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Gast

  • #1

Kompromiss oder wirkliche Liebe?

Höre und lese von Frauen und Männern, die sagten: ich fand es am Ende besser einen Kompromiss einzugehen, als auf Dauer alleine zu bleiben - naja, hört sich nicht gerade nach Romantik und Liebe an. Aber auch wenn hier gleich welche Contra geben. Kenne soviele Paare, welche mir tausend Gründe nannten, warum sie zusammen sind, aber weil ich mich unsterblich verliebt habe oder weil ich sie oder ihn liebe - höre ich nie. Viele sind ja zusammen, weil man sich schon etwig kennt, oder weil die Familien sich schon immer kannten, weil sie verkuppelt wurden, weil beide schon lange Singels waren und dachten, wenn wir uns nicht nehmen, nimmt uns keiner oder solche Geschichten. Aber, es war die große Liebe, kenne ich nur aus dem Fernsehn. So jetzt bin ich mal gespannt, was ihr dazu schreibt.
 
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Gast

  • #2
Lieber einsam als gemeinsam vor Zufriedenheit zu friern
 
  • #3
Das ist wirklich eine gute und interessante Frage.
Ich schätze und kann es auch von mir bestätigen, dass da zuerst immer ein Verliebtsein war. Das geht nach einiger Zeit und was dann im Idealfall bleibt, sind Liebe, Vertrauen und Zusammenhalt. Vielleicht können manche das nicht so ausdrücken oder "tun die Gefühle ab". Allerdings glaube ich auch, dass es Paare gibt, die aus finanziellen Gründen oder aus Bequemlichkeit zusammen bleiben. Manche haben sich auch "gehen" lassen und habe keine Hoffnung, auf dem "Markt" noch etwas neues zu finden. Habe ich auch wirklich schon von einer Kollegin gehört. Wenn ich 10 kg abgenommen habe, schaue ich mich um.........
'Ich glaube, dass es in unserer sehr anspruchsvollen Zeit schwer ist, die LIEBE FÜRS LEBEN zu finden und das es bei vielen (oder sogar den meisten) in einem Leben mit Lebensabschnittsgefährten mündet. Kann auch von mir nichts anderes sagen. Jetzt, mit über 40 tut es mir leid, dass ich so sehr suchend war und immer das, was ich hatte, toppen wollte. Aber es war damals halt so und ich ging, weil ich mich nicht mehr wohlfühlte. Vielleicht geht es anderen ebenso. Aber ich habe gelernt, dass das Zufreidenheitsgefühl niemals duch einen anderen Menschen kommen kann. Erst muss man mit sich zufrieden sein, dann kann eine Partnerschaft on top kommen. Habe leider hier auch schon erlebt, dass es Männer gibt, die die passende Partnerin zu ihrem Problem suchen und sehr geblockt sind. Ich bin sehr offen und immer ein Gesprächspartner. Damit können tatsächlich manche Menschen nicht umgehen.
Viele Grüße
w, 43
 
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Gast

  • #4
Du hast recht. Ich habe auch den Eindruck, dass es einige Paare gibt, die rationale Gründe anführen, warum sie zusammen sind bzw. geheiratet haben. Ob das die Mehrzahl der Paare ist, sei mal dahin gestellt.

Eine Kollegin von mir z.B., plant ihren langjährigen Freund zu heiraten und das, obwohl es seit Jahren nur Ärger in der Beziehung gibt und sie sogar sagt, sie würde ihn umgehend verlassen, wenn denn der "Traummann" vor ihr stünde. Da das nicht passiert ist, bleibt sie bei ihrem Freund. Er verdient gut, ist ein Karrieretyp, und für sie eine gute Partie. Für sie zählt, dass er ihr einen überdurchschnittlichen Lebensstandard bieten kann.

Es gibt viele Gründe, die nichts mit der großen Liebe zu tun haben, die aber dafür herhalten müssen, dass Leute zusammen bleiben: Geld, Status, Angst vor dem Alleinsein, die biologische Uhr, die tickt (wenn ich jetzt kein Kind kriege, klappt es vielleicht nicht mehr) etc.

Ich glaube aber doch, dass einige einfach nur aus Liebe heiraten bzw. zusammen bleiben. Vielleicht ist es ja schlicht und ergreifend nicht jedermanns Sache, bei Dritten von großen Gefühlen zu sprechen? Und deshalb führt man andere Gründe an?
 
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Gast

  • #5
Meine letzte Beziehung, aus der immerhin 20 Ehejahre wurden, begann damit, dass ich mich tatsächlich verliebt hatte, und dieser Ehe entsprangen meine Kinder.
Nun bin ich geschieden, und ich muss dennoch sagen, dass ich es nicht bereue, mich in diese Frau verliebt und sie geheiratet zu haben. Es gab schöne und weniger schöne Phasen, aber letztlich habe ich die Trennung verlangt.
Und derzeit bin ich wieder verliebt, tief verliebt und ich muss mich etwas zurücknehmen, weil ich mein Gefühl sehr stark auslebe und Raum für die Gefühle meiner Freundin schaffen möchte.
Da ich sie noch nicht sehr lange kenne (2 Monate), hoffe ich auf eine gute Entwicklung und Verlauf der Beziehung.
Entgegen der FS kenne ich aber einige Paare, die tatsächlich davon sprechen, dass sie die Beziehung zu ihrer Frau noch nie so qualitativ hochwertig und zutiefst liebe-VOLL erleben wie gerade heute. Was sie dazu geführt hat, ist das jahrelange Bemühen um den richtigen Umgang mit Nähe und Distanz, Respekt und Anerkennung/Achtung und der Vertiefung ihres Zusammensein. Daraus ergibt sich für sie die Frucht des gerne Zusammenseins, das Genießen der Humor, ...
beide sind offen füreinander, ritualisiertes Zusammenleben haben sie sich nicht angewöhnt, sondern sie überraschen siech immer wieder.
Ich bin dankbar, dass ich sie kennen darf.
 
  • #6
Es ist leider zu oft kein Kompromiß und auch leider keine Liebe, sondern Feigheit und Bequemlichkeit und Blindheit die in einer Lüge als Liebe von beiden Seiten verpackt werden. Sehr selten kennt man nichts anderes und meint es sei Liebe.
So zumindest ist meine Sicht der Dinge.
So etwas ist nichts für jedermann, sonst wäre ich z.B. nicht so viele Jahre schon alleine.
Mich wundert immer daß die Partner die Sache mitmachen, wenn sie mitbekommen wie der andere Partner über ihre Partnerschaft z.B. in meinem Beisein redet. Aber auch das wird einen Grund haben, der zu oft auch nicht die Liebe ist. Es scheinen sich anscheinend doch ofter als ich vor einiger Zeit noch dachte, immer die zu finden, die sich gegenseitig verdient haben.
Die große Liebe durfte ich kennenlernen, nur endete sie leider für mich nicht glücklich... vielleicht kommt doch noch eine weitere...hoffentlich!
Mary - the real
 
  • #7
Ich denke, dass tendenziell Kompromisse gemacht werden, wenn man älter ist und vielleicht schon eine oder mehrere Beziehungen hinter sich hat. Wenn man jung ist, hat man weniger Lebenserfahrung und begegnet anderen Menschen mit weniger Vorurteilen. Ergo verliebt man sich auch eher Hals über Kopf.

Viele Menschen gehen m.E. aber auch Kompromisse bei der Partnerwahl ein, aufgrund der gesellschaftlichen Akzeptanz: seit ich alleinstehend bin, nach über 15-jähriger Ehe, fällt mir das stark auf. Generell werde ich nun weniger zu (sogenannten) Freunden eingeladen, weil man dann das fünfte Rad am Wagen wäre etc. etc.. Ein Mensch in einer Beziehung wird gesellschaftlich mehr toleriert, auch beruflich sehe ich da unausgesprochene "Standards". Wie viele Staatsmänner sind Single? Wie viele CEO's sind Single? Es passt halt besser ins Bild rein.....daher kann ich das Bedürfnis nach einer Partnerschaft, obwohl es nicht unbedingt 100% die ist welche man sich vorgestellt hat, gut nachvollziehen.

Ich kann es nachvollziehen, persönlich aber würde ich das eher nicht tun resp. ich kann es nicht. Dazu bin ich vielleicht etwas zu wenig kopflastig oder zu "emotional".......wenn mein Herz Nein sagt, dann geht's einfach nicht......

Also gilt für mich die Devise: abwarten, Tee trinken und hoffen dass mein Herz pocht :)

w37
 
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  • #8
Kompromiss oder wirkliche Liebe? Antwort:Für mich zählt nur die Liebe, die Liebe ist für mich das Einzige was in der aufrichtigen Partnerschaft zählt! Was anderes würde ich niemals eingehen! Punkt. m
 
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  • #9
Liebe ist Kompromiss.
Nur in der Liebe ist der Kompromiss kein Verlust, sondern eine Bereicherung.
Verschwindet die Liebe in der Beziehung, sind die Kompromisse plötzlich Belastungen.

#6
Deiner Aussage, bezüglich Gesellschaftlicher Toleranz, möchte ich doch ergänzen:
Wie viele Staatsmänner/frauen, wie viele CEO's sind nur an ihrer Position, weil sie einen Partner/in haben, die ihnen den Rücken stärken?
Und auch diese Partner machen sehr viele Kompromisse.
 
  • #10
Ich stelle mich mal gegen den common sense hier und behaupte, dass Liebe eben und gerade Kompromiss ist, das akzeptieren des Partners als jemand fundamental anderes, mit einer völlig anderen Lebensgeschichte, aufeinander eingehen, etwas Aktives.

Die Bequemlichkeit im Kopf liegt für mich gerade in der Passivität, in dem konsumieren von Liebe, so wie manche Glück konsumieren wollen. Man will Glück haben, man will aber nicht dafür arbeiten, manche nicht mal ein Los kaufen. Es wird dann lamentiert, warum habe ich kein Glück. Viele wollen Liebe haben, aber wollen aber wie in einem romantischen Liebesfilm, dass sie einem einfach zufällt. Der Ausnahmezustand des Hirns während der Verliebtheitsphase wird als Liebe interpretiert und ist der Prozess vorbei, dann ist die "Liebe" vorbei, und der nächste Kick wird dann gesucht, die nächste Verliebtheit gesucht. Oft steigert sich die Frequenz dieser Zyklen wie bei einem Drogenabhängigen. Die Casanovas hier haben beispielsweise jegliche Kontrolle über sich verloren, ich wette, eigentlich sind sie depressiv wie ein Alkoholiker.
 
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  • #11
Gute Frage. Ich habe mal versucht, ein Kompromiss einzugehen und es ging total daneben. Nach ca. 6 Mon. habe ich den Schluss gemacht. Der eine kann das und der andere eben nicht! Bin aber nicht traurig deswegen.
 
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  • #12
Ich schliesse mich den Kernaussagen von # 8 und # 9 an.
Und ich frage mich, warum Liebe/Partnerschaft das Einzige im Leben sein soll, was einem einfach so zufällt wie etwas, was man nicht ändern kann.

Ich träume halt immer noch von einer Partnerin, mit der ich unseren Lebensweg aktiv gehen und gestalten kann, dies müssen aber auch BEIDE WOLLEN.
 
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Gast

  • #13
Ich schließe mich #10 an, ich wollte einem Mann, den ich immer noch sehr schätze, eine Chance geben. Ich habe mich aber körperlich so unwohl gefühlt, dass ich mich zurückgezogen habe.

Er hat es mir nicht verübelt, wir haben immer noch Kontakt. Manchmal fürchte ich, dass er sich noch Hoffnungen macht- und es geht doch leider nicht.

Fazit: Eine quasi rational eingegangene Beziehung- nicht mit mir, geht nicht.