• #1

Kann eine Liebe wiederbelebt werden?

Hallo,
ich brauche mal einen Rat und eine Einschätzung von Außenstehenden. Sorry für die Länge, aber ich möchte ein möglichst vollständiges Bild zeichnen.
Ich bin seit 18 Jahren verheiratet. Der Start war holprig und endete fast in der Trennung. Nach der Hochzeit zogen wir zusammen.
Die Jahre zogen ins Land, die Beziehung ging mal hoch mal runter. Nach meiner Sterilisierung in 2018 ging es mit unserem Sexleben steil nach oben. Im Laufe von 2018 stieg mein beruflicher Stress und ich zog mich in mich zurück- klar hatten wir gute Zeiten und tollen Sex- aber vielleicht auch eher Sport denn Liebe. Streit und finanzielle Sorgen sind uns fremd, auch mit den Kindern ist alles paletti. Im Sommer dann lernte meine Frau dann einen neuen Mann kennen. Meine Frau merkte plötzlich, wie es ist "gesehen" zu werden. Mit mir lebte es sich auch ok, ich merkte nichts. Im November bekam ich einen Brief von ihr. Ich fragte nach, ob es sich um eine gelbe Karte handelte oder ob da mehr dahinter steckte- die Antwort war: Wir müssen um die Ehe kämpfen. Wir sprachen uns aus und ich nahm mir mehr Zeit. Ich dachte- hey, alles wieder gut. Im Dezember dann eröffnete mir meine Frau nach einer Meditationswoche, zum einen, dass sie eine Affäre habe und dass sie zum Schluss gekommen sei, dass ich nicht mehr das Ziel ihrer Sehnsucht sei. Aber auch die Affäre sei nicht das, was sie will.
Ich brach völlig zusammen, aber ich habe endlich kapiert, woran wir gescheitert sind. Wir haben noch nie so intensiv und nahe kommuniziert, wie danach. Sie war bereit, den Kontakt mit der Affäre einzustellen. Nach einer Woche sagte Sie mir, dass sie einen Neuanfang mit mir will. Von ganzen Herzen.
Und jetzt mein Problem: Sie sagte mir, dass sie ihre Gefühle gegenüber mir nicht Liebe nennen können. Sie fühle Verbundenheit, Vertrauen, Bewunderung und sie mag mich. Sie fragte mich, ob ich denn mit einem Mögen zurecht käme- was ich auf Dauer verneint habe. Andererseits kam ihr Argument- aber die tiefe Verbundenheit und Vertauen, das fühle sie exklusiv für mich.
Und sie eröffnete mir, das sie mich nicht begehren würde und mir nicht mehr geben könnte als die Umarmungen, das Ankuscheln beim Einschlafen etc. Sie wisse auch nicht, ob sich das ändern wird.
Aus vielen Gründen bin ich fest davon überzeugt, dass ihre Affäre nicht zwischen uns steht.
Aber da stehe ich da mit meinen Zweifeln: Haben wir eine Chance?
Ja, wir haben unglaublich viel geschafft, nein, wir sind noch lange nicht an dem Punkt, an dem ich sagen kann: wir wollen zusammen alt werden und haben ein neues Kapitel erreicht. Aber ich liebe sie und sie mich eben (noch?) nicht (wieder).
Soll ich im nächsten Zwiegespräch sie unter Druck setzen, oder soll ich uns einfach Zeit geben und die neue Zweisamkeit genießen und einfach abwarten, wohin die Reise geht? Aufgrund ihrer Aussagen weiß ich grad nicht weiter.
 
  • #2
Wozu willst sie denn unter Druck setzen? Davon kommt ihr Begehren doch auch nicht wieder. Entweder du richtest dich auf eine sexlose Ehe ein mit gelegentlichen Affären ihrerseits oder du gehst eigene Wege-ohne sie. Ich würde dir letzteres raten, da der Ehe-Zug in meinen Augen abgefahren ist.
 
  • #3
Ich denke, Du wirst eigentlich nur mit der Zeit feststellen können, ob sich die Beziehung wieder so entwickelt, dass sie für Dich auf Dauer lebbar ist. Verbundenheit, Vertrauen und Bewunderung sind dafür eine gute Grundlage. Ob sich auf Dauer etwas ändert, kannst Du nur auf Dauer feststellen. Wie viel Zeit Du Dir und ihr dafür geben willst, kannst letztlich nur Du entscheiden. Ich würde ihr Zeit geben. Die wäre dann beendet, wenn die Beziehung länger in einem Zustand ist, der für Dich nicht akzeptabel ist oder wenn sie wieder einen anderen Partner/Affäre etc. hat. Aber ein Neuanfang bedeutet eben auch, dass man sich dafür Zeit geben muss.
 
  • #4
Hallo Lars,
deine Frau selbst beantwortet die Frage ja ganz deutlich. Sie liebt dich nicht mehr und sexuell mag sie mit dir auch nicht mehr aktiv sein. Ist das eine Basis für dich, auf der eine Ehe weiter bestehen kann?

Sie schätzt das Vertrauen? Eure Verbundenheit? Klingt für mich so, als die bloße Gewöhmung daran, jemanden zu Hause zu haben. In meinen Augen mag deine Frau nicht allein sein. Ihre Affäre kam für sie nicht als Partner in Frage. Aber was passiert, wenn sie jemanden trifft, der für eine Partnerschaft infrage käme? Kannst du ihr überhaupt noch vertrauen?
 
  • #5
Hallo Lars Wilhelm,
wenn ich mir deinen Text so durchlese, vermisse ich irgendwie Gefühl und Leidenschaft dahinter. Deine Frau hat eine Affäre - Sie gesteht Dir das und verlangt schriftlich, dass an der Ehe gearbeitet wird. Bei mir hätte entweder Sie oder Ich die Koffer gepackt! Du bist doch nicht der Wackeldackel von der Hutablage, dass Du auf das nächste Zwiegespräch mit Ihr warten um dann evtl. etwas Zweisamkeit zu geniessen.
Entscheide Du, was Du willst und handle entsprechend!

Sie fühle Verbundenheit, Vertrauen, Bewunderung und sie mag mich.
Ja - gähn - wunderbar, das ist doch keine Basis für eine Partnerschaft. Alles was recht ist!
Komm' in die Puschen - ich drücke Dir die Daumen.

m/46
 
  • #6
Hi,
Meine Meinung: in der heutigen Zeit der finanziellen Unabhängigkeit der Partner voneinander ist starke Verbundenheit in guten und schlechten Zeiten viel wert. Viele Leute werden hier sagen, eure Ehe ist hinfällig ohne diese tollen Hollywood-Liebesgefühle, aber jeder hat einen anderen Schwerpunkt in einer Beziehung. Wenn ihr euch viel bedeutet und nicht nur zusammenbleibt, weil ihr ein Haus zusammen habt oder weil die Leute sonst tuscheln, dann finde ich, kann man sich immer wieder neu finden.
Das nötigt euch beiden aber unbedingt (!) Die Bereitschaft ab, euch gegenseitig mit neuen Augen zu sehen und Neues auszuprobieren. Stellt euch vor, der andere wäre euer Datingpartner und umwerbt euch, macht gemeinsame Ausflüge, probiert neue Hobbys, denn nach so langerZeit braucht man wieder neuen Schwung.
Zwischen den Zeilen lese ich, dass du deine Frau immer für selbstverständich hieltst und sie immer irgendwie mitlaufen ließest. Sei wirklich wie eine neue Affäre zu ihr, aber nicht nur einen Monat ein bisschen umgarnen, bis sie wieder "wie vorher tickt", sondern umwirb sie dauerhaft,dass sie sich besonders fühlt. Wenn du sie bis ins hohe Alter behalten willst, dann musst du etwas dafür tun, geschenkt gibt es nichts!
w34
 
  • #7
Du hast jetzt, Anfang Januar, bereits ein EP- Profil, hier im Forum sichtbar verlinkt, machst dir aber noch Gedanken zu der Frau, die du "immer noch liebst".

Weißt du, wie sehr du damit die Frauen verärgerst, die hier bei EP tatsächlich einen Partner suchen, der wieder emotional offen ist für eine Beziehung,
und was für ein Bild du auf "getrennt Lebende" wirfst, die selbst mit der Vergangenheit im Reinen sind, aber aus noch formalen Gründen nur "getrennt lebend" und nicht "geschieden" sind?

Deine angedachte Methode zur Liebeswiederbelebung ist untauglich ("soll ich Sie unter Druck setzen?") und verweist wie der von dir als "sehr gut" bezeichnete Sex, den du selbst eher als "Sport" klassifiziertest, nicht auf große Empathie deinerseits- erstaunt es dich, dass sie da inzwischen gar keine Lust mehr auf dich hat?
Trotzdem entschuldigt das nicht die Zweigleisigkeit und Untreue deiner Nochfrau.
Und: Wer so schlecht miteinander kommuniziert, hat nicht nur zu wenig Verständnis, sondern auch zu wenig Vertrauen in den Partner.

Ich glaube nicht, dass sie nochmal mehr als ein Mögen für dich entwickeln kann, empfinde selbst eine Paarbeziehung ohne Liebe (seelisch, geistig, körperlich) aber als ebenso unzumutbar.

Trenn dich sauber, auch innerlich.
 
  • #8
Ich denke, euch kann eine Paartherapie helfen herauszufinden, welche Art von Beziehung für euch möglich ist. Natürlich eine, die sowohl du als auch deine Frau leben kann.
Deine Frau sieht unverändert den vertrauten, zuverlässigen Partner in dir, du glaubst, sie weiter zu lieben. Vielleicht hilft euch eine längere Therapie, den jeweils anderen in seinen Nöten und Wünschen zu verstehen? Vielleicht kommt das gegenseitige Begehren wieder, vielleicht auch nicht. Aber nach 18 gemeinsamen Jahren würde ich wissen wollen, welche Chance ich mit meinem Partner hätte. Dir scheint es ebenso zu gehen.

Oft genug ist es sehr schwer, wenn zwei Menschen versuchen, ohne professionelle Hilfe aus einem tiefen Beziehungsloch zu kommen. Gebt euch eine Chance herauszufinden, ob es gemeinsam möglich ist.

Wenn ihr merkt, dass es nicht geht, könnt ihr immer noch getrennte Wege gehen.
 
  • #9
Selbst, wenn dir hier von den meisten Schreibern geraten würde, dich zu trennen, da deine Frau dich offenbar weder liebt noch sexuell begehrt, wirst du dich wohl trotzdem nicht trennen. Denn sie hält mit ihren Aussagen noch eine ganz kleine Flamme der Hoffnung bei dir am Flackern und du wärst ja nach einer Trennung auch alleine, also du hast ja keine neue Frau.
Also tippe ich, du wirst es solange weitermachen, bis sie sich selbst entweder definitiv trennt oder bis du dich zufällig in eine neue Frau verliebst. Es ist eigentlich nur die Frage, ob ersteres oder letzteres zuerst passieren wird, aber im schlimmsten Fall zieht sich der jetzige unklare Zustand über Jahre hin und zermürbt dich.

Um die Frage für dich zu klären, ob du dich trennen sollst, willst, kannst, oder ob eure Beziehung noch eine Chance hat, und zu sortieren, wie es mit euch weitergehen kann, was deine Frau will, was du willst - solltet ihr eine Paartherapie machen. Eine Paartherapie ist genau für soetwas da. Sie ist ergebnisoffen, in dem Sinne, dass jedes Ergebnis - Trennung, Zusammenbleiben, was auch immer - am Ende dabei möglich ist und unterstützt unparteiisch beide Partner auf dem Weg der Erkenntnis. Solch eine Therapie kann dir auch helfen, dass du nicht von deiner Frau "untergebuttert" wirst, sondern dich fair behandeln lässt - und umgekehrt natürlich auch.

w53
 
  • #10
Well, 3000 Zeichen sind echt zu wenig, um mich vollständig auszudrücken.
Aber gut. Ich lebe mal mit den Meinungen und schreibe mal meine Gedanken und Ergänzungen.
Eine Affäre bedeutet 2erlei: A: Es fehlt etwas in der Beziehung. und b: es ist ein großer Vertrauensmissbrauch. für uns/ mich war der Vertrauensbruch eher klein verglichen mit dem was wir/ich nicht aufgehalten habe. Andere mögen das anders sehen.
Man möge mich naiv halten, aber zur Zeit vertraue ich meiner Frau bedingungslos. Wir haben klar ausgemacht- keine Heimlichkeiten, keine Lügen. Bislang hält sie sich drann und alles ist gut. Uns ist beiden klar, dass der nächste Vertrauensbruch nicht mehr zu kitten sein wird. Aber noch sieht es gut aus. Bleibt also das Thema Partnerschaft. Ich bin da ein bisschen altmodisch und ergebe mich nicht kampflos. Und ich habe eines gelernt: In den 22 Jahren Beziehung ist meine Liebe von: Schön endlich auch ne Freundin zu haben hin zu einer tiefen Liebe gewachsen. Also ist es grundsätzlich nicht unmöglich- Liebe ist nicht nur- Liebe kann auch wachsen.
Die letzten 3,5 Wochen waren atemberaubend für beide. Denn ihre Affäre war keine Bettgeschichte zwecks Befriedigung ungestillten Verlangens sondern begann emotional. Sich daraus zu lösen ist mMn nicht einfach.
Phasenweise haben wir beide die Hoffnung, uns wiederzufinden. Und etwas was sich über Jahre entwickelt ist nicht innerhalb ein paar Tagen wieder in Ordnung gebracht. Sicher ist nur eines: Wir werden es gemeinsam schaffen, oder irgentwann doch die Reißleine ziehen. Und am Ende des Tages werden wir gereift aus der Geschichte hervorgehen. Ich kenne persönlich Paare, die 5 Jahre gebraucht haben, um wieder zusammen zu kommen, ohne, dass es andere Partner in der Zwischenzeit gab. Ich fand Lebenslust's Beitrag eigentlich am hilfreichsten. Es kann sein, dass ich irgentwann es nicht aushalte, ohne dass wir es geschafft haben. Aber noch bin ich nicht bereit dazu. Ein guter Freund hat sich von seiner Frau getrennt, nachdem er nicht von seiner Affäre lassen konnte. Er hat es zwischendrinn 4 Wochen lang versucht, seine Ehe zu retten. Aber das Projekt ist gescheitert. Denn erstens hat er es versucht, weil er sich ans Eheversprechen halten wollte und zweitens hat seine Exfrau auch nicht versucht, ihren Beitrag zu leisten. Das sind zwei große Unterschiede zu unserer Situation
 
  • #11
hatten wir gute Zeiten und tollen Sex- aber vielleicht auch eher Sport denn Liebe.

...ich glaube, da liegt die Ursache.

Guten Abend,

ihr habt eine Ehe gelebt, wo die wirkliche Kommunikation auf der Strecke blieb. Damit ist nicht nur die verbale gemeint, sondern die Sexualität, die mehr als den Körper anspricht, nämlich die Seele.

Du hast eine Chance, wenn du anfängst, sexuell anders mit ihr zu kommunizieren. Das ist ein Lernprozess, den ihr übersprungen, oder ausgeklammert habt. Es bedeutet, dass ihr das ABC völlig neu lernen müsst. Sexualität zieht sich durch den ganzen Tag und ist nicht nur auf die Zeit im Bett konzentriert.
Neues Begehren kann durchaus entstehen, wenn ihr das nachholt, was ihr versäumt habt.
Vögel vorerst ihre Seele, ich denke, du kannst es lernen und hast alle Voraussetzungen dafür. Die Einladung, in diesem Fall, zum kuscheln, hast du und du willst, das lese ich. Es wird klappen, da bin ich sicher, Daumendrücks für euch.
 
  • #13
Also wenn ich mir manche Beiträge so durchlese, frage ich mich, ob alle den Beitrag des FS vollständig gelesen haben.

Er wird monatelang von ihr betrogen, im Glauben gelassen, alles sei tutti. Er hat beruflichen Stress und sie krallt sich, weil es vllt. mal nicht so dufte läuft, den Nächsten und schreibt dann einen Brief man müsse um die Ehe kämpfen.

Warum hat sie das nicht mit ihrem Mann besprochen BEVOR sie Spaß mit dem anderen Typen hatte?
Und er soll jetzt, wie es wohl ein paar Schreiber hier meinen, um sie werben? Ihr täglich ein tolles Gefühl geben? Und was ist mit ihr? Sie braucht gar nichts zu tun? Das ist ganz allein sein Problem? Er ist schuld?
Klingt für mich so.

Wäre ich an seiner Stelle würde ich die Frau trotz aller Verbundenheit vom Hof jagen. EIN Seitensprung wäre für mich ja verzeihlich. ABER eine Affäre hinter meinem Rücken, während mir vorne herum vorgegaukelt wird, alles sei gut?

Sorry, DAZU gehört echt schon ein hohes Maß an Hinterhältigkeit. Und dann stelle man sich vor der Affären-Mann wäre auch noch als potentieller Partner ins Auge gefasst worden... dann hätte sie sich, wie ich das auffasse, womöglich ohne Wunsch um die Ehe zu kämpfen aus dem Staub gemacht. Am Ende hat die Affäre gar sie abgefertigt und nicht umgekehrt?

Mit so einer Person könnte ich jedenfalls zukünftig weder Bett noch Tisch teilen.
 
  • #14
Selbst, wenn dir hier von den meisten Schreibern geraten würde, dich zu trennen, da deine Frau dich offenbar weder liebt noch sexuell begehrt, wirst du dich wohl trotzdem nicht trennen.

w53
Noch nicht. Ich weiß noch nicht wann, aber wenn ich keine Fortschritte merke, dann werde ich sie bitten, doch an einer Paartherapie teilzunehmen- noch habe ich für mich und meine Probleme mir Hilfe gesucht. Die Formulierung war übrigens noch nicht. Und wenn es gar nicht klappt, dann werden wir beide eine Entscheidung treffen. Nach diesen 18 Jahren habe ich gemerkt, wieviel gemeinsamkeiten uns verbinden- ich lasse mal bewusst sie vor und siehe da- sie äußert Wünsche und Ansichten , die sich zu 100% mit meinen decken. Ich bin übrigens der festen Meinung, dass das Singeldasein besser ist als Unglück- von daher ist eine Trennung immer eine Lösung und manchmal die richtige. Ich sehe es so: Entweder wir finden wieder zueinander und und gegenseitig lieben- was auch immer das bedeutet und wir fühlen uns auch wieder köperlich nahe. Oder eben nicht, weil es sinnlos ist, weil der eine oder anderen einen neuen Partner kennenlernt- whatever.
 
  • #15
Ich glaube nicht das ihr das ohne Hilfe schafft.

Auch wenn ich mich mit meinem Beispiel Klischees bediene:

Du schreibst vom Stil rational und sie kam von der Meditation.

Es könnte sogar sein, dass ihr auf dem selben Level steht aber es verbal völlig anders betitelt.

Ihre Vertrautheit, ist das was Du unter Liebe versteht.
Bei den jeweiligen Erklärungen und Beschreibungsversuchen wird's so nur immer schlimmer.
Sorry aber es wirkt, als würgt ihr Euch unnötig verbal noch richtig einen rein.

Du versuchst ruhig zu bleiben und wirkst zumindest hier fast teilnahmslos unemotional und sie geht auch definitiv über Grenzen.

Deshalb rate ich auch zur Paarteraphie oder zumindest Mediation.

Ja es gibt Paare die schaffen das und bei 22 Jahren, lohnt schon mal ein Versuch.
Was man schafft und vergeben kann, mehr aufeinander zu oder näher zusammen, zeigt die Zeit.
Im Moment sehe ich in den Zeichen die ihr sendet und die Art wie ihr redet, eher den Tod jeder Chance.

Wenn dann bitte richtig...
Raus aus EP und für sie keinen weiteren Ausbau der Selbstfindungsphase.
 
  • #16
Du liest dich seltsam distanziert. So als ob dich das alles gar nichts angehen würde.

Auch finde ich deine Geschichte überhaupt nicht stimmig. Du schreibst, dass es 2018 mit dem Sexleben steil nach oben ging. Das ist ja wohl nicht lange her. Also steil nach oben nach 18 Jahren Ehe. Und kurz darauf will deine Frau gar keinen Sex mehr mit dir?? Klingt komisch.

Kann es sein, dass deine Frau ihre Affäre schon etwas früher kennengelernt hat? Vielleicht schon Anfang 2018? Vielleicht wollte sie nicht ertappt werden und spielte dir deshalb noch die feurige Liebhaberin vor ... bis es einfach nicht mehr ging.

Gleichzeitig wirken die Worte deiner Frau schon so, als ob sie das alles schon zu Ende gedacht hat. Klingt nach abgeschlossenem Prozess - nicht nach Verwirrung und Gefühlschaos.

Keine Ahnung, was man dir raten soll. Sie begehrt dich nicht mehr. Man begehrt selten etwas, was man sicher hat. Wozu auch? Sie kennt dich durch und durch. Sie betrügt dich und du bist ihr trotzdem sicher. Nable dich mal emotional von ihr ab - wird vielleicht sowieso später nötig sein. Fange an dein eigenes Leben zu leben - in der Ehe. Sei nicht mehr ausrechenbar und ihr nicht mehr so zugewandt. Jedenfalls nicht immer. Vielleicht regt sich ja noch etwas bei ihr, wenn sie sieht, dass ihr etwas zu entgleiten droht, was sie als sicher angesehen hat.
Nunja. Vermutlich reitest du da ein totes Pferd ..
 
  • #17
Stelle dir vor, du wüsstest, dass du nur noch 3 Monate leben kannst, was würdest du dann tun, diese Antwort ist auch die richtige, für dieses Thema.

Er hat noch mehr als drei Monate. Mit Deiner Drei-Monats-Regel müsste wahrscheinlich ein erheblicher Teil aller Beziehungen sofort beendet werden, um dann nach den drei Monaten die Scherben von hier 22 Jahren zusammenzufegen.

Hier sind beide bereit, einen Neuanfang zu wagen. Ob der funktioniert, zeigt nur die Zeit. Die bedenkenswerte Alternative ist: kein Neuanfang. Druck bringt sicher keine Lösung.
 
  • #18
Ich glaube nicht das ihr das ohne Hilfe schafft.

Auch wenn ich mich mit meinem Beispiel Klischees bediene:

Du schreibst vom Stil rational und sie kam von der Meditation.

Es könnte sogar sein, dass ihr auf dem selben Level steht aber es verbal völlig anders betitelt.

Ihre Vertrautheit, ist das was Du unter Liebe versteht.
Bei den jeweiligen Erklärungen und Beschreibungsversuchen wird's so nur immer schlimmer.
Sorry aber es wirkt, als würgt ihr Euch unnötig verbal noch richtig einen rein.

Stimmt. Haben wir gestern auch festgestellt es bringt nichts, an dieser Stelle etwas zu erzwingen. Meine Vermutung ist, dass sie Ihre Gefühle zu Ihrer Affäre als Liebe empfand. Aber besser ist, man lässt es an dieser Stelle offen und lebt wieder miteinander, statt nebeneinander. Gestern war für mich ein emotionales Tief, heute stehe ich ganz anders da.

Du versuchst ruhig zu bleiben und wirkst zumindest hier fast teilnahmslos unemotional und sie geht auch definitiv über Grenzen.

well, das liegt an meiner Ausbildung- sachlich und unemotional zu schreiben- im Gespräch bin ich ganz anders drauf- ganz ganz anders.
 
  • #19
Auch finde ich deine Geschichte überhaupt nicht stimmig. Du schreibst, dass es 2018 mit dem Sexleben steil nach oben ging. Das ist ja wohl nicht lange her. Also steil nach oben nach 18 Jahren Ehe. Und kurz darauf will deine Frau gar keinen Sex mehr mit dir?? Klingt komisch.
Mag sein. Es ist aber genau so passiert- ich weiß sogar wann sie ihn wo bei welcher Gelegenheit kennengelernt hat. Ich bin ihm nämlich auch begegnet.
Und ich kann in etwa eingrenzen, wann die 2 sich gefunden haben.
Alles soweit gut und stimmig.
Gleichzeitig wirken die Worte deiner Frau schon so, als ob sie das alles schon zu Ende gedacht hat. Klingt nach abgeschlossenem Prozess - nicht nach Verwirrung und Gefühlschaos.

Gefühlschaos herrschte die erste Zeit. Mittlerweile hat sich meine Frau emotional von der Affäre getrennt und sich entschieden, es mit mir zu versuchen. Ich habe mich von meinem anfänglichen Gefühlschaos auch gelöst und weiß, was ich will. Genau das.
Die spannende Frage bleibt, ob es aufgeht. Und da bin ich der festen Meinung dass wir noch einige Zeit brauchen und ggf auch externe Hilfe annehmen müssen.

Falls man eine nüchterne Bilanz aufmachen will, so bleiben viele schöne Momente und viele Gemeinsamkeiten. Die Bausteine für eine gute Partnerschaft sind vorhanden.
Was uns trennt, ist die emotionale Nähe, aus der ich mich in der letzten Zeit schleichend, dann immer schneller gelöst hatte. Ich glaubte mich ihr sicher und habe ihre Zeichen nicht bemerkt- das Ergebnis eben ein: Dann halt nicht. So etwas ist meiner Meinung nach schon heilbar.
Einmal sind wir auch im Bett gelandet- und das nur, weil ich etwas wiederholt hatte, was in der Vergangenheit immer gezogen hat, ich aber ob der Wirksamkeit unterschätzt und nur als neue Achtsamkeit gemacht hatte.
Für mich fühlte es sich aber noch nicht richtig an- ich war völlig überrascht und überfordert- zu frisch war die Verletzung und da war plötzlich die dritte Person in meinem Kopf mit von der Partie. Von daher passt es mir auch ganz gut, hier einmal Distanz zu waren. Wir warten ab- entweder uns überkommt es mal wieder oder wir werden es auch mal planmäßig versuchen. Who knows.

Wir haben Zeit. Ich fühle mich an guten Tagen in meiner Rolle an 20 von 24 Stunden wohl, bearbeite eigene Baustellen. Lese mit meiner Frau gemeinsam Bücher, wir arbeiten an der Partnerschaft, an gegenseitiger Achtsamkeit und lernen uns neu kennen.
Sobald es unangenehm wird, oder sich die Situation ändert werden wir neu entscheiden.
Im Moment zählt das Bild: Die alte Beziehung ist ein totes Pferd; wir reiten grad ein Fohlen zu und dass muss sorgfältig und vorsichtig geschehen.

Ich danke an dieser Stelle allen Meinungsgebenden. Manche Meinungen kann ich nicht teilen, andere Gedanken habe ich als wertvoll angenommen. Ich selber ziehe mich mal aus der Diskussion zurück und lebe weiter. Vielleicht gebe ich mal ein Feedback.
 
  • #20
Also wenn ich mir manche Beiträge so durchlese, frage ich mich, ob alle den Beitrag des FS vollständig gelesen haben.

Guten Morgen,

wenn alle im Leben mundgerecht und passend reagieren. Emotionen komplett kappen können, dann würde es hier nicht von geschundenen und versingelten Menschenkindern wimmeln.
Zudem glaube ich, dass niemand hier Dramen, die in Zeichenbegrenzungen gepackt werden, wirklich erfassen und gerecht *beurteilen* kann. Zudem fehlt hier noch eine andere Person, die die Dinge aus ihrer Sicht schildern kann.
Egal, ich bin immer für einen Neuanfang, Erhalt, Neuentwicklung, wenn beide es wollen. Ich bewundere den Mut und die Stärke, denn die meisten sortieren aus und besetzen ihr zerbröseltes Herz neu, nicht ohne in das das nächste Drama zu steuern.
 
  • #21
Er hat noch mehr als drei Monate. Mit Deiner Drei-Monats-Regel müsste wahrscheinlich ein erheblicher Teil aller Beziehungen sofort beendet werden, um dann nach den drei Monaten die Scherben von hier 22 Jahren zusammenzufegen.
Nein, so ist das nicht, es wird einem lediglich bewusster, was es einem Wert ist bzw. Wert sein soll und ob es passt, vieles bekommt eine andere Priorität, denn zusammen bleiben, nur wegen äußeren Umständen und unter künstlichen Anstrengungen, kannste vergessen, jeder hat ein Recht auf ein glückliches Leben.
Eine Beziehung ohne Liebe kann ich mir für mich nicht vorstellen.
Ich mache da nicht mehr mit, wenn meine Partnerin eine Affäre hat bzw. hatte, sie wiederholen sich. Diese Frau kann Sex ohne Liebe machen.
Aber auch die Affäre sei nicht das, was sie will.
Genau, weil die Affäre nicht das ist, was es sein soll, ist der Mann plötzlich als Notersatz wieder gut, mit mir ginge das niemals, welchen mangelnden Selbstwert muss derjenige haben, der dem auf Zeit zustimmt, kopfschüttel.
Und jetzt mein Problem: Sie sagte mir, dass sie ihre Gefühle gegenüber mir nicht Liebe nennen können. Sie fühle Verbundenheit, Vertrauen, Bewunderung und sie mag mich. Sie fragte mich, ob ich denn mit einem Mögen zurecht käme- was ich auf Dauer verneint habe.
Diese Frau ist eine eiskalte Spielerin, ihr geht es einzig alleine um wirtschaftliche Absicherung, missbraucht ihr Mann dafür, und das alles wie bisher weiter gehen kann, indem sie weiter auf Affärensuche bleibt, sie hat ja bereits Geschmack dafür bekommen, wenn der Richtige da ist, ist ihr Mann weg vom Fenster, so schnell kann er gar nicht schauen, die innere Kündigung für ihn ist vollstreckt.
Aber ich liebe sie und sie mich eben (noch?) nicht (wieder).
Soll ich im nächsten Zwiegespräch sie unter Druck setzen, oder soll ich uns einfach Zeit geben und die neue Zweisamkeit genießen und einfach abwarten, wohin die Reise geht? Aufgrund ihrer Aussagen weiß ich grad nicht weiter.
Lass dich nicht täuschen, du liebst sie, aber sie liebt dich nicht, deswegen geht und hält das nicht. Wäre ich an deiner Stelle, würde ich heute Schluss machen mit ihr, mein Vertrauen wäre total weg.
 
  • #22
Tiefe Verbundenheit und Vertrauen, das ist für mich eindeutig Liebe. Wie definierst du, wie definiert deine Frau Liebe?

Grosse Vertrautheit und Begehren sind nach meiner Erfahrung nicht einfach unter einen Hut zu bringen. Möglich, dass bei deiner Frau auch die Hormonumstellung mitspielt. Was braucht deine Frau, um Begehren zu empfinden? Wenn es darum geht, „gesehen zu werden“, wie du es schön ausdrückst (dieses Bedürfnis deiner Frau verstehe ich sehr gut) - das kannst du ihr bieten, wenn du willst. Könntest du längerfristig mit einer deutlich niedrigeren Sexfrequenz leben?

Ich finde es bewundernswert, wie offen und intim ihr miteinander reden könnt. An der Stelle deiner Frau würde ich mir wohl wünschen, dass du der Sache Zeit gibst. Druck machen dürfte völlig kontraproduktiv sein.

Frau 52
 
  • #23
Tiefe Verbundenheit und Vertrauen, das ist für mich eindeutig Liebe. Wie definierst du, wie definiert deine Frau Liebe?

Grosse Vertrautheit und Begehren sind nach meiner Erfahrung nicht einfach unter einen Hut zu bringen. Möglich, dass bei deiner Frau auch die Hormonumstellung mitspielt. Was braucht deine Frau, um Begehren zu empfinden? Wenn es darum geht, „gesehen zu werden“, wie du es schön ausdrückst (dieses Bedürfnis deiner Frau verstehe ich sehr gut) - das kannst du ihr bieten, wenn du willst. Könntest du längerfristig mit einer deutlich niedrigeren Sexfrequenz leben?

Ich finde es bewundernswert, wie offen und intim ihr miteinander reden könnt. An der Stelle deiner Frau würde ich mir wohl wünschen, dass du der Sache Zeit gibst. Druck machen dürfte völlig kontraproduktiv sein.

Frau 52
:) Fühle Dich umarmt- mMn sind wir Älteren anders drauf, als die anderen Poster. Daher ein Vollzitat.
Wir beide können zur Zeit "Liebe" nicht definieren. Ich sagte meiner Frau: Vielleicht liebst Du mich ja doch, Du magst es bloß nicht so nennen.
Insbesondere mit der Erfahrung der Affäre.
Die Hormonumstellung hat im letzten Jahr ihre Lust gesteigert- vom Dauerschwangersein der Hormonspirale hin zum natürliche Frausein. Was denn nun kommt- sie ist 48- schaun wir mal. Aber wenn Sie nicht 100% mit sich im Reinen ist, dann ist Ihre Lust auch gleich 0. Und im Reinen sind wir beide nicht- halt auf der Reise.

Das Sehen ist ja paradoxerweise wirklich einfach umzusetzen. Mein Verhältnis zum Sex? Eine Beziehung völlig ohne halte ich langfristig nicht für tragbar. In meinen Augen ist Sex nicht nur "das Salz in der Suppe", sondern auch die intimste Kommunikation.
Aber jetzt in diesem Moment ist mir auch nicht wirklich nach Sex zumute, von daher- ja, das geht schon. Und Druck lässt sich auch auf anderem Wegen loswerden...

Die neu entdeckte Offenheit und Intimität ist der Schlüssel des Neuanfangs. Sonst wäre Sie oder ich direkt weg gewesen. Nicht nur sie braucht Zeit- ich auch, und somit
kein Druck

let it be- there will be an answer, let it be....
The Beatles
 
  • #24
Ich finde es bewundernswert, wie offen und intim ihr miteinander reden könnt. An der Stelle deiner Frau würde ich mir wohl wünschen, dass du der Sache Zeit gibst. Druck machen dürfte völlig kontraproduktiv sein.
Ich sehe das völlig anders, nein ist es nicht bewundernswert, es ist eine Bedürftigkeit von FS, FS ist verliebt in Frau, Frau aber nicht in ihn und sie wünscht nur Zeit, um ihn solange hinzuhalten, bis sie wieder eine neue Affäre hat, die für sie stimmig ist, dann ist sie ganz schnell weg vom Fenster.
 
  • #25
Also ich mag Dir ein Kompliment mit geben.
Ganz subjektiv.

Aber wenn Ihr so nun interagiert, wie Du schreibst, dann ist das toll - und das können nur wenige.

Ich drücke Euch die Daumen, und ich finde es mutig und sehr positiv, eben nicht den einfachen Weg zu gehen und alles hinzuwerfen, sondern den Neuanfang zu wagen und die Chance zu nutzen.

Ich hoffe auf eine positive Rückmeldung und würde mich freuen. Für Euch und auch hier für das Forum.

Alles Gute ,
Lionne
W,49
 
  • #26
Ich nenne die ersten Monate verknallt sein, geht's schön weiter bin ich verliebt und diese Vertrautheit die sich warm aufbaut mit der Zeit, nenne ich Liebe.

Wie die Griechen Liebe unterscheiden in Eros und Agape.

Aber schon hier liest man täglich, dass die Bezeichnungen der Liebesformen unterschiedlich sind.
Und die Wahrnehmungen wahrscheinlich auch.

Der eine liebt, wo ich mich gerade erst verliebe und könnte man das elektronisch Messen, wären unsere Gefühle vielleicht trotzdem gleich.

Jetzt diskutieren das aber nicht nur Foristen aus, sondern zwei Menschen in einer hochemotionalen Situation.

Da hilft ein kühler unparteiischer Kopf, der Ruhe hineinbringt.
Moderiert und erdet, da wird man sehen wie weit man voneinander entfernt ist.
 
  • #27
Ich sehe das völlig anders, nein ist es nicht bewundernswert, es ist eine Bedürftigkeit von FS, FS ist verliebt in Frau, Frau aber nicht in ihn und sie wünscht nur Zeit, um ihn solange hinzuhalten, bis sie wieder eine neue Affäre hat, die für sie stimmig ist, dann ist sie ganz schnell weg vom Fenster.

Nehmen wir mal an, sie würde tatsächlich mich hinhalten, und wie unterstellt die wirtschaftliche Unterstützung mitnehmen. (Mal abgesehen davon, dass wir nicht nur je eine Familie ernähren könnten sondern sie das höhere Gehalt bezieht) Aber nur mal angenommen: Wäre es dann nicht schlauer, die große Liebe vorzuspielen, die reuige Sünderin zugeben, mich umgarnen etc?
Was macht sie statt dessen: Spielt mit offenen Karten. Wohl wissend, dass ich ebenso aufgeben könnte. Weil ich es nicht schaffe, mich mit den kleinen Fortschritten zufrieden zugeben, sie nicht davon zu überzeugen kann uns das Ziel zusetzen: Am Ende des Prozesses haben wir es geschafft und sind zusammen glücklicher als zuvor. Oder weil mir morgen einen Seelenpartner über den Weg läuft. Es ist doch gar nicht gesagt, dass ihr der nächste Lover über den Weg läuft.
Ich möchte gerne die Beziehung dauerhaft führen, aber wenn an einem Punkt in der Zukunft wir einsehen, dass eine Trennung der bessere Weg ist, werden wir das gemeinsam beschließen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #28
Was daran bedürftig sein soll, wenn man eine lange Beziehung und einen geliebten Menschen nicht einfach mir nichts dir nichts aus dem Leben spediert in einer Krise, erschliesst sich mir nicht. In Kontakt bleiben und Unsicherheiten aushalten, wenn es schwierig ist (mit völlig offenem Ausgang), ist für mich Stärke, solange man mit sich selber sorgfältig umgeht und seine Grenzen beachtet. Mir scheint, @Lars Wilhelm ist gut in der Lage, für sich Sorge zu tragen.

Frau 52
 
  • #29
So, nach nunmehr 3 Monaten ein Zwischenfazit.
Meine Frau und ich befinden uns- Zitat "im zweiten Frühling". Es ist eine wahnsinnig tolle Zeit. Ich wache jeden Morgen auf mit: "Hallo Welt, was bietest Du mir heute?".
Mich hat diese Zeit sehr stark verändert, ich habe Seiten in mir entdeckt, die mir bis dato unbekannt waren. Und nicht nur meine Frau hat sich neu in mich verliebt, sondern ich erlebe eine Attraktivität, wie noch nie in meinem Leben. Noch nie hagelte es so viele Komplimente, von Bekannten und Freunden. Minus 20 Kilo Gewicht, 10% der bisherigen Alkoholmenge, ausreichend Schlaf, drastisch weniger Fernsehen, tägliche gemeinsame Meditation und Achtsamkeit in der Körperpflege und Kleidung haben auch den Flirterfolg bei anderen Frauen drastisch erhöht- wir sind im Squaredance aktiv und ich werde von sehr attraktiven Damen aufgefordert und kann mir meine Tanzpartnerinnen nach Belieben aussuchen. Letztens bekam ich sogar eine Beschwerde von meiner Frau, die sich vernachlässigt fühlte ( :) ).
Die dritte Person ist ein (geduldeter) Freund geworden. Hinter meinem Rücken passiert nichts. Der Chat ist entsperrt- ich könnte ihn lesen, da mir immer wieder das Handy anvertraut wird. Persönliche Treffen finden aufgrund meiner Meinungsäußerung nicht statt- man sieht sich im Squaredance. irgentwann, wenn mein Gefühl grünes Licht gibt, werden die beiden sich auch auf einen Kaffee treffen.
Die Paartherapeutin schickte uns mit den Worten nach Hause: "Kommt wieder, wenn ihr unüberwindbare Probleme habt".
Kurzum mein bisheriges Fazit:
Aus einer Affäre gibt es 3 Wege:
a) Ende der Beziehung
b) Zurück in den Alltag, das Geschehene verdrängen. MMn führt das aber langfristig zu a- es ist etwas geschehen, was nicht ungeschehen gemacht werden kann oder gar wieder gutzumachen ist.
c) Neustart. Für mich der einzige gangbare Weg.

Für mich war die Geschichte ein "Hallo Wach". Ich habe mich in erster Linie um mich gekümmert, meine Attraktivität und Ausstrahlung gesteigert. Und dies ist das, was meine Frau an den Mann erinnert, in den sie sich mal verliebt hat und der sie seid 23 Jahren begleitet. Und dieser Mann hat sich entschieden, ihr und der Beziehung eine neue Chance zu geben, so wie sie offen war. Und so fanden wir quasi automatisch zueinander.
Für unsere individuelle Situation gilt noch das folgende:
Es ist die dritte Person, die wichtige Instrumente der Wiederbelebung geliefert hat.
Meine Frau bringt Erfahrungen aus der Affäre in unsere Beziehung, die dadurch an manchen Punkten durch Neues belebt wird. (Nein sexuell kommen wir ganz gut alleine zurecht, ohne Input aus dieser Zeit)
Eros Agape und Philia stehen im Gleichgewicht auf hohem Niveau. Wir haben manch Gespräch so offen wie noch nie(!) geführt, was wiederum Folgen für unsere Zweisamkeit hat.
Seid 2 Wochen höre ich "Ich liebe Dich". Es darf so weitergehen.
 
  • #30
Toll! Herzlichen Glückwunsch!
Auch danke für die Rückmeldung, solch positiven Erfahrungen sind hier im Forum rar.
 
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