• #1

Leben wir uns gerade auseinander? Freiheiten und andere Probleme...

Hallo ihr Lieben!

Ich führe mit meinem Freund seit über 10 Jahren eine Beziehung, ich bin 40, er ist 35.

Vor etwas über 6 Jahren kam es zu einem Arbeitsunfall und er konnte von da weg seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Er leidet unter den gesundheitlichen Auswirkungen bis heute und die Tatsache, dass er nie mehr körperlich arbeiten darf, trieb ihn in eine Depression.
Ich war mit der Situation überfordert, versuchte alle Arbeiten im Haus und Garten zu übernehmen, während er sich immer weiter zurückzog. Seine Tage verbrachte er vor dem PC, online zocken.
Meine Bedürfnisse und Gefühle habe ich hinten an gestellt und irgendwann völlig ausgeblendet.

So haben wir ca. 2 Jahre verbracht, haben uns von unserer Umwelt immer weiter zurückgezogen. Er, weil er sich schämte (glaube ich) und ich, aus Solidarität und auch, weil er es mich "spüren" ließ, wenn ich mal was alleine unternahm.
Er beschwerte sich, weil er keinen Ansprechpartner hatte den ganzen Tag alleine zu Hause und ich dann die wenige Zeit, die wir gemeinsam haben, quasi opfere um z.B. zu meiner Familie zu fahren.

In den letzten zwei Jahren haben wir uns gemeinsam langsam aus dieser Situation herausgearbeitet und seine Gesundheit wurde immer besser.

Was allerdings ständig Konflikte verursacht ist, dass ich wieder angefangen habe mich öfter mit meiner Familie zu treffen.
Jedes Mal wenn ich zu meiner Familie fahre, dann artet es in Streit aus. Er versteht sich nicht mit meiner Familie und kommt deswegen auch nicht zu Treffen mit. Ist aber böse auf mich, wenn ich allein hinfahre.
Er sagt, er will nicht mehr alleine zu Hause sitzen, wenn ich wegfahre und alleine was unternehme. Er wolle sich das jetzt auch "wieder erlauben" und möchte jetzt ebenfalls wieder anfangen, etwas ganz für sich alleine zu unternehmen.
Ich habe ihm gesagt, dass das kein Problem ist, ich hätte ihn schließlich die ganze Zeit immer ermutigt wieder Freunde zu treffen und was zu unternehmen.

So. Nun wäre das eigentlich kein Problem, im Gegenteil.
Aber. Er muss es natürlich gleich übertreiben und hat gesagt, er wird mit den Leuten ein paar Tage wegfahren, Kurztrips unternehmen usw.
Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie er sich das leisten will, ist mir das dann halt doch nicht so ganz recht.
Es kommt mir vor, als hätte er gerade seinen zweiten Frühling und möchte es mir auch irgendwie "heimzahlen", dass ich ohne was mache und mein Vertrauen bröckelt.

Ich habe ihm gesagt, dass es ja auch noch eine Mittelweg gibt, warum es gleich so etwas Extremes sein muss.
Er meinte dann, er hat ein großes Problem damit, dass ich ihm sage, was er tun oder nicht tun darf. Und dass das so auch nicht passieren wird.
Und an dieser Stelle bricht der Streit aus. Wir hatten jetzt zwei mal diese Diskussion und ich sagte ihm beide Male, ich hätte nichts dagegen, wenn er alleine was unternimmt.
Aber ich will nicht ganz außen vor sein, man kann doch sowas normal bereden wie Erwachsene.

Vielleicht hat ja jemand einen Gedanken dazu?
 
  • #2
Aber ich will nicht ganz außen vor sein, man kann doch sowas normal bereden wie Erwachsene
Was macht er denn so Schlimmes? Er kann seit 6 Jahren mit 35 Jahren nicht mehr arbeiten? Dann kann er doch auch nichts Dramatisches ausser Haus machen, oder habe ich etwas falsch verstanden?

Vielleicht hat ja jemand einen Gedanken dazu?
Dass Du überhaupt 10 Jahre in diesem Elend verbringst, finde ich schon erstaunlich. Man lebt nur einmal Hannah, mach Dir das mal bewusst.
W 57
 
  • #3
Was macht er denn so Schlimmes? Er kann seit 6 Jahren mit 35 Jahren nicht mehr arbeiten? Dann kann er doch auch nichts Dramatisches ausser Haus machen, oder habe ich etwas falsch verstanden?
Danke für deine Antwort Silly.
Er macht gar nichts Schlimmes. Er würde mit diesen Leuten halt ein paar Tage wegfahren, so ne Art Kurztrip.
Da ist nichts Schlimmes dran, aber ein mulmiges Gefühl bleibt irgendwie trotzdem, auch wenn ich weiß, dass es irrational ist.

Es fühlt sich ein bisschen so an, als hätte er gerade seinen "zweiten Frühling".
Nach dieser sehr schwierigen und harten Zeit für uns beide, geht es ihm nun endlich besser und ich gönne ihm das von Herzen. Natürlich.
Da dieser "Freiheitsdrang" aber immer dann wieder zur Sprache kommt, wenn ich zu meiner Familie fahre oder halt irgendwas allein unternehmen möchte, und zwar immer nach einem entsprechenden Streit - fühlt es sich ein bisschen wie Strafe an. Oder eine Drohung.
Schwer zu beschreiben.
Dass Du überhaupt 10 Jahre in diesem Elend verbringst, finde ich schon erstaunlich. Man lebt nur einmal Hannah, mach Dir das mal bewusst.
W 57
Wie meinst du das? Liest es sich so schlimm?
 
  • #4
Ich war mit der Situation überfordert, versuchte alle Arbeiten im Haus und Garten zu übernehmen, während er sich immer weiter zurückzog. Seine Tage verbrachte er vor dem PC, online zocken.
Meine Bedürfnisse und Gefühle habe ich hinten an gestellt und irgendwann völlig ausgeblendet.
Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun es andere auch nicht, warum vernachlässigst du deine ureigenen Gefühle?
So haben wir ca. 2 Jahre verbracht, haben uns von unserer Umwelt immer weiter zurückgezogen. Er, weil er sich schämte (glaube ich) und ich, aus Solidarität und auch, weil er es mich "spüren" ließ, wenn ich mal was alleine unternahm.
So kann eine Beziehung nicht gehen!
Er beschwerte sich, weil er keinen Ansprechpartner hatte den ganzen Tag alleine zu Hause und ich dann die wenige Zeit, die wir gemeinsam haben, quasi opfere um z.B. zu meiner Familie zu fahren.
Das ist ein Hundeleben, warum machst du das mit und lässt dir das gefallen?
Was allerdings ständig Konflikte verursacht ist, dass ich wieder angefangen habe mich öfter mit meiner Familie zu treffen.
Jedes Mal wenn ich zu meiner Familie fahre, dann artet es in Streit aus. Er versteht sich nicht mit meiner Familie und kommt deswegen auch nicht zu Treffen mit. Ist aber böse auf mich, wenn ich allein hinfahre.
Diese Beziehung war schon von anfang an nicht stimmig, warum gingst du diese überhaupt ein, kannst du nicht alleine sein?
Es kommt mir vor, als hätte er gerade seinen zweiten Frühling und möchte es mir auch irgendwie "heimzahlen", dass ich ohne was mache und mein Vertrauen bröckelt.
Ohne Vertrauen geht keine Beziehung! Die Suppe ist nach 10 Jahren ausgelöffelt, die Liebe fehlt!
Vielleicht hat ja jemand einen Gedanken dazu?
Die Beziehung ist zu Ende, ich empfehle eine konsequente Trennung zu machen, eine andere Chance sehe ich nicht!
 
  • #5
Vor etwas über 6 Jahren kam es zu einem Arbeitsunfall und er konnte von da weg seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Er leidet unter den gesundheitlichen Auswirkungen bis heute und die Tatsache, dass er nie mehr körperlich arbeiten darf, trieb ihn in eine Depression.
Finde ich echt schlimm, was Deinem Freund passiert ist! Dass er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann und nie mehr körperlich arbeiten kann, ist für einen 35 Jahre alten Mann bestimmt sehr schwer auszuhalten! Kein Wunder, dass er an einer Depression erkrankt ist!

Ich glaube, nachdem sich seine Gesundheit und seine Depression in den letzten Wochen gebessert hat und er jetzt wieder gelöster wirkt, passt Dir das nicht so ganz in den Kram! Er hat nun mal Nacholbedarf und Du solltest Dich für ihn freuen! Was ist denn schon dabei, wenn er einen Kurztrip mit ein paar Leuten macht!? Und solange er Dich nicht um Geld bittet bzw. dies aus seiner eigenen Tasche bezahlt, solltest Du entspannt damit umgehen. So wie Du es schilderst, hat er eine schwere Zeit hinter sich, war auch sehr lange nur daheim, ohne jeglichen Ansprechpartner, wo ihm die Decke auf den Kopf gefallen ist! Er hat sich in dieser Zeit mit der Situation arrangieren müssen, was sicherlich nicht leicht war! Du kannst ihn nicht einsperren und er kann Dich auch nicht einsperren! Ich glaube eher, dass Du zur Zeit in einem Panikmodus bist und Angst hast, ihn evtl. an eine andere Frau zu verlieren! Daher missfällt Dir seine geplante Kurzreise! Sehe die Sache etwas lockerer.... und falls Du das nicht kannst, musst Du Dich halt trennen!
 
  • #6
Für mich hört sich das nach ganz viel Unverständnis für den jeweils anderen an. Du hast dich zurückgenommen für ihn freiwillig, er hat das nicht von dir verlangt, du wolltest für ihn da sein, ihm etwas gutes tun, ihn unterstützen, er sieht dieses zurückstecken für ihn von dir nicht, er erachtet es möglicherweise sogar als selbstverständlich.
Vielleicht schwingt da auch so eine Art Trotz bei ihm mit, ihm passt es nicht, dass du deine Familie des Öfteren besuchst und er ist dann alleine zuhause, also hat er sich nun auch Freunde gesucht für einen Trip, wo du auch alleine zuhause bist..
So geht Beziehung nicht, ihr müsst offen miteinander reden, einander vertrauen, euch zuhören, den anderen ausreichend Freiheiten geben und Verständnis zeigen. Deine Familie ist deine Familie und wenn du diese besuchen magst, dann besuchst du sie, nix um Erlaubnis fragen. Ihr könntet euch abstimmen, dass er zb. dann auch jemanden besucht, so dass sich keiner alleine oder zurückgelassen fühlen muss.
Ihr müsst miteinander reden, eure Gefühle und Wünsche mitteilen, gemeinsame Planungen machen, einander nichts verbieten, jeder muss auch mal für sich sein.
Tut mir leid, dass dein Freund so ein Schicksalsschlag erlitten hat, ich finde es toll, dass du für ihn da warst in der schweren Zeit.
Redet miteinander.

W 28
 
  • #7
Dein Partner wirkt infantil. Er war die ganzen Jahre ganz auf Mami fixiert. Du konntest nicht mal deine Familie besuchen. Das ist doch lächerlich. Der arme Spatz hat dann keinen Ansprechpartner zu Hause.
Er kommt jetzt wohl in die "Pubertät". Wird auch Zeit. Will er eigentlich auch anfangen, wieder berufstätig zu werden?
Habt ihr noch Sex?
 
  • #8
Vor etwas über 6 Jahren kam es zu einem Arbeitsunfall und er konnte von da weg seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Er leidet unter den gesundheitlichen Auswirkungen bis heute und die Tatsache, dass er nie mehr körperlich arbeiten darf, trieb ihn in eine Depression.
So weit, so nachvollziehbar.
Er beschwerte sich, weil er keinen Ansprechpartner hatte den ganzen Tag alleine zu Hause und ich dann die wenige Zeit, die wir gemeinsam haben, quasi opfere um z.B. zu meiner Familie zu fahren.
Aus seiner depressiven Sicht heraus kann ich diese Logik sogar nachvollziehen. Ist trotzdem blöd für dich.
Was allerdings ständig Konflikte verursacht ist, dass ich wieder angefangen habe mich öfter mit meiner Familie zu treffen.
Wer ist „deine Familie“?
Was hat er gegen die?
und kommt deswegen auch nicht zu Treffen mit. Ist aber böse auf mich, wenn ich allein hinfahre.
Joah, mich würde es auch extrem annerven, wenn mein 40jähriger Partner seine spärliche Freizeit nutzt um ständig bei seiner „Familie“ zu hocken.
Er sagt, er will nicht mehr alleine zu Hause sitzen, wenn ich wegfahre und alleine was unternehme.
Logische Konsequenz.
Er wolle sich das jetzt auch "wieder erlauben" und möchte jetzt ebenfalls wieder anfangen, etwas ganz für sich alleine zu unternehmen.
Das ist doch schön.
ihn schließlich die ganze Zeit immer ermutigt wieder Freunde zu treffen
Na er entscheidet schon immer noch selbst, wie er seine Freizeit verbringen möchte.
Aber. Er muss es natürlich gleich übertreiben und hat gesagt, er wird mit den Leuten ein paar Tage wegfahren, Kurztrips unternehmen usw.
Was ist denn daran übertrieben?
Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie er sich das leisten will,
Solang es nicht dein Geld ist, ist doch alles paletti?
Was ist denn daran extrem? Bleib cool, der wird das jetzt zwei/ dreimal machen, danach geht ihm eh die Puste aus.
dass ich ihm sage, was er tun oder nicht tun darf.
Kann ich ein klein wenig verstehen.
Naja er ist ja bei deinen Familienbesuchen auch ständig außen vor. Obwohl der mit denen nicht zurechtkommt, fährst du ja trotzdem dauernd hin.
 
  • #9
Hallo ihr Lieben!

Ich führe mit meinem Freund seit über 10 Jahren eine Beziehung, ich bin 40, er ist 35.
Oh. Ein Recht großer Altersunterschied gerade in diesem Altersabschnitt.
Ich war mit der Situation überfordert...
Meine Bedürfnisse und Gefühle habe ich hinten an gestellt und irgendwann völlig ausgeblendet.
Das tut mir leid für dich. Ich frage mich wirklich wieso du es dir angetan hast ...
Schlimm
Aber. Er muss es natürlich gleich übertreiben und hat gesagt, er wird mit den Leuten ein paar Tage wegfahren, Kurztrips unternehmen usw.
Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie er sich das leisten will, ist mir das dann halt doch nicht so ganz recht.
Wieso übertreiben? Für ein paar Tage wegfahren?
Es kommt mir vor, als hätte er gerade seinen zweiten Frühling
Ja das kommt dir richtig vor.
Ich habe ihm gesagt, dass es ja auch noch eine Mittelweg gibt, warum es gleich so etwas Extremes sein muss.
Was ist an einem Kurztrip extrem?
Und an dieser Stelle bricht der Streit aus. Wir hatten jetzt zwei mal diese Diskussion und ich sagte ihm beide Male, ich hätte nichts dagegen, wenn er alleine was unternimmt.
Oh 🤔
Aber ich will nicht ganz außen vor sein, man kann doch sowas normal bereden wie Erwachsene.
Ja natürlich. Aber ihr streitet nur.
Vielleicht hat ja jemand einen Gedanken dazu?
Ja, ich denke ihr werdet euch auseinander leben. Vielleicht sogar bald. Lass ihn ziehen. Ich denke du weißt auch, dass das nicht halten kann.
LG
W Ü35
 
  • #10
Liebe Hannah,

ich denke, Ihr seid so weit voneinander entfernt und habt einen Punkt erreicht, an dem Ihr Euch gegenseitig loslassen müsst... alles andere ist doch Kampf (gegeneinander) und Krampf, und verschlimmbessert die Situation maximal. Niemand von Euch ist mehr glücklich. Ist da überhaupt noch Liebe, hinter der Gewohnheit und der Alltagsroutine, die Ihr miteinander habt? Ich sehe nur gegenseitiges Unverständnis und bei Euch beiden den Wunsch nach einem "besseren" Leben. Und ich kann Euch beide verstehen. Ich würde ein Loslassen empfehlen, und sehen, wohin das führt... Entweder die Beziehung wird auseinandergehen, dann soll es so sein und ist das Richtige, oder am Ende werdet Ihr wieder zueinander finden und die Beziehung wird stärker sein als zuvor. Aber so ist das Murks, und ich glaube auch nicht, dass da "reden" etwas hilft, auch wenn ich sonst ein Freund von klarer Kommunikation bin. Ihr habt Euch in den letzten Jahren beide verändert und seid nicht mehr die Menschen "von damals". Dementsprechend findet Ihr Euch jetzt auch in einer anderen Beziehung wieder, in der die Würfel vielleicht neu gemischt werden müssen...
 
  • #11
Ich verstehe vielleicht euer Problem nicht. Aus meiner Beziehung kenne ich es auch so, dass man sich gegenseitig seine Freiräume lässt und Vertrauen da ist, dass niemand das ausnutzt. Selbst unternehme ich immer wieder mal einen kleine oder in Absprache auch eine größere und abenteuerliche Reise allein. Mein Mann dagegen hat gerne viele kleine Auszeiten für sich oder ist gerne mit seinen "Nerds" ;-) unterwegs, mal einen Tag, mal drei. Er besucht auch gerne seine Familie, ich gehe da oft nicht mit, unser Sohn dagegen liebt es. Man ist ja immer noch eine eigenständige Person. Natürlich unternehmen wir auch sehr gern etwas zu zweit oder als Familie, aber manchmal tut einem eine Auszeit doch ganz gut. Deswegen meine Frage: Warum seid ihr so kleinlich und was ist denn eigentlich so schlimm?
 
  • #13
Da dieser "Freiheitsdrang" aber immer dann wieder zur Sprache kommt, wenn ich zu meiner Familie fahre oder halt irgendwas allein unternehmen möchte, und zwar immer nach einem entsprechenden Streit - fühlt es sich ein bisschen wie Strafe an. Oder eine Drohung.
Er wird durch die Streitereien sicherlich bemerkt haben, dass diese Drohung negative Gefühle bei dir auslöst und benutzt das dann vielleicht so um seine Interessen durchzusetzen (du fährst nicht und bleibst bei ihm). Evtl. ist das aber auch seine Art der weiteren Konfliktvermeidung, indem er nach einem Streit Abstand und Abgrenzung zu dir sucht (finde ich unwahrscheinlich, aber kannst du sicher besser beurteilen). Oder er ist mental schon auf dem Sprung.

Du liest dich umsorgend in Mutter- und Kümmerer-Rolle, scheinst viel von dir aufgegeben und vernachlässigt zu haben, bei ihm dominiert vielleicht der Egoismus, da er die enge Betreuung durch die letzten Jahre gewohnt ist. So eine enge Beziehung mit einer gewissen Abhängigkeit (da er wohl durch seine Erkrankung auf Hilfe angewiesen ist?) wäre mir persönlich mit meinem Partner zu nah und würde die Rollen auf mir widerstrebende Weise verändern. Du selbst liest dich in dieser Rolle aber nicht unglücklich, bemerkst es zwar, aber identifizierst es nicht als Hauptproblem. Nimmst du dich nicht wahr oder empfindest du es tatsächlich so? Ich finde es ganz und gar nicht normal, den Partner aus irgendwelchen irrationalen Bedenken oder Ängsten heraus nicht zu seiner Familie fahren zu lassen
Schon. Dabei geht es für mich nicht um die Erkrankung an sich, sondern um die Ausgestaltung eurer Beziehung
 
  • #14
Er wird durch die Streitereien sicherlich bemerkt haben, dass diese Drohung negative Gefühle bei dir auslöst und benutzt das dann vielleicht so um seine Interessen durchzusetzen (du fährst nicht und bleibst bei ihm).
genau! Das war auch mein erster Gedanke.
Warte ab, ob er das durchzieht und wenn ja, dann freu dich für ihn. Eine andere Wahl hast du nicht, wenn Du Dich nicht trennen wirst.
Er ist beleidigt und neidisch, dass du "Sachen unternimmst", auf die er verzichten muss. Am besten sollst du dich aus Solidarität so benehmen, als ob du auch einen Unfall hättest. Es ist ja ungerecht, dass du Spass haben kannst, während er zu Hause hockt.
Warum machst Du das mit?
Lass dich nicht manipulieren.
Er soll seine Touren machen, er wird dich vlt eifersüchtig machen wollen usw. Gönne es ihm, er wird nichts "dummes" machen schließlich wer versorgt ihn, wenn du Schluss machst.
Dass du nicht mal deine Familie in Ruhe ohne Streit besuchen kannst ist lächerlich.
Er ist doch kein Kind, das 24/7 Bespassung braucht.
 
  • #15
Aber. Er muss es natürlich gleich übertreiben und hat gesagt, er wird mit den Leuten ein paar Tage wegfahren, Kurztrips unternehmen usw.
Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie er sich das leisten will, ist mir das dann halt doch nicht so ganz recht.
Für mich zwei Aspekte. Dass er seine sozialen Kontakte wieder aufnimmt, finde ich grundsätzlich sehr positiv. Deine genauso. Da sollte man sich wechselseitig nicht behindern.
Ich habe ihm gesagt, dass es ja auch noch eine Mittelweg gibt, warum es gleich so etwas Extremes sein muss.
Ein paar Kurztrips finde ich auch nicht „extrem“, aber das ist wohl eine Frage des Lebensstils, zu dem Du aber nichts schreibst. Was sind Deine Bedenken bei Kurztrips? Hat er die früher auch gemacht?

Der zweite Aspekt sind die gemeinsamen (oder getrennten?) Finanzen. Dazu fehlen Informationen. Wenn Du nicht weisst, wie er sich das leisten will - kannst Du es nicht beurteilen, weil ihr getrennte Finanzen habt? Dann musst Du es ja nicht zu Deinem Problem machen.
 
  • #17
Wieso darf er denn den kurztrip nicht machen? Das wäre doch super gegen sein Depressionen? Ich würde ihn sogar ermuntern dazu.
Um so mehr er macht um so besser für eure Beziehung
Vielleicht sogar eine Reha über 6 Wochen mal Andenken?
Auf jeden Fall solltest du alles tun, damit er wieder in Aktivität kommt
 
  • #18
Ja es liest sich als schwerer sozialer Absturz in den er Dich hineingezogen hat.

Er hätte längst in das Leben (und in die Erwerbsarbeit) zurückfinden sollen, damit Du nicht Deine besten Jahre auf dem Altar Eurer Beziehung opferst.

So wie bei Euch darf das nicht laufen.

Unfälle passieren im Leben, aber wenn man gestürtzt ist, sollte man sich auch irgendwann wieder aufrichten.

Zu den Kurztrips:
Was sind denn das für "Leute" von denen Du da schreibst ? Beschleunigt das seinen Abstieg nochmal ?
Ansonsten finde ich es grundsätzlich OK, wenn man mal getrennt den Urlaub verbringt. Ab und Zu ist das ansich in Ordnung, wenn es auch gemeinesame Urlaube gibt.
 
  • #19
Er versucht etwas in seinem Leben zu verändern. Das wolltest du all die Jahre aber diese Veränderung nimmt dir auch ein wenig die Kontrolle weg. Damit kommst Du nicht klar. In sofern habt Ihr eine kleine Krise. Aber ob Ihr euch auseinander gelebt habt, glaube ich nicht. Vielleicht möchte er dich auch nur darauf aufmerksam machen, dass es keine sehr schöne Geste ist den Partner tagelang zuhause alleine zu lassen. Mein Rat wäre ihm mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Erwachsenen brauchen auch ab und zu Bestätigung. Alles Gute 🍀
 
  • #20
Wieso darf er denn den kurztrip nicht machen?
Kannst du das tiefgreifende emotionale Beziehungs-Problem nicht erkemnen?
Jedes Mal wenn ich zu meiner Familie fahre, dann artet es in Streit aus. Er versteht sich nicht mit meiner Familie und kommt deswegen auch nicht zu Treffen mit. Ist aber böse auf mich, wenn ich allein hinfahre.
So ein Verhalten würde ich in meiner Beziehung niemals dulden und mitmachen!
Streit in der Beziehung geht gar nicht!
 
  • #21
ch war mit der Situation überfordert, versuchte alle Arbeiten im Haus und Garten zu übernehmen, während er sich immer weiter zurückzog. Seine Tage verbrachte er vor dem PC, online zocken.
Ihr seid in eine Mutti-Sohn-Beziehung gerutscht: er das schwache, bockige Pubertier, Du die alles machende Mutti.

Du meinst, Macht über ihn zu haben weil Du alles machst und die Kohle ranschaffst, aber im Endeffekt bis Du schwach und liebebedürftig.
Nun erreicht das Pubertier die nächste Pubertätsstufe und will sich von Deiner Allmacht lösen:
Er wolle sich das jetzt auch "wieder erlauben" und möchte jetzt ebenfalls wieder anfangen, etwas ganz für sich alleine zu unternehmen...... Er muss es natürlich gleich übertreiben und hat gesagt, er wird mit den Leuten ein paar Tage wegfahren, Kurztrips unternehmen usw.
und das passt Dir nicht. jertzt willst Du ihm muttihaft vorschrieben, wann er mit wem was machen darf und was nicht.
Das läuft mit einem jungen erwachsenen Mannn so nicht.

Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie er sich das leisten will
Dann lass ihn das Problem selber lösen und beende seine Pubertierallüren, lass ihn erwachsen sein in allen Lebensbereichen.
Zu einem kräftigen jungen Mann gehört halt auch, dass er sich nicht von Mutti mit einen Taschengeld seine Freizeitaktivitäten alimentieren lässt, sondern das Geld für seinen Lebensunterhalt selber verdient.

ist mir das dann halt doch nicht so ganz recht.
Es kommt mir vor, als hätte er gerade seinen zweiten Frühling und möchte es mir auch irgendwie "heimzahlen"
So wenig wie Du es ihn hast was angehenlassen, dass Du zu Deinen Elttern fährst, so wenig geht es dich was an, was er nun mit sseinen Freunden unternimmt. Beziehung ist keine Befehlseinbahnstraße.

Übrigens: tolle Beziehung, in der man so miteinander umgeht. Warum bist Du mit ihm zusammen wenn es so bei euch läuft?

Meine Bedürfnisse und Gefühle habe ich hinten an gestellt und irgendwann völlig ausgeblendet.
Hast Du nicht. Für Dich war der vollkommen von Dir abhängige Mann super und Du scheinst außer Deinen Eltern und deinem Partner keine Sozialkontakte zu haben - gemeinsame wohl garnicht. Du konntest gehen und kommen wann Du wolltest, hast dasgemacht und er hat gelitten.

Nun dreht er den Spieß um und Du leidest unter seiner neu gezeigten Unabhängigkeit. So wie Du zu Deiner Familie gefahren bist, zu der er wegen Antuipathie nicht mitkonnte, sucht er sich nun Kontakte und Aktivitäten die ihm Spass machen - nicht was Dir genehm ist.

Tust Du nicht, oder nur mit der Einschränkung: solange er macht, was Dir genehm ist.
 
  • #22
Ich denke, es ist andersherum, er übt Kontrolle auf die FSin aus. Er hat selbst kein soziales Gefüge und will das Verhältnis zu ihren Eltern stören, in dem er nicht mit fährt und wenn sie schon fährt, macht er es ihr madig, mit Du wirst schon sehen was du davon hast, wenn du wegfährst, werde ich genauso nutzen und mit Fremden wegfahren. Es ist Erpressung, wenn du nicht daheim bleibt, bin ich mit anderen Leuten unterwegs und suche mir irgendwo bei irgendwelchen Leuten Anschluss. Es ist Kindergarten-Verhalten, im Grund eine Trotzreaktion, um dir ein schlechtes Gewissen zu machen zu deinen Eltern zu fahren und bestenfalls auch davon im weiteren abzuhalten, du bleibst schön die Tage mit ihm daheim auf der Couch. Deine Alleingänge sollen so sanktioniert werden. Das es nicht, um eine normale eigenständige Entwicklung geht, wird deutlich, weil er damit immer droht, sobald du zu deinen Eltern möchtest und ihn dafür allein lassen und das er es als Vorwurf nimmt, man darüber in Streit gerät und es auch seinerseits unliniert ist, es sind keine Freunde, kein Reiseziel, keine Planung, sondern irgendwie wegsein, wenn du zu deinen Eltern fährst und du auch nicht weißt, wo, mit wem und wohin? Ihm gefällt es nicht, dass du zu deinen Eltern fährst, er will dich für sich allein und nicht teilen, aber er weiß auch, bei deinen Eltern passiert halt nichts, eben weil du bei den Eltern zu Besuch bist und ein Auge auf deine anständige Erziehung haben.
Wenn er mal seine Drohung wahr macht und spontan allein und dann in irgendeiner Konstellation Anschluss an Leute suchen, ist für dich weniger kontrollierbar, da du nicht weißt, wenn Single-Frauen ihm übern Weg laufen, ob er sich nicht als Single ausgibt und Kontakt mit ihnen aufbaut, wie der Freund im Nachbarthread mit Sammeln von telefonischen Damenkontakten bei Discoflirts. Das er dann Zeit & Reisen mit ihm völlig Fremden lieber verbringt, als mit Dir und du zudem jederzeit erreichbar und vorhersehbar bei deinen alten Eltern abhängst, ärgert dich; sonst lässt du ihn halt fahren.
Ihr lebt seit Jahren nahezu ohne Freunde auf Euch konzentriert, völlig zurückgezogen; habt im Grunde nur Euch beide und unternehmt kaum was gemeinsam, und so wie es sich anhört auch kaum gemeinsame Reisen.
Warum fährst du jetzt so häufig und tagelang zu deinen Eltern, dass er sich wie ein Kleinkind allein gelassen fühlt? Bleibe doch eine zeitlang bei ihm daheim und animiere ihn sich neue Freunde und Hobbys auch ohne deine Anwesenheit zu suchen und seine verlernte Selbständigkeit bei ihm neu zu aktivieren, dass er dich nicht als vollkommenen Bezug zum Leben braucht.
 
  • #23
Was ein Drama! Du darfst ihm nix vorschreiben, aber dir darf er erzählen, dass Du deine Familie nicht sehen sollst weil er sonst alleine wäre. Das das falsch ist, merkste hoffentlich selber.
Er übt Kontrolle über dich aus und das wäre für mich schon ein Grund ihm mitzuteilen, daß das ein Ende hat.

Er hat gesundheitliche Probleme, ok, kann jedem passieren. Aber warum nimmst Du nicht mehr am Leben teil? Du bist doch eine eigenständige Person und musst jetzt neben ihm sitzen und auch in Depressionen zu fallen. Warum findet er keinen Kompromiss und erlebt mit dir gemeinsam Dinge, die er körperlich ausführen kann? Er ist 35 und noch lange nicht alt!

Mir scheint es, als wenn er sich an dir rächen will in irgendeiner Weise. Sei es, weil er körperlich beeinträchtigt ist oder, weil Du Dir das Recht nimmst auch Unternehmungen zu machen. Etwas, was in meinen Augen völlig selbstverständlich ist.

Ich denke auch, dass da sehr viele negative Gefühle bei ihm sind, die er an dir ausleben will...Manipulation nennt man das. Es liegt an dir, das zu ändern.
 
  • #24
Er versucht etwas in seinem Leben zu verändern. Das wolltest du all die Jahre aber diese Veränderung nimmt dir auch ein wenig die Kontrolle weg. Damit kommst Du nicht klar.
Den Gedanken hatte ich auch. Du hast dich für ihn aufgeopfert und einerseits darunter gelitten. Andererseits hast du dir in dieser Märtyrer-Rolle aber auch gefallen. Du, die du für die Liebe alles aufgibst und deine Bedürfnisse selbstlos hinten anstellst. Das gab dir auch Macht über ihn, du warst moralisch erhaben.

Jetzt bricht er aus diesem Rollenspiel aus und emanzipiert sich von dir. Das nimmt dir schlagartig die Macht. Und die Überlegenheit. Zudem musst du schmerzlich feststellen, dass du keine Dankbarkeit erhältst für all die Jahre Aufopferung, er tritt das mit Füßen, es war alles für die Katz und du hast dir selbst die besten Jahre versaut.

Das zu erkennen ist bitter.

W37
 
  • #25
Liebe FS, du befindest dich auf einem gefährlichen Weg, denn du hast nicht rechtzeitig die rote Lampe eingeschaltet. Am Anfang brauchte er deine Hilfe und Zuwendung, mit der Zeit wurde es für ihn zur Sebstverständlichkeit. Du erwartest mit Recht Anerkennung für deinen Einsatz, zumindest dadurch, daß er jetzt, wo es ihm besser geht, zu seiner Genesung aktiv beiträgt.

Seine Forderung, daß du nicht zur Familie gehen sollst, ist unverschämt und erpresserisch. Sage ihm in aller Ruhe, daß du bei ihm warst, als er dich brauchte, daß du aber deine Familie nicht vernachlässigen wirst.

Ich sehe keine Zukunft für eure Beziehung, denn entweder du ordnest dich ihm unter, um Streit zu vermeiden oder du gehst. Er wird nicht tollerant werden, denn er glaubt, daß das Schicksal ihm Böses gewollt hat und das sollst du mitleiden.
 
  • #26
Jetzt bricht er aus diesem Rollenspiel aus und emanzipiert sich von dir. Das nimmt dir schlagartig die Macht. Und die Überlegenheit.
Das schon, aber ganz ehrlich. Mit Freunden wegfahren konnte er die letzten Jahre schon. Warum erwähnt er es nur dann, wenn er merkt, dass die FS Sachen ohne ihn unternimmt und er alleine zu Hause sitzt? Wenn ich mit meinen Freunden wegfahren möchte, dann tue ich das, dafür brauche ich keinen "externen" Grund.

Will er ihr zeigen, dass er etwas ohne sie erleben kann? Warum hat er es bisher nicht gemacht? Hat ihm das bisher nicht gefehlt ?
Würde er die Touren machen wollen, wenn die FS sich zu 100% auf ihn konzentrieren würde?
Ich glaube nicht.
Er konnte sich doch die letzten Jahre um sein soziales Umfeld kümmern und ohne die FS reisen. Hat er nicht gemacht.

Ich mag das Wort "toxisch" nicht, aber gesund finde ich diese Beziehung nicht.

Sie braucht Macht und Kontrolle, das gibt ihr Sicherheit.
Er manipuliert sie und will mit seinem Gequatsche (ich glaube nicht, dass er sein Vorhaben umsetzt) sie zu einem bestimmten Verhalten zwingen, nämlich, dass sie auf ihr soziales Leben für ihn verzichtet.

Sie ist nicht für sein Leid verantwortlich.

Liebe FS, lass ihn seine Touren machen. Mal sehen, wie schnell er eine umsetzt. Treffe dich in der Zeit mit deinen Freunden und deiner Familie und genieße das Leben. Zeig ihm, dass du entspannt bei der Sache bist. Er hat dann nichts mehr gegen dich in der Hand. Du hast deine Freizeit und er seine.
Wenn er sieht, wie unsicher du bist, nur weil er plötzlich wegfahren möchte, kann er dich damit immer manipulieren.
Irgendwann sitzt du mit ihm 24/7 verbittert zu Hause und redest dir ein, dass es richtig ist.
 
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