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  • #1

Leicht pflegebedürftige Mutter, die beim Sohn wohnt. - Ein No-go?

Hallo zusammen,

angeregt durch die lebhafte parallele Diskussion über "Muttersöhnchen" würde mich interessieren, wie ihr (insbesondere die Frauen) über die umgekehrte Situation denkt:

Ich bin ganz normal mit 21 (nach der Bundeswehr) zum Studium zu Hause ausgezogen, habe danach zum Teil in anderen Städten und immer in eigener Wohnung gelebt, meine Mutter hat nie bei mir geputzt, höchstens mal ein paar Hemden gebügelt, aber auch das könnte ich selbst (so wie ich meinen kompletten Haushalt samt Kochen und Waschen selbst "schmeisse"). Ich hatte auch mehrere Beziehungen, natürlich ganz ohne Mutter ;-)

Dann hat es sich aber doch ergeben: Meine Mutter hatte vor ein paar Jahren eine schwere OP, ist mittlerweile knappe 80 und so langsam etwas dement.
Da nun meine Mutter Hilfe benötigte (Essen wird gebracht, Putzfrau kommt, Sozialdienst auch ab und an, aber "nach ihr schauen" muss trotzdem jemand), wohnt sie jetzt in einer getrennten Wohnung in meinem Zweifamilienhaus. Klar würde sie sich gerne ab und an mal "einmischen", aber ich sichere mein Privatleben ziemlich strikt ;-) Es ist auch völlig klar, dass, sobald ich deshalb nicht mehr voll berufstätig sein könnte (ich habe relativ flexible Arbeitszeiten), dann eben doch irgendwann der Umzug ins Seniorenheim notwendig wäre (gegen die altersübliche Gegenwehr, die vielleicht der eine oder andere schon kennt...).

Jetzt würde mich interessieren, wie ihr darüber denkt. Also nicht "bequemer Mittvierziger, der noch zu Hause lebt", sondern eben die Hilfe, die ältere Menschen irgendwann benötigen. Ebenfalls ein "No-Go"? Ich bin gespannt!

m, 46
 
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  • #2
Ich finde das eigentlich ganz normal, dass man sich um seine Eltern kümmert. Aber ich komme halt auch noch aus einem anderen Jahrhundert, das fällt mir dann immer wieder auf.
Mein Opa hat damals auch bei uns gewohnt, als er alt und dement war. Ich musste sogar auf mein eigenes Zimmer verzichten und mit meiner Schwester ein Zimmer teilen, damit Opa zu uns ziehen konnte.
Heute werden halt viele alte Menschen in ein Heim abgeschoben. Das werde ich erst machen, wenn meine Mutter wirklich pflgebedürftig ist und ich es nicht alleine schaffen würde.
Wie du das machst, finde ich ideal.
Wenn eine Frau damit ein Problem hat, dann kannst du nur froh sein, wenn sie die Fliege macht.
 
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  • #3
Hallo GS,
Bei mir hättest du Bonuspunke dafür!
Ich finde es gut und sehr menschlich, sich um Eltern zu kümmern im rahmen der eigenen Möglichkeiten.

In Verbindung mit der Tatsache, dass du noch nicht verheiratet warst (oder doch?) allerdings sieht es tatsächlich etwas nach Muttersöhnchen aus.
Würde ich im Gespröch klären und bei Interesse und Zuneigung wäre das Kümmern um Deine Mutter definitiv kein NoGO.
Ich würds ausprobieren, wie es klappt.
W47
 
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  • #4
Ich finde du machst alles richtig, wundere mich aber darüber, daß du dich Rechtfertigst.
Stehe dazu das du deine Mutter nicht allein läßt, dann wird das auch niemand in Frage stellen.
Und wenn doch, ist es nicht die Richtige...
 
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  • #5
Lieber FS!
Ich denke es hängt ein wenig davon ab, in welcher Altersgruppe du eine Partnerin sucht.
Eine jung Frau würde wohl gerne mit dir gemeinsam etwas aufbauen wollen und eine Familie gründen wollen. Da könnte eine pflegebedürftige Mutter dann eher als Last angesehen werden. Suchst du eher eine gleichaltrige Partnerin die unabhängig ist, dann sehe ich da eher einen Chance. Sofern sie Kinder hat die schon groß sind oder eben eine Kinderlose. Da ihr in getrennten Wohnungen lebt hat ja jeder sein Bereich und man hockt sich nicht auf der Pelle. Es könnte schon für viele Frauen ein no-go sein. Viele Single-Frauen haben sich ihr Leben ganz gut eingerichtet und wollen keine Zusatzbelastungen mehr. Suche einfach eine Frau die offen ist, auch einen Partner mit Familienanschluss zu wollen. Sprich, damit locker umgehen kann. Grundvoraussetzung ist natürlich „Liebe“. Es funktioniert eben nur so. Deine Mutter sollte aber auch deine neue Partnerin, als solche akzeptieren und sie nicht als eine Art Pflegepersonal behandeln. Sondern eben als deine Frau. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich persönlich finde es sehr schön das du dich um deine Mutter kümmerst.
Vielleicht musst du etwas länger suchen. Es wird schon! Viel Glück!
W60 (hat auch die Eltern gepflegt)
 
  • #6
Zunächst einmal ist die Lösung: Mutter im Haus, in einer eigenen Wohnung, ideal!
Du kannst für sich alleine sein, bist aber zur Stelle, wenn die Mutter dich braucht.

Mein Opa hat damals auch bei uns gewohnt, als er alt und dement war.

Naja, es ist natürlich schon ein Unterschied, ob ein "Opa" in eine bestehende Familie aufgenommen wird, oder ein männlicher Single darauf angewiesen ist, unter diesen Umständen eine Partnerin zu finden.

Wichtig wäre natürlich zu kären:

- Ist deine Wohnung vollständig seperat, so dass deine Mutter nicht plötzlich im Zimmer stehen kann?
- Kannst du sie auch für mehrere Stunden, oder auch über Nacht, alleine lassen?
- Ist Urlaub, auch für mehr als ein Wochenende, möglich?

Wenn nicht, erfordert es natürlich sehr viel Toleranz von einer potentiellen Partnerin. Es ist schließlich nicht einfach, dass diese für einen (noch) fremden Mann aufzubringen, denn es bedeutet, auf persönliche, spontane Unternehmungen verzichten zu müssen, und eigene Bedürfnisse weit hinten anzustellen - für eine lange Zeit.
 
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  • #7
Sorry FS, aber ein Mann der mit mitte 40 mit seiner pflegebedürftigen Mutter lebt wäre nichts für mich (w35) Generell suche ich schon einen „älteren Mann“ und auch ein Haus wäre klasse. Ich bin beruflich stark eingebunden und würde auch noch über Kinder nachdenken wollen. Aber wenn die Mutter dann die erste geige spielt, wo würde ich dann bleiben. Ein Zweifamilienhaus ist auch sehr viel Arbeit, auch am Wochenende. Es gehe eben auch dann gerne Abends noch mit Freundinnen weg. Und was ist mir Urlaub? Mir wäre die Nummer zu festgefahren. Wahrscheinlich dann auch noch Landleben? Vielleicht solltest du den Frauen hier erstmals nichts von deiner Wohnsituation erzählen. Vielleicht könnte ja eine AE-Mutter was für dich sein aus dem Sozialbereich?
w35
 
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  • #8
Sicher kein No-Go.
Da du bereits alleine gewohnt hast und alles ist dein Verhalten und die Verantwortung deiner Mutter gegenüber eher ein Pluspunkt - zumal die Wohnsituation und alles so klar ist.
Repsekt!
w, 42
 
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  • #9
In deinem Fall ist es ein No-Go. Denn Demenzen deiner Mutter wird weiter fortschreiten und es wird bald sehr aufwändig und stressig. Wo bleibt dann genug Zeit für einen Partner?
 
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  • #10
das ist kein "no go" ( no-go könnte mal das Unwort des Jahres werden), sondern gelebte Sozialkompetenz!
w
 
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  • #11
FS, habe ähnliche Situation. Eltern wohnen im Nachbarhaus.
Als meine Eltern älter wurden und mein Vater pflegebedürftig zogen beide zu mir. ;)
Das Nachbarhaus würde frei. Mit kleineren Umbauarbeiten auch behindertengerecht gemacht.
Nach der Scheidung stand ich somit auch erst mal alleine da. Frauen! Partnersuche in der Situation ein ganz schwieriges Thema. Die Frauen sind doch alle sehr bequem geworden. Für Haus und Garten gibt es Hilfe. Oder kennst du eine Frau die den Rasen mäht? Dafür gibt es den Partner oder einen Gärtner. Die Damen aus den akademischen Kreisen werden sich doch nicht die Hände schmutzig machen. So eine Frau wie du/wir suchen, fallen nicht nackt vom Himmel. Meine zukünftige Partnerin müsste auch nicht Vollzeit arbeiten. Meine finanzielle Situation würde es erlauben das sie beruflich kürzer treten konnte. So sie den dieses auch wolle. Meine letzten Beziehung sind dann aber doch gescheitert „wegen der zu hohen Belastung“ Und „es gibt doch so gute Heime heutzutage“. Bin deswegen nicht mehr aktiv auf Partnersuche. Schaue dir einfach die Damen in deinem näheren Umfeld etwas genauer an. Somit ersparst du dir viel Leid und Ärger. So was muss einfach passen.
M
 
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  • #12
Nein. Auf keinen Fall. Das spricht doch für dich.
 
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  • #13
Ich finde es toll, dass Du ihr so hilfst. Es ist nicht selbstverständlich und du hast dennoch dein eigenes Leben. Ich hätte mit dieser Konstellation keine Probleme. W(33)
 
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  • #14
Für mich eher ein Pluspunkt in Bezug auf Deinen Charakter! Ein No-Go auf keinen Fall!

Dein Verhalten zeugt von sozialer Kompetenz und Verantwortungsbewußtsein.

w,49
 
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  • #15
Sehr menschlich, Respekt! Du wirst auch eine zukünftige Partnerin nicht einfach so abschieben, wenn sie durch einen Schicksalsschlag nicht mehr zu 100 % funktionieren kann. Deine Mutter darf, bis die Demenz überhand nimmt, im Umfeld bleiben. Du schenkst ihr wertvolle Lebenszeit in vier gewohnten Wänden und achtest das Alter vor dem niemand verschont bleiben wird. Wer dies nicht akzeptiert passt nicht zu dir und deiner Einstellung.

In sehr vielen Seniorenheimen herrscht akuter Mangel an Fachpersonal, und dadurch werden immer mehr Bewohner zu lästigen Nummern (leider), nach dem Prinzip `satt-warm-sauber`. Nach deinen Zeilen vernehme ich - es fühlt sich für dich richtig an - und DAS zählt. Mach nichts, was du dir dann im Nachhinein nie verzeihen würdest. Deine Mutter ist derzeit gut versorgt, und du schenkst ihr Zeit indem du zwischendurch mal nach dem Rechten schaust. Man kann das auch einfach Liebe nennen und auf keinen Fall hat das etwas mit Muttersöhnchen zu tun. Im Gegenteil!

W40
Fachsozialbetreuerin für Altenarbeit
 
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  • #16
... Da nun meine Mutter Hilfe benötigte (Essen wird gebracht, Putzfrau kommt, Sozialdienst auch ab und an, aber "nach ihr schauen" muss trotzdem jemand), ...

Mir ist noch nicht klar was du suchst. Eine Partnerin oder eine Hilfe? Da könntest du ja auch eine Nachbarin Fragen ob sie gelegentlich mal nach deiner Mutter schaut. Vom Prinzip her hört sich das ganze ja ganz toll an. Gelebt ist es deutlich schwieriger. Vielleicht solltest du dir eine alleinerziehende Mutter suchen, wenn du dann auch noch einen Kinderwunsch hegst. Vielleicht könnte so eine Verbindung gut gehen.
Ich w34 (2 Kinder und AE) könnte mir eine solche Verbindung gut Vorstellen, denn ein witeres kind wäre auch von mir gewünscht. Könnte also passen ;-))
 
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  • #17
Ich finde es toll. wie gut du das organisiert hast und dass du dir schon gedanken machst. Für mich wäre das eher ein Pluspunkt, der für deinen Charakter spricht! w,34
 
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  • #18
Aus meiner Sicht wäre es sehr wichtig deutlich zu machen, dass Du nicht um Kosten einzusparen eine Pflegerin für Deine Mutter suchst sondern wirklich eine Partnerin, mit der Du ein gemeinsames Leben aufbauen möchtest.

w/52
 
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  • #19
[mod]

Meiner Erfahrung nach leben demente pflegebedürftige Personen nicht mehr lange. Das ist eine Zeitspanne von 5-7 Jahre, wenn sie noch auf eigenen Beinen stehen und auf die Toilette gehen können. Aber bei totaler Bettlägrigkeit bauen alle Muskeln und die Muskeln der Organe so schnell ab, dass viele innerhalb einem Jahr sterben. Ich habe ebenfalls einen Dementen gepflegt. Am Anfang kann man noch ein einges Leben haben - aber nach Zeitplan (du wirst einer Frau oft was vorlügen müssen, warum es heute nicht geht), im Endstadium bist du 24 Stunden zu Hause und kannst erst mal nicht mehr arbeiten, wenn es hart auf hart kommt. Besonders in dieser Phase wirst du emotional wahrscheinlich gar nicht bereit für eine Frau sein.
 
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  • #20
das ist kein "no go" ( no-go könnte mal das Unwort des Jahres werden), sondern gelebte Sozialkompetenz!
w

Vielen Dank! Diese und ein paar ähnliche Antworten geben mir den Glauben an den weiblichen Teil der Menschheit wieder. Bin zwar nicht der FS, aber ich habe eine entsprechende Situation durchlebt. Es waren ca. 10 Jahre in denen ich mich um meine neurologisch schwer erkrankte Mutter mit gekümmert habe. Großes Haus in dem ich genügend Zimmer für mich hatte, aber wenn es notwendig war (und das war oft) war ich zur Stelle. Und da weiter oben die "Angst" ausgesprochen wurde, sie könnte bei mangelnder Wohnraumabtrennung plötzlich im Zimmer stehen, nein Mädels, das Treppenhaus hätte sie überhaupt nicht bewältigen können. Aber trotzdem, als betreuender Single-Mann ist man eine persona non grata. Für alles hat unsere ach so tolerante Gesellschaft Verständnis, aber ein Sohn der sich um seine Mutter kümmern muss (weil es halt nicht anders geht) ist ja sowas von igittigitt und ein NoGo. Scheint in der Beliebtheitsskala gleich nach potentiellem Kinderschän* zu kommen. Ich hab es dann während der Zeit auch konsequent sein lassen überhaupt an eine Partnerschaft zu denken. Jetzt ist alles vorbei und ich wüsste nicht was ich in der Situation hätte anders machen sollen und ich hab mir nichts vorzuwerfen. Meine Mutter war auf Hilfe angewiesen wie ein krankes Kind und ich hab mich halt darum gekümmert. Schwieriges Thema, die meisten wollen sich mit Krankheit und Behinderung und allem was die Freiheit auch nur ansatzweise einschränken könnte überhaupt nicht beschäftigen.

m.
 
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  • #21
Lieber M

unsympathisch wäre mir jemand dem seine Mutter vollkommen schnuppe ist und der sie in eine Pflegeeinrichtung abschiebt um sie los zu werden.

Ich streite mich mit drei Brüdern wer sich um den dement werdenden Vater kümmern soll.
Er hatte mehrere OPs und bei der letzten ging was schief. Seither geht es ihm nicht sehr gut
und man kann ihn nicht so allein vor sich hin leben lassen. Einliegerwohnung wäre das beste.
Stelle sich heraus: meine drei Brüder schieben ihr Familienleben vor. Sie haben allesamt keine Zeit.
Ich soll das machen (ich bin Single, arbeite aber in Zeitjobs und habe viel Hektik in der Woche, da an mehreren Orten wirkend).

Ich würde sagen eine Frau die dir das nachträgt hat einen Schaden im Kopf.
 
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  • #22
Nach der Scheidung stand ich somit auch erst mal alleine da. Frauen! Partnersuche in der Situation ein ganz schwieriges Thema. Die Frauen sind doch alle sehr bequem geworden. Für Haus und Garten gibt es Hilfe. Oder kennst du eine Frau die den Rasen mäht? Dafür gibt es den Partner oder einen Gärtner. Die Damen aus den akademischen Kreisen werden sich doch nicht die Hände schmutzig machen.

Bei dir liegt der Fall doch komplett anders als beim FS.
Du hast deine festgefertigte negative Meinung von den Frauen und genau DAS ist es, was dich bei Frauen unattraktiv machst. Wer möchte schon mit so einem Mann zusammen leben. Die Eltern im Nebenhaus sind das sicher nicht.
Warum soll eine Frau den Rasen mähen, wenn man das für 5 Euro vom Nachbarsjungen machen lassen kann. Ich könnte zurückfragen: Welcher Mann bügelt schon seine Wäsche? Da gibt es ebensoviele Männer, die diese Arbeiten von der Putzfrau erledigen lassen oder die Wäsche ausgeben. Und Frauen lassen eben die Reifen wechseln und den Rasen mähen. Das hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun.
Aber du suchst wohl gezielt eine Frau, die deinen Haushalt führt und dir die Pflege abnimmt. Das geht natürlich nach hinten los, wenn du emotional nicht mehr zu bieten hast, als das, was du hier schreibst.
 
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  • #23
Nun ja die Frage ist, hat deine Mutter bei deiner Entscheidung der Partnerwahl ein Mitspracherecht? Theoretisch ist es toll, Praktischen schwierig. Es wäre wichtig zu wissen ob du noch mehr Baustellen hast. Ex-Frau …. Kinder ??? w32
 
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  • #24
Lieber FS,
ich sage das ganz ehrlich, auch wenn hier ein Enttrüstungssturm losbrechen wird: meins wäre das nicht, jedenfalls nicht das enge Zusammenwohnen. Ein paar Straßenzüge weiter, dass man regelmäßig nachschauen kann, aber auch den nötigen Abstand hat, ist ok. Unter solchen Bedingungen wäre es mir sympathisch, dass der Partner sich um seine Mutter kümmert.
Die Formulierung "sie würde sich gerne einmischen..." heißt, dass sie es tun wird und in Verbindung mit beginnender Demenz ist das sehr anstrengend für eine neue Partnerschaft, die sich ja auch erst mal bilden muss.
Mit ü40 hat so jeder seine ausgeprägten Eigenarten und seine persönliche Historie, die den Aufbau einer neuen Beziehung schwieriger machen als in jungen Jahren. So eine Zusatzbelastung macht es dann noch problematischer, weil die Frau ja auch keine Bindung an die Mutter hat.

Ich stecke voll im Berufsleben, bin geschieden und weiß daher, wie wichtig es für eine Frau ist, für die eigene finanzielle Absicherung zu sorgen. Neue Beziehungen im höheren Lebensalter haben eine kurze Haltbarkeit, gerade wenn sie unter solchen Bedingungen stehen.
Klartext: eine Teilzeittätigkeit kommt für mich nicht infrage. Ich habe mich in meiner Ehe nicht auf den Mann verlassen und werde das mit der Scheidungserfahrung erst recht nicht tun. Ich will auch kein vermeintlich "bequemes" Leben, um dann unentgeltliche Pflegeaufgaben oder Haus- und Gartentätigkeiten zu übernehmen und mich im Gegenzug schlecht von der mir fremden Mutter behandeln zu lassen.
Ich weiß, wie Demenz ist, welche Ängste die Betroffenen haben und wie aggressiv sie dann auch werden können. Viele Angehörige finden den Zeitpunkt für die Trennung nicht und je später der demente Mensch in eine Betreuungseinrichtung kommt, umso schwieriger wird es für ihn, dort zurechtzukommen.

Als Antwort für alle Ablästerer über die akademischen verwöhnten Frauen: als ich verheiratet war und im eigenen Haus wohnte, habe ich sehr wohl regelmäßig den Rasen gemäht und den ganzen Haushalt geschmissen, während der unakademische Mann keinen Handschlag gemacht hat. Und ich habe mich deutlich mehr als er um seine hinfällige und sehr aggressive Mutter gekümmert, die mich abgelehnt hat. Ich weiß, wovon ich rede - hatte ich alles schon. Außerdem sehe ich bei meinen Kollegen, was los ist, wenn die Eltern hinfällig werden. Eine seit 30 Jahrfen bestehende und gut laufende Ehe kann das wegstecken.
Ich brauche das in meinem Leben nicht mehr. Ich wohne gern in einer komfortablen Stadtwohnung und wenn ich einen Partner habe, dann möchte ich auch richtig mit ihm zusammenleben - mit ihm, nicht mit seiner Mutter.
 
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  • #25
Wichtig wäre natürlich zu kären:

- Ist deine Wohnung vollständig seperat, so dass deine Mutter nicht plötzlich im Zimmer stehen kann?
- Kannst du sie auch für mehrere Stunden, oder auch über Nacht, alleine lassen?
- Ist Urlaub, auch für mehr als ein Wochenende, möglich?

Hier der FS,

danke für die aufmunternden Antworten bisher.

Ja, die Wohnungen sind beide komplett separat. Betreuung besteht im Wesentlichen darin, nach dem Rechten zu schauen (Tabletten genommen, gegessen, getrunken?) und das sporadisch über den Tag verteilt. Über Nacht überhaupt kein Problem, auch am Tag bin ich unterwegs 8habe recht flexible Arbeitszeiten mit Home-Office-Anteilen), dann schaut die Sozialstation mittags vorbei. Urlaub mache ich bisher bis zu einer Woche mit Sozialstation, länger wird künftig Kurzzeitpflege in einem Seniorenheim anstehen.
Mir ist auch wichtig, dass ich mein Leben "normal" weiterführen kann - auf Urlaube oder lange Wochenende würde ich nur im Notfall verzichten, ich denke, es macht wenig Sinn, zehn Jahre zu pflegen und anschließend dann selbst pflegebedürftig zu sein. Natürlich hat eine Partnerin Priorität gegenüber meiner Mutter.

Da die Frage auch aufkam: ich war schonmal verheiratet, hatte mehrere Beziehungen und habe seit ich 21 bin nicht mit meiner Mutter "zusammengewohnt", also kein "Muttersöhnchen".

m, 46
 
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  • #26
Mir ist noch nicht klar was du suchst. Eine Partnerin oder eine Hilfe? Da könntest du ja auch eine Nachbarin Fragen ob sie gelegentlich mal nach deiner Mutter schaut. Vom Prinzip her hört sich das ganze ja ganz toll an. Gelebt ist es deutlich schwieriger. Vielleicht solltest du dir eine alleinerziehende Mutter suchen, wenn du dann auch noch einen Kinderwunsch hegst. Vielleicht könnte so eine Verbindung gut gehen.
Ich w34 (2 Kinder und AE) könnte mir eine solche Verbindung gut Vorstellen, denn ein witeres kind wäre auch von mir gewünscht. Könnte also passen ;-))

Hier der FS.

Ich suche natürlich keine Hilfe, sondern eine Partnerin. AE ist da völlig in Ordnung (ich habe überhaupt kein Problem mit Verantwortung), weitere Kinder auch ;-) Nachbarn sind ab und an eine tolle Hilfe, aber natürlich kann ich sie nicht fest einspannen. Dafür habe ich die Sozialstation dann, wenn ich arbeite und entlaste mich selbst mit Putzfrau. Natürlich ist das gelebt sicher nicht immer einfach, aber es ist natürlich völlig klar, dass mein Leben (und damit auch eine Partnerin) in letzter Konsequenz Vorrang hat...
 
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  • #27
Am Anfang kann man noch ein einges Leben haben - aber nach Zeitplan (du wirst einer Frau oft was vorlügen müssen, warum es heute nicht geht), im Endstadium bist du 24 Stunden zu Hause und kannst erst mal nicht mehr arbeiten, wenn es hart auf hart kommt. Besonders in dieser Phase wirst du emotional wahrscheinlich gar nicht bereit für eine Frau sein.

Hier der FS,

das Endstadium werde ich sicher nicht stemmen könne, es ist mir völlig klar, dass ich meiner Mutter die eigenen vier Wände ermögliche, solange es geht, aber meiner berufliche Existenz werde ich sicher nicht gefährden und in dem späten Stadium wird ein Pflegeheim unumgänglich sein.

Ich würde auch einer Partnerin selbstverständlich nichts "vorlügen" wollen. Es ist aber für mich sehr wohltuend, dass die meisten Antworten hier eher positiv und unterstützend als ablehnend sind. So habe ich erst recht das Gefühl, dass ich eher eine potentielle Partnerin sausen lassen (Testkriterium? ;-)) würde als eine (im beschriebenen "normalen" Rahmen machbare) Pflege zu beenden.

Vielen Dank!
 
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  • #28
[mod]

Meiner Erfahrung nach leben demente pflegebedürftige Personen nicht mehr lange. Das ist eine Zeitspanne von 5-7 Jahre, wenn sie noch auf eigenen Beinen stehen und auf die Toilette gehen können. Aber bei totaler Bettlägrigkeit bauen alle Muskeln und die Muskeln der Organe so schnell ab, dass viele innerhalb einem Jahr sterben. Ich habe ebenfalls einen Dementen gepflegt. Am Anfang kann man noch ein einges Leben haben - aber nach Zeitplan (du wirst einer Frau oft was vorlügen müssen, warum es heute nicht geht), im Endstadium bist du 24 Stunden zu Hause und kannst erst mal nicht mehr arbeiten, wenn es hart auf hart kommt. Besonders in dieser Phase wirst du emotional wahrscheinlich gar nicht bereit für eine Frau sein.

Demenz ist eine Krankheit, deren Fortschritt man nicht voraussagen kann. Es kann sehr schnell gehen, es kann auch sehr lange dauern. Aber wenn ein Angehöriger schwer dement ist, dann ist eine häusliche Pflege nur sehr selten machbar, vor allem, wenn man selbst noch berufstätig ist. Die Mutter einer Bekannten war fast 10 Jahre noch in einem sehr guten Pflegeheim und es ist ihr dort sehr gut gegangen, sie war nur dement, nicht bettlägrig. Sie musste nur 24Std. betreut werden, da sie sonst hilflos umhergewandert wäre. Schwer demente Menschen erkennen ihre Angehörigen eh nicht mehr, sie freuen sich zwar über den Besuch, aber wissen nicht mehr, dass es das eigene Kind ist.
Aber beim FS ist es ja noch nicht soweit, die Mutter hat nur angehende Demenz und kann sich noch selbst ein wenig versorgen. Da würde ich keinerlei Probleme sehen, denn das kann auch bei gesunden Eltern schnell passieren. Wie es dann mal sein wird, wenn es schwieriger wird, das wird sich zeigen, wahrscheinlich muss er dann seine Mutter sowieso im Pflegeheim unterbringen. Aber eben noch nicht so früh.
Und eines muss ich noch sagen: Es ist oft ein größerer Aufwand, die Eltern ständig im Heim zu besuchen. Ich schaue lieber mal 30 Minuten am Tag nach meiner Mutter als dass ich jeden Sonntag eine langweilige Stunde im Altenheim sitze.
Ich finde es gut, dass sich ein Mann um seine Eltern kümmert und für mich wäre das eher positiv als negativ.
 
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  • #29
Nun ja die Frage ist, hat deine Mutter bei deiner Entscheidung der Partnerwahl ein Mitspracherecht? Theoretisch ist es toll, Praktischen schwierig. Es wäre wichtig zu wissen ob du noch mehr Baustellen hast. Ex-Frau …. Kinder ??? w32

Hier der FS.

Natürlich hat meine Mutter keinerlei "Mitspracherecht". Ich schmeisse auch meinen Haushalt alleine bzw. leiste mir eine Putzfrau und wenn es nötig wäre auch Unterstützung für weitere Arbeiten. Es geht also nicht um eine Haushalts- und Pflegehilfe (die würde ich mir eher aus Polen holen und könnte auch das im Zweifel finanzieren, aber das ist natürlich auch ein Mensch mehr im Haus und damit auch nicht nur eine einfache Lösung), sondern um eine Partnerin mit Verständnis. Keine Kinder, keine Bindung mehr zur Ex-Frau.
 
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  • #30
. Für Haus und Garten gibt es Hilfe. Oder kennst du eine Frau die den Rasen mäht?

Gibt es schon, doch vllt sind da schon viele vergeben? Bin Vollbeschäftigt, mähe den Rasen, den Steilhang mit der Sense, reinige den Pool, tüftle an der Pooltechnik, koche gerne, putze selber, putz mein Auto (übernimmt jedoch oft mein Mann oder meine jugendlichen Kinder), reparier oder installier was mit Strom (oder auch nicht) zu tun hat (außer es übersteigt mein Wissen/Sicherheit geht vor/erster Bildungsweg Elektroinstallateurin), jammer nicht rum wenn im Poolhaus die Heizung ausfällt sondern schau ob der Brenner verdreckt ist - oder deck mich und meinen Mann einfach mit einer zweiten Decke zu, usw...

Mag für einige unerotisch sein, doch ich tu halt was zu tun ist. Jammern ist nicht Meins, und war es auch noch nie. Bin Gast 14 und halt nicht `Elite` doch das kümmert mich wenig. Mag Menschen die das Herz am rechten Fleck haben, und die mich Das tun lassen was ich gerne mache.

Was ich damit sagen möchte ist (fühle mich nicht persönlich angegriffen dafür gibt es keinen Grund), es gibt Frauen die solche Arbeiten gerne tun, und solche die es halt lieber tun lassen. Dies steht für mich jedoch nicht im Zusammenhang damit - ob eine Frau mit einem Mann leben möchte der ein Elternteil pflegt. Entweder man akzeptiert dies oder eben nicht. Der Rasen wächst so oder so.
 
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