• #1

Ist eine Beziehung mit einem Mann möglich, der schizophren ist und eine Psychose hat?

Hallo liebe Forums-Mitglieder
Ich bin seit Jahren begeisterte stille Mitleserin.
Nun wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr mir einen Rat geben könntet.

Ich habe (durch Zufall) im Alltag einen sehr attraktiven Mann in meinem Alter kennengelernt. der, ebenso wie ich, ledig und kinderlos ist. Soweit so gut..
Beim ersten Date offenbarte er mir, dass er schizophren sei und eine Psychose habe, dieses jedoch gut eingestellt sei (er nimmt clozapin 5mg täglich). Ich fragte ob er gefährlich sei, er verneinte dies, meinte er war nie aggressiv, wenn dann gegen sich selbst gerichtet - er habe sich vor ca 15 Jahren mal das Leben nehmen wollen. Er hätte in der Jugend mit Drogen experiememtiert, dies sei laut seiner Psychologin der Auslöser gewesen. Er bekommt Frührente und arbeitet Teilzeit.

Ich habe mich innerlich sofort zurückgezogen.
Was ich einerseits selber sehr unfair finde, denn er hätte mir das ja auch verheimlichen können, denn in seinem Verhalten wies nichts auf eine solche Störung hin, ganz im Gegenteil,er scheint ein sehr sensibler, äusserst aufmerksamer Mann zu sein.

Dass er nur Teilzeit arbeitet, stört mich nicht, ich bin sehr gut situiert, und suche keinen Versorger o.ä. Dass er mit Drogen Erfahrung hat, finde ich nicht gut. Ich selber habe noch nie geraucht und auch noch nie Alkohol getrunken.

Ich habe nun einiges im www über diese Erkrankung gelesen, und das verunsichert mich, von tickende Zeitbombe, bis ungefährlich.

Kann mir jemand seine Erfahrungen berichten?

Sind solche Menschen gefährlich?
Ist ein normales Zusammenleben möglich?

Bin euch sehr dankbar für Antworten!

Ich habe mich erstmal nicht erneute verabredet, weil ich vom Kopf her sagen muss: Finger weg.
aber das Herz wiederspricht dem etwas. Er geht mir einfach nicht aus dem Kopf.

Liebe Grüsse
Angelina
 
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  • #2
Meine Mutter hat das selbe und meine Erfahrungen sind, dass es immer ein auf und ab ist. Man kann sicher nicht jeden Fall gleich setzen, aber man muss schon dafür geschaffen sein, die abs gut ertragen zu können. So traurig es klingt, aber ich würde mir einen Menschen mit dieser Krankheit nicht als Freundin aussuchen.

Du bist keine Therapeutin und wenn Du nicht das Helfersyndrom hast, lass die Finger davon. Die Auswirkungen bei einer Psychose sind lebenslang und wenn sie sich verschlimmert, kann das Zusammenleben zur Hölle werden. Such dir lieber aus eigenem Interesse jemanden anderen.
 
  • #3
Oh Angelina,

du hättest hier meinen Cousin beschreiben können. Er hat auch damals mit Drogen experimentiert und danach eine Psychose entwickelt. Seither ist er oftmals in der Klinik und erhält Erwerbsminderungsrente...er bekommt nix auf die Reihe. Naja ganz ehrlich, ich wollte so einen Mann nicht. Ich habe immer Mitleid mit solchen Menschen, aber es ist keine Basis für eine gute Beziehung.

Gut, deiner arbeitet noch in TZ. Ich finde es persönlich nicht schlimm, wenn Männer bewusst weniger arbeiten und mit wenig Geld auskommen. Ich denke auch darüber nach, weil mir die Zeit wichtiger ist, als nur zu konsumieren und Luxus/Status war mir nie wichtig. Das wäre also nicht meine Sorge.

Mein Problem wäre eher, dass ich die Stärkere wäre bei einem solchen Mann. Man müsste ihn stützen etc. Ich kenne mich mit Schizophrenie nicht so gut aus, aber die Mutter einer früheren Freundin hatte das. Sie hat sich das Leben genommen vor zwei Jahren. Diese Menschen sind irgendwie sehr labil und man muss sich immer Sorgen machen. Willst du mit dieser Ungewissheit so leben?

Ich denke auch immer, jeder hat eine Chance verdient und man weiss nie, ob man mal selbst depressiv wird. Erst gestern habe ich einen Beitrag über Depressionen im TV gesehen. Wenn der Partner anfangs gesund ist und dann erkrankt ist es aber anders. Wenn man direkt mit einem solchen zusammenkommt, möchte man sich schützen.

Also du möchtest dich schützen und dein Gefühl sagt nein. Dann lass es.
 
  • #4
Hallo Angelina,

Es scheint mir hier um eine Moralfrage zu handeln. Einerseits ist es ein Pluspunkt, dass er dir das offenbart hat, andererseits finde ich die Sache - aus meiner Erfahrung - nichts Außergewöhnliches. Wir alle haben heftig Party gemacht in der Jugend, hatte unmoralische Affären und wir sind alle irgendwo mit Drogen in Kontakt gekommen und jeder hat schon mal daran gedacht, sich aus dem Leben zu scheiden. Genauso gehören Depression, Burn-out und sonstige psychische Krankheiten ab einer bestimmten Lebensphase und mit diversen Erlebnissen dazu.
Ich finde das macht doch jeder Mensch mal durch, oder nicht? Wenn man das hinter sich hat, spricht man nicht mehr drüber, sonst erweckt man, Opfer zu sein. Man hat sein Leben im Griff.

Leider hat der Mann keine Verantwortung, denn in seinem Zustand geht man nicht auf Partnersuche. Hätte man Verantwortung, käme man auch nicht in seine multiple-destruktive Lage.
Und du solltest dich nicht als Mutter Theresa fühlen und ein soziales Helfersyndrom entwickeln. Dafür gibt es Hunde, Katzen oder Babys, und wenn du ihm helfen willst, dann das sollte ein Zeichen für dich sein, dass es auch bei dir langsam mit der Familiengründung Zeit wird. Besser Kinder pflegen, als kaputte Männer zu pflegen. Frauen wie du verschenken gerne ihre Zeit und ärgern sich später.

Ich finde, er ist noch nicht bereit, als starker Partner für dich zu agieren, aber je nachdem wie eine Frau sich verhält und ihm nicht den Hintern pudert, kann er vielleicht an sich arbeiten.

Auch finde ich hier einen schlimmen Denkfehler der Frauen: Emanzipation ist meiner Ansicht nach rasant "out" geworden in letzter Zeit, und zerstört das mögliche Beziehungsleben. Ein Grund, warum Männer heute so träge geworden sind. Dein Partner muss zwar kein Versorger sein, aber sage ihm das doch bitte nicht! Er soll sich anstrengend für sich und für euch. Das ist männlich! Teilzeit arbeiten als Mann ist keine Alternative, er hat einer Frau etwas zu bieten. Das ist auch der Grund, warum er psychisch so krank ist. Er hat keinen routinierten Alltag, keine Struktur, keine männliche Wichtigkeit. Er hat aufgegeben. Als Versorger braucht man ihn nicht, als was dann? Nenne mir einen vernünftigen Grund! Soll er dein Parkett wischen?

Fazit: ja, solche Menschen sind "gefährlich" für Erfolgsmenschen mit echten Zielen, die vorankommen wollen im Leben. Mit diesen Männern kannst du Freizeit verbringen, am PC chatten, ins Kino gehen, vielleicht kleine Ausflüge machen, aber du wirst immer ein lachendes und ein weinendes Auge haben und dich fragen, warum er nicht mehr Elan hat.

Mache dem Mann schnell klar, wo du hin willst und dass du deine Ziele kompromisslos verfolgst! Er ist zwar gerne eingeladen, dorthin mitzukommen, und würdest dich freuen, wenn ihr ein Team wärt auf dem Weg, aber du lässt dich nicht aufhalten.

Ein Frührenter wäre für mich nicht akzeptabel. Man kann immer was tun, auch im Rollstuhl noch. Aber das hat was mit MENTALER Willensstärke zu tun.
 
  • #5
Auwei! Ich habe keinerlei Erfahrungen mit Menschen, die darunter leiden. Depressionen , ja in meinem näheren Umfeld.
Ich wäre vorsichtig und würde aber den Kontakt zu ihm nicht abbrechen. Bleibt im Gespräch. Wie wäre es mit einer Freundschaft? Hat er selber Erfahrungen mit Frauen gesammelt?
Die Tatsache, dass er sich mit Drogen auskennt, finde ich nicht schlimm. Er weiß, wovon er spricht. Naja...und Du bist nicht seine Therapeutin. Da hätte ich dann das Gefühl, ich rutsche in diese Rolle hinein.
Und dann regelmäßig diese Medikamente....Du hattest erst das erste Date und Gefühle gibt es noch nicht. Ich sage Dir, sei vorsichtig. Eine sehr schwierige Frage! @Zuhii schreibt schlimmes, dann lass es besser!
 
  • #6
Ich finde, dass kann man sehr schwierig allgemein beantworten.....
Es kommt wirklich auf den individuellen Fall an. Vielleicht schlägst du mal ein gemeinsames Gespräch mit seinem Psychologen bzw. Psychologin vor?! Ich denke, die behandelnde Fachkraft kann am ehesten über die Ausprägung der Krankheit und die Symptome Auskunft geben. Nur wenn du aus verlässlicher Quelle weißt, was es bedeutet wenn du dich auf eine Beziehung mit ihm einlässt, kannst du dir ein Urteil bilden. Allgemeine Erfahrungen sind da weniger Hilfreich.
Noch viel wichtiger ist aber dein Charakter. Wenn du eine stabile Persönlichkeit bist, dich sehr gut abzugrenzen weißt und nicht glaubst ihn vor sich selber retten zu können, dann ist das die beste Basis. Solltest du auch nur im Ansatz glauben, dass Liebe bei der Heilung wunder bewirkt, Finger weg! Das wird es nicht! Empfindest du Mitleid? Finger weg! Psychisch kranke sind selten bei sich und suchen oft einen Anker im Außen. Sie hoffen noch mehr als andere, dass der geliebte Menschen sie retten wird. Dir sollte (nicht nur im Kopf) klar sein, dass ein gemeinsames Leben mit psychisch Kranken immer eine Achterbahnfahrt sein wird.
 
  • #7
Hallo Angelina,

wie du bin ich auch seit einiger Zeit stille Mitleserin. Und dein Post hat mich jetzt veranlasst, mich anzumelden. Mein Bruder hat auch Schizophrenie, durch Drogen (Marihuana) ausgelöst. Und was ich dir sagen möchte, ist, die Krankheit ist auf jeden Fall eine Herausforderung, aber die Menschen, die sie haben sind oft sehr liebevoll und sensibel - keine tickende Zeitbombe. Meistens sind es eben sehr sensible Menschen, die genetisch / sozial schon einiges Schlechte mitbekommen haben und dadurch die Krankheit haben.

Wenn man diese Krankheit hat, dann kann ein paar mal kiffen sie einfach aktivieren. D.h., man muss kein Junky gewesen sein.

Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir schreibe, dass Schizophrenie eine Informationsverarbeitungsstörung ist (bipolar etc. ist etwas ganz anderes) Das kann man als nicht-Betroffener evtl besser erfassen. Mir ging es jedenfalls so.

Ich habe jetzt einfach drauflos geschrieben, weil ich verstehe, dass man vor der Krankheit Angst haben kann, wenn man wenig darüber weiß. Aber der Mann, der Dir begegnet ist, scheint sehr klar mit sich zu sein (die obigen Kommentare kann ich z.T. gar nicht teilen) und ich weiß, dass die Angst vor der Krankheit in der Gesellschaft den Betroffenen oft Türen verschließt (siehe die Antworten hier). Wenn man das als Schwester erlebt, bricht einem das manchmal das Herz und deshalb wollte ich dir sagen: schau ihn dir an, lass dir evtl mehr von ihm erzählen, wie sehen seine Psychosen aus? (es gibt sehr unterschiedliche Formen, manche haben 3 Psychosen im Leben, andere jedes Jahr 3), guck, ob ihr euch ganz abgesehen davon mögt.

Ganz klar, einen Partner mit Psychosen zu haben, das ist eine Herausforderung - so, wie andere Krankheiten auch und wenn man es sich nicht vorstellen kann, sollte man so etwas nicht eingehen. Aber evtl. kann es auch helfen, sich damit etwas auseinanderzusetzen.

Cosmo
 
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  • #8
Hättest du vor zehn Jahren über eine Beziehung nachgedacht? Oder ist es lediglich die tickende biologische Uhr die ihn mangels geeigneterer Alternativen ins Blickfeld rutschen lassen?

Wieso sollte es unfair sein, wenn man einen "geistig gesunden" Partner haben will?
 
  • #9
Schizophrenie und Psychose sind schwere Erkrankungen, vielleicht vergleichbar mit einem transplantierten Organ oder einer schweren Herzkrankheit.
Sehr gut, wenn er gut medikamentös eingestellt und krankheitseinsichtig ist.
Seine Psychopharmaka haben erhebliche Nebenwirkungen, können sich gefährlich auf Leber und Blutbild auswirken. Es kann sein, dass er wegen der Nebenwirkungen dieses Medikament nicht viele Jahre einnehmen kann.
Oft gibt es ein Auf und Ab. Dabei können Stress, die dunkle Jahreszeit und auch Unbekanntes für das Ab sorgen. Darauf hast du keinen Einfluss.
Als Erwerbsunfähiger darf er nur weniger als 3 h am Tag arbeiten.
Weisst Du, ob er in einer Einrichtung für Menschen mit psychischer Erkrankung arbeitet und wohnt? Hat er einen gesetzlichen Betreuer?

Es ist die Frage, ob Du all diese Belastungen in Dein Leben lassen willst.
Warum nicht erst mit einer Freundschaft beginnen?
 
  • #10
Dazu kann ich nur sagen:

Jeder ist seines Glücks eigener Schmied.

Wenn man etwas erreichen will im Leben, sollte man sich nicht Bremsklötze an die Beine binden.

Ein psychisch Kranker wird einen immer ausbremsen, mit in seinen Sumpf hinunterziehen.

Ich sehe das gerade in zwei Fällen im Bekanntenkreis, in dem die Gesunden immer nur für den Partner draufzahlen, vor allem finanziell, weil der Partner wieder nichts auf die Reihe bekommen hat, Schulden gemacht hat, verquere Rechtsansichten hat... in der Hoffnung auf ein paar schöne Momente, wie sie irgendwann mal früher waren.

Wenn ein Partner in der Partnerschaft krank wird, hätte ich Verständnis und würde das auch in gewissem Rahmen mittragen, aber auch nicht unendlich.

Aber freiwillig mich auf so jemanden einlassen, den ich auch nur einmal gesehen habe, würde ich mich nicht.

Liebe Fragestellerin, dein Bauchgefühl sagt klar Nein.

Frage dich, was tief innerlich dich dazu veranlasst, etwas anderes zu überlegen.

Denn oft sind es eigene ungesunde Verhaltensmuster, die einen solchen Partner aussuchen.

Glaubt man, keinen besseren abzubekommen/ zu verdienen ?

Ist es ein ungesundes Helfersyndrom, aus dem man selbst das Selbstwertgefühl zieht?

Braucht man immer Drama im Leben, um das Leben zu spüren, weil man es so gewohnt ist ?

Kann/will man sich einem solchem Partner überlegen fühlen ?

Hat man Angst vorm Erfolg mit einem normalen Partner und sucht sich deswegen jemanden aus, mit dem Misserfolg vorprogrammiert ist?
 
  • #11
Liebe FS,

ich darf eine Beziehung seit 30 Jahren beobachten, wo es umgekehrt ist. Der Mann hat sehr viel Liebe im Herzen, dennoch. Heute ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Es gibt Achterbahnfahrten, die unterschiedlichen Ausmaßes sein können, trotz Tabletten und Liebe. Die guten Phasen, können durchaus angenehm sein, die schlechten umso schlimmer.
Wenn dein Herz ja sagt, dann geht beide mit diesem Thema zum behandelnden Arzt, der dir alles genau aufzeichnen kann. Ich würde es vermeiden, im Internet entsprechend Recherche zu betreiben, die oft nicht einmal ansatzweise, das Ausmaß beschreiben kann, weil individuelle verschieden. Du wirst nur verunsichert, hole dir die Infos aus erster Quelle von dem Arzt direkt. Dann frage dein Herz erneut und deinen Kopf, ob du dich dem körperlich und mental gewachsen fühlst. Alls Liebe und Gute!
 
  • #12
Leider hat der Mann keine Verantwortung, denn in seinem Zustand geht man nicht auf Partnersuche. Hätte man Verantwortung, käme man auch nicht in seine multiple-destruktive Lage.

Das ist vollständiger Blödsinn, und von Schuld reden, ist richtig unverschämt und anmaßend.

Er hat eine Psychose, Psychosen sind nicht heilbar. Das ist einfach Fakt.

Was ein Mensch machen kann - und das tut er, er tut alles, was ihm möglich ist, ein normales Leben zu führen.
Er scheint einen Umgang gelernt zu haben, deswegen auch die sofortige Info an Dich.
Dass er diese Krankheit hat, wie sie sich äußert, was er tut, um damit klar zu kommen. Er arbeitet, auch dies ist positiv, und zeigt seinen Willen, Alltag zu leben.

Es wird sicherlich immer anders sein, wie bei einem gesunden Menschen, aber ohne zu bagatellisieren, andere Menschen haben andere Macken.

Was wichtig ist, sowohl für ihn, als auch für eine Partnerin, die Partnerin darf nicht die Rolle einer CoTherapeutin einnehmen, nicht als Kümmerin, Retterin auftreten. Das kann er alleine.
Auch so Tipps wie mit Samthandschuhen anfassen, sind völlig kontraproduktiv.
Ganz normaler Umgang, er wird sagen, wo Grenzen sind, er ist erwachsen und handlungsfähig.

Wenn Du interessiert bist, dann lerne ihn doch noch etwas kennen, frage ihn auch, dann wirst Du sehen, ob Du ihn als Mensch akzeptieren und lieben kannst - und nicht den Schizophrenen siehst.
Jemand, der so reflektiert ist, kann auch mit Deinen potentiellen Fragen umgehen, und Dir Antworten geben. Es sind ja oft Fragen, mit denen man sich selbst auseinander setzt.
Wichtig ist z.B. wie oft kommen Schübe, gibt es Warnzeichen, wie stark sind sie, es ist im Worst Case zu erwarten, was wäre zu tun, was tut er selbst.
Ggf. kannst Du Dich auch selbst noch informieren - vielleicht gibt es entsprechende Foren von Betroffenen?
Auch fachliche Beratung wäre eine Option.

Ich kenne 2, denen ähnliches geglückt ist, sehr besondere Menschen, die insgesamt sehr feinfühlig und aufmerksam durchs Leben gehen, und mit einer ganz besonderen Lebensfreude - ich habe allerdings auch andere erlebt, und das war entsetzlich, so von außen. Es gibt die ganze Bandbreite.

Du musst es für Dich entscheiden, was sagt Dir Dein Gefühl, kannst Du ihn als attraktiven Mann wahrnehmen?
Oder als Kranken? Dann lass es.

Keine leichte Entscheidung, weil es sehr individuell ist, per Ferndiagnose ganz unmöglich.
 
  • #13
Es kommt darauf an. Wenn es eine sehr leichte Form ist, ist eine Beziehung möglich. Sicher eine Herausforderung. Schizophrene haben oft Probleme mit zuviel Nähe. Ich finde es schwierig. Aber jeder hat eine Chance verdient.
 
  • #14
Eine schwierige Frage, die die moralische wie auch die Verantwortungsebene tangiert.
Grundsätzlich hat jeder Kranke auch ein Recht auf Liebe.
Genauso hat er aber auch wie jeder andere die Pflicht, sich als liebenswert und beziehungstauglich zu erweisen.

Eine Erkrankung jedweder Art ist, wenn sie im Laufe des Paarlebens passiert, anders zu bewerten als wenn man jemanden neu kennenlernt, der bereits chronisch erkrankt ist. Eine übergroße Rücksichtnahme auf den Kranken entwickelt sich quasi zum Selbstläufer, der unweigerlich ein Leidens- und Machtgefälle nach sich zieht.
Daher die erste Frage: Könntest du ihn wie einen gesunden, ganz normalen Menschen ansehen und auch so behandeln?

Zweite Frage: Laut deinem Nick bist du 1980 geboren. Welches sind deine Zukunftspläne? Möchtest du noch Kinder haben, einen gemeinsamen Hausstand in dem Ausmaß, in dem du derzeit lebst (du schreibst, du bist gut situiert). Kann er das alles leisten, was du dir wünschst, psychisch und finanziell?
Kann er in seiner psychischen und finanziellen Situation eine Frau akzeptieren, die im Vollbesitz ihrer Kräfte und dazu noch gut situiert ist?

Dritte Frage: Unweigerlich übernimmt man für einen psychisch kranken Menschen Verantwortung. Wirst du mit ihm streiten oder ihn gar verlassen können, in dem Wissen, dass dies womöglich einen neuen Schub der Erkrankung auslösen wird? Oder werden dich Angst und ein schlechtes Gewissen auf ewig an diesen Mann binden?

Diese Fragen solltest du dir sehr ehrlich beantworten.
Persönlich kenne ich aus meinem weiteren Umfeld einen Schizophrenen. Er schreibt wunderbare Bücher und lebt seit vielen Jahren in einer guten Beziehung. Er wirkt allerdings trotz seiner Statur sehr zerbrechlich und seine Frau ist eine liebevolle Glucke. Bei den beiden passt es, allerdings scheint es auch nicht immer ganz einfach zu sein. Tiefere Einblicke fehlen mir da allerdings.
 
  • #15
Ich habe täglich beruflich mit Menschen zu tun, die an Schizophrenie erkrankt sind. Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich und somit auch die Auswirkungen auf das Leben.
Du solltest dir darüber im klaren sein, dass es eine chronische Erkrankung ist. Es gibt stabile Phasen und leider auch immer wieder weniger gute Zeiten. Auch die Einnahme von Neuroleptika hat Folgen. Langfristig können irreversible Bewegungsstörungen möglich sein, die Patienten sind gedämpft und auch Impotenz kommt nicht selten vor.
Wie hier schon geschrieben wurde, kann es ein auf und ab sein.
Natürlich haben auch Menschen mit chronischer Erkrankung das Bedürfnis nach Liebe und Beziehung. Man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass man selbst daran erkranken könnte und sicher dann gerne einen Partner an seiner Seite hätte.
Meine ehemalige Schwägerin, eine vorher psychisch unauffällige, stabile Persönlichkeit, ist nach ihrer Schwangerschaft an einer Psychose erkrankt. Im höheren Alter sind Menschen auch häufig davon betroffen. Wie du siehst, ist dies nicht nur eine Erkrankung, die drogeninduziert ist oder sich in jungen Jahren zeigt.

Wenn die Erkrankung nicht stark ausgeprägt ist und du ein starker Mensch bist, der sich auch mal abgrenzen kann, könnte es funktionieren. Er scheint ja Krankheitseinsicht zu zeigen und seine Erkrankung gut zu managen. Das sind gute Voraussetzungen.
Und du solltest nicht dazu neigen, ein Helfersyndrom zu entwickeln. Sonst wird es keine gleichberechtigte Beziehung.
Hast du ihn gefragt, wie sich akute Phasen bei ihm zeigen? Das ist ja individuell verschieden. Als Partner oder auch einfach als Freund und Angehöriger sollte man Kenntnis über die ersten Symptome haben.
 
  • #16
Beim ersten Date offenbarte er mir, dass er schizophren sei und eine Psychose habe, ... meinte er war nie aggressiv, wenn dann gegen sich selbst gerichtet - er habe sich vor ca 15 Jahren mal das Leben nehmen wollen.

Liebe FS,

anscheinend ist der Mann ohne Illusionen, wenn er jemanden kennenlernt und sagt gleich zu Anfang was Sache ist, um keine Zeit zu verschwenden. In diesem Fall nicht seine und nicht deine. Er hat dir den Ball zugespielt und du kannst nun entscheiden, ob du ihn zurück wirfst oder nicht.

Ob es für dich gefährlich ist, würde sich wahrscheinlich erst mit der Zeit zeigen. Er hat dir erzählt, dass sich seine Aggression gegen ihn selbst richtet und er schon einmal versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Je nach Situation in seinem Leben könnte er das wieder versuchen, vielleicht sogar mit Schuldzuweisung an dich. Würdest du das verkraften?
Oder seine Aggression könnte sich umkehren und dich treffen?
Willst du das riskieren?
 
  • #17
Ich wäre zu mindestens sehr vorsichtig!! Ich habe Erfahrungen im beruflichen Bereich mit solchen Menschen.

Sowas wuerde ich mir nur "ins Haus holen" wenn ich selber total stabil waere. Wenn Du selber schon schlechte Erfahrungen in Beziehungen gemacht hat, selber Bindungstraumata etc hast, ist die Gefahr, dass Du hier WIEDER auf die Nase fliegt sehr hoch!
Und glaube bitte nicht Du könntest einen Partner "heilen" durch Deine Liebe. Das endet meist boes.
 
  • #18
Liebe FS, jede Erkrankung hat seine eigene Stärke. Wir kennen deinen Bekannten gar nicht und ich erlaube mir nicht dir in diesem Speziellen Fall Ratschläge zu geben. Ich kann dir nur sagen, dass du schauen solltest, ob du mit dieser Erkrankung zu Recht kommen kannst. Ich würde seine Ehrlichkeit aber positiv bewerten. Wenn er Medikamentös eingestellt ist, wird er nicht gefährlich sein.
Es gibt den Film "The beautiful mind". Da wird diese Erkrankung thematisiert. Es ist ein schöner Film. Generell haben die Schizophrene Wahnvorstellungen und fühlen sich immer verfolgt und sie brauchen sehr viel Ruhe und Zeit für sich. Er ist jedenfalls bestimmt ein sensibler Mensch und du solltest wirklich in deinen Handeln vorsichtig sein.
 
  • #19
Ich würde ich an deiner Stelle auch informieren. - Hier wird alles in eine Topf geworfen. Bipolar, schizophren, Depression...
Positiv ist: er legt gleich die Karten auf den Tisch.
Übrigens ist eine Karriere, Erfolg im Job, Geld, ein Haus, psychische Gesundheit kein Garant für gesunde Beziehung, wie man hier immer wieder lesen kann.
Dieser Mann bringt auf jeden Fall genug Zeit für eine Beziehung mit.
Sollte sich mehr entwickeln, sollte doch zb ein Dreiergespräch mit seinem behandelnden Arzt möglich sein. Auch würde ich mich nach früheren Beziehungserfahrungen erkundigen. Natürlich ist Vorsicht angebracht, wie immer wenn man jemand neu kenenlernt.
 
  • #20
Mach mit ihm nur nicht weiter, weil Du meinst Du musst fair sein und ihm eine Chance geben. Du hast das Problem schon richtig erkannt. Klar kann der Mann sensibel sein, klar können die Medikamente das Problem in Schach halten, aber er ist eben nicht geheilt. Und Medikamente haben Nebenwirkungen. Die Mutter einer Freundin hat so unter den Nebenwirkungen der Schizephreniemedikamente gelitten, dass sie sich selbst das Leben genommen hat. Du hast doch die Wahl. Du kannst Dir einfach einen gesunden Partner suchen. Du musst nicht fair sein und Dir keine Aufregung ins Haus holen. Es ist Dein Leben. Du hast nur eines. Spiel nicht mit den Streichhölzern, es könnte ein Feuer draus werden.
 
  • #21
Liebe Angelina
Ich kenne mehrere Menschen, die Schizophrenie diagnostiziert bekamen. Man kann nicht alle Erkrankten über einen Kamm scheren und es sind längst nicht alle gefährlich, aber eine korrekt diagnostizierte Schizophrenie ist in der Regel eine schwere Erkrankung. Meistens sind die Personen dauerhaft weniger belastbar. Also zum Beispiel würde ich jetzt einer schizophrenen Person, welche dauerhaft Medikamente nehmen muss, auch nicht unbedingt die Elternrolle zumuten (so zum Stichwort ledig und kinderlos).
Was mir an dem von dir erwähnten Mann gefällt ist, dass er seine Diagnose akzeptiert hat, eine Psychologin aufsucht und Medikamente nimmt, ebenso dass er jetzt die Finger von Drogen lässt und Teilzeit arbeitet. Also insgesamt: Ein vernünftiger Mensch, der ehrlich zu seiner Erkrankung steht und das Beste daraus macht.
Immer schwierig finde ich es, schon beim ersten Date mit einer schweren Erkrankung oder einem Problem des anderen konfrontiert zu werden. Ein Date sollte doch ein positiver Auftakt sein und wenn dann so was Ernstes gleich zu Beginn kommt, schwingt bei mir meist zu viel Mitleid mit und ich erfasse den Mensch auch nicht mehr ganzheitlich, sondern im Vordergrund steht das Problem.
 
  • #22
Mein Bruder hat auch Schizophrenie, durch Drogen (Marihuana) ausgelöst. Und was ich dir sagen möchte, ist, die Krankheit ist auf jeden Fall eine Herausforderung, aber die Menschen, die sie haben sind oft sehr liebevoll und sensibel - keine tickende Zeitbombe. Meistens sind es eben sehr sensible Menschen, die genetisch / sozial schon einiges Schlechte mitbekommen haben und dadurch die Krankheit haben.
Ich kann @Cosmo , zum Teil, zustimmen. Ich habe Erfahrung damit.

Der Mann war wirklich sehr liebevoll und sensibel. Das stimmt.
Er war sehr tierlieb und kuschelbedürftig. Auch bei ihm wurde es durch Drogen ausgelöst.

Was dir hier aber keiner sagt: Diese Menschen hören nicht nur Stimmen oder leiden unter Verfolgungswahn. Bei einem Schub werden Situationen, im Gehirn, völlig anders wahrgenommen.
Sie bilden sich Dinge ein, die nie passiert sind. Das führt zu Streitereien. Wie willst du denn beweisen, das etwas nicht passiert ist, wenn dein Freund aber davon überzeugt ist? Du kannst ja nicht jede Sekunde aufnehmen.
Außerdem beeinflussen mache Medikamente die Sexualität, weswegen sie gerne mal heimlich abgesetzt werden.

Was ich raten würde? Wenn er dir am Herzen liegt, lerne ihn kennen. Wie ihn jeder Beziehung: Vielleicht klappt es oder es klappt eben nicht.
 
  • #23
Aber der Mann, der Dir begegnet ist, scheint sehr klar mit sich zu sein (die obigen Kommentare kann ich z.T. gar nicht teilen) und ich weiß, dass die Angst vor der Krankheit in der Gesellschaft den Betroffenen oft Türen verschließt (siehe die Antworten hier). Wenn man das als Schwester erlebt, bricht einem das manchmal das Herz und deshalb wollte ich dir sagen: schau ihn dir an, lass dir evtl mehr von ihm erzählen, wie sehen seine Psychosen aus? (es gibt sehr unterschiedliche Formen, manche haben 3 Psychosen im Leben, andere jedes Jahr 3), guck, ob ihr euch ganz abgesehen davon mögt.
Ich finde es prima, dass hier ein Beitrag einer Userin freigeschaltet wurde, die wirklich etwas davon versteht! Dann sieht es ja schon viel positiver aus. Mir ist auch der Gedanke gekommen, vielleicht mal gemeinsam zu einer Beratung zu gehen, warum nicht? Alles Gute, Angelina!
 
  • #24
Unheimlich schwierig das von außen zu beurteilen.
Ich selbst litt unter Depressionen und Essstörung und habe Angstattacken, die durch Misshandlungen in der Kinderzeit hervorgerufen sind, davongetragen, mein Freund hatte vorher schon eine Freundin, die Magersüchtig war und ich hatte wahnsinnige Angst, dass er mich deswegen ablehnt. Trotzdem hat er mich weiter unverbindlich kennengelernt und am Ende lieben gelernt.
Am Ende hat er mir den letzten Schubs gegeben, dass ich komplett befreit von meiner Essstörung bin und die daraus resultierende Depression. Meine Panikattacken sind genauso fort und ich schlafe neben ihm Albtraumfrei ein.
Unsere Beziehung ist nicht perfekt. Dennoch sind die Störfaktoren nicht meine psychischen Erkrankungen, sondern ganz normale unterschiedliche Einstellungen zu vermeintlich wichtigen Dingen.
Das er Teilzeit arbeitet, finde zum Beispiel ich, überhaupt nicht negativ sondern positiv. Für viele kann die 30h Woche eine gute seelische Entlastung sein. Sie sind aktiv an der Gesellschaft beteiligt aber mehr Zeit zum regenerieren. Oft wissen psychische Erkrankte nach abklingen der Erkrankung und guter Einstellung, genau was Ihnen gut tut und sind sehr geerdet. Sie wissen, dass seelische Gesundheit viel wichtiger ist als der neue Sportwagen oder die neuen Markenschuhe.
Ich würde auch vorsichtig jemanden kennenlernen, der so eine Krankheitshistorie hat, aber ich würde ihn nicht deswegen ablehnen.
Lernt euch kennen und evtl. hast du da einen wundervollen Mann gefunden. Das er dir ehrlich sagt, worauf du dich einlässt, finde ich zum Beispiel, zeigt auf einen tollen Charakterzug.
 
  • #25
Also ich finde es keinen tollen Charakterzug, dass er beim ersten Date sagt, dass er psychisch krank ist, sogar seine Medikamenten dosierung und er dir auch noch die Auslöser berichtet - wo ist das bitte ein toller Charakterzug? Mag sein, dass es ehrlich ist - ja!
Aber schon jetzt lässt es sich unschwer erkennen, dass es hauptsächlich um IHN geht, um seine Probleme, seine Therapie, seine Medikamente. Ein normales Leben ist mit ihm kaum möglich, zudem verdient er nix und bekommt Frührente, obwohl er ja in den 30ern sein müsste. Was willst du denn mit so einem Problem-Mann?
Es soll ja Frauen mit Helfersyndrom geben, die sich nur gut fühlen, wenn sie anderen Menschen helfen und sich aufopfern.
Aber meinst du nicht, dass du auch einen Mann verdient hättest, der sich um DICH kümmert? der sich um dich sorgt? Der DIR zuhört ohne gleich einen nächsten Satz mit "bei mir ist das so und so...." zu beginnen?
Wenn du k.o. von der Arbeit kommst, wird er das gar nicht nachvollziehen können, denn er hat ja nie gearbeitet.
Du wirst immer nur Rücksicht auf ihn nehmen müssen - ich würde dir raten, das Weite zu suchen. Dann lieber alleine.
Solche Menschen können dir doch gar nichts geben, saugen dir aber deine ganze Energie raus.
 
  • #26
Ich bin grundsätzlich relativ offen und tolerant solchen Sachen gegenüber. Ich habe selbst in einer Klinik schon von Schizophrenie betroffene kennengelernt. Ich hatte eine Tante, die war schizophren, allerdings hatte sie nur als junges Mädchen einmal einen solchen Schub und dann nie wieder. Meine Ex-Schwiegermutter ebenfalls. Offenbar gibt es da auch verschiedene Formen, ohne dass ich da Fachfrau wäre. Dein Freund scheint nicht von diesen Formen betroffen zu sein, bei ihm ist das chronisch und er ist medikamentös eingestellt. Das Problem, was ich damit hätte, wäre, dass ich in Konfliksituationen wirklich Angst hätte, den ein akuter Schub macht Betroffene auch recht unberechenbar.

Man las vor ca. einem Jahr, wie eine schizophrene, psychotische Mutter ihren 10jährigen Jungen in einem Schub vor die SBahn geschubst hat, der Junge verlor einen Fuß. Eine andere Schlagzeile berichtete, wie ein betroffener Sohn seinen Vater umgebracht hat, weil ihm das Stimmen so befohlen haben. Ich weiß, das sind Extremfälle, und bei weitem nicht jeder Erkrankte agiert so, aber man weiß es eben nicht so genau, und deswegen würde ich wahrscheinlich an deiner Stelle eher einen Rückzieher machen.
 
  • #27
Im höheren Alter sind Menschen auch häufig davon betroffen. Wie du siehst, ist dies nicht nur eine Erkrankung, die drogeninduziert ist oder sich in jungen Jahren zeigt.

Schizophrenie ist erblich, bricht aber nicht zwangsläufig aus sondern bedarf eines "Triggers", der die Stoffwechselabläufe im Gehirn durcheinander bringt. In sehr vielen Fällen ist Cannabiskonsum dieser Trigger. Nach meinem Kenntnisstand sinkt die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs der Schizophrenie mit zunehmendem Alter: Wenn bspw. jemand mit einem kranken Elternteil bis zu einem Lebensalter von 40 Jahren keine Symptome hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er weiterhin gesund bleibt.
Die Wahrscheinlichkeit auf eine gute Prognose sinkt mit der Anzahl der Psychosen. Je mehr Psychosen aufgetreten sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige ein "normales" Leben führt.
 
  • #28
Wenn dein Herz ja sagt, dann geht beide mit diesem Thema zum behandelnden Arzt, der dir alles genau aufzeichnen kann. Ich würde es vermeiden, im Internet entsprechend Recherche zu betreiben, die oft nicht einmal ansatzweise, das Ausmaß beschreiben kann, weil individuelle verschieden. Du wirst nur verunsichert, hole dir die Infos aus erster Quelle von dem Arzt direkt. Dann frage dein Herz erneut und deinen Kopf, ob du dich dem körperlich und mental gewachsen fühlst. Alls Liebe und Gute!

Sorry, das ist doch unrealistisch. Erstmal gilt die ärztliche Schweigepflicht, zweitens ist der Arzt seinem Patienten verpflichtet und drittens wird der Arzt bei Anwesenheit seines Patienten niemals "Tacheles reden", also bspw. dass er selbst nicht genau einschätzen kann, ob die Medikation auf Dauer passt oder verändert werden sollte oder wie die Prognose ist. Und natürlich wird der Arzt niemals bei Anwesenheit seines Patienten sagen, dass er diesen als (selbst-)gefährdend einschätzt, ansonsten müsste er seinen Patienten nämlich in die psychiatrische Klinik einweisen.

Und last but not least was Internetrecherche angeht: Da bekommst du tatsächlich nur einen ersten Eindruck. Die Realität ist viel schlimmer. Weder die Betroffenen noch die Angehörigen haben ein Interesse, Berichte über psychotische Schübe online zu stellen.
 
  • #29
Beim ersten Date offenbarte er mir, dass er schizophren sei und eine Psychose habe, dieses jedoch gut eingestellt sei (er nimmt clozapin 5mg täglich). Ich fragte ob er gefährlich sei, er verneinte dies, meinte er war nie aggressiv, wenn dann gegen sich selbst gerichtet - er habe sich vor ca 15 Jahren mal das Leben nehmen wollen. Er hätte in der Jugend mit Drogen experiememtiert, dies sei laut seiner Psychologin der Auslöser gewesen. Er bekommt Frührente und arbeitet Teilzeit.

Vermutlich hatte er eine Psychose, also in der Vergangenheit, also er hat aktuell keine Psychose. Die Frage ist, ob er nur eine Psychose hatte oder mehrere. Meine ex-Frau hatte auch eine Psychose in der Jugend, die durch Kiffen ausgelöst wurde. Die Medikamente wurden dann "ausgeschlichen" und es hat geklappt. Nach meinem Kenntnisstand ist das der übliche Weg: Bei jungen Leuten nach einer einzigen, drogeninduzierten Psychose die Medikamente ärztlich kontrolliert auszuschleichen, also langsam abzusetzen, weil die Nebenwirkungen der Medikamente enorm sind. Die Nebenwirkungen (z.B. Depression) werden zuweilen mit weiteren Medikamenten bekämpft und für die Ärzte ist es ein Stochern im Nebel weil jeder auf die Medis unterschiedlich reagiert.

Ich persönlich würde mich nach meinen Erfahrungen nicht mehr auf jemanden einlassen, der schizophren ist. Der Psychiater (übrigens nicht Psychologe!, es gibt einen Unterschied zwischen Psychologie und Psychiatrie!) meiner ex-Frau sagte es so: Schizophrenie bedeutet "Verrücktheit". Die Verrücktheit besteht darin, dass das Denken, Fühlen und Handeln anders gerückt ist, also ver-rückt ist im Vergleich zu dem, was als normal empfunden wird.
 
  • #30
Man darf auch nicht vergessen, dass bei einer Schizophrenen Erkrankung jedes unangenehmes Ereignis zur Verschlechterung der Krankheit führen kann. Solche Leute können z. B. sehr schwer eine Trennung verkraften. Deshalb solltest du dich nur wieder bei ihm melden, wenn du es wirklich ernst meinst.
 
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