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  • #1

Ist das Hobby vom Partner ein Trennungsgrund?

Hallo Zusammen. Seit über einem Jahr habe ich einen festen Freund. Jetzt stehe ich vor einem Problem, dass einige vielleicht kennen: Das Hobby von meinem Partner. Er ist in einem Faschingsverein und seit Januar haben wir regelmäßig Streit deswegen. Hauptsächlich geht es mir darum, dass er jede Veranstaltung mit seinem Verein mitmacht. Wir haben ohnehin sehr wenig Zeit füreinander und ich sehe eigentlich auch nicht, dass er mir gegenüber irgendwelche Kompromisse eingeht ? er hat bis jetzt keine einzige Unternehmung vom Verein ausgelassen. Inwieweit muss ich sein Hobby akzeptieren und geht es nicht auch darum, dass auch er Kompromisse mir gegenüber eingeht? Ich kann meinem Partner nichts verbieten, das ist mir klar. Aber muss ich mir wirklich alles gefallen lassen? Muss ich immer hinten an stehen und warten, dass er sich Zeit für mich nimmt? Ich hoffe jemand kann mir einen Rat oder Tipps geben, wie mann / frau mit so einer Situation umgehen kann.
 
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  • #2
agatha christie
Was kannst du tun? So viel wie möglich unternehmen, verabrede dich mit Freunden/innen, gehe zum Sport, Tanzen, ins Kino was auch immer und dann bist du eben auch verplant, dann wird sich zeigen, in welche Richtung es weitergeht... Sei am besten sehr beschäftigt und beende du die wenigen Treffen und Telefonate zuerst, auch wenn du vor Sehnsucht schmilzst... oder so ähnlich ... Viel Glück
 
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  • #3
Hallo liebe FS,
irgendwie kann ich mir nicht denken, dass alles gut ist - und nur diese eine Sache schlecht läuft. Damit will ich Dich auf keinen Fall auffordern, jetzt korinthenk... nach Schwächen zu suchen - die gibt es überall und sie gehören dazu. Vielmehr denke ich:
wenn er Dir viel bedeutet, Du Eure Beziehung im Grunde Deines Herzens nicht in Frage stellst, sondern ihn willst, dann könnt ihr auf jeden Fall einen Weg finden, der ihm sein Hobby ermöglicht, und Dir genügend Zeit mit ihm verspricht. Dann ist dieses Hobby-Ding zwar jetzt mal eine Herausforderung an Euch, aber kein Trennungsgrund!
Wie kommunizierst Du das Problem denn? Wenn es Vorwurfs-mäßig rüberkommt, macht er vielleicht schon gleich zu und wird bockig. Was, wenn Du ihm sagst, dass Du ihn eben einfach vemisst, und dass Du ihn brauchst...? Dass Du Dich (das wäre zumindest schön, wenn es so wäre:) ja für ihn freust, wenn er Spaß hat dort mit seinen Freunden... aber ob er nicht verstehen kann, dass Du ihn auch manchmal bei Dir haben möchtest... ?? Oder ob er eine Partnerin will, der er im Grunde egal ist...Und Du solltest gleichzeitig Dein Leben und Deine eigenen Hobbies selbstständig ausleben! Das schafft ein Gleichgewicht...
wenn natürlich noch tausend andere Dinge nicht "im Lot" sind, dann sprecht vielleicht mal darüber, was ihr wollt, und ob die gemeinsame Beziehung dazu gehört.
Einfach so zu allem Schweigen musst Du natürlich nicht - es bewegt Dich ja, das solltest Du (ruhig und möglichst liebevoll, aber nicht jammerdn-unterwürfig, sondern selbstbewusst!) auch sagen!
Viel Glück Dir!
w/29
 
  • #4
Du siehst das vollkommen richtig: Wenn ein Partner ein Hobby hat, das sehr viel Zeit einnimmt und den anderen gar nicht interessiert, so kann dieses Hobby schnell und massiv zwischen den Partnern stehen -- sie sind dann einfach bezüglich Freizeitverhalten und Partnerschaftserwartung nicht miteinander kompatibel.

Es gibt Menschen, die dreimal die Woche Hockey trainieren und am Wochenende dann noch Punktspiele haben. Wenn die Partnerin dann nicht zufällig super interessiert an Hockey ist, wird gewiß für die Erwartung der meisten Partnerinnen nicht genug gemeinsame Freizeit übrig bleiben. Andererseits gibt es einfach Menschen, die nicht so viel Zeit mit ihrem Partner verbringen möchten und denen zwei Tage die Woche völlig reichen. Das sind persönliche Erwartungen, Präferenzen und Lebensstile.

Ich persönliche möchte möglichst viel mit meinem Partner gemeinsam unternehmen, denn die Freiteit ist verglichen mit Beruf und Schlafenszeit sowieso schon knapp genug. Ich bin dabei bereit, meine Hobbys dem Partner zu vermitteln und umgekehrt mir auch seine Hobbys anzuschauen und drittens gemeinsame neue Hobbys zu finden und auszuprobieren. Das ist für mich NOTWENDIGE Bedingung einer gesunden und erfüllten Partnerschaft. Ich möchte keine "wir essen und vögeln zusammen"-Partnerschaft führen, bei der man sich an etlichen Tagen nur sporadisch sieht und kaum was zusammen unternimmt.

Mein Rat an Dich: Werde Dir klar darüber, dass ein Karneval-Verrückter sich kaum von seinem Hobby abbringen lassen wird -- das ist fast religiös. Wenn Du mit der eingeschränkten Freizeit nicht leben kannst, dann solltest Du erwägen, Dich zu trennen. Solche Unterschiede lassen sich selten überwinden.

Ich glaube nicht, dass Du permanent, ggf. Dein ganzes Leben, mit einer für Dich unbefriedigenden, eigentlich ärgerlichen Situation leben solltest. Kompromisse in diesem Bereich tun immer weh, sind immer lästig und nie wirklich tief empfundene, gute Kompromisse.
 
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  • #5
Offenbar schenkt er seinen Karnevalskumpels und dem ganzen Verein mehr Aufmerksamkeit wie Dir. Offenbar bist Du nicht karnevalsverrückt?! Wie war das mit seinen Beziehungen vor Dir? Das wäre ja auch interessant zu wissen, was der Grund war, weshalb seine früheren Beziehungen scheiterten. Du musst halt schauen, wie groß Deine Eifersucht auf den Verein ist - hast Du wirklcih das Gefühl, dass Du nicht so wichtig bist wie der Verein - dann würd ich den abschießen, gnadenlos;-) Ich würde es sogar so machen, dass ich nebenbei schon mal schauen würde, was sonst noch so draußen umherspaziert und dann hast Du eben plötzlich auch keine Zeit mehr - dieser Mann stellt sich und sein Hobby so dermaßen in Vordergrund und setzt voraus, dass es Dir Spaß macht, die 2. Geige zu spielen. Willst Du das? Also für mich wär das nichts! f/45
 
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  • #6
Meiner Meinung nach kann das Hobby des Partners ein Trennungsgrund sein. In meiner Verwandtschaft gibt es zwei Fälle, wo sich die Frauen jeweils nach einigen Jahren Ehe getrennt haben, weil der Mann nur für den Fußball gelebt hat. Mehrmals die Woche abends Training, danach mit den Fußballfreunden was trinken, am Wochenende immer zum Spiel oder ein Spiel anschauen, da bleibt für die Partnerschaft so gut wie keine Zeit. Eines der Paare ist außer der Hochzeitsreise nie wieder in Urlaub gefahren, weil ständig irgendwelche Fußballtermine waren und die durfte er ja nicht verpassen.

Ich selbst war mal mit einem Mann zusammen, der nur für die Arbeit gelebt hat und auch am Wochenende für den Chef auf Abruf bereit saß. Unter der Woche war er meist auf Dienstreise. Wenn er mal ein Wochenende Zeit hatte, waren oft die Kumpels wichtiger. So was ist für mich keine Partnerschaft, also hab ich irgendwann aufgegeben und Schluss gemacht.

Letzten Endes kommt es nicht darauf an, welches Hobby jemand hat oder warum er kaum Zeit hat. Es geht darum, welche Prioritäten er setzt. Wenn du die Partnerschaft an erste Stelle setzt, er sie aber nur an zweite oder dritte, dann wirst du niemals zufrieden und glücklich sein. Du bist immer in einer undankbaren Position, nämlich in der, dass du um Zeit und Aufmerksamkeit bettelst. Das ist unbefriedigend und du wirst auch noch in die Rolle gedrängt, dass du nervst und Ruhe geben sollst. So ist es mir jedenfalls gegangen.

Mein Tipp wäre, dass du dich mal eine Zeitlang rar machst und für ihn auch keine Zeit hast. Wenn das alles nichts nützt, musst du dich wohl trennen, denn was anderes bleibt dir nicht übrig. Du kannst ihn nicht zwingen, sich zu ändern.
 
  • #7
ich würde sagen, entweder du kannst damit leben oder nicht. Vielleicht fällt es dir leichter, wenn du dir klar machst das er sich nicht gegen dich sondern für den Faching entscheidet. Bei intensieven Hobbys ist das einfach so und das hast du vorher gewußt. Was wichtig wäre für mich, dass er bei wirklich wichtigen Geschenissen auf den Verein verzichtet. z.B Hochzeitsfeier von Freunden oder Geburtstag, Familienfeiern. Wenn ich zu so was regelmäßig<alleine gehen müßte, dann wäre da für mich eine Grenze erreicht, die ich nicht mitgehen würde. Aber wenn du dich dadurch verletzt fühlst, dann ist deine Grenze jetzt schon erreicht und er wird sich nicht ändern. Entscheide dich ob du damit klar kommst oder nicht.
 
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  • #8
Karneval, auch mit all seinen Vorbereitungen, ist doch ein stark saisonales Geschäft, oder irre ich mich da? Von der Hoch-Zeit einmal abgesehen wird es wohl maximal eine Veranstaltung pro Woche geben, oder täusche ich mich da?

Grundsätzlich gebe ich meinen Vorschreibern Recht, dass Kompromisse möglich sein müssen. Ein Hobby, das die komplette Zeit auffrisst ist sehr hinderlich.
Andererseits darf ein Vereinshobby im normalen Umfang (2-3h an einem Tag in der Woche plus gelegentliche Sonderveranstaltungen, eventuell auch saisonal gehäuft) kein Anlass zu Diskussionen sein.

Aber in Deinem Fall habe ich das Gefühl, dass andere Gründe hinter Deinen Gefühlen stecken, schliesslich war Dein Partner auch schon vor Deiner Zeit Karnevalist. Du hast ihn also kennen gelernt als er schon ständig mit dem Verein beschäftigt war. Damals hat es Dich nicht gestört, entweder weil es eben doch nicht permanent gleich intensiv ausgeübt wird, oder weil Du anders dazu gestanden hast.
Bist Du Dir sicher, dass Du nicht ein Symptom sondern die Ursache im Fokus hast? Falls Du nämlich das Sypmtom "heilst" (wenn das überhaupt funktioniert) wird es bei fortbestehender Ursache lediglich durch ein Anderes ersetzt.
 
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  • #9
Ja, für mich war auch schon einmal das Hobby eines Partners ein Trennungsgrund.

Er hatte ein Segelschiff und JEDES Wochenende von April bis Oktober hat er auf dem Boot verbracht, dazu im Sommer vier Wochen Ostseetörn. Ich konnte mich an die beengten Verhältnisse auf dem Boot nicht gewöhnen und mochte auch die nachbarschaftliche Enge in den Häfen nicht. "Normales" Freizeit- und Kulturleben war praktisch nur im Winterhalbjahr (in dem wir uns kennengelernt hatten) möglich.

Da er Freiberufler war, hatte er auch während der Woche wenig Freizeit.

Man stellt sich das theoretisch so schön vor: wir können uns absprechen, Kompromisse machen..., aber wenn das Hobby das Leben beherrscht und man selbst dem Hobby des Partners nichts abgewinnen kann, ist es sehr sehr schwer eine Partnerschaft zu führen.

Karola,53
 
  • #10
Es sieht tatsächlich so aus, als ob dein Freund eure Beziehung mit seinem Hobby über Gebühr belasten würde.

Ich unterstütze auf keinen Fall den Vorschlag in #2. Das ist kontraproduktiv und liest sich wie Gleiches mit Gleichem vergelten. Trotzreaktionen sind absolute Beziehungskiller; man sollte ihnen unbedingt widerstehen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Vielleicht lässt sich das Problem ja durch ein einfaches Gespräch lösen, in dem du versuchst herauszufinden, ob seine intensive Hobbyausübung seinerseits irgendeine Vergeltungsaktion gegen dich ist. Vielleicht hast du ja in seinen Augen irgendwas "Böses" gemacht zuvor.

Sollte das Gespräch mittelfristig zu nichts führen, sehe ich eure Beziehung unter keinem guten Stern.
 
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  • #11
meine güte, lass ihn doch... gut, im karnevalsverein ist das ganze jahr über irgendwas zu tun, wie in jedem anderen verein auch. hast du kein hobby?

ich feiere auch gerne karneval, aber nur wegen der kostümierung und der feierei (war ja dieses jahr extrem ungünstig für sexy kostüme...).
auch die sitzungen sind ziemlich interessant - wegen der netzwerke und neuen bekanntschaften. für geschäftsleute z. t. sogar unabdingbar. und du musst dich als frau halt daran gewöhnen, dass es sitzungen gibt, wo frauen unbedingt mitmüssen - aber auch sitzungen, wo frauen auf keinen fall mitdürfen.
und? was ist daran so schlimm?

die "karnevalsregeln" gelten nur an karneval:
wenn du angst vor fremdflirten hast: lass ihn, gönn ihm den spass.
angst vor fremdpoppen: kannst du auch bei einem "karnevalsmuffel" nicht verhindern, aber bau mal auf seine vernunft...

w, 42 - neuerdings karnevalsfan (fremdflirten ja - fremdpoppen nein)

ps: wenn er unbedingt alleine mit seinen jungs nach köln will - lass ihn, auch das was da u. u. passiert, kannst du nicht verhindern.... manche leben verdeckte seiten ihrer sexualität nur an solchen gelegenheiten aus.
 
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  • #12
Hallo Zusammen,

erst mal vielen Dank für die neuen Anregungen. Und ja, es ist möglich dass der Fasching nur ein Symptom für andere Probleme ist. Allerdings haben viele einen Satz "überlesen": *Wir haben ohnehin sehr wenig Zeit füreinander*. Das liegt zum Einen an viel Arbeit von beiden Seiten und zum Anderen auch daran, dass alle zwei Wochen sein Sohn bei uns ist. Für Zweisamkeit geht da eben dann Zeit drauf. Genau deswegen habe ich mich schon mehrfach beklagt, dass er dann die wenige Zeit für uns, die noch bleibt, bei seinem Verein verbringt.
Nach einem längeren Gespräch hat er mir aber auch gesagt, dass er schon an vielen Unternehmungen nicht dabei sein wird - das ist wohl alles immer unter gegangen, wenn er da und dorthin mit seinem Verein ist.

Zu der letzten Antwort: Ich lasse ihn. Ich verbiete ihm gar nichts. Nur mich kann man auch nicht an- und ausschalten wie eine Lampe, wie es einem gerade passt. Ich möchte einfach nur gern etwas mehr Zeit mit ihm verbringen - seit Anfang des Jahres hat er eben mehr zusammen mit seinen Vereins-Kollegen gemacht als mit mir und nur abends essen, fernsehen, schlafen reicht mir nicht.
Übrigens sind in seinem Karnevalsverein auch Frauen und ich bin zu jeder Veranstaltung vom Verein aus herzlich eingeladen mit zu gehen. Nur ist Fasching eben nicht mein Ding.
Und ich weiß vor allem auch, dass ich mir über verdeckte sexuelle Seiten bei meinem Freund gar keine Gedanken machen muss ;-)

Also nochmals vielen Dank für Eure gedanken und Anregungen dazu; ich denke mein Freund und ich wir müssen eben auch mehr miteinander reden.
Liebe Grüße
m, 29
 
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