• #1

Ist es in einer Ehe/ Beziehung normal, dass man zweifelt?

Hallo!

Mein Mann und ich sind seit 6,5 Jahren zusammen, seit 3.3. verheiratet und haben einen 4 jährigen Sohn.
Aufgrund von unerfülltem kinderwunsch für das 2. Kind wurde ich depressiv, hab es spät erkannt und auch die Krise in der wir uns zu diesem Zeitpunkt schon befanden nicht wahrgenommen.
Mein Mann kam an einen Punkt an dem er über Trennung nachgedacht hat. Er hat mir gesagt, dass er nicht weiß ob er mich noch liebt.
Wir hatten einige schwere Wochen, ich habe mir einen Therapieplatz gesucht und es fühlt sich an wie aufwachen. Ich sehe die letzten Jahre in einem ganz anderen Licht und habe keine Ahnung wie mein Mann es so lange ausgehalten hat.
Inzwischen ist es so, dass ich mich viel besser fühle und ich dachte wir finden wieder zueinander. Wir haben regelmäßig Sex, kuscheln abends auf dem Sofa usw. Ich lasse ihm seine Freiräume ohne Vorwürfe, was vorher ein großes Problem war.
Ich habe das Gefühl es läuft viel besser und dass ich wieder zu ihm gefunden hat. Leider scheint es ihm da nicht so zu gehen und er sagt, dass er sich selber dafür hasst, aber dass es Tage gibt da weiß er nicht ob er mit mir zusammen bleiben möchte.

Ich erinnere mich an eine längere Zeit in unserer Beziehung da ging es mir so, ich hatte keinen Spaß mehr am Sex mit ihm und wollte nicht mehr kuscheln. Zu dem Zeitpunkt ging es ihm nicht so...

Ist es vielleicht normal, dass man Phasen hat in denen man zweifelt? Ich habe große Angst davor dass er sich trennt und ich zu spät aufgewacht bin...
 
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  • #2
Ist es vielleicht normal, dass man Phasen hat in denen man zweifelt? Ich habe große Angst davor dass er sich trennt und ich zu spät aufgewacht bin...
Ja, ich halte das für normal. Ging mir in jeder Beziehung phasenweise so, änderte sich manchmal innerhalb von Stunden.

Das Paradoxe daran ist: wenn man selbst zweifelt, strahlt man das aus und beeinflusst damit auch seinen Partner, der darauf reagiert. Die Stimmung wird insgesamt schlechter, das habe ich zumindest so bei mir beobachtet.

Das Gute ist: es funktioniert auch andersherum.

Also schieb deine Zweifel und Ängste beiseite und und versuche positiv zu strahlen, das Jetzt zu genießen.

Wenn er sich entscheidet dich zu verlassen, kannst du das nicht ändern. Du kannst auch nicht die Vergangenheit ändern. Befreie dich von dieser 'Schuld' und Verantwortung. Aber du kannst jetzt dein bestes Selbst sein.

Überlege mal: wen findest du anziehender und attraktiver: einen Mann, ängstlich und zweifelnd oder einem Mann, der in seiner Mitte steht und strahlt ?
Mit wem wölltest du lieber zusammen sein?

Das empfindet dein Mann sicher nicht anders...
 
  • #3
Das ist normal!!!! Ich wette, jedes Paar erlebt, dass....was wichtig ist, dass du das erkannt hast, und es wäre am besten, wenn du mit deinem Partner darüber sprechen :) Lasst du ihn wisst, was dir durch den Kopf geht und was du in Ordnung bringen muss, und fragst du ihn dasselbe....Vielleicht arrangierst du einen Termin nur für sie beide, um darüber zu sprechen.
 
  • #4
Ja, ich halte das für normal. Je länger eine Beziehung andauert, umso eher kommt das ( wenn auch selten) vor. Seltsamerweise habe ich festgestellt, dass immer, wenn ich so etwas gedacht habe, mein Partner etwas gesagt oder getan hat, das mich schnell wieder abgebracht hat von diesem Gedanken. Als wenn er es gespürt hätte...
Meine Eltern sind seit Jahrzehnten verheiratet. Und ich denke, bei beiden gab es in diesen langen Jahren solche Phasen. Trotzdem ist die Beziehung meiner Eltern vorbildhaft für mich. Sie ist stark und beständig und glücklich.
Also wenn die Phasen des Zweifels nicht lange andauern oder ständig wiederkehren, finde ich sie nicht besonders bemerkenswert.
 
  • #5
Ich weiss es nicht. Bei mir hat es 8 Jahre gedauert, wo ich mir angefangen habe Gedanken zu machen wegen der Trennung. Und wir haben relativ schnell zusammen gelebt und ich war zügig schwanger. Bei euch kann ich mir vorstellen, dass es von Anfang an nicht so richtig gepasst hat. Aber dann warst du schwanger, dann habt ihr deswegen geheiratet, dann verse ucht vielleicht mit dem zweiten Kind aufzupeppen, wo es nicht funktioniert hat.
Was ich sagen will - wenn die Basis nicht so richtig stimmt, dann will man durch Äußerlichkeiten zusammenzuhalten. Kind, Ehe, oft ein gemeinsames Haus, eventuell ein gemeinsames Projekt, als ob man davonlaufen will und sich mit was anderem ablenken, um ja nicht hinzuschauen, dass innen drin schon lange Risse sind.
Ich will dir deine Beziehung nicht schlecht machen, aber schau bitte genau hin und frag dich ehrlich, glaubst du im ernst, dass ihr beide noch eine Chance habt?
 
  • #6
Wenn du mit ihm offen reden kannst, schlage ihm vielleicht auch eine therapeutische Unterstützung vor?
Ich kann mir gut vorstellen, dass dein Partner in der Krisenzeit auch "Schaden" genommen hat und der Beziehung nicht mehr vollkommen vertraut. Es nur als Phase abzutun erscheint mir zu oberflächlich.

Aber ich persönlich halte nichts von den vorschnellen Trennungsvorschlägen. Das wäre so, als wenn dein Haus ein Riss hat und man dir rät "reißen sie es gleich ab, es ist wohl von Anfang an nicht ordentlich gebaut worden".
 
  • #7
Ich würde sagen, Deine lange Phase vor der Therapie hat bewirkt, dass Dein Mann sich immer mehr zurückgezogen hat, und nun, wo Du DIch geändert hast, hat er noch gar kein Vertrauen gefunden, sich wieder zu öffnen. Oder aber es war zu ernüchternd, so dass wirklich die Liebe in ihm abgestorben ist. Wenn man die Zeit mit dem anderen zu negativ findet, ist irgendwann auch wirklich die Liebe weg.

In Deinem anderen Thread schreibst Du, dass Du im August einen Therapieplatz bekommst, also geht das ja erst ein paar Wochen. Das ist vielleicht zu wenig Zeit, um Deinen Mann wieder aus seinem Schneckenhaus zu holen. Es waren bei Dir ja anscheinend nicht "nur" Depressionen, sondern Du scheinst Deinem Mann auch keine Freiräume gelassen zu haben und ihn körperlich abgewiesen zu haben. Ich denke, das wird dauern, bis er Deiner Veränderung traut. Sowas springt ja nicht auf Knopfdruck wieder an und wie Du das alles jetzt siehst, weiß er ja nicht, selbst wenn Du darüber redest.

Ich denke, Du wirst einfach die Phase der Unsicherheit aushalten müssen. Was Dein Mann schlussendlich empfindet und will, muss sich rausstellen.
 
  • #8
Hallo FS, darf ich Dich mal fragen warum Du diese Disharmonie, die in eurer Beziehung ist, nur auf Dein Verhalten zurück führst? Ich lese aus Deinem Beitrag nur das Du Beziehungsarbeit machst. Ich kenne Deinen Mann nicht, ich will Dir auch nix, aber es gibt Menschen die haben die Fähigkeit unterschwellige negative Botschaften mitzuteilen. Beobachte mal….
 
  • #9
Aus meiner Sicht ist die Frage zu "unschuldig" und damit falsch gestellt. Du hast offenbar schwerwiegende psychische Probleme, ausgelöst vom Thema "zweites Kind", bei dem Dein Mann ja auch betroffen ist. Er merkt, er hat eine psychisch nicht stabile Frau und Du hast ja auch beschrieben, dass er einige "Zumutungen" über Jahre ertragen musste.

Dass du denkst, das wäre jetzt alles vergessen, nur weil Du Dich besser fühlst, finde ich ziemlich naiv. Dass Du seine Zweifel mit Deinen vergleichst, auch etwas seltsam.

Ich denke, Du solltest Deine Therapie intensiv vorantreiben. Und dann wird sich zeigen, ob es noch einen gemeinsamen weiteren Weg gibt. Vielleicht hinterfragt vielleicht jeder mal seine Beziehung. Hier gibt es ja aber doch massive Probleme und damit wirklich Grund dazu.
 
  • #10
Aus meiner Sicht ist die Frage zu "unschuldig" und damit falsch gestellt. Du hast offenbar schwerwiegende psychische Probleme
Lebens_Lust, das kann man hier öfter beobachten, aktuell auch in einem Parallelthread, wo eine FS ebenfalls eine Therapie begonnen hat, und wo es auf dich so wirkt, als sei sie bloß eine "Dramaqueen", die völlig unnötigerweise jemandem einen Therapieplatz wegnimmt. Das man seine Lage nicht einfach mal eben so darstellen kann, wie sie ist, hat damit zu tun, dass man sich selbst auch anders wahrgenommen hat /wahrnimmt. Man kann, wenn man sehr große Probleme mit sich selbst hat, das überhaupt nur aushalten, indem man einen Teil der Probleme verdrängt. Oder, indem man eben langsam aber sicher aufwacht und anfängt, etwas zu tun - so wie die FS es hier beschreibt:


Wir hatten einige schwere Wochen, ich habe mir einen Therapieplatz gesucht und es fühlt sich an wie aufwachen. Ich sehe die letzten Jahre in einem ganz anderen Licht und habe keine Ahnung wie mein Mann es so lange ausgehalten hat.
Das Aufwachen ist manchmal kaum auszuhalten. Warum? Sie hat ja so viel Energie darauf verwendet, nicht hinschauen zu müssen, also tut es weh, zu sehen, was sie so gemacht hat mit sich selbst und den anderen - ohne es zu wollen.

Niemand will sich selbst belügen. Zu erkennen, dass man es hat, tut extrem weh .

Liebe FS, mach dich deswegen nicht fertig, denn dein Mann hat ja auch Verantwortung dafür, dass ihr eure Beziehung so gestaltet habt. Auch er hat euer Leben mitgestaltet.

Ist es vielleicht normal, dass man Phasen hat in denen man zweifelt? Ich habe große Angst davor dass er sich trennt und ich zu spät aufgewacht bin...
Das kann ich nachvollziehen. Aber selbst wenn. dann ist es so. Du würdest auch das packen - mit Hilfe. Er hat aber lange zu dir gestanden. Warum nicht weiterhin, jetzt, wo du aktiv dabei bist, etwas zu ändern.

Wenn du mit ihm offen reden kannst, schlage ihm vielleicht auch eine therapeutische Unterstützung vor?
Das ist, glaube ich, eine gute Idee - aber wenn er das ablehnt, dann ist auch das so. Du wirst in der Therapie lernen, mit dir selbst besser klar zu kommen. Und frage nach, ob du die Frequenz der Sitzungen vielleicht erhöhen kannst, falls es dir sehr dreckig geht. Ich sage das, weil man normalerweise keine anonymen Menschen von diesen Ängsten berichten muss, wenn man bereits Hilfe hat. Mach das aber einfach weiter, wenn dir der Zuspruch hier hilft!
 
  • #11
Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass er einfach bei dir geblieben ist, gerade weil du depressiv warst und er es nicht übers Herz brachte, dich in so einem Zustand zu verlassen ?
Einem guten Freund von mir erging es so ...Er wusste schon länger, dass er in der Beziehung nicht glücklich wird. Nur verlassen hat er sie nicht sofort, weil sie Depressionen zu dem Zeitpunkt hatte.
als sie stabiler wurde, ist er gegangen ....
 
  • #12
In Langzeitbeziehungen können immer wieder schwere Krisen auftauchen, die die Beziehung stark gefährden oder gar beenden.
Trennung ist eine Möglichkeit, oder man gelangt in den Bereich der Vernunftehe, die Liebesgefühle für den Partner haben sich zwar stark reduziert, aber das gemeinsame Leben, einschließlich Sexualität, kann an sich problemlos fortgesetzt werden.
So sehe ich mich bereits seit10 Jahren, von insgesamt 42 Jahren, wofür es einen Auslöser gab.
 
  • #13
Hallo FS, diese Art Zweifel, die du durchlebst - also fundamentale auf beiden Seiten - finde ich tatsächlich beunruhigend. Dafür seid ihr fast zu kurz zusammen, hattet zu viele Höhepunkte (vielleicht zu schnell zu viele auf einmal? Dann kann das Bauchgefühl sich nicht einpendeln!).. Von meiner eigenen Beziehung/ Ehe (seit fast 10 Jahren zusammen, ein gemeinsames Kind) kenne ich das nicht. Eher kleinere Zweifel in Bezug auf eigene Räume, Alleinsein zum Arbeiten etc. Also nicht die Frage, ob der Mann oder die Beziehung das ist, was ich will. In dem Fall habe ich mich immer getrennt. Würde ich als dein Partner sicherlich auch. Man kann Beziehungen zerstören, wenn man nur destruktiv genug ist. Das warst du offenbar. Ich wollte auch keinen Mann, der sich nicht sicher ist mit mir. Dann würde ich ihn sofort freigeben und dann weitersehen. Aber ich war noch nie der Typ, der an etwas Halblebendigem festgehalten hat.