• #1

Korrelieren Intelligenz und Ausbildung/Berufswahl miteinander?

Immer wieder liest man die pharisäerhaften, politisch-korrekten Schönredereien, dass Intelligenz und Ausbildung bzw. Beruf nichts miteinander zu tun haben. Das ist meines Erachtens billigste Polemik und weltfremde Augenverschließerei. Korrelationen geht es nie um "trifft auf 100% zu" oder "es gibt keine Ausnahmen". Korrelation bedeutet in erster Linie, dass bestimmte Kombinationen mit signifikanter Häufung auftreten. Was meint Ihr dazu?
 
  • #2
Wer im Sport viel besser ist als andere, darf offen sagen: Ich bin besser im Sport. Wer aber intelligenter ist, der würde politisch-korrekt misstrauisch beäugt, wenn er sagte: Ich bin intelligenter (auch wenn das natürlich niemand so platt sagt). Intelligenz scheint eine Eigenschaft zu sein, zu der man weder stehen darf noch die man gegenüber anderen vergleichend einsetzen darf. Ob der andere intelligenter ist, kann man "im Zweifelsfall nie wissen". Seltsamerweise gilt das nicht für musisches, sportliches, politisches, charismatisches oder anderweitiges Talent. Darüber darf einfach so geredet werden.

Natürlich ist Intelligenz was anderes als Lebenstauglichkeit, gesunder Menschenverstand oder Pfiffigkeit. Intelligenz macht einen Menschen nicht unbedingt attraktiver als Partner. Aber Intelligenz ist eine Eigenschaft wie jede andere und man darf sie vergleichen und darf Unterschiede feststellen.

Es geht hier nicht darum, ob einem Intelligenz beim Partner besonders wichtig ist, sondern darum, dass wir uns argumentativ zukünftig nicht mehr im Wege stehen, wenn wir eindeutig unterschiedliche intelligente Gruppen miteinander vergleichen.

BEISPIEL 1
Ärzte sind intelligenter als Krankenschwestern. -- Wieviele Krankenschwestern würden das Medizinstudium aufgrund von Intelligenz, Lern- und Merkfähigkeit, Fleiß, Motivation, Ausdauer und Eigenantrieb schaffen? Vielleicht 20%? Immerhin, würde ich sagen! Natürlich gibt es Krankenschwestern, die später tatsächlich erfolgreich Medizin studiert haben, aber der Großteil würde das Studium eben nicht schaffen. Nicht umsonst gibt es soviele Studienabbrecher in den harten Kernfächern wie Medizin, Chemie oder Jura.

BEISPIEL 2
Ingenieure sind intelligenter als Handwerker. -- Natürlich! Wieviele Handwerker sind selbst für die Meisterschule ungeeignet? Wieviele würden ein Studium schaffen? Wieviele sind alleine schon am Abitur regelrecht gescheitert oder waren froh, die Schule hinter sich zu haben? Wieviele am Bau haben echte Probleme mit Mathematik und Logik? Leute, steht doch zu Euren Talenten und Neigungen und vorallem zu denen von anderen.

Ich empfinde es als charakterlose Heuchelei, stets die Ausnahmen zu betonen und die überwältigende Mehrheit nicht wahrhaben zu wollen. Das ist unfair gegenüber jenen, die eben genau diese Kompetenzen haben. Egal ob es um musisches, sportliches oder eben intellektuelle Begabung geht, man muss einfach einsehen, dass es Unterschiede gibt.

FRÜHER
Bedenkt dabei auch, dass in der Generation, die heute Ü60 ist, natürlich eine ganz andere Auswahl stattfand. Damals richtete sich Schulbildung und Ausbildung viel mehr noch nach der finanziellen und bildungsmäßigen Lage der Eltern. Natürlich kenne auch ich viele intelligente Personen, die damals einfach nur einen Hauptschulabschluss erreicht haben, weil familiär nicht mehr drin war.

Genau diese "alten Beispiele" blockieren heutzutage den Blick auf die aktuelle Lage. Wer heutzutage kein Abitur schafft (das schon viel zu leicht verschenkt wird), der ist eben wirklich deutlich unterdurchschnittlich intelligent. Viele schaffen eben kein Studium, vorallem nicht in den Kernfächern, weil dazu eben doch ganz viel dazugehört und eben nicht alle dazu in der Lage sind.
 
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  • #3
Dazu müsste man erstmal definieren, was Intelligenz ist. Wenn Du unter Intelligenz nicht mehr verstehst als das, was ein IQ-Test misst, dann magst du recht haben.

<MOD: Wir bitten darum, keine Metadiskussionen zu führen, sondern die Begriffe wie allgemein anerkannt zu verwenden. Gehen Sie bitte einfach auf die Titelfrage ein.>

Dann zähle ich mich gerne zu den weniger intelligenten Menschen, bei denen es auch nur zu einem Schmalspurstudium gereicht hat (Fachabitur und Fachakademie) in einem sozialen Beruf.
Und ich bin stolz drauf, denn für mich ganz persönlich ist soziale Intelligenz ebenso wichtig.
 
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  • #4
Ja, man muss einsehen, dass es Unterschiede gibt. Und genau deshalb darf man nicht alle Handwerker über den Dummen-Kamm scheren und alle Studierten als intelligent hinstellen! Wenn du finanziell von Seiten deines Elternhauses die Möglichkeit hattest, den Rücken freigehalten zu bekommen, entspannt studieren zu können und nicht eben schon mit 16 in den Beruf musstest - toll für dich! Doch sorry, es gibt Menschen, deren Weg viel härter und beschwerlicher war. Sie haben nach dem Job noch Weiterbildungen usw. absolviert. Da frage ich mich, wer ist da intelligenter? Ich streite nicht ab, dass es viele Dumme und viele Nichtwillige gibt - teilweise sehr viel sogar, die in einigen Berufsschichten sicherlich überproportional hoch vertreten sind. Aber diese Pauschalisierung mag ich nicht. Denn auch nicht jeder, der heute einen Vorstandsposten hat, hat ihn rein aufgrund seiner Intelligenz oder seines Fleißes. Da spielen Beziehungen, Vater kennt..., Familiengeklüngel, Parteienzugehörigkeit - aktuelles Bsp. siehe Tankstellen-Connection Hessen (CDU um Koch und Co) eine wesentliche Rolle.
Ach ja, und wieviele Studierte würden Fliesen legen oder Möbel bauen können? Auch dazu gehört Intelligenz, wenngleich auch auf anderen Gebieten. Ein Ingenieur denkt strategisch und mathematisch - ein Handwerker denk bildlich und setzt es mit seinen Händen um. Wer darf sich da das Recht herausnehmen zu (ver-)urteilen, welcher Mensch nun intelligenter ist?
 
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  • #5
Na ganz klar gibt es diesen Zusammenhang. In Wikipedia steht mit Zitat auf eine Veröffentlichung:

"Der Intelligenzfaktor sagt schulischen Erfolg und Prestige des später erreichten Berufes besser vorher als jede andere erfassbare Eigenschaft."

Man muss doch nur mit Arbeiter, Handwerkern, gehobenen Ausbildungsberufen oder Akademikern über verschiedene Themen diskutieren (Politik, Wissenschaft, Philosophie) und schon merkt man, dass es ganz drastische Unterschiede im Denkvermögen, Auffassungsgabe, Rationalität, Logik, Urteilsvermögen gibt. Wer das bestreitet, verschließt wirklich die Augen.

Genau deswegen fällt es doch so positiv auf, wenn mal ein Handwerker unerwartet und überdurchschnittlich klug ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.
 
  • #6
@#3: Nein, das Argument ist schon wieder eine reine Nebelbombe.

+ Wieviele Ärzte KÖNNTEN innerhalb von der typischen dreijährigen Ausbildungszeit exzellent Fliesenlegen lernen? Wahrscheinlich 95%!

+ Wieviele Fliesenleger KÖNNTEN innerhalb der typischen Studiendauer das Medizinstudium erfolgreich abschließen? Weniger als 5% wahrscheinlich!

+ Alle Chemiker können mühelos als Laboranten arbeiten, aber nur ein Bruchteil der Laboranten ist intelligent genug, um als Chemiker arbeiten zu können. Das merkt man spätestens, wenn man Laborantenlehrlinge unterrichtet und merkt, wie schwer sie sich tun, wenn sie Zusammenhänge begreifen, Wissen erlernen, kommunizieren und erklären sollen. Jeder, der mit Ausbildung beschäftigt ist, weiß, wie erheblich sich Auffassungsgabe, Denkvermögen und Urteilsvermögen unterscheiden können.

Ich bleibe dabei: Es ist unfair, so zu tun, als ob Auffassungsgabe und Denkvermögen auch nur annährend gleich wären. Es gibt drastische Unterschiede, die sich unmittelbar darin niederschlagen, welche Berufe und Tätigkeiten wir ausüben können.
 
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  • #7
Mitunter wird die Berufswahl und der Werdegang durch die persönlichen Ausgangsbedingungen beeinflusst.
So kann es passieren, dass ein sehr intelligenter Mensch nie die Möglichkeiten hat, einen beruflichen Weg zu gehen den ein anderer "mit dem goldenen Löffel i.A." aber weniger begabt gehen kann.

Ich würde sagen, meistens sind in bestimmten Berufen die Geist erfordern auch solche Personen angesiedelt, aber nicht immer. Mitunter wurde der Lebensweg des unbegabten reichen Kindes geebnet, aber es taugt im Grunde nie zu etwas.
Manchmal sind deshalb auch sehr intelligente Menschen in einfachen Berufen angesiedelt.
Persönlich habe ich zwei Personen aus den Balkangebieten kennengelernt, die als einfache Angestellte tätig sind, aber so dermassen intelligent, dass es eine Wohltat war mit ihnen zu reden und zu diskutieren. Ihr Weg war nicht so eben, die Sprache zunächst eine fremde, die nationalen Gegebenheiten unbekannt. Es war niemand da, der ihnen auch nur eine Startmöglichkeit finanziert hätte.
Bezüglich meiner genetischen Vervielfältigung würde ich auf jeden Fall einem der Letztgenannten den Vorzug geben, statt einem reichen Dummen der lediglich vom Elternhaus erhoben wurde und deshalb eine gute Position bekleidet.
Was mich wirklich interessiert, ist der Mensch selbst, die Substanz eben.
 
  • #8
@2

Wenn man unter Intelligenz, das versteht, was ein IQ-Test misst, kann man auch sich auch täuschen. Man kann sich heutzutage gezielt auf IQ-Test in all ihren Varianten vorbereiten. Nur als Zusatz

@1 zu den Kernfächern insebesondere Medizin- viele fallen beim Medizinstudium gerade beim Physikum durch- wieso weil man Physik. Chemie und Biologie hat neben Anatomie- auch Mathematik kommt ins Spiel, selbst Studentinnen und Studenten mit 1,0 Abischnitt fallen durch. Dementsprechend kommen dann deutsche Medizinstudenten aus Prag, Budapest hinzu. ( Dies sieht man insbesondere an den Universitäten Uni Ulm, Uni Heidelberg, Uni Tübingen und Uni Heidelberg u Uni Tübingen sind eine der elitären Universitäten in Dtl für Medizin)
 
  • #9
Ich möchte mich # 3 anschließen.

Auch ich denke, dass man hier (wie eigentlich immer) nicht verallgemeinern darf!
In unserer Familie war es z. B. auch so, dass meine Eltern mir kein Studium hätten finanzieren können. Das bedeutete für mich, dass ich entweder neben dem Studium viele Nebenjobs hätte machen müssen, oder ein duales Studium beginnen, bei dem man eben gleichzeitig Geld verdient. Das habe ich dann auch gemacht. Heute bin ich sehr glücklich in meinem Beruf und mit der Gesamtsiutuation sehr zufrieden.
In meinem Fall heißt das konkret, nur weil ein reines Jurastudium für mich (bzw. meine Eltern) finanziell nicht möglich war, heißt das doch nicht, dass ich weniger intelligent bin, als ein Jurist!

Einen anderen Fall stellt mein Bruder dar. Ich würde ihn als überdurchschnittlich intelligent bezeichnen. Er ist sehr begabt, was mathematische/naturwissenschaftliche Fähigkeiten angeht und auch sein Allgemeinwissen ist sehr breit gefächert.
In der Schule war er allerdings ziemlich faul und so hat er "nur" mittlere Reife und wurde zunächst Beton- und Stahlbetonbauer. In Frederikas Augen war er also ein dummer bzw. weniger intelligenter Mensch. Da der Arbeitgeber seine Fähigkeiten allerdings erkannte, hat er einige Jahre später ein innerbetriebliches Ingenieursstudium absolviert. Er ist also zu einem intelligenten Menschen aufgestiegen, oder wie muss ich das verstehen?
 
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  • #10
Zum Glück hat die Pisa-Studie endlich aufgedeckt, dass gerade in Deutschland nichts so entscheidend ist für den persönlichen und beruflichen Werdegang, wie die soziale Herkunft.

Anteil der Arbeiterkindern irgendwas um 12%.

Vermutlich sind die einfach nicht intelligent genug? ;-)


Anderer Aspekt: Gerade für den Zugang zum Medizinstudium spielt(e) der NC DIE Rolle. Der, wie ich heute als Patient immer wieder erleben darf, leider Einfühlung, Ethik und soziale Verantwortung nicht abcheckte. ;-)

Komisch - oder auch gerade nicht: Am meisten habe ich im Leben von den (weniger intelligenten und mies bezahlten) medizinischen Helfern gelernt.
 
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  • #11
Einfache Frage - einfache Antwort.
Ja. Und zwar wegen den von dir genannten Fällen, in denen manche eben die höhere Ausbildung nicht schaffen (würden).
Um trotzdem keine Korrelation entstehen zu lassen, müssten die Ausnahmen (selbst wenn es 90% wären) umgekehrt korreliert sein (also intelligentere müssten "einfachere" Berufe bevorzugen). Dem ist aber wohl nicht der Fall.

Bleibt noch die Frage: Warum fragst du? Hat jemals jemand das Gegenteil behauptet?
 
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  • #12
@5: Das mag ja alles so sein, deshalb hat trotzdem niemand das Recht einem NUR-Handwerker grundsätzlich die Intelligenz abzusprechen, so wie es hier teilweise geschieht! Nur weil er eben nicht die TOP-Voraussetzungen hatte - oder ihm eben das Handwerk wichtiger war! Es tut keiner so, als ob Auffassungsgabe und Denkvermögen bei allen Menschen gleich wären. Doch man sollte auch anerkennen, dass das Leben, die Voraussetzungen und das Beziehungsgeflecht, in das man hinein geboren wird, einen weiteren, erheblichen Anteil daran hat, wie man später mal beruflich landet. Wer in einer wohlsituierten Hamburger Kaufsmannsfamilie groß wird, wird selten einen Handwerksberuf erlernen müssen... - außer er/sie will es und wird somit zum enfant terrible
 
  • #13
@#2: Ich verstehe unter Intelligenz das, was allgemein und üblicherweise unter Intelligenz verstanden wird, wenn man das Wort so solitär verwendet, also

+ AUFFASSUNGSGABE
+ DENKVERMÖGEN

bezüglich rationaler, logischer, wissensbasierter Zusammenhänge.

Natürlich gibt es andere Formen, die vorallem aus politisch-korrekter Motivation heraus mit dem Begriff Intelligenz kombiniert werden, aber "emotionale Intelligenz" ist eben eigentlich Empathie und Fähigkeit zu Sozialkontakten -- wenn man das meint, kann man das auch sagen. Empathie halte ich übrigens für außerordentlich wichtig, aber man sollte nicht Begrifflichkeiten verkomplizieren und verwässern, denn dadurch steht man sich nur gegenseitig im Wege, anstatt die Kommunikation zu erleichtern.
 
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  • #14
Aus meiner Sicht hat Frederika mit ihrem Statement absolut recht, leider speziell damit, daß man nicht sagen darf, daß xy intelligenter ist. Die nachfolgenden Beiträge bestätigen das ja schon teilweise.

@2
Du hast Dich sicherlich weitergebildet und das ist Dir zweifellos hoch anzurechnen. Darauf kannst Du auch stolz sein, wenn Du Dich hochgearbeitet hast. Allerdings habe ich spontan ein Problem damit, eine Fachakademie als Studium anzusehen. Vielleicht irre ich und dann nehme ich das auch gerne zurück, aber weder Fachakademien, noch VWAen etc. sind Hochschulen im eigentlichen Sinn. Auch das Examen von Krankenpflegern, Physiotherapeuten etc. kann doch niemand ernsthaft mit dem Examen nach dem Medizinstudium vergleichen wollen.

@3
Es hat niemand alle über einen Kamm geschoren. Willst Du ernsthaft behaupten, daß unter den Absolventen insbesondere von sozialen oder handwerklichen Lehrberufen mehr als 30% ein Studium der Medizin oder der Ingenieurwissenschaften nicht nur beginnen, sondern auch erfolgreich abschließen würden (erfolgreich setze ich hier gleich mit "Hauptsache, ein Abschlußzeugnis").
Frederika hat doch keineswegs behauptet, daß deswegen alle anderen dumm sind, die nicht studieren. Tatsache ist aber auch, daß jemand trotz mehrerer Weiterbildungen neben dem Beruf (für die er zweifelsohne Respekt verdient hat) oder trotz eines steinigeren Weges eben nicht intelligenter ist als jemand, der studiert hat. Wille und Fleiß wären die passenderen Stichworte.
Zu Deinem letzten Absatz: leider vergleichst Du da Äpfel mit Birnen, da Du Intelligenz mit praktischem Geschick verwechselst. Letzteres ist eine wunderbare Eigenschaft und es ist super, wenn man darüber verfügt. Allerdings mußt Du doch zugeben, daß in den allermeisten Fällen das von einem Handwerker umgesetzte Werk oder die Funktionsweise von einem bestimmten Gerät ursprünglich mal von Ingenieuren konstruiert wurde.

#4
Völlig richtig.
 
  • #15
Na ja, frederika, dein beispiel mit dem fliegenleger ist ja ganz schön, aber selbst wenn der arzt gelernt hat, wie man es macht, so heisst das noch lange nicht, dass er es auch kann!
Es ist eben ein handwerksberuf und da ist nicht jeder gleichbegabt;-)
Bestes beispiel sind zahnärzte, die ja auch handwerker sind: da kann einer noch so gut in der theorie sein, wenn er es handwerklich nicht umsetzen kann, wird er nie ein guter zahnarzt!

Und wenn du als beispiele für intelligenz, folgende eigenschaften anführst:
„Lern- und Merkfähigkeit, Fleiß, Motivation, Ausdauer und Eigenantrieb“, ausser der lernfähigkeit, hat das alles nichts mit intelligenz zu tun.
 
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  • #16
Es ist doch bezeichnend für die These der Fragestellerin, dass die meisten hier von Ausnahmen berichten und damit nur hintenherum die These bestätigen.

#7 "Mitunter wird die Berufswahl und der Werdegang durch die persönlichen Ausgangsbedingungen beeinflusst." >>> Yep, mitunter passiert das. Die Korrelation ist eben nicht 100%ig!

#9 "einige Jahre später ein innerbetriebliches Ingenieursstudium absolviert" >>> Yep, aber wieviele Betonbauer schaffen das? Wie schätzt er selbst seine Kollegen sein? Vielleicht 5%?

#10: Logisch. Intelligenz ist eben nicht Empathie oder Moral. Bestreitet hier niemand, dass es andere wichtige Eigenschaften gibt. Ein schönes Gesicht kann einen fetten Körper haben. Aber sagt das was zur Frage?

#12: Niemand hat hier Intelligenz abgesprochen. Es geht darum, wer wieviel davon hat. Ob im Schnitt bestimmte Berufe mehr benötigen oder haben als andere. Das ist doch ganz klar zutreffend. Ich habe keine Zweifel.

@Frederika: Du schlägst dich tapfer. Ich bin ganz deiner Meinung. Ausnahmen bestätigen die Regel. Das zeigt dieser Thread ganz deutlich. Alle Aussagen ergeben nur Sinn, wenn auch die Autoren von dem Zusammenhang ausgehen.
 
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  • #17
ja Intelligenz und Berufswahl korrelieren, aber warum ist das für die Partnerwahl so wichtig ?
"selbst für die Meisterschule ungeeignet". Das find ich sehr überheblich. Ich bin durch die Aufnahmeprüfung für die Schreiner & Holzbildhauerschule gefallen , das Medizinstudium hab ich mit überdurchschnittlichem Ergebnis in Minimalzeit abgeschlossen.
Ich find es nicht wichtig dass der Partner gleich intelligent ist, wenn der Unterschied nicht zu krass ist bzw Fertigkeiten vorliegen die der Test nicht misst dann ist das gleichwertig. Ich bewundere gute Schreinerinnen und Handwerkerinnen, hab auch vor Akademikerinnen keine Angst aber Intelligenz allein da braucht man nicht sehr stolz drauf zu sein,

M
 
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  • #18
@12
Niemand hat hier irgendjemandem die Intelligenz abgesprochen - es ist allerdings nötig, das zu lesen, was geschrieben steht und nicht das, was man lesen möchte.

Was spricht dagegen, erstmal eine Berufsausbildung zu machen, Geld zu verdienen und dann noch zu studieren? Wo ist da das Problem? Wer studieren will, der kann entsprechende Abschlüsse auch noch mit Anfang/Mitte 20 nachholen, wenn er nicht mehr unter der Fuchtel der Eltern steht. Dieses populistische Gejammer geht mir mächtig gegen den Strich - wenn man etwas wirklich will, muß man sich dafür eben auch mal auf den Hintern setzen und nicht nur flennen, wie böse die Welt ist.

Ich weiß übrigens, wo von ich rede, da ich ursprünglich ebenfalls keine Möglichkeit zum Studium hatte, inzwischen (ich bin 30) aber zwei Ausbildungen erfolgreich beendet habe und mein nebenberufliches Fernstudium an einer Uni mittlerweile bis zum Vordiplom abgeschlossen ist. Daher nochmal: wenn man etwas will, dann geht das auch später noch.

Wie Frederika schon richtig erkannt hat: es ist offenbar ein Tabu, nach Intelligenz zu klassifizieren. Stattdessen kommen populistische Reden, daß selbstverständlich die anderen Schuld tragen. So ein Unfug!
 
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  • #19
Frederika, diesmal begeistert mich vorallem der erste Absatz aus #1. Genau so ist es einfach!!!

Ich habe darunter in der Schule wirklich gelitten. Wenn jemand sagte: Ich bin stärker! oder Ich springe weiter! oder Ich spiele besser Klavier! oder Ich spreche besser Englisch, dann haben alle genickt und fanden das fair. Niemand fand das arrogant oder überheblich. Es war halt so und ich sah es ein. Wenn ich aber gesagt hätte, Ich bin dafür intelligenter! Ich bin in Mathe besser! Ich erkenne besser Zusammenhänge! Ich finde die besseren Lösungen für Probleme, dann wäre ich der Arrogante gewesen.

Intelligenz haben immer alle. Keiner mag hören, dass er weniger klug ist. Dabei ist gerade Klugheit so wichtig. Intelligenz findet Lösungen. Der Ingenieur überlegt sich die Konstruktion, die Handwerker führen das aus und tun so, als ob sie selbst drauf gekommen wären. Ist aber eben nicht so.

Rechtsanwaltsgehilfin kann quasi jeder werden. Schreibmaschine und etwas mehr. Aber wer schafft ein Jurastudium? Von den Rechtsanwaltsgehilfinnen glaube ich keine einzige. Die wissen schon, warum sie einen Hilfsjob machen. Es ist das Unfaire der Welt, dass Intelligente nicht drüber reden dürfen und immer nur die Ausnahmen betont werden.

@#9: Wieviele Betonbauer schaffen ein Studium? Dein Bruder ist die seltene Ausnahme. Das ist dir doch auch klar, oder?
 
  • #20
natürlich gibt es eine verbindung zwischen intelligenz und ausbildung.
trotzdem gibt es genügend beispiele, auch aus meinem bekanntenkreis, die anders verlaufen.

da hat z.b. der dipl.ing. , trotz seines studiums nie gearbeitet und ein anderer mit hauptschulabschluss hat eine eigene firma, die bestens läuft.

er eine ist intelligent, kann es aber nicht umsetzen. der andere ist weniger intelligent, macht aber aus seinen möglichkeiten das maximale!
auf jeden fall verdient er deutlich mehr, als der dipl.ing.!
 
  • #21
@#17: Ja, danke für Deinen Beitrag. Leider ist es wirklich ein Tabu und leider beschönigen auch hier alle nur die Ausnahmen, anstatt endlich mal über die Mehrheit zu sprechen. Es ist wieder genauso, wie ich erwartet habe.

Ich selbst habe übrigens sowohl einen Ausbildungsberuf gelernt als auch ein Studium in einem Kernfach absolviert und promoviert. Ich weiß, wovon ich spreche, wenn ich behaupte, dass zu einer Ausbildung bedeutend weniger Intelligenz (Auffasungsgabe, Denkvermögen) gehört als zu einem Studium. Das zu leugnen ist einfach nur peinlich.

Jeder, der mal Auszubildende unterrichtet hat, weiß wie drastisch die Unterschiede in der Auffassungsgabe und im Denkvermögen sein können und wie deutlich man beurteilen kann, wer zu einem Studium, zu Denkleistungen, zu neuen Ideen in der Lage wäre und wer schon mit Basisleistungen kämpft.

Es ist einfach en vogue und politisch-korrekt, das Diskutieren über Intelligenz zu boykottieren und Nebelbomben zu zünden, Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen.

Niemand bestreitet, dass Moral, Empathie, Fleiß auch wichtige Komponenten sind. Die Frage war ja aber nach Intelligenz. Seltsam ist, dass wenn ich nach der Wichtigkeit von Empathie gefragt hätte, eben NICHT Dutzende Beiträge erwähnt hätten, dass AUCH Intelligenz wichtig ist. Nein, dann hätten sich alle an das Thema Empathie gehalten und fertig. Nur bei Intelligenz meinen die Pharisäer, unbedingt auch völlig andere Eigenschaften erwähnen zu müssen, die unstrittig wichtig sind.
 
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  • #22
@18
Also ich habe das nie so empfunden. Ich finde, der Tonfall macht bei all diesen Aussagen die Arroganz aus. "Ich springe weiter als du." kann genauso arrogant oder aber sachlich rüberkommen wie "Ich bin intelligenter als du.". Ein Tabu sehe ich nirgends.

Und das ich letzteren Satz eher weniger benutze liegt wohl eher an einer gewissen Bescheidenheit...
 
  • #23
Hier nochmal die # 9
An # 15 + 18

Natürlich ist mir klar, dass lediglich eine geringe Anzahl an Betonbauern ein Studium schaffen würden.
Ich wollte mit meiner Aussage auch nur klarstellen, dass ich denke, WENN mein Bruder (z. B.) hier angemeldet wäre und Frederika (z. B.) anschreiben würde und "nur" Betonbauer wäre, dann würde sie denken "Puh, der ist aber wenig intelligent". Obwohl das Nicht-Studieren seine Intelligenz ja nicht beeinflusst hätte.
Meldet er sich aber als Dipl. Ing. an, wird gleich von vorhandener Intelligenz ausgegangen. Das finde ich nicht richtig.

Schon mal vorab an Frederika, ich möchte dir natürlich keine Aussagen unterstellen, aus deinen Statements hier nehme ich einfach nur an, dass du so denken würdest.
 
  • #24
@#22: Ja, natürlich würde ich so denken, das gebe ich zu. Und ich würde, das gibst Du ja im Gegenzug auch zu, in 95% der Fälle mit dieser Einschätzung richtig liegen! Angesichts der Tatsache, dass Dein Bruder ja doch mehr aus sich gemacht hat, stellt er ja nicht einmal die Ausnahme dar. Er würde sich ja als Ingenieur anmelden und als solcher wahrgenommen werden.

Ich kenne beruflich sehr viele mit Ausbildungsberuf und kann sehr gut einschätzen, zu was sie in der Lage wären. Ein kleiner Bruchteil würde wohl intelligenzmäßig ein Studium schaffen und bei fast allen diesen Kandidaten gibt es auch Gründe, warum sie keines absolviert habe, z.B. mangelnde Motivation und Fleiß oder ungünstige Familienverhältnisse. Aber faktisch ist es eben so, dass die breite Mehrheit eben auch nicht zu einem Studium fähig wäre und das auch genau weiß.

Letztlich ist Dein Beispiel vom Betonbauer doch prototypisch für meine Hypothese: Wer sich als Betonbauer unterfordert fühlt und mehr könnte, der bringt es auch zu mehr. Der studiert eben noch nachträglich und erreicht einen Beruf, in dem er seine Fähigkeiten noch besser einsetzen kann und der seinen Kompetenzen angemessen ist. Wer sich von seinem Beruf ausgefüllt und angemessen gefordert fühlt, der macht das nicht. Wer nicht mehr könnte, bleibt eben da, wo er ist.
 
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  • #25
Fragt denn hier niemand danach, WER über den Einfluss und die Macht verfügt, oder gern verfügen möchte, zu bewerten, was oder wer intelligent ist ?
 
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  • #26
Die Erbanlagen, bringen einem nichts, wenn die Umwelt nicht weiß, wie diese zu fördern sind. Eranlagen bringen nichts, wenn die Motivation nicht stimmt der Wille nicht da ist.

Man sollte nicht lediglich in Richtung Erbtheoretiker diskutieren. Dank Pisa- Studien werden die drei genannten Termini Erbanlagen, Umwelt und Selbststeuerung endlich mal ins Konzept gerufen. Zu den Jura- Studenten, ich kenne einige aus den höheren Semestern, immer wenn ich sie nach logischen Fallbeispielen gefragt hatte,da sie ihr können und Wissen unter Beweis stellen mussten- sei es Strafrecht, Medizinrecht, Erbrecht- bekam ich immer die Antwort steht das denn überhaupt in den Gesetzbüchern, sie hätten so etwas noch nicht gelernt bzw auswendig gelernt-

Auch nicht umsonst schneidet Dtl bei den Pisa Studien schlecht ab- wenn man immer wieder auf Abfragen und Auswendiglernen in vielen Studiengängen, in Schulen getrimmt wird, kommen die Ergebnisse nicht irgendwoher. Und zum Glück unternehmen auch teilweise einige Schulen und Universitäten etwas dagegen. Viele egal in welchem Beruf können nicht mit Transferaufgaben umgehen- auf andere Bereiche übertragen- also ein interdisziplinäres Denken fehlt in vielen Bereichen. Interdisziplinäre Studiengänge fehlen und und und. Wenn wir schon von Intelligenz reden, von Gaben, Bildung, sollten wir auch über unseren Tellerrand schauen, unsere Nachbarn anschauen. Wieso werden die Skandinavischen Länder immer hochgelobt?! Aber oft bleibt es der Loberei. Hinzu kommt, dass Bildung Ländersache ist.

Ich will gar nicht auf die Migrantenpolemik eingehen.

Résumée
Um die Fragen der Fragestellerin auch wissenschaftlich korrekt antworten zu können, muss man diese durch eine multiperspektivische Sichtweise antworten. ( dazu gehört Politik, Soziologie, die Erziehungswissenschaften( Psychologie, Pädagogik, Schulpädagogik) und dergleichen, wenn man von bestimmten Bereichen redet man auch eingermaßen von diesem Bereich eine Ahnung haben sollte. Wenn man in Bereich der Naturwissenschaften argumentiert, kommt die Frage, wieso im Durchschnitt wenige Frauen naturwissenschaftlich orientierte Berufe ergreifen in Dtl natürlich. Hinzu kommt die Frage mit den Hochbegabten, Menschen mit AHDS, Legastheniker etc. Diese Frage beeinhaltet viele geisteswissenschaftliche Fragen, und jedem ist wohl bekannt, gibt es bei den Geisteswissenschaften kein richtig und falsch. Ich will auch all das, was ich hier illustiere, nicht ausführlich schreiben, sonst könnte ich gleich eine Doktorarbeit darüber schreiben. Viele Faktoren spielen eine Rolle, wieso ein Mensch den oder jenen Beruf erlent. und darauf gilt es sich zu konzentieren, diese zu erkennen, in der Forschung nachzuschauen etc. Ist auch nicht Bequemlichkeit ein Faktor? Lg
 
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  • #27
@20, letzter Absatz... Nun kommen wir zu der Frage warum das so ist? Diese könnte man sich doch als promovierte Person stellen, oder nicht?
Die Intelligenz ist ein Produkt aus einer PersonenxUmwelt Interaktion. Sehr viel von diesem Produkt wird bereits in der Kindheit/Jugendzeit generiert. Das wirklich Dumme an der ganzen Sache ist, dass wir sowohl an unserem genetischen "makeup" als auch an unserer Umwelt (z.B. sozioökonomischer Background verbunden mit intellligenzfördernden bzw. restringierenden Stimuli) speziell in der Kindheit wenig machen können. Weiterhin sagt dieses Produkt sehr viel über unsere Zukunft aus (ja, Beruf, z.B.) und über unsere Chancen in sehr vielen Bereichen. Ist es nicht verständlich, dass bei soviel Determinismus bzgl. Intelligenz, bei gleichzeitiger Wichtigkeit derselbigen, gerne etwas relativiert wird? Das ist doch menschlich, oder nicht? Sonst könnte sich jemand mit ungünstigen Genen und einem niedrigen sozioökonomischen Status gleich auf die nächste Brücke stellen. Da ist es doch gut und wichtig, dass noch andere Eigenschaften erwähnt werden und tatsächlich ins Spiel kommen.
 
  • #28
@#26: Nein, das ist wieder so eine Nebelbombe. Die Titelfrage ist doch ganz eindeutig: Korreliert Intelligenz mit Ausbildungsstand? Faktisch ja, in Diskussionen aber oft aus politisch motivierten Gründen geleugnet.

Dass bestimmte Berufe auch mit ganz anderen Eigenschaften korrelieren, ist doch logisch und sachlich unstrittig zutreffend.

Sind Handwerker im Schnitt praktisch begabter als Akademiker? Daran würde niemand zweifeln.

Sind Akademiker im Schnitt intelligenter als Handwerker? Daran kann auch niemand wirklich zweifeln, aber es wird zerredet und mit Ausnahmen argumentiert, die man bei der ersten Frage genauso gut hätte bringen können.

Warum?
 
  • #29
was ist daran so interessant, ob ein handwerker, oder ein akademiker intelligenter ist?
sicher wird in der regel der akademiker mehr intelligenz aufweisen können.

sicher wird es ausnahmen geben, aber die bestätigen eben die regel.
 
  • #30
Es ist doch wesentlich einfacher warum man "Intelligenz" nicht ansprechen darf.

Klavier kann man jemanden vorspielen, die Weite eines Sprungs kann man messen, das Gewicht das man hebt, sieht man.. etc PP..

Intelligenz sieht man nicht, man hört sie nicht, man misst sie nicht mit einfach so. und und und.. Intelligenz ist unsichtbar, unmessbar und unhörbar im Normallfall. Es zeigt sich durch seine Auswirkungen. Und : es ist ansichtssache.. ich hatte im Chemie Leistungskurs eine Kommilitonin die hatte einen 15 Punkte Durchschnitt.. war aber zu blöd zum Wasserkochen. sie war die absolute kanone im Auswendiglernen aber ohne ihre Scripte versagte sie gnadenlos (4 Punkte in einer Abfrage in der der Lehrer seine Scripte vergessen hatte und Allgemeinwissen Chemie abgefragt hatte..) Sie wurde aber als "hochintelligente Schülerin" in der Abschlussrede gehandelt. Ich hielt sie für strunzblöd. ^^

d.h. wenn jemand von sich sagt "ich bin intelligent" dann sagt er automatisch dazu "und damit besser als du, ich kanns nur nicht nachweisen.." wobei grade bei einfacherern Menschen der Wert von "Intelligenz" recht niedrig ist.
 
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