• #1

Korreliert Schönheit mit inneren Werten? Klischees oder Wahrheiten?

Wenn Ihr nach Eurer eigenen Lebenserfahrung geht, gibt es dann Korrelationen zwischen inneren Werten und äußerlicher Schönheit? Welche meint Ihr festgestellt zu haben und was könnten die Gründe sein? Beispiele zur Diskussion: + Ausgesprochen hübsche Frauen sind meist zickiger / arroganter / fauler / dümmer. + Ausgesprochen gutaussehende Männer sind meist machomäßiger, wortkarger / cooler. + Hässliche Frauen sind häufiger Emanzen oder sonswie ideologisch auffällig. + Kleinwüchsige Männer sind öfter Angeber, eifersüchtig, aber treuer? Was meint Ihr? (Dabei bitte bedenken, dass es um statistische Korrelationen geht und nicht um Einzelfälle! Niemand würde denken, dass dies auf ALLE zutrifft. Die Frage ist eher: Sind die Chancen genau gleichverteilt oder häufen sie sich? Also statt 50:50 vielleicht 70:30 oder 90:10. Danke!)
 
  • #2
FS, du sprichst von Psychophysiognomik. Die Bewertung der zugeschriebenen Eigenschaften bleibt dabei im subjektiven Spielraum.

Ja, ich bin der Meinung, dass Eigenschaften am Gesicht/Körper erkennbar sind.
Jedoch was die sogenannte Schönheit angeht, dahingehend meine ich, Schönheit=harmonische Gesichtszüge/Körperformen (also das Gegenteil von Asymmetrie).

Volle Lippen sprechen für einen romantischen Typus, wohingehend Schmal-lippige eher Rechner, Kalkulatoren sind.
Klein-nasige sind Menschen die sich gerne führen lassen und in ihrer Meinungsbildung gerne andere anhören, wohingegen gross-nasige Menschen eigensinnig sind und andere sich in ihren "Beratungen" besser zurück halten.

Das von mir Gesagte ist nur ein Auszug meiner persönlichen Studien, die ich durchaus in der Praxis bestätigen konnte.

Vielleicht findet jeder das an anderen schön, was für die eigene Person das kompatibelste darstellt.
 
  • #3
ich konnte noch keine zusammenhänge zwischen der optik und den charaktereigenschaften feststellen.
arrogante, zickige oder warmherzige und empathische menschen habe ich in allen "optischen klassen" finden können. selbst eine auffallende häufung bestimmter charaktereigenschaften war nicht festzustellen.

ich vernute eher, die basis für das klischee, hübsche menschen seien z.b. arrogant oder oberflächlich, hat andere ursachen.
beispiel: ein mann, hält sich selbst für umwerfend, kontaktiert eine attraktive frau.
sie will nichts von ihm wissen und er hält sie daraufhin für arrogant;-)
und natürlich ist sie auch absolut oberflächlich, da sie seine inneren qualitäten nicht gleich bemerkte...;-)

dann sieht er einen anderen mann, gutaussehend, der gleich bei dieser frau landen kann.
sein schluss: so ein blender, typisch und darauf fallen die frauen rein...und so ein tolles kerlchen wie ihn, lassen sie links liegen...
 
  • #4
Ich finde, sehr gut aussehende Frauen und Männer wirken häufig arrogant und oberflächlich - 70:30.
Hinter dieser scheinbar großen Selbstsicherheit steckt in der Regel aber eine erhebliches Minderwertigkeitsgefühl, denn zeitlebens haben sie nur für ihr Äußeres positve Resonanz erhalten. Ihre anderen Persönlichkeitsanteile wurden nicht oder kaum wahrgenommen und auch nicht positiv gespiegelt, sodaß diese sich nicht haben entwickeln und ein stabiler Teil des Charakters werden können.
 
  • #5
@3
Deine Behauptung hört sich stimmig an. Sie "wirken" arrogant und oberflächlich. Fraglich ist jedoch, ob sie es wirklich sind.
Macht man sich die Mühe solche Menschen kennenzulernen stellt man mitunter fest, dass sie durchaus tiefsinnig und feinfühlig, intelligent und geistreich sein können. Hier würde ich sagen 50:50.
 
G

Gast

  • #6
zu 1:
Mit Physiognomik wäre ich sehr vorsichtig, da sie umstritten ist und kaum wissenschaftlich belegt werden kann. Das ist für mich dieselbe Schiene als wenn ich eine Person nach ihrer Handschrift (Graphologie) beurteile oder in ihrer Hand lese. Nicht zu vergessen, dass es auch mal in unserer Geschichte eine dunkle Zeit gab, in der anhand von Schädelformen nach höherwertigen und minderwertigen Menschen unterschieden wurde.

Von all dem halte ich rein gar nichts. Das führt alles nur zu Vorurteilen und Voverurteilungen. Ich denke, über so was sollten wir als gebildete Menschen erhaben sein. Darüber hinaus spricht man einem Menschen ab, sich im Leben zu verändern. Wer eine große Nase hat, ist prinzipiell eigensinnig (ich hab mal gelesen, so jemand ist neugierig), fertig. Ich schau mir jemanden an, habe eine Meinung, will dann denjenigen gar nicht mehr kennenlernen. Der andere wundert sich vielleicht, warum man ihn ablehnt. Ich denke, so weit sollte es nicht kommen.

Zur FS:
Statistische Korrelationen wird dir hier niemand bieten können, dazu müsste man wissenschaftliche Untersuchungen mit mehreren hundert Personen machen. Es bleibt hier jedem nur, anhand von Einzelfällen und persönlichen Erfahrungen, ein Urteil abzugeben. Dazu kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen, dass Menschen von mir als schön wahrgenommen werden, die eine Ruhe, Freundlichkeit und innere Zufriedenheit ausstrahlen, egal ob sie groß oder klein, dünn oder dick etc. sind.
 
  • #7
@3
Ich möchte dir etwas dagegen halten und gut aussehende Menschen verteidigen.

Die Arroganz und die Oberflächlichkeit die du realisisierst, mag eine Folge von übertriebener Wahrnehmung der Mitmenschen sein.
Wer ständig begafft wird, obwohl die Kleidung "normal" ist und sich die Person mit Assecoires zurückhält, baut diese Arroganz als Schutzpanzer auf.
Mensch will Distanz und mal seine Ruhe vor diesen nervigen Blicken haben.
Die Oberflächlichkeit ist eine Folge aus Überreizung/Überflutung.
Es ist eben einfach, andere erst mal fix zu verurteilen, statt mal darüber nachzudenken, warum dies oder jenes so und nicht anders ist.
 
  • #8
@4-Samira :

ja, da stimme ich Dir zu.

70:30 galt nur für das statement : sie w i r k e n arrogant und oberflächlich.
 
G

Gast

  • #9
Ich bin attraktiv und habe etwas im Kopf - und dies wird von Frauen wie Männern anerkannt und auch so bewertet. Und warum? Weil ich offen und positiv auf die Menschen zugehe. Wer im Geschäftsleben bspw. unterschätzt, wie wichtig die Sekretärin ist, um an den Chef ranzukommen - bitte rein geschäftlich, versteht sich!!! -, der hat einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht. Wenn ich einen neuen Geschäftspartner habe, dann versuche ich immer auch mit der Ehefrau oder der Sekretärin gut auszukommen - erst dann wird nicht über die Attraktivität getuschelt sondern man wird auch als attraktive Frau ernst genommen! Und erhält sehr oft sogar Rückendeckung und Schützenhilfe von den Frauen! Ja, man glaubt es kaum!

Sicher gebe ich Dir FS Recht, es nimmt mit den Arroganten Oberflächlichkeiten Überhand! Doch andererseits, schau dir einfach die Gesellschaft an - schau den Hype um Lena - da drücken Politiker an einem Sonntagnachmittag ein 18jähriges Mädel auf dem Flughafen Hannover, nur um positiv in der Presse zu erscheinen - als ob wir keine anderen Probleme im Land hätten. Doch die Menschen suchen geradezu händeringend nach Fun, nach guten Nachrichten, die Spaß und Abwechslung bedeuten - doch keiner will ernsthaft die Ärmel hochkrempeln und mit anpacken! Das ist der Pferdefuß in unserer Gesellschaft - Spaß haben auf Kosten der anderen! Und dann kommen arrogante, oberflächliche Tussis oder eben coole Machomänner dabei heraus!
 
G

Gast

  • #10
Ich habe festgestellt, dass launenhafte, zickige Frauen meist auch genau so aussehen. Zuerst dachte ich bei mir selbst, dass das mein eigenes Vorurteil sei und man dafür, wie das Gesicht aussieht und was es ausstrahlt, nichts kann. Doch mit wachsender Lebenserfahrung bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass sich diese Charaktereigenschaften irgendwie ins Gesicht "einfressen". Bei einem netten, ausgeglichenen Menschen hingegen erkennt man oft schon am Gesicht, auch dann, wenn er gerade nicht lacht oder lächelt, dass er ein angenehmer Mensch ist.

Ob nun Schönheit an sich mit inneren Werten korreliert - sehr schwierig. Es gibt durchaus nicht wenige schöne Menschen, die nicht arrogant und kühl sind. Nur muss man sich schon die Arbeit dafür machen, sie erstmal kennenzulernen und sie nicht gleich in die Arroganzschublade zu stecken. Den Menschen, die sehr gut aussehen und nette Typen sind, sieht man das auch meist an. Ein offener Blick, ein ehrliches Lächeln verrät dann schnell, dass hier ein Mensch ist, der nicht nur allein auf sein Aussehen baut, sondern auch einfach ein netter Mensch ist.

Auch wenn es politisch nicht korrekt ist: Ich bin der Meinung, dass sich in den gebildeteren Schichten mehr "normal hübsche" und "sehr hübsche" Menschen finden als z.B. in der Unterschicht. Das Wissen um z.B. ernährungsphysiologische Zusammenhänge, die ja durchaus nicht einfach sind und sich oftmals auch (scheinbar) widersprechen, macht es Leuten aus "bildungsfernen Schichten" schlichtweg schwieriger, sich z.B. gesund und kalorienarm zu ernähren oder gar abzunehmen. Sie sind wohl auch eher in Gefahr, plumpe, unwahre Werbung nicht als solche zu erkennen, sondern für bare Münze zu nehmen. Wohlgemerkt gibt es das natürlich auch bei gebildeten Leuten aber meiner Meinung nach nicht in dieser Häufigkeit. Ich glaube auch, dass Leute, die gewisse, einigermaßen anspruchsvolle Ziele im Leben haben, wie z.b. die Vollendung eines Studiums, das Erreichen eines bestimmten Berufs usw., einfach mehr auf sich achten und in den meisten Dingen des Lebens disziplinierter sind als diejenigen, die nur vor sich hinschwappen ohne festes Ziel. Nicht zuletzt wird auch so etwas wie Stilempfinden nicht unerheblich durch ein gewisses Maß an Intelligenz, Bildung usw. beeinflusst. Eine richtig intelligente, gebildete Frau wird man in der Regel nicht in Plastik-Schlangenleder-Imitat-Miniröckchen und Leopardenfell-Oberteil, mit grellem, schlechtem Make up und überladenem geschmacklosen Schmuck antreffen.

Was die aufgestellte These bzw. das Beispiel mit kleinen Männern angeht: Es gibt meiner Beobachtung nach zum einen die kleinen Männer, die oft einen besonders guten Humor entwickelt haben, sich und ihre Größe selbst auf die Schippe nehmen, damit es die anderen nicht tun und um überhaupt bei Frauen punkten zu können. Es gibt viele Comedians, die recht klein sind. Der Comedian Hoecker ist so ein Beispiel, das mir gerade einfällt.

Dann gibt es aber leider - meiner Meinung nach - nicht wenige kleine Männer, die wie Wadenbeißer-Pinscher sind. Dauernd fühlen sie sich übergangen und entwickeln eine Zickigkeit und Biestigkeit, die einfach abtörnend und äußerst unsympathisch ist. Für mich steht so ziemlic fest, dass kleine Männer es einfach schwerer haben als ihre großen Geschlechtsgenossen. Große Männer strahlen schon automatisch aus, dass sie in der Lage sind, sich und "ihren Clan" verteidigen zu können und sprechen so die Frauen an, die einen Beschützer suchen. Und das tun - trotz Emanzipation und der Seltenheit echter Gefahren - recht viele Frauen. (Ich schließe mich hier ausdrücklich ein.) Soweit ich weiß, finden sich auch überproportional viele große Männer in Führungspositionen. Kaum ein Historiker zweifelt z.B. daran, dass Napoleons auffällig kleiner Wuchs mitursächlich für seine Eroberungsfeldzüge war...

Ansonsten kann ich # 3 teilweise zustimmen. Ich glaube, dass Menschen immer versuchen, das positiv zu verstärken, für das sie Aufmerksamkeit und Lob bekommen. Sehr schöne Menschen - vor allem Frauen - bekommen eben insbesondere für ihr Aussehen Komplimente. Für das, was sie denken, wird sich dann meist weniger interessiert. Wie bei Models z.b.: Interessiert irgendwen, was Heidi Klum über die politische Welt zu sagen hat? Menschen, die dagegen nur normal oder gar häßlich aussehen, müssen nette Eigenschaften entwickeln oder verstärken, müssen mehr für ihre Bildung u.ä. tun, um gut anzukommen.
 
  • #11
Mein Eindruck ist :
Kleinwüchsige Männer sind häufig "Wadenbeißer".
60:40.
Da sie in der offenen, direkten Konfrontation oft "den Kürzeren" ziehen, ist ihre Aggressionsform indirekt, aber um so hartnäckiger.
 
  • #12
@5
Die dunkle Zeit der Geschichte ist eine Folge von BEWERTUNGEN hinsichtlich Psychophysiognomik, und nicht eine Folge der Psychophysiognomik selbst.

Klar kann es (noch) nicht wissenschaftlich bewiesen werden, nur warum deshalb vorsichtig sein?
Wo wären wir denn, wenn es nicht immer mal wieder Menschen hätte gegeben, die etwas hinterfragt, untersucht oder angezweifelt hätten?

Ich werde mich natürlich auch nicht dazu hinreissen lassen, mich definitiv für die absolute und uneingeschränkte Anwendbarkeit der Psychophysiognomik auszusprechen.
Ich tendiere jedoch dahingehend, eine gewisse Übereinstimmung mit der Äusserlichkeit im Inneren Wesen wiederfinden zu können.
Vieles in der Natur findet seine Entsprechung im Äusseren. So sind Formen kein Zufall, sondern sie beherbergen eine Bestimmung in sich, oder auch eine Botschaft an die Aussenwelt.

Hellhaarige Menschen brauchen weniger Sonnenlicht um gesund leben zu können. Je dunkler der Typus, desto mehr Sonnenlicht braucht er, um nicht müde oder depressiv und in der Folge dessen krank zu werden.
Die äusseren Hinweise zum Melatoninanspruch verraten also etwas über die Person und ihren Anspruch.
Lebt diese Person in nördlichen Gefilden, wird sie kaum ihre volle Entfaltung leben können, wie wenn sie im Süden leben würde (wo die Sonne die Vitaliät, Sexualität, Temperament usw. ankurbelt).
Das nur als ein Beispiel dazu.
 
G

Gast

  • #13
Natürlich gibt es eine Wechselwirkung zwischen Äußerlichkeiten und Ausbildung des Charakters. Auf attraktiv wirkende Menschen reagiert die Umwelt grundlegend anders, als auf unattraktive. Ihnen schlägt beispielsweise mehr Aufmerksamkeit, aber auch neidvolle Ablehnung entgegen. Dementsprechend bilden diese Menschen auch andere Verhaltensweisen aus. Unsere Verhaltensweisen haben wir insbesondere in Kindheit und Pubertät erlernt. Menschen, die äußerlich unterschiedlich auf andere Menschen wirken und dann auch unterschiedliche Reaktionen auf sich erfahren, werden unterschiedliche Verhaltensweisen und Charaktere ausbilden.

Ein attraktiver Mensch (wobei ich hierunter nicht nur Schönheit verstehe), wird sehr viel leichter Charme entwickeln, als ein Mensch, dessen Charme schon aus äußerlichen Gründen nicht ankommt. Andererseits können sich äußerlich ansprechende Menschen sehr viel eher Arroganz und Unfreundlichkeit „erlauben“, da sie trotzdessen Beachtung, insbesondere beim anderen Geschlecht, erhalten. Allerdings glaube ich nicht, daß es hier klare Wenn-Dann-Verknüpfungen oder gar eine Monokausalität gibt. So kann ein unattraktiver Mensch versuchen, durch ein besonders freundliches Wesen äußere Defizite zu kompensieren, er kann aber auch verbittert und abweisend werden.

Auch glaube ich, daß das Wesen die Gesichtszüge prägt. Stete Fröhlichkeit oder dauerne Griesgrämigkeit hinterlassen Spuren im Gesicht.

Dazu kommt der Labeling-Effekt. Da wir dazu neigen, Äußerlichkeiten Charaktermerkmale zuzuschreiben und der Mensch weiterhin oftmals dazu neigt, Zuschreibungen entsprechen zu wollen, kann dies dazu führen, daß Menschen klischeehafte Zuschreibungen mit der Zeit tatsächlich übernehmen. Mit anderen Worten, wer immer als arrogant angesehen und behandelt wird, wird vielleicht mit der Zeit tatsächlich arrogant.

Was ich nicht glaube (#1) ist, daß schmallippige Menschen Rechner sind, kleinnasige ihr Fähnchen nach dem Wind hängen, großnasige zu Eigensinn neigen, zusammengewachsene Augenbrauen für Gewalttätigkeit sprechen und ähnliches. Woher sollte ein solcher Zusammenhang kommen. Was haben die Lippen mit Rechenkunst und Augenbrauen mit Gewaltbereitschaft zu tun. So etwas hat man 1876 (Lombroso) geglaubt und die Nationalsozialisten haben es aufgegriffen. Heute gilt es wissenschaftlich als widerlegt.
 
  • #14
Natürlich gibt es eine Wechselwirkung zwischen Äußerlichkeiten und Ausbildung des Charakters. Auf attraktiv wirkende Menschen reagiert die Umwelt grundlegend anders, als auf unattraktive. Ihnen schlägt beispielsweise mehr Aufmerksamkeit, aber auch neidvolle Ablehnung entgegen. Dementsprechend bilden diese Menschen auch andere Verhaltensweisen aus. Unsere Verhaltensweisen haben wir insbesondere in Kindheit und Pubertät erlernt. Menschen, die äußerlich unterschiedlich auf andere Menschen wirken und dann auch unterschiedliche Reaktionen auf sich erfahren, werden unterschiedliche Verhaltensweisen und Charaktere ausbilden.

Ein attraktiver Mensch (wobei ich hierunter nicht nur Schönheit verstehe), wird sehr viel leichter Charme entwickeln, als ein Mensch, dessen Charme schon aus äußerlichen Gründen nicht ankommt. Andererseits können sich äußerlich ansprechende Menschen sehr viel eher Arroganz und Unfreundlichkeit erlauben, da sie trotzdessen Beachtung, insbesondere beim anderen Geschlecht, erhalten. Allerdings glaube ich nicht, daß es hier klare Wenn-Dann-Verknüpfungen oder gar eine Monokausalität gibt. So kann ein unattraktiver Mensch versuchen, durch ein besonders freundliches Wesen äußere Defizite zu kompensieren, er kann aber auch verbittert und abweisend werden.

Auch glaube ich, daß das Wesen die Gesichtszüge prägt. Stete Fröhlichkeit oder dauerne Griesgrämigkeit hinterlassen Spuren im Gesicht.

Dazu kommt der Labeling-Effekt. Da wir dazu neigen, Äußerlichkeiten Charaktermerkmale zuzuschreiben und der Mensch weiterhin oftmals dazu neigt, Zuschreibungen entsprechen zu wollen, kann dies dazu führen, daß Menschen klischeehafte Zuschreibungen mit der Zeit tatsächlich übernehmen. Mit anderen Worten, wer immer als arrogant angesehen und behandelt wird, wird vielleicht mit der Zeit tatsächlich arrogant.

Was ich nicht glaube (#1) ist, daß schmallippige Menschen Rechner sind, kleinnasige ihr Fähnchen nach dem Wind hängen, großnasige zu Eigensinn neigen, zusammengewachsene Augenbrauen für Gewalttätigkeit sprechen und ähnliches. Woher sollte ein solcher Zusammenhang kommen. Was haben die Lippen mit Rechenkunst und Augenbrauen mit Gewaltbereitschaft zu tun. So etwas hat man 1876 (Lombroso) geglaubt und die Nationalsozialisten haben es aufgegriffen. Heute gilt es wissenschaftlich als widerlegt
 
G

Gast

  • #15
Man scheint hier in Deutschland ein Problem mit der Schönheit, insbesondere von Frauen zu haben. Das fällt mir dabei auf.

Schönheit = Oberflächlichkeit, Dummheit etc.

Vielleicht hat es was mit der Bibel zu tun: Schon die böse Eva hat ja mit ihrer Schönheit und weiblichen List bekanntlich Adam verführt. Damit hat sie die Erbsünde in die Welt gebracht und somit sind (schöne) Frauen an allem schuld.

Deine Frage wäre auch mal in Bezug auf andere Nationalitäten interssant: Bestehen diese Bilder in anderen Europäischen Ländern auch?
 
  • #16
@13
Kannst du die wissenschaftliche Widerlegung vorzeigen? Das interessiert mich doch sehr!

Woher der Zusammenhang kommen könnte, dass Grossnasige so sind, und Schmallippige so, dazu habe ich auch keinen Plan. Lediglich meine -mehrfache- Beobachtung stimmt damit überein.
 
  • #17
@15

Natürlich kann ich jetzt keine Studien exakt für unser Thema nennen. Es gab aber solche Ansätze auch in der Kriminologie. Lombroso (1876) ging davon aus, es gäbe den geborenen Verbrecher, den man auch an der Physiognomie erkennen könne. Er hat versucht in den Gefängnissen übereinstimmende äußere Merkmale zu finden und bestimmten Taten zuzuordnen. Dies gilt als widerlegt. Quellen hierzu findest Du unter dem Stichwort "Lombroso" bei Wikipedia. (Fußnoten 1-4).
 
G

Gast

  • #18
@15
interessant, auch mal ausserhalb eines Astologie- und Esoterikthreads zu einer Erläuterung, was Wissenschaft bedeutet, gezwungen zu werden.
Guckst Du:
http://www.elitepartner.de/forum/wie-steht-ihr-zum-spirituellen-glauben.html
Beiträge, #49, (51 und der sich darauf beziehende) 53 sowie 57.
Die habe ich (ausser der 51) geschrieben um wissenschaftlich Vorgehensweise zu erklären. Dort zwar mit anderen Beispielen, aber in diesem Fall, Sommerwind, muss man sagen, dass Du die unwahrscheinliche Behauptung aufstellst und damit in der Nachweispflicht bist. Eine Korrelation zwischen z.B. Nasenform und Eigensinn kann nicht aus anerkannten Erkenntnissen hergeleitet werden.
Volljurist könnte also mit allem Recht Dich nach einen Beleg Deiner Behauptung fragen. Umgekehrt musst Du aber erst einen Beleg bringen bevor irgendjemand entkräftende Argumente ins Feld zu führen braucht.
Dass Du aber schon in #1 eingeschränkt hast, dass Deine Erfahrungen nur persönlicher Natur sind, also nicht notwendigerweise eine statistisch ausreichend grosse Datenbasis bilden) ehrt Dich durchaus. Sonstige Diskussionen laufen oft nach dem Niveau: "Ich kenne ein Paar, bei dem die Frau grösser als der Mann ist, also sind schrumpfen Männer in einer Beziehung. Wenn Du das nicht glaubst, dann beiweise mir, dass in dem Paar die Frau nicht grösser als der Mann ist."
 
  • #19
@13 - Volljurist

Deiner Aussage "stetige Fröhlichkeit oder dauernde Griesgrämigkeit hinterlassen Spuren im Gesicht " kann ich nur 100%ig zustimmen.
Der Effekt von Alkohol, Nikotin, Botox ...ist vergleichsweise nur minimal.
 
G

Gast

  • #20
Volljurist trifft in #13 den Nagel wieder einmal auf den Kopf, perfekt ausgeführt, dem schließe ich mich vollumfänglich an.

w53
 
G

Gast

  • #21
Gemeinhin gellten volle Lippen als sinnlich. Mit ausgesprochenem Deckbiß gehen immer Strichlippen einher. Nach orthodontischer Korrektur erscheinen sogar beim Erwachsenen die(se) Lippen sinnlicher. Ich habe vorher und nachher keine Unbterschiede bemerkt, --- nur mit dem Auge.
w 52
 
  • #22
@17
Ich habe an keiner Stelle eine "Behauptung" aufgestellt.
Ich habe meine persönliche Tendenz zu dem Thema kundgetan, mehr nicht.
Es wäre wünschenswert, wenn du Begriffe so verwendest, wie sie vorgesehen sind, damit Missverständnisse ausbleiben.
 
  • #23
Ich sehe durchaus auch gewisse Korrelationen bei den Beispielen in der Frage. Allerdings traue ich mir keine Wahrscheinlichkeitszuordnungen zu.

+ Ausgesprochen hübsche Frauen sind meist zickiger / arroganter / fauler / dümmer.

Ja, hier habe ich eine hohe Korrelation festgestellt. Bei "dümmer" tendiere ich eher zu einer schwachen Korrelation.

+ Ausgesprochen gutaussehende Männer sind meist machomäßiger, wortkarger / cooler.

Kann ich nicht beurteilen. Ich vermute, dass eine Korrelation vorhanden ist, aber es war ja nach eigenen Erfahrungen gefragt.

+ Hässliche Frauen sind häufiger Emanzen oder sonswie ideologisch auffällig.

Nein, hier habe ich eher eine gegenteilige Erfahrung gemacht. Unschön aussehende Frauen versuchen eher durch innere Werte wie hohe Toleranz, Zuvorkommenheit, Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit (nicht in finanzieller Hinsicht) zu punkten. Das kann man übrigens auch ganz deutlich in den Profilen ablesen. Wären sie bei schlechtem Aussehen auch noch Emanzen, hätten sie bei Männern überhaupt keine Chance.

+ Kleinwüchsige Männer sind öfter Angeber, eifersüchtig, aber treuer?

Diesen Zusammenhang kann ich nicht bestätigen. In meinem Bekanntenkreis gibt es diverse kleinere Männer (um die 1,70) und die sind eher etwas zurückhaltender/schüchterner als die größeren.
 
  • #24
Dann ergänze ich #22 mal an einer Stelle:

+ Ausgesprochen gutaussehende Männer sind meist machomäßiger, wortkarger / cooler.

wortkarg eventuell schon, aber eher nicht machomässig/cooler, jedenfalls nicht die Männer die ich für gutaussehend halte.
Ich halte NICHT für gutaussehend, wenn der Mann ein Riese ist, eher breit gebaut mit breiten Schultern/Becken/Gelenken und viel Muskelmasse hat, auch nicht wenn er ein markantes Gesicht hat.
Ich mag eben sehr schlank gebaute, filigrane Männer mit ausgeglichenem, feingeschnittenem Gesicht.
Brad Pitt (sowieso auch zu alt) ist für mich kein gutaussehender Mann.
Es wäre also erst mal ein gemeinsamer Nenner zu finden, damit wir von derselben Sorte Mann reden.
 
  • #25
Ja, es gibt diese Korrelation (sonst würde das hier vermutlich auch gar nicht auftauchen, ) die Frage ist nur was ist die Ursache.. Prinzipiell denke ich das die biologisch/genetischen Ursachen zwar ein Motivator sind, sich entsprechend zu verhalten (z.B körperliche Größe gibt Sicherheit beim Verhandeln...) durch die Sozialisierung aber keine dominante Rolle spielen. Vielmehr denke ich der von #13 genannte "labelling Effekt" ist hier einprägsam. Vom wem, etwas erwartet wird, der wird es auch versuchen zu liefern. ebenso vom wen etwas nicht erwartet wird, der wird es auch nicht unaufgefordert liefern. Bsp. Hübsche Frauen die von Anfang an hübsch waren: wer schon als Kind nur dastehen musste um Standing Ovation zu bekommen hatte gar keine Notwendigkeit sich was kluges auszudenken oder innovativ eine Problemlösung zu erarbeiten wenn ein geschmolltes "Büttee" stets zum Ziel geführt hat. Witziger weise kann man den Gegeneffekt beobachten, wenn Frauen erst mit Mitte 20 "zurecht gewachsen" sind, die verzweifeln nahezu an der Aufmerksamkeit die sie bekommen und tun sich derweil sehr schwer mit der unaufgeforderten Zuneigung. Nicht selten hört man ein "was wollen die alle von mir, ich hab doch Garnichts gemacht" ^^


Selbsterfüllende Prophezeiung.

m36
 
G

Gast

  • #26
"Man scheint hier in Deutschland ein Problem mit der Schönheit, insbesondere von Frauen zu haben. Das fällt mir dabei auf."

Genau das ist der springende Punkt. In Deutschland können die Menschen mit außergewöhnlicher Schönheit schlicht und ergreifend nicht umgehen. Im Ausland ist es komplett anders. Es wird zwar auch gegafft, die Leute sind allerdings weniger neidisch und distanziert, die Blicke weniger aggressiv und vorwurfsvoll. Viele Ausländer - zumindest scheint mir so - sind einfach mit sich zufriedener, in sich ruhender und offener "Andersartigkeit" gegenüber (ja, als schöner Mensch ist man gerade in Dtld. nunmal anders, wenn zusätzlich dann noch gut gekleidet, oha, absolut exotisch). Im Ausland bekommt man bspw. einfach mal so ein "Bella" hinterhergerufen, in Dtld. hingegen ein "oh gott, ein Showlauf".
Kurzum, als schöne Frau (und damit meine ich tatsächlich schön im Sinne von konkurrenzlos), schlägt einem - bis auf ein paar wenige oberflächliche Komplimente, auf die man auch genausogut verzichten könnte - herzlich wenig Positives entgegen. Alles ist so dermaßen negativ besetzt, das mir regelrecht übel wird. Ständig diese
-schwer beschreiblichen negativ, kritischen Blicke, -die regelrechte Angst der Menschen, -deren ständige Ablehnung, Distanz, -die Tatsache, ständig kritisch beäugt werden, -der krankhafte Versuch, schöne Menschen abzuwerten oder sonst in irgendeiner Weise in Frage zu stellen (wozu überhaupt diese Frage? all diese Endlosdiskussionen über Korrelation zw. Charaktereigenschaften und Aussehen?)

Wenn man tagtäglich derartigen Erfahrungen ausgesetzt ist, setzt irgendwann tatsächlich der Labelling-Effekt ein. Die Gesellschaft nötigt betreffende Personen ja quasi dazu, zum Selbstschutz die kühlen, Unnahbaren zu mimen. Damit ist dann hoffentlich auch endlich ein Charakterdefizit begründet, das den unzähligen Unzufriedenen ein Wenig Genugtuung verschafft...

w25