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  • #1

Könnt ihr eurem Ex Partner von Herzen Glück wünschen?

Ich habe vor vielen Monaten meinen Ex Freund verloren. Er hat sich in eine andere verliebt. Wir waren noch im Urlaub, alles wunderschön. Mein Glück schien so perfekt, dass ich es manchmal gar nicht glauben konnte. Ich war mit jeder Faser meines Körpers glücklich. Er verschwand sehr schnell aus meinem Leben. Er war sofort super glücklich, und ich kämpfte gegen meine Depression. Ich muss gestehen, ich habe gehofft, dass er sich trennt und auf die Nase fällt. Ich wollte dass er das fühlt, was ich fühlte. Ich hoffte sie macht mit ihm, was er mit mir gemacht hat. Meine Psychologin hat mir (aus egoistischen Gründen) geraten, ihm von Herzen alles Gute zu wünschen. Ich habe durch Freunde erfahren, dass sie Heiraten werden und Kinder planen. Ich finde es ist super schwierig, dem Menschen, mit welchem man Kinder haben wollte, dieses Glück mit einer anderen zu wünschen. Es zerreisst mir das Herz. Aber sie sagte, wenn ich ihm kein Glück wünsche, fällt es auf mich zurück, und ich werde frustriert. Meine Frage, könnt ihr das? Hat das vielleicht mit wahrer Liebe zu tun? w32
 
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  • #2
Ja, ich kann ihm wünschen das es mit seiner Frau diesmal besser klappt als vorher.
Er war 14 Jahre mit ihr verheiratet.Er ist dann gegangen, hat sich scheiden lassen und andere Frauen ( darunter mich) nur verarscht. Trotzdem denke ich das er ein richtiges A... war.
Als ich mich mit ihm eingelassen habe war das als hätte ich ein Schwein ins Wohnzimmer gelassen.
 
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  • #3
Nur, wenn ich ihn nicht mehr liebe, Wenn ich einen Mann liebe, dann will ich auch, dass er (nur) mit mir glücklich ist. Alles andere würde ich nicht ertragen. Deswegen will ich mit Expartnern in der Regel auch nicht befreundet bleiben.
 
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  • #4
Na ja um ihm jetzt schon viel Glück zu wünschen ist es vielleicht noch etwas zu früh. Ist auch etwas eigenartig was deine Psychologin da zum Besten gibt. Wenn du dich immer noch in der Wutphase befindest wünscht du ihm womöglich alles, aber Glück dürfte da nicht dabeisein.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt da lässt du los und kannst ihm alles Glück der Welt wünschen. Ich kann meinem Ex heute alles Gute wünschen, beneide seine neue Partnerin nicht und freue mich meines Lebens. Mehr darf man nach einer Trennung auch nicht erwarten:))

w46
 
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  • #5
Ich versuche meinem jetztigen Ex alles Glück zu wünschen. Aber, ich wäre am Boden zerstört, wenn er bald ne Neue hätte. Insgeheim will ich ihn ja wieder, aber es wird wohl nichts. So versuche ich keine Hexe zu werden. Es braucht wohl noch Zeit bei mir. Die Trennung war ja auch gerade an Weihnachten. Ich hoffe für dich, dass du bald glücklich wirst und dann wird er dich wohl auch weniger interessieren. Alles Gute w.30
 
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  • #6
Ja sicher kann ich einem Ex Partner Glück wünschen, aber nur dann mit ehrlichem Herzen, wenn ich selber die Trennung verarbeitet habe.

In deinem Falle halte ich den Rat der Psychologin als wenig geeignet. Du bist längst nicht über die Geschichte hinweg und solltest keinen Kontakt zu ihm haben. Das bringt dir nichts und ihm nichts. Wozu also soll es gut sein, jemandem Glück zu wünschen, den man am liebsten erwürgen würde? Arbeite weiter daran, die Trennung zu verkraften und selber wieder glücklich zu werden, aber ohne jeden Einbezug deines Ex und lass das deine Psychologin deutlich wissen. Vertraue deinem Bauchgefühl und mach nicht alles, was dir geraten wird aber zuwider läuft.
 
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  • #7
Das muss nicht sein, dass es auf dich zurückfällt und du frustriert wirst, wenn du ihm kein Glück wünschst. Ich finde das sehr vereinfacht und von der falschen Seite aufgezogen. Du kannst dich doch nicht einfach dazu zwingen, ihm Glück zu wünschen.

Nein, ich wünsche meinem Ex kein Glück, sondern tatsächlich, nach dem, wie er sich verhalten hat, echtes Unglück. Jetzt ist es so, wenn ich ständig darüber nachdenken würde, wann er in Unglück gerät, dann würde ich evtl. verbittert. Wichtig ist deshalb, zu sich selbst zurück zu finden.

Das muss dir auch nicht von heute auf morgen gelingen. Aber, und aus der Richtung verstehe ich die Aussage, wenn du dich selbst und deine Erfahrungen liebst, dann wird der Hass auf ihn keine große Rolle mehr spielen. Er ist jetzt weg und du solltest akzeptieren und lieben, was du erlebt hast, und was du fühlst, egal, was es ist. Es ist wie eine Geschichte, und sie ist ein Teil von dir. Deshalb ist Hass auf seine eigene Vergangenheit hinderlich. Ich finde, man kann sich an den Ex auf der einen Seite märchenhaft erinnern, und auf der anderen Seite, wenn man ganz offen gefragt wird, dennoch sagen, dass man ihm, als der, der er heute ist, kein Glück wünscht. Aber der, der er heute ist, interessiert ja nicht mehr und ist ein anderer für dich als der in der Erinnerung.
 
  • #8
Aber der, der er heute ist, interessiert ja nicht mehr und ist ein anderer für dich als der in der Erinnerung.
Genau und warum muss dann immer alles in Richtung "Rosenkrieg" gehen. Auf der anderen Seite sollte
man aber den anderen nur "viel Glück" wünschen, wenn man es so meint und nicht aus taktischen
Gründen.
Ich hatte meiner Ex auch viel Glück gewünscht und meinte es auch genauso. Dummerweise meinte sie nur ich soll nicht so süffisant sein. Witziger Weise war ich aber in diesen Moment vielleicht alles nur nicht
süffisant.
 
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  • #9
Genau und warum muss dann immer alles in Richtung "Rosenkrieg" gehen. Auf der anderen Seite sollte
Muss es nicht, aber kann es. Weil Menschen auch mal erleben können, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Ich hatte einen Rosenkrieg und er hat mir gut getan. Also: Warum nicht? Jetzt bin ich wieder bei mir selbst, der Ex wäre der letzte Mensch, dem ich etwas Gutes tun oder wünschen würde, interessiert mich in meinem eigenen Leben aber nicht mehr weiter und gut. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Meine gleichgültig bis guten Gefühle haben andere Menschen verdient, ich fände es denen gegenüber schon fast eine Beleidigung, ihnen das Gleiche wie dem Ex zu wünschen. Ich unterscheide zwischen den Menschen.
 
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  • #10
Die Sicht deiner Psychologin ist esoterischer Natur und hat meines Erachtens wenig mit der Realität zu tun. Wie schon einige sagten, kann man jemandem durchaus Glück wünschen, wenn die negativen Gefühle, die man bis dahin gehegt hat, tatsächlich in den Hintergrund getreten sind.

Im Grunde geht es um Verzeihen. Dazu kann und soll man sich nicht zwingen, weder aus religiösen noch aus esoterischen Gründen. Zwang käme hier einer geistigen Vergewaltigung nahe.

Sicher ist es so, dass das eigene Leben leichter wird, wenn man es positiv betrachten kann bzw. die eigenen Gedanken so wenig wie möglich düster sind. Wut im Bauch kann Kopfschmerzen machen, schlaflose Nächte hervorrufen bis hin zu Unfällen provozieren (durch Unachtsamkeit oder unbewusste Selbstbestrafung für die "bösen" Gedanken).

Wenn man sich ungerecht behandelt fühlt, hilft es, das eigene Verhalten unter die Lupe zu nehmen. Wir sind alle keine Engel. Daher finde ich es sehr heilsam zu lernen, erst einmal mir selbst (und mein eigenes Fehlverhalten) verzeihen zu lernen. Dann klappt das auch irgendwann mit dem anderen. Und zwar (fast) von alleine :)
 
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  • #11
. Aber sie sagte, wenn ich ihm kein Glück wünsche, fällt es auf mich zurück, und ich werde frustriert. Meine Frage, könnt ihr das? Hat das vielleicht mit wahrer Liebe zu tun? w32
Mit wahrer Liebe vielleicht nicht, aber mit Selbstachtung.

Dinge, die man nicht ändern kann, soll man auch nicht versuchen zu ändern.Und sei es nur durch schlechte Gedanken.
Also: Lerne, ihm alles Glück der Erde zu wünschen.

w/40
 
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  • #12
Nur wer in Frieden mit sich und dem Ex ist, hat die ganze Beziehung wirklich verarbeitet und ist wirklich frei für eine neue gesunde Beziehung.

w 49
 
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  • #13
Ich verstehe den Rat Deiner Psychologin nicht "Wenn Du ihm kein Glück wünscht, fällt es auf Dich zurück und Du wirst unglücklich oder frustriert.." Das hört sich so nach einer esoterichen Wahrsagefrau an.

Du kannst Dich momentan nicht dazu zwingen, ihm Glück zu wünschen, das kannst Du erst, wenn Du die Trennung verarbeitet hast.

Es hat vielleicht nichts mit wahrer Liebe zutun, aber mit menschlicher Größe.

w
 
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  • #14
Ich wünsche meiner ExFrau alles nur erdenklich gute. Sie ist eine wunderbare Frau (sonst hätte ich sie ja nicht geheiratet); unsere Ehe ist ohne großen Streit auseinandergegangen, und sie hat jetzt einen Partner gefunden, der besser zu ihr paßt. Hoffentlich werden sie viele und gesunde Kinder haben.

M 36
 
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  • #15
Ich verstehe den Rat Deiner Psychologin nicht "Wenn Du ihm kein Glück wünscht, fällt es auf Dich zurück und Du wirst unglücklich oder frustriert.." Das hört sich so nach einer esoterichen Wahrsagefrau an.
w
Nein, das hat nichts mit Esorterik zu tun, sondern es war nur ein Aufzeigen von einer Möglichkeit, die die FS eines Tages denken muss.

Ich war selber mal so in einer Lage und war unglaublich wütend. Dann las ich in einem nicht esoterischen Buch, dass ich meinen Anteil an dem Ausgang der Geschichte habe, ob ich es wahrhaben will oder nicht. Das ich so blöd war, das hat mich wütend und hasserfüllt gemacht.

Als ich das begriff war schlagartig die Wut weg und ich konnte relativ schnell meinen Frieden mit dem Kindesvater machen.

Später habe ich das Buch gelesen: Liebe dich selbst und es ist egal, wenn du heiratest..... Der Buchtitel ist etwas irreführend, aber der Inhalt hat mir die Augen geöffnet. Die Wut ist weg, heute habe ich eigentlich nur noch Mitleid mit dem armen Kerl. Seine Kindheit war schlecht und er hat es nicht geschafft, aus diesem negativen Muster heraus zu kommen.

w
 
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  • #16
Der Rat Deiner Psychologin scheint mir zu diesem Zeitpunkt unpassend. Als fiele ihr nichts besseres ein. Ich vermute, Du bist diejenige, die hier schon ein paar Threads zu Deiner Trauer eröffnet hat. Auch eine Form, sich zu helfen und völlig legitim. Es ist einfach so: Du müsst da durch. Es wird vorbeigehen. Du wirst wieder glücklich. Du hast in Deinem Alter jede Chance, nochmal zu lieben und Deine Wünsche wahr zu machen. Ich habe meinen Mann mit 40 kennengelernt und war fast 42, als unser erstes Kind kam.
Du musst durch die Qual hindurch. Du wirst es schaffen!
 
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  • #18
Habe kürzlich einen Film gesehen, in dem es um dieses Thema ging. Der Satz "Schick ihm Licht und Liebe und dann lass ihn los." hat mir sehr zu denken gegeben. Loslassen, um wieder frei zu sein, indem du reflektierst, trauerst, verarbeitest.
Ansonsten sehe ich es wie die Gäste 10 und 11, weiß aber selber genau, wie schwer es sein kann.
Dir alles Gute alle(s) Liebe.
w/46
 
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  • #19
Ich bin zwar nicht Psychologe und so was hat für mich mit Selbstquälerei zu tun und ich kann deshalb deine Psychologin nicht verstehen. Ich finde eher, dass Du ein Recht haben solltest wütend und enttäuscht zu sein.
Das Ziel denke ich aber sollte schlussendlich sein, dass Du einen Schlussstrich ziehen kannst und nach vorne schauen kannst. Deine Psychologin scheint anscheinend davon überzeugt zu sein, dass Du das so erreichen kannst.
 
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  • #20
Liebe FS,
ich kann mich sehr gut in dem wieder finden, was du schreibst. Alle meine Partner sind nach Ende der Beziehung schnell bzw. sofort mit ihrer neuen Parterin zusammen gekommen (egal, wer von uns Schluss gemacht hat). Das ist sehr ernüchternd und führt mittlerweile bei mir zu dem Gedanken, dass ich als Person unwichtig bin - sonst wäre ich nicht so schnell austauschbar. Die Männer waren auch nie an weiteren Kontakt oder einer Freundschaft interessiert, wenn Schluss war. Ein weiteres Indiz für mich, dass es nicht um mich ging. Dass eine Beziehung vorbei geht, kann ich noch verstehen. Aber dass man von heute auf morgen einen neuen Menschen lieben kann und der alte Mensch, mit dem man Jahre verbracht hat, plötzlich keine Rolle mehr spielt....unverständlich für mich.

Insgeheim wünschte ich mir, dass meine Ex-Partner nicht glücklich werden mit ihren neuen Partnerinnen. Leider ist es anders gekommen. Ich kann zwar nicht hinter die Kulissen schauen, aber alle sind immer noch mit meinen Nachfolgerinnen zusammen. Sie passen halt besser zusammen und ich passe vielleicht zu niemanden.

Diese ganzen Lebensabschnittsbeziehungen, das Ablegen der Ex-Partner wie Restmüll, die Warenkorbmentalität bei der Partnersuche...mich macht das sehr traurig.

w
 
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  • #21
Eventuell hast Du ihn ja ungewollt sogar etwas "Gutes" getan.
Jetzt werde ich doch wieder süffisant. Sorry.
Erst einen Satz schreiben und diesen dann entschuldigen, aber stehenlassen, macht das Sinn? Ich fände in der Tat interessant: Warum sollte ich ihm ungewollt etwas Gutes getan haben? Das verstehe ich nicht.

Ich habe ihm damit nur etwas "Schlechtes" getan, diese Umdeutung hilft doch nur wieder einem geheuchelten "Frieden". Das ist doch das Thema. Wenn jemand verliert, wird es irgendwie umgedeutet, so dass der andere, auf den man in Wahrheit wütend ist, zum Opfer wird (der/die Arme, jetzt habe ich Mitleid; oder in Wahrheit hat es mir ja gut getan...).

DAS hat nichts mit wirklichem Frieden schließen zu tun, es ist nur ein auf eine andere Ebene verschobener Hass. Deshalb finde ich erzwungene Vergebung absolut sinnlos. Wirkliche Vergebung würde bedeuten, auch den Gedanken auszuhalten, dass der Ex nicht arm oder falsch ist, sondern ganz toll, und ihm trotzdem alles Gute zu wünschen. Aber wozu sollte man das tun? Ich wünsche noch nicht einmal einem wildfremden Mann alles Gute, erst einmal kommen meine Freunde an die Reihe.

Wichtig ist allein, dass die FS mit sich selbst Frieden schließt. Ihr Ex spielt dafür keine Rolle, es geht in dem Fall allein um sie. Man kann sehr wohl gleichgültig gegenüber Ex-Lieben werden und eine neue, glückliche Beziehung führen. Man kann auch mit einer gewissen Gleichgültigkeit sagen, du bist mir egal, d.h. egaler, und somit weniger wichtig als alle anderen Menschen und wärst der Letzte, dem ich helfen würde. Das ist eine ganz simple Feststellung nicht an große Hassgefühle oder Verbitterung gebunden.
 
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  • #22
Insgeheim wünschte ich mir, dass meine Ex-Partner nicht glücklich werden mit ihren neuen Partnerinnen. Leider ist es anders gekommen. Ich kann zwar nicht hinter die Kulissen schauen, aber alle sind immer noch mit meinen Nachfolgerinnen zusammen. Sie passen halt besser zusammen und ich passe vielleicht zu niemanden.

Diese ganzen Lebensabschnittsbeziehungen, das Ablegen der Ex-Partner wie Restmüll, die Warenkorbmentalität bei der Partnersuche...mich macht das sehr traurig.

w
Solange du noch so denkst, wird die Liebe nicht zu dir kommen. Klingt jetzt ein bissel esoterisch, ist aber nicht so gedacht. Nur wer Liebe und Frieden in sich hat und dem "Schicksal" verzeihen kann, den wird dann auch die Liebe treffen.

Passend dazu schau dir mal den Film mit Julia Roberts "Essen, Beten, Liebe" an, der letztens im Fernsehen lief. Der Film hat mich sehr berührt und mich zum Nachdenken gebracht.

w 49
 
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  • #23
Ich bin nicht von der Glücks-Wohlfahrt. Ich will viel Glück haben und meine Exe sind mir egal.W44
 
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  • #24
Hi,
schieß deine Psychologin so schnell wie möglich in die Walachei! Ich habe zwar nicht direkt Psychologie studiert, aber etwas Ähnliches und arbeite in einem Team unter anderem mit mehreren sehr guten Psychologen Deine Psycht… ist wirklich eine Schande für uns. Du sollst in erster Linie an dich denken. Alles, was dir gut tut, ist dein Balsam für die Seele. Geh zum Friseur, kaufe dir ein paar sexy Sachen für den Sommer. Das ändert zwar nichts an deinen Gefühlen, aber dein Selbstwertgefühl wird damit verstärkt. Und das ist das, was du jetzt brauchst, alles Andere ist unwichtig.
 
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  • #25
Liebe FS,

deine Psychologin würde ich rigoros austauschen - sage ich als Kollegin.
Natürlich ist es das Ziel der Therapie, dass du los lassen kannst, mit dir ins Reine kommst und deine Trauer überwindest. Aber so eine Ansage ist unqualifiziert. Sie sagt im Klartext: Wenn du jetzt nicht deinem Ex endlich mit ausgelichenen Gefühlen begegnest und freundlich über ihn empfindest, dann wirst du dich weiter schlecht fühlen. Was für eine Überraschung. Deshalb bist du ja in Therapie. Wenn mit irgend so einer Ansage Therapie zu machen wäre, könnte jeder Krethi und Plethi sich hinsetzen, den Hut aufhalten und sagen: Ich helfe dir, hier ist die Rechnung und mein Rat ist dringend, hilf dir selbst.
Zum Trost, das ist keine so seltene Ausnahme. Ist die Gute qualifiziert? Da treiben viele ihr Unwesen, die in Wochenendkursen sich irgendwas zusammengeschustert haben und jetzt "Psychologische Beratung" betreiben, der Begriff ist nicht geschützt. Dann gibt es eine Reihe, die in ihrem Beruf - trotz korrekter Ausbildung - auf Mission sind, die sagen solche Sätze, und ihre persönliche Weltsicht über die Fachlichkeit stellen, meistens gut meinend, aber wie bei Dir das Problem verschärfend - Dir wird hier zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen gemacht, als ob es Dir nicht ohne das schon dreckig genug geht. Völlig unverständlich und unprofessionell.

Suche dir eine Therapeutin oder einen Therapeuten, bei dem oder der du dich wirklich gut aufgehoben fühlst. Du hast Anspruch auf probatorische Sitzungen. D.h. die Kasse zahlt, damit du in einzelnen Sitzungen merken kannst, ob dir der Therapeut liegt. Nimm das in Anspruch.

Ich wünsche Dir im neuen Jahr viel Glück. Es ist hart, aber du wirst es schaffen.
 
  • #26
Liebe FS,

der Anspruch Deiner Therapeuten kommt viel zu früh! Jetzt ist erst mal Wut angesagt, legitime!!!, die Du ausleben kannst und solltest, weil sie Dir nach dem, was Du erlebt hast, gut tun wird!

Und danach: Stell Dir vor, dass Du noch glücklicher werden wirst als Du mit ihm geworden wärst!
Das ist sogar wahrscheinlich, denn wenn dieser Mann Dich jetzt schon ausgetauscht hat, hätte er es später, zu einem ungünstigeren Zeitpunkt, sicher auch getan! Wie hätten Deine Kinder darunter gelitten.

Du bist noch so wunderbar jung, Dir begegnet bestimmt noch ein sensibler, intelligenter, humorbegabter Mann, der Deine Liebe viel mehr verdient!!! Zu dem Du besser passt, als Du es Dir jetzt vorstellen kannst!

Alles Gute. Ich wünsch es Dir von Herzen. Und erstmal: Wut ahoi!!!
 
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  • #27
FS, Du bist ein Mensch mit positiven und negativen Gefühlen, es ist völlig legitim, wenn Du ihm in der momentanen Phase _kein_ Glück wünscht, auch wenn die "Psychologin" (ist sie eine Psychologin oder eine psychologische Beraterin, die nur einen Kurs gemacht hat?). Ich mag dieses Licht-und-Liebe-Geschwätz so gar nicht.

Glück kannst Du ihm erst wünschen, wenn Du alles vollständig verarbeitet hast mit allen Phasen des Kummers, lass Dich dazu nicht zwingen, wenn Dir nicht nach Glück-Wünschen ist. Leider musst Du da jetzt durch, aber Du schaffst es, ganz sicher sogar.

Vielleicht reicht es schon, wenn er Dir irgendwann mal vollkommen egal ist.

w
 
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  • #28
Bei einer Trennung in gegenseitigem Einverständnis - kein Problem. Leider spielt das Leben meistens anders: einer liebt noch, einer geht.
Wenn ich liebe und verlassen werde, wäre es in meinen Augen geradezu übermenschlich, dem anderen schlagartig von Herzen Glück zu wünschen.
Und da ich kein Übermensch bin, kann ich es auch nicht.
Ich kann es aber immer nach einer gewissen Zeit, wenn die Trennung verarbeitet ist und der Kontakt eine Weile komplett abgebrochen war.
Ich habe mal Psychologie studiert - der Rat Deiner Psychologin klingt sehr esoterisch (Resonanzgesetz - uuh). Aber ich habe ja auch aufgehört, weil ich dem ganzen Fachbereich kritisch gegenüberstehe, sowohl in seiner wissenschaftlichen, als auch in seiner esoterischen Ausprägung.
 
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  • #29
Also auch ich muss sagen (nach ein paar Jahren Therapieerfahrung), dass meine Therapeutin mir so einen merkwürdigen Vorschlag nie machen würde. In bitteren Trennungssituationen hat sie mir immer zum totalen Kontaktabbruch, nicht mehr auf irgendwas reagieren geraten.

Such Dir eine bessere Therapeutin, eine solche wird Dir auch wirklich helfen können und Dich unterstützen können.

W/43
 
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  • #30
Aber sie sagte, wenn ich ihm kein Glück wünsche, fällt es auf mich zurück, und ich werde frustriert. Meine Frage, könnt ihr das? Hat das vielleicht mit wahrer Liebe zu tun? w32
Ich könnte und kann es nicht. Ich habe meine Ex sehr geliebt und tat alles für sie. Nach 18 Jahren stellte ich fest, sie betrügt mich seit vielen Jahren. Diese Verletzung sitzt so tief dass ich ihr wünsche, ihr sollte gleiches angetan werden damit sie mal merkt wie es ist, selbst verletzt zu werden. Trotz dass ich meiner Ex nicht vergeben kann, lebe ich wieder in einer glücklichen Beziehung. Das was deine Psychologin sagt, scheint demnach nicht der einzige Weg zu sein. Klar, du solltest mit der vorhergehenden Beziehung abgeschlossen haben. Aber Glück wünschen... ?!? Ein komischer Rat.