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  • #31
"Kinder müssen auch für Rabeneltern Unterhalt zahlen".

Ja, genauso wie Eltern auch ihre Kinder bis zum 18 Lebensjahr bzw. bis zum Ende der Ausbildung versorgen müssen. Selbst dann, wenn sie ungehorsam, frech, respektlos oder lieblos sind ihren Eltern gegenüber, wenn sie kriminell werden, wenn sie als Jugendliche von zuhause abhauen, weil sie auf die Alten "keinen Bock" mehr haben, usw.
Trotzdem bleiben die Eltern verantwortlich für den Unterhalt ihrer Kinder, und das ist auch richtig so.
Was kann die Allgemeinheit dafür, dass Eltern und Kinder sich streiten, warum sollen andere Menschen (Steuerzahler) dann die Pflicht und Verantwortung der Eltern übernehmen?

Und genauso ist es korrekt, dass irgendwann die erwachsenen Kinder ihren Eltern, wenn diese alt und pflegebedürftig werden sollten, diesen Unterhalt nun in die andere Richtung wieder zurück geben müssen. Auch da können doch nicht andere (Steuerzahler) dafür verantwortlich gemacht werden, nur weil diejenigen die eigentlich füreinander verantwortlich wären sich zerstritten haben.

Natürlich ist man innerhalb der Familie verantwortlich füreinander, erst wenn es keine Familie mehr gibt kann man Unterstützung von Personen außerhalb der eigenen Familie (also Steuerzahler) erwarten.

Als der Sohn noch Kind war ist der Vater u.a. dafür arbeiten gegangen, damit der Sohn Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf hat. Nun ist es eben andersrum und der Vater im Alter das bedürftige Familienmitglied.
 
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Mooseba

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  • #32
...die Alternative ist, dass der Steuerzahler für alles aufkommen muss.
Ob das dann "gerechter" wäre ist die Frage.
Genau, darum geht es ja eigentlich. Der Staat will nicht für die Familien zahlen, wenn diese es selbst könnten. Das ist eigentlich das gleiche wie beim Unterhalt. Zuerst soll der Ex zahlen müssen, wenn er das kann. Ich kann das Prinzip auch völlig nachvollziehen, so ungerecht es in manchem Einzelfall erscheinen man.
 
  • #33
Ja, genauso wie Eltern auch ihre Kinder bis zum 18 Lebensjahr bzw. bis zum Ende der Ausbildung versorgen müssen. Selbst dann, wenn sie ungehorsam, frech, respektlos oder lieblos sind ihren Eltern gegenüber, wenn sie kriminell werden, wenn sie als Jugendliche von zuhause abhauen, weil sie auf die Alten "keinen Bock" mehr haben, usw.
Trotzdem bleiben die Eltern verantwortlich für den Unterhalt ihrer Kinder, und das ist auch richtig so.

Als der Sohn noch Kind war ist der Vater u.a. dafür arbeiten gegangen, damit der Sohn Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf hat. Nun ist es eben andersrum und der Vater im Alter das bedürftige Familienmitglied.

Meine Eltern sehen das etwas anders. Als sie sich für Kinder entschieden haben, war das ihr Wunsch nach Kindern und nicht der Wunsch nach Altersvorsorge. Sie wussten, dass Kinder teuer sind und Pflichten mitbringen. Dennoch wollten sie mehrere Kinder. Und obwohl ein rechtlicher Anspruch besteht, haben sie uns schon vor längerer Zeit gesagt, dass sie lieber freiwillig den Löffel reichen als Geld ihrer Kinder in Anspruch zu nehmen. Denn ihre Einstellung ist, dass sie sich Kinder gewünscht haben und die Kinder, die diese Wahl (Eltern zu haben) nicht hatten, keine Belastungen aufgezwungen bekommen sollten.
 
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  • #34
Hallo

ich sehe das Urteil eher problematisch wenn es keinen Spielraum für die individuelle Auslegung in Härtefällen gibt. Und soweit ich sehe handelt es sich ja um einen abgerissenen Kontakt bzw. eine nicht mehr funktionierende Vater-Sohn-Beziehung die nun vom Sozialamt herbeigeredet werden muss damit dieses Amt die Kosten nicht tragen muss - was mit den angespannten Haushalten mehr zu tun hat als mit "moralischen Werten" der Familie. Hier hat keiner getrickst.

Ausserdem fallen wir zurück in vormoderne Zustände als es noch gar keine Sozialfürsorge gab wenn immer erst die Verwandtschaft herangezogen wird. Mit einer dementen Mutter ist eine Frau dann also per se auf dem Heiratsmarkt wieder eine tickende Bombe. Na toll.
 
  • #35
Meine Eltern sehen das etwas anders. Als sie sich für Kinder entschieden haben, war das ihr Wunsch nach Kindern und nicht der Wunsch nach Altersvorsorge. Sie wussten, dass Kinder teuer sind und Pflichten mitbringen. Dennoch wollten sie mehrere Kinder.

Diese Sichtweise ist nachvollziehbar, ebenso wie die Sichtweise der verstoßenen "Kinder".

Nur, wie soll überprüft werden, ob Kinder bewusst geplant, oder Verhütungspannen waren? Müsste da unterschieden werden? Oder, in anderen Fällen: Sollte bei jedem Familienzerwürfnis minutiös nachgeforscht werden, wer genau dieses verursacht hatte?

Ich denke, das wäre unsinnig und auch unmöglich.

Ich möchte auch nicht, als Steuerzahlerin, für jede derartiger, familiärer Interessenlagen finanziell aufkommen müssen. Bei individuellen, finanziellen Schwierigkeiten springt sowieso die Allgemeinheit (nach dem neuen Urteil) weiterhin ein.
 
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  • #36
Was mich bei diesem BGH-Urteil wundert: der Vater hat doch den Sohn auch enterbt. Wieso muss der Erbe nicht aus dem geerbten Vermögen zahlen? Dann ist die Solidargemeinschaft auch außen vor.
Für mich wäre es gerechter, wenn der/ die Erbe/Erbin zahlen müsste. Aber irgendwer erbt das Haus/Vermögen, und der Sohn soll zahlen. Finde ich ungerecht.

Vielleicht ist von dem Erbe nichts mehr übrig, der Vater hat alles verspielt und versoffen usw. und daher wurde jetzt der Sohn entdeckt und soll die offenen Rechnungen zahlen.

In diesem Fall finde ich es sehr ungerecht für den Sohn und auch unfair, aber wenn genug Geld beim Sohn vorhanden ist, dann muss er wohl ran. Leider.

w
 
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  • #37
Ausserdem fallen wir zurück in vormoderne Zustände als es noch gar keine Sozialfürsorge gab wenn immer erst die Verwandtschaft herangezogen wird.

Sehe ich auch so. Es ist ein Rückfall ins "Blutsrecht". Wenn man das mal konsequent weiterdenkt, müsste man fragen, warum denn die Allgemeinheit zahlen soll, wenn jemand arbeitslos oder krank oder einfach nur alt und arbeitsunfähig wird, wenn doch Kinder da sind, die denjenigen versorgen könnten. Bei der Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung fragt aber niemand nach den Angehörigen, käme einem wahrscheinlich total absurd vor.

Oder, in anderen Fällen: Sollte bei jedem Familienzerwürfnis minutiös nachgeforscht werden, wer genau dieses verursacht hatte?

Ja, so wie bspw. sehr genau nachgeforscht wird, wenn jemand Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt.
Die staatliche Bürokratie forscht in vielen Fällen sehr genau nach und betreibt einen riesen Aufwand. Z.B. wird geprüft, wie viele Zahnbürsten im Bad eines "Hartz IV"-Antragstellers stehen. Die staatliche Bürokratie könnte sich z.B. das Fotoalbum der zu versorgenden Eltern anschauen. Im diskutierten Fall wird das letzte gemeinsame Foto mit Vater und Sohn mindestens 40 Jahre alt sein. Darum geht es aber nicht. Es geht um Kostenersparnis.

m
 
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  • #38
Wenn man das mal konsequent weiterdenkt, müsste man fragen, warum denn die Allgemeinheit zahlen soll, wenn jemand arbeitslos oder krank oder einfach nur alt und arbeitsunfähig wird, wenn doch Kinder da sind, die denjenigen versorgen könnten. Bei der Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung fragt aber niemand nach den Angehörigen, käme einem wahrscheinlich total absurd vor.

Da hilft es, dass SGB zu lesen. Wer Arbeitslosengeld bezieht, hat jahrelang in die ArbeitslosenVERSICHERUNG eingezahlt, wer Krankengeld bezieht, hat in die KrankenVERSICHERUNG eingezahlt, wer Rente bezieht, hat in die RentenVERSICHERUNG eingezahlt. Klartext: Versicherungsbeiträge=Anspruchsberechtigung. Erst wenn die Zahlungen daraus nicht reichen, dann werden die Angehörigen zur Kasse gebeten und das auch nur, wenn sie leistungsfähig sind - warum auch nicht, wenn die Eltern ihre Kinder ernährt haben?


Ja, so wie bspw. sehr genau nachgeforscht wird, ... Darum geht es aber nicht. Es geht um Kostenersparnis.

Nur bedingt - es geht darum, dass derjenige die Kosten trägt, der in der Kostenverantwortung steht UND leistungsfähig ist. Das ist nur im Reservefall der Staat. Erstmal sind diejenigen dran, die selber von ihren Eltern versorgt wurden. Wenn es was zu erben gäbe, lehnen sie ja auch nicht ab, weil der Konatkt zu den Eltern abgerissen war und geben es gern dem Staat, sondern greifen begeistert zu.
Es ist richtig, dass Kosten da gespart werden, wo jemand anderer profitiert hat und leistungsfähig ist.
 
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  • #39
Ausserdem fallen wir zurück in vormoderne Zustände als es noch gar keine Sozialfürsorge gab wenn immer erst die Verwandtschaft herangezogen wird. Mit einer dementen Mutter ist eine Frau dann also per se auf dem Heiratsmarkt wieder eine tickende Bombe. Na toll.

Vielleicht sollte man sich überlegen, ob man die demente Mutter dann nicht doch lieber einschläfern lassen, damit du bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt hast.
Wenn ich sowas lese, dann stellen sich mir dir Nackenaare auf. Sollte meine Mutter dement werden, dann werde ich alles tun und zahlen, damit es ihr gut geht, selbst wenn sie mich nicht mehr erkennen würde.
Im Fall, um den es hier geht, ist die Beziehung zwar abgebrochen, aber der Sohn wurde vom Vater großgezogen. Er hat also eine Vorleistung gebracht und so ist es vertretbar, dass er nun vorrangig vor der Allgemeinheit zahlen muss.
 
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  • #40
Klartext: Versicherungsbeiträge=Anspruchsberechtigung. Erst wenn die Zahlungen daraus nicht reichen, dann werden die Angehörigen zur Kasse gebeten und das auch nur, wenn sie leistungsfähig sind - warum auch nicht, wenn die Eltern ihre Kinder ernährt haben?

Bei der Krankenversicherung gilt das Äquivalenzprinzip nicht. Unabhängig von den eingezahlten Beiträgen und unabhängig von der Leistungsfähig der Angehörigen, bekommt jeder die medizinisch notwendige Versorgung. Nach einer teuren OP oder langjährigen Therapie forscht niemand nach, ob es denn nicht zahlungskräftige Angehörige gibt, denen man die Kosten auferlegen kann.

Es gibt ja auch die Pflegeversicherung, die aber offenbar zu knapp bemessen ist. M.E. müsste die pflegerische Versorgung analog zur Krankenversorgung gehandhabt werden.
 
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  • #41
Es gibt ja auch die Pflegeversicherung, die aber offenbar zu knapp bemessen ist. M.E. müsste die pflegerische Versorgung analog zur Krankenversorgung gehandhabt werden.

Also so langsam artet diese Diskussion aus!

Die Pflegeversicherung die wird immer wieder angepasst und die wurde ja auch nur aus dem Grund auch gegründet.

Um was geht diese Diskussion, ob Kinder für ihre Eltern zahlen müssen oder welche Kinder von der Zahlung befreit werden sollten?

Wenn ich bedenke, wie viel man schon für diese gesamten Versicherungen bezahlt, wenn das noch mehr erhöht wird, dann braucht man bald wirklich nicht mehr arbeiten zu gehen.

Ich finde es unmöglich, dass Menschen immer mehr von der Gesellschaft immer mehr erwarten.

Man muss seine Eltern in kein Heim geben, man kann sie selber versorgen. Punkt.
 
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  • #42
Bei der Krankenversicherung gilt das Äquivalenzprinzip nicht. Unabhängig von den eingezahlten Beiträgen und unabhängig von der Leistungsfähig der Angehörigen, bekommt jeder die medizinisch notwendige Versorgung.

Medizinische Versorgung ja, aber es geht hier um Unterhaltszahlungen/Leistungen zum Lebensunterhalt. Diese zahlt die Krankenversicherung in Form von Krankengeld als Entgeltersatzleistung befristet. Danach greift: wer ist für den Betroffenen unterhaltspflichtig UND leistungsfähig.
Die Freibeträge für die unterhaltspflichtigen Angehörigen sind hoch genug, um trotz Unterhaltszahlungen ein komfortables Leben führen zu können und viele Besitzstände (Wohneigentum, Altersversorgung) sind von der Unterhaltspflicht freigestellt.
 
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  • #43
Wenn ich bedenke, wie viel man schon für diese gesamten Versicherungen bezahlt, wenn das noch mehr erhöht wird, dann braucht man bald wirklich nicht mehr arbeiten zu gehen.
(...)
Man muss seine Eltern in kein Heim geben, man kann sie selber versorgen. Punkt.

Wenn die Eltern richtig pflegebedürftig sind und man sie selber versorgt, kann man nicht mehr arbeiten gehen. Vielleicht noch halbtags oder man teilt sich das irgendwie auf. Viele Jahre hält man das aber nur durch, wenn man auch Hilfe bekommt.
 
  • #44
Sehe ich auch so. Es ist ein Rückfall ins "Blutsrecht". Wenn man das mal konsequent weiterdenkt, müsste man fragen, warum denn die Allgemeinheit zahlen soll, wenn jemand arbeitslos oder krank oder einfach nur alt und arbeitsunfähig wird, wenn doch Kinder da sind, die denjenigen versorgen könnten. Bei der Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung fragt aber niemand nach den Angehörigen, käme einem wahrscheinlich total absurd vor.

Na ja, der Unterschied ist dass es sich dabei um VERSICHERUNGEN handelt. Man zahlt ein und hat nach einer gewissen Karenzzeit Anspruch auf Versicherungsleistungen. Beim Sozialamt werden Steuern von uns alle ausgegeben. Die sind endlich und es ist nicht einzusehen wieso die Allgemeinhait dafür einstehen muss dass manche keine Rückstellungen fürs Alter gebildet haben. Würdest Du diese Kosten der Allgemeinheit aufbürden würde keiner mehr vorsorgen, da wärste ja schön blöd.

Daher: wer seine Kinder liebt sollte SELBST für den Pflegefall vorsorgen.
 
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  • #45
Wenn die Eltern richtig pflegebedürftig sind und man sie selber versorgt, kann man nicht mehr arbeiten gehen. Vielleicht noch halbtags oder man teilt sich das irgendwie auf. Viele Jahre hält man das aber nur durch, wenn man auch Hilfe bekommt.

Ja genau wie bei Neugeborenen oder Kleinkinder!

Es wird doch auch keiner dazu gezwungen seine Eltern bis zum Tod zu pflegen. Einige Leute erwarten nur, dass die Allgemeinheit für ihre Eltern das macht was ihre Eltern für sie gemacht haben. Das ist auch das Prinzip des Gesetzes.

Ammm Kalle, hier geht es um Eltern -Kindbeziehungen wo sich die beiden Parteien zerstritten haben, wo die Eltern die Kinder enterbt haben. Und Du kommst jetzt mit der grandiosen Idee, wer seine Kinder liebt!
 
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  • #46
Na ja, der Unterschied ist dass es sich dabei um VERSICHERUNGEN handelt. Man zahlt ein und hat nach einer gewissen Karenzzeit Anspruch auf Versicherungsleistungen. Beim Sozialamt werden Steuern von uns alle ausgegeben. Die sind endlich und es ist nicht einzusehen wieso die Allgemeinhait dafür einstehen muss dass manche keine Rückstellungen fürs Alter gebildet haben. Würdest Du diese Kosten der Allgemeinheit aufbürden würde keiner mehr vorsorgen, da wärste ja schön blöd.

Daher: wer seine Kinder liebt sollte SELBST für den Pflegefall vorsorgen.

Die genannten, gesetzlichen Versicherungen arbeiten alle nach dem "Solidarprinzip", nicht nach dem Versicherungsprinzip einer privaten Versicherung. Mit deinen Beiträgen bspw. für die Krankenversicherung finanzierst du Menschen, die sich völlig unvernünftig verhalten. Der Alkoholiker oder Raucher bekommt seine ärztliche Versorgung unabhängig vom Vermögen der Familie. Heroinabhängige werden vom Sozialstaat versorgt, ohne dass Eltern oder Kinder in Anspruch genommen werden. Diese Kosten werden völlig selbstverständlich von der Allgemeinheit übernommen.
Wenn jemand pflegebedürftig wird und keine Vorsorge getroffen hat, werden auf einmal Kinder "ausgegraben", zu denen seit 40 Jahren keine familiäre Bindung mehr besteht.

Ich kann das rein logisch nicht nachvollziehen, sondern nur anhand der unterschiedlichen Interessenlagen Steuerzahler versus "Familie" und aufgrund der Historie, weil die anderen Sozialversicherungen schon so lange bestehen und etabliert sind.
 
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  • #47
Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Vater, der seit dem 18. Geburtstag des Sohnes den Kontakt abgebrochen hat, wo der Sohn den Kontakt weiter suchte, dass dieser Vater in den Jahren zuvor ein treusorgender, liebevoller Vater gewesen ist. Essen, Trinken, Kleidung, Dach über dem Kopf schön und gut, aber es gibt auch noch was anderes.

Ich warte ja auf den Fall, wo das Sozialamt die Pflegekosten vom Kind einfordert und das Kind sagt "ich nehme den Vater/Mutter zu mir und beteue ihn/sie selbst" und der Elternteil sagt "nein, will ich nicht, wir haben seit 40 Jahren keinen Kontakt, ich will da nicht hin". Der Fall wird kommen. Bin gespannt, wie dann geurteilt wird. Meine Prognose: das Persönlichkeitsrecht der zu pflegenden Person auf Selbstbestimmung wiegt mehr und das Kind muss trotzdem zahlen.
 
  • #48
Ich warte ja auf den Fall, wo das Sozialamt die Pflegekosten vom Kind einfordert und das Kind sagt "ich nehme den Vater/Mutter zu mir und beteue ihn/sie selbst" und der Elternteil sagt "nein, will ich nicht, wir haben seit 40 Jahren keinen Kontakt, ich will da nicht hin". Der Fall wird kommen. Bin gespannt, wie dann geurteilt wird. Meine Prognose: das Persönlichkeitsrecht der zu pflegenden Person auf Selbstbestimmung wiegt mehr und das Kind muss trotzdem zahlen.

Ich vermute, so würde es sein, im umgekehrten, entsprechenden Fall ist es ja auch so:

Will ein minderjähriges Kind/Jugendlicher, nach der Scheidung der Eltern, nicht beim Vater leben, wird dies respektiert. Zahlen muss der Vater trotzdem...

Das Urteil entspricht also, voll und ganz, der bisherigen Praxis unter Familienmitgliedern.
 
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  • #49
Ich vermute, so würde es sein, im umgekehrten, entsprechenden Fall ist es ja auch so:

Will ein minderjähriges Kind/Jugendlicher, nach der Scheidung der Eltern, nicht beim Vater leben, wird dies respektiert. Zahlen muss der Vater trotzdem...

Das Urteil entspricht also, voll und ganz, der bisherigen Praxis unter Familienmitgliedern.

Nein das stimmt so nicht! Das Kind lebt dann bei der Mutter und wird nicht in einem Heim untergebracht.

Wenn ein Beispiel, dann bitte eins was paßt. Kind ist 18 hat eine Ausbildung, möchte von Zuhause ausziehen, das Geld reicht nicht für eine eigene Wohnung. H4 wird nichts bezahlen, wenn das Kind weiter bei den Eltern leben kann. Wenn die Eltern nicht aufstocken wollen, dann hat das Kind Pech und es bleibt bei den Eltern.

Wenn das Kind das Elternteil pflegen will und nicht bezahlen, dann zählt sicher der Wille des Kindes.

Hier geht es doch nur darum dass hier ein paar recht haben wollen und für ihre Eltern nicht zahlen wollen.
 
  • #50
Ammm Kalle, hier geht es um Eltern -Kindbeziehungen wo sich die beiden Parteien zerstritten haben, wo die Eltern die Kinder enterbt haben. Und Du kommst jetzt mit der grandiosen Idee, wer seine Kinder liebt!
Bei diesem Urteil, ja ist das richtig. Dennoch sollten auch Menschen deren Verhältnis zu den Kindern gut ist die Augen vor diesem Problem nicht verschliessen! Daher dieses, wie ich finde wichtige Statement-- Leute, sorgt für diesen Fall vor!

Die genannten, gesetzlichen Versicherungen arbeiten alle nach dem "Solidarprinzip", nicht nach dem Versicherungsprinzip einer privaten Versicherung. Mit deinen Beiträgen bspw. für die Krankenversicherung finanzierst du Menschen, die sich völlig unvernünftig verhalten.
Ist zwar faktisch richtig, dennoch ist es eine Versicherung, Du zahlst ein und bekommst im "Schadensfall" ausbezahlt. Dass Du damit unvernünftige mitfinanzierst ist nunmal das Wesen einer Versicherung.
 
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  • #51
...die Alternative ist, dass der Steuerzahler für alles aufkommen muss.
Ob das dann "gerechter" wäre ist die Frage.

Aus meiner Sicht: ja!
Wenn jemand Kinder hat, zahlt das Kind. Wenn jemand keine Kinder hat, zahlt das Kind als Steuerzahler.

Ich finde, es gibt zwei "gerechte" Lösungen: entweder Kinder zahlen oder Steuerzahler. Bei der ersten Lösung dürfte man konsequenterweise alle, die keine Kinder haben, nicht über ihr Vermögen bzw. Versicherungsleistungen hinaus versorgen. Das wäre wohl ethisch bedenklich. Also kann im Grunde nur der Steuerzahler für alle aufkommen.

m, 46
 
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  • #52
Wenn jemand Kinder hat, zahlt das Kind. Wenn jemand keine Kinder hat, zahlt das Kind als Steuerzahler.

Sämtliche Sozialversicherungen sind keine Versicherungen im eigentlichen Sinn, sondern Umverteilungssysteme. Gesunde zahlen für Kranke, Junge für Alte, Arbeitende für nicht arbeitende.
Diese "Versicherungen" funktionieren nach dem Umlageprinzip. Die arbeitende Generation zahlt für alles. Was die arbeitende Generation später selbst herausbekommt, ist politisch gesteuert, siehe bspw. Rentenversicherung. Klar erwirbt man irgendwelche Ansprüche durch Zahlungen, die werden aber komplett verwässert durch die wirtschaftliche Lage und den demographischen Faktor.

Und übrigens zahlen auch alle Arbeitnehmer in die Pflegeversicherung ein, auch solche die selbst keine Eltern mehr haben und auch solche, die selbst niemals Pflegeleistungen durch die öffentliche Hand in Anspruch nehmen werden. Wie gerecht ist das denn?

Wer das Problem damit abtut "die Kinder sind bloß zu faul zu zahlen", hat das Problem nicht verstanden.

Renten-, Kranken-, und Arbeitslosenversicherung verteilen persönliche Lebensrisiken auf die gesamte Gesellschaft bzw. die arbeitende Generation um, ohne Angehörige zu behelligen.
Als arbeitender Mensch und Steuerzahler finanziert man viele Hilfebedürftige. Nur bei der Pflege ist es so, dass man selbst zwar alle anderen Hilfsbedürftigen finanziert und gleichzeitig für die in der eigenen Familie in Anspruch genommen wird.

Um das mal zu verdeutlichen: Der Vater meines Nachbarn ist drogenabhängig, arbeitslos und krank. Die Behandlungskosten gehen in die Hunderttausende oder Millionen wg. Diabetis, Psychotherapien, jahrelanger Arbeitsunfähigkeit, erforderlichen Operationen, Reha-Aufenthalten u.v.a.m. Der Nachbar verdient genauso viel wie ich und muss nichts zahlen.
Mein eigener Vater ist ganz normal und kommt ins Heim wg. Pflege und ich muss jede Menge zahlen. Ich zahle direkt für den eigenen Vater und indirekt als Steuerzahler für den Vater des Nachbarn.
 
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