• #1

Kindererziehung meiner Partnerin .... soll ich mich einmischen?

Hallo,

ich habe 2 Mädels mit 13 und 16 und bin seit kurzem mit einer Frau zusammen, die ebenfalls einen Sohn hat (10J, geschieden). Sowohl die Kinder unter sich als auch wir zu den jeweils anderen Kind/ern verstehen uns gut und so haben wir ein recht entspanntes Verhältnis aufgebaut. Lediglich bei der Einstellung zur Kindererziehung unterscheiden wir uns teilweise gewaltig. Sie versucht, den Kleinen zur Selbständigkeit zu erziehen und so muss er massiv mehr im Haushalt mithelfen als meine Zwei es in der Vergangenheit mussten (wir wohnen nicht zusammen, verbringen nur die WE zusammen). Er tut das nicht freiwillig, sondern wird eben dann mehr oder weniger dazu aufgefordert. Beide (Mutter und Sohn) sind sehr impulsiv und so wird das ganz schnell eine lautstarke Auseinandersetzung, bei der wir drei (meine Töchter und ich)teilweise kopfschüttelnd danebenstehen und ratlos sind, was da jetzt gerade wieder passiert. Gestern Abend ist es eskaliert und der Kleine hat sich eine Ohrfeige eingefangen. Angefangen hat es mit der Aufforderung, das Schulzeug für den nächsten Tag vorzubereiten. Er hat es nicht sofort gemacht, wurde wieder und wieder aufgefordert und hat es dann nur unvollständig erledigt. Auf jeden Kommentar der Mutter folgte ein Kommentar vom Sohn, der immer genervter, lauter und gereizter wurde. So hat sich das hochgeschaukelt …. naja, am Ende hat's halt gekracht und er "hat sich eine eingefangen". Beide können Ihre Emotionen wohl nicht kontrollieren und so schaukelt sich das regelmäßig hoch - es endet allerdings nicht jedes Mal so wie gestern.

Ich frage mich, was ich da tun kann. Anfangs versuchte ich noch, in die anbahnende Auseinandersetzung beruhigend mit Worten einzugreifen.Das klappt allerdings nicht so wirklich gut bzw. beruhigt weder die Eine noch bewegt es den Anderen, endlich die gestellten Aufgaben zu erledigen.

Meine große Tochter meinte gestern Abend nun, warum"SIE" immer so streng mit ihrem Sohn ist und warum sie da so unfair ist.

Ich darf und möchte mich in die Erziehungsmethoden nicht einmischen - trotzdem würde ich gerne mehr als nur ratlos danebenstehen.

Wer hat Tips für mich ?
 
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  • #2
Liebe FS,

ich kann die Frau gut verstehen, aber Ohrfeigen gehen nicht.

Ich empfehle euch allen, geht zur Erziehungsberatung. Mir hat es sehr gut geholfen.

Du bist in der einfachen Situation, dass du den normalen Alltag mit deinen Töchtern nicht erleben musst, sondern nur die Sonnenseiten am Wochenende. Glaub mir, es ist manchmal die Hölle. Vielleicht verstehst du deine Ex besser, denn die Kinder können wirklich Monster sein.

w mit 16jähriger Tochter
 
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  • #3
Sorry, deine Partnerin hat Recht - außer mit der Ohrfeige. Gut ist, dass ist eben hinterher ist. Deine Schludrigkeit und dass du DEINEN Kindern alls abnimmst, erzieht sie nicht zu selbständigen Menschen. Das ist auch nicht unfair von deiner Partnerin, dass ist einfach konsequent erziehen und sich eben nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Ich habe das Thema auch, die Söhne meines LGs werden von der Mutter verhätschelt, müssen nichts tun. Meine Tochter muss mehr helfen und weigert sich nun auch - aus ihrer Sicht zu Recht, denn wenn die Jungs nichts helfen müssen, warum sollte sie es tun. Ich bleibe jedoch konsequent! ...Es schadet auch deinen Kindern nicht, wenn sie mal Pflichten übernehmen müssen - man lernt fürs Leben! w/42
 
  • #4
Wenn beide so unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung haben, dann führt das zu Problemen. Ohne mal den einzelnen Stil bewerten zu wollen. Schläge gehen gar nicht und da ist eine Grenze erreicht, die darf nicht überschritten werden. Ich würde mit der Mutter sprechen und klären und fragen, wie das weiter gehen soll. Deine Freundin läst sich auf Machtspiele ein und es muss und ist möglich, den Alltag so zu regeln, dass es nicht jeden Tag Streit gibt. Für mich wäre ganz klar, sollte ich miterleben müssen, dass ein Kind geschlagen wird, dann spätestens greife ich auch ein.
 
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  • #5
Die Ohrfeige war nicht richtig. Keine Frage.
Aber dass deine Lebensgefährtin ihren Sohn zur Selbständigkeit erzieht (oder es zumindest versucht) ist richtig. Ihre zukünftige Schwiegertochter wird es ihr danken.
Selbstverständlich muss er lernen, seine Schultasche zu packen. Oder soll Mami das bis zum Abitur machen?
Unordentlichkeit und Schludrigkeit lasse ich zu Hause auch nicht durchgehen.
Beispiel: Kleidung wird nur gewaschen, wenn sie im Wäschekorb liegt. Ich sammel keine Schmutzsachen vom Boden auf. Als alle Lieblings-T-Shirts dreckig waren und nur noch eine saubere "doofe Bluse" im Kleiderschrank hing, hatte meine Tochter es begriffen.
Sei froh, dass deine Freundin nicht eine von diesen Müttern ist, die ihren verwöhnten Blagen den A... hinterhertragen. Davon gibt es schon zu viele.
 
  • #6
Schade, dass das so ablaufen muss. Ich musste meine Kinder einfach nur bitten, die Dinge zu erledigen, und sie taten es. Sie mussten es nicht sofort und auf der Stelle machen (bin schließlich kein Feldwebel), sondern ich habe ihnen immer einen Zeitrahmen gelassen, z.B. "Sei so gut und mache noch in der nächsten halben Stunde Deine Schulmappe für morgen fertig..." Hat immer geklappt.
Es ist schade, dass eine erwachsene Frau sich so benimmt und ihr Kind wegen so etwas schlägt. Sie ist unfair und streng und vielleicht bestraft sie den Jungen für seinen Vater, man weiß es nicht.
Ich finde es nicht gut, dass ein erst 10jähriger bereits so extrem viel im Haushalt machen MUSS und auch noch so einen Horror zuhause hat. Zur Selbständigkeit erziehen bedeutet nicht, dass man sein Kind gängelt wie einen Wehrpflichtigen, sondern ihn ermutigt, ihm beibringt, ihm die Dinge zeigt, und vielleicht auch um etwas bittet. Ich habe meinen Kindern noch nie etwas "befohlen", ich habe sie immer gebeten und das in freundlichem Ton. Komischerweise hat es immer geklappt.
Auch als Eltern darf man sein Kind respektieren, der Respekt kommt tatsächlich automatisch zurück. Was Du tun kannst? Es ist schwierig, Du kannst die Dinge nur vorleben - aber Deinen Mund aufmachen darfst und sollst Du auch. Schlagen ist ein No-Go - und dann auch noch ins Gesicht? Deine Freundin soll sich mal ein bisschen entspannen und nicht so hysterisch in der Erziehung sein. Eine Zeit setzen, z.B. "bitte habe das in einer halben Stunde spätenstens erledigt" - und dann wird das wohl auch klappen. Wieso soll das Kind, nur weil es Kind ist, sofort alles liegen und stehen lassen? Von seinen Eltern kann das Kind dies auch nicht erwarten - also? Zeiten ausmachen. Ein Kind, welches weiß: "In einer halben Stunde ist Bettzeit, bis dahin kannst Du noch spielen" wird sich bestimmt nicht so (zu Recht) aufregen, als wenn es heißt: "Ab ins Bett, SOFORT aufhören zu spielen!"
Nichts ist nerviger, als aus Situationen herausgerissen zu werden, einfach ein bisschen Zeit lassen und dann klappt das schon und man braucht überhaupt nicht streng zu werden.
 
  • #7
richtig. Ihre zukünftige Schwiegertochter wird es ihr danken.
Selbstverständlich muss er lernen, seine Schultasche zu packen. Oder soll Mami das bis zum Abitur machen?

Wieso denn immer alles so übertreiben? Der Kleene ist 10 Jahre alt - bis zum Abitur ist ja wohl noch ein bisschen Zeit... Mann Mann, diesem militanten "Zur Selbständigkeit erziehen" ist inzwischen jede Herzenswärme gewichen, in vielen Familien möchte ich nicht Kind sein (müssen). Und obwohl es so freundliche und druckfrei bei uns zugeht, und ich gerne mal meinen "verwöhnten Blagen den A... hinterhertrage", waschen meine Kinder all unsere Wäsche, hängen sie auf, kaufen ein (ohne, dass ich darum gebeten habe) und oft steht ein kleiner Kuchen auf dem Tisch, und ein Cappucchino, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Geschirr ist abgewaschen, Wäsche zusammengelegt und in die Schränke gepackt. Hausaufgaben erledigt - freiwillig. Dafür trage ich meinen Kindern ab und zu auch gerne mal den A... hinterher. Mütter und Humor, das scheint irgendwie kaum zusammenzupassen...
 
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  • #8
Was für unglaubliche Antworten der Frauen hier. Zunächst, der FS lebt mit seinen beiden Töchtern in einem Haushalt und ist, wenn ich mich richtig erinnere Witwer! In keinster Weise ist zu erkennen, dass seine Töchter nicht selbständig, gut erzogene Mädchen sind. Soviel mal dazu. Es ist bemerkenswert, wie eine völlig überforderte Mutter, die völlig danebenliegende Erziehungsmethoden anwendet hier verteidigt wird!

Bin selber AE mit einer 10 jährigen Tochter. Gehe daher davon aus, zu wissen, wovon ich rede. Wenn eine Mutter ihrem Kind eine Ohrfeige gibt, ist sie diejenige, die sich falsch verhält!!! Nicht das Kind!

Dem FS würde ich raten, an einem Abend in Ruhe mit der Freundin zu sprechen. Einmischen in die Erziehung nicht, weil das ist nicht sein Part. Aber es ist schon interessant zu wissen, wieso sie derart ausrastet. Eine Freundin von mir ist auch so, wenn ihr Junge nicht erst 7 wäre, hätte ich vermutet, der FS schreibt über sie. Ihr hat tatsächlich eine Erziehungsberatungsstelle geholfen.

Was ich als Partner in keinster Weise dulden würde, dass ein Kind geschlagen wird. Und! schon gar nicht, wenn meine Töchter dabei wären.

w/45
 
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  • #9
Wieso wird dem FS Schludrigkeit unterstellt, nur weil er eine etwas lockerere Einstellung zur Beteiligung am Haushalt hat? Die Art und Weise der Fragestellung macht auf mich jedenfalls den Eindruck, dass es sich hier um einen verantwortungsvollen und reflektierten Mann/Vater handelt.

Lieber FS:
Ich glaube das Problem ist weniger, dass deine Partnerin ihren Sohn zur Selbständigkeit erziehen will. Das wäre ja wünschenswert und man könnte sie dafür nicht kritisieren. Aber die Tatsache, dass dies zu Konflikten führt, die sogar in einer (inakzeptablen) Ohrfeige enden, und das noch Jahre vor der Pubertät, gibt mir zu denken. Ich glaube, dass da etwas Grundlegendes in der Beziehung deiner Partnerin zu ihrem Sohn nicht stimmt, möglicherweise als Folge der Trennung vom Vater. Ich habe das in der Verwandtschaft erlebt, v.a. der jüngere Sohn meiner Tante hatte nach der Scheidung extreme Konflikte mit seiner Mutter auszutragen, was auch daran lag, dass er einerseits Papakind war, andererseits auch dem Vater vom Charakter her sehr ähnlich war, was wohl meine Tante nicht verdauen konnte. Er hat immer geschrieen, der Vater solle ihm helfen, und er wolle zum Vater (er war damals noch sehr klein), womit sie natürlich überhaupt nicht umgehen konnte.
Vielleicht solltest du mit deiner Partnerin mal über professionelle Hilfe nachdenken, aber das ist letztenendes nicht deine Entscheidung, sondern nur ihre. Du kannst nur Anregungen geben.

m,30
 
  • #10
Ein/e Partner/in, der/die das Kind schlägt wäre für mich nur ein Trennungsgrund. Da gäbe es keine Erziehungsfragen, die bespochen werden müssen. w50
 
  • #11
Hallo,

danke erstmal für die vielen Anregungen.

Auch wenn die Beteiligung meiner 2 am Haushalt nicht vordergründig hier Thema ist, weis ich doch dass ich da was ändern sollte. Nicht nur weil es dann für mich "leichter" wird, sondern vor allem auch deshalb, weil es für ihre Entwicklung nicht nachteilig ist. Ihnen das zu vermitteln wird nicht einfach sein aber gut - auch das wird irgendwann eingesehen werden.

Ich habe mich bisher zurückgehalten mit Ratschlägen, was die Erziehung und das Verhalten ihrem Sohn gegenüber betrifft. Da aber auch ich schon mal mit "Tipps" konfrontiert werde, was ich alles anders machen könnte, darf ich auch mal das Wort erheben und es beim nächsten Mal ansprechen. Ob das dann gleich in einer Beratungsstelle enden muß, bezweifle ich, dann als ersten Schritt sollte SIE es mal selbst versuchen, den Konflikt nicht so eskalieren zu lassen.
 
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  • #12
Schließe mich Susanne HH an. „ Wenn beide Partner so unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung haben, dann führt das zu Problemen.“
Deine Partnerin ist auf jedenfalls mit der Situation überfordert. Du und deine Töchter harmonisieren und der Junge fällt durch negatives Verhalten auf. Das setzt sie unter Stress.
Häufig braucht man für Jungen viel mehr Zeit, Geduld und Ausdauer bei der Erziehung. Jedes Kind ist anders.
Schlagen bauscht den Konflikt nur auf. Ein Tipp wäre: Sie geht mit dem Jungen ins Zimmer, nach einer gewissen Vorankündigung, und erledigt während er den Schulranzen einpackt, irgendeine Tätigkeit für den Haushalt. In diesem Moment erhält der Junge indirekt die Aufmerksamkeit seiner Mutter und der Konflikt vor euren Augen ist entschärft.
Bei einem Sohn habe ich Jahre gebraut, bis er seinen Schulranzen alleine packen konnte. Er ist heute sehr sorgfältig und reinigt auch alleine sein Zimmer, wenn es ihm zu unordentlich wird. Der Jüngste war schon in der ersten Klasse in der Lage seinen Schulranzen zu packen.
Wenn die Konflikte in einigen Punkten ausgeräumt sind und das Kind häufiger gelobt wird, kann erst Harmonie bei euch Einzug halten. Ein Rat von einem guten Therapeuten über einen längeren Zeitraum kann nichts schaden.
w
 
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  • #13
Hallo,

diese Situation macht auf mich den Eindruck, dass Sie vor Euch Stellung beziehen oder das Gesicht wahren wollte.
Ihr drei steht dabei und schaut zu, wie die beiden einen Machtkampf aufführen - und um nicht die Achtung zu verlieren, hat sie die letzte Konsequenz gezogen und den Kampf mit der Ohrfeige beendet. Was sie letztendlich zur Verliererin macht...aber das steht auf einem anderen Blatt.
 
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