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  • #1

Jung verwittwet, macht das Männern Angst?

Ich bin 38 Jahre alt und vor 7 Monaten ist mein Mann an Krebs gestorben. Mein Mann und ich haben gegenseitig eine Tiefe Liebe und Verbundenheit empfunden. Für uns war es immer ein unvorstellbares Glück, das wir uns kennenglernt haben und wir haben bis zum letzten Moment im Hier und Jetzt gelebt und nicht mit dem Schicksal gehadert. Nachdem der erste Schock überwunden ist, frage ich mich, wie ein neuer Mann mit meiner Vorgeschichte umgehen würde. Ich habe in meinem Leben viel Liebe und Wärme erfahren und gegeben und ich möchte nicht für den Rest meines Lebens allein bleiben, auch wenn jetzt alles noch zu frisch ist. Macht es Männern Angst, wenn man jung und verwittwet ist?
 
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  • #2
Ich bin die Fragestellerin.

Vielen Dank für die vielen, ausführlichen und persönlichen Antworten. Ich habe mich in vielen Dingen verstanden gefühlt und sehe es genauso. Sicherlich wird noch etwas Zeit vergehen müssen, bis ich wieder bereit bin, mich ganz auf einen neuen Menschen einzulassen und ich werde mich sehr bemühen, keine Vergleiche anstellen. Obwohl ich finde, daß dieses Argument nicht ganz zählt, denn jeder von uns, der älter als 30 ist, hat doch Beziehungen hinter sich, Menschen die das eigene Leben gekreuzt haben und ein Stück des Weges mit einem gegangen sind. Es passiert, daß man einen neuen Menschen in seinem Leben mit einer verflossenen Liebe vergleicht und es passiert, daß man die Vergangenheit verklärt, dafür muß der Partner nicht gestorben sein.

Mein Mann wird immer ein Teil meines Lebens sein, wir haben wundervolle, 18 Monate alte Zwillinge gemeinsam. Natürlich muß ein neuer Mann aushalten, daß es ein Leben vor ihm gab und ich werde mich um das Grab meines Mannes kümmern solange ich einen Fuß vor den anderen setzen kann. Das tue ich nicht nur aus Liebe, sondern auch aus Wertschätzung und Respekt. Ein neuer Mann sollte das ertragen können, denn wenn er mich kennenlernt, dann weiß er, daß ich das ebenso für ihn tun würde. Es ist eine liebevolle Geste, nicht mehr und nicht weniger. Erinnerungen sind doch ein Teil von jedem von uns, es sind Erfahrungen, die uns stark gemacht haben und erwachsen. Man darf nur nicht in der Vergangenkeit leben. Ich habe gelernt, wie wertvoll das Leben ist, ich bin jetzt hier und lebe heute und es gibt kein Gefühl das intensiver ist, als das Gefühl das ich jetzt empfinde.

In meinem Herzen wird auch bald wieder Platz sein für eine Zukunft und einen neuen Menschen. Dabei beschwert mich kein Haus und keine feste Struktur. Häuser lassen sich verkaufen und Jobs kann man wechseln, das war noch nie ein Hinderungsgrund für mich.

@14 Du hast so recht, es muß schon sehr spät gewesen sein gestern Nacht, peinlich, peinlich. Dein Kommentar hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert.

@4, 6 & 8 vielen Dank für die Einblicke in Eure Lebensgeschichten. Das hat mich berührt und getröstet.
 
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  • #3
Ich würde sagen, dass 'Angst' in diesem Zusammenhang übertrieben ist - aber den Männern dürfte schon klar sein, dass es nicht ganz einfach sein wird. Gewisse Bedenken kann es deshalb durchaus geben...
 
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  • #4
@21: Gibt es irgendetwas, was Männern keine Angst macht?
 
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  • #5
Hallo ich würde auch gerne etwas sagen. Ich selber bin mit 32 Jahren Witwe geworden. Mein Mann ist durch einen Autounfall gestorben,das war vor 14 monaten. Ich kann mich noch genau an diesen Tag erinnern. Ich glaube auch das das Leben weiter gehen muß. Aber wenn mich jemand fragt wo ich jetzt stehe, kann ich nur sagen das ich immer noch an unserem Treppenaufgang stehe und im Schüß sage. Für mich ist sehr beruhigend das wir uns nicht im Streit trennen mußten, denn genau da lieg der Unterschied. Ich für meine teile mußte mich von meinem Mann trennen, wir habén diesen Weg nicht freiwillig eingeschlagen. Ich glaube kaum ein irgendein Vater seine Kinder oder Frau freiwiilig verläßt(nicht wenn es gut läuft).Ich habe meinen Mann mit 15 Jahren kennengekernt. Wir hatten das große glück das wir gleich mit dem ersten Partner den richtigen gefunden haben. Freiwillig hätten wir uns auch nicht getrennt. Trozdem weiß ich das ein weiteres Glück nicht ausgeschlossen sein muß. Mann muß weder Angst vor uns habne noch sind wir zerbrechliche geschöpfe. Wir brauchen vielleicht ein bißchen mehr Zeit als andere Fraue, vobei ich glaube die steht uns nach all dieser Zeit zu. Ich für meinen Teil brauche noch eine Menge Zeit, trozdem braucht mann kontakte zu anderen Menschen.Da ich noch einen Proßez durchstehen muß um den Unfallfahrer zur rechenschafft zu siehen, wird es bei mir voll noch ein bißchen dauern, doch Dir wünsche ich wie allen anderen eine Glückliche Zukunft, denn glaube mir die wird irgendwann wieder vor uns allen stehen.
 
  • #6
@ Fragestellerin

Möchte dir nur sagen: du bist ne ganz Große!!! Wünsche dir das allerbeste - und behalte deine große Liebe im Herzen. Und ja - es gibt Männer, die genau damit umgehen können und nur sie sind es wert, dass du dich auf sie einlässt. Meine allerbesten Wünsche an dich!
 
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  • #7
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich etwas erstaunt bin, dass sich die FG nach so kurzer Zeit schon mit dem Gedanken befasst, wie es mit einer neuen Beziehung gehen könnte.

Ich glaube, dass ein neuer Partner immer im Hinterkopf haben wird, dass diese Art von Trennung nicht gewollt war. Den Partner auf diese Art zu verlieren ist immer mit Schmerzen verbunden, die Vergangenheit ist geprägt von schönen Erinnerungen. Anders, wenn es sich um geschiedene Menschen handelt.
 
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  • #8
Mir ist eine verwitwete Frau, die in einer glücklichen Beziehung gelebt hat, viel lieber als eine Frau mit unglücklicher Vorgeschichte. Das mindert Deine Chancen aus meiner Sicht in keinster Weise, eher das ´Gegenteil ist der Fall
 
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  • #9
Ich würde gerne wissen wie diese Geschichte weiterging. Bin selbst seit 13 Monaten Witwe, bin zwar nicht mehr ganz so jung (57 Jahre) und fühle mich trotz meine erwachsenen Kinder die sich liebevoll um mich kümmern sehr einsam. Mein Mann war auch mein erster und einziger Partner ich fühle mich sehr verlassen und doch denke ich ist es wirklich besser aus einer geglückten Partnerschaft herausgerissen zu werden ohne Schuldzuweisungen. Ich denke wenn man den Trauerweg mit all seinen schweren Stunden gehen kann,dann kann man auch irgendwann wieder zu einem Partner vorbehaltlos ja sagen ohne ein schlechtes Gewissen. Würde mich freuen etwas darüber zu erfahren ob es geklappt hat mit der neuen Partnerschaft
 
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  • #10
Ich würde gerne wissen, warum hier nur ein Fragment eines vormals längeren Threads zu sehen ist. Die aktuelle #1 verweist bereits auf etliche Antworten, die hier gar nicht mehr angelistet werden. Da ist es m.E. nach konsequenter, den gesamten alten Thread zu schließen als so eine defizitäre Restesammlung offen zu lassen.
 
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  • #11
Bin auch mit Anfang 40 Witwe gewesen und habe einige Zeit gebraucht, um mich wieder zu fangen und fröhlich ins Leben zurückzukehren. Ich musste mich auch noch um mein Kind kümmern, welches sehr unter dem frühzeitigen Tod seines Vaters gelitten hat. Aber die Chancen bei Männern waren deshalb nie gemindert. Es gab klare Fragen und Antworten und ich habe mich bemüht, nicht ständig meine Ehe zu erwähnen, aber das passiert manchen ja auch mit Ihren Expartnern. Ich habe
die Erfahrung gemacht, daß mir sogar damit die Falschspieler ein wenig vom Hals blieben, denn die hatten dann Angst, mir weh zu tun und haben aus Respekt Abstand genommen. Wenn ein Mann Angst hat vor einer Witwe, dann aus dem Grund, dass er die Konkurrenz fürchtet, die im Gegensatz zu einem Geschiedenen ja immer noch da sein könnte. Aber diese Männer wollen die Nummer eins sein und befürchten, vielelicht auch aus mangelndem Selbstbewußtsein, einen Vergleich ihrer Person mit dem Vorgänger, der ja nicht freiwillig gegangen ist. Jede reife halbwegs erwachsene Frau, die sich einem neuen Partner zuwendet, vergleicht nicht, sondern
versucht mit dem Partner ein neues Leben aufzubauen. Es gibt immer Ausnahmen, aber das kann man ja beim Kennenlernen feststellen. Deshalb Mut, liebe FS, auch für Dich kann das Leben wieder einen Mann und schöne Zeiten bereithalten. Die Suche dauert nicht mehr oder weniger lang als bei allen anderen auch.
 
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  • #12
Wenn ich auf dem Beziehungsmarkt unterwegs wäre, würde ich mit Sicherheit eine verwitwete Frau, die auf eine lange, treue, glückliche Beziehung zurückblicken kann, einer Frau mit (womöglich vielen) gescheiterten Beziehungen und Beziehungsversuchen (oder womöglich noch mehr "Vorleben") vorziehen. Klar braucht es einen gewissen Abstand zum verstorbenen ersten Mann, was auch Zeit braucht. Aber ... die Aussage eingangs von mir ist denkbar eindeutig, glaube ich.

M48
 
  • #13
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich etwas erstaunt bin, dass sich die FG nach so kurzer Zeit schon mit dem Gedanken befasst, wie es mit einer neuen Beziehung gehen könnte.
...es sind 7 Monate vergangen und ich kann sehr gut verstehen, dass die FS diesen Gedanken im Kopf hat. Sie versinkt nicht in ihrer Trauer sondern blickt wohl voll Zuversicht nach vorne - und das ist gut und ein sehr guter Ausweg aus ihrer Lage. Auch wenn du es noch weniger verstehen wirst, bei mir sind es nur 4 Monate und mir ist heute schon klar, dass ich nicht mein restliches Leben alleine sein will. Ich habe von meiner -ebenfalls an Krebs- verstorbenen Frau gelern, immer positiv nach vorn zu schauen. Und das tu ich und das tut auch die FS .... Glückwunsch dazu.
FS - Du wirst jemanden finden, der deine Situation versteht. Und du bist mit 38 noch lang nicht zu jung, um verwitwet zu sein. Es wird aber viel mehr Menschen geben, die glauben, beurteilen zu können, warum du jetzt und in einem Jahr diesen Gedanken noch nicht haben solltest. Diese Erfahrung mache selbst ich schon .... ignoriere sie und hör' auf dein Herz.
Viele Glück dabei
 
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  • #14
Solange die Todesursache geklärt ist... du hast ja deinen Mann nicht vergiftet!
Denke nicht, dass es den Männern Angst macht.
Es ist eben evtl. anfangs ein heikles Thema, weil du ja einen schlimmen Verlust erlitten hast und dein Mann ja auch viel zu jung an Krebs gestorben ist. Das ist eben sehr tragisch und ungerecht, zumal ihr Euch geliebt habt.
Aber solange du deinen Mann nicht auf einen Sockel stellst und alles an ihm verglorifizierst, nur über seine guten Seiten sprichst und er geradezu ein heiliger wird und Eure Beziehung nur perfekt war in deinen Erzählungen, dürfte das kein Problem sein. Dein verstorbener Mann sollte Mensch bleiben in deinem Kopf mit guten und schlechten Seiten.
Der neue Mann muss eben eine faire Chance bekommen und sollte nicht mit einem Toten konkurrieren müssen.
Aber dafür gibt es immerhin keinen eifersüchtigen Exmann.

Alles Gute!

w, 39
 
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  • #15
Sei beruhigt, es macht Männer keine Angst. Im Gegenteil. Du bist eine liebende Frau. So etwas ersehnen die meisten Männer. Auf dem sog. Single-Markt sind die meisten beziehungsunfähig bzw. Egoisten. Völlig ungeeignet für eine Partnerschaft. Jetzt möchte ich zum Abschluss noch sagen, dass ich mit einer Witwe seit 5 Jahren zusammen bin. Ich habe davor sehr viele Dates gehabt, dutzende! Sie ist mit Abstand die beste Frau die ich jemals getroffen habe. Sie war lange mit ihrem Mann zusammen und liebte ihn sehr. Heute habe ich das Glück.
 
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  • #16
Und nun meine Erfahrung:

Ich, w/65, bin mit 58 Witwe geworden, habe meinen Mann nach 34jähriger glücklicher Ehe innerhalb eines halben Jahres an Krebs verloren. Ich habe 5 Jahre (zu lange) getrauert, erstens, weil ich schwer darüber hinwegkam und zweitens, weil ich der Meinung war: "das wars jetzt, mit 63 will dich sowieso keiner mehr" - falsch! Mir hat ein sehr netter Mann "den Hof gemacht" und ich habe plötzlich gemerkt, dass ich mich wieder richtig verlieben konnte und auch mit meiner "langen" Trauer abgeschlossen habe. Das war wie ein "Schleudersitz ins Leben". Aus dieser Bekanntschaft ist zwar nichts geworden, aber ich bin wieder ein fröhlicher Mensch, der, wie früher, gerne unter Menschen ist und wieder viel lachen kann.
 
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  • #17
Ich denke nicht, dass früh verwitwete Personen anderen Menschen Angst machen. Allerdings finde ich es erschreckend, dass man nur wenige Monate nach dem Tod des geliebten Partners schon nach Ersatz sucht.
 
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