Ist es wirklich ein Nogo, wenn man keine Bücher liest und auch keine zu Hause hat?

Ich stelle die Frage in dieser Rubrik. Nicht wundern. Ihr wisst ja alle, dass ich glücklich verheiratet bin. Mich würde es trotzdem mal interessieren.

Vor kurzem habe ich mich mit ein paar Kollegen und Kolleginnen in der Mittagspause unterhalten. Dannn wurde auch darüber gesprochen, was für Bücher man liest und auch welche man überhaupt zu Hause hat.

Als ich dann gesagt habe, dass ich gar nicht gerne lese und auch keine zuhause haben vor allem Kolleginnen von mir gesagt, dass für sie so etwas ein Nogo wäre. Ich persönlich habe noch nie gerne gelesen. Was heißt nie? Als Kind vielleicht mal. Da habe ich noch wie die meisten Jungs die Bücher von Karl May gehabt. Seit ich jugendlich war habe ich gar nicht mehr gelesen.

Da frage ich mich, was daran so schlimm sein soll. Gut, meine Frau liest jetzt auch nicht. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn sie gerne lesen würde. Ich finde es einfach langweilig. Meine Mutter ist beispielsweise eine richtige Leseratte. Wenn meine Eltern in den Urlaub fahren nimmt die immer ihren EBook Reader mit. Mein Vater liest auch noch. Trotzdem sind sie schon seit 1970 glücklich verheiratet.

Was denkt ihr über jemanden der nicht gerne oder gar nicht liest? Sagt ruhig eure Meinung dazu. Würde mich wirklich interessieren. Ich meine sowohl Frauen als auch Männer.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ist mir egal. Solange ich mit einem Menschen in meinem Sinne gute Gespräche führen kann, ist es mir egal, ob, wie viel und was gelesen wird.
ErwinM, 51
 
Ich persönlich finde es erschreckend, wenn jemand keine Bücher daheim hat, bzw. nicht liest. So jemanden könnte ich mir als Partner nie im Leben vorstellen. Denn Lesen dient der Sprach- und Gedankenbildung. Ich habe auch schon einige Male für mich festgestellt, dass Menschen, die gar nicht lesen einen geringeren Wortschatz haben.
 
Wenn meine Eltern in den Urlaub fahren nimmt die immer ihren EBook Reader mit. Mein Vater liest auch noch. Trotzdem sind sie schon seit 1970 glücklich verheiratet.
Obwohl beide gerne lesen, sind sie noch glücklich verheiratet? Klingt irgendwie witzig, Jochen :)
Für mich gibt es nichts schöneres als Lesen. Das ist wie eine innere Reise in eine andere Welt. Ich denke sogar, das ersetzt eine Reise. Ich tauche ab, vergesse den Alltag. Dann regen viele gute Bücher zum Mitdenken und Nachdenken an, es verändert Dich, es macht klüger. Okay, wenn der Partner so gar nichts für Literatur übrig hat, dann würde ich sagen, es passt nicht. Das ist meine Meinung. Kommt noch hinzu, dass beide immer schöne Gesprächsthemen haben.
Schulkinder lernen richtig zu schreiben, lernen einen guten Stil, und was ich ganz wichtig finde, sie lernen sich mal eine ganze Zeit lang zu konzentrieren.
Aber Deine Frau und Du, ihr lest beide nicht, somit passt es ja.:)
 
Es kommt natürlich auch darauf an, was man liest. Aber gar nix? Sorry, das wäre mir doch etwas zu wenig.
Früher gab's mal den MTV-Spruch "books! feed your head!".
Ein Leben ohne Bücher wäre ein ödes Leben.
 
Ist und wäre mir echt egal.
Ich habe als Jugendlicher wenig bis selten gelesen.
Vermutlich hat das meiner Rechtschreibung nicht geholfen, aber ich fand es langweilig.
Seit etwa 15 Jahren lese ich Bücher.
Aber keine Ratgeber oder so ein Zeugs.
Ich mag geschichtliche Bücher, naturwissenschaftliche Bücher alles was mit Zeit und Raum in der forschuzzu tun hat.
Ob meine Partnerin ließt oder nicht ist mir völlig schnuppe.
Wenn’s sche macht, bitte.
M50
 
Ich glaube, jemand der gar nicht liest oder keine Bücher hat, würde nicht zu mir passen.
Ich lese, aber nicht ununterbrochen. Mein Mann auch. Wir lesen nicht dasselbe, sind völlig unterschiedlich. Aber wir haben gemeinsam, dass wir uns in Bücher hinein vertiefen können und darin abtauchen. Wir haben Verständnis für den anderen, dass er gerade liest. Wir tauschen uns manchmal auch aus, was wir gerade lesen.

Wenn ich bei anderen zu Besuch bin, schaue ich mir gerne deren Bücherregal an. In der Hoffnung, dass ich auf gemeinsame Literatur treffe.

Es ist für mich ein Stück Leben, diese Bücher. Es würde mir etwas fehlen, wenn der andere damit nichts anfangen kann.

Nogo kann ich nicht sagen....ich bin ja Nicht-Suchend
 
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Frauen die sich als "sapiosexuell" bezeichnen gar nicht so helle sind. Da steckt nur Überlegenheitsdünkel dahinter. Wenn sie merken, man hat etwas intelektuell auf dem Kasten, fällt die Anmaßung in sich zusammen und sie bekommen kalte Füße.

Ich hatte mal was mit einer Frau, die sich angeblich für Philosophie interessierte. Ich war später bei ihr zu Hause. Da fand sich kein Buch. Vor 20 Jahren hatte sie mal eines von Satre zur Hälfte geschafft. Ihr Verständnis von Philosophie erweis sich als ein oberflächliches Interesse für Management-Theorien.

Steh' doch einfach dazu, nicht gern zu lesen! Nicht immer nach den anderen Erwartungshaltungen ausrichten, sondern selbst selektieren.

Ich lese immer zehn Seiten vor dem Einschlafen. So habe ich im Monat auch 300 Seiten runter. Zur Zeit Hannah Arendts Klassiker zum Totalitarismus.
 
Mich würde es nicht stören, wenn mein Partner nicht liest. Du liest ja außerdem hier regelmäßig. Ist zwar kein Buch, aber es geht um praxisorientierte, zwischenmenschliche Schwierigkeiten und Lösungen :) w, 34
 
Im ersten Moment dachte ich „ja, das ist ein No Go.“ ich bin eine Leseratte, habe zig Bücher in Regalen daheim stehen und lese pro Woche 1-3 Bücher. Allein die Buchrücken dieser kleinen Geschöpfe anzuschauen, erfreut mein Herz. Ich hatte mal einen Freund, der war wirklich strohdoof, konnte die Rechtschreibung nicht und hatte genau ein Buch zu Hause liegen. Das passte nicht. Mein Partner mag Bücher, hängt aber (wie viele Erwachsene) in einer Leseflaute seit Jahren (durch anstrengendes Berufsleben). Manchmal ist er neidisch, weil er einfach momentan nicht lesen „kann“. Er hat aber dennoch denselben Bildungshintergrund wie ich, daher kein Problem.

w32
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hey @Jochen1, gute Frage und ich bin sehr gespannt auf die Antworten ...
Als Logopädin arbeite ich mit Erwachsenen und Kindern, momentan so 50:50.
In den Kindertherapien merke ich immer ganz rasch, ob in den Familien gelesen (vorgelesen) wird oder nicht. Wortschatz, Grammatik und Phonologie erlernen wir über die Spontansprache aber natürlich auch ganz arg über das Vorlesen/Lesen.
Ich komme aus einer „lesenden“ Familie, in meiner Jugend habe ich Bücher verschlungen, bin abgetaucht, war süchtig danach. Ebenso mein Vater und meine Tochter.
Ich könnte es mir nur schwer vorstellen, mit einem Partner zu leben, der diese Faszination nicht nachvollziehen kann.
Aber wir sind doch alle so verschieden und Du hast Deine passende Partnerin gefunden, die dem Lesen auch nichts abgewinnen kann, also alles gut.

Und noch einen kurzen Nachtrag, die sog. Latetalker sind fast ausnahmslos Jungs, das Hobby Lesen ist bei einem sehr viel höheren Prozentsatz bei den Mädchen vertreten ... In der Therapie habe ich auch zu 70% Jungs zwischen vier und sieben.
Mit Studien dazu kann ich jetzt nicht aufwarten, aber es scheint so, dass die Welt der Worte eher weiblich ist😉
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das Lesen von Büchern hat auch viel mit der Gesellschaftsschicht zu tun, in der man sich bewegt. Wenn ich hier aus dem Fenster blicke, sehe ich Laufmeter an Bücherregalen der Nachbarn. Jemand, der gar nicht liest, nicht, weil er gerade sehr gestresst ist oder sich mit anderen Dingen beschäftigen muss, kommt eigentlich nicht in Frage. Leider, ich hoffe, du verzeihst, sieht das etwas prekär aus. Es muss ja nicht Sartre oder Camus sein, aber garnix?
 
Einige meiner besseren Bekannten und Freunde sind in der Produktion von Büchern beteiligt. Für sie wäre und ist ein nichtlesender Mann / Frau ein No-Go für eine Partnerschaft. Verständlich.
Bei mir war es nicht relevant. Wenn der Partner ließt, OK, wenn nicht auch ok.
Es ist ja auch die Frage, was wie viel und warum.
War schön entsetzt, dass so viele Frauen die 50 grauen Schatten ( urgs!) gelesen hatten.

Als junge Frau war lesen für mich Lebenselixier.
Als ich neben dem Job angefangen hab mich über Jahre fort und weiterzubilden wurde es immer weniger. Keine Zeit.
Romane finde ich immer noch schwierig. Und meine Zeitungsabonnements hab ich ebenfalls reduziert. Zuletzt wegen Corona hab ich es völlig aufgegeben eine Tageszeitung zu lesen.
Was tue ich stattdessen? Hier schreiben und lesen, meditieren. Fachbücher lesen.
Ach und von wegen No-Go.
Mir kommt kein offenes Bücherregal in die Wohnung.
Gefällt mir nicht, zu staubig.
 
Was denkt ihr über jemanden der nicht gerne oder gar nicht liest? Sagt ruhig eure Meinung dazu. Würde mich wirklich interessieren. Ich meine sowohl Frauen als auch Männer.

Ich lese gerne, viel, eher trivialer...

Ich finde es schön, wenn jemand liest, muss aber nicht.
Also kein NoGo.
Mein Partner hat früher viel gelesen, jetzt nur noch sporadisch...
Heute liest er vor allem Zeitungen, verschiedene. Also kein Nichtleser, nur Bücher sehr selten.

Unterhalten können wir uns trotzdem 😉

W, 51
 
Ich habe nur ein kleines Bücherregal für meine Bildbände (keine Comix). Ich lese meist Sachbücher, auch populäre Sachbücher. Also es muss nicht immer hoch wissenschaftlich sein.
Romane und sonstige 'schöngeistige Literatur' nur noch im Urlaub am Strand - dann gerne einen Krimi.
Ausgelesen kommen sie dann in einen Schrank oder ich verschenke sie.
Zimmer, voll mit Bücherregalen mag ich gar nicht - nenne ich innerlich 'Bücherausstellung'.
Seit ein paar Jahren lese ich viel im Internet auch und gerade längere Texte als pdf. Die Einleitung zum 'Female Choice' Buch habe ich als pdf im Netz gelesen. Auch lese ich viel bei wikipedia und wenn das Thema mich interessiert folge ich dort den Hinweisen - links.
Bei einer potentiellen Partnerin ist es mir schon wichtig was sie liest. Wenn es nur flache Romane a la 'Angelique' oder Rosalunde Pilcher ist, wird es wohl nichts werden. Ebenso bei allzu flacher Ratgeberliteratur für Frauen. Das Buch von Frau Stoverock zähle ich ausdrücklich nicht dazu. Auch wenn mir ihre Kernaussage nicht gefällt.
 
Naja, für einen Literaturprofessor ist das vielleicht ein No-Go, für einen Sportler ist es langweilig, wenn jemand Lesen als Hobby angibt.. Das ist denke ich sehr unterschiedlich.
Ich lese wahnsinnig viel und schnell. Ich bezeichne das nicht als Hobby, weil ich unter Hobby was anderes verstehe, aber es ist schon fast ne Leidenschaft. Als Kind hab ich nachts unter der Bettdecke gelesen und in der Grundschule unterm Tisch, weil mich der Unterricht gelangweilt hat. Ich les bei der Fahrt zur Arbeit, bei der langen Fahrt zu meinen Eltern, abends im Bett. Ich hatte aber nur Partner ohne ausgeprägten Lesewunsch - und das, obwohl ich meinen Vater, der das Haus in eine Bibliothek verwandelt hat, schon als Vorbild für einen Partner hatte. Mein Freund jetzt liest auch, wenn ihn die Bücher wirklich interessieren. Ich liebe Abende, in denen wir beide gemütlich auf der Couch in unsere Bücher versunken sind. Das ist für mich der Inbegriff von Zuhause, ohne TV, einfach Ruhe. Und mit Büchern verbinde ich durchaus Bildung, die Fähigkeit, sich selbst zu beschäftigen, die Fähigkeit zur Fantasie, weil man sich ja was vorstellen muss und nicht einfach konsumiert wie beim TV, Interesse an der Welt, also positive Dinge (kommt auch drauf an, was man liest). Also; lesende Menschen sind mir sympathisch und ich fühl mich mit denen verbunden, aber ein No-Go ist ein Nicht-Leser jetzt auch nicht.
w, 37
 
Mir wäre das egal... es gibt sicherlich auch Menschen, die schöpfen ihren inneren Reichtum aus sich selbst, aus ihren Lebenserfahrungen und aus ihrem vielseitigen Charakter.
Ich glaube nicht dass man zwingend lesen muß, um einen solchen zu bilden (vielseitigen Charakter).

Ich selbst lese (und schreibe) sehr viel und sehr vielschichtig. Täglich. Ich liebe und brauche das. Und lebe u.a. auch davon. Vom Schreiben und Lesen. Mein verstorbener Mann hat auch sehr viel gelesen. Aber ein Kriterium wäre das für mich für eine Beziehung mit einem Menschen nicht... da interessieren mich seine inneren Farben und nicht die Bücher in seinem Regal.
Einige meiner besseren Bekannten und Freunde sind in der Produktion von Büchern beteiligt. Für sie wäre und ist ein nichtlesender Mann / Frau ein No-Go für eine Partnerschaft. Verständlich.

Mag sein, aber ich finde das nicht zwingend verständlich. Weitgehend nachvollziehbar, okay.

Ich bin beruflich künstlerisch-kreativ tätig, und da ich auch davon leben möchte und muß (ich ernähre ja auch eine Familie durch meine "Arbeit"), habe ich auch künstlerisch solide Standbeine, schreibe und publiziere Bücher, schreibe Drehbücher und (ver)filme, und das jetzt nicht vollkommen unerfolgreich , und für mich wäre ein Mensch, der nicht lesen mag kein "No-Go".
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Sorry habe mich verschrieben.
Meinte mein Vater liest auch nicht.

Natürlich habe ich früher als mein Sohn noch klein war vorgelesen. Das war für mich natürlich selbstverständlich. Nicht, dass mir das als Vorwurf gemacht wird.

Ich habe ja schon angedeutet, dass ich auch kein Problem damit hätte wenn meine Frau eine Leseratte wäre. Das einzige womit ich ein Problem hätte wenn nur gelesen wird und keine gemeinsame Zeit wäre.
Heute liest er vor allem Zeitungen, verschiedene. Also kein Nichtleser, nur Bücher sehr selten.
Zeitungen lese ich natürlich schon. Jetzt natürlich nicht die Bild. Die lese ich nur wenn sie mal zufällig irgendwo rum liegt. Wenn man ehrlich ist steht in der Bild nur Müll.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Im ersten Moment dachte ich "Oh Schreck!", aber mein Freund hat selbst auch keine Bücher, während ich wöchentlich neue herschleppe (den kostenlosen Bücherschränken sei Dank). In letzter Zeit nehme ich mir trotz viel Arbeit explizit Zeit dazu und es ist toll. Aber wie man sieht, passt Bücherwurm zu Handyeule.
Das ist nämlich der andere Punkt: was früher Bücher waren, ist heute das Internet - die Haltung zu Informationsbeschaffung und Neugier ist das Entscheidende. Mein Freund liest sehr viel auf dem Handy und schaut unzählige Videos - politische, philosophische, praktische (IT, Handwerken usw.). Dadurch bietet er mir einen Riesenfundus an spannenden Gesprächsthemen.
Und Jochen, du bist mit deiner Frau auch seit mehr als 10 Jahren glücklich, also passt es doch für euch auch 🙂

Wenn ich ganz ganz ehrlich bin, wirkt die Aussage "keine Bücher zu Hause" allerdings wenig intellektuell, da zucke ich tatsächlich erstmal zusammen. Aber du wirkst hier sympathisch und das finde ich dann auch unter Kollegen (das war ja der Thread-Anlass) das Wichtigste. In meinem Freundeskreis sind Bücher Statussymbole, und ich habe mal bei einer Familie als Nachhilfelehrerin gejobbt, die keine Bücher im Haus hatten außer dem Koran, der Schüler war einfach minderbemittelt und in dem Einzelfall lag es leider daran, dass die Eltern ihm im deutschen Bildungssystem nicht helfen konnten. Und das nahm ich als bleibende schlechte Erinnerung an "keine Bücher im Haus" mit :confused:
W37
 
Warum auch nicht? Solange er noch nicht blind ist. Mein Vater ist 85 und schlägt sich noch wacker innerhalb von 10 Tagen durch die 1000 Seiten Obama Schwarte. Zeigt mir zumindest, dass noch keine Zeichen von Demenz vorhanden sind.
Nogo würde ich jetzt auch nicht unbedingt sagen, aber befremdlich würde ich es schon finden. Ich lese viel, früher noch viel mehr. Heute ( leider) zu oft hier.
W,56
 
Das mache ich natürlich auch. Da schaue ich natürlich regelmäßig nach. Ich meinte ja auch nur Bücher.
Obwohl beide gerne lesen, sind sie noch glücklich verheiratet? Klingt irgendwie witzig, Jochen :)
Habe schon meine Frage etwas abgeändert. Habe mich da leider verschrieben. Meinte meinte mein Vater liest auch nicht.
 
Ich wäre wohl nicht so begeistert, wenn mein Partner so überhaupt kein literarisches Allgemeinwissen besitzen würde.
"Welcher Autor? Nie gehört..."
Aber wenn das dennoch halbwegs im Rahmen ist, dann stört mich das kaum. Es ist eben ein Hobby.
Wenn jemand lieber in der Werkstatt rumschraubt, ist das doch auch ok.
Ich hatte bis 2012 Bücher verschlungen. Das war ein tägliches Ritual (Meine Zeit). Dann nicht mehr....
Seither lese ich null und nichts an Büchern. Ich Recherchiere gerne im Internet zu Themen, die mich interessieren, oder lese Zeitungsartikel. Das sauge ich schon sehr auf. Die Belletristik lass ich links liegen.
Vor allem diese ideologisch angehauchten Meinungsbildner, die den Büchermarkt überfluten und sich Heizdeckenverkäufer damit eine goldene Nase verdienen, gehen gar nicht. Das nervt.
Das wäre Gehirn-Zumüllen.
Dafür würde ich nie Geld ausgeben.

Eine Ausnahme gab es. Auf meiner Reise hatte ich so ein kleines Büchlein gelesen "Das Café am Rande der Welt". Wurde natürlich wieder in höchsten Tönen gelobt. Ich fand diesen Selbsterkenntnis-Kram etwas platt. Abgelutschtes Thema. Aber es war ein Zeitvertreib im Camper, wenn es draußen schon dunkel war. Damals.....als man noch reisen konnte.... :(

Also nein, ein "No-Go" ist das nicht.
 
Lesen ist ja erstmal LESEN. Zeitung, Netzartikel, Fachbücher, Sachbücher, Foren, Beipackzettel mit anschließender Recherche ...

Also wenn jemand gar nicht liest, nicht mal Artikel im Netz oder Zeitung oder Fachbuch, auf Arbeit irgendwas, finde ich das schon ... anders.
Aber ich habe nie verstanden, was bilden soll daran, wenn man z.B. unterhaltsame Krimis liest. Ja, vielleicht kommt man auf Methoden, aber wer braucht das ... :D
Oder Liebesromane.
Vielleicht ist es das Lesen an sich schon, das bildet. Weil die durch den Buchstabenblock angesprochene Gehirnhälfte aus was Abstraktem irgendwas bilden muss, mit dem der Mensch was anfangen kann. Aber dann braucht man ja nicht unbedingt Bücher.

Ich habe früher, dh. vorm Studium, viele Romane gelesen, aber auch populärwissenschaftliche Bücher, die mich interessierten, Bio war eines meiner Lieblingsfächer, Pflanzen, Tiere, Natur, Urzeit usw.. Während des Studiums kam es mir dann beim Lesen von Fachfremden immer so vor, als würde ich Zeit vertrödeln, in der ich Fachbücher lesen könnte.
Und ich habe nicht viele interessante Romane gefunden. Ich langweile mich mittlerweile auch schnell. Es ist mir auch schon passiert, dass ich der Ankündigung eines Buches gefolgt bin, insbesondere, wenn das Buch sehr lustig sein sollte, und dann eher nicht so amüsiert war oder aber mich sogar geärgert habe, weil das Buch nicht wusste, was es sein wollte (in Bücher, die lustig sein sollen, gehört mE z.B. kein Missbrauch, den eine Figur, über die man lachen soll, erleben musste und deswegen so komisch ist), oder irgendwas gehyp...t (wie soll man das schreiben) worden war, das ich als Schrott empfand.

Ich habe früher gerne Kunstmärchen gelesen oder Sammlungen früherer Gerichtsfälle. Krimis auch. Ich war auch eine Leseratte. Aber jetzt eher nicht mehr, weil man dem Autor oder der Autorin auch vertrauen können muss, dass man seine Zeit nicht mit schlechter Unterhaltung vergeudet. Momentan würde ich nur was total Lustiges lesen wollen. Und das erstmal finden, das ist ja auch immer ganz stark Geschmackssache. Ich habe es versucht mit Büchern von Kabarettisten und Comedians. Ging ziemlich schief, weil die Komik anscheinend daher kommt, dass es genau dieser bestimmte Mensch vorträgt.

Ich lache bei manchen Forenbeiträgen (hier oder woanders) schon mal, wenn es lakonisch, ironisch oder einfach satirisch formuliert ist. Oder an sich irgendwie lustig. Da gibt es echte Perlen. Und Lesen hier ist auch äußerst anregend. Und bildend, z.B.
Haha, ich dachte wirklich, das sind Typen, die eine Late night show haben oder nur da Gast sind oder irgendsowas, Leute, die spät aufstehen und spät schlafen gehen. 😆
Noch nie gehört, das Wort, aber ja, es ist ja selbsterklärend.
 
  1. Ich lese auch fast keine Bücher, vor allem keine Belletristik. ABER ich lese sehr viel, Zeitungen, Blogs etc., Zeitschriften.
  2. Ich fühle mich sehr belesen, muss von Berufs wegen viel lesen, weiß aber, dass ich über aktuelle Bestsellerautoren nicht mitreden kann. Dafür habe ich andere Kenntnisse, die andere nicht haben. Alles kann ein Gespräch bereichern.
 
Ich habe von Kindheit an immer viel gelesen - fand ich gut und war eh die einzige Art von Unterhaltung, außer sonntags Kino. Ich habe auch nicht gern mit anderen Kindern gespielt, sondern lieber mit einem Buch in der Ecke gesessen.
Ein Fernseher wurde für die Familie erst angeschafft und das gefiel mir nicht, weil man da anders als in Büchern, nicht unterbrechen und in Ruhe drüber nachdenken konnte.

Es gab kein Weihnachten, kein Ostern und keinen Geburtstag ohne Buchgeschenke. Gutes Zeugnis? - da gibts ein Buch, das macht kluch.
Ich glaube, einen Leseausweis für die Stadtbibiothek habe ich schon zur Geburt bekommen. Fix gab es aus eine Ausnahme für mich, dass ich nicht 1 Buch pro Woche holen durfte, sondern für jeden Tag eines und ich war jeden Samstag dort.

Weil ich jüngere Geschwister hatte und meine Mutter chronisch überfordert war fiel das abendliche Vorlesen für die Jüngeren schon recht früh in meinem Aufgabenbereich - habe ich gern gemacht und sie so mit meiner Lesesucht infiziert.
Die ganze Familie inkl. der angeherateten Partner bis in die nächste Generation besteht aus Leseratten und selbst die nextnext-Generation wird systematisch angefixt - es gibt so tolle Kinderbücher.

Mein bester Tag des Jahres? Na, der Tag an dem alle Geschwister ihre Schulbücher bekommen haben - Lesematerial für mich für ein paar Wochen. Lesebücher, Sprachbücher, Geschichte, Bio, Erdkunde - in jedem Buch steckte was drin, was ich unbedingt wissen musste und das ist bis heute so gebleiben.

Was denkt ihr über jemanden der nicht gerne oder gar nicht liest?
Nix - seine Sache. Er ahnt nicht, was er verpasst.
Ich kenne aus dem Sportumfeld einige Leute, die auf garkeinen Fall lesen. Über den Sport hinaus und ein paar Faxen machen kann ich mit ihnen nichts anfangen. Sie langweilen mich, unscharfe Gedanken, unscharfe Sprache.

Ich könnte mit einem Nichtleser nicht zusammenleben. Nichts ist schöner, als mit meinem Mann zu sitzen und sich auszutauschen über das was wir grad lesen.
 
Ich habe als Kind sehr viel gelesen, jetzt als Erwachsene fehlt mir die Zeit und auch die Lust dazu. In meinem Beruf als Anwältin habe ich den ganzen Tag mit Texten zu tun. Entweder verfasse ich welche oder lese sie. Insofern habe ich nach der Arbeit keine Lust, mich auch noch damit zu beschäftigen. In unserem Haushalt findet man von mir Sachbücher, teils noch vom Studium, ein paar Romane, die ich im Urlaub gelesen habe oder lesen wollte und Reiseführer von meinen/unseren Reisen. Letzter könnte man auch als E-Book verfügbar haben, für mich sind es jedoch gleichzeitig Andenken an diese Reisen.

Neue Bücher kaufe ich mittlerweile selten. Meine Schwiegermutter oder meine Tante schenken ab und zu welche und ich frage mich jedesmal, wann ich diese dicken Schmöcker durchlesen soll.

Ich hatte früher auch die Einstellung, dass ein Haushalt ohne Bücher für einen Arbeiterhaushalt spricht und intellektuelle Menschen Bücher zu Hause haben müssen. So wurde es uns in der Schule beigebracht. Z.B. war es verpönt, wenn im Haushalt keine Tageszeitung abonniert war. Nachrichten lese ich jedoch mittlerweile auf dem Handy, zum einen Teil auf kostenlosen Seiten zum anderen durch ein Online-Abo der lokalen Tageszeitung, wo mir die wichtigsten Artikel angezeigt werden (das reicht mir), ich aber Zugriff auf alle kostenpflichtigen Artikel hätte, wenn ich sie lesen wollte.
Da ich selber kaum noch Bücher lese, kann ich mir diese Unterteilung in intelektuell nicht-intelektuell nicht mehr erlauben. Wenn ich mich in meinem Umfeld so umschaue, hat Bildung jedoch auch nichts mehr damit zu tun, ob man viele Bücher liest. Die meisten Menschen in meinem Umfeld lesen kaum noch Bücher und sind trotzdem gebildet. Insofern haben sich vielleicht einfach nur die Zeiten geändert.

Achso: Unsere 1 1/2jährige Tochter hat mittlerweile fast mehr Bücher als wir, die meisten geschenkt von den Omas und Opas. Sie mutiert regelrecht zum Bücherwurm, schaut sich die Bilder an und brabbelt dabei vor sich hin 😅 - total süß. Vorlesen findet sie noch nicht so interessant, wir schauen uns lieber die Bilder an und lernen die Wörter kennen.

W35
 
Ist wie alles eine Frage der Passung.
Ich habe eigentlich noch nie eine Wohnung ganz ohne Bücher betreten. Doch, einmal in Brasilien, als ich dort mal ein Austauschjahr verbracht habe zu Schulzeiten, da kam ich in eine Familie gänzlich ohne Bücherregal oder Bücher. Ich weiß noch genau, dass mich das damals sehr schockiert hat, eben weil ich es so überhaupt nicht kannte. Das waren "trotzdem" sehr liebe Menschen, aber dauerhaft intellektuell usw. nicht zu mir passend -- ich habe schon als kleines Mädchen Weltliteratur gelesen und mir selbst Frakturschrift beigebracht, weil meine Oma mir Tarzan-Bände aus dem Antiquariat geschenkt hatte und die eben in Fraktur geschrieben waren. Übrigens haben Tarzan, Winnetou, Robinson Crusoe und Kapitän Nemo aus Jules Verne meine Kindheit sehr geprägt, ich habe mehrere schwärmerische Liebesgedichte über oder für Winnetou gedichtet (habe gerade aus meinem Tagebuchregal mein Gedichtbüchlein hervorgeholt und die mal wieder gelesen -- köstlich!)😍😂

Früher habe ich sehr viele Romane gelesen (Thomas Mann, Franz Werfel, Jakob Wassermann, aber auch ausländische: Balzac, Austen, Hemingway und natürlich Sartre und Camus und Bourdieu und Foucault und unendlich viele andere), heute lese ich leider meistens nur noch Fachliteratur und habe eine riesige, chronologisch und thematisch sortierte Bücherwand in meinem Wohnzimmer, die viele Facetten der antiken Welt umfasst.

Mein erster spontaner Gedanke beim Lesen des Threads war daher: Ja, keine Bücher sind ein No-Go und unattraktiv. Aber nee, eigentlich doch nicht, denn wenn der Mann sympathisch ist und ich mich mit ihm gut über andere Themen unterhalten kann und er irgendwelche anderen Interessen hat und spannend ist, dann achte ich erstmal gar nicht auf Bücher und würde nie einen netten Mann wegen so was ablehnen. Interessen sind halt verschieden, dafür kann oder macht er was anderes.

Allgemein bin ich aber schon der Meinung, das Lesen was Wertvolles und Bereicherndes ist, viele Vorteile bringt und den Wortschatz und die Fantasie erweitert. Mich dünkt, es putzt ganz ungemein!
w26
 
Da ja der FS und seine Frau nicht gerne lesen, ist dies ja kein Problem für Sie.

Ich lese z. B. sehr gerne und auch meine Partnerinnen haben sehr gerne gelesen. Während des Lockdowns ist es für mich sehr schlimm, dass die Bücherhandlungen zu sind und ein eBook ist für mich kein echtes Buch. Vielleicht bin ich(57) schon zu alt für ein buchloses Leben. Ich habe locker über 1000 oder 2000 Bücher im Bücherregal.
 
Zimmer, voll mit Bücherregalen mag ich gar nicht - nenne ich innerlich 'Bücherausstellung'.

Nun, ich habe meine Räume mit Bücherregalen.
Nicht zum Ausstellen, sondern weil ich die meisten Bücher öfters lese
Ab und zu wird aussortiert, neue kommen immer außer dazu.

Und dann ist in einem Zimmer noch die ganze Ecke an Kinderbüchern - von Astrid Lindgren, Michael Ende, Ottfried Preussler.... Und den Bilderbüchern meiner Kinder - Fundus, Kleiner Rabe, etc.
Mein jüngerer war auch eine Leseratte, seine Grundschulehrerin war entsetzt, als er in der 2. Klasse Harry Potter las. Er hat dann gelernt, zu schweigen.
Die Bücher waren da, in dem offenen Regalen 😁. Heute liest er mehr im Netz, ist auf etlichen internationalen Nachrichtenseiten unterwegs, liest sich online durch die Zeitungen oder liest mehr englischsprachige Bücher.

Mein Großer ist genauso aufgewachsen, die Affinität zum Buch ist deutlich geringer.

Jochen, ob man Paarzeit miteinander hat, hat doch damit nichts zu tun?
Ihr seid zufrieden miteinander, Du bist zufrieden.
Deine Eltern, Mutter als Leseratte, Vater Nichtleser, sind zufrieden..

Für mich waren gerade als Kind Bücher eine Welt, in die ich abtauchte.. Ich fraß Bücher. Es gab Bücher, die legte ich erst weg, als ich sie fertig gelesen hatte - die unendliche Geschichte war so eines.

Einen kleinen Nutzen, ich bin eine sehr schnelle Leserin, auch bei Sachtexten. Ggf. mit Querlesen.

Ein Problem hätte ich mit einem Partner, der nicht akzeptiert, DASS ich lese, der mich nicht in Ruhe lesen ließe oder der am meiner Wahl der Bücher rummäkelt.

W, 51
 
Top