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Gast

  • #1

Ist nach 20 Jahren die Luft raus?

Mein Mann(55) und ich(48) haben uns nach 20jähriger Partnerschaft ziemlich auseinander gelebt. Unser Sohn(17) ist nächstes Jahr mit der Schule fertig. Wir haben keine Geldsorgen, beide einen guten Beruf. Trotzdem funktioniert es nicht mehr wirklich, nur keiner von uns will es wirklich wahrhaben. Ich habe gar kein Interesse mehr daran, mit ihm irgend etwas zu unternehmen, weil er mich nur noch nervt. Im Freundeskreis geht es vielen Frauen ähnlich, daher frage ich mich, ob es am Alter liegt oder an der langen Zeit, die man schon zusammen ist.
 
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Gast

  • #2
Nein, eher normal...
Beziehungen sind nicht von ewiger Haltbarkeit.
Man kann sich das zwar einreden und es auch versuchen, aber die Realität sieht anders aus.
Trennt euch doch mal auf Zeit, vielleicht findet ihr ja wieder zueinander.
Denn meist merkt man ja auch erst dann was man hatte, wenn man es verloren hat.
 
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Gast

  • #3
Das sehe ich sehr oft bei Frauen, die in langjährigen stabilen Partnerschaften leben.
Die Wärme und Geborgenheit der Partnerschaft ist einfach selbstverständlich geworden. Es ist normal, dass der Partner immer da war und man zusammen durch Dick und Dünn gegangen ist.

Ich empfinde dieses gelangweilte Genörgel immer als Undankbarkeit.. Es ist furchtbar schwer, einen Menschen zu finden, der zu einem passt und auf den Verlass ist.
Sei mir nicht böse, aber mit 48 stehen die Männer nicht mehr Schlange bei Dir.....und so viele tolle Männer laufen nicht frei rum.
Oder willst Du alleine leben ? Überleg Dir das gut.
 
G

Gast

  • #4
Ihr habt es also geschaftt euch auseinanderzuleben. Ziemlich passive Lebenseinstellung, oder? Vielleicht gehst du deinem Mann ja auch auf die Nerven und er sagt dir das genausowenig, wie du ihm. Es liegt weder am Alter, noch an der langen Zeit, sonder definitiv an euer beider Lebenseinstellung und Haltung in Beziehungsfragen.

M48
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,
da erkenne ich mich doch glatt wieder.
Schau mal, ob es nicht vielleicht doch noch nicht zu spät ist, wieder zueinander zu finden. Rede mit ihm und macht vielleicht mal ein Paarwochenende (das bieten manche Paartherapeuten an). Schaut zusammen, "ob da noch was ist".
Bei uns war's nicht so, wir haben uns getrennt. Ich konnte ihn einfach nicht mehr sehen und nicht mehr um mich haben. Nach 20 Jahren aber auch verständlich, denke ich, Lebenslange Liebe ist schön, aber doch recht selten.

Viele Grüße und dir viel Glück mit oder ohne ihn!
 
G

Gast

  • #6
ich möchte zu bedenken geben, dass die FS hier wohl kaum Antworten von glücklich 20 Jahre verheirateten Paaren erhält. Diese werden sich mit geringer Wahrscheinlichkeit hier im Forum tummeln. Antworten wie: es ist normal, dass man sich auseinanderlebt, sollten kritisch geprüft werden!
 
G

Gast

  • #7
Auseinandergelebt kann passieren - erst recht wenn man vergisst, dass Beziehung kein Selbstläufer ist auf Dauer, sondern tatsächlich Beziehungsarbeit erfordert.
Es gibt einige Bücher zu dem Thema.
Ich kann dazu raten, sich das ein oder andere zu Gemüte zu führen und sich da Ideen zu holen.
Möglicherweise hilft auch ein Paartherapeut um der Beziehung wieder auf die Sprünge zu helfen.
 
M

Mooseba

  • #8
[...]
Möglicherweise hilft auch ein Paartherapeut um der Beziehung wieder auf die Sprünge zu helfen.
Als ob dies keine erwachsenen Menschen sind, auch wenn sie gerade ziemlich unreif sind.

Ich weiß nicht, ob es normal ist, sich auseinanderzuleben. Ich weiß aber und habe beigebracht bekommen, dass Liebe weniger ein schönes Gefühl, sondern, genau wie Arbeit, eine Lebenspflicht ist. Aber die Menschen schauen heute nur noch nach den emotionalen Glücksmomenten, anstatt sich harter Arbeit hinzugeben.
 
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Gast

  • #9
Liebe FS, frage Dich was Du in Zukunft für Pläne/ Hobbys/ Träume hast. (Ausgehen, Sport, Lesen, Haus, Weltreise) Und dann überlege, ob Du das alleine machen willst oder nicht- (ganz egoistisch sein dabei) und dann entscheide.
Diese lauen Phasen in einer langen Ehe kenne ich auch (seit über 20 Jahren verheiratet, ein erwachsenes Kind). Bisher konnte ich sie so überwinden, indem ich mehr Energie und Konzentration auf mein eigenständiges Leben gelegt habe, neues Hobby, Sport, Veränderungen im Tagesablauf. Wenn Du Dich veränderst oder Deine Gewohnheiten muß der andere auch anders reagieren.Außerdem ist der Andere dann nicht mehr so präsent in Deinen Gedanken/ Leben. Mir hat das bisher immer gut geholfen. Es ist schon anstrengend neue Gewohnheiten für sich einzuführen aber wenn Du alles so weitermachst ändert sich nichts. probiers für einen kleinen Zeitraum aus und dann sieh weiter. Das hat mir auch immer geholfen. Trennen geht immer noch. Alles Gute für Dich. w45
 
G

Gast

  • #10
Eine Beziehung /Liebe muss sich immer wieder erneuern, sonst schläft sie ein. Oft weiß man auch gar nicht mehr zu schätzen, was man an dem anderen hat oder geliebt hat.
Oft hat man sich selbst in der Beziehung vernachlässigt und gibt dann gern dem anderen die Schuld. Deshalb ist es jetzt ein guter Zeitpunkt sich selbst zu entdecken. So wird man oft auch für den Partner wieder interessanter und dieser fängt auch an sich weiter zu entwickeln.
Statt einem Standard-Fernsehabend mit dem ewig gleichen Tatort oder Wetten dass, schiebt man einfach mal eine DVD zum Thema Partnerschaft ein, schaut mal in alte Fotoalben, als man sich noch nahe war, geht mal ins Kino oder versucht sich im Snowboard fahren, geht gemeinsam unter Leute im Fitnesscenter oder ins Konzert (vielleicht eine Band aus der alten Zeit)....
Da geht bestimmt noch was ! ;)
 
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Gast

  • #11
Ja. Nach 20 Jahren ist oft die Luft raus. Das ist tatsächlich relativ normal. Schon deswegen, weil vielen Menschen die Polarisierung in der Zweisamkeit irgendwann auf die Nerven geht.
 
G

Gast

  • #12
Ich bin mit meinem Mann 28 Jahre zusammen, davon 23 Jahre verheiratet.

Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, haben wir wieder viel mehr Zeit für uns selbst, können spontaner sein in unseren Unternehmungen.

Unsere Beziehung ist inniger und liebevoller als je zuvor. Ich genieße jeden Moment mit ihm. All die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, all das, was wir gemeinsam bewältigt haben, das unendliche Vertrauen zueinander, das kann man nicht so schnell wieder aufbauen mit einem ganz neuen Partner (falls man dies in Erwägung zieht).

Es liegt an jedem selbst, wie weit er an seiner Partnerschaft arbeitet, neue Impulse einbringt. Ein Auseinanderleben bedingt vielfach auch jener Umstand, dass man das Interesse am Leben des anderen verliert. Ich selbst lerne gerne dazu, probiere Neues aus, kann auch viele Kleinigkeiten genießen. Im Grunde genommen bin ich selbst mit mir glücklich, aber das Leben mit ihm ist die Krönung.

w/48
 
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Gast

  • #13
Liebe FS, Du schreibst vom gegenseitigen genervt sein. Das ist zermürbend und Du solltest Dich fragen, ob Du das bis ans Ende Deines Lebens mit zunehmender Tendenz aushalten willst. Für mich war das keine Perspektive und so bin ich gegangen. Als immer voll berufstätige Frau war das einfach umzusetzen.
Vorher habe ich aber sehr viel versucht, um die bestehenden Probleme zu lösen, inkl. Psychotherapie. An den Lösungsversuchen hat mein Ex sich nicht beteiligt, sondern die Änderungsversuche unterminiert.
20 gemeinsame Jahre sollte man nicht leichtfertig wegwerfen, aber auch nicht aushalten bis zum Sankt Nimmerleinstag, wenn eine Gemeinsamkeit nicht mehr herzustellen ist.
Die Frage, ob man noch einen anderen Mann finden kann, sollte Deine Entscheidung nicht beeinflussen. Ich habe auch keinen mehr gefunden, aber meinen Ex habe ich nicht eine Sekunde vermisst und ich will ihn nicht zurück. Niemand nervt mehr, demütigt mich, beschämt mich vor anderen .... - wesentlich bessere Zeiten.
Mir ist auch aufgefallen, dass in fortgeschrittenem Alter die Trennungen von den Frauen ausgehen, insbesondere, wenn sie wirtschaftlich eigenständig sind. Das sind nicht die Wechseljahre, sondern die Folge davon, dass die Frauen die groesste Familienlast getragen haben, zuwenig echte Partnerschaft erfahren haben, man ist zu Recht erschöpft und genervt. Natürlich gehören zum scheitern immer zwei, aber ich habe oft gehört, dass Frauen bei ihren Partnern mehr Unterstützung einfordern und sie nicht bekommen haben, aber noch nie, dass Männer sich mehr an der Familienarbeit beteiligen wollten und von den Frauen gehindert wurden.
Jahrzehntelange Enttäuschung tötet jede Liebe.