• #1

Können Gefühle & körperliche Anziehung wiederkommen?

Liebe Community,
ich habe in der letzten Zeit hier viel nach- und mitgelesen, aber das ist mein erster eigener Beitrag.

Zu mir:

Ich war etwas über 3 Jahre mit meinem mittlerweile Ex-Partner zusammen. Beide Mitte 30. Ausgehend von ihm sind wir relativ schnell zusammengezogen. Somit haben wir 2,5 Jahre zusammengelebt.
Vor drei Monaten wurde - für mich aus völlig heiterem Himmel - von ihm die Trennung ausgesprochen. Begründung: "Nur noch freundschaftliche Gefühle."

Seit mittlerweile 3 Wochen sind wir auch räumlich getrennt. Er ist ausgezogen - hat wieder bei Null angefangen.

Ich habe so oft von "Kontaktsperre" gelesen. Das Problem, das ich hatte war nur folgendes: Auch nach Auszug hat mein Ex-Lebensgefährte sich täglich bei mir gemeldet. Wollte/will Zeit mit mir verbringen.

Mitte letzter Woche haben wir uns - auf seinen Wunsch hin - wieder abends getroffen. Nach der Verabschiedung habe ich schweren Herzens einen Entschluss gefasst und tags darauf sämtliche seiner Kontakt-Versuche auf den unterschiedlichsten Kanälen ignoriert. Am Abend habe ich ihm dann ein langes Email geschickt in dem ich ihn gebeten habe mich vorerst nicht mehr zu kontaktieren. Ihm gesagt dass ich Zeit brauche um zu verarbeiten was mit uns passiert ist und jetzt in erster Linie mal auf mich und darauf wie es für mich weitergeht schauen muss.

Heute kam die Antwort: Er respektiert meinen Wunsch und gibt mir alle Zeit der Welt, weil er möchte dass es mir bald wieder gut geht.

Aber auch Sätze wie "Du bist meine beste Freundin und ich vermisse dich bereits sehr.", "Auch ich kann, werde und will unsere gemeinsame Zeit nicht vergessen. Ganz im Gegenteil. Ich denke täglich an die tollen Dinge die wir gemeinsam erlebt haben." oder "Ich vermisse dich und hoffe bald von dir zu hören." sind gefallen.

Nun zu meinen Fragen (die mir seit Wochen durch den Kopf gehen):

"Nur noch freundschaftliche Gefühle" bzw. "Ich habe sie wahnsinnig lieb, aber nicht wie eine Partnerin." (zweiteres war nicht an mich direkt gerichtet - ich hab es leider trotzdem zu lesen bekommen) bedeutet für mich dass ich zwar als Mensch sehr geschätzt, aber als Frau nicht (mehr) begehrt werde.

Korrekt? Oder gibt es andere Meinungen dazu? Hier würde mich insbesondere eine männliche Sichtweise interessieren.

Und vorausgesetzt ich interpretiere das richtig, stellt sich mir die nächste Frage:
Fühlt man sich zu einer Frau nicht mehr sexuell hingezogen, weil die Gefühle für sie verloren gegangen sind?
Oder gehen die Gefühle verloren, weil man seine Partnerin nicht mehr begehrt?

Und warum befreit man sich aus einer Beziehung, die einen nach eigenen Angaben nicht mehr glücklich gemacht hat, möchte dann aber trotzdem weiterhin so engen Kontakt halten?

Und so verzweifelt es auch klingen mag: Denkt ihr es gibt eine Chance dass Gefühle - besser gesagt die Liebe - und Anziehung/Begehren zurückkommen können?

Ich wäre so dankbar über ein Paar Meinungen. So wenig sie mir vielleicht auch gefallen mögen. Bitte schont mich nicht!
 
  • #2
Hallo,

es muss gar nicht unbedingt mit Begehren zu tun haben. Es kann auch sein, dass er dich wahnsinnig toll findet, aber es nicht ertragen kann, jeden Tag permanent mit dir zusammen zu sein. Wenn die Beziehung offiziell beendet ist, fühlt Mann sich vielleicht viel freier und möglicherweise hat er deswegen gerne noch Kontakt mit dir. Vielleicht kann er bestimmte Eigenheiten oder Macken von dir besser ertragen, wenn er nicht fest mit dir verbandelt ist..

Natürlich schließe ich hier von mir auf andere, es kann auch alles mögliche andere sein. Beschränke dich nicht so auf ein Thema, wenn du die richtige Antwort auf deine Frage herausfinden möchtest.

Viel Glück und pass auch auf dich auf :)
 
  • #3
Ich denke es war ihm mit dem Zusammenleben einfach zu eng. Vielleicht hatte er dann wirklich keine Gefühle mehr für Dich, vermisst Dich jetzt jedoch und wünscht Dich zurück. Man muss mit seinem Partner nicht zusammenleben. Ich kenne viele Paare, die getrennt leben. Möglicherweise ging es bei Euch ja auch zu schnell. Wenn das Leben in separaten Wohnungen für Dich eine Option ist und Du ihn noch willst, dann versuch es ruhig. Aber rede von Anfang an Klartext. Frag ihn, was er will, ob er es sich noch vorstellen kann und was denn schiefgegangen ist. Und sag nicht "ich will Zeit für mich", wenn Du was anderes willst. Sag, was Du wirklich willst. Man kann auch einen Partner, von dem man getrennt war, wieder heiß lieben und begehren.
 
  • #4
Männermeinung:

Ja. Hier vermute ich mehrere Dinge:

1. zu präsent, weil ihn zusammen wohntet
2. noch nicht so viel Beziehungserfahrung
3. Langeweile - merkt jetzt, dass Langeweile gar nicht sooo schlecht ist
4. Was da was bedingt Liebe das Begehren oder umgekehrt oder gar nicht gegenseitig kann ich nicht beantworten,

Ich frage mich immer was freundschaftliche Gefühle sind, wenn vorher andere da waren, woran und wie genau merkt man das?
Wenn man das aber so empfindet behaupte ich hast du recht mit:

"Nur noch freundschaftliche Gefühle" bzw. "Ich habe sie wahnsinnig lieb, aber nicht wie eine Partnerin." (zweiteres war nicht an mich direkt gerichtet - ich hab es leider trotzdem zu lesen bekommen) bedeutet für mich dass ich zwar als Mensch sehr geschätzt, aber als Frau nicht (mehr) begehrt werde.
Und weiter Kontakt möchte er mit Dir, weil du ihm als Mensch immer noch sehr wichtig bist.

Und als letztes, ja ich glaube das kann zurückkommen. Bei mir war es aus oben Gründen ähnlich - außer, dass sie gegangen ist. Ich würde da aber nicht drauf hoffen und wenn, dann muss es von beiden Seiten kommen.

M 47
 
  • #5
Dein Ex hat dir gesagt, dass er dich nicht mehr liebt und genau deshalb die Beziehung beendet. Warum also ihn Kontakt bleiben? Er will Freundschaft, du nicht, also solltest du dich nicht darauf einlassen.

Sei konsequent und ziehe die Kontaktsperre durch. Und zwar solange, bis du an ihn denken kannst ohne dass es dir weh tut. Erst dann und nur dann sehe sehe ich eine Möglichkeit auf ein Treffen. Anders vergeht der Liebeskummer nie.

Sei dir zu schade für einen Mann der mit dir Schluss macht, aber dann nicht fair genug ist aus deinem Leben zu verwinden damit du über diese Trennung hinweg kommst.
 
  • #6
Liebe LeniBee. Es war doch ganz nett mit Dir und Du scheinst auch nett zu sein. Sowas hält man sich doch gerne in Reserve, zieht noch was für sich raus aus einem solch guten Kontakt, ohne Verbindlichkeit ab jetzt, denn er hat sich ja getrennt. Für ihn wunderbar und für Dich die Hölle.

Du hast es richtig gemacht. Das war eine gesunde Entscheidung. Großes Lob. Hätte ich das damals doch auch getan, dann wäre ich schneller gesundet, hätte mich schneller erholt und hätte nicht so viel Gefühle, Hoffnungen und Zeit verschwendet.

So lange man sich nicht aus so einer Sache befreit, so lange kann man auch nicht wirklich neu anfangen. Man sitzt auf der Warmhalteplatte und kann dort bis zum Sanktnimmerleinstag versauern.

Du hast erkannt, dass sein Ansinnen auf Deine Kosten geht und hauptsächlich nur er profitiert. Er hat sich getrennt, also bekommt er auch die Trennung, mit allen Konsequenzen.

Ach und ob es ein EX-BACK geben kann: lass es bleiben. In den meisten Fällen ist das nur aufgewärmter Kaffee und endet noch schneller und schlimmer wie beim ersten Mal. Jemand, der sich schon mal getrennt hat: such Dir jemanden, der aus ganzem Herzen JA zu Dir sagen kann.
 
  • #7
Fühlt man sich zu einer Frau nicht mehr sexuell hingezogen, weil die Gefühle für sie verloren gegangen sind?
Oder gehen die Gefühle verloren, weil man seine Partnerin nicht mehr begehrt?
Keine Ahnung, wie es bei deinem Partner ist. Aber ich hatte bei mir persönlich den Eindruck, dass das Begehren in einer Beziehung verloren ging, wenn die Nähe und Verbindung verloren ging. Wenn es dauerhafte Störungen und Entfremdungen gab, ich mich innerlich löste. Damit verschwand für mich auch die Intimität und Erotik.
Sogen. "Versöhnungssex" ginge meinerseits daher auch nicht. Also Sex als Mittel zur Versöhnung. Bei mir muss erst das Hindernis, der Konflikt in der Beziehung ausgeräumt sein, bevor das Begehren wieder da ist. Also Sex immer nur als Abschluss der Versöhnung. ;-)

Und warum befreit man sich aus einer Beziehung, die einen nach eigenen Angaben nicht mehr glücklich gemacht hat, möchte dann aber trotzdem weiterhin so engen Kontakt halten?
Keine Ahnung, aber ich habe das auch so erlebt. Ich wusste, dass die Partnerschaft zu ende ist und habe mich getrennt. Aber mir hat meine Ex-Partnerin trotzdem gefehlt, es gab noch viel Verbindendes. Ich habe mir auch eine Freundschaft gewünscht. Doch wenn die Partnerin das nicht konnte, habe ich das respektiert.

Also wenn du das nicht kannst, nimm das ernst und schütze ich und ziehe dich von ihm zurück. Nimm dir tatsächlich die Zeit, die du brauchst, um die Trauer um die Beziehung durchzustehen.
 
  • #8
Und so verzweifelt es auch klingen mag: Denkt ihr es gibt eine Chance dass Gefühle - besser gesagt die Liebe - und Anziehung/Begehren zurückkommen können?
Vielleicht? Kommt darauf an, was die Gründe waren, warum er ausgezogen ist. Vielleicht geht es ihm besser mit getrennten Wohnungen und mehr Abstand? Ich weiß es nicht. Es sind schon manche Paare nach einer Trennung wieder zusammen gekommen und haben aus gemachten Fehlern gelernt.
Letztlich kann dir das nur dein Ex sagen, wie er es sieht.
Ich würde aber an deine Stelle nicht primär davon ausgehen. Das wäre ein zu großes Gefühlschaos für dich. Löse dich von ihm und begegne ihm erst wieder, wenn es dir nicht mehr so weh tut. Wenn dann etwas Neues wächst zwischen euch, dann könnt ihr euch dafür oder dagegen entscheiden.
 
  • #9
Heute kam die Antwort: Er respektiert meinen Wunsch und gibt mir alle Zeit der Welt, weil er möchte dass es mir bald wieder gut geht.

Aber auch Sätze wie "Du bist meine beste Freundin und ich vermisse dich bereits sehr.", "Auch ich kann, werde und will unsere gemeinsame Zeit nicht vergessen. Ganz im Gegenteil. Ich denke täglich an die tollen Dinge die wir gemeinsam erlebt haben." oder "Ich vermisse dich und hoffe bald von dir zu hören." sind gefallen.
Hallo @LeniBee ,
noch eine weitere männliche Sicht ....
Freundschaft ist auch ein hohes Gut. Du hast sehr viel richtig gemacht, der Mann vertraut dir, mag dich sehr, möchte, dass es dir gut geht. Und er ist ehrlich dir gegenüber.
Im Grunde kannst du stolz auf dich sein - er sagt dir: Du bist ein ganz toller Mensch. Ich bin dankbar, dass du in meinem Leben bist.

Die Diskussion, was zuerst weg ist - Begierde oder gefühle - das ist ähnlich produktiv wie Henne und Ei. Individuell verschieden. Ich kann dir aus männlicher Sicht nur sagen: Ich kann eine Frau rein sexuell begehren, ohne Gefühle in Richtung Liebe zu haben. Freundschaft sind Gefühle, nur das Begehren fehlt. Hier weiss ich zu wenig, um dir eine Antwort zu geben. Erinnere dich an die letzten 3 Monate vor dem Aus - wahrscheinlich findest du da die Antwort. Hat sich etwas geändert ? Du dich vielleicht optisch? Oder dein Verhalten? Oder hat er etwas geändert und du hast nicht mitgezogen? Evtl Wünsche von ihm gar nicht gehört?
Das Begehren kann wieder kommen - muss aber nicht. Individuell unterschiedlich.
Deine mail finde ich gut - er mag dich nach wie vor - wird einiges tun, damit es dir wieder gut geht.
Mein pers. Rat - so viele Vertrauenspersonen hat man nicht im Leben - halte ihn dir als guten Freund, sobald du das kannst. Sieh das Scheitern als Paar nicht als Versagen - sondern sieh den Erfolg, dass du deinem Ex nach wie vor sehr wertvoll bist. Schwierig - weiss ich. Aber auf Dauer ein Gewinn für dich.
Alles Gute für dich
Tom, 55, alt und abgeklärt
 
  • #10
Und warum befreit man sich aus einer Beziehung, die einen nach eigenen Angaben nicht mehr glücklich gemacht hat, möchte dann aber trotzdem weiterhin so engen Kontakt halten?
Nun, wenn ich etwas böse und zynisch antworten dürfte: Um mit anderen Frauen so viel Sex zu haben, wie man will, währenddem man gleichzeitig die Nestwärme der Beziehung noch geniesst. Um einen Plan B zu haben und zurückkehren zu können, wenn es mit den neuen Abenteuern nicht klappt.
Sicher sind auch edlere Motive denkbar, aber die kommen mir gerade nicht in den Sinn.
Wenn jemand sich von mir trennt, hätte ich erst mal gar keine Lust mehr, Unterhalterin zu sein. Es würde mir zu sehr weh tun. Man darf sich aus jedem Grund der Welt trennen, aber man muss die Konsequenzen akzeptieren.
 
T

Toi et moi

  • #11
Ich denke nicht, dass Gefühle wieder kommen, wenigstens nicht von demjenigen, der verlassen hat. Er mag dich, er möchte, dass es dir gut geht, du bist ein Vertrauensperson für ihn, es kann sogar sein, dass es auch eine kleine Wiedervereinigung geben wird aber es wird immer wieder das gleiche sein. Was einmal gestört hat, wird immer wieder stören und es wird auch der Grund des Scheiterns sein. Du hast richtig gehandelt. Ich finde es sehr stark und halte durch.
 
  • #12
Ich danke euch allen vielmals dass ihr euch die Zeit genommen habt meinen Betrag zu lesen und euch mit mir auseinander zu setzen.

Die Frage ob sich in den letzten 3 Monaten vor der Trennung etwas geändert hat, habe ich mir selbst oft gestellt.
Ich habe mich optisch nicht verändert... Keine 10 Kilo zu- oder abgenommen, Haare raspelkurz schneiden lassen oder dergleichen.
Wie man es aber so oft macht - obwohl man genau weiß dass man es nicht sollte - habe ich mir unsere Kommunikation (waren tagsüber auch in regelmäßigem Kontakt) der letzten Monate durchgelesen und was da beinahe täglich Thema war, war seine Unzufriedenheit im Beruf. Die habe ich aber immer ernst genommen und bin darauf eingegangen und habe versucht mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden.

Abgesehen davon haben wir uns zuletzt vielleicht für zu selbstverständlich genommen. Und uns zu sehr von Alltagsdingen und den Arbeiten an der neuen Wohnung vereinnahmen lassen.

Aber bis zum letzten Tag war unsere Beziehung und unser Umgang miteinander von beiden Seiten ausgehend sehr liebevoll. In Worten, Taten und körperlich.

Etwa zwei Monate vor der Trennung hatten wir aber eine "Krise". Ausgelöst dadurch dass ich etwas erfahren habe, das mein Vertrauen in ihn sehr erschüttert hat.
Leider bin ich ein Mensch der Dinge gerne zerredet und sich in Sachen verbeißt. Und so frage ich mich heute ob den Trennungsgedanken nicht sogar ich in ihm gepflanzt habe. Weil ich in den endlosen Gesprächen - die hauptsächlich ich geführt habe - öfter mal den Satz "Wenn du mich wirklich lieben würdest, würdest du sowas nicht machen." fallen hab lassen.
Eine seiner Aussagen war: "Ich kann mir sehr wohl eine langfristige Zukunft mit dir vorstellen, was ich aber nicht kann ist für den Rest meines Lebens mit einem schlechten Gewissen leben zu müssen."
Wir haben uns dennoch noch eine Chance gegeben. Weil von beiden Seiten - wie ich dachte - noch genug Gefühle da waren.

Zum Thema Kontaktsperre: Will ich ihn nicht mehr in meinem Leben haben? Auf keinen Fall... Aber ich bin im Moment eben gefühlsmäßig ganz wo anders als er. Ich will ihn nicht nur als meinen besten Freund und Seelenmenschen - der er ohne Frage ist - sondern als Mann an meiner Seite. Als meinen Partner mit allem was dazu gehört (und damit meine ich nicht ein gemeinsames Dach über dem Kopf).

Ich frage mich auch wie er sich diese, von ihm gewünschte, enge Freundschaft vorstellt. Überhaupt im Hinblick auf seine neu gewonnene Freiheit die er bestimmt auskosten wird - was sein gutes Recht ist. Aber wird dann dieser Teil seines Lebens vor mir komplett ausgespart?

Ich bin einfach so ratlos und weiß nicht was der richtige Weg ist.
 
  • #13
Hallo liebe FS,

Naja, er hat es ja eigentlich glasklar in der Nachricht gesagt, die du unfreiwillig zu lesen bekommen hast und zwar: Ich sehe sie nicht als Partnerin" Er schätzt eure gemeinsame Zeit sehr und das tut ihm offensichtlich auch Leid, dass aus euch nichts geworden ist, weil er dich als mensch so gern hat, aber mehr ist da leider nicht drin. Sie Verhalten ist im übrigen typisch Mann. Männer trennen sich auch nicht so einfach, er hat sich diese ganze Sache sicherlich über monate lang in deinem unwissen durch den kopf gehen lassen und zuletzt seine entscheidung getroffen, nun braucht er einfach etwas emotionalen halt, weil er an das alleinsein nicht besonders gewöhnt ist. Wenn du mit den minimalsten schmerzen davon kommen möchtest, dann breche den kontakt zu ihm ganz ab.
 
  • #14
Weil ich in den endlosen Gesprächen - die hauptsächlich ich geführt habe - öfter mal den Satz "Wenn du mich wirklich lieben würdest, würdest du sowas nicht machen." fallen hab lassen.
Eine seiner Aussagen war: "Ich kann mir sehr wohl eine langfristige Zukunft mit dir vorstellen, was ich aber nicht kann ist für den Rest meines Lebens mit einem schlechten Gewissen leben zu müssen."
Hier dürfte der Hase im Pfeffer liegen. Darauf hätte ich auch keine Lust. Entweder irgendwann verzeihen oder eben nicht. Und das kam wahrscheinlich aus seiner Sicht viel zu oft.

Thema Partner, freundschaftlich Beziehung nicht aus dem Leben lassen. Es gibt hier ja massenweise Vertreter, die sagen, wenn die Beziehung rum ist, gibt es keinen Grund mehr mit dem Ex weiterhin in Kontakt zu bleiben (gefühlt die absolute Mehrheit - vermutlich weil sich hier eher die gescheiterten Personen zum Austausch finden). Aber warum nicht. Ich denke allerdings es braucht eine Pause. Und zwar eine rel. lange. Wochen reichen da sicherlich nicht.

Ich z.B. komme mit meiner Ex sehr gut aus. Wir sehen uns in letzter Zeit sehr selten (was ich auch brauche, den ich liebe sie immer noch irgendwie - anders als in der Beziehung zwar, aber...). Wenn ich sie sehe fall ich zurück und würde mir einen Neuanfang wünschen. Das belastet mich im tiefsten Inneren dann sehr. Allerdings belastet mich auch der Gedanke, wenn ich sie nie mehr sehen würde. Wir waren ein gutes Team. Meine Fehler habe ich mit hier im Forum intensiv diskutiert, erkannt und bin sie angegangen.
Aus diesem Grund komme ich auch zu dem Schluss, wenn man einen Neuanfang möchte und eine gute Basis vorhanden war, dann müssen die Gründe für die Trennung auf den Tisch - und zwar auf den eigenen. Dran arbeiten und vllt. wird es wieder. Ein Neuanfang gelingt bei einigen ja doch. Und manchmal ist es besser als je zuvor. Aufgewärmter Kaffee schmeckt nicht. Aber ein Eintopf wird doch dann erst richtig gut.

M 47
 
  • #15
@annie83: Ich befürchte du liegst mit deiner Einschätzung gar nicht so falsch.

Als wir uns kennengelernt haben, war mein Ex-Partner von Selbstzweifeln geplagt und ein nach eigener Aussage "gebranntes Kind". Zwischen erstem und zweitem Treffen hatte er beispielsweise immer Angst ich könnte es mir zwischenzeitlich anders überlegt haben.
Seine Selbstzweifel genauer definieren wollte er aber nicht um sich nicht selbst in die Friendzone zu schicken.
Mich hingegen hat er auf ein Podest gehoben mit Aussagen wie "Frauen wie du haben es leicht am Singlemarkt...", "Wenn man wie du die volle Auswahl hat...", etc.

Im Laufe der Beziehung hat sich dieses Verhältnis aber gedreht. Durch bestimmte Umstände hatte aufeinmal ER die volle Auswahl.
Dass diese Frauen aber nicht ihn als Mensch, sondern ihn als das was er verkörpert anziehend finden, muss er wahrscheinlich erst selbst erfahren.

Ich fürchte dass unsere Liebe einer Mischung aus der ständigen Suche nach Perfektion, einem Problem mit dem erwachsen/älter werden, einer allgemeinen Lebenskrise und der Angst was zu verpassen, zum Opfer gefallen ist.

Wann, wenn nicht jetzt, kann er noch alles mitnehmen was geht?

Dass er mich verlassen hat um in naher Zukunft jemanden zu finden, der besser zu ihm passt als ich (also eine neue Beziehung einzugehen) bezweifle ich.
Sonst würden seine NACH der Trennung ausgesprochenen Zukunftspläne nicht zu einem großen Teil mich enthalten.

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #16
Etwa zwei Monate vor der Trennung hatten wir aber eine "Krise". Ausgelöst dadurch dass ich etwas erfahren habe, das mein Vertrauen in ihn sehr erschüttert hat.
Leider bin ich ein Mensch der Dinge gerne zerredet und sich in Sachen verbeißt.
Das Zerreden von Problemen, das ist ein wahrer Liebestöter. Obwohl ich jetzt nicht sagen will, dass das ungerechtfertigt war, denn ich weiß nicht, was Dein Vertrauen so sehr erschüttert haben könnte.

Dann hatte er daheim Streß und im Job. Da ziehen einige Männer die Reißleine, zumal beruflich unzufriedene Männer oft keine guten Partner sind.

Und jetzt mein Tipp, den ich immer wieder gebe: mach Dir eine Liste und schreibe auf, was in der Beziehung nicht gut war. Ich glaube, da wirst Du mehr finden, wie Du glaubst. Und die schaust Du Dir immer an, wenn Du wieder traurig bist. Für mich war das heilsam.

Ich jedenfalls bin nicht mit Menschen befreundet, die mich aus ihrem Leben entsorgt haben.
 
  • #17
@Moona:
Ich hab erfahren dass er, als er auswärts unterwegs war, einen Übernachtungs-Gast hatte.
Und zwar nicht von ihm, sondern über dritte.
Darauf angesprochen hat er mir zweimal ins Gesicht gelogen.

Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich echt meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass in dieser Nacht nichts passiert ist und er einfach helfen und sich nobel zeigen wollte. Vielleicht nicht viel darüber nachgedacht hat, als er das Angebot ausgesprochen hat...

Was ich ihm so übel genommen habe war die Lüge, das "mich für dumm verkaufen" und dass er sich zu jedem Zeitpunkt in und nach diesem Abend falsch verhalten hat.
Ich habe ihm dadurch eine bewusste oder unterbewusste Sabotage unserer Beziehung vorgeworfen. Und war zutiefst verletzt.

Obwohl ich auch sehr gut verstehen konnte warum er es mir verschwiegen hat... Eben aus Angst davor, dass ich ihm nicht glaube dass da nichts passiert ist und wir uns in genau der Krise wieder finden in das uns mein Wissen dann gestürzt hat.

Erst vor kurzem habe ich erfahren dass in besagter Nacht tatsächlich auch etwas gelaufen ist. Wieviel weiß ich nicht... Tut im Nachhinein auch nichts mehr zur Sache.
Und - bitte steinigt mich nicht - ich bin jemand der einen einmaligen Ausrutscher unter Alkohol-Einfluss verzeihen könnte, sofern er sofort gebeichtet würde. Ich persönlich finde emotionalen Betrug viel schlimmer.
Aber er hat sich (wahrscheinlich aus Angst vor den Konsequenzen) gegen den ehrlichen Weg entschieden...

Und daher glaube ich dass ihm auch sein Gewissen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Oder er sich selbst die Frage gestellt hat, ob das passieren hätte können, wenn man in seiner Beziehung rundum zufrieden ist.
 
  • #18
Ich finde Du wirkst sehr empathisch liebe FS und bist relativ Nahe am echt Kern der Trennung angekommen. Was auch immer dazu geführt hat, weshalb er Schluss gemacht hat. Er hat Schluss gemacht. Vermutlich wird er es bereuhen, denn so wie Du schreibst, mag ich dich schon so und vermutlich hast Du die Art auch im echten Leben. Ich denke, er wird irgendwann auch wieder auftauchen. Doch sehr selten sind 2. Chancen gut. Ich würde, wenn ich Du wäre, mich versuchen abzukapseln und mir überlegen, ob ich so einen Partner möchte.
 
  • #19
Dass der Partner, nachdem er selber die Trennung eingeleitet hat, "Freunde" bleiben will, die Frau der wertvollste Mensch sei, ... kenne ich auch (das sind irgendwie immer dieselben Aussagen, wenn ich die von Deinem Ex so lese). Es sagt genau gar nichts. Warum einer so handelt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ich halte es für "ich will dir nicht wehtun", "ich fühle mich schuldig" usw.. Der Verlassene tut dem Verlasser leid, denn beide sind ja keine schlechten Menschen und mögen sich ja auch. Auch denkt der Verlasser, dass der andere nun ganz furchtbar leidet, weil er ihn nicht mehr in seinem Leben haben darf, und da ist die angebotene Freundschaft doch eine Art "kleine Beziehung", so dass der Verlassene keine Angst haben muss, dass der andere gänzlich aus seinem Leben verschwindet. Und vielleicht sichert man sich unbewusst auch ab, dass die Trennung friedlich verläuft.

Zumindest in meinem Fall war das von ihm gewünschte "unbedingt in Kontakt bleiben" totaler Kokolores. Ich bin drauf reingefallen. Es hat mich zwar gewundert, aber ich dachte, wenn er das so will, machen wir das. Ich tat es für ihn. Kann sein, er wollte sich die Option erhalten zurückzukehren, denn nach 14 Tagen wollte er es plötzlich nochmal versuchen, was ich aber nicht mehr wollte.
Interessanterweise zog ER sich nach einer Weile aus dem Kontakt zurück. Rief von selbst nicht mehr an, schlug keine Telefontermine vor und ich dachte irgendwann: Was mach ich hier eigentlich? Er wollte es und ich scheine ihm jetzt nachzulaufen, indem ich nach Kontakt frage. Er hat sich nur Beruhigung und Zeit zum Verarbeiten verschafft.

Zu dem anderen Thema: Ja, es bedeutet, dass er Dich sexuell nicht mehr begehrt, wenn er sagt, dass er Dich lieb hat, aber nicht wie ne Partnerin.
Fühlt man sich zu einer Frau nicht mehr sexuell hingezogen, weil die Gefühle für sie verloren gegangen sind?
Oder gehen die Gefühle verloren, weil man seine Partnerin nicht mehr begehrt?
Keine Ahnung. In Deinem Fall denke ich, dass es das zweite ist. Und ich würde es nicht "Gefühle gehen verloren" nennen, sondern, dass man eine BEZIEHUNG nur haben will mit einer Frau, die man begehrt.

Ich glaube nicht, dass Du mit Deinen "Endlosdiskussionen" die Beziehung zum Straucheln brachtest. Ich denke, es war schon länger nicht mehr der Bringer und das war nur das Tüpfelchen auf dem i. Denn wenn man sich wahnsinnig liebt und begehrt, sagt man irgendwann, dass man es nicht mehr hören kann, und behält aber die Frau unbedingt.
Ich will ihn nicht nur als meinen besten Freund und Seelenmenschen
Du wirst ihn vermutlich auch als besten Freund verlieren. Denn einerseits wird er für Dich sicher keine Zeit mehr haben, wenn er sich anderweitig verliebt, und andererseits - wie willst Du das ertragen, wenn er Dir von seiner Freundin erzählt wie einem besten Freund.
 
  • #20
Du liebe FS gehörst auch zu den Menschen, die eine vollzogene Trennung nur schwer akzeptieren können/wollen. Du denkst hin und her und suchst förmlich nach der Stecknadel im Heuhaufen als Beweis, dass er die "nur noch freundschaftlichen Gefühle" für dich in geistiger Umnachtung ausgesprochen hat. Mit dieser Denkweise liegst du aber sowas von falsch!!! Akzeptiere endlich die Realität: Er hat es so gesagt wie er es empfindet und es demnach ist!

Ich sehe es wie @void. Er hält dich mit dem Geschwafel rund um "Lass uns Freunde bleiben!" bei Laune und warm mit dem Hintergedanken, dass u.a. das Donnerwetter für ihn ziemlich leise ausfällt. Du wirst Langeweilevertreib sein, immer dann wenn niemand anders Zeit hat. Mehr ist es nicht, Lebenspartnerin wirst du nie wieder werden. Darauf wette ich!

Sind die liebenden Gefühle einmal verschwunden kommen sie in nur ganz weniger Fällen wieder. Ich habe weder persönlich noch im Freundeskreis bis heute einen erlebt. Deshalb noch einmal mein Rat: Haken hinter und Kontakt einstellen bis du drüber hinweg bist. Erst dann bist du in der Lage ungezwungen einen Kaffee mit ihm zu trinken. Möglich ist aber auch, dass du in einem Jahr gar keine Lust mehr darauf hast. Und dann ist es auch gut.
 
  • #21
Sind die liebenden Gefühle einmal verschwunden kommen sie in nur ganz weniger Fällen wieder. Ich habe weder persönlich noch im Freundeskreis bis heute einen erlebt. Deshalb noch einmal mein Rat: Haken hinter und Kontakt einstellen bis du drüber hinweg bist. Erst dann bist du in der Lage ungezwungen einen Kaffee mit ihm zu trinken. Möglich ist aber auch, dass du in einem Jahr gar keine Lust mehr darauf hast. Und dann ist es auch gut.
Grundsätzlich sehe ich das aus der Ferne ähnlich. Aber das nächstgelegene Beispiel, bei der es nach der Trennung einen erfolgreichen Neuanfang gab, sind meine Nachbarn - seit über 20 Jahren verheiratet. Trotzdem mach Dir bitte keine Hoffnung in der Richtung. Mir geht es ja ähnlich wie Dir. Mein Unterbewusstsein hofft nach zwei Jahren noch immer. Aber die Ratio lehnt es zum Glück schon lange ab und ich interpretiere nicht mehr. Wenn es so kommen sollte, dann o.k. Aber ich setze nicht darauf.

M 47
 
  • #22
@Moona:
Ich hab erfahren dass er, als er auswärts unterwegs war, einen Übernachtungs-Gast hatte.
Und zwar nicht von ihm, sondern über dritte.
Darauf angesprochen hat er mir zweimal ins Gesicht gelogen.

Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich echt meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass in dieser Nacht nichts passiert ist und er einfach helfen und sich nobel zeigen wollte. Vielleicht nicht viel darüber nachgedacht hat, als er das Angebot ausgesprochen hat...

Was ich ihm so übel genommen habe war die Lüge, das "mich für dumm verkaufen" und dass er sich zu jedem Zeitpunkt in und nach diesem Abend falsch verhalten hat.
Ich habe ihm dadurch eine bewusste oder unterbewusste Sabotage unserer Beziehung vorgeworfen. Und war zutiefst verletzt.

Obwohl ich auch sehr gut verstehen konnte warum er es mir verschwiegen hat... Eben aus Angst davor, dass ich ihm nicht glaube dass da nichts passiert ist und wir uns in genau der Krise wieder finden in das uns mein Wissen dann gestürzt hat.

Erst vor kurzem habe ich erfahren dass in besagter Nacht tatsächlich auch etwas gelaufen ist. Wieviel weiß ich nicht... Tut im Nachhinein auch nichts mehr zur Sache.
Und - bitte steinigt mich nicht - ich bin jemand der einen einmaligen Ausrutscher unter Alkohol-Einfluss verzeihen könnte, sofern er sofort gebeichtet würde. Ich persönlich finde emotionalen Betrug viel schlimmer.
Aber er hat sich (wahrscheinlich aus Angst vor den Konsequenzen) gegen den ehrlichen Weg entschieden...

Und daher glaube ich dass ihm auch sein Gewissen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Oder er sich selbst die Frage gestellt hat, ob das passieren hätte können, wenn man in seiner Beziehung rundum zufrieden ist.
Gut, nachdem ich das gelesen habe, denke ich dass es gut für dich ist, dass es vorbei ist (es sei denn, du wärst auch so ein unehrlicher Mensch). Ich kann Lügen nicht ausstehen und es war aus meiner Sicht ein Fehler, dass du ihm das vor zwei Monaten verziehen hattest.
 
  • #23
@void und @Leopardin: Ich danke euch vielmals für eure Einschätzung der Dinge. Wahrscheinlich brauche ich Menschen, wie euch, die mir den Kopf waschen.

Den Schuh dass ich die Trennung nicht akzeptieren kann und nach der Stecknadel im Heuhaufen suche, möchte ich mir allerdings nicht anziehen lassen.
Ich weiß, dass es - im Moment (die Hoffnung stirbt zuletzt) - kein Zurück mehr gibt. Dafür war der gesetzte Schritt zu extrem. Das habe ich akzeptiert und verinnerlicht.

Und mir ist auch bewusst dass kein Mensch der Welt (ich war selbst schon mal die Person, die verlassen hat), den Satz "Ich liebe dich nicht mehr." ausspricht wenn sie nicht selbst absolut davon überzeugt ist, dass er der Wahrheit entspricht. Niemand tut einem anderen Menschen absichtlich so weh.

Sehr wohl stimmt was @FräuleinXY (Danke dir für deine lieben Worte! <3) sagt: Ich bin sehr empathisch.
Was dazu führt, dass ich mir weniger meinen eigenen Kopf zerbreche und um mich kümmere (da ich ja weiß wie es um meine Gefühle bestellt ist), sondern mehr seine Beweggründe verstehen will. Mich permanent frage wie es ihm in den Wochen vor der Trennung gegangen ist, was konkret ihn unglücklich gemacht hat und wie das alles hätte verhindert werden können.

Habe ich die Trennung akzeptiert? Ja.
Aber kann ich weitermachen und irgendwann in ferner Zukunft wieder eine Beziehung eingehen ohne die Gründe für das Scheitern der aktuellen zu kennen? Nein.

Mir fehlen dafür zu viele Antworten... Aber das sind Antworten, die er vielleicht selbst gar nicht hat.

Womit wir wieder beim Punkt der Empathie wären: Vielleicht lehne ich mich gerade furchtbar weit aus dem Fenster und ihr sagt "Jaja, das denken alle.", aber ich wage zu behaupten dass ich meinen Ex-Partner besser kenne als irgendjemand sonst auf dieser Welt. Umgekehrt gilt das genauso. Ich habe mich in meinem ganzen Leben nie jemandem so sehr geöffnet und anvertraut wie ihm.

Und ich glaube einfach dass er zur Zeit sehr verwirrt ist und in einer Lebenskrise steckt und selbst nicht weiß was er will.
Freiheit? Ja!
Nochmal jung sein wollen? Ja!
Keine Verantwortung haben müssen? Ja!
Zum ersten Mal im Leben auf wirklich eigenen Beinen stehen und selbstbestimmt sein? Ja!

Und ich als Partnerin mit Anspruch auf Exklusivität habe in diesem Leben gerade keinen Platz. Angekommen. "Haken drunter" - um @Leopardin zu zitieren.

Dass das Thema "Lass uns Freunde bleiben." von ihm - in unserem speziellen Fall - aber nicht nur reines Geschwafel ist, kann ich übrigens mit konkreten Beispielen widerlegen. Wir werden in naher Zukunft sehr viel Zeit miteinander verbringen "müssen". Vermutlich mehr Zeit als wir während unserer Beziehung im Privatleben füreinander hatten...

Das hat sich alles erst NACH der Trennung so ergeben und ICH war nicht die treibende Kraft dahinter.
 
M

Michael_123

  • #24
Oder gehen die Gefühle verloren, weil man seine Partnerin nicht mehr begehrt?
Die Frage kannst Du Dir selber beantworten. Hat es zu Beginn Eurer Beziehung stark geknistert? Seit wann herrscht Flaute im Bett? Hat Deine Attraktivität nachgelassen? Ist Dir aufgefallen, dass er anderen Frauen nachschaut?
Gut möglich, dass er Dich nicht mehr begehrt, sondern zu einer anderen Frau hingezogen fühlt und sich Chancen ausrechnet - ihr seid beide Mitte 30, d.h. er kann jetzt, sofern er attraktiv ist, ohne Probleme eine U30-Frau abbekommen.

Und warum befreit man sich aus einer Beziehung, die einen nach eigenen Angaben nicht mehr glücklich gemacht hat, möchte dann aber trotzdem weiterhin so engen Kontakt halten?
Weil er unsicher ist. Schließlich hast Du Qualitäten. Und er nicht weiß, ob er nach Dir "eine bessere" abbekommt.

Und so verzweifelt es auch klingen mag: Denkt ihr es gibt eine Chance dass Gefühle - besser gesagt die Liebe - und Anziehung/Begehren zurückkommen können?
Nein. Wenn der Ofen aus ist, ist er aus.
 
  • #25
Vielleicht hast Du recht damit, dass er noch mal was erleben will. Vielleicht gab es aber auch den Effekt, dass er Dich als Freundin genommen hat, weil er eine "solide" Frau haben wollte, nachdem er anderes erlebt hat. Und dann merkte er, dass er mit dem Gegenteil von dem, das er bislang hatte, doch nicht glücklich war. Manchen fehlt auch das emotionale Drama oder das Nähe-Distanz-Ding, um sich sexuell aufzuheizen. Vielleicht weißt Du aber ein bisschen, wie seine Exfreundin war. Anscheinend hast Du ihn ja in einer Krise getroffen. Leider werden dann manche anhänglich und wollen Sicherheit und suchen sich dann so einen Partner, der sie aufbaut, stabilisiert, aber dann fehlt ihnen früher oder später was.
"Wenn du mich wirklich lieben würdest, würdest du sowas nicht machen."
Naja, da hast Du in meinen Augen recht. Wenn einer fremdküsst oder mehr (was genau passiert ist, weißt Du ja nicht, aber das was passiert ist), und dann auch noch hinterher lügt, dann liebt er Dich nicht. Für mich gehen Betrug, Lüge und Liebe nicht zusammen. Wenn Du Ausrutscher verzeihen kannst - ok. Auch die sind mEn ein Zeichen, dass Bedürfnisse des Ausrutschenden da sind, die in der Beziehung nicht erfüllt werden können. Also müsste man danach zumindest mal drüber reden, wie das in die Beziehung integriert werden kann, denn wäre es nicht da, wär der Ausrutscher ja nicht passiert. Aber Lügen geht gar nicht, das seh ich ganz genau wie Du.

Aber mein Eindruck ist, dass Dein Freund schon länger als drei Monate nicht mehr von euch überzeugt war und denke, der Vorfall und dass Dir ins Gesicht lügen können, sind ein Zeichen davon, dass er es schon kritisch gesehen hat und sich nicht mehr verbunden gefühlt hat mit Dir. Deswegen denke ich, dass seine Äußerung
Eine seiner Aussagen war: "Ich kann mir sehr wohl eine langfristige Zukunft mit dir vorstellen, was ich aber nicht kann ist für den Rest meines Lebens mit einem schlechten Gewissen leben zu müssen."
irreführt. Hier wird es Dir zugeschoben, dass die langfristige Zukunft in Gefahr ist, aber es zeichnete sich ja schon irgendwie vage ab. So eine Äußerung stellt auch schnell sicher, dass man nicht mehr drüber reden will, obwohl es nicht wirklich erklärt wurde, warum es passiert ist. Ich hab den Eindruck, Du hast es nicht verstanden, warum er das gemacht hat, und er hat es aber auch nicht erklärt. Deswegen gibt es auch keine Beruhigung, weil wenn man es nicht versteht, hat man ja kein Sicherheitsgefühl, dass es nicht nochmal passiert.

Wir haben uns dennoch noch eine Chance gegeben. Weil von beiden Seiten - wie ich dachte - noch genug Gefühle da waren.
Mein Eindruck ist, dass das alles ein sehr langsamer Ausstieg aus der Beziehung war. Nicht, weil er böse ist oder berechnend, sondern, weil er es auch erstmal realisieren musste, dass es für ihn nicht mehr geht, und weil er Dir wirklich nicht wehtun will.
 
  • #26
Ich glaube nicht, dass Du mit Deinen "Endlosdiskussionen" die Beziehung zum Straucheln brachtest. Ich denke, es war schon länger nicht mehr der Bringer und das war nur das Tüpfelchen auf dem i. Denn wenn man sich wahnsinnig liebt und begehrt, sagt man irgendwann, dass man es nicht mehr hören kann, und behält aber die Frau unbedingt.
Nein, Nein und nochmal NEIN.
Endlosdikussionen können eine Beziehung schwer belasten und dann auch zum Ende der Beziehung führen. Insbesondere dann wenn diese Diskussionen mit Schuldzuweisungen einher gehen.
Mann sagt sich dann, sie WAR mal eine tolle Frau, aber jetzt nervt sie nur noch. Auch möchte man sich mal wieder gut fühlen in der Beziehung und nicht mehr aufpassen müssen was man sagt, damit die Diskussion schon wieder losgeht.
Und wenn man hundertmal gesagt hat, 'man kann es nicht mehr hören', aber es trotzdem wieder los geht, dann ist man irgendwann am Ende. Natürlich ist dann auch die Liebe tot.
Also erst die Endlosdiskussionen, dann das Ende der Liebe.
Ich habe es selbst so erlebt.
Ich denke noch heute gerne an meine Endlosdiskussions-Frau. Wir hatten wirklich schöne Momente, aber die Endlosdiskussionen haben definitiv nicht dazu gehört.
FS, du kannst das Freundschaftsangebot von ihm annehmen wenn du dir keine wiederaufgenommene Beziehung mit ihm vorstellen kannst. Er mag dich mit Sicherheit noch, aber er wird dich nicht mehr so nahe an sich rankommenlassen, einfach aus Schutz vor Schuldzuweisungen.
 
  • #27
@annie83:

Als wir uns kennengelernt haben, war mein Ex-Partner von Selbstzweifeln geplagt und ein nach eigener Aussage "gebranntes Kind". Zwischen erstem und zweitem Treffen hatte er beispielsweise immer Angst ich könnte es mir zwischenzeitlich anders überlegt haben.
Seine Selbstzweifel genauer definieren wollte er aber nicht um sich nicht selbst in die Friendzone zu schicken.
Mich hingegen hat er auf ein Podest gehoben mit Aussagen wie "Frauen wie du haben es leicht am Singlemarkt...", "Wenn man wie du die volle Auswahl hat...", etc.
Das habe ich zu spät gelesen. Und nun kommen wir schon an den Kern des Problems. Jemand mit erheblichen Selbstzweifeln, ein gebranntes Kind. Das hört sich nicht nach einem sicheren Bindungsstil an. Und die kippen gerne in einer Beziehung. Die beenden sie und die Partner fallen aus allen Wolken.

Zuerst heben sie den Partner auf ein Podest, und später kann genau das Gegenteil der Fall sein "jemand der mich liebt, mit dem stimmt was nicht", bis hin zur Entwertung des Partners. Oder: sobald Sicherheit der Gefühle einkehrt, laschen deren Emotionen ab, denn sie sind es gewohnt, wenig Liebe und Sicherheit zu haben, sie kennen emotionalen Mangel und Verlustangst. Und wenn sie das nicht haben, dann fehlt ihnen ihr persönliches Drama, ihre Gefühle laschen ab. Ich glaube es ihm, wenn er sagt, seine Gefühle seinen nicht mehr ausreichend vorhanden.

Solche Kandidaten verstehen meist selbst nicht, was mit ihnen passiert ist. Meistens von ihnen hört man, dass man die tollste Frau ist, aber die Gefühle nicht ausreichen. Und sie gehen auch gerne fremd, nicht nur zur Selbstbestätigung. Manchmal rennen die mit wehenden Fahnen in eine Beziehung, überholen sich manchmal noch selbst dabei und hauen genauso unerklärlich wieder ab.

Das sind auch die Kandidaten, die sich zwar gerne trennen, aber auch gerne sehr ambivalent sind, Kandidaten, bei denen eine Trennung tatsächlich wieder die Gefühle pushen kann. Aber: der würde wieder so rumeiern. Das klassische ON-OFF. Eine langfristig gesunde Beziehung kann man am bestem mit Menschen, die mit sich im Reinen sind, führen.

Schreib bitte was über seine Beziehungsvergangenheit, über seine Sozialisation im Elternhaus.
 
  • #28
Ja, Gefühle und Anziehung können wiederkommen. Du müsstest nur glaubhaft ein paar Spielchen mit deinem Freund spielen: Ziemlich konsequent auf Abstand gehen, gleichzeitig ziemlich sexy und unbeschwert daherkommen, ihn nicht mit Beziehungs- und Treuefragen löchern, am besten kleine Affairen und Techtelmechtel übersehen und schon würdest du wieder interessant.

Die Frage ist nur:

Willst du das? Spielchen spielen, nicht du selbst sein, deine Bedürfnisse verleugen? Willst du einen Partner, der sich eingeengt fühlt, sobald die Beziehung harmonisch und monogam läuft, du anfängst, Zukunftspläne zu schmieden oder die Nähe und Vertrautheit zu genießen?

Bei dir befürchte ich, dass dein Freund einen unsicheren und vermeidenden Bindungsstil hat. Es ist ihm zu eng geworden. Wenn du ihn nicht zu stark eingeengt oder kontrolliert, sondern ganz normal vertraut, ihm regelmäßige Kumpelsabende oder Hobbies gegönnt hast, ist das eine bedenkliche Beziehungsgrundlage. Wäret ihr schon 20 Jahre verheiratet, hättet Kinder oder wäret durch äußere Umstände in einer Beziehungskrise, fände ich Toleranz und Beziehungsarbeit angebracht. Aber bei euch? Er hat nach nur drei Jahren des Zusammenlebens schon das Bedürfnis mit anderen Frauen anzubändeln, hat dich belogen und ist sich seiner Gefühle nicht mehr sicher. Zudem verdreht er die Tatsachen und schiebt dir die Schuld zu, wenn du aufgrund seiner Eskapaden und Lügen hellhörig und begründet misstrauisch geworden bist.

Dich hingegen schätze ich als empathisch, entgegenkommend, vielleicht sogar zu angepasst ein. Anstatt dem wankelmütigen Schwindler für sein (heimliches) Foul die rote Karte zu zeigen, diskutierst du mit ihm rum, zeigst dann kurz die gelbe. Am liebsten würdest du ihm die grüne zeigen, obwohl er während des Spiels schon allein den Platz verlassen hat. Da hätte ich an deiner Stelle Sorge, dass er nur wiederkommt, wenn er keine bessere zum Spielen findet oder Langeweile hat.
 
  • #29
@Moona:

Erst vor kurzem habe ich erfahren dass in besagter Nacht tatsächlich auch etwas gelaufen ist. Wieviel weiß ich nicht... Tut im Nachhinein auch nichts mehr zur Sache.
Und - bitte steinigt mich nicht - ich bin jemand der einen einmaligen Ausrutscher unter Alkohol-Einfluss verzeihen könnte, sofern er sofort gebeichtet würde. Ich persönlich finde emotionalen Betrug viel schlimmer.
Aber er hat sich (wahrscheinlich aus Angst vor den Konsequenzen) gegen den ehrlichen Weg entschieden...
Das allerdings gibt der Sache noch einen anderen Dreh und fällt leider doch mal wieder in die Kategorie "typisch". Mann verliebt sich fremd, geht fremd, lügt, meint, seine Partnerin nicht mehr zu lieben und lädt emotional die Verantwortung bei ihr an ("= sie ist schuld, wenn ich eine andere begehre"). Der Nebel mit der anderen lichtet sich, und dann ist auf einmal die Ex wieder von Interesse. Nein, dann würde ich wirklich die Kiste zumachen und mich anderweitig orientieren.
 
  • #30
Fühlt man sich zu einer Frau nicht mehr sexuell hingezogen, weil die Gefühle für sie verloren gegangen sind?
Oder gehen die Gefühle verloren, weil man seine Partnerin nicht mehr begehrt?
Ich kann hier eine männliche Sicht beisteuern, wenn es auch nur meine eigenen bescheidene ist.
Meine Exfrau hat sich von mir fürn einen Neuen getrennt und wir haben uns im Guten getrennt. Wir haben (wegen der Kinder) auch noch mehrmals wöchentlich Kontakt über soziale Medien bzw. sehen uns bei Übergabe der Kinder.
Ich kann sie auch jetzt noch ganz gut leiden, fast noch lieben aber eben nur fast, tatsächlich freundschaftlich - schon wegen der vielen gemeinsamen Jahre.

Wenn ich mir aber unsere Nacktbilder und -videos von früher ansehe, die ich damals immer sehr anregend fand, regt sich bei deren Ansehen heute bei mir nichts mehr - kein sexuelles Begehren, nur noch Leere.
Dagegen reicht bei mir ein hochgewehter Minirock einer unbekannten Frau, um Begehren zu wecken. (Als Gegenprobe, an mangelnder Libido liegt's also nicht)

Man kann also sagen: Ist der Sex weg, ist es bald danach auch mit der Liebe vorbei (und besonders natürlich umgekehrt).

Darum lautet die Antwort auf Deine Frage: Ja, sind die romantischen Gefühle weg, die mann für eine Frau hegte, ist es auch mit dem Begehren vorbei, selbst wenn mann die Frau weiterhin freundschaftlich schätzen sollte.

Bedeutet aber auch (außer beim ONS) und auch für alle F+: ohne ein wenig Gefühl für eine Frau hat ein Mann keinen Sex mit ihr - auch wenn er es leugnet.

m47