• #1

Ist 'Du hast eine Macke' eine Beleidigung?

Ist 'Du hast eine Macke' eine Beleidigung?

Ich persönlich empfinde das so. Ich habe eine Weile mit jemandem von EP korrespondiert. Dabei habe ich ihn gebeten, mich weiterhin als Maruli anzureden und nicht mit dem Namen, der in meinem Papieren steht, mit dem ich mich aber nicht identifizieren kann. Ich betrachte das als einen nachvollziehbaren Wunsch, und nicht als eine Macke. Ich verstehe unter einer Macke Verhalten und Denken, mit dem man entweder sich selbst oder anderen schadet.

Die mir unterstellte "... Namensmacke (doch, streite das nicht immer ab, es ist eine Macke) ... " habe ich als Beleidigung aufgefaßt. Aber da ich keine Eskalation wollte, habe ich es vermieden, ärgerlich zu werden und nur geschrieben, daß ich mich nicht ernst genommen fühle.
Stattdessen habe ich mich um Verständnis für meinen Wunsch bemüht und alle denkbaren rationalen Gründe angeführt, warum jemand sich mit einem Namen nicht identifizieren kann. Es war vergeblich, die Positionen wurden antagonistisch und dann hat er den Kontakt abgebrochen.

Fragen:
Habe ich zu empfindlich reagiert, muß ich mir als Frau von einem Mann wirklich sagen lassen, ich hätte eine Macke und das in Ordnung finden?
Habe ich zu sanft reagiert, hätte ich sofort eine Entschuldigung fordenr sollen?
 
  • #2
Ich lese Deine Definition von "Macke" mit Befremden. Den Aspekt des Sich-oder-Anderen-Schadens hätte ich nicht assoziiert.
Für mich ist eine Macke einfach eine seltsame Eigenart, etwas Ungewöhnliches, das man vielleicht schwer nachvollziehen kann.
Wenn er es so definiert wie ich, dann war der Begriff "Macke" meines Erachtens zwar gewiss nicht besonders freundlich, aber doch sachlich zutreffend verwendet und nicht beleidigend gemeint. Vielleicht wollte er nur zum Ausdruck bringen, dass er Deine Ablehnung Deines Namens eigenartig findet, vielleicht findet er Deinen wirklichen Namen auch ganz schön und überhaupt nicht ablehnenswert?!
 
G

Gast

Gast
  • #3
Naja, ich gebe zu, ich habe jetzt auch erst einmal gestutzt, als ich dein Post las. Dein Kavalier hat es sicherlich nicht wirklich sachlich ausgedrückt. Erlaube, dass ich meinen Eindruck schildere: du kommst als jemand rüber, der extrem kontrolliert wirkt. Du drückst dich gewählt aus, reflektierst, bist vorsichtig-höflich, und dann darf man dich nicht mit deinem wirklichen Namen ansprechen. All das könnte das Bild manifestieren, dass man es da mit jemandem zu tun hat, der nicht wirklich alltagstauglich für eine Beziehung sein könnte. Sorry, mein Eindruck, auch wenn ich nach dem kurzen Text sicher nicht alles beurteilen kann.

Ich hätte dir spontan beim Lesen wünschen wollen, mal weniger nachzudenken, einfach mal aus dir rauszugehen, man muß nicht alles kontrollieren und reflektieren, man kann auch einfach mal ganz deutlich sagen, was man will und was Sache ist. Ein "ich finde meinen echten Namen sch... und möchte lieber xy genannt werden, weil es mein Spitzname ist", ist jedem verständlich, denke ich. Ich habe bei dir ellenlange, pseudo-psychologische Texte vor meinem inneren Auge, mit denen du erklären willst, warum und wieso der Name nicht geht. Das kommt unsicher rüber und hat deinen Galan mit Sicherheit nicht in der Form interessiert. Wie du angesprochen werden willst, bestimmst du, da muss man nichts erklären.

Manchmal hilft es einfach, etwas nicht rational als antagonistisch zu titulieren, sondern es einfach beim Namen zu nennen - er ist ausfallend geworden, er hat sich gedacht, was für eine ... Person ist das denn, was auch immer. Ich kann mir vorstellen, dass er irgendwann einfach aufgegeben hat und das der Grund für seine deutliche, aber ehrliche Aussage war.

Irgendwie habe ich den Eindruck, du könntest als sozialer Kontakt ziemlich anstrengend sein, du fragst und willst erklären und überlegst, was jetzt wie richtig ist.... mein Gott, leb doch einfach. Sei du, sei autentisch, sch... drauf, was andere denken. Dann kommst du auch so rüber, wie du es willst.

Nicht böse gemeint, aber bitte lass auch mal Fünfe gerade sein!
 
  • #4
Warum sagst Du ihm Deinen Geburtsnamen überhaupt, wenn Du nicht damit angesprochen werden willst?

Ich kenne durchaus Leute, die mit ihrem Spitz- oder auch ihrem Künstlernamen angesprochen werden wollen, aber die stellen sich von vorneherein ihrem Gegenüber nur mit diesem vor.

Ansonsten würd ich halt konsequent nur auf Ansprache mit Deinem Wahl-Namen reagieren, dann gewöhnt er sich schon ab, Dich mit der "Macke" ärgern zu wollen.
Gar nicht erst auf das Gefrotzel einlassen...
Abgesehen davon: Mei, und selbst wenns als Macke zu bezeichnen wäre - so what? Dann steh halt zu Deinen Macken?
Mach ich auch. Je selbstverständlicher ich das tue, desto weniger muss ich da rumargumentieren. Oder die Macken 'rationalisieren'. Würde ich an Deiner Stelle auch nicht tun. Das ist so mit Deinem Namen und wird nicht diskutiert. Basta.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Es ist auf jeden Fall eine Respektlosigkeit. Beleidigung ist ein juristisch definierter Begriff und wird als "Äußerung von Missachtung" aufgefasst. Da könnte man sicher drüber streiten.

Aber auf jeden Fall sollte man innerhalb einer Partnerschaft / sich anbahnenden Partnerschaft die Wünsche des anderen respektieren. Wenn das schon am Anfang nicht klappt, stellt sich ja auch die Frage, wie das dann weitergeht und ob sich daraus überhaupt eine von Achtung getragene Beziehung entwickeln kann.

Ich finde, dass du richtig reagiert hast. Und es ist gut, dass du ruhig geblieben bist. Wenn er das nicht von selbst respektiert, dann bringt auch eine Aufforderung nichts. Deshalb ist es - denke ich mal - schon ganz gut, wie es gelaufen ist.
 
G

Gast

Gast
  • #6
Gut, du magst deinen realen Namen nicht...; solange du dich im Chat befindest ist es ja legitim, sich mit seinem "Pseudonamen" ansprechen zu lassen...Aber im realen Leben kannst du auch nicht darauf bestehen, mit einem Pseudonym angesprochen zu werden, oder?

Wenn dich dein richtiger Name so stört...; hast du einen Zweitnamen? Wenn dir dieser besser gefällt, lass dich doch künftig mit diesem ansprechen.

Aber es stimmt schon was du sagst: niemand muss sich beleidigen lassen und schon gar nicht von Fremden. Das zeugt nicht von einer guten Charaktereigenschaft. Er hätte das anders formulieren und durch die Blume sagen können- ohne angreifend zu wirken. Nicht alle Menschen besitzen Emphatie.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Ich empfinde <Du hast eine Macke> nicht als Beleidigung, sondern als schmunzelnde Äußerung, daß man jemanden etwas schrullig, etwas eigen findet.

Wenn mich ein Mann bitten würde, ihn nicht mit seinem Taufnamen, sondern einem selbst zugelegten Namen anzusprechen, würde ich das schon tun. Es gibt ja genug Leute, die einen Spitznamen haben, den alle Welt benutzt und auf ihren Taufnamen gar nicht mehr reagieren.

Falls Du Dir wirklich Maruli als Namen zugelegt hast, finde ich den für Deutschland etwas merkwürdig. Ist ein indischer Name, oder? Ich täte mir schwer, jemanden, der in Wirklichkeit vielleicht Britta heißt, mit Maruli anzusprechen. Oder einen Helmut mit Raschid, einen Peter mit Lakshmi.

Und um ehrlich zu sein... als Mann würde ich mir denken, wenn Du schon wegen so einem PillePalle -die wenigsten können das wohl als ernsthaftes Problem sehen, zumindest nicht in der Kennenlern-Phase- eine Grundsatzdiskussion vom Zaun brichst, wie ist es denn dann erst bei echten Problemen? Würde mich abschrecken, wenn es schon zu Beginn des Kennenlernens so kompliziert wird.

w, 50
 
G

Gast

Gast
  • #8
Liebe Fsin, bei mir wars genau so. Mein Kontakt hat sich arg Muehe gegeben, um mich zu ueberzeugen, warum er sich so etwas wuenscht (anderer Name und Kommunikationsart...). Ich habe ihn verstanden, er aber mich nicht, dass ich seine Ueberzeugungsarbeit schaetze, aber generell mit offenen Karten spiele, und auch grundsaetzlich ein vorsichtiger (nicht aengstlicher) Mensch bin. Sein neuer Name hat mich mehr verunsichert. Er wollte/konnte nicht verstehen, dass wir Beide recht hatten. Ich habe mich dann seltener gemeldet, in Art und Weise wie ich es von frueher kannte. Er hat sich geaergert und schliesslich den Kontakt abgebrochen.

Auch das habe ich respektiert! Hoffentlich versteht er mein Respekt.

Dir/Euch viel Erfolg!
 
  • #9
Also ich persönlich hätte Probleme damit, wenn ein Mensch mich gegen meinen Willen anredet und nicht das er sagt; ich habe eine Macke. Bei der Sache mit der Macke, da kommt es drauf an wie er es gesagt oder geschrieben hat.

Ich hätte auch keinem Menschen 1000 Gründe dafür präsentiert warum er mich so und nicht so anreden soll. Ich denke; so ein Wunsch muss respektiert werden und gut ist es. Der Rufname ist was ganz persönliches und jeder sollte den Wunsch des anderen da so hinnehmen und ihn nicht gegen seinen Willen rufen.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Och, ich denke, dass du noch mehr vom Stapel gelassen hast, dass er denkt, dass du ne Macke hast und dir vielleicht noch mehr komisches nicht nachvollziehbares Zeug einfällt.
Zu mir sagen sie auch alle irgendwann, dass ich durchgeknallt bin, weil ich mit meinen 44 Lenzen als Frau so locker rüber komme und nicht den Konventionen entspreche. ich denke nur, dass das in meinem Fall eher liebevoll ironisch gemeint ist, denn ich kann über mich selber lachen.
ich mag meinen Nachnamen auch nicht. Er ist ewig lang und klingt echt nur ätzend.
NA UND!
Da lebe ich mit.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Ich würde die Aussage "Du hast eine Macke" nicht zwangsläufig als Beleidigung werten.Kann durchaus auch, und das scheint mir im o.g. Kontext eher naheliegend zu sein, flapsig gemeint sein.Dabei würde ich voraussetzen, dass eine gewisse Nähe zwischen "Sender" und "Empfänger" des Gesagten besteht...
 
G

Gast

Gast
  • #12
Ehrlich gesagt finde ich es auch seltsam, warum du ihm nicht wenigstens deinen Vornamen nennen wolltest??
Wenn ich eine Weile mit jemandem schreibe ohne ihn zu kennen, möchte ich wenigstens seinen Vornamen wissen. Würde derjenige mir das verweigern, würde ich mich auch wundern und fände es wie gesagt seltsam, jemandem nur mit seinem Synonym anzureden. Denn es ging ja sicher nicht darum, ihm deinen kompletten Namen und Adresse zu geben.
Etwas befremdlich ist das schon und wenn ich ehrlich bin, hätte ich den Kontakt dann auch abgebrochen. Denn irgendwie hätte ich das Gefühl, dass dahinter ein komplizierter Mensch steckt.
Warum hast du denn ein Problem, mit deinem richtigen Namen angesprochen zu werden? Ist dieser Name so seltsam?
Irgendwann müsstest du deinen Namen sowieso verraten, solltest du dich auch mit ihm treffen. Und darauf läuft es doch bei einer Kontaktsuche irgendwann hinaus. Öder möchtest du dann immer noch mit einem anderen Namen angeredet werden?
Außerdem kann man meiner Meinung nach eine Entschuldigung (eines erwachsenen Menschen) nicht einfordern, diese Entschuldigung muss schon von demjenigen selbst kommen, sonst wäre sie wohl kaum ernst gemeint.
 
G

Gast

Gast
  • #13
Ich würde alle Emails von Anfang an mit dem "Wunschnamen" unterschreiben, alles andere macht einen falschen Eindruck, und man gerät in den Erklärungsbedarf, was eigentlich (unter fast fremden Menschen) nicht unbeding sein sollte. Ich möchte auch nicht mit dem Namen angesprochen werden, der in meinen Papieren steht (ist etwas ausgefallen und ich bevorzuge eine kurze Form ) und meine Freunde haben gar keine Probleme damit, viele wissen auch nicht wie ich "richtig" heisse. Auf der I-Net-Schiene ist es etwas anderes, jeder behält sein "gesundes" Misstrauen und die Missverständnisse sind praktisch vorprogrammiert. "Rationale" Gründe in dieser Hinsicht wären mir ZU privat, auch wenn sie wirklich harmlos sind. Den Satz mit der Maske würde mich auch beleidigen, meine (Standart-) Antwort wäre : "Lieber XY , ich glaube, wir passen micht zusammen etc..." , was m.E. in diesem Falle durchaus zutreffend ist.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Du warst eindeutig zu sanft, ich an Deiner Stelle hätte den Kontakt schon viel früher abgebrochen. (M)
 
G

Gast

Gast
  • #15
ich würde eine solche aussage mir gegenüber auch als beleidigung auffassen.
dass du dich jetzt nicht gut fühlst, weil du nicht sofort klar deine meinung dazu geäussert hast, dich statt dessen auf eine disbezügliche diskussion einliest, kann ich gut nachvollziehen.

es passiert in der virtuellen welt sehr oft, dass menschen ab- und verurteilen und sogenannte ratschläge abgeben, die untragbar sind, obwohl jegliche hintergrundinformationen fehlen. ich vermisse, wie du jetzt sicher auch, ein bischen mehr vorsicht.

ob dein wunsch nach benutzung des nicknames jetzt eigenartig anmutet oder nicht, lassen wir dahin gestellt sein. ich vermute, dein mailpartner hat eben noch andere eingenarten von dir hinter deiner haltung vermutet und sich daher verabschiedet. nichts desto trotz ist ein solcher satz nicht von einem mann gekommen, der mich noch weiter interssieren würde - ich lese aus deinen worten, dass du das ähnlich siehst. es war rüpelhaftes verhalten.
 
  • #16
In diesem Falle vielleicht eher eine sachliche Feststellung. Mich würde interessieren wie alt Du bist und warum Du andere (in diesem Fall Deinen Mail-Kontakt) dahingehend missionieren willst, dass sie Dich und Deine Namensfindung verstehen müssen?

(43)
 
  • #17
Jeder kann seine Meinung frei äußern. Auch der Betroffene.

Ich kannte einen Mann, der hieß mit Vornamen "Heinrich" - war ihm aber zu altbacken. Er nannte sich Peter, und wollte so in seinem Freundeskreis angesprochen werden. Klappte problemlos, wurde von Jedem sofort akzeptiert.

Eine Macke ist an sich nichts Schlechtes, sondern was Besonderes. Erst die subjektive Beurteilung macht daraus ggf. was "schlechtes".
Ein früh. Verwandter hatte die "Macke", seine Bleistifte ganz akurat mit gleichmäßigem Abstand auf seinem Schreibtisch zu legen. Der merkte sofort, wenn die auch nur eine Winzigkeit anders lagen.
Es wurde "schlecht", als er seine Mitmenschen übertrieben pedantisch behandelte.
 
G

Gast

Gast
  • #18
Macken mag ich, aber Du wärst mir zu kompliziert und zu fremdwörtisch.
M52
 
G

Gast

Gast
  • #19
Mir würde diese Beleidigung mit Sicherheit nicht unterlaufen, weil ich eine Beziehung mit einer solchen Person beenden würde, wenn sich die "Macke" - oder was auch immer - allzu deutlich bemerkbar macht.

Für mich klingt das krank, lässt mich an Psychiatrieinsassen denken, die ihren Teddy brauchen oder ähnliches.

Klar man hingehen, mit seinem Verhalten oder seinen Äußerungen gegen jedes gesunde und vernünftige Empfinden verstoßen und sich anschließend über Intoleranz, Aggressivität etc. beschweren. Für mich bedeutet das eine Menge Ärger und Frust ohne adäquaten Gewinn.

Da muss man ganz einfach konsequent sein und diese "Beziehung" rechtzeitig beenden.

m 49
 
  • #20
Allgemein gesprochen, käme es darauf an, wer so etwas zu mir sagt. Gute Freunde und Familie dürfen mir schon mal sagen, ob und welche Macke ich habe. Ich denke, kaum jemand ist gänzlich frei davon.

Bei (noch) Fremden, finde ich die Formulierung schon respektlos und etwas übergriffig. Aber der Ton macht die Musik. Von Angesicht zu Angesicht, mit einem Lächeln, könnte ich das sicher mit Humor nehmen. - Aber das ist ja nur allgemein gesagt. Ein wirkliches Schimpfwort ist das auf keinen Fall (hier in dieser Gegend nicht; sicher regional verschieden).

In diesem speziellen Fall, liebe FS, denke ich, dass dem Mann einfach kein besseres Wort eingefallen ist, diese .... (mir fällt auch keins ein) zu bezeichnen.

Viele Künstler haben Künstlernamen, diverse Autoren Pseudonyme, Menschen im Internet verwenden Nicknamen/Alias. Das ist im Netz schon aus Gründen der Sicherheit vollkommen in Ordnung.

Wenn mich aber jemand im realen Leben bittet (oder darauf besteht), ihn mit seinem Nicknamen anzusprechen, weil der Passname nicht genehm ist, dann fällt mir dazu auch nur ein, dass das - freundlich ausgedrückt - sehr merkwürdig ist...

Wenn du Probleme mit deinem eingetragenen Namen hast, dann lasse ihn doch offiziell ändern! Das kostet allerdings Geld (und muss, glaube ich auch begründet werden). Na ja, den Nick kriegst du kostenlos...

Grundsätzlich würde ich aber keinen Kontakt zu Menschen pflegen, die ein Problem haben, ihre eigene Identität anzuerkennen. Wer nicht mal mit sich selbst klar kommt, schafft das auch mit seinem Umfeld nicht.

In den vorgenannten Begründungen sind natürlich Spitz- und Kosenamen nicht eingeschlossen. die sind fast nie logisch zu erklären und genießen Sonderstatus (bzw, Narrenfreiheit), :)
 
  • #21
Ich bin erstaunt über so viele Antworten in so kurzer Zeit. Danke.

Einige Ergänzungen:

Bevor er mir die Macke angedichtet hat, hatten wir drei Tage lang intensiv korrespondiert und einige Gemeinsamkeiten entdeckt. In seinem Profiltext unter 'das Besondere an mir' hat er seine Rationalität betont, und zu rational war ich ihm sicherlich nicht.

Er hatte meinen offiziellen Vornamen wissen wollen, und nach einigem Zögern hatte ich den schließlich genannt, es war ein bißchen ein mißglückter Vertrauensbeweis. Ich hatte erwartet, daß er das einfach zur Kenntnis nimmt und wieder vergißt. Stattdessen kam dann die Unterstellung der Macke.

Ich hatte auch überhaupt nicht vor, alle Gründe breitzutreten, ich wollte durch die späteren rationalen Erläuterungen lediglich dazu beitragen, daß er seine Meinung von wegen der Macke selbst revidiert.

Ich bin 62 und stamme noch aus der Zeit, als durch die Nachwirkungen der Nazizeit eine sehr teutonische Namensgebung üblich war und einen zweiten Vornamen hat man mir nicht gegönnt.

Jeder hat seine Eigenheiten, ich auch, aber Macke klingt für mich schon recht abwertend.
Wenn eine Tasse eine Macke hat, dann ist sie beschädigt, und das ist schon irgendwo schwerwiegend. Eine Tasse mit Macke wäre auf dem Flohmarkt wohl eher unverkäuflich.
 
  • #22
Eine Macke ist eine seltsame Eigenheit, oft (aber nicht imemr) störend oder auffallend, auf jeden Fall abweichend von der Norm.

"Du hast eine Macke" kann eine Beleidigung sein, vorallem wenn man sie einfach Fremden oder Dritten gegenüber äußert, mit denen man nicht vertraut ist. Es kann aber auch einfach eine Information sein, mit der man umgehen muss, so zum Beispiel unter Freunden. "Na ja, gib zu, Du hast schon eine Macke bezüglich..." finde ich nicht schlimm, vorallem dann nicht, wenn es objektiv zutreffend ist und der Gesamtkontext wohlmeinend ist.

Deine Eigenart mit dem Namen ist auf jeden Fall eine Macke und das darf man auch so nennen. Einen Grund, beleidigt zu sein, sehe ich in diesem Falle ganz und gar nicht. Es ist eine Macke.
 
  • #23
Wenn jemand einen anderen Namen als den geburtsnamen verwendet, dann ist neuen Bekannten der originalname meist gar nicht bekannt. Naja, bei dir ist wohl eher klar, dass du so nicht heißen kannst. Und ich denke auch es ist eher eine Feststellung das du ein Macke hast. Ds ist aber nicht schlimm, da jeder welche hat und ich gehe davon aus, dass dies auch nicht deine einzige ist. Ich jedenfalls habe mehr als eine. Wenn man so einen speziellen Namen verwendet, dann ist normal das Fragen auftauchen, warum beantwortest du die nicht einfach und klärst damit alles?
 
G

Gast

Gast
  • #24
Ich habe immer noch das Gefühl, es geht nicht allein nur um den Namen. "Ich heiße Adelgunde, finde den Namen aber scheußlich und hab mir deshalb lieber xy ausgesucht" muss doch verstanden werden. Überleg nochmal, was es vielleicht wirklich gewesen sein könnte.

Ansonsten bleibe ich bei meinem Ratschlag von weiter oben. Zu viel Rationalität kann einen auch ausbremsen und verkrampft rüberkommen. Steh zu dir, sei mutig. Ich selber (w/42) habe auch etliche Macken, ist doch ganz normal, wenn man sein Leben lebt, dass man auch Eigenheiten entwickelt. Macken machen interessant, man muß sie ja nicht gleich pflegen, aber ein erwachsener Mensch kann bei anderen damit umgehen.

In deinem Fall bin ich mir sicher, dass er einfach etwas anderes störend fand. "Du hast ne Macke" sagen und dann weiter schreiben, wäre eher normal gewesen. Aber er hat den Kontakt ja abgebrochen. Also war das doch der Auslöser.

Ansonsten - weiter versuchen.
 
G

Gast

Gast
  • #25
das ist auch die sache mit dem internet. das überangebot..

kommt die erste "macke" zum vorschein, schwebt man zum nächsten. so kann es deinem mailpartner ergehen. es kommt vor, dass manche in foren und börsen tatsächlich jahrelang (!!!) hängen bleiben, schreiben, suchen, diskutieren etc. weil sie das von der realen welt beschützt. weil sie das vor ihrer macke bewahrt, reale konflikte zu lösen, menschen an sich heran zu lassen, die aus fleisch und blut sind. sie flüchten in die virtuelle welt und meinen sie stehen mitten im leben - lach.. war vielleicht bei ihm so..
 
G

Gast

Gast
  • #26
Zunächst macht erst mal der Ton die Musik. Vllt. hätte er so formulieren können "nicht böse gemeint, aber das scheint eine kleine Eigenart von Dir zu sein..." klingt doch schon besser als das sachliche "Du hast eine Macke" - klingt meiner Meinung nach schon abwertend irgendwie, vor allem seid ihr noch nicht sehr vertraut miteinander, da finde ich die Bemerkung schon sehr gewagt.

w
 
G

Gast

Gast
  • #27
Hallo maruli,

ich denke, Dein Problem liegt sehr viel tiefer, als nur in der Verärgerung über die Namensmacke. Es folgt jetzt ziemlich Klartext von mir. Der ist in keiner Weise böse oder beleidigend gemeint, sondern soll Dir einen anderen Blickwinkel eröffnen und hilfreich sein.

Wenn man unter <maruli 62> googelt, stellt man fest, dass Du vermutlich auf sämtlichen deutschen Partnerbörsen und Flirtseiten unter Baucis sucht Philemon aktiv bist. Dein Text und Deine Ansprüche haben mich wirklich umgehauen. Mich wundert, dass Du überhaupt Kontakte damit hast, denn die Ansprüche sind akribisch detailliert beschrieben und enorm hoch. Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass es überhaupt einen Mann gibt, der das alles jemals erfüllen kann?

Du suchst eine extrem symbiotische Beziehung, wobei man den Eindruck gewinnt, dass in dieser Beziehung nur einer die Kommandos geben wird, nämlich DU. Stellenweise liest es sich, wie ein Arbeitsvertrag, teils wie die Suche einer Domina nach einem Sklaven.

Wie schon Deine Fragestellung hier vermuten lässt, so wird spätestens in Deinem Baucis-sucht- Philemon-Text klar, dass Du alles andere als eine einfache Persönlichkeit bist. Du weißt sehr genau, was Du willst und was nicht und scheinst das auch sehr vehement zu verteidigen und durchzusetzen. Das ist -realistische Ansprüche vorausgesetzt- nichts prinzipiell Negatives.

Ich verstehe ja, dass Du eine bestimmte Vorstellung von einem Partner realisieren willst, aber meinst Du nicht, dass Du mit Deinen Texten weit über das Ziel hinaus schiesst und Gefahr läufst, niemals den Partner Deiner Wünsche kennen zu lernen, weil Du den bereits mit Deinem Text abschreckst, sich überhaupt zu melden? Du kommst da als extrem dominante, rechthaberische und keinerlei Widerspruch duldende, sehr unweibliche, knallharte Frau herüber -bist Du wirklich so und willst Du wirklich genau das zum Ausdruck bringen? Wenn nein, solltest Du dieses Profil wirklich überarbeiten.

Den Posting von #22 und 23 kann ich mich nur anschliessen und die Ratschläge darin sind wirklich gut. Nur fürchte ich, dass Deine Persönlichkeitsstruktur Dir es doch schwer machen wird, sie umzusetzen, die Kontrolle abzugeben und einfach mal die Dinge auf Dich zukommen zu lassen.

w, 50
 
G

Gast

Gast
  • #28
Ich finde es auch seltsam. Nenne doch einfach von Anfang an den Namen, mit dem du angesprochen werden willst, dann ist das diskutieren hinfällig. Hinter allem steht doch nur "Akzeptiere das, was ich sage." Ich hätte umgekehrt auch den Kontakt letztendlich abgebrochen, weil mich so ein "Schmarren" bei Menschen, die ich kaum kenne und die nicht aus sich raus kommen, nicht interessiert. Und mach doch kein Drama daraus, wie du wann und warum angesprochen werden möchtest. Eine Person, die man näher kennen lernen möchte mit einem Chatnamen anzusprechen, ist tatsächlich mehr als merkwürdig. Wenn du Probleme mit deinem Namen hast, ist das deine Sache. Also: Sag den Namen, den du haben willst und fertig. Ändere ihn bei nächster Gelegenheit offiziell und das Thema ist gegessen. Dafür brauchst du aber einen guten Grund. "Der Ton macht die Musik" kann schon sein, aber eine E-Mail hat halt keinen Ton. Und wenn man beim Schreiben schon bei jedem Wort aufpassen muss, hat man es in der - sollte sie jemals zustande kommen - Beziehung bestimmt schwer mit dir. w.31
 
  • #29
Hallo Maruli,

nicht Erst nach dem Post #26 muss ich Dir leider sagen: Du hast tatsächlich eine Macke. Nämlich die alles viel zu wichtíg zu nehmen. Einschliesslich Dir selbst. Mein Echtnamen ist jetzt auch nicht mehr der aktuellste, na und? Es ist meiner und trage ihn mit Stolz. Es würde mir niemals einfallen mich für meinen Namen zu schämen.

Eine weitere Macke ist es aus meiner Sicht diese Bezeichnung als Beleidigung zu empfinden- das ist es Umgangssprachlich ganz und gar nicht. Jeder mit einer gewissen Lebenserfahrung hat seine Macken, die machen uns einzigartig und liebenswert. Ich hab eine ganze Menge davon, meine Liebste ebenfalls und ich liebe jeder einzelne an Ihr.
 
  • #30
Ist 'Du hast eine Macke' eine Beleidigung?

(...)

Aber da ich keine Eskalation wollte, habe ich es vermieden, ärgerlich zu werden und nur geschrieben, daß ich mich nicht ernst genommen fühle. Stattdessen habe ich mich um Verständnis für meinen Wunsch bemüht und alle denkbaren rationalen Gründe angeführt, warum jemand sich mit einem Namen nicht identifizieren kann. Es war vergeblich, (...)

Fragen:
Habe ich zu empfindlich reagiert? (...)

Zu Deiner letzten Frage: Ja, Du hast zu empfindlich reagiert, denn der Satz "Du hast eine Macke" ist nicht unbedingt als Beleidigung zu werten. Zumeist bezieht er sich der zitierte Satz eher auf nebensächliche Eigenarten des Menschen, die vielleicht aus Sicht des Anderen etwas schrullig wirken, aber keinen substantiellen Angriff darstellen. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Souveränität wünschen - zumal es eben durchaus unüblich ist, dass man seinen "richtigen" Namen überhaupt nicht mag und stattdessen auf einen in diesem Kulturkreis recht ungewöhnlichen Ersatznamen besteht. Aber natürlich spielt der Kontext, in dem es gesagt (oder geschrieben) wurde, eine große Rolle.

Treffend und hilfreich ist m.E. der Beitrag von #2: Deine Zeilen wirken extrem kopfig. So hast Du geschrieben, dass Du "alle denkbaren rationalen Argumente" angeführt hättest, während Du Deinen Ärger gar nicht zum Ausdruck gebracht hast. Sag' doch einfach, was Dich gerade bewegt, was Du gerade fühlst. Man kann doch die "Schönheit" oder den "Wohlklang" eines Namens eh nicht wirklich begründen. Da kann der andere stets zig Gegen-"Argumente" finden. Das ist müßig. Zudem finde ich es ganz inspirierend, wenn man sich auch mal ein wenig neckt.

Zu einer (beginnenden) Partnerschaft gehört, dass beide mal spontan sagen dürfen, was sie gerade denken. Du sagst eben, dass Du es nicht magst, wenn Du mit xxx angesprochen wirst und er sagt, dass er das als "Macke" empfindet. Das ist beides nicht weiter tragisch. Problematisch wäre es, wenn er Dich nachhaltig (also oftmals) mit einem Namen anspricht, der Dir nicht gefällt. Dann wäre es irgendwann ein doofes und albernes Spiel.

Weiterhin wäre es vielleicht überdenkenswert, ob Du nicht selber Deine vehemente Nicht-Akzeptanz Deines eigentlichen Namens als "Macke" betrachtest, ohne es Dir selber zuzugestehen. Es ist ja ok, wenn Du ihn nicht magst und das auch zum Ausdruck bringst. Das solltest Du sogar viel direkter und offener tun, als Du es getan hast (siehe #2). Andererseits würde mich gar nicht stören, wenn jemand behauptet, ich sei dick - eben, weil ich es nicht bin. So gesehen dürfte die Behauptung mit der Macke von Dir ganz geschmeidig abprallen, wenn Du Dich selbst diesbezüglich als mackenfrei betrachtest.
 
Top