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Gast

  • #1

Kann ein intensive Beziehung plötzlich mangels ausreichender Gefühle enden ?

Wir waren knapp vier Monate zusammen und führten eine Beziehung mit einer Intensität, wie ich es mit 51 Jahren nie zuvor gekannt habe. Wir schrieben seitenlange Liebes-Emails und waren im 7. Himmel. Nach der ersten Euphorie gab es dann auch einmal Differenzen, die sie jedoch ganz schnell derart über ihr Limit brachten, dass sie z.T am ganzen Körper zitterte. Meine Vermutung ist folgende: Sie ist Pschotherapeutin mit 27 Std. die Woche. Sie war vor mir 9 Jahre alleine, hat eine Tochter geboren, dessen Vater sich schon während der Schwangerschaft verabschiedete. Vor 7 Jahren kaufte sie ein Haus, welches sie in Eignregie ausbaute. Seit einem Jahr hat sie auf Wunsch der Tochter auch noch einen Hund erworben. Sie war also schon ohne Partner kurz vorm Burnout.Einen Tag, nachdem wir noch intim waren und Pläne für die Zukunft schmiedeten, schreibt sie mir, dass ihre Gefühle für eine Beziehung nicht mehr ausreichen würden. Wie soll ich damit umgehen ?
 
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Guest

  • #2
Ich bin immer sehr vorsichtig damit, das Verhalten meiner Bekannten "entschuldigen" zu wollen mit Hilfe selbstgestrickter Theorien.

Meiner Erfahrung nach ist es nicht möglich, dass Gefühle von heute auf morgen enden. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Männer aber vollkommen blind dafür, wie viele Gefühle ihre Frau noch für sie hat - und wenn sie sich dann trennt, war es "von heute auf morgen, aus wirklich überhaupt keinem Grund".
Wir neigen dazu, unsere Gefühle für die Frau zu sehen und zu *wissen*, dass sie offensichtlich genauso glücklich sein muss.

Jeder Mensch hat seine Landkarte von der Realität - und neigt dazu, hauptsächlich solche Fakten bewusst wahr zu nehmen, die in diese Landkarte passen und sie stärken. In deiner Landkarte stand "wir sind glücklich zusammen und unsere Beziehung ist wahnsinnig toll" - und so hast du eben nur die Teile ihres Verhaltens berücksichtigt, die geeignet waren, diese Theorie zu untermauern.

Wenn du wirklich bewusst in dich gehst und über *alles* nachdenkst, was sie gesagt und getan hat, am besten ständig mit der Frage "war sie wirklich glücklich mit mir?" im Hinterkopf, und du *dann immer noch* der Meinung bist, dass sie dich eigentlich will, aber gerade nicht wollen kann (halte ich offen gesagt für eine selbstschädigende Theorie, die hauptsächlich dazu geeignet ist, dich selbst zu verletzen, sorry), *dann* könnte man prinzipiell darüber nachdenken, ob sie nicht wirklich ein temporäres Problem hat, das ihre Gefühle für dich überlagert (gibt es so etwas überhaupt? Mal ernsthaft, wer hat gesicherte Informationen über ein solches Vorkommnis?)
Aber selbst dann wäre *sie* der Profi, der dir wohl eine Erklärung geliefert hätte und eventuell sogar eine Anleitung, wie damit umzugehen sei.
Und die Tatsache, dass sie das nicht getan hat, ...

Ich kenne selbst die eine oder andere Psychologin und glaube, dass sie schlichtweg dadurch, dass es deren Profession ist, andere Leute zu verstehen und dadurch, dass sie einfach viele tiefergehende (wenn auch nicht-private) Beziehungen haben und eine gewisse Menschenkenntnis aufgebaut haben, attraktiv sein können.
Um es plakativ zu sagen: Du warst mit einer Frau zusammen, deren Beruf es ist, andere ein bisschen glücklicher zu machen. Es hat auch privat funktioniert.
 
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Gast

  • #3
Lieber Freund, auch ich habe die Fünfzig lange überschritten und habe eine Menge Frauen in meinem Leben kennengelernt. Unter anderem war ich zweimal verheiratet. Ich würde nie wieder heiraten, da dieser Wisch zu nichts wirklich Gutem taugt, nicht in der heutigen Gesellschaft. Ist dir bei dieser Frau nicht mal de Gedanken gekommen, daß sie einfach nur mal Sex brauchte und du gerade rechts kamst? Frauen, vor allem Selbstbewußte sind heute viel freier als vor 30 Jahren und nehmen sich einfach, was sie wollen, kleiden diesen Hunger nach Sex aber immer noch in Gefühlsdramen, denen wir Männer allzugerne erliegen, weil es unserem Ego schmeichelt und weil wir uns einfach nicht vorstellen können und wollen, daß Frauen mindestens genauso, sorry, geil sind wie Männer aber nicht dazu stehen. Wenn dann mal eine auftritt, die ganz gezielt nur Sex sucht, sind wir in unserem Alter meist geschockt. Warum eigentlich??????????? Es ist ungewohnt für uns. Mein Sohn 21 bringt mich da immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, was ich sehr zu schätzen weiß. Vielleicht hat deine Angebete einfach genug von dir oder die bist nicht der Liebhaber, den sie sucht. Was kommt da gelegener als ordentlicher Zoff? Such nicht nach irgendwelchen hochtrabenden Gründen für ihr Verhalten. Lass sie einfach los, wer in dem Alter noch nicht weiß, was er/sie wirklich will, muß weitersuchen bis in alle Ewigkeit.
In diesem Sinne, andere Mütter haben auch schöne Töchter!
Gruß, E.L.
 
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Gast

  • #4
Hallo Fragesteller
Mir (w/40) ging es vor kurzem ähnlich. Mein jetzt Exfreund hat nach fast einem Jahr intensiver und - wie er mir trotz Trennung bestätigte - glücklicher Beziehung auch auf seiner Seite über Nacht festgestellt, dass sich bei ihm keine Schmetterlinge eingestellt haben und seine Gefühle für mich nicht so stark sind und sein werden, wie es meine für ihn waren.
Immerhin hatte er die Größe und Fairness, mir dies persönlich mitzuteilen.
Er hat mittlerweile eine neue Freundin, und ich suche noch immer ;)
Böse bin und war ich ihm nicht, schockiert schon. Denn es gab keinerlei Anzeichen für mich, dass er an seinen Gefühlen zweifelte oder sich seiner Gefühle nicht sicher war. Und gerade am Anfang unserer Beziehung war er derjenige, der viele Dinge "angestoßen" hatte.
Ich möchte die Zeit mit ihm nicht missen, denn sie war bis jetzt die schönste Zeit in meinem Leben. Und das will schon was heißen, da während unser sehr kurzen Beziehung mein Vater gestorben ist und ich meine Arbeit verloren hatte.

Es kann also durchaus möglich sein, dass sich Gefühle plötzlich ändern bzw. dem anderen plötzlich klar wird, dass sich die tiefen Gefühle für den Partner so nicht einstellen. Schade ist nur, dass sie es Dir nicht persönlich sagen konnte.

Kopf hoch!
Gruß B.
 
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Gast

  • #5
Kristina
An den Fragesteller und @ 3
In einem anderen Thread habe ich das Buch schon einmal empfohlen,und ich kann es euch nur an Herz legen: JEIN von Stefanie Stahl. Ich sage mal nichts weiter dazu, lest es einmal (oder mehrmals). Da werden alle eure Fragen ausführlich beantwortet. Mir hat das Buch unheimlich geholfen.
 
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Gast

  • #6
Ich finde, man soll die Partner ziehen lassen, die gehen möchten und ihnen nicht im Wege stehen. Es bringt auch nicht viel, wenn man nach dem "warum" fragt - manchmal bekommt man darauf eine nachvollziehbare Antwort. Manchmal nicht - c'est la vie. Es gibt nicht immer für alles Erklärungen, Menschen sind zu vielschichtig und vielfältig. Einige können es auch nicht erklären, weil sie es selber nicht begreifen oder nicht in Worte fassen können. Jede Trennung tut weh. Aber keine Freundschaft macht Sinn, wenn sie einseitig ist. Lass sie gehen, gib ihr Zeit, vielleicht merkt sie doch noch, was sie verloren hat. Vielleicht nicht, aber daran kannst du nichts ändern.
 
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Gast

  • #7
Hi Kristina,
dazu brauchst Du auch nichts zu sagen, ich werde es mal lesen. Da scheint sich ja dann hoffentlich einiges der Ambivalenzen und der fehlenden Entscheidungsfähigkeiten helfend aufzuklären.

zu 3 Es mag ja so sein vielleicht, das löst nur nicht die Frage des "Warum".
Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, wenn sonst alles stimmt, warum scheitert eine Beziehung daran, dass die Gefühle, vielleicht auch nur vorübergehend blockiert sind oder nicht zu 100 % da sind ?
 
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Gast

  • #8
Kristina
@ 6

Genau diese Frage und andere beantwortet Stefanie Stahl. (Deine Schuld ist es jedenfalls nicht) Wünsche dir angenehme Stunden beim Lesen.Das Herz wird anschließend leichter sein
Und melde dich mal und gib doch Laut, wie es dir gefallen hat.
Alles Liebe und Gute.
 
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Gast

  • #9
Vielen Dank! Ich (#3) werde mir das Buch kaufen. Vielleicht hilft es mir ja bei zukünftigen Beziehungen.
 
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Gast

  • #10
Ja
 
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Gast

  • #11
warum macht ihr alles so kompliziert? ...die Gefühle reichen nicht...das ist die einzige Tatsache, warum nicht ist eigentlich völlig egal. Nachdenken oder Zerdenken verändert die Tatsache gar nicht und es macht alles nur komplizierter....
 
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Gast

  • #12
Kristina
Ganz so schlicht und einfach kann man das nicht sehen. Typisch für solche schrägen Beziehungen ist nämlich,dass diese unglaublich intensiv beginnen, dass der Partner/ die Partnerin
gar nicht genug Nähe und Aufmerksamkeit geben und gleichzeitig auch von dir nehmen. Das ist kein normales Zusammentreffen. Charakteristisch ist auch das völlig unvorhergesehene Schlussmachen. Der Fragesteller schilderte ja, dass ein Tag zuvor noch Zukunftspläne geschmiedet wurden. Mit dem normalen Auseinanderdriften und allmählichem Abflauen der Leidenschaft haben solche Beziehungen nichts zu tun. Die Keule trifft dich völlig unvorbereitet und grausam und hinterläßt dich fassungslos mit einem Berg voller unbeantworteter Fragen. Wenn du das für dich nicht klärst, gehst an du die nächste Beziehung extrem misstrauisch und kalt heran und machst es dir unnötig schwer. Ich wünsche dir, dass du nie in eine solche Situation geraten wirst. Vor zwei Jahren habe ich noch genauso gedacht wie du. Dann habe ich (genau wie der Fragesteller) gedacht, ich hätte den Mann meines Lebens kennengelernt. Sowas von intensiv, leidenschaftlich und liebevoll hatte ich vorher noch nie erlebt. Und dann kriegte ich von heute auf morgen eins auf die zwölf und blieb völlig fassungslos zurück. Glaube mir, es war verdammt schwer, aus dem Loch herauszuklettern, und ich bin normalerweise hart im Nehmen. Jeder, dem ich davon erzählte, schüttelte den Kopf und verstand es nicht. Da kann so ein Buch schon helfen.
 
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Gast

  • #13
Kristina, danke für Deine Anteilnahme, ich versuche mich jetzt damit, natürlich zum Einen auf das Buch zu freuen und aber auf der anderen Seite mehr für mich zu machen und die negativen Seiten dieser Beziehung mir in den Vordergrund zu stellen. Darüberhinaus werde ich zu ihr keinen Kontakt mehr herstellen, mal sehen ob da dann noch etwas kommt.
Mit diesen Hilfsmitteln geht es mir doch schon etwas besser und der zeitliche Abstand spielt mir auch zunehmend in die Karten
 
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Gast

  • #14
Ja sicher, Menschen sind halt überwiegend nur seriell monogam.

Wo "Schmetterlinge im Bauch" Grundlage einer Beziehung sein sollen, sind (ständige) Trennungen unvermeidbar.

Wenn wundert es, dass das Konsumverhalten auch in Beziehungen, Arbeits"markt" etc. hineinreicht?
 
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Gast

  • #15
Kämpf einfach, wenn Du sie liebst. Nach allem, was sie erlebt und durchgemacht hat.....
Vielleicht möchte sie sich so gerne einlassen, aber hat nach so langer Zeit alleine einfach nur Angst, dass DU sie irgendwann verlassen könntest?
Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und Scheidungskrieg bin ich auch unsicher geworden und vorsichtig. Vielleicht kann sie ihr Glück einfach nicht fassen, und die Panik kommt hoch, weil sie bisher alles alleine managen mußte und nun einen Partner kennen gelernt hat, bei dem man sich anlehnen kann.
So denke ich, dass es vielleicht auch eine Schutzbehauptung von ihr sein könnte?
Zeig ihr, dass Du es ernst meinst und für sie da bist. Es sei denn, Dir ist es zu viel Mühe, aber wer hat heutzutag nicht ein Päckchen mit sich herumzutragen?
Bine.
 
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Gast

  • #16
Oje, ich erlebe das gerade.
Wir waren 6 Monate zusammen. Die ersten 3 Monate waren wunderschön. Er trug mich buchstäblich auf den Händen, sprach von gemeinsamen Zukunft, machte mir teure Geschenke (ich sagte, dass er das nicht tun soll, es war mir ein wenig unangenehm), brachte regelmäßig Blumen mit, buchte einen gemeinsamen Urlaub. Er war jeden Tag und jede Nacht bei mir und wenn jemand fragte, wo er jetzt sei, war seine Antwort „zu Hause“. Er war überglücklich, dass wir zusammen sind und sagte mir das auch oft. Mir ging es genauso und ich war ebenfalls immer für ihn da (Tod seines Vaters, Ärger auf der Arbeit). Eines Abends (wir lagen schon im Bett) kamen wir auf das Thema Beziehung zu sprechen. Ich sagte, dass ich mir schon wünsche, dass wir irgendwann in der Zukunft zusammenleben. Daraufhin sagte er, dass er das nicht kann und nicht will, weil er Angst hat, wieder vor einem Scherbenhaufen zu stehen, falls es nicht funktioniert. Er hat eine hässliche Scheidung und eine gescheiterte Beziehung hinter sich. Ich war wie vor den Kopf gestoßen, da ER doch derjenige war, der von Anfang an von einer gemeinsamen Zukunft gesprochen hat. Ich war so enttäuscht, das ich sagte, dass unsere Vorstellungen von einer Beziehung zu unterschiedlich sind, als dass wir zusammen bleiben könnten. Daraufhin zog er sich an und ging, wir waren beide sehr traurig. Zwei Tage später beteuerte er, dass er für mich sehr, sehr, sehr viel empfindet, seine Meinung revidiert hat und sich sogar darauf freut, dass wir irgendwann zusammenziehen werden.
Dann wurde er krank (Bandscheibenvorfall) und zog sich vollkommen zurück und in seine Wohnung. Ich fragte oft nach, was ich für ihn tun kann, es kam nur „ich bin so fertig, ich brauche nur meine Ruhe“. Seitdem änderte sich sein Verhalten total. Er mied den Kontakt zu mir, d. h. er rief mich jeden Tag mehrmals an, aber er vermied, dass wir uns traffen. Ich ließ ihn weitgehend in Ruhe und hoffte, das wir in dem gemeinsamen Urlaub einiges werden klären können. Dann kam es.. er will keine feste Bindung, kein Zusammenziehen. Aber er hofft, dass ich damit leben kann, weil er mich „lieb hat“ und die Beziehung nicht beenden will und sehr traurig wäre, dass ich so auf einer feste Bindung beharre. Ich sagte, dass ich das doch gar nicht tue, ich wollte ja nur wissen, was er für mich empfindet und dass wir darüber nachdenken sollen, wie es mit uns weitergehen soll. Wir einigten uns darauf, dass wir zusammen bleiben, jedoch das Ganze etwas langsamer angehen werden. Der Urlaub verlief zum größten Teil so, als ob wir zwei Fremde wären, die sich im Urlaub ein Apartment teilen (müssen): höflich aber auf Distanz.
Wir haben uns direkt am Anfang versprochen, dass wenn es für einen von uns nicht passt, werden wir uns das ohne Umschweife sagen. Ich habe ihn im Urlaub an das Versprechen angesprochen. Seine Antwort war „aber ich habe dir nichts zu sagen, versuche nicht mir etwas einzureden, was nicht ist“.
Und dann ein paar Tage später machte er Schluß. Mit der Begründung "wir sind zu unterschiedlich" und er "keine Lust hat jetzt darüber zu sprechen, ich melde mich".
Es war vor zwei Wochen. In meinem Kopf lauter Fragezeichen: Warum? Warum? Warum?
Und er sucht in einer Singlebörse nach einer Neuen..