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Lexcanuleia

Gast
  • #1

Klingt es realistisch sich mit 41 noch ein zweites Kind zu wünschen?

Mein Mann ist der Ansicht, dass mein Wunsch nicht wirklich ist, sonder eine Art Flucht von der Realität. Seiner Ansicht basiert sich auf die Tatsache das ich zur Zeit beruflich mich in einer Sackgasse befinden und er sieht mein Kinderwunsch als eine Art Suche auf einer neue Aufgabe.
Wie sieht ihr das? Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?
 
  • #2
Mein Mann ist der Ansicht, dass mein Wunsch nicht wirklich ist, sonder eine Art Flucht von der Realität.
Also, dass man mit so einem intimen Thema, was nur zwei Personen angeht, sich an dritte wendet, ist für mich Anzeichen, dass die Beziehung nicht stimmig ist! Wie würdest du empfinden, wenn dein Mann mit einem solchen Thema hier schreiben würde und du würdest es lesen? Für mich stellt sich die Frage, sind schon Kinder da, und warum möchtest du wirklich noch so spät ein Kind? Im Grunde genommen gebe ich deinem Mann mit seinen Argumenten Zustimmung. Mit 41 muss das nicht auf Anhieb klappen, das heißt du könntest 43 oder 44 Jahre sein, wenn überhaupt, das Kind dann käme. Noch etwas zum Nachdenken: Was eigentlich nach einer selbstlosen und liebevollen Haltung aussieht, ist eigentlich purer Egoismus. Eltern, die stark in das Leben ihrer Kinder eingreifen, nehmen mehr, als sie geben. Sie brauchen das Leben ihrer Kinder, um ihr eigenes Ego zu streicheln und sich anderen Eltern gegenüber hervor zu tun, keine gute Sache!
 
  • #3
Und ob es das gibt. Nicht wenige Frauen wünschen sich ein (weiteres) Kind, wenn sie beruflich keine Perspektive sehen oder unzufrieden im Job sind. So können sie auf sozial akzeptierte Weise vorübergehend aus dem Berufsleben aussteigen. Heisst natürlich nicht, dass eine solche Frau keine gute Mutter sein kann. Aber ich denke, es ist nie falsch zu reflektieren, was hinter dem Kinderwunsch steht. Im Zweifel, und wenn dein Mann nicht dahinter stehen kann, solltest du dir eine andere erfüllende Aufgabe suchen. Ein Kind ist nicht dazu da, deine Bedürfnisse zu erfüllen.
 
  • #4
Also ich meine, dass Dein Mann es halt aus Männersicht sieht.
Aus Frauensicht ist es doch so, dass die Natur der Frau das große Geschenk gemacht hat, Mutter sein zu dürfen, und damit wurdest Du mit den entsprechenden Hormonen und weiblicher Wärme ausgestattet. Nicht jede wählt diesen Weg und will lieber beruflich durchstarten, aber manche wollen eben ihre ursprüngliche Bestimmung leben. Daran ist nichts Falsches und ich denke, Dein Mann sucht eher Vorwände, um nicht „ran“ zu müssen. Also macht er Dir ein schlechtes Gewissen. Ich finde es mit 41 auch nicht zu alt oder zu egoistisch. Wenn es nicht sein sollte, hätte die Natur der Frau dafür gesorgt, dass ab 40 keine Eizellen mehr produziert werden.
Ich stimme Silbermond zu, dass ein Kind natürlich gelegen kommt, aus dem Arbeitsleben kurz mal auszusteigen, das habe ich 4 x so gemacht. Es war das Erfüllendste, das mir je passiert ist. Manche Frauen wollen eben nicht die Karriere, sondern die Familie mit geliebtem Teilzeitjob. Und, liebe Silbermond, meine Kinder haben voll und ganz meine Bedürfnisse erfüllt, und ich wiederum die meiner Kinder.
 
  • #5
Mein Mann ist der Ansicht, dass mein Wunsch nicht wirklich ist, sonder eine Art Flucht von der Realität. Seiner Ansicht basiert sich auf die Tatsache das ich zur Zeit beruflich mich in einer Sackgasse befinden und er sieht mein Kinderwunsch als eine Art Suche auf einer neue Aufgabe.
Wie sieht ihr das? Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?
Das ist mir auch so gegangen. Ich wollte aber sowieso Kinder und zeitlich hätte es auch ein Jahr früher oder später passieren können. Ich wollte vor der Schwangerschaft ein bisschen zu verbissen Karriere machen, was nicht klappte, und das Kind hat mich voll geerdet und die Perspektive verschoben. Also wenn du eine stabile Beziehung und sichere Verhältnisse hast - go for it. Spricht doch nichts dagegen!
 
  • #6
Bei mir habe ich den Kinderwunsch absolut von innen heraus gespürt, ohne das meine Lebensumstände Einfluss darauf hatten (Job oder ähnliches meine ich). Eine Freundin hatte das um die 40 noch einmal sehr intensiv, dass der Wunsch nach einem 2. Kind aufkam, das war die biologische Uhr. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass viele Frauen den Kinderwunsch auch von der beruflichen Situation abhängig machen bzw. das dadurch das Thema aufkommt. Was bei dir zutrifft weißt nur du selbst. Vielleicht kommt es für deinen Partner einfach sehr überraschend und er bewertet es deshalb so. Vielleicht war es gar kein Thema mehr bei euch und er möchte kein weiteres Kind und sucht Argumente.
 
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Lionne69

Gast
  • #7
Warum soll es unrealistisch sein?
Es sind Deine Wünsche.

Frage Dich, welche Motivation dahinter steht, das sollte man sich unter bei Wünschen mit großer Tragweite.

Und leider wirst Du nicht um die Frage herum kommen, was ist mit dem potentiellen Vater, was ist mit Eurer Partnerschaft.
Euer Umgang klingt nicht gut.

Und dann ist dieser Wunsch zwar realistisch, aber nicht realisierbar.
 
  • #8
Mein Mann ist der Ansicht, dass mein Wunsch nicht wirklich ist, sonder eine Art Flucht von der Realität. Seiner Ansicht basiert sich auf die Tatsache das ich zur Zeit beruflich mich in einer Sackgasse befinden und er sieht mein Kinderwunsch als eine Art Suche auf einer neue Aufgabe.
Wie sieht ihr das? Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?

Mit dieser Art der Fragestellung hast du nun das ganze Forum dazu eingeladen über die sinnhaftigkeit deines Kinderwunsches zu urteilen.

Da hier aber keiner weiß ob du eine gute oder schlechte Mutter abgibst ist das unsinnig. Meine Erfahrung ist das die meisten älteren Mütter mit vorhergehendem Kinderwunsch tolle Mütter werden. Die besten eigentlich.

Dein Mann wirkt unehrlich. Offenbar will er kein Kind und statt das zuzugeben erhebt er sich zu deinem Psychater und attestiert dir gestört zu sein ??? Bei sowas würde ich mal ziemlich auf den Tisch hauen, geht mal gar nicht.
 
  • #9
Du kannst dich auch noch in 5 oder 10 Jahren beruflich umorientieren.

Jetzt ist aber deine letzte Gelegenheit jemals ein zweites Kind zu bekommen, die letzte Gelegenheit, dass dein erstes Kind mit Geschwistern aufwächst, die letzte Gelegenheit, dass deine Enkel einen Onkel oder eine Tante haben.

Wenn du dir nicht 100% sicher bist, dass du diese letzte Gelegenheit ungenutzt lassen willst, dann solltest du ein zweites Kind bekommen.
 
  • #10
Hallo Lexcanuleia,

das sind ja nun zwei vollkommen unterschiedliche Fragen, die Du als Eröffnungsfrage im Titel und im Thread stellst...

Klar ist es realistisch, sich mit 41 Jahren noch ein Kind zu wünschen. Realistisch wird die Umsetzung aber nur, wenn Du dem Wunsch auch bald Taten folgen läßt, aber das braucht man ja nicht gesondert zu erwähnen. Es gibt heutzutage viele Frauen, die mit um die vierzig noch ein Kind bekommen. Meine Schwester und meine Cousine haben beide mit 41 Jahren ihr letztes Kind bekommen und meine Freundin war auch schon 39 Jahre beim letzten Kind. Allerdings nicht, weil sie (beruflich) unglücklich waren, sondern aus einem starken Familienwunsch heraus, es waren auch schon Kinder da in einer liebevollen, gefestigten Familie.

Diese Frauen sind alle innerhalb eines Jahres schwanger geworden, nachdem sie sich für ein Kind entschieden hatten, auch das kann passieren. Wenn es schlecht läuft, kann es aber natürlich auch sein, dass es nicht auf Anhieb klappt und dann in zwei, drei Jahren auf natürlichem Wege nicht mehr geht aufgrund geringer Fertilität Aber das wird man Dir nicht sagen müssen, das wirst Du selbst wissen. Von daher natürlich ein klares Ja, ist der Wunsch noch realistisch.

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Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?

Ich denke, dass das passieren kann. Und dass eine Frau mit einem Kind dann nicht glücklicher wird. Es sei denn, der Kinderwunsch war immer schon da und immer schon stark. Aber als Ausweg aus einer unglücklichen beruflichen Situation ist imho ein Kind nicht wirklich geeignet, kein Problemlöser für die Mutter und sicherlich auch nicht schön für das Kind, wenn es als Mittel zum Zweck fungieren muß. Denn bedenke, ein Kind ist eben kein Püppchen, das man nach Bedarf aus dem Regal holen und zurückstellen kann, wenn einem gerad' danach ist... ein Säugling/Kleinkind kann eine Mutter schon an den Rand der Überforderung bringen. Was machst Du, wenn Du blöderweise ein sogenanntes "Schreibaby" bekommst, worauf Du keinen Einfluß hast? Oder wenn Du ein krankes oder behindertes Kind bekommst, das noch mal eine ganz andere Betreuung benötigt als ein gesunder Säugling? Oder wenn Du, aus welchen Gründen auch immer, da steckt man nie drein, es kann der Partner sterben etc., AE wirst. Das kann man sicherlich stemmen, abertausende Mütter machen das ja täglich, aber ich finde, um dem Kind dann auch mit Liebe gerecht zu werden, sollte der Wunsch nach dem Kind als solchem so stark sein und nicht nur als Plan B, um temporär einem miesen (Berufs) Leben zu entkommen. Das Kind sollte imho um seiner selbst Willen gewünscht sein, gleich wie es sein wird. Just my 2 cents...
 
  • #11
Nun, denk darüber nach, ob tatsächlich die berufliche Unzufriedenheit dahinter steckt oder du bist beruflich unzufrieden, weil du eigentlich lieber eine Mutter wärest und kein Karrieremensch. Viel mehr macht mir Sorgen die Kommunikation mit deinem Mann- er scheint dich nicht ernst zu nehmen, zum anderen deine Unselbständigkeit- du persönlich spürst selber nicht, welche Gründe dein Kinderwunsch hat und scheinst auf die Meinung deines Mannes und unsere Wenigkeit angewiesen zu sein.
 
  • #12
Ich bin davon überzeugt, dass ein Zusammenhang zwischen fehlender beruflicher Perspektive und Kinderwunsch besteht. Ich habe das mehrfach im Bekanntenkreis beobachtet. Zuletzt bei einer Anfang Vierzigerin, drei Kinder im Alter von 13/15/18, wollte beruflich neu Fuß fassen, nachdem sie fast 20 Jahre aus dem Job war. Es kamen aber nur schlecht bezahlte Teilzeit-Sekretärinnen-Jobs rum. Der Zug war nach 20 Jahren abgefahren. Und dann war sie auf einmal wieder schwanger. Nun ist klar, dass sie die nächsten 18-20 Jahre eine wichtige Aufgabe hat. Dann ist sie 60 Jahre und keiner erwartet mehr, dass sie beruflich was auf die Beine stellt. Geschickt eingefädelt.
 
  • #13
Früher haben die Männer gejammert, dass bei Frauen die Uhr mit 30 "schon" tickt, wenn Frauen dann mit 40 ihren Wunsch äußern, sind sie plötzlich zu alt und verrückt.

Herzlichen Glückwunsch, auch du hast dich von den schlechten Männern deines Lebens reinlegen und um deine Zeit betrügen lassen!

Liebe FS, setz die Verhütung noch heute ab. Nicht du musst um ein Kind betteln, du hast für dich SELBST entschieden, ein Kind mit 41 zu bekommen. Dein Freund muss sich auf Sex ohne Verhütung einstellen oder ein anderer darf die Gunst der Stunde nutzen. Wer ein Kind will, bekommt ein Kind. Wenn es nicht klappt, ... es gibt immer noch die Samenspende. Dann legst du eben am Ende die Männer rein, die ihre Chance im Leben verpasst haben.

Selbstbestimmung heißt das Stichwort.
 
  • #14
ich denke, Dein Mann sucht eher Vorwände, um nicht „ran“ zu müssen. Also macht er Dir ein schlechtes Gewissen. Ich finde es mit 41 auch nicht zu alt

Es geht nicht um die Fragestellung ob die FS mit 41 Jahren zu alt ist für ein zweites Kind sondern um die Frage, ob der Kinderwunsch nur "entstanden ist" weil es beruflich für sie nicht gut läuft - daher Kind als Flucht aus dem ungeliebten Job.
Ich würde bei dem Gesprächsverlauf auch davon ausgehen, dass der Mann der FS kein weiteres Kind will und es durch die Argumentation verhindern will.

Liebe FS,
wie läuft eure Ehe? Wie alt ist euer gemeinsames Kind? Wie bringt sich Dein Mann in Kindererziehung und Haushalt ein? Ist er fürsorglicher Vater oder froh, dass das erste Kind aus dem Gröbsten raus ist, er wieder mehr persönlichen Freiraum hat und auch finanziellen durch Deine Berufstätigkeit?
D.h. was sind seine eigenen Interessen in dem Thema?

Was ist mit Deiner beruflichen Situation? Waran hakt es konkret und warum löst Du das berufliche Problem nicht?
Ich glaube Dir auch nicht, dass Du die Antwort auf Deine Frage nicht kennst. Mit 41 hast Du ausreichend Lebenserfahrung sowohl in Sachen Familienleben wie auch beruflich, um genau zu wissen, was Dich treibt.
Ich bin unentschlossen, ob Dein Mann versucht, Dich zu verunsichern weil er kein weiteres Kind will oder ob er Recht hat, tendiere aber wegen Deiner "Ahnungslosigkeit" zu Letzterem.
Ich hoffe, Dir ist klar, dass Dein Kinderwunsch einseitig ist und damit auch ein hohes Risiko für den Fortbestand der Ehe.

Du kannst dich auch noch in 5 oder 10 Jahren beruflich umorientieren.
Naja, das ist sehr optimistisch, ohne zu wissen, was die FS macht, was sie kann, woran es hakt und was sie will.
Ausserhalb der Pflege sind mit 45+ und kleinem Kind die Möglichkeiten zu einer neuen wirtschaftlich erfolgreichen Berufstätigkeit überschaubar, resp. wenn man vorher gescheitert ist.

Ich kenne in meinem Umfeld keine Frau, die mit 40+ mit einseitigem Kinderwunsch schwanger geworden ist und nochmal gut zurück in den Job gekommen ist - wenn, dann unter Zwang, weil
- vom Partner verlassen, der im Grossvateralter nicht nochmal mit einem Kind anfangen wollte
- vom Partner gezwungen, der die wirtschaftliche Last nicht mehr über Jahre allein tragen wollte. Dann war die geringe Berufstätigkeit der Frau dauerhaftes Ärgerthema in der Ehe.
Eigentlich wollten alle Frauen dauerhaft mit dem Kind zuhause bleiben, d.h. Kind als Flucht aus dem Beruf traf voll zu.
 
  • #15
Wie sieht ihr das? Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?

Wie sieht ihr das? Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?
Liebe Lexcanuleia
Ja, könnte schon.
Es ist nun aber die Frage, ob das dir passiert ist.
Dafür spricht: Die berufliche Sackgasse.
Dagegen spricht (aus meiner Sicht): Du hast bereits ein Kind. Bist also schon Mutter, trotzdem berufstätig. Der Kinderwunsch scheint mir daher nicht unbedingt eine "Flucht" vor der beruflichen Realität und der Wunsch nach einer gänzlich neuen Aufgabe. Es sei denn, du hättest angekündigt, nach Ankunft des zweiten Kindes nie mehr arbeiten zu gehen.
Was mich stutzig macht: Warum sagt dein Mann das? Kann es sein, dass ER einfach kein zweites Kind möchte?
 
  • #16
Naja, dass dein Mann auf eine solche Idee kommt, hat sehr wahrscheinlich seine Gründe. Er kennt dich und den Gesprächsverlauf nämlich viel besser als wir.
Mich treibt nur eine Frage um: Hast du IHN jemals gefragt, ob er noch ein Kind möchte?
 
  • #18
Könnte das passieren wenn man beruflich unglücklich ist, sich ein Kind zu wünschen?

Aber ja. Als bei uns eine neue Struktur in der Behörde eingeführt worden ist, wurden auf einmal sehr viele Damen schwanger. Oder ich erinnere mich an eine schlecht geführte Dienststelle. Dort wurde schon immer gefrotzelt, weil alles, was konnte, schwanger wurde, nur der Leiter nicht:)

Bei arbeitslosen Frauen oder Sozialhilfeempfängerinnen ist auch zu beobachten, dass sie genau dann wieder ein Kind bekommen, wenn man sie zur Arbeit heranziehen möchte. Fast schon auf Kommando werden sie schwanger.

Aber ob das auf Dich zutrifft wirst nur Du beantworten können.
 
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Lionne69

Gast
  • #19
Ich kann mir vorstellen , dass man verschiedene Wünsche in sich ruhen hat.
Solange das gewohnte Leben im Gleichgewicht ist, bleiben diese Wünsche ruhen, weil es gut ist wie es ist , und eine Veränderung nicht notwendig .

Wenn aber dann ein Ungleichgewicht entsteht, Unzufriedenheit, dann entsteht auch der Wunsch nach Optimierungen, Korrekturen, Veränderung.

Mit diesem Wunsch bekommen andere Ziele, Träume, Ideen wieder Raum, man entwickelt die Energie dafür, und so kann sich ein vorher noch schlummernder Kinderwunsch wieder in den Vordergrund schieben.

Also eher ein unbewusster Mechanismus und ein ganz natürliches Element, durch das sich die Lebenswege gestalten.
Stagnation wäre das Gegenteilige, was dann aber immer eine Rückentwicklung ist.
Bei arbeitslosen Frauen oder Sozialhilfeempfängerinnen ist auch zu beobachten, dass sie genau dann wieder ein Kind bekommen, wenn man sie zur Arbeit heranziehen möchte. Fast schon auf Kommando werden sie schwange
Dies ist ein ungutes Klischee, wobei es durchaus Fälle gibt mit dieser sehr kurzgedachten, verantwortungslosen Intention, die sich in der Realität nicht erfüllt.
Ich denke bei diesen Fällen eher daran, dass insgesamt mit dem Thema Familienplanung sehr sorglos umgegangen wird - und es eben schief läuft. Nachdem Ämter regelmäßig versuchen müssen, diese Menschen auch in Arbeitsverhältnisse zu bringen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Ereignisse zeitnah aufeinander treffen, hoch.
Wer da gezielter unterwegs ist, agiert mit entsprechenden Attesten
 
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Lexcanuleia

Gast
  • #20
Lieben Dank für die Ratschläge, verschiedenen Ansichten haben mir die Möglichkeit gegeben selber tiefer über mein Kinderwunsch nachzudenken. Mit 41 hat man selber zweifeln ob der Wunsch nur ein Flucht ist, deswegen habe ich auch die Frage hier im Forum frei gegeben um andere unabhängige Meinungen zu lesen, um selber klarer im Gedanken zu bekommen.

Mein Mann möchte keine weitere Kinder haben. Er möchte sein Leben mit mir im vollen Zügen genießen ohne mich mit einem Kind teilen zu müssen, also pure Egoismus.
 
  • #21
Mein Mann möchte keine weitere Kinder haben. Er möchte sein Leben mit mir im vollen Zügen genießen ohne mich mit einem Kind teilen zu müssen, also pure Egoismus.

So gut ich deinen Kinderwunsch verstehen kann, er ist nicht egoistischer als du. Er hat nur andere Prioritäten.
Nur sollte er mit den Gründen gegen ein Kind eben auch bei sich bleiben und nicht dir sagen, dass es nur deine berufliche Situation ist, die den Kinderwunsch auslöst (und damit quasi, dass du dich wieder einkriegen sollst). Obwohl es sicher nicht schlecht ist, wenn du dir darüber Gedanken machst.
 
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Lionne69

Gast
  • #22
Mein Mann möchte keine weitere Kinder haben. Er möchte sein Leben mit mir im vollen Zügen genießen ohne mich mit einem Kind teilen zu müssen, also pure Egoismus.

Liebe Lexcanuleia, genau in Deinem Alter habe ich mich entschieden, das Thema Kinder endgültig zu beenden.
Reiner Egoismus - denn für mich ist das Thema Kinder in dieser Form durch, ich möchte auch jetzt endlich freier sein, unabhängiger, andere Qualitäten entdecken.

Dein Partner möchte Dich nicht mehr teilen, möchte mit Dir genießen, leben. Ist das so unverständlich?
Kinder sind wunderbar, aber sie nehmen einfach sehr viel Raum ein, den man sicher gerne gibt. Nur irgendwann ist diese Phase vorbei.
Dein Wunsch ist legitim, seiner auch. Egoistisch sind beide Wünsche, Wünsche sind immer egoistisch.
Er will Dich - ist dies nicht auch ein Kompliment an Dich, eine Liebeserklärung - und nimm es auch als Warnung.

Inakzeptabel ist der Ton, den er anbringt, aber was wir nicht wissen ist, wie die Diskussion geführt wurde, und ob er dies vielleicht nach einer eher genervten und fruchtlosen Debatte los ließ. Das hätte einen anderen Ton.

Einen Kompromiss gibt es nicht, Du kannst Dir nur überlegen, wie stark Deine Motivation ist.
Und bitte bedenke bei allem, bis Dein Kind volljährig ist, bist Du 60, willst Du dies?

Persönlich finde ich es toll, jetzt wo ich noch richtig fit bin, meinen Interessen und Hobbies nachzugehen, nicht an Schulferien gebunden zu sein, meine Zeit nach meinen Bedürfnissen zu gestalten, Urlaube, Freizeit dito. Keine durchwachten Nächte, keine Debatten mit Lehrern, kein Pubertier... Freude und Wärme empfinde ich trotzdem, wenn ich meine Großen heute sehe. Und Dankbarkeit auch für die vielen schönen Erinnerungen. Aber für die andere Seite hätte ich nicht mehr die Nerven dazu.
Ein Mann, den ich heute kennen lerne, der noch kleine Kinder hat, käme deswegen nicht in Frage. Ganz egoistisch.
Ich liebe Kinder, freue mich auf den Tag, der hoffentlich noch etwas weg ist, wo ich dann eine relativ junge Oma sein kann.

Aber - es ist Deine Entscheidung und Dein Lebensweg.

Was empfindest Du eigentlich für Deinen Partner?
Manchmal möchte man auch nur, bitte nicht als Angriff verstehen, wieder ein Kind, um sich nicht mit seiner Partnerschaft und einer notwendigen Weiterentwicklung, Neuaufstellung auseinander zu setzen. Auf einmal nicht mehr Eltern, sondern wieder Paar, wie geht das überhaupt?
Möchtest Du überhaupt mehr Zeit für ihn?

Alles Gute Dir .

W,49
 
  • #23
Er möchte sein Leben mit mir im vollen Zügen genießen ohne mich mit einem Kind teilen zu müssen, also pure Egoismus.
Heftig. Das ist Egoismus? Vielen Dank für diese Erklärung.
Ich hätte jetzt eher gedacht, dass ein mütterlicher Kinderwunsch in diesem Alter purer Egoismus ist, aber gut, man lernt ja nie aus.

Es ist eine natürliche Entscheidung gegen ein Kind in diesem Alter, Egoismus kann ich nur von einer Seite erkenne, von Deiner. DU willst unbedingt noch ein Kind.
Es ist nicht egoistisch, ab einem gewissen Alter das Kinder kriegen an jüngere Generationen abzugeben, weil man für dieses Alter andere Lebenspläne hat.
W
 
  • #24
Moin,
Kinder zu bekommen ist wohl kaum altruistischer als Karriere zu machen... DAS scheint mir ein gedanklicher Holzweg.
Allerdings ist der Gedanke, dass man seine Lebenszeit und -energie mit der Erziehung eines weiteren Kindes besser einsetzt als in einem entfremdeten Arbeitsverhältnis oder - noch ein bisschen entlegener - mit Spaß, Konsum und vielleicht einem Haustier, sehr respektabel.
Ich gebe Moona recht (natürlich ;) ), solche "Verlegenheitsschwangerschaften" gibt es leider zuhauf. Aber (1) kann auch DARAUS etwas Positives erwachsen, eventuell Besseres als aus einem ungeliebten Job, und (2) hört sich die TS nicht nach so einer Dame an.

manchmal
 
  • #25
Kinder kriegen ist genauso egoistisch wie keine Kinder kriegen. Wenn dein Mann das nicht mehr möchte, was ich gut verstehen kann, läutest du wahrscheinlich mit einer weiteren Schwangerschaft die Trennung ein, was ich auch gut verstehen kann. Kinder kriegen ist aber nicht logisch, da schreien die Hormone nach Erfüllung, da wächst kein Gras mehr. Ich denke, man sollte dafür, bzw. dagegen, mal was erfinden, dass diesen Drang eliminiert, das wär´s doch! Aber mein Rat ist: lass es, Du hast gesunde Kinder, es gibt noch andere Lebensinhalte als wieder Mutter zu sein.
 
  • #26
Klingt es realistisch sich mit 41 noch ein zweites Kind zu wünschen?
Natürlich. Ich war bei meinem fünften 43 Jahre alt, meine Bekannte, um die Ecke wohnend, 44 Jahre, ich habe sie gestern mit ihrem dreimonatigen Baby gesehen. Supersüß, ich hatte sofort wieder Babysehnsucht. Und das liegt nicht daran, dass ich jetzt nichts zu tun hätte oder unzufrieden wäre mit anderen Lebensaufgaben. Nach meiner Scheidung und der ganzen Verachtung seitens meines Exmannes, auch für mein Hausfrauendasein, war es mir ein Bedürfnis, ihm meine Ebenbürtigkeit auch dadurch zu zeigen, dass ich das Geld aus der Scheidung nicht für mich verwandte, sondern für die Kinder über meine Geschäftsidee so anlegte, dass ich es vollständig an sie weitergeben kann und in der Zwischenzeit so viel verdiene wie er, als Spitzenverdiener im Ausland. Und zwar im Hochsteuerland Deutschland, in dem er sich so lange zu arbeiten weigerte. Das ist mir inzwischen (fast, die letzten Meter noch, dann habe ich ihn vielleicht sogar überholt) gelungen. Ich weiß, kein edles Motiv- auch wenn ich es schönreden kann ("es ist für die Kinder"), aber es half mir über die Verletzungen hinweg. Natürlich genieße ich jetzt die allgemeine Achtung für diese Arbeit. Aber das ändert nichts an meiner Begeisterung für Babys.

Offensichtlich ist es bei manchen Menschen ein heftiger Wunsch, bei manchen nicht. Meine Älteste wollte früher auch 6 eigene Zwerglein,
(heute noch drei), mein Ältester ebenfalls drei, meine Mittlere wird lieber Pferde züchten- völlig ok, Hauptsache, sie ist glücklich damit- ,und mein Jüngster weinte schon zweimal, als ich ihm bei seinem Wunsch nach einem Geschwister-Baby absagen musste. Mein Partner will nicht mehr. Er meinte, ihm würden zwei reichen, für mich müssten fünf genug sein. Ich fand es gemein, wenn auch vernünftig.

Und genau da sehe ich die Schwierigkeit bei dir: Dein Wunsch ist völlig legitim, der Wunsch deines Partners aber auch. Beide Wünsche sind (berechtigt) egoistisch, das bedingt das Thema.
Dummerweise gibt es da auch keinerlei Kompromiss.
Wenn du dir deinen Kinderwunsch nicht erfüllst, wirst du deinem bisherigen Kind vielleicht nicht die Freiheit geben können, das eigene Leben so zu gestalten, wie es das für sich genommen möchte.
Du liebst deinen Mann? Liebt er dich?
Meine Beziehung gebe ich wegen des unterschiedlichen Kinderwunsches nicht auf- aber wenn wir es letztes Jahr nicht noch einmal nach einer Beziehungskrise zusammen geschafft hätten, weiß ich nicht, ob ich nicht für noch ein Kind bei entsprechendem Papa anfällig gewesen wäre...
 
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