• #1

Kurschatten nur obligatorisch in psychosomatischer Reha ?

Schon oft gehört und auch so passiert. Männer und Fraune fahren zur Reha.
Während der Reha ist dann auf einmal Kontaktabbruch mit Ehefrau, familie und Kindern.
Dann hat er oder sie eine(n) Neue(n).
Alles liegt in Scherben. Und so manch ein Patient möchte wieder zurück, nach dem der Rausch verflogen ist. Die meisten Kuraffären halten nicht.
Wir den leuten dort eine Gehirnwäsche verpasst ? Heutzutage werden die Partner meistens mit einbezogen.

Mein Erfahrung war die : ich war sehr mit mir beschäftigt. Mit 3 Frauen und 2 Männen gingen wir Abends mal was trinken oder Sightseeing machen. Wo es gestimmt hat mit dem Partner sind auch alle noch liiert. Nur ich nicht mehr.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ?
 
  • #2
Die Frage gab es hier irgendwann schonmal ausführlich. Wer psychische Probleme hat, wird sein gesamtes Umfeld durchleuchten, um zu schauen, woher sie kommen. Zum Umfeld zählt natürlich auch die Beziehung und Ehefrau oder Ehemann. Und wenn es dort "nicht stimmt", dann finde ich es logisch, dass das Auswirkungen auf die Beziehung hat.
 
  • #3
Klar wird man sich in so einer Reha mal besinnen, was man eigentlich wirklich fühlt und denkt.

Das wird Dir, liebe FS, als Frau vielleicht befremdlich vorkommen, aber es gibt Lebensphasen, in denen man so mit dem drumherum des Lebens beschäftigt ist, dass man gar nicht mehr weiß, was man wirklich fühlt, denkt und will.

Frauen sind davon nicht so stark betroffen, vermute ich, weil sie sowieso tendenziell immer stärker gefühlsorientiert denken.

In der Situation einer Reha wird einem dann dann vieles bewusst.
Man hat ja Zeit und kann nachdenken. Dafür soll die Reha ja auch sein.

Und in invielen Fällen ergibt sich dann eben auch, dass man den bisherien Partner nur noch ertragen hat und im Grunde nicht mehr will.
Ein Cut im Leben soll her.

Und Sexualität haben wir ja auch in einer Reha (vermute ich mal).
Wir sind ja Menschen. So kommt das Eine zum Anderen. ...
 
  • #4
Na ist doch ganz einfach: endlich geht es mal um einen selbst nachdem es vermutlich jahrelang nur um Haus, Finanzen, Kinder und Auto ging.
Das geniessen alle, man fühlt wieder was und wird als Mensch betrachtet und nicht nur zum kochen, putzen oder als Zahlesel gesehen.
Und da es beiden Geschlechtern so geht, ist fast jeder offen für alles.
Ich war mal im Allgäu in einer Kur, dort ging es schlimmer zu als auf der Reeperbahn. Ich fand es fast lustig aber mir taten alle Partner daheim leid.
Jeder jammerte bei der Abreise das er wieder in seinen alten Sch**s zurück musste und sich schon aufs nächste Jahr freut wenn man wieder kommen konnte.
Ich war nur froh das die meisten nicht mehr gebährfähig waren denn ansonsten gäbe es doppelt so viele Kukuskinder in D.
Mein Partner wäre mein Ex wenn er alleine auf Kur geht, ganz einfach.
 
  • #5
Deine Fragestellung heißt ein Kurschatten hat zwingend sein zu müssen? Meinst du nicht eher fakulativ?
Und klar kann man einen Kurschatten unbeabsichtigt kennenlernen, gerade wenn man für 6 Wochen aus dem Problembehafteten Umfeld raus ist und man selbst zum nachdenken kommt, warum man eine psychosomatische Reha machen muss, da ist das meist das Nervenkostüm dünn und teilweise in der Beziehung jahrelang Paardynamiken etabliert, die den psychischen Absturz mit begünstigen. Der Mensch der zur Reha geht, schafft für sich selbst nicht seine eigene Lernaufgabe und Grenze, sich und seine Gesundheit zu schonen und schützen; die eingetretene Abwärtsspirale wird dann in der Reha aufgegriffen und zum Nachdenken angeregt, vor allem Änderungen angestrebt, sonst stürzt die Person vollends ab, weil die Gesundheit streikt schon und sagt damit, das der Lebensweg für die Psyche und das Wohlbefinden ungünstig, gar schädlich ist. Und Verhaltensänderungen und Grenzen wichtig sind um wieder gesund zu werden und sich wieder zu stabilisieren. Dabei kann die Aufmerksamkeit eines Kurschattens hilfreich sein oder auch nicht. Du schreibst es auch selbst, zum Teil werden Ehepartner mit einbezogen, aber ob die Beziehung die Reha überdauert, hängt von der Bereitschaft des Partners ab, seinen Partner in der Reha zu unterstützen zu wollen und auch ob es der Partner Ist, der durch sein Verhalten die „schwache“ Person in die Reha gebracht hat, bzw. ob man dem Partner einfach halber die Schuld zu schiebt, oder auf Ursachenforschung geht und nicht einfach sagt, ich hatte einen Absturz, ich fange einfach grundlegend neu an, mit all dem neuen kommen meist dann genau die gleichen Probleme.
 
  • #6
Ich denke bei einer psychosomatischen Kur wird ja der Patient dazu gebracht, sein Leben genau zu betrachten.

Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen neigen oft dazu, die Probleme zu verdrängen oder runterzuschlucken, die sich dann eben in der der körperlichen Erkrankungen widerspiegeln.
Da wird der Partner dann plötzlich ganz kritisch und mit Distanz betrachtet.

Vielleicht merkt man dann auch fernab vom Alltag, dass man den anderen viel weniger braucht als man bislang glaubte, dass er mehr Last als Lust ist.

Gehirnwäsche ist das sicher nicht, eher ein längst überfälliger Gedankenanstoß.

Wenn sich dann in einer Situation der Unsicherheit und des Zweifels noch ein Leidensgenosse findet, von dem man sich verstanden fühlt, ist der Weg für eine Affäre sicher nicht weit.

Zudem bietet so eine Affäre in der Kur wenig Kontrolle und Zugriffsmöglichkeiten durch den Ehepartner.
Und wie heißt es so schön:

das Gras sieht auf der anderen Seite des Zauns immer viel grüner aus

und

Gelegenheit macht Diebe...

Mein Partner war zur Kur - allerdings nicht psychosomatisch - als ich ein Jahr mit ihm zusammen war, was er dort so gemacht hat, will ich eigentlich auch gar nicht so genau wissen.
Allerdings weiß ich dass es dort offenbar eine Frau gab, die ihn angebaggert hat und auch danach noch versucht hat, Kontakt zu halten, er aber darauf überhaupt nicht eingegangen ist.

Daher denke ich, dass ich mir keine großen Sorgen machen muss. Er wollte auch unbedingt, dass ich ihn besuchen komme, hatte ein super Wellnesshotel gebucht und wollte mich seiner Runde vorstellen. 🤷‍♀️
 
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  • #7
Schon oft gehört und auch so passiert. Männer und Fraune fahren zur Reha.
Während der Reha ist dann auf einmal Kontaktabbruch mit Ehefrau, familie und Kindern.
Dann hat er oder sie eine(n) Neue(n).
Alles liegt in Scherben. Und so manch ein Patient möchte wieder zurück, nach dem der Rausch verflogen ist. Die meisten Kuraffären halten nicht.
Wir den leuten dort eine Gehirnwäsche verpasst ? Heutzutage werden die Partner meistens mit einbezogen.

Mein Erfahrung war die : ich war sehr mit mir beschäftigt. Mit 3 Frauen und 2 Männen gingen wir Abends mal was trinken oder Sightseeing machen. Wo es gestimmt hat mit dem Partner sind auch alle noch liiert. Nur ich nicht mehr.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ?
Reha Affären gibt es auch in Rehas für physische Erkrankungen andererseits sind heute die entsprechenden Beeinträchtigungen der Rehapatienten oft so erheblich, dass Kraft und Energie für eine solche Affäre oder auch nur den Tanzabend bis 22.00 Uhr fehlen.

Ich war z.B. erstmalig direkt eine Woche nach einer schweren Unterleibs OP zur Anschlussheilbehandlung (nur ein anderer Name für die erste spezifische Reha). Ich hatte damals andere Sorgen als Affären Tingeltangel zu organisieren.

Vor 30 Jahren war das sicher noch anders. Aber Morgens Fango, Abends Tango war schon in den 90ern out. Heute dauert das Programm von teilweise vor dem Frühstück bis ca. 17.00. Das kann anstrengend sein.

Bei den psychosomatischen Rehas fehlt nicht nur die körperliche Demotivation/-Schwächung sondern oft auch emotionale/körperliche Wärme die manche Patienten sich dann untereinander holen müssen. Ob das so gut ist wenn die emotional Bedürftigen und Angeknacksten mit einander vögeln? Ich weiß nicht.

Zuletzt konnte ich soetwas im Rehaumfeld meiner Freundin betrachten. Sie war aufgrund der persönlichen Sterbebegleitung inkl. 100 % Betreuung ihres Vaters (dieser hatte sich für Sterbefasten entschieden) zur psychosomathischen Reha.

Mir neu war, dass es an sieben Wochentagen Anwendungen gab. Samstags/Sonntags halbtags. Ansonsten verteilt über den ganzen Tag und auch gelegentlich Abends. Die Tischgruppe war auch Teil der Therapie. Patienten waren Mentoren für neue Patienten und für aus dem Schutz der Klinik entlassene Aber alles Spezifika dieser Klinikgruppe. Diese Einrichtung ist auch auf HSP Kundschaft spezialisiert.

Ein Mitpatient hatte u.a. massive Probleme mit seiner persönlichkeitsgestörten Ex und dies mit einer Affäre mit seiner sehr dominanten Mentorin ausgeglichen :(

In Zusammenhang mit dortigen Interesse untereinander war Seelenverwandtschaft ein Thema. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass sich aus Seelenverwandtschaft eine (sexuelle) Beziehung ergeben muss. Seelenverwandschaft kann für sich allein eine Bereicherung sein und um Sex oder einen Partnerschaftsversuch ergänzt ins negative kippen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #8
Mein Erfahrung war die : ich war sehr mit mir beschäftigt...... Wo es gestimmt hat mit dem Partner sind auch alle noch liiert. Nur ich nicht mehr.
Liebe FS,
was ist denn jetzt Dein Problem, ich verstehe es nicht?
- Bedauerst Du die Trennung? Welche Trennung bedauerst Du: die vom festen Partner zuhause oder die von Deinem Kurschatten?
- Findest Du die Trennung (welche auch immer) im Nachhinein eine Fehlentscheidung?
- Oder bedauerst Du, die Zeit nicht besser genutzt zu haben, keinen Kurschatten gehabt zu haben, weil Du so viel mit Dir selber beschäftigt warst?

Du sagst aus: wo es gestimmt hat, sind die Paare nich zusammen, wo es nicht gestimmt hat, sind sie getrennt. Daraus folgt: Du bist nicht mehr mit Deinem Partner zusammen, weil es nicht gestimmt hat. Was soll daran falsch sein?

Während der Reha ....... hat er oder sie eine(n) Neue(n).
Alles liegt in Scherben. Und so manch ein Patient möchte wieder zurück... Wir den leuten dort eine Gehirnwäsche verpasst ?
Das mit der verpassten Gehirnwäsche behaupten gern Menschen, die die Verantwortung für ihr eigenen Handeln nicht übernehmen wollen. Bei psychosomatischen Patienten ist dieses Phänomen der fehlenden Selbstveranntwortung deutlich verbreiteter als bei anderen Patientengruppen.
Ich habe eine psychosomatische Reha gemacht und hatte einen psychosomatischen Akutaufenthalt. Ich hatte mir mehrere Kliniken angeguckt. Alle Kliniken haben eine Hausordnung in welcher für alle Kliniken stand "man möge sich auf seine Reha konzentrieren und sich nicht mit Äffären unter Patienten von Ziel des Aufenthaltes ablenken" - also das Gegenteil von dem, was Du vermutest (Gehirnwäsche).

Ich erinnere mich gut an einen Mitpatienten, der flenned in den Therapiegruppen hockte. Er war fremdgegangen und die Frau hatte ihn mit den Kindern verlassen, er fühlte sich ach so einsam. Kaum war er raus aus derGruppe und dem Radius des Therapeutenblicks weg, baggerte er an ähnlich gestrickten Patientinnen rum.
Kein Therapeut hat ihn hirngewaschen. Alle haben ihm gesagt "radikale Azeptanz des Ist-Zustandes und damit neues Leben aufbauen, statt in chronischer Opferhaltung rumzudümpeln". Er hat sich das Problem selber geschaffen un muss mit den Folgen leben - basta.

"Kurschatten" sind ein weitverbreitetes Phänomen aller Rehas - einmal so richtig auf die Torte hauen, was man sonst in normalen Leben nicht hinbekommt oder sich im heimmischen Umfeld nicht traut. Geht da besser, weil einem die Kandidaten frei Haus geliefert werden und man viel gemeinsame und auch gemeinsame freie Zeit hat.
 
  • #9
Hi NemesisSelene,
Du hast in Deiner ersten Frage von April 2020 geschrieben, Du hättest als Single einen Mann über ein gemeinsames Hobby kennengelernt.
Der damalige Mann hat sich von Anfang an offen gegen monogame Beziehungen geäußert und war mit anderen Frauen zugange. Du wolltest eine monogame Beziehung mit ihm. Dann hast Du Dich beschwert, dass er mit anderen Frauen zugange war.

Wie passt das zu Deiner neuen Frage?
Hast Du das Wort "obligatorisch" falsch verwendet?

Von den 3 Frauen und 2 Männern aus der Reha bist Du jetzt der einzige Single.

Du beziehst Dein Singlesein auf die Reha. Vielleicht schaust Du Dir mal an, was die Reha in Bezug auf Deine Beziehung ausgelöst hat.
 
  • #10
Mein Erfahrung war die : ich war sehr mit mir beschäftigt. Mit 3 Frauen und 2 Männen gingen wir Abends mal was trinken oder Sightseeing machen. Wo es gestimmt hat mit dem Partner sind auch alle noch liiert. Nur ich nicht mehr.
Hattest Du eine Kurbekanntschaft und damit Deine Beziehung kaputtgemacht? Ich verstehe den Abschnitt irgendwie nicht. Ich dachte es kommt sowas wie "mein Partner hatte ne Kurfreundin, unsere Beziehung ist kaputt, aber bei den anderen nicht". Oder warst Du Kurschatten für einen Mann und er hat sich Deinetwegen getrennt?

Erfahrung habe ich nicht. Ich vermute nur, dass während der Kur so eine Art Ausnahmezustand herrscht und man sich natürlich außerdem total auf sich konzentriert. Was einem guttut usw. und nicht auf das, was von einem ansonsten so an Anpassung und Funktionieren verlangt wird.
Vielleicht sind die mit Kurschatten dann endlich mal frei von allem und können über ihr Leben nachdenken. Entdecken, dass sie es eigentlich so nicht mehr wollen, was nicht ging, als sie noch im Hamsterrad waren.
 
  • #11
Wir den leuten dort eine Gehirnwäsche verpasst ? Heutzutage werden die Partner meistens mit einbezogen.
Nein, es gibt keine Gehirnwäsche. Keiner vom Team fand es amüsant, oder versuchte es in irgend einer Weise zu fördern, dass unter den Patient*innen Pärchen gebildet wurden. Zudem ging eine Minderheit der Patient*innen mit einem "Kurschatten" nach Hause.
Mein Eindruck ist, dass man mit seiner Erkrankung oftmals beim Umfeld heftig angestossen ist, bevor es zum Klinikaufenthalt kam, und sich nicht mehr verstanden fühlt. In der Reha begegnen einem "Leidensgenossen", es entsteht Solidarität. Diese Solidarität kostet ja auch nichts, weil man keinen Alltag miteinander teilen muss. Zudem entsteht eine Gruppendynamik, innerhalb der manche Menschen Starqualitäten entwickeln, währenddem es dann plötzlich auch die Aussenseiter, Mitläufer etc. gibt wie in der Schule. Und da formiert man sich vielleicht auch innerhalb dieser Dynamik und wird beeinflusst.
Dazu bietet eine Klinik einen gewissen Komfort. Als Erwachsener hat man selten so viel Zeit für sich selbst, so viel Abstand und Entlastung vom Alltag. Vielleicht erwachen da auch Bedürfnisse aus unbeschwerteren Tagen wieder.
 
  • #12
Nein, es gibt keine Gehirnwäsche. Keiner vom Team fand es amüsant, oder versuchte es in irgend einer Weise zu fördern, dass unter den Patient*innen Pärchen gebildet wurden. Zudem ging eine Minderheit der Patient*innen mit einem "Kurschatten" nach Hause.
Mein Eindruck ist, dass man mit seiner Erkrankung oftmals beim Umfeld heftig angestossen ist, bevor es zum Klinikaufenthalt kam, und sich nicht mehr verstanden fühlt. In der Reha begegnen einem "Leidensgenossen", es entsteht Solidarität. Diese Solidarität kostet ja auch nichts, weil man keinen Alltag miteinander teilen muss. Zudem entsteht eine Gruppendynamik, innerhalb der manche Menschen Starqualitäten entwickeln, währenddem es dann plötzlich auch die Aussenseiter, Mitläufer etc. gibt wie in der Schule. Und da formiert man sich vielleicht auch innerhalb dieser Dynamik und wird beeinflusst.
Dazu bietet eine Klinik einen gewissen Komfort. Als Erwachsener hat man selten so viel Zeit für sich selbst, so viel Abstand und Entlastung vom Alltag. Vielleicht erwachen da auch Bedürfnisse aus unbeschwerteren Tagen wieder.
Reha Einrichtungen gehen unterschiedlich mit solchen Affären um.

In der Einrichtung in der meine Freundin letztens war werden Patienten Affären aus therapeutischen Gründen abgelehnt sind aber nicht verboten. Erwartet wird aber, dass Patienten eine solche Affäre ihrem Therapeuten melden.

In der Einrichtung in der ein Freund war und eine Affäre hatte sind diese verboten. Dies bedeutete, dass wenn eine Affäre bekannt wird eine Person dieses Paares seine Reha beenden muss. Mein Freund flog auf und hat sich dann für eine Abreise entschieden. Er und seine Affärenfrau waren übrigens zum Affärenzeitpunkt ledig.

In den physischen Rehaeinrichtungen in denen ich Patient hätte eine Affäre keinerlei Konsequenzen gehabt sofern die zu keiner Anwendungsbeeinträchtigung oder Mitpatientenbelästigung geführt hat.

Ich war zufällig dabei wie ein Mitpatient seine zum Besuch anwesende Freundin zugunsten einer Affäre abservierte.

Bei einer anderen Reha war am WE die Ehefrau zu Besuch. Parallel dazu machte die Daueraffäre (kein Kurschatten) Urlaub während der Reha des Mitpatienten im Kurort. Die sahen sich also nur am WE nicht.
 
  • #13
Das größte Problem sehe ich darin,, dass bei Menschen mit solchen Kuren einiges nicht stimmt, beginnend in der belasteten Beziehung, deshalb haben die Kurschatten eine grosse Chance, das aufzudecken und zu klären! Alleine das zu Hause zu klären, da sind solche Leute zu schwach und/oder zu feige!
 
  • #14
Bei den psychosomatischen Rehas fehlt nicht nur die körperliche Demotivation/-Schwächung sondern oft auch emotionale/körperliche Wärme die manche Patienten sich dann untereinander holen müssen
Nur als Anmerkung - bei psychosomatischen Rehas oder bei der psychosomatischen Akutbehandlung muss der Patient einen Verhaltenskodex unterschreiben.
Da sind Anbändeleien ausdrücklich verboten, Konsequenz Abbruch des Aufenthaltes.

Man hat anderes zu tun.

Dass es, wenn man endlich mal Distanz gibt zum häuslichen Umfeld, und man Zeit hat, sich mit sich und seinem Leben auseinander zu setzen, danach Trennungen gibt, ist fast zwangsläufig.
Meist war die Partnerschaft mehr als ein Belastungsfaktor.

W, 50
 
  • #15
Ich bin vor 15Jahren in einer solchen Reha gewesen.
Unabhängig das ich kleine Kinder mit hatte und somit nach den Therapien beschäftigt war, war ich eher mit mir beschäftigt....so hatte ich keine Abmahnungen.
Aber ich konnte beobachten wie sich kurbeziehungen entwickelt haben.
Mir kam es vor, dass sich einige Menschen noch nie so geöffnet hatten und sozusagen der Person neben einem, erging es genauso.....das verband.

Was ich bisher aber noch nicht verstanden habe, ist die "Rolle" der FS
Und ob ihre Frage auf die Gründe einer Affäre in einer Kur zielt oder mehr auf die Tatsache, dass Zuhause der Kurschatten verblasst und die Menschen wieder zu ihren ursprünglichen Partnern zurück kehren

Hat die FS eine Kur gemacht
Selbst dort einen Kurschatten gehabt
Sich von ihrem Partner getrennt und ist nun alleine, während alle anderen die Affäre fallen liessen?
= wurde sie wieder fallen gelassen?
 
  • #16
Nur als Anmerkung - bei psychosomatischen Rehas oder bei der psychosomatischen Akutbehandlung muss der Patient einen Verhaltenskodex unterschreiben.
Da sind Anbändeleien ausdrücklich verboten, Konsequenz Abbruch des Aufenthaltes.

Man hat anderes zu tun.

Dass es, wenn man endlich mal Distanz gibt zum häuslichen Umfeld, und man Zeit hat, sich mit sich und seinem Leben auseinander zu setzen, danach Trennungen gibt, ist fast zwangsläufig.
Meist war die Partnerschaft mehr als ein Belastungsfaktor.

W, 50
Wie ich in dem Beitrag #12 beschrieben habe.

Die Konsequenzen einer Affäre sind aber von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich.

Aber auch in Einrichtungen mit harten Konsequenzen gibt es Affären. Selbst in einer Einrichtung mit inzwischen nur noch seltener Mehrbettbelegung gibt es solche. Neben Affären in einer solchen Einrichtung gibt es auch Affären zwischen Patienten unterschiedlicher auch psychosomatischer Einrichtungen im gleichen Kurort.

Dass dies alles therapeutische suboptimal ist verhindert diese Affären nicht. Letztlich konsumieren einzelne entsprechende Patienten auch trotz überall gleichharter Konsequenzen Drogen und Alkohol. Man hilft sich dann z.T. mit Urinprobentausch.

Die Welt ist halt nicht gut. Für mich selbst war das immer wie ein Kino.
 
  • #17
Verstehen kann ich, dass im Reha Betrieb gewisse häusliche Belange ausgeblendet werden sollen. Und manche Patienten dann so mit sich selbst beschäftigt sind, dass eben nicht täglich mit "zu Hause" telefoniert wird.
Kurschatten sind allerdings nirgendwo obligatorisch, möglichst wenig Störung aller dings meist erwünscht.
Ich weiss noch - ich hatte 5 Tage stationär REHA wegen Knie...... die haben gekotzt, weil ich ständig am Handy war. Beruflich. Und ein paar Mitpatientinnen haben gar nicht verstanden, warum ich abends nie beim "Saufen" dabei war, sondern arbeiten musste. Naja, nach einer Woche bin ich zu ambulant gewechselt, vormittags REHA, nachmittags Arbeit. Aber Zeit hätte ich so weder für Kurschatten noch für die Freundin gehabt.

Ich denke, hier wird ziemlich übertrieben. Denn wo auch immer Menschen zusammen kommen - Flirts und Affairen wird es immer geben. Ganz ohne Gehirnwäsche ....
 
  • #18
Aber ich konnte beobachten wie sich kurbeziehungen entwickelt haben.
Mir kam es vor, dass sich einige Menschen noch nie so geöffnet hatten und sozusagen der Person neben einem, erging es genauso.....das verband.
Die vermeintliche Verbindung verpufft dann schnell in der Realität, weil es keine echte Verbindung ist, sondern meistens nur auf den anderen projizierte Wünsche. Ich habe aus der Ferne da einigen Dramen zugucken dürfen.
Da gehen die Leute in die Reha, weil sie meinen, es geht ihnen schlecht. dann tun sie, als wären sie im Cluburlaub - Highlife in Tüten und schlagen hart auf dem Boden auf, weil ihnen die Robustheit fehlt, mit Problemen konstruktiv uumgehen zu können. Darum sind sie ja in der Psycho-Reha.
Statt die Zeit zu nutzen, Dingen auf den grund zu gehen und neue Kompetenzen zu erwerben, schaffen sie sich zusätzliche Probleme und stehen dann wie die FS da: wegen falscher innerer Haltung und falschem Handeln hat sie nach der Reha mehr Probleme als vorher - selbst gemachtes Elend, aber die anderen sollen daran Schuld sein (Gehirnwäsche).
 
  • #19
Aber ich konnte beobachten wie sich kurbeziehungen entwickelt haben.
Mir kam es vor, dass sich einige Menschen noch nie so geöffnet hatten und sozusagen der Person neben einem, erging es genauso.....das verband.
Ich war noch nie in einer Reha, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Öffnen stark verbindet. In so diversen Kursen habe ich das auch schon erlebt.
Und natürlich machen Partner oder Partnerin zu Hause diese Entwicklung nicht mit, erkennen die Probleme weniger, beschäftigen sich logischerweise eher mit dem Alltag. Da gehören doch eigentlich dann beide in Reha und selbst dann wäre die Beziehung nicht unbedingt anschließend besser. Vielleicht hilft manch einem auch die das Gefühl, mal völlig losgelöst von allen Problemen ein paar Wochen einfach glücklich zu verbringen? Vielleicht ist es dann sogar gar keine schlechte Therapie, sich mal wieder zu verlieben? Solange der Flirt dann beendet ist, wenn die Kur vorbei ist, dürfte das vielen helfen.