sinnvoll, zu schauen, wieviel Flexibilität dieser bietet. Ein reiner Karriere50-70h - Job und Kinder, schwierig...

Es passt, wenn es für Dein Gefühl richtig ist, Du (meine Meinung ) eine tragfähige Beziehung hast, und der Partner auch Vater werden will, gesundheitlich alles in Ordnung ist, die Rahmenbedingungen in groben Zügen passen - Finanzen, Wohnen...
Es muss einem bewusst sein, dass sich sehr viel grundlegend ändert, dass man für lange Zeit Verantwortung für einen anderen Menschen trägt, einen Menschen, der absolut abhängig von einem ist.

Und dann muss es ja auch noch klappen - Kinder kommen nicht auf Knopfdruck.

Wenn Du und Dein Partner es wollen, dann bekommt ihr es gut hin, viel Freude bei dem Abenteuer Elternschaft.

Ach, und meine Söhne freuen sich, dass ihre Mutter nur alt (und nicht uralt) ist;-)
 
  • #4
1) Beruf: Welcher Beruf ist es denn ? Wenn es ein berufsständisches Versorgungswerk gibt schau auf das Verfahren der Leistungsermittlung - bei manchen Werken verlierst die guten Rentenjahre wenn Du ausfällst weil nur das Jahr der Einzahlung maßgeblich ist (und als Mutter zahlst ja nicht ein) und bei anderen kannst den Mindestbeitrag einzahlen (und später den Nachteil ausgleichen weil es auf einen Durchschnitt aller Jahre ankommt). Und denk dran die Kindererziehungszeit einzufordern - dafür gibt es Fristen.

2) natrürlich solltest das was Du studiert hast auch praktisch eine Zeit lang können. Was willst z. B. mit einem Anwalt der nie eine Klage geschrieben hat ?

3) Ich selber beneide die, die mit 45 die Kinder aus dem Haus haben.
 
  • #5
Hallo MissesMiss,
so sieht es also aus mit der tatsächlichen Gleichberechtigung in Deutschland. Wann hast Du einen Mann gehört, der sich nach erfolgreicher Promotion überlegt, wie er Familie und Beruf vereinbaren kann? Klar, bringt die Frau das Kind zur Welt und kann stillen. Die meisten Kinder werden aber spätestens nach 1 Jahr nicht mehr gestillt. Warum soll sich der Vater nicht genauso wie Du, um das Kind kümmern können oder wollen?

Schaue Dir in Deinem Umfeld an, wie beruflich erfolgreiche Frauen ihr Familienleben organisiert haben. Meistens werden zur Unterstützung Haushaltshilfen, Babysitter, Verwandte und andere Betreuungsmöglichkeiten herangezogen.

Wenn Du aussetzen oder in Teilzeit arbeiten willst, bleibe am Fach dran, lass die Pause nicht zu groß werden. Ich kenne Frauen in meinem Bekanntenkreis, die Jura-Studium und Promotion mit Anfang 30 fertig waren, Danach 12-18 Monate tatsächlich im Berufsleben standen bis das 1. dann das 2. und das 3. Kind geboren wurde, jeweils knapp zum Ende der Elternzeit. Diese Frauen werden über 40 Jahre alt sein, wenn sie wieder einsteigen wollen und haben dann keine 2 Jahre Berufserfahrung, wollen aber wahrscheinlich nicht wie ein Anfänger bezahlt werden.

Es gibt in vielen Fachbereichen typische Stellen, in denen es einfacher ist, Familie und Beruf zu organisieren. Ich denke an Richter oder Beamte.

Studentinnen rate ich heute IMMER, möglichst früh, möglichst im Studium ein Kind zu bekommen. Alle Studenten jammern über die Belastung durch das Studium. Die Belastung im Berufsleben wird aber in der Tendenz noch größer und es kommen weitere Belastungen dazu. Ob der Vater bleibt, weiß Frau weder als Studentin noch als 30 bis 40-jährige.

Jetzt bist Du aber schon 30. Wenn Du Kinder willst, konzentriere Dich darauf und ziehe diesen Plan durch. Verschiebe das Vorhaben nicht auf später. Es wird nie der richtige Zeitpunkt sein.
 
  • #6
FS, ich befürchte daß Du in Deinem Alter kaum noch "Spielraum" hast.

Normal wäre: mit 18 / 19 Jahren Abitur + 12 Semester Studium mit Promotion (= Mitte Zwanzig), Erfüllung des Kinderwunsches, "Lehre" (Einarbeitung in die Berufspraxis) = Anfang 30 mit Kind beruflich fest im Sattel.

Wenn Du jetzt noch beides willst, wird das sehr, sehr schwer!
 
  • #7
Liebe MissesMiss,
ich erwarte gerade mein erstes Kind und kann nicht behaupten, dass es der beste Zeitpunkt wäre. Mit dem wunderbaren Mann an meiner Seite hätte ich gerne noch Zeit ohne Kind verbracht. Auch beruflich war ich keineswegs angekommen, wenn auch finanziell abgesichert. Eine Diagnose hat das "perfekte" Planen durchkreuzt. Die Optionen hießen: Jetzt versuchen oder vielleicht nie. Mittlerweile bin ich für das entweder-oder sehr dankbar. Aus anderen Bereichen musste ich schmerzhaft lernen, dass man aus Perfektionismus auch am Leben vorbei planen kann.

LG
 
  • #8
Ein Bekannter meinte zu mir, am Besten wäre es mit 20 ein Kind zu kriegen, wenn man dann Mitte 30 ist, kann man voll durchstarten,
Nein, ist es nicht. Wenn du Anfang zwanzig ein Kind bekommen hättest, dann wärst du sofort raus gewesen. Mal abgesehen davon, dass junge Mütter viele Fehler aus Unwissenheit/Unreife machen, und wenn die Mutter in ihren unerfüllten Träumen und Sehnsüchten lebt, desto mehr lebt das Kind in einem Mangel - da ist es wirklich besser, wenn man später Kinder bekommt.

Wie lange bist du denn schon mit deinem Freund zusammen? Möchte er Kinder? Habt ihr darüber gesprochen?

w(28)
 
  • #9
Naja, da man ja nicht jünger wird, sind frühere Zeitpunkte ja eh nicht mehr realisierbar. An Deiner Stelle würde ich dem Nachwuchs jetzt die oberste Priorität geben, weil alles andere auch noch später erfolgen kann. Zudem gibt es immer unkalkulierbare Risiken, die die Sache verzögern könnten und das sollte man nicht unterschätzen.
Karriere kannst Du auch später noch machen, aber Nachwuchs wird vor allem als Frau (manchmal auch als Mann) nicht einfacher werden.
 
  • #10
Ich habe keine Kinder, aber fast alle meine Freundinnen.
Und es gibt keine "optimale" Zeit, denn das Leben kann man zwar planen aber meist kommt es anders.

Einige wurden schwanger, obwohl es die "falsche" Zeit war und sind heute sehr froh darüber, dass es doch so gekommen ist.

Andere bekamen ihr erstes Kind mit 40 und hatten jede Menge Probleme bei der Schwangerschaft, bei der Geburt und die Rückkehr in den Beruf war ebenso nicht einfach, die "alte" Stelle hatte eine jüngere Person, die keine Kinder wollte.

Karriere oder Kinder ist immer noch eine Prioritätsfrage, denn meistens bleibt eine Sache im Hintergrund und ich möchte kein Kind sehen, dass zwischen Kita, beruflichen Terminen und Besprechungen, abschieben zu den Eltern etc. hin- und hergeschoben wird.

Frauen mit Vermögen würden wohl beides hinbekommen, optimale Ganztagesbetreuung mit Nanny und Vollzeit im Beruf, diesen Luxus hat Otto-Normal-Verbraucher meist nicht.

Somit sollte entschieden werden, Top-Stellung im Beruf oder Kind inkl. Vernachlässigung aufgrund weniger Zeit mit dem Nachwuchs.
 
  • #11
Hier mal eine ganz einfache Zutat: Nicht so viel Gedanken machen! Nicht so wahnsinnig viel planen. Kinder sind die Chaoten des Herzens. Du wirst fast alles anders empfinden, wenn Du eines hast. Häng dich nicht an deinen Plänen auf. Es gibt noch 1000 andere Möglichkeiten, die du jetzt nicht sehen kannst.
Wichtig jetzt: einen liebevollen und für dich richtigen Mann! Zu zweit mit wirklicher Verlässlichkeit und viel Vertrauen und dem gemeinsamen Ziel "Familie" geht vieles. Du wächst mit deinen Aufgaben. Das ist nicht nur ein hohler Spruch.

Ich habs allein gemacht, seitdem meine Tochter drei war. Das war nie und nimmer geplant. Ich habe letzlich alles geschafft, nicht perfekt, warum auch, aber immer mit viel Nachdenken und Gespräch mit anderen. Das gab Kraft. Wiedereinstieg mit 70 % vor 12 Jahren, Vollzeit vor 5 Jahren, da war ich Mitte vierzig.
 
  • #12
Es gibt keine beste Zeit und man kann sich das leider auch nicht einfach so aussuchen, weil vielleicht der Partner fehlt oder die anderen Umstände sehr ungünstig sind.

Ich hatte auch sehr viel Angst, Kinder zu bekommen, da ich meinen Beruf nicht aufgeben wollte. Bei uns war es so, dass wir ständig aufgrund der Arbeit meines Mannes umgezogen sind und ich so nicht einfach wieder halbtags in meiner letzten Arbeitsstelle anfangen konnte. In unbekannten Städten mit kleinen Kindern (und Schwangerschaften) immer wieder von Neuem anfangen, keine Kinderbetreuung zu haben, macht erstmal etwas mutlos. Das ist in anderen Ländern wesentlich besser geregelt als hier.
Dennoch kenne ich genügend Frauen, die auch ihre Kinder über 30 bekommen haben und nach einer Pause wieder arbeiten.

Was kann ich dir sagen? Keine Angst vor der Zukunft. Nimm dir den Job, der dich erfüllt und dir Freude bereitet, und versuche dann dein/e Kind/er zu bekommen. Wie sich das dann weiterentwickelt kann dir kein Mensch sagen. So würde ich das machen. Du willst ja auch die Früchte der Promotion ernten (mir wäre das wichtig). Vielleicht kannst du dann in dergleichen Firma später einen anderen Posten bekommen.
Allerdings leben die Frauen und Männer, die beispielsweise im Europäischen Patenamt arbeiten, deutlich entspannter mit ihren Kindern als diejenigen, die dieses ganze hüh und hott der freien Wirtschaft haben. Ich kenne auch viele Frauen, die sich, nachdem sie Kinder bekommen haben, bei der Stadt beworben haben. Denk dran, dass du nicht dein ganzes Leben in einer Firma zubringst. Man kann auch wechseln.

Einfach ist es nie. Es geht nicht nur um Kleinkindbetreuung; je älter das Kind wird, kommen ganz andere Sorgen hinzu (Schule, Sport, Freunde, Pubertät), die noch viel aufwendiger sind und v.a. nervenaufreibender, als gerade das Kindergartenkind. Da kommt kein Elternteil herum, egal, ob das Kind nun im Studium gezeugt wurde oder später.
 
  • #13
Hi FS,

ich finde Deinen Beitrag amüsant.

Es ist doch immer wieder erstaunlich wie wir, ich war(!) auch nicht besser, uns perfektionistisch bemühen, die Unwegsamkeiten des Lebens bis ins Kleinste zu ebenen und zu planen.

Meine beiden Kinder waren keine Wunschkinder, ich bin mit 20 und 30 Vater geworden, wir wollten eigentlich drei, dann waren sie da und schon waren sie gewollt und gewünscht. Sie sind das Größte und Beste. Wunderbar.

Ich finde es gibt keinen geplanten optimalen Zeitpunkt Kinder zu bekommen. Immer ist irgendetwas nicht so wie man es haben möchte oder verbesserungswürdig. Selbst wenn, kann es morgen schon wieder anders sein. Auch bin ich der Meinung Kinder sehr früh zu bekommen. Letzteres ist ja bei Dir, weil Vergangenheit, nun mal nicht mehr änderbar.

Wenn Du das Gefühl hast die Dinge stimmen im Groben, dann mache Dich auf den Weg. Alles andere bringt Dich nur weiter weg, Mutter zu werden.
 
G

Ga_ui

  • #14
Hättest du mit 20 ein Kind bekommen, wärst du heute alleinerziehende Mutter eines Teenagers, mit 80 % eingeschränkter Partnerwahl, eventuell sogar Mutter mehrere Kinder, wie es üblicherweise der Fall ist bei Frauen, die früh viele Kindern haben und häufig wechselnden Partnern, inklusive wenig Geld.

Frage dich insgeheim, was es dir bringt, ein Kind um jeden Preis zu bekommen, immerhin blieb dir so vieles erspart: Sinkende Sexualität nach der Schwangerschaft, Betrug des Partners wegen deiner Schwangerschaft und Geld- und Trennungsschwierigkeiten wegen dem Kind.

Die beste Zeit für ein Kind ist, wenn du einen halbweg verlässlichen Partner an deiner Seite hat. Ob mit 20, 30 oder 45. In heutiger Zeit wird es für viele europäische Frauen heißen: Eher Kinder aufwärts der 35. Immerhin willst du einen reifen Partner und kein Hallodri, nehme ich mal an. Ansonsten ist das Resultat, dass du fast immer als alleinerziehende Mutter endest.

Kinderwunsch um jeden egoistischen Preis kann nicht glücklich machen. Du willst scheinbar das Haus vom Dach aufbauen.

Man kann es für heutige Sichtweisen auch ganz unkonventionell machen: Einfach ein Kind zwischen 20 und 28 bekommen. Aber das war früher einmal gut. Heute passt es fast nicht mehr ins System, da die Menschen auch immer älter werden und weniger reif in ihrer Entwicklung. Viele leben ja mit 30 noch daheim oder starten in ihren ersten festen Beruf.
 
  • #15
Ich habe für in der heutigen Zeit ziemlich früh mein 1. Kind bekommen. Mit 24 und hätte ich nicht die Fehlgeburt davor gehabt wäre ich schon mit 23 Mutter geworden.
Und auch mit 25 habe ich wieder ein Kind verloren. In der Hinsicht bin ich froh schon jung angefangen zu haben.
Mein Examen habe ich mit 21 gemacht und bin auch nur eine Krankenschwester mit einer Fachweiterbildung QM. Und habe 3 Jahre vollzeit gearbeitet, teilzeit auf Station, teilzeit im Büro.
Finanziell konnten wir uns ein Kind leisten und ich bin jetzt zwei Jahre zu hause geblieben.
Jetzt habe ich eine neue Stelle angenommen, da ich nicht Vollzeit arbeiten möchte aber nur noch volle stellen auf Station oder im QM Bereich gibt. Obwohl sich eine Vollzeit stelle im QM Bereich mit den Arbeitszeiten super an den Kindergarten anpassen lässt, möchte ich
1) Mein Kind mit 2 Jahren nicht gleich den ganzen Tag abgeben.
2) meinem Kind meine Aufmerksamkeit schenken wenn es nach Hause kommt und nicht noch mit dem Haushalt komplett beschäftigt bin.
3) Zeit für mich!
Von daher habe ich mich entschieden für eine Teilzeit Stelle im Nachtdienst und einen Kindergarten Platz mit 35 Stunden die Woche.
Ich habe somit Zeit für mich, Haushalt und natürlich für meine Tochter. Finanziell können wir uns dieses super Leisten und alle beteiligten sind zufrieden und keiner ist gestresst. Natürlich habe ich dadurch eine schlechtere Stelle aber mein Kind und ich sind sehr glücklich und mein Mann wenn es seine Frauen sind.
Aber ich bin auch froh wenn ich mit 45 mein Leben nicht mehr groß nach meinem Kind richten muss.
Für mich meine beste Entscheidung im Leben.
 
  • #16
Hallo,
Wenn dir Kinder wichtig sind, dann würde ich nicht länger warten. Selbst habe ich alle meine drei Kinder zu sehr unpassenden Zeiten bekommen, was die Kariere betrifft: Nummer 1 kam, als ich erst gerade ins Ausland gezogen war, direkt nach dem Studium, da hatte ich keinen Job und nur ganz wenig finanzielle Unterstützung vom Staat. Nummer zwei kam, als ich gerade meine erste Stelle hatte, und wäre das Kind zum Termin gekommen, wären mir die Lohnfortzahlungsrechte/Mutterschaftsurlaub entgangen. Das Kind kam zum Glück eine Woche nach dem Termin. Mein drittes Kind bekam ich mitten im Doktorgradsprojekt. Heute bin ich nur so froh darüber, dass ich meine Prioritäten richtig gesetzt habe. Ich habe übrigens heute auch meinen absoluten Traumjob an der Uni.
 
E

Elissa

  • #17
Zu früh ist nicht gut. Dann haben oft beide Eltern das Gefühl etwas im Leben verpasst zu haben. Gefrustete junge Eltern sind auch kein Vergnügen für die Kinder.
Zu alt (hart an de Grenze zu den Wechseljahren) ist natürlich auch nicht wünschenswert, weder für die Eltern noch für die Kinder.
Ich habe meine Tochter erst spät bekommen, aber es hat halt vorher einfach nicht geklappt. Eigentlich hatten wir schon 8 Jahre probiert. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass ich nie das Gefühl hatte wegen des Kindes auf etwas verzichten zu müssen. Ich hatte eine unbeschwerte Jugend- und Studentenzeit, konnte reisen, mich ausprobieren etc. Das wäre als sehr junge Mutter alles nicht so einfach möglich gewesen.
 
  • #18
Meine kamen, als ich 26 und 28 war, kurz nach dem Studium. Und ich bin heilfroh, dass sie jetzt erwachsen sind und ich nicht, wie einige meiner Klassenkolleginnen, jetzt noch auf Grundschul-Elternabenden sitzen muss. Es war chaotisch, anstrengend und wunderschön. W,49
 
  • #19
Hallo FS,

willst du damit sagen, dass du nicht promoviert hättest, wenn die frühere Beziehung nicht gescheitert wäre?
Wenn ja, dann kennst du doch deine wahren Prioritäten bereits. Erst Kind dann Job. In dem Zusammenhang ist der richtigen Zeitpunkt der, wenn beide Partner wissend und willentlich Eltern werden, nachdem man zusammen geklärt hat, wie die gegenseitige Unterstützung aussehen wird und wie sich beide privat und beruflich die nächsten 5 Jahre vorstellen bzw. was danach kommen soll.
Also wäre der erste und nächste Schritt, dass du Klartext mit deinem Partner redest. Davon ihn irgendwie einzubeziehen hast du bisher nichts geschrieben. Ich hoffe, dass du kein"huch-Pille-vergessen-das war-ein-Unfall-aber-wenn-ich-schonmal-schwanger-bin-Kind" planst.
Sollten sich deine Prioritäten nun aber durch die Promotion - in welchem Fach denn eigentlich? - Richtung Karriere verschoben haben. Dann würde ich das Thema Kind abhaken und meinem Beruf nachgehen. Denn mit Promotion (quasi ohne Berufserfahrung, sofern es nicht im Hochschulbetrieb weitergehen soll) schwanger zu werden, lässt wenig hoffen, dann mit einem 2-3Jahre alten Promotionswissen noch den Wunschjob zu ergattern. Vom Fach schreibst du ja nichts. Aber es wäre meines Erachtens in gewisser Weise schade um die Mühe, die du dir mit der Erlangung der Promotion gemacht hast.
Schreib doch mal um welches Fach und welchen Bereich es geht. Vielleicht hat dann jemand eine Idee, wie man beides gut vereinen könnte. Wärst du bspw. Naturwissenschafterlin aus dem universitären Forschungsbetrieb, könntest du ja gucken, ob du dort für weitere 2-5 Jahre in TZ unterkommst. Es hängt auch insgesamt viel davon ab, wie lange du planst nach der Geburt daheim zu bleiben. Mein persönlicher Rat wäre, dass du spätestens nach 1.5 Jahren wieder voll einsteigst und auch kurz nach der Geburt zusiehst, dass du bspw. an einem Forschungsprojekt überwiegend von daheim zuarbeiten kannst.
 
  • #20
Ist es schlauer, sich einen Job zu suchen, der vielleicht weniger anspruchsvoll und lukrativ ist, dafür aber eine bessere Vereinbarkeit verspricht?
Liebe FS,
so als hochqualifizierte Frau an die Berufswahl zu gehen ist ein großer Fehler.
Such Dir einen Job, der gut bezahlt ist UND der Dir gefällt. Arbeitszeiten und -bedingungen werden später nachverhandelt. Wer wenig Konkurrentz um den Arbeitsplatz hat, weil gut ausgebildet, kann Bedingungen stellen.

Was planst Du jetzt Kinder und Jobvereinbarkeit - Du hast weder einen Job noch ein Kind? Du schreibst noch nichtmal, dass Du einen Partner mit KInderwunsch und eine seit längerem stabile Beziehung hast, denn das sind doch wohl die Rahmenparameter für den Plan.
Dann sieht das schonmal ganz anders aus und der Mann kann sich an der Kinderbetreuung beteiligen, d.h. ebenfalls Teilzeit arbeiten, vielleicht einen Teil Homeoffice machen.
Also wniger denken, wenn nichts los ist und erst mal machen mit Maximalforderungen ans Leben. Zurückschrauben kannst Du, wenn es nicht funktioniert.

1. gut bezahlten, interessanten Job suchen, 2. Probezeit überstehen, 3. Mann haben, der sich aktiv in die Familie einbringt, 4. Berufserfahrung sammeln und zeigen, wie wertvoll Du für die Firma bist (2 Jahre, wenn Du gut bist), 5. zügig schwanger werden.

Mit dem zukünftigen Kindsvater solltest Du Dir vorher über die Aufgabenteilung klar werden, statt Kind nur als "mach ich" zu denken. Es ist eine gemeinsame Aufgabe und im Interesse an Dein wirtschaftliches Überleben, wenn die Beziehung scheitert. Altersarmut für Frauen geht nämlich mit Deiner Denke: easy Job, Teilzeit, geringes Gehalt.

Beim Job gilt: je besser er bezahlt ist, desto eher kannst Du Dir eine Unterstützung leisten, wenn Du sie brauchst, z.B. Putzfrau macht Klarschiff, während Du Qualitytime mit Deinem Kind auf dem Spielplatz hast. Vernünftig bezahlt verdienst Du ein mehrfaches ihres Stundenlohns.
Schlecht bezahlte Teilzeit heißt: alles selber machen und trotz zuhause sein wenig Zeit fürs Kind, abgehetzt und unzufrieden sein, sowie bei Trennung, besondern wenn unverheiratet die langwirkenden Folgen für dieses vermeintlich bequeme Leben allein zu tragen.

Je qualifizierter und besser bezahlt Du bist, desto wertvoller für Deinen Arbeitgeber und umso mehr kommt er Dir entgegen, wenn Du flexible Arbeitsbedingungen brauchst.
 
E

endrana

  • #21
immerhin blieb dir so vieles erspart: Sinkende Sexualität nach der Schwangerschaft, Betrug des Partners wegen deiner Schwangerschaft und Geld- und Trennungsschwierigkeiten wegen dem Kind.
Also mit Verlaub... als wäre die Sexualität nach Schwangerschaft automatisch hinüber (außerdem leidet höchstens die Quantität an Akten, die Qualität ist aber doch viel wichtiger)...
Aber das höchste finde ich ja den Betrug des Partners wegen der Schwangerschaft?! Was?! Klar in einer solchen Situation ist der größte Fehler gewesen, von so einem Mann schwanger zu werden, allerdings kann da das Kind nichts dafür...
Und nicht alle Männer unter/um die 30 sind unreif und können keine Verantwortung tragen bzw betrügen ihre Partnerin, nur weil diese einen Babybauch und evtl ein paar Wochen weniger Lust auf Sex hat.

Und als könnten Beziehungen nie funktionieren, eine Garantie hat man nie, aber da nützt es einem auch nichts, zu warten bis man als Frau auf die 40 zugeht, deshalb wird die Partnerschaft auch nicht eher halten
 
  • #22
Ich schließe mich Vikkys Posting vollumfänglich an. Du brauchst 2-3 Jahre Berufserfahrung, das Wissen, Dich selbst ernähren zu können und eine stabile Partnerschaft. Dann fang an.
Erkundige Dich bereits jetzt in Deinem räumlichen Umfeld, wie die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind. In der Schweiz zum Beispiel soll es ganz furchtbar sein - da ist man als Frau gleich weg vom Fenster, egal wie qualifiziert man ist. Ich kenne auch eine junge Frau, die extra zum Kinderkriegen wieder nach Ostdeutschland gezogen ist und dann hier ihre Firma gegründet hat. In Stuttgart, wo sie vorher war, wäre das in dem Maße nicht möglich gewesen.
Besprich bitte schon während der Schwangerschaft darüber, wann Du wieder einsteigst in den Beruf und halte auch während Schwangerschaft und Elternzeit Kontakt zur Firma und zum Beruf! Ganz wichtig! Besprich ganz klar mit Deinem Partner, wie ihr Euch die Arbeitsteilung mit Kind vorstellt. Viele Frauen schlittern ungewollt in eine vermeintlich traditionelle Arbeitsteilung rein und sind dann sehr frustriert und kommen da nicht so schnell wieder raus. (Das lebende Beispiel ist meine Kollegin, die sich täglich darüber bei mir ausheult).
Den perfekten Zeitpunkt gibt es schlichtweg nicht. Kinder kommen nicht auf Knopfdruck, sondern wann sie wollen. Das heißt: nach dem Pille-absetzen bitte in dieser Hinsicht Kopf ausschalten und nicht verkrampfen.
 
  • #23
Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt.
Wenn du ein Kind haben willst, mache es.

Bei mir:
- mit 25 Trennung vom 5-jährigen Freund und erstes Diplom.
- mit 27 in der Promotion und erstem freiberuflichem Geldverdienen sowie unzuverlässigem Kindsvater die Geburt meiner Tochter.
- mit 37 zweites Diplom, meine Tochter ist damals ab und zu an meinen Studienort, 500 km entfernt mit dem Zug gefahren, ansonsten ich jedes WE nach Hause.
- noch ein weiteres Studium, aber hier am Wohnort.
Meine Tochter ist jetzt 21 und trotz dieser 'widrigen' Umstände gut gelungen und wir haben ein sehr gutes Verhältnis.
Ich hatte immer Ganztagsbetreuungen für sie vom 10. Lebensmonat an und außerdem meine Eltern, die mir viel geholfen haben.
Sonst wäre das nicht so gegangen, ist mir schon klar.

Alle meine Freundinnen haben solvente Ehemänner.
Alle haben sehr gute Ausbildungen, fast alle studiert, einige promoviert.
Alle haben weit nach mir ihre Kinder bekommen, teils 10 Jahre später.
Alle blieben, weil die Männer gut verdienten lange zuhause und wollten auch nach 10 Jahren nur Teilzeit arbeiten.
Keine hat so etwas wie Karriere gemacht, alle sind gefrustet und beneiden mich heute ( damals nicht ).

Du willst beides ? Kind und Karriere ? Dann mach es . Es geht.
Außer Kind, arbeiten und Ausbildung bleibt aber null übrig.
Keine Zeit für einen Mann, für Freunde oder gar für dich.
Das war es mir aber wert.
Jeder entscheidet, was ihm etwas im Leben bedeutet.

Ich bin jetzt 48 und aus dem Gröbsten raus.

w 48
 
  • #24
Hier wurde bereits mehrfach alles richtig gesagt:

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht und alles hat seine Vor- und Nachteile.

Mein erstes Kind kam mit 26 und meine damalige Frau war 24. Wir waren immer der Ansicht früh Kinder zu wollen und keine alten Eltern zu sein. Das zweite ließ dann lange auf sich warten und kam 7 Jahre später. Die Scheidung kurz danach.

Im Leben ist nichts planbar und es kommt meist anders als man denkt.

In den jungen Jahren hatten wir wenig Geld und ich habe mich weiterbilden müssen um letztendlich die Familie zu ernähren. Das Geld ist knapp, die Großeltern weit weg da es keine Jobs in der Heimat gab.

Wie entspannt habe ich dann ältere Eltern erlebt, die beruflich angekommen waren und Zeit für ihre Familie hatten oder sich diese genommen haben.
Es ist vielfach nicht verkehrt erst später Kinder zu bekommen.

Heute merke ich auf was ich alles verzichtet habe um mich für die Familie aufzuopfern. Dank erhält man dafür dann keinen. Heute geht es mir gut. Ich sehe meine Kinder fast jede Woche, liebe Sie und habe die Freiheit zu reisen und mir auch in begrenztem Umfang die Welt anzuschauen.
 
  • #25
Hätte ich die Chance gehabt - sprich: den passenden Mann - hätte ich wohl im Studium Kinder bekommen. Klar, studieren ist stressig, aber entspannter wird es später auch nicht. Im Berufsleben muss man liefern, und zwar auf den Punkt. Im Studium hat man viel mehr Spielräume, sich die Zeit einzuteilen. Ich denke, es wird einem heute auch leichter gemacht als noch vor ein paar Jahren. Meine Uni rüstet in letzter Zeit ziemlich auf in punkto Kinderfreundlichkeit. Eine Uni-Kita gab es schon lange, seit neuestem wird kostenloses Mensa-Essen für den Nachwuchs angeboten; es gibt alle möglichen Vergünstigungen und Hilfsangebote.

Das nützt dir nun natürlich nichts mehr (genausowenig wie mir - ich hänge zwar aus diversen Gründen immer noch an der Uni rum; ein potentieller Vater ist aber nicht in Sicht und so auf den letzten Metern vorm Abschluss würde ich es auch nicht mehr machen), aber du hattest ja eine allgemeine Diskussion angestoßen.

Ich würde dir wie einige Vorredner auch raten, nun nicht mehr zuviel Zeit mit Planen und Zaudern zu vertun. Wenn ein Kind dein absoluter Herzenswunsch ist und du den passenden Mann an deiner Seite hast, würde ich es in Angriff nehmen. Für viele praktische Probleme lässt sich eine Lösung finden, aber die biologische Uhr lässt sich, einmal abgelaufen, nicht zurückdrehen.

Und um ehrlich zu sein...ich finde diese ständigen Forderungen nach "Vereinbarkeit von Kind und Karriere" fragwürdig. Auch wenn es wohl die wenigsten hören wollen: man kann im Leben nicht alles haben. Sicher kann man ein Kind bekommen und mit viel Glück, wenn optimale Voraussetzungen gegeben sind (tolerante Arbeitgeber, pflegeleichtes Kind, gute Betreuungsmöglichkeiten, hilfsbereiter Partner....) auch noch eine dolle Karriere hinlegen. Vielleicht kommen wir da auch irgendwann hin, dass für alle Frauen die strukturellen Bedingungen für Kind + Karriere gegeben sind. Aber wieviel hat man von seinem Kind, wenn alles Herzblut in die Karriere fließt? Und viel wichtiger: was hat das Kind dann von seiner Mutter?

Egal, was die Politik sich noch alles einfallen lässt - ich glaube, man wird immer eine Entscheidung treffen müssen. Nicht zwischen Kind und (Vollzeit-)Berufstätigkeit, aber zwischen Kind und Karriere. Wirklich Karriere zu machen, setzt eine gewisse Obsessivität voraus - die Bereitschaft, ja den Willen, (wesentlich) mehr zu tun als verlangt. "Dienst nach Vorschrift" bringt einen vielleicht irgendwie durchs Berufsleben, aber nicht nach ganz oben.
 
N

nachdenkliche

  • #26
Und um ehrlich zu sein...ich finde diese ständigen Forderungen nach "Vereinbarkeit von Kind und Karriere" fragwürdig. Auch wenn es wohl die wenigsten hören wollen: man kann im Leben nicht alles haben. Sicher kann man ein Kind bekommen und mit viel Glück
Das sehe ich ganz genauso! Ein Kind zu planen wie Karriere und Hausbau, ist mir irgendwie zu KALT!
Den richtigen "Termin" für ein Kind bestimmt das Kind, fertig. Wenn nicht, dann eben nicht.
Was tust Du, wenn Du es nun geplant hast, das Kind, aber aus unerfindlichen Gründen nicht schwanger wirst....?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #27
Aber wieviel hat man von seinem Kind, wenn alles Herzblut in die Karriere fließt? Und viel wichtiger: was hat das Kind dann von seiner Mutter?
Das Gleiche wie jeder berufstätige Vater?

Nein liebe FS, ich finde schon, dass du bei der Kinderplanung den Überblick behalten solltest und nicht ein Kind "entscheidet", wann es kommt, wie manche hier schreiben. Das hört sich für mich nach Verhütung absetzen und "gucken was passiert" an. Rationales Planen, so wie du es tust, ist nicht kalt, sondern klug.

Deine Vereinbarkeitsgedanken habe ich natürlich auch und kann sie sehr gut nachvollziehen. Am Ende wirst du dir überlegen müssen, was dir wichtiger ist. Und ja, ich würde vermutlich an deiner Stelle auch einen Job nehmen, der weniger lukrativ ist, wenn er eine bessere Vereinbarkeit bietet. Natürlich gibt es da auch Grenzen nach unten hin. Du hast studiert und promoviert, da würde ich jetzt nicht in einen normalen Sachbearbeiterberuf einsteigen wollen, für den man nicht einmal Abitur braucht. Sonst hätte sich deine Ausbildungszeit ja auch gar nicht gelohnt.

Ein Bekannter meinte zu mir, am Besten wäre es mit 20 ein Kind zu kriegen, wenn man dann Mitte 30 ist, kann man voll durchstarten, während alle anderen mit der Vereinbarkeit kämpfen...
Das halte ich für zu pauschal. Ich bin gerade in der Vorbereitungsphase meines zweiten Staatsexamens. Wenn ich an meinen Alltag im Referendariat und an meine erste Examenszeit denke, dann bleibt mir eh schon kaum Luft zum Atmen. Ich wüsste gar nicht, wo ich da noch ein Kind dazwischen klemmen sollte. Ich bin jetzt Mitte 20 und würde nicht schnell zwischen Tür und Angel die Schwangerschaft/Examenszeit/Kindererbetreuung/Jobsuche nach dem Examen innerhalb der nächsten 3 Jahre angehen wollen. Ich will mich jetzt auf meine Ausbildung/bald Berufstätigkeit konzentrieren und danach zu gegebener Zeit (ich denke so ab 33?) hoffentlich die Babyzeit genießen.
 
  • #28
Ich würde danach entscheiden, ob ich eine gute Ausbildung und eine gute Beziehung habe und schon gar nicht von Anfang an auf eine Teilzeitstelle schielen. Ich kenne keine Frau, die mit 20, also kurz nach Beendigung der Schule, schon Mutter geworden ist und mit Mitte dreißig nicht von der Allgemeinheit oder einem Mann abhängig gewesen wäre. Das ist keinem Kind zu wünschen. Du wirst hier auf viele Männer treffen, die eine Frau gern in Abhängigkeit haben (solange sie pariert) und es deshalb prima finden, wenn sie sich selbst und ein Kind nicht ernähren kann / will, auch viele Frauen, die das gar nicht können oder wollen und deshalb mit Mitte zwanzig einen Ernährer an sich gebunden haben wollen. Heutzutage funktioniert das aber nicht mehr auf Dauer und deshalb würde ich einer Tochter von zu früher Mutterschaft abraten.
 
  • #29
... wieder in einer Beziehung.
Ist es schlauer, sich einen Job zu suchen, der vielleicht weniger anspruchsvoll und lukrativ ist, dafür aber eine bessere Vereinbarkeit verspricht?
Aus meiner Sicht zwei offene Fragen:
- Du erwähnst Deinen Partner mit keinem Wort. Was meint er? Wie ist bei ihm die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
- Wie kommt eine hochqualifizierte Frau darauf, sich, bevor sie überhaupt mal einen Berufseinstieg gefunden hat und ein Kind überhaupt in Sicht ist, gleich wieder über den beruflichen Ausstieg Gedanken zu machen? Erinnert mich an den "Rollen"-Thread. Deine Rolle ist nicht mehr automatisch "Hausmütterchen". Steig mit voller Kraft in den Beruf ein. Sonst beklagst Du Dich in 5 Jahren über "ungerechte Bezahlung" und "mangelhafte Azufstiegschancen", weil Männer "bevorzugt" werden.
 
  • #30
Man scheitert mit der Vereinbarkeit immer! Das kann ich nur aus Erfahrung sagen.
Aber es steht und fällt mit dem Mann an Deiner Seite. Wenn der bereit ist, ebenso wie Du Aufgaben am Kind und im Haushalt zu übernehmen, kannst du evtl. deinen Beruf weiterhin wuppen.
In der Regel ist es aber so, dass Du ab Beginn der Schwangerschaft ins Jahr 1950 zurückkatapultiert wirst. Erst findest Du es ganz ok, dass Du auf Kind aufpasst und dem Mann abends etwas zu essen machst... du bist ja in Elternzeit... und schwupps hat der Herr sich dran gewöhnt und du kannst sehen, wie Du Haushalt, Kind und Beruf unter einen Hut bekommst. Kita und auch Tagesmutter leisten da nur einen kleinen Beitrag - das Meiste hängt an Dir. Und irgendwann dümpelst Du eben so in Teilzeit vor Dich hin, aber Karriere sieht anders aus - die macht höchstens dein Mann.
Also entweder nimmst du einen Mann, der locker eine Nanny und Putzfrau neben der Kita zahlen kann oder Du schaust, dass Du einen nimmst, der gleichberechtigt Anteil an der Kindererziehung und den Aufgaben übernimmt.
Ich weiß aber nicht, wieso Du Dir Gedanken über ein Kind machst, wenn Du gar keinen Mann dazu hast!?
Deine Promotion ist schön und gut, ist aber nichts wert, sobald DU ein Kind hast. Beruflich steht man als Frau mit Kind immer doof da! Ich weiß, wovon ich spreche...

w, 41 - 2 Kinder, auch promoviert