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  • #1

Kann ein Wochenendvater sein Kind ganz zu sich nehmen?

Hallo Forum

Leider kenne ich mich nicht aus und die Aussage meinen neuen Partners ist noch „frisch“.
Ich kenne meinen Freund noch nicht sehr lange. Ca. 3 Monate, also noch in der Kennlernphase.
Offensichtlich hat er aber ziemlich feststehende Pläne. Ich finde er plant eh ziemlich viel durch.

Er hat eine 5 jährige Tochter aus einer vorherigen Beziehung die dann aber wohl schiefging.
Das Kind war nicht geplant. Er sagt „ein Ausrutscher“ Wie auch immer.

Nun sagte er die Tage, er würde gerne große Wohnung/Haus suchen mit mir zusammen ziehen und möchte dann seine Tochter zu uns nehmen, ganz. Ich war völlig überrumpelt. Ich liebe Kinder. Aber irgendwann möchte ich auch eigene haben. Das sieht er wohl eher in der späten Zukunft. Als ich ihn dann fragte wie das denn die Kindesmutter sieht. Sagte er nur er werde sich mal schlau machen und das sie wohl eine nicht so liebevolle Mutter wäre.

Nun kreisen meine Gedanken. Gibt es so was, wo das Kind dann zum Vater geht?
Was für eine Rolle werde ich dann spielen? Ich muß mich dann ja auch ganz schön umstellen?
w
 
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  • #2
Warum sollte es "so was" nicht geben? Es gibt viele alleinerziehende Väter, die nicht Witwer sind. Nicht jede Frau ist auch zwangsläufig eine gute Mutter. Da kann es doch besser für das Wohl des Kindes sein, beim Vater auf zuwachsen.

Könnte allerdings ein langer Weg zum Sorge-und Aufenthaltsrecht über das Kind werden, wenn er nicht mit der Kindesmutter verheiratet war. Aber möglich ist es.

Wenn es denn soweit ist, dass das Kind bei seinem Vater lebt, wirst Du so hinnehmen müssen oder Deinen Freund verlassen. Er ist Vater und denkt in erster Linie an sein Kind. Finde ich gut. Du solltest eigentlich Frohsein, das er so darüber denkt. Denn Du möchtest doch auch ein Kind mit ihm. Was Du allerdings nie werden solltest: die "böse" Stiefmutter. Denn dann bist Du vermutlich schneller aus der Beziehung rausgeflogen als Dir lieb ist.

Außerdem wusstest Du doch, da er ein Kind hat. Wenn es Dir nicht recht ist, das Kind einer anderen mit großzuziehen, solltest Du Dir eine Mann ohne Kind suchen.

w,50J
 
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  • #3
Es ist nicht selten, dass ein Elternteil das andere als nicht liebevoll genug, etc bezeichnet. Das sagt erst einmal - gar nichts - .
Nicht selten ist der Grund hinter solchen Äußerungen eine nicht verarbeitete Trennung/Beziehung.

Da müssten schon gravierende Dinge zu Tage treten, die so etwas bestätigen.

Allerdings wird ein Elternteil, dass sein Kind wirklich liebt, so etwas nicht machen (Ausnahme wirklich gravierende Dinge), weil es ihm um das Kind und nicht um seine gekränkte Eitelkeiten/Stolz aus der Vorbeziehung geht und Rache am Expartner geht!

Würde mein Partner ohne wirkliche Gründe so etwas sagen, ich würde seine menschliche Reife in Frage stellen und mir überlegen, ob ich mit so einem Mann ein (eigenes) Kind haben wollen würde!

Also, FS, ruhig bleiben, so mir nichts, dir nichts geht das nicht.

Du würdest allerdings nicht umhin kommen, für Dich zu überlegen, ob unter solchen veränderten Umständen, dieser Mann als Partner für Dich noch in Frage kommt.
 
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  • #4
Wie alt ist er denn und wie lange lebt er schon von der Mutter seiner Tochter getrennt? Letzteres ist die entscheidende Frage. Wenn die Trennung noch sehr frisch ist und die Wochenendregelung noch nicht lange besteht, würde diese Möglichkeit theoretisch bestehen, auch wenn sie nicht sehr realistisch ist, wenn seine einzige Begründung ist, dass die Mutter "nicht sehr liebevoll" ist. Es geht noch um weitere Faktoren, bei denen immer das Wohl des Kindes (und nicht die Interessen der Eltern!) bei einer Entscheidung um das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Kindes im Mittelpunkt stehen, wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommen sollte. z.B. die Frage, zu welchem Elternteil das Kind die grössere Bindung hat, wer von beiden dem Kind sein Umfeld erhalten kann (wenn die Kleine zum Beispiel den Kindergarten wechseln und ihr gesamtes soziales Umfeld verlassen müsste, um beim Vater zu leben, würde die Entscheidung sicherlich zugunsten des Kindes getroffen werden, das dann weiterhin bei der Mutter verbleibt). Auch die Frage, wer dem Kind die bessere Betreuung gewährleisten kann (Arbeitszeiten u.ä.) ist dabei erheblich.

Sollte die Wochenendregelung schon seit Jahren bestehen, sind seine Chancen gleich null, wenn die Mutter sich gegenüber der Tochter nicht wirklich etwas schwerwiegendes zu schulden kommen lassen hat (Misshandlung, Vernachlässigung etc.).

Ohne Hintergrundinformationen kann ich die Lage schwer einschätzen, denke aber, dass du dir nicht wirklich Sorgen machen musst. Schon alleine seine Aussage "ich werde mich mal schlau machen" klingt nicht wirklich reflektiert, sondern eher nach einer "fixen Idee". Hat er überhaupt das (gemeinsame) Sorgerecht?
 
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  • #5
Natürlich geht das.

Vielleicht einigen sich die Eltern auf den Lebensmittelpunkt ihres Kindes beim Vater. Vielleicht erkennen sie, dass das paritätische Wechselmodell (50:50) gut für ihr Kind ist. Vielleicht entscheidet auch ein Gericht, warum auch immer, dass das Kind beim Vater leben soll. Möglichkeiten gibt es da also viele.

Wenn du damit ein grundsätzliches Problem hast, bist du sicher nicht die richtige Partnerin für einen Mann mit Kind.
 
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  • #6
Nun kreisen meine Gedanken. Gibt es so was, wo das Kind dann zum Vater geht?
Was für eine Rolle werde ich dann spielen? Ich muß mich dann ja auch ganz schön umstellen?

Hallo FS,

in Zeiten der Gleichberechtigung sollte das eigentlich selbstverständlich sein. Deine Rolle ist die, die bei Männern auch selbstverständlich angenommen wird, wenn die Frau AE ist...

m, 46
 
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  • #7
Ja FS ein Mann kann das, wenn das Gericht dem zustimmt.

Aber was mich stören würde, ist die Tatsache, dass er dafür eine Partnerin braucht. Ich würde mich nie von einem Mann nach so kurzer Zeit für so was einspannen lassen. Es ist sein Kind und das der Ex. Wenn der Mann für seine Tochter eine neue Mutter braucht, dann sollte er da bei einer anderen anklopfen.
 
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  • #8
Liebe FS,

Tja - was soll ich sagen? Gast #2 sagte bereits so treffend: es ist unwahrscheinlich, dass er sein Kind tatsächlich einfach so, ohne das vorliegen von echten Gründen zu sich nehmen kann.

Ich habe ein (ebenfalls 5Jähriges Kind) aus einer ähnlichen Konstellation. Das Kind war ein "Ausrutscher" über den ich allerdings im Nachhinein sehr froh bin, weil ich ihn wirklich sehr liebe. Die Beziehung mit seinem Vater würd eich aber gerne vergessen machen: Er hat mich Jahrelang gedemütigt und geschlagen, so dass ich direkt im Anschluss an die Beziehung eine Therapie zur Traumabewältigung angeschlossen habe. Mittlerweile ist die Trennung 3 Jahre her.

Zunächst hat er versucht, mich zu "halten" in dem er mir gedroht hat, dass er mir "das Kind" wegnimmt (jahrelang hat er unseren Sohn nicht einmal bei seinem Namen genannt), als er gemerkt hat, dass ich trotzdem gehe, hat er seine Taktik geändert. Er hat dann versucht, mich als schlechte Mutter darzustellen, die ihm nur aus "Rache" das Kind entfremden will. Er übt massiven Druck auf seinen Sohn aus, hat mich mehrfach in dessen Gegenwart angegriffen (Anzeigen laufen). Mittlerweile wurde in einem gerichtlichen Gutachten festgestellt, dass er dringend eine Therapie zur Impulssteuerung machen muss. Stattdessen bedroht er (in Gegenwart seines 5-Jährigen!) Jugendamtmitarbeiter.Obwohl ich den Umgang zum Vater an und für sich befürworte (egal, was er mir angetan hat - er ist immer noch sein Vater), kann es sein, dass nun sein neuester Übergriff zur Folge hat, dass der Umgang vorübergehend gestrichen wird, weil er langsam aber sicher als Gefahr für sein Kind einzustufen ist. Aber statt sich zu reflektieren, erzählt er dem Kleinen, dass er bald zu ihm zieht, weil die Mama ja ohnehin eine verlogene Schl***' ist. Der Gutachter hat eine verschobene Wahrnehmung bei meinem Ex festgestellt - ist wohl bei "vorgeschädigten" Männern (selbst schlimme Kindheit, Impulskontrolle gestört, Aggressionsproblem etc) nicht einmal selten.

Pass genau auf und versuch hinter die Fassade zu kucken. Wäre die Mutter tatsächlich ungeeignet, hätte das Gericht vermutlich eine andere Umgangslösung gewählt. Außerdem geht es letztlich um das Kind und nicht um die Wünsche der Eltern - so ein Wohnortwechsel ist nicht angenehm für ein Kind und ich glaube nicht, dass er von einem Gericht bewilligt wird, wenn die Mutter nicht WIRKLICH Mist baut - wenn dein Freund etwas anderes behauptet, dann sollte er sich mal ihm grundlos solche Veränderungen aufzwingen will.

Übrigens: Mein Ex richtet gerade ein Kinderzimmer ein - nachdem das Gericht ihn informiert hat, dass der Umgang vorerst definitiv nicht ausgeweitet wird, sondern in noch zu verhandelndem Umfang beschnitten wird, bis er seine Aggressionen besser kontrollieren kann. Vermutlich erzählt er seiner "Freundin" (die wechseln ständig - halt sobald er seine Faust mal wieder nicht unter Kontrolle hat...)auch,dass sein Sohn bald zu ihm zieht, weil ich so eine schlechte Mutter bin...
 
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  • #9
Unabhängig von der skurrilen Situation mit der Mutter seines Kindes, die irgendwie nicht danach klingt, als wäre hier das Wohl seines Töchterchens im Vordergrund, kann ich dir nur eines klar sagen:

Ein Mann, der noch während der Kennenlern-Phase, nach nur 3 MONATEN (!!!) schon davon redet, ein Haus mit dir zu beziehen und eine gemeinsame Familie (mit dem Kind aus der vorherigen Beziehung) aufzubauen, hat mit Sicherheit einen Schaden... Beobachte die Sache lieber erst ein paar Jahre mit Abstand, klingt für mich alles andere als koscher!
 
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  • #10
Also mein Partner ist auch ae mit einer 5 jährigen Tochter und selbst nach 1,5 jähriger bez reden wir zwar darüber iwann mal zusammen zu wohnen, aber uns ist das beiden zu früh. Ich bin auch ae mit nem 17 jährigen und bevor wir das den Kindern zumuten wollen, warten wir lieber noch eine weile. Die Trennung von seiner ex Frau ist nun über 3 Jahre her.

Davor hatte ich einen Partner, der genau das gleiche wollte wie deiner. Dieser hat nur ein Sprungbrett aus seiner ehe gesucht... Und da hab ich gleich mal n Schlussstrich gezogen.

Hör einfach auf deine Intuition.
 
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  • #11
Liebe FS,

nach drei Monaten schon überfällt er Dich mit dieser Spontan-Idee. Von der übrigens die Mutter wohl auch nichts weiss.

Wie eine Vorposterin schrieb. Schau hinter die Fassade. Alles so schnell, von Null auf Hundert.

Theoretisch: Wer kümmert sich dann um das Kind? Darfst Du weiter arbeiten oder bist kostenlose Kinderpflegerin und Haushälterin und er spart 2x Unterhalt.

Ne, irgendwas ist da nicht in Ordnung.
Und ja, ein Vater kann sein Kind nehmen. Auch allein.
Gruss, W
 
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  • #12
Liebe FS,

Diese Vorstellung fühlt sich für dich offensichtlich nicht gut an. Von außen betrachtet, klingt sie auch nicht gut. Wenn du ein schlechtes Gefühl hast, dann lass es. Mag sein, dass wir Foristen nicht den richtigen Einblick haben, aber Fälle wie bei #7 kenne ich aus meiner Praxis beim Familiengericht leider auch zuhauf - natürlich auch mit umgekehrten Geschlechterrollen! Aber egal, ob hier Mutter oder Vater "schuld" sind, das Opfer ist auf jedenfall das kleine Mädchen!

Was du beschreibst klingt, als würde der Kampf zwischen zwei zerstrittenen Expartnern nicht nur auf dem Rücken eines 5-Jährigen Mädchens, sondern mit dem von ihm geplanten Zusammenzug auch auf deinen Rücken geladen. Lass dich nicht instrumentalisieren. Wenn du Pech hast, braucht er dich nur als "Vorzeigefrau" und "Pro-Argument" für ein weiteres Gerichtsverfahren...
 
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