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  • #1

Ist Eifersucht eine gute, positive Eigenschaft oder egoistisch?

Findet ihr, dass man, wenn man einen Menschen aufrichtig liebt, eifersüchtig sein „darf“, oder denkt ihr, dass Liebe uneigennützig sein müsste, dass man … eben AUS LIEBE niemals eifersüchtig sein dürfte, weil man ja selbstLOS und uneigennützig lieben sollte und somit dem Partner / Partnerin die geistige und körperliche Freiheit, in der er sich am wohlsten fühlt, ohne irgendwelche Einschränkungen zugestehen sollte?

Schweißt DIESE Art zu leben und zu lieben nicht viel mehr zusammen als eine Lebensweise, die von Argwohn, Misstrauen, Zwang, verursacht durch Eifersucht geprägt ist? Wenn man also immer „Angst“ haben muss, dass man nicht authentisch sein kann, weil der Partner einen durch seine Eifersucht daran „hindert“?

Was ist mehr wert:

Freiheit, bzw. das Wohl seines liebsten Menschen, also nicht die eigenen Wünsche in den Vordergrund stellen, ihn nicht verbiegen wollen, oder eine Eifersucht (Kontrolle) aus „Liebe“ zu diesem Menschen? Ist DAS dann nicht falschverstandene Liebe (Besitzdenken), die ihren Ursprung im Egoismus und mangelndem Selbstwertgefühl hat?

Ich denke, grenzenlos FREI und eigenständig ist man selber nur, wenn man keinem Menschen dieser Welt irgendetwas aufzwingen will, weil JEDER Mensch ein einmaliges Individuum ist.

Bedeutet gegenseitige Freiheit nicht gegenseitige Liebe in Hochachtung, weil sie nichts fordert, nicht einengt, sondern das Zusammengehörigkeitsgefühl dadurch sogar eher fördern kann?

Wie ist eure Meinung?
 
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  • #2
In der Kurzfassung: Ich finde Eifersucht fürchterlich und da das Wort "Sucht" darin steckt, sollte sie auch wie jeder andere Suchterkrankung behandelt werden.
 
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  • #3
Schön ausformulierte Frage FS.
Bin selbst in der Kennenlern- und Anfangsphase eher etwas misstrauischer, hinterfragender, -tendenziell also eifersüchtiger. Später, sobald ich wirklich vertraue, angekommen bin und mich angenommen fühle, bin ich überhaupt nicht mehr eifersüchtig, gebe viel Freiheit und fordere diese auch für mich ein.
Warum ich anfangs derart konträr bin im Gegensatz zu dem ich wie später bin, kann ich nicht (logisch) erklären.
Ich habe noch nie betrogen, und wurde auch noch nie (wissentlich) betrogen. - Wobei ich sagen muss, dass es für mich auch ein paar wichtigere Werte gibt als (körperliche) Treue des Mannes.
w38
 
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  • #4
"Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer Leiden schafft" - nichts für mich.
Ich finde es ist die unangenehmste Eigenschaft, die ein Mensch in einer Partnerschaft haben kann. Sie hat rein garnichts mit Liebe zu tun, sondern mit der unangenehmsten Form von "den anderen beherrschen, einengen, zu etwas zwingen, ihn verdächtigen, kontrollieren ..." und das mit viel Emotionalität bei kompletter Unfähigkeit, sich zu reflektieren oder gar Sachverhalte zur Kenntnis zu nehmen.
Eifersucht des Partners ist für mich Trennungsgrund Nr. 1, noch vor Fremdgehen.
w, 50
 
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  • #5
Wie immer macht die Dosis das Gift!
Eifersucht in hiohem Maße nervt, aber wenn mein Freund eifersüchtig wird, weil sich ein anderer für mich interessiert, finde ich das auch irgendwie süß! ;-)
 
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  • #6
Dazu habe ich folgendes zu bedenken:

Eifersucht ist eine Sucht, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
 
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  • #7
ich selber bin gar nicht eifersüchtig und vertraue immer gleich von anfang an. bis jetzt hat sich das auch noch nicht als falsch herausgestellt.

ich empfinde eifersucht als der energieraubend. sei es der der eifersüchtig ist als der oder die jenige die ziel dieser eifersucht ist.

ich denke, damit kann ich den partner bestenfalls vertreiben und wenn einer weiterziehen will, dann wird meine eifersucht ihn auch nicht aufhalten. reisende soll man halt ziehen lassen.

für mich kommt die eigenschaft als negative eigenschaft daher und ist für mich kein beweis einer liebe.

ich bin froh, dass mein partner mir genauso blind vertraut wie ich ihm.

w48
 
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  • #8
Wer "Freiheit" betont, tut dies nach meiner Vorstellung meistens, weil er bzw. meistens oder häufig sie nicht hat, sich mit seinen (ihren) Vorstellungen und Ideen genauso einzubringen wie das Gegenüber. Die eigenen Vorstellungen in Beziehung nicht realisieren zu können, wird befürchtet. Da ist das Gegenüber mit (zum Teil) anderen Ideen, Vorstellungen, Wünschen. Diese werden als Gefahr für die eigenen Ideen, Vorstellungen, Wünsche gesehen.
Wer dagegen hat, die Wünsche und Vorstellungen des Gegenübers nicht als Gefahr, sondern z. B. als Bereicherung, Anregung zu sehen, mit diesen nicht (z. B. intellektuel) überfordert ist, diese nicht ablehnt, weil anstrengend, uninteressant, die eigene Welt störend o. a., betont nicht die "Freiheit" und praktiziert nich vor allem Abgrenzung, ist stattdessen nach meiner Vorstellung offener.

Wer wie beschrieben die Freiheit betont, ist durch die "Freiheit" entspannter. Wer demgegenüber mit den Wünschen und Vorstellungen des Gegenübers entspannt ist, hat nach meiner Vorstellung mehr Leben: die eigenen Ideen sowieso und dazu Ideen, Anregungen des Gegenübers. - Ideen und Vorstellungen kommen immer aus Anregungen von anderen. Wer sich um die "Freiheit" von den Wünschen des nahen Gegenübers sorgt, um sich aber gerne Anregungen aus entfernteren Quellen zu holen, hat auch viel: auch Mehrwerte von anderen, ist aber nach meinem Verständnis nicht so fit, mit dem nahen Gegenüber umzugehen, auf dieses einzugehen, nach meinem Verständnis aus Mangel an Intellekt bzw. Kommunikationsstärke bzw. weil introvertiert oder/ und weil wenig interessiert an mehr vom Leben.

"Eifersucht" ist ein zweites und hauptsächlich anderes Thema als "Freiheit und Nähe". Eifersucht ist negativ: Wer eifersüchtig ist, lässt den anderen nicht gelten - insofern Thema "Freiheit" -, aber vor allem hat negative Gedanken gegen sich selbst, z. B. 'Ich bin weniger wert als jemand anderes' oder 'Ich bin weniger wert als andere'.
 
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  • #9
Darf man mal fragen, was hier eigentlich die Frage ist?
Ich meine schau dir doch bitte mal deinen Beitrag an und zähl die Argumente für "gut" und "positiv" auf.

Natürlich ist Eifersucht ein Makel. Ich vertraue dem Partner nicht und/oder empfinde mich selbst als nicht liebenswert. Ich bin nicht in der Lage zu lieben, ohne dafür etwas zurückzubekommen.
Hast du ja mehr oder weniger so zusammengefasst. Wo sollte da jetzt was positives drin liegen?!
 
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  • #10
Ich glaube Eifersucht kommt entweder dadurch zustande, dass einem der Partner wirklich Grund dazu gibt durch zb. viele gegengeschlechtliche Kontakte die nicht so wirklich frei von Flirts sind oder durch mangelndes Selbstbewusstsein, indem man in wirklich jeder Person Konkurrenz wittert.

Sollte nicht gerade ersteres zutreffen, bin ich wenig bis garnicht eifersüchtig. Ich sage mir immer, wer gehen will, soll eben gehen. Der denkt halt, er bekommt was besseres. Dann viel Spaß. Ich finde wieder wen neues, der mich für die tollste Frau hält, die er kriegen kann.
 
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  • #11
Wenn die "Freiheit" betont wird, meint die betreffende Person fast immer die eigene Freiheit, um die sie sich sorgt. Dieser Ansatz von Beziehung auf Basis der Sorge um die eigene Freiheit beinhaltet nicht oder wenig den Mehrwert des Aufnehmens der Interessen, Vorstellungen, Ideen, Wünsche des Gegenübers und ist somit keine Basis für ein Mehr an Leben aus dem Potential von Zweien: von mir und dem Gegenüber - wie ich oben (in #7) schon beschrieben habe. Dieser Freiheitsansatz kreist um die eigenen Interessen, lässt das Gegenüber mit dessen Wünschen nicht oder nur begrenzt an sich heran, schließt das Gegenüber aus o. ä. Insofern und in diesem Sinne steckt hinter derart "Freiheit" (mehr) Ichbezogenheit und nicht oder weniger Beziehung zum Gegenüber. (Nach meiner Vorstellung findet man diesen Ansatz weniger bei Männern, aber bei einem Teil von Frauen. Der Grund ist nach meiner Vorstellung, dass mehr Frauen mehr auf Harmonie bedacht sind auf eine Weise, die am Ende zu Abgrenzung und Freiheitsbedürfnissen führt. Besser wäre nach meiner Vorstellung Ansätze zu Unabhängigkeit mit und nicht gegen das/ in Abgrenzung zum Gegenüber, vor allem der Ansatz "Geben und Nehmen", der auch "Freiheit beinhalte, aber noch mehr.)

Ein guter Ansatz ist nach meiner Vorstellung, dass es eine Autonomie des Gegenübers gibt, dass zu beachten ist. Dies beinhaltet sicher, dass die Sympathie oder Liebe o. ä. des Gegenübers nicht erzwungen werden kann (aber vielleicht für ein die Beziehungspartner langfristig befriedigendes Miteinander auch auf eigenes Geben beruht.) Dass Du, FS, Eifersucht Deines Gegenübers nicht gut findest, hast Du ja in diesem Sinne beschrieben.

Also ja: Eifersucht - verursacht durch negative Gedanken gegen sich selbst - führt zu Unzufriedenheit des Eifersüchtigen und normalerweise zu destruktivem Verhalten gegen das Gegenüber oder auch negativen Gedanken gegen das Gegenüber.

Nur die eigene Freiheit ist nach meiner Vorstellung ähnlich ein Halbbeziehungsansatz - es geht um mich und nicht oder wenig um den anderen - wie dei SelbstLOSigkeit. In der letzteren um den oder die Anderen und nicht oder kaum um mich. Kein guter Ansatz, auch wenn lange und kaum korrigierte christliche Tradition Ehepartner u. a. Partner. (Kirchenleute sind hier keine oder häufig keine guten Ratgeber; sie kümmern sich häufig wenig um die befriedigende Zweierbeziehung der Normalbevölkerung.)
"Geben und Nehmen" ist für mich und das Gegenüber am befriedigsten, setzt aber voraus, dass man mehr von Leben möchte, das Gegenüber achtet (Geben) und nicht nur sich selbst (Nehmen und eigene Freiheit) und kommunizieren kann/ möchte.

Manche haben keine Lust auf Beziehung mit auch selbst Geben und verschleiern dies mit "Freiheit" als wichtigstes Motiv.
 
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  • #12
Eifersucht ist nie gut, weil dann einfach das Vertrauen beim Eifersüchtigen fehlt.
Heißt aber nicht, dass der Eifersüchtige derjenige ist, der etwas falsch macht.
Manchen Menschen kann man eben nicht (mehr vertrauen) oder man hat einfach einen echten Grund für seine Eifersucht. Gut ist das aber auch nicht.
Es kommt bei mir ganz auf den Mann an, mit dem ich zusammen bin.
Ich hatte mal einen Freund, der hätte mit Giselle Bündchen im Bett liegen können, wenn er mir gesagt hätte, da war nichts, dann war da auch nichts - ich habe ihm vertrauen können und er hat mich niemals belogen.
Mein Exmann hat nur gelogen - ich habe zum Schluss ALLES, wirklich ALLES kontrolliert - hat aber auch nichts genützt, er hat sich dann eben ein Zweithandy zugelegt.
Mit mangelndem Selbstbewusstsein hat Eifersucht manchmal etwas zu tun, aber manchmal ist man einfach nicht grundlos eifersüchtig.

GUT ist Eifersucht aber nie. Egal, wer sie nun verursacht - das von Selbstzweifeln zerfressene Mädel oder der notorische Femdgeher- beide sind einfach nicht fähig zu einer wirklichen Partnerschaft inkl. Vertrauen.

w,40
 
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  • #13
Ich denke, grenzenlos FREI und eigenständig ist man selber nur, wenn man keinem Menschen dieser Welt irgendetwas aufzwingen will, weil JEDER Mensch ein einmaliges Individuum ist.

Eifersucht sehe ich heute ausschließlich als etwas total unnötiges und in jedem Fall nur negatives an. In meinen jungen Jahren war ich sehr eifersüchtig und ich habe das sehr bald angefangen zu hinterfragen, was denn eigentlich dahinter steckt. Kam zu folgendem Schluss: was dahinter steckt ist Angst und zu wenig Selbst-Wert-Gefühl.
Da die Auswirkungen von jedweder Eifersucht immer und ausschließelich negativ sind, habe ich sie immer mehr unterdrückt und so halte ich es weiterhin.
Im Laufe der Jahre bin ich mir meines eigenen Wertes und meiner liebenswerten Individualität bewusster geworden. In der Liebe ist niemand ersetzbar.
Eifersucht ist eine negative, primitive Gefühlsaufwallung und man quält nur sich u. andere - völlig sinnloserweise - damit.
Selbst wenn mein Partner auch an jemand anderem Gefallen findet oder sogar für eine andere Person Liebe empfindet, so heißt dies noch lange nicht, dass er DESWEGEN für mich keine Liebe mehr empfinden kann! - Das sind zwei voneinander unabhängige Dinge - Weil eben jeder ein nicht ersetzbares Unikat ist. Somit ist eigentlich jeder Mensch konkurrenzlos.
W44
 
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