• #1

Ist er Bisexuell?

Guten Morgen Ihr Lieben,
Ich muss unbedingt etwas los werden und hoffe das ihr vielleicht schlauer daraus werdet als ich es bin. Zu meiner Person : ich bin seit 2.5 Jahren verheiratet. Mein Mann arbeitet viel und wir haben eine sehr stressige Zeit hinter uns. Eigentlich können wir seit 3 Jahren nicht durchatmen.
Gestern bin ich dann in einer App auf das Profil meines Mannes gestoßen. Er kommentierte Bilder nackter Männer mit eindeutigen Dingen. Sexy, zeig uns mehr, hast du WhatsApp. ...um nur einige Kommentare aufzuführen.
Ich war geschockt. Das hätte ich nicht erwartet. Darauf vorsichtig angesprochen sagte er,es sei nicht so wie ich denke, er hätte das nur geschrieben um niemanden zu verletzen. Immerhin hätten die Männer seine Fotos auch kommentiert (normale Fotos mit seinem Patenkind ). Ich kann ihm das nicht glauben. Ich habe Kommentare über das letzte Jahr verstreut gefunden...sowas macht man als Mann doch nicht einfach aus Gefälligkeit? Ich als Frau mache soetwas doch auch nicht!
Wutentbrannt unterstellte er mir ich würde ihn als schwul hinstellen. Das hatte ich aber gar nicht getan...für mich ist Sexualität kein schwarz -weiß Denken ...er kann hingegen nichtmal das Wort Sex in den Mund nehmen.
Seit gestern redet er nicht mit mir, hat auf dem Sofa geschlafen.
Reagiere ich über?
Vielleicht weiß jemand wieich mit der Situation umgehen soll?
 
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  • #2
Es klingt für mich so, als ob du eine Seite an ihm entdeckt hast, zu der er selbst nicht stehen kann.
Daß er so beleidigt reagiert, spricht dafür.
Wie ist euer Sexualleben?
Er wird sich äußern müssen, sein Verhalten ist nicht hilfreich.
 
  • #3
Nein du reagiert nicht über. Am besten ist du lässt ihm weiter auf dem Sofa schlafen, machst dich selber schick und gehst aus, lasse dich nicht mit so einen verhalten das er jetzt an den Tag legt verunsichern. Auch wenn es dir schwer fällt, lasse dir das nicht anmerken das es dich kränkt.
 
  • #5
Wutentbrannt unterstellte er mir ich würde ihn als schwul hinstellen. Das hatte ich aber gar nicht getan...für mich ist Sexualität kein schwarz -weiß Denken ...er kann hingegen nichtmal das Wort Sex in den Mund nehmen.
Erst einmal finde ich es gut, dass du ihn vorsichtig darauf angesprochen hast. Seine heftige (Über-)reaktion zeigt eigentlich, dass irgendwas im Dunklen liegt. Wenn für dich Sexualität kein schwarz-weiß ist und er eher verklemmt (zumindest im Gespräch mit dir), wie kommuniziert ihr denn sonst über EUER Sexualleben? Online und anonym kann er ja offensichtlich direkter werden, zumindest ein Hinweis, dass ihm Sex (egal welcher Art, das weiß man nicht) wichtig ist. Lass ihn erst einmal runterkommen... du hast gut reagiert und wirst bestimmt einen Weg zum Reden finden.
 
N

nachdenkliche

  • #6
Wutentbrannt unterstellte er mir ich würde ihn als schwul hinstellen.
Irgendwie scheinst Du damit direkt ins Schwarze getroffen zu haben, das zeigt seine Reaktion.
Lass ihn erstmal in Ruhe damit. Du hast ganz normal reagiert. Er muss damit erst klarkommen. Es ist irgendwie ans Licht "gezerrt" (überspitzt ausgedrückt) worden, zur Sprache gekommen. Er möchte es nicht wahr haben. Gib ihm mal Zeit, bis er selbst darüber reden möchte.
 
  • #7
Hallo,

ich antworte jetzt einfach mal als bisexueller Mann.
Das "Problem" ist doch, sagt eine Frau Sie ist bisexuell, dann gilt das oft als spannend und regelrecht schick.

Sagt das ein Mann sieht die Welt gleich ganz anders aus, weil eben doch die heterosexuelle Sichtweise oder eben Homosexualität akzeptiert ist.

Du hast wohl ins Schwarze getroffen und ich kann das auch nur so sagen lass ihn "runterkommen" und versuche es noch einmal vorsichtig anzusprechen.

Ja es gibt kein Schwarz oder Weiß und Schwerpunkte gibt es je Geschlecht trotzdem. Zum Beispiel habe ich mich noch nie in einen Mann verliebt oder hatte eine Beziehung mit einem Mann.

Mein Herz klopft eben nur bei Frauen.

Männer nehme ich aber zu Singlezeiten gerne "mal mit". Was ich sagen will mache ihm klar, dass sich (hoffentlich) nichts an deiner Zuneigung ändert. Wahrscheinlich bleibt es beim Foto schauen und vielleicht hat er nicht einmal ein sexuelles Interesse (also echten Sex), falls doch gibt es ja Möglichkeiten gewisse Dinge mit Spielzeug in euer Sexleben einzubringen.
 
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  • #8
Das "Problem" ist doch, sagt eine Frau Sie ist bisexuell, dann gilt das oft als spannend und regelrecht schick.

Sagt das ein Mann sieht die Welt gleich ganz anders aus, weil eben doch die heterosexuelle Sichtweise oder eben Homosexualität akzeptiert ist..
Ich antworte als bisexuelle Frau - und nein, so schick ist es nicht, sich da dem Partner zu eröffnen, auch als Frau nicht. Da kann man sich als Mann symbolisch kastriert vorkommen.
Bisexualität ist extrem schwierig zu verkraften für die Betroffenen - gilt wohl für Männer und Frauen gleichermaßen - und auch für die Partner. Das Problem ist, dass bisexuelle Männer auch gleich als schwul gelten. Genau den Vorwurf hat er ja gehört. Und er macht ihn sich vielleicht selbst. Gleichzeitig bist du, liebe FS, ja auch sehr aufgeregt, diese Kommentare zu finden "mache ich als Frau ja auch nicht". So locker ist es ja für dich nicht, und deine Aufregung hat er ja auch gespürt.

Vielleicht waren es echt nur "harmlose" Kommentare, aber seine heftige Reaktion spricht eine andere Sprache - und auch deine. Ich würde warten, bis er wieder runterkommt, ihn überhaupt nicht bedrängen. Wenn er sich beruhigt hat, wieder das Gespräch suchen. Wenn es sich sehr schwierig gestalten sollte, notfalls auch mit Mediation. Und du kannst ja in der Zwischenzeit ein bisschen mehr über Bisexualität in Erfahrung bringen. Kann nicht schaden.
 
  • #9
ich antworte jetzt einfach mal als bisexueller Mann.
ein Schwarz oder Weiß und Schwerpunkte gibt es je Geschlecht
....Zum Beispiel habe ich mich noch nie in einen Mann verliebt oder hatte eine Beziehung mit einem Mann.
Interessant. Es ist eben alles eine Definitionsfrage.
Ich mag den Körper von Frauen und die Art, wie sie Zärtlichkeit zeigen. Ich habe ein paar wenige, sehr schöne Erfahrungen mit ihnen.
Und trotzdem sage ich nicht, dass ich bi bin, denn ich war noch nie in eine Frau verliebt und möchte auch keine richtige Beziehung zu einer haben.

Letztlich ist es aber egal, welchen Namen man dem Kind gibt.
Meinetwegen stufst du mich als bisexuell ein, weil ich schon mit Frauen geschlafen habe.
Es ist nur ein Wort.

w 49
 
  • #10
Es gibt nicht wenige schwule Männer, die zeitweise eine normale Frau geheiratet haben, um nach außen hin einen gewissen Status aufrechtzuerhalten.

Bisexuelle Männer sind komplexer als Schwule. Bisexuelle Männer sind sexuell und beziehungstechnisch häufig mehr männerbezogen, dulden zur Not und aus sozialer Konditionierung aber auch eine Frau in der Partnerschaft. Letztendlich zieht es sie am Ende aber doch wieder zu Männern hin. Sei es, indem sie es heimlich ausleben oder sich erst offiziell trennen und doch das Ufer wechseln.

Es hatte sich mal ein bisexueller Mann in mich verliebt, der aber gezielt meine männlichen Merkmale oder Charaktereigenschaften aufsuche und selber auch bisschen soft wirkte. Als ich mich normal verhielt und eine normale Mann-Frau-beziehung wollte, war er weg.

Was ist denn stressige Zeit? Ständig höre ich bei Paaren, sie haben Stress überwunden. Letztendlich ist das doch nur ein Wort für: Es läuft nichts gut bei euch. Vielleicht merkst du es auch im Bett, dass er sexuell andere Vorlieben hat.

Ich wäre auf der Hut! Wer im Internet gewisse sexuelle Kommentare fallen lässt, der ist privat sicher auch kein braver Chorknabe.
 
  • #11
Letztendlich zieht es sie am Ende aber doch wieder zu Männern hin.
Und genau das ist das Vorurteil, gegen das ein bisexueller Mensch nicht ankommt. Genau das sind die Ängste der Partner, gegen die er kaum was machen kann. Ich habe dazu ein bisschen was im Parallelthread zur Akzeptanz weiblicher oder männlicher Sexualität geschrieben. Es stimmt so pauschal einfach nicht. Aber die Ängste des Partners sind Ernst zu nehmen. Es gibt in größeren Städten Beratung für Paare, die ein bisexuelles Coming out verkraften möchten. Das sind ein paar Termine. Und Partner tun gut daran, ihren Ängsten auf den Grund zu gehen und sich über Bisexualität richtig schlau zu machen.

Meinetwegen stufst du mich als bisexuell ein, weil ich schon mit Frauen geschlafen habe.
Es ist nur ein Wort.
Sehe ich ähnlich aber doch anders. Es ist eine Frage der Identität, nicht der Definition. Deine ist hetero, fertig, offen für Sex mit Frauen. Andere mögen dich als bi bezeichnen, stört dich aber nicht. Alles gut. Kann aber auch sein, dass man in seiner sexuellen Identität nicht gefestigt ist. Männer mag und Frauen, sich vorstellen könnte, sich in beide zu verlieben, davon zutiefst irritiert ist, auch noch mit Mitte 30 oder 40. Da würde man sich kaum als bi bezeichnen aus Angst vielleicht "wirklich schwul" zu sein etc.

Es gibt keine Definition für Bisexualität. Die gängigste ist: jeder, der sich als bi bezeichnet, ist bi.
 
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  • #12
Gestern bin ich dann in einer App auf das Profil meines Mannes gestoßen. Er kommentierte Bilder nackter Männer mit eindeutigen Dingen. Sexy, zeig uns mehr, hast du WhatsApp. ...um nur einige Kommentare aufzuführen.
Als durch und durch heterosexueller Mann, kann ich nur sagen, dass ich solche Bilder nicht kommentieren würde und sie auch nicht sehen möchte. Es ist nicht MEIN Gebiet. Und das völlig ohne Vorurteile. Denn ich kenne einige schwule Männer, sowie einer meiner besten Freunde ist schwul. Den habe ich darauf eben angesprochen. Er fragte ob ich Witze mache. Dieser Mann wäre mind. Bi. Ich selbst kenne auch nicht einen einzigen Mann, von dem ich ausgehe das er Hetero ist, der nur Annähernd so reagieren würde. Nicht einen einzigen.Und das er jetzt schmollt ist doch normal. Erwischt!
m45
 
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  • #13
Als heterosexueller Mann schaue ich mir keine Bilder von anderen Männern an, warum auch, ich stehe halt nicht auf Männer sondern auf Frauen. Bei deinem Mann scheint es anders zu sein. Ihr werdet eine schwierige Zeit vor euch haben und du kannst nur hoffen, dass er bi ist, aber nicht homosexuell. Das wäre das Aus
 
  • #14
Ihr werdet eine schwierige Zeit vor euch haben und du kannst nur hoffen, dass er bi ist, aber nicht homosexuell. Das wäre das Aus
Schwierige Zeit, ja. Wer sagt, dass ein Coming Out einfach ist. Niemand. Es handelt sich aber wohl um ein bisexuelles. Immerhin sind die beiden verheiratet. Es ist hier auch ein unfreiwilliges Coming out, was die Sache erschwert. Aber der eigentliche Knackpunkt ist die Angst vor Bisexualität, die wir bei geschäftsmäßiger gesellschaftlicher Toleranz von LGBTI leugnen - und das macht die Sache so schwer.
Hier im Zitat wieder die Angst: Bi-Mann = eigentlich schwul. Diese Sicht ist fatal für Konstellationen wie die der FS. Bitte nicht schüren.
 
  • #15
Also dass er verheiratet ist, heisst nun nicht, dass er nicht schwul ist. Gibt Familienväter die sich erst nach Jahren outen, und vorher heile Welt machen. Und eure stressige Zeit kann ja auch damit zusammenhängen, dass er die ganze Zeit sich irgendwie verstellen muss.
Es kann alles sein, auch dass er bi ist, und es ihm reicht, Fotos zu betrachten, oder Pornos anzuschauen, oder eben auch nicht, dass er Sex mit Männern haben möchte.
Solange er nichts sagt, kannst du nur im Nebel stochern.
 
  • #16
Also dass er verheiratet ist, heisst nun nicht, dass er nicht schwul ist. Gibt Familienväter die sich erst nach Jahren outen, und vorher heile Welt machen.
Auf diese Art des Kommentars habe ich jetzt gewartet, der fehlte noch in der Sammlung des Partner-Angstkatalogs. Auch dies wiederum die Angst-Ansage bi=eigentlich schwul. Ja, kann sein, dass er die FS da ganz bewusst hintergangen hat, nur um ein Kind zu zeugen - aber die beiden haben, soweit ich das sehe, gar keins.

Für Menschen mit bisexueller Orientierung ist es extrem schwer mit ihrer sexuellen Identität / Gefühlen ins Reine zu kommen. Dass er das offensichtlich nicht ist, zeigt seine Flucht aufs Sofa. Diese Unsicherheit kann mit Mitte 30 oder 40 noch bestehen. Die Partnerängste, die man hier im Thread lesen kann, macht er sich teils wahrscheinlich selbst.
 
  • #17
Diese Art des Kommentars hat ihre Berechtigung, da es kein Gerücht, sondern eine Tatsache ist, dass auch dieses vorkommen kann. Ausserdem wüsste ich jetzt nicht, was an der Möglichkeit, dass er bisexuell ist, nun beruhigend sein soll für die Partnerin.
Es kann ja sein, dass es ihm nicht nur reicht, Bilder zu betrachten.
Wenn der Partner plötzlich Eigenschaften zeigt, die eine Beziehung stark verändern oder bedrohen können, dürften wohl die meisten Menschen verunsichert sein. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun.
 
  • #18
Wutentbrannt unterstellte er mir ich würde ihn als schwul hinstellen. Das hatte ich aber gar nicht getan...für mich ist Sexualität kein schwarz -weiß Denken ...er kann hingegen nichtmal das Wort Sex in den Mund nehmen.
Seit gestern redet er nicht mit mir, hat auf dem Sofa geschlafen.
Reagiere ich über?
Vielleicht weiß jemand wieich mit der Situation umgehen soll?
Getroffene Hunde bellen! Du hast in ihn etwas getroffen, was er nicht wahrhaben möchte - vermute ich.
Er ist vielleicht nicht schwul aber event. bisexuell?

Frag ihn lieber danach, ob er sich vorstellen könnte auch mit Männern Sex zu haben. Also nicht ausschliesslich mit Männern.
Aber ich habe einen schwulen Freund und er sagte mir es gibt auch heutzutage Homosexuelle Männer, die wegen der Gesellschaft heiraten und Familie gründen. Er weiss das, weil er sich logischerweise in der Schwulenszene bewegt.

Er meinte zu mir, es sind auch verheiratete Männer mit Ehering am Finger dabei, die zu ihrer Homosexualität nicht stehen können Und weil Männer Angst haben im Familien- und Freundeskreis ausgegrenzt zu werden. Im weitesten Sinne haben sie Angst vor Diskriminierung in der Gesellschaft.

Ich weiss es nicht liebe FS, ob dein Mann wirklich schwul ist oder nur bisexuell und ich weiss nicht wie man das wirklich herausfinden kann. Ausser es gibt Beratungsstellen für homosexuelle Männer und du fragst die Männer oder die Verantwortlichen, was sie meinen.

Ich kenne persönlich auch einen Mann der verheiratet war und eine Tochter hat aber in Wirklichkeit ist er schwul. Er liess sich scheiden und lebt heute mit seinem Partner zusammen, der Frauenarzt ist :)
 
  • #19
Auf diese Art des Kommentars habe ich jetzt gewartet, der fehlte noch in der Sammlung des Partner-Angstkatalogs. Auch dies wiederum die Angst-Ansage bi=eigentlich schwul. Ja, kann sein, dass er die FS da ganz bewusst hintergangen hat, nur um ein Kind zu zeugen - aber die beiden haben, soweit ich das sehe, gar keins.

Für Menschen mit bisexueller Orientierung ist es extrem schwer mit ihrer sexuellen Identität / Gefühlen ins Reine zu kommen.
Er könnte tatsächlich nur schwul sein und man könnte sich zu recht fragen: wie konnte der Mann, wenn er wirklich schwul ist, eine Erektion kriegen und mit einer Frau schlafen?

Es ist einfach, wenn er sich in seiner Fantasie Männer vorstellt, während des Liebesspiels. Das ist so ähnlich wie bei Männern, die einen Fetisch haben.

Es gibt eine sexuelle Neigung, welche in der Gesellschaft kaum bekannt ist und sie nennt sich: Amelotatismus. Es sind Männer, welche sexuell erregt werden von beinamputierten Frauen. Unter diesem Begriff fallen auch Männer - es sind vorwiegend Männer (aber auch Frauen), die solche Vorlieben haben - welche sexuell erregt werden oder sich erotisch von Frauen angezogen fühlen welche Rollstuhl, Bein- und Armprothesen benutzten. Diese Männer (und unzählige andere Fetischisten), bewegen sich auf den speziellen Singlebörsen Seiten von Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Ich hatte vor Jahren ein Profil dort und ich habe mit solchen Männern gechattet. Auch mit einem Mann aus Wien, der verheiratet war aber später geschieden. Er hatte mir verraten, dass er nur den Orgasmus erreichen konnte, wenn er sich seine Frau als eine behinderte Frau vorstellen konnte. Später ging er eine Beziehung mit einer Rollstuhlfahrerin ein, aber nicht sehr lange, wegen der enormen geographischen Distanz D-A). Auch Ärzte waren auf dieser Plattform vertreten, die Amelotatisten waren. Ob sie nun ernsthaft eine Partnerin suchten oder nur ihre sexuelle Fantasien ausleben wollten, war mir letztlich nie klar.

Deswegen ist es möglich, dass ein schwuler Mann mit einer Frau verheiratet ist und mit ihr Sex haben kann, indem er sie sich als Mann fantasiert. Das vielleicht, um überhaupt den Höhepunkt zu erreichen. Aber in Wirklichkeit lieber mit einem Mann zusammen wäre. Wir wissen es nicht, sondern nur er.
 
  • #20
Mir sagte einmal ein schwuler Freund, der früher selbst lange eine Freundin hatte, dass viele schwule Männer ihre Sehnsucht nach einem Mann unterdrücken, um nicht aus der "heilen Welt" der gesellschaftlich normierten Heterobeziehung zu fallen, um leicht Kinder haben zu können und eine Familie, um ihre Eltern nicht zu verlieren, und auch weil -seiner Aussage nach-Schwule sich untereinander oft nur als Sexobjekte sehen und Monogamie noch illusorischer ist als bei Heteros, zuletzt weil fast jeder einen ganz jungen Körper will und sich selbst haßt, sobald er 30 wird.
Puh! Er zeigte mir eine App, bei der schwule Männer alle sexbereiten anderen Männer wie auf einem Radar orten können. Das war viele Jahre vor Tinder & Co und damals noch ein echter Schocker für mich.
An Bisexualität glaubt er übrigens nicht. Er hält es (bei Männern) für einen Vorwand.
 
  • #21
Sollte er es sein, müsstest Du dich allerdings mit einem unangenehmen Thema beschäftigen. Wenn er mit anderen Männern schläft besteht das Risiko, dass er sich was "einfängt" und dich damit ansteckt.
 
  • #22
Schwule Männer glauben tatsächlich tendenziell nicht an Bisexualität. Die wirklich tiefsitzende Furcht bzw. Überzeugung / Auffassung "bi=eigentlich schwul" wird tatsächlich auch auf Schwulenseite gepflegt. Auf lesbischer Seite ist man Bi-Frauen gegenüber sehr skeptisch - sie gelten als eigentlich hetero, dies gilt gleichermaßen für die Heterowelt, weshalb bisexuelle Frauen (und ihre Partner) es etwas leichter haben als bisexuelle Männer. Bei letzteren wird dann oft befürchtet, dass sie nicht monogam Leben wollen oder sich einen Zwang antun, wenn sie sich für eine Frau entscheiden. Dass Schwule und Lesben sich oft nicht gut mit Bisexualität auskennen, auch nicht besser als Heteros, ist leider so - es gibt da in der queeren community so eine unausgesprochene (aber doch viel diskutierte) Hierarchie, die sich am Orientierungsideal festmacht (einmal schwul immer schwul).

Hier wurde gefragt, wie die FS herausfinden kann, ob er bi ist oder hetero oder schwul. Wenn er es selbst noch nicht genau geklärt hat für sich: Es gibt Beratungsstellen auch für Bisexuelle, und die können Angehörige natürlich auch in Anspruch nehmen - und das ist eine wirklich gute Sache, vor allem auch, wenn er sich jetzt (noch immer?) zurück gezogen hat.

Die FS hat sich ja noch nicht wieder geäußert: aber dass sie verunsichert ist, ist nur verständlich.
 
  • #23
Hallo ihr Lieben, tut mir leid das ich so lange nicht geschrieben habe. Ich habe eure Kommentare gelesen.
Die Situation ist immer noch etwas angespannt. Ich habe ihn erneut angesprochen und er hat es mir so erklärt,dass er die App als Parallelwelt sieht, in der es ihm egal ist eem er schreibt,wen er beleidigt oder vielleicht sogar verarscht. Er macht dort die Dinge die er im wahren Leben nicht macht um niemanden zu verletzen.
Das glaube ich ihm auch, da er eh der Mensch ist,der es jedem recht machen will.
Angesprochen darauf,das er aber Männern schreibt, sagte er dass es ihm sehr unangenehm ist das ich sowas gelesen habe. Aber er sagt er hätte keinerlei Interesse an Männern. DAS kann ich ihm leider nicht glauben. Ich als hetero Frau würde einer anderen Frau nie sagen sie solle mir Geschlechtsteile zeigen. Ästhetische Fotos würde ich hingegen vielleicht schon kommentieren und Komplimente machen. Aber das ist ne andere Ebene.
Er tut nun so als sei nichts gewesen...ich habe gesagt ich brauche Zeit.
Und da hänge ich jetzt in der Luft. Er streitet eine bisexualität ab...und ich frage mich ob ich das akzeptieren kann oder ob ich übertreibe. Konsequenzen? ...oder einfach weiter machen?
Unser Sexualleben ist übrigens unterirdisch. Ich hab das Gefühl er hat gar keine Lust am Sex. Aber das war schon von Anfang an ein schwieriges Thema. Er sagte immer es sei ihm nicht so wichtig...andere Dinge würden ihm viel mehr bedeuten.
 
  • #24
Gestern bin ich dann in einer App auf das Profil meines Mannes gestoßen. Er kommentierte Bilder nackter Männer mit eindeutigen Dingen. Sexy, zeig uns mehr, hast du WhatsApp.
Problematisch für mich wäre in erster Linie, dass er, zumindest online, erotische Kontakte pflegt und dort eindeutig stark flirtet, egal ob mit Mann oder Frau. Wenn ich mir vorstelle, da stünde: "…kommentierte Bilder nackter Frauen mit eindeutigen Dingen….", wäre ich bedient, wenn das mein Mann wäre, denn ich bin monogam veranlagt und wünsche mir einen treuen Partner.
Wenn mein Partner auch noch auf Frauen UND Männer stünde, verdoppelt sich die Anzahl der Menschen, an die ich meinen Partner potentiell verlieren könnte.
Wenn dein Mann also in dich verliebt ist, dich geheiratet hat, dich sexuell begehrt, sollte er dir treu sein, egal, ob er theoretisch auch Männer begehren könnte. Oder ist dir Treue nicht so wichtig?

w50
 
W

wahlmünchner

  • #25
Unser Sexualleben ist übrigens unterirdisch. Ich hab das Gefühl er hat gar keine Lust am Sex. Aber das war schon von Anfang an ein schwieriges Thema. Er sagte immer es sei ihm nicht so wichtig...andere Dinge würden ihm viel mehr bedeuten.
das ist allerdings echt ein Punkt, bei dem man geneigt ist zu glauben, er wäre eher bisexuell, sogar homosexuell ( und unterdrückt das)
 
  • #26
Du fragst was du tun kannst. Es sieht mir danach aus, als leugne er was war, in der Hoffnung, dass sich alles irgendwie wieder einrenkt. Vogel Strauß also. Dein Vertrauen ist angeknackst und er macht zu. Das ist fatal. Gleichzeitig ist euer Sexleben unterirdisch, schreibst du, und war schon seit jeher nicht wirklich der Bringer. Das klingt nach saftiger Krise, auch wenn euch erfüllender Sex als "Beziehungsmotor" eher unwichtig gewesen ist. Oder habt ihr anfangs nicht so darüber gesprochen?

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass sich nichts bessern wird, eher verschlechtern, wenn du auf sein Verhalten einsteigst. Nimm also die Krise als Chance. Vielleicht beendet ihr etwas, das sich bereits auseinander entwickelt hat. Vielleicht könnt ihr aber auch jetzt, wenn in der Beziehung sonst alle grundlegenden Dinge stimmen, eure sexuellen Befindlichkeiten miteinander klären. Allerdings vermute ich, dass bei euch grundsätzlich die Kommunikation nicht gut ist, denn ein dauerhaft gutes Sexleben hängt ab von einer wirklich guten Kommunikation der Partner.

Was ich machen würde, wenn ich mich von ihm nicht trennen wollte: ihm deutlich machen, dass mich das Erlebnis erschüttert hat und ich es zum Anlass nehme, die Beziehung grundsätzlich mal zu beleuchten. Was läuft gut, was falsch. Sex ist eines der Dinge, die unausgesprochen irgendwie im Hintertreffen sind und weder ihn noch dich befriedigen. Ich würde ihm sagen, dass ich dauerhaft so nicht weiter machen wollte und dass ich darauf bestehe, dass er mit mir zu einer Beratung geht. Ich würde ihm sagen, dass, was auch immer passiert, ich hinter ihm stehe, die Beratung aber brauche, weil mich das Erlebnis zutiefst verunsichert habe. Ich würde wissen wollen, wie man mit den Erlebnissen umgehen kann als Paar. Ich würde Vogel Strauß als Strategie nicht akzeptieren, denn ich wollte glücklich sein mit ihm. Machte er weiter auf Vogel Strauß, sei die Beziehung gefährdet.

Ich würde ihm etwas Zeit geben, sich darüber Gedanken zu machen - und er solle mir seine Entscheidung mitteilen, wenn er soweit sei.

So oder so ähnlich. Einfach zu schreiben aus der Ferne, ich weiß. Aber vielleicht ist es gar nicht so schwer durchzuziehen. Vielleicht ist er dir auch dankbar, dass er endlich mit sich ins Reine kommen darf - und du da hinter ihm stehst - und vielleicht sexmäßig irgendwann auch wieder Leben in eure Bude kommt.

P. S. Zu welcher Art der Beratung ihr geht, könnt ihr dann gemeinsam entscheiden.
 
  • #27
Ich habe ihn erneut angesprochen und er hat es mir so erklärt,dass er die App als Parallelwelt sieht, in der es ihm egal ist eem er schreibt,wen er beleidigt oder vielleicht sogar verarscht. Er macht dort die Dinge die er im wahren Leben nicht macht um niemanden zu verletzen.
Das glaube ich ihm auch, da er eh der Mensch ist,der es jedem recht machen will.
Komisches Spiel. Wie kommt man darauf? Da muss man schon ganz schön viel Langeweile haben. Was hat man davon, andere Männer im Internet zu beleidigen und zu verarschen?
Da du das selbst ja anscheindend unkritisch siehst, könnt ihr euch ja gemeinsam mit der App beschäftigen und euch zusammen einen Spaß mit der App machen. Wäre quasi ein gemeinschaftliches Hobby, die Männer zu verarschen.
 
  • #28
Ist nicht schwer hier zu folgern, dass Dein Freund viele aufgestaute Aggressionen hat, da er seine Homosexualität unterdrückt, und diese beim "Verarschen" auf den Apps ablädt. Irgendwann wird ihm aber die Sicherung durchbrennen und er hat dann Sex mit Männern (wenn nicht schon passiert). Leider gibt es nicht selten schwulen Selbsthaß, weil die Gesellschaft lange nicht so liberal ist, wie sie vorgibt.
 
  • #29
Wenn mein Partner auch noch auf Frauen UND Männer stünde, verdoppelt sich die Anzahl der Menschen, an die ich meinen Partner potentiell verlieren könnte.
Das stimmt natürlich, aber ist, wenn man genau hinsieht, wieder eine irrationale Angst, eine derjenigen, die bisexuelle Menschen sehr gut kennen und gegen die sie allein nicht ankommen, wenn der Partner seine Ängste nicht konfrontiert.

Wenn dein Partner hetero ist, überlegst du normaler Weise nicht, wie viele Menschen es gibt, an die du ihn theoretisch verlieren könntest - es sind einfach zu viele. Du erwartest dann als monogamer Mensch, dass er nur dich will. Fertig. Das kannst du auch von einem bisexuellen Menschen erwarten. Du kannst nicht erwarten, dass er sich wieder in eine Frau verliebt, sollte eure Beziehung in die Brüche gehen.
Die Angst im Klartext ist: ist er eigentlich monogam und kann es sein? Das muss besprochen werden. Selbstverständlich können Bisexuelle auch monogam sein. Da gibt es alles unter der Sonne, wie bei Heteros auch (echte Monogamie und dann alles andere: Affären, mehrere Affären gleichzeitig, offene Beziehung, polyamor, etc etc)
Die Angst ist aber auch (Klartext formuliert): Genüge ich als heterosexueller Partner, wenn mir vielleicht etwas "fehlt"?
Das ist die ungleich größere Herausforderung an einen Partner, der sich mit dieser Frage - in einer bereits bestehenden Beziehung - zum ersten Mal konfrontiert sieht. Sich dieser zu stellen braucht Mut und Kraft - und ich wünsche sie dir, FS.
 
  • #30
Guten Morgen, vielen Dank für eure Antworten. Den letzten Kommentar lasse ich unkommentiert, es ist nicht in meinem Interesse irgendjemanden zu verarschen...

Die Vogelstrauß Methode. ..klingt sehr plausibel.
Zu Anfang hatte mal jemand gefragt was wir für stressige Zeiten haben. Vor 3 Jahren fing es an,dass er emotional völlig quer lief. Er hat manchmal 17 std am Tag gearbeitet und war zum Schluss psychische so down,das er keine 20 min an Stück Auto fahren konnte. Ende vom Lied waren 6 Wochen stationäre Psychiatrie wegen Depressionen. 3 Wochen nach seiner Entlassung war unsere Hochzeit.
1 Jahr lang Psychotherapie. Während des Jahres hat er sich von seinen Eltern getrennt,was ebenso einr berufliche Veränderung mit sich zog,weil er im väterlichen Betrieb angestellt war. Nun hat er letztes jahr seine eigene Firma gegründet.

In der ganzen Zeit hat er sich primär nur um sich ind Arbeit gekümmert. Ich hab mich sehr zurück genommen und ihm alles abgenommen was ging. Sex war tabu thema...er war zu kaputt. Das musste ich ja akzeptieren. Ich kann doch niemanden dazu zwingen mit mir zu schlafen. Aber das Gefühl was in mir gewachsen ist,macht mich kaputt. Man fühlt sich ungeliebt und ich habe angefangen meinen Körper zu hassen.
Und nun DAS....es ist als ob der Boden unter mir wegbricht.
Ich würde ihm nie einen Vorwurf machen wenn er wirklich Schwul ist. Das ist nunmal so und er täte mir eher leid das er sich anscheinend so quält und seine Bedürfnisse unterdrückt. Aber was ich ihm vorwerfe ist,dass ich nun 20.000 euro Schulden an der backe habe. Ich dadurch nicht einfach ausziehen kann...wir vor 6 Monaten in ein Haus gezogen sind.
Das sind alles Dinge die ich gemacht habe weil ich dachte wir kriegen das alles hin.