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Gast

  • #1

Ist auch sexuell erwachsen sein wünschenswert ?

Wir alle haben unsere familiären, schulischen, beruflichen Erfahrungen die uns nicht unwesentlich begleiten und prägen bis wir uns rundum erwachsen fühlen. Welche Rolle spielen dabei sexuelle Erfahrungen ? Wieviel Gewicht haben sie für euch selbst oder in Beziehungen ? Ist es gut möglichst viel ausprobiert zu haben ? Für mich heisst " erwachsen" nicht " festgefahren" sein, aber erfahren und wissen was mir gut tut, was ich zu geben bereit bin, was ich erwarte, mir wünsche als Basis einer Beziehung, was einfach passen muss zwischen zwei erwachsenen Menschen - nicht zuletzt in der Sexualität M/53
 
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Gast

  • #2
Hallo FS,

ich finde es wichtig mit Sexualität erwachsen umzugehen, Sexualität setzt für mich Vertrauen, große Gefühle voraus und ist immer auch ein Geschenk an den Partner.

Ich weiß nicht, ob es wichtig ist viele Partner oder viele Pratiken ausprobiert zu haben, es ist für mich persönlich eher abschreckend, wenn jemand viele Partner ausprobiert hat. Bei den Pratiken sehe ich es eher so, wenn es beiden Spaß gemacht hat, warum nicht.

Ich bin auch eine von diesen Frauen, die es leider bis heute nicht geschafft haben, SEX und Liebe zu trennen, ich weiß schrecklich unmodern :)

In meiner jetzigen Partnerwahlphase lege ich allerdings viel Wert darauf, das mein zukünftiger Partner sexuell aktiv ist, aber eher unter dem Aspekt Lust und gegenseitiges Verwöhnen.

w/49
 
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  • #3
und was ist jetzt schlussendlich die Frage ???:))
M
 
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Gast

  • #4
Mit 53 Jahren hat man doch ohne Zweifel schon sexuelle Erfahrung. Da erübrigt sich die Frage nach erwachsenem Sex ( was immer das bedeutet) Wen Du Erfahrung mit vielen wechselnden Partnern meinst, so ist das nicht wichtig. Es kommt auf die eigene Bereitschaft und auch Fantasie an.Dafür brauche ich nicht viele wechselnde Partner sondern nur einen, der mit mir experimentiert. Das kann ich mit 20 Jahren erleben, oder auch erst mit 53 Jahren. Jeder hat seine eigenen Grenzen, die er einhalten möchte und die sind wichtig zu kennen. Dafür braucht man dann Einfühlungsvermögen in den Partner und auch für sich selbst.
Rohheiten in der Sexualität haben nichts mit Erfahrung zu tun, sondern mit persönlichen, teilweise, verrohten Fantasien.Erfahrung ist das nicht unbedingt. aber wem es Saß macht, der soll sich doch den passenden Partner dafür suchen. Viele dieser Praktiken sind alles andere als erwachsen. Leider habe ich erlebt wie ein Mädchen von 14 Jahren versucht hat erwachsen zu sein und sich mit Klassenkameraden aufs gröbste vergnügt hat. Obszönitäten gelten dort als erwachsen. Das ist traurig und das arme Mädchen hat böse Verletzungen davon getragen. Der Spaß lag auch nicht auf ihrer Seite, sondern bei dem Jungen und den Zuschauern. Meinst Du diese Form von erwachsenem Sex?
Ich bin jetzt 49 Jahre. Ich halte mich für erwachsen. Ich hatte aber nicht viele wechselnde Partner , sondern in meinem bisherigem Leben weniger als eine Hand voll.Trotzdem ist meine Sexualität sehr erfüllt und ich wette die meines Partners auch.Mein Sex ist aber nicht sehr viel anders als vor 30 Jahren.:).
 
  • #5
Nein, lieber Fragesteller, auf den reinen Sex bezogen, muss man nicht wirklich "erwachsen" werden, muss man keine umfangreichen Erfahrungen mit vielen verschiedenen Partnern haben. Alle wesentlichen Stellungen und Praktiken im Bereich des Normalen kann man in wenigen Wochen mit einem Partner durchspielen und erlernen und genießen. Sex muss man nicht studieren, ebenso wenig wie essen oder trinken.

Ganz im Gegenteil versauen einen viele wechselnde Partner für echte Intimität. Wer seine innereste Intimsphäre willfährig öffnet, für den verliert sie an Wert und nimmt der Liebe und Sexualität ihre besondere Intimität un Einzigartigkeit. Promisk ausgetobte Partner denken mehr an sich als an den Partner, sind eingefahrener auf bestimmte Schlüsselreize und letztlich sexuell abgestumpfter.

Statt "sexuell erwachsen" ist es eher wichtig, einige gute Beziehungen geführt zu haben und zu erkennen, worauf es in Partnerschaften ankommt, also Liebe, Kompatibilität und Kompromisse gelebt und erfahren zu haben. Zu wissen, wie sich Träume und Realität unterscheiden, und wie man dennoch auch in der Realität die Balance aus Liebe und Alltag meistern kann. Sex dagegen ergibt sich quasi mühelos, wenn man zusammenpasst.
 
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  • #6
Weshalb sollte ein Mensch, der (als willkürlich angenommene Zahl) mit vierzig Jahren zwanzig Partner oder Partnerinnen hatten, "abgestumpft" sein? Das ist mir völlig schleierhaft...

In den letzten Jahren ist es bei zwei Partnern (ü50) passiert, dass sie ernsthafte Bockaden mit länger andauernden Erektionsstörungen hatten.

In beiden Fällen war nach einiger Zeit sehr schöner Sex möglich, es gab aber bei beiden Männern so angespannte, emotional komplexe Situationen- wenn ich eine Frau mit zwei oder drei Partnern vorher gewesen wäre, hätte ich auf keinen Fall richtig reagieren können. So haben beide garnicht bemerkt, wie ich sie geführt habe, es kam ihnen vor wie Spielerei, wie ein kleines Wunder, dass auf ein Mal alles ganz prima klappte.

Und das Ganze, weil ich mit etwa zwanzig Partnern egozentrisch nur noch auf Schlüsselreize reagiere und abgestumpft bin? Entschuldige, liebe #4, das kannst Du selbst nicht glauben.
 
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  • #7
Der FS: Für mich ( u.a. Berater in Familienfragen) stellt sich dieses Thema ständig. Es ist also keineswegs am Rande einer Beziehung angesiedelt. Ich gehe sogar soweit zu sagen dass ich mich nur in eine Frau verliebe bei der ich - aus Erfahrung - eine gleiche Wellenlänge im Gefühlsleben spüre. Natürlich braucht alles seine (passende) Zeit...

#4 - ich glaube dass genau dieser Glaube an die selbstverständliche Automatik im Sex
in einer Beziehung eben durch viele Trennungen -weils unbefriedigend ist - nicht
funktioniert. Es geht mir nicht um "normal" oder " exzessiv" - sondern um das
grundsätzliche Interesse sich auch in diesem Bereich bewusst weiter zu
entwickeln um instinktiv die richtige Partnerwahl zu treffen.
#5 - kann ich unterschreiben ;-)
 
  • #8
@#6: Natürlich gehört Harmonie im Gefühlsleben zu einem der wichtigsten Aspekte beim Verlieben. Da sind wir uns einig.

Es gibt selbstverständliche Automatik beim Sex, denn es geht ja eben nicht nur um Mechanik, sondern um Beobachtungsgabe, Einfühlunsgvermögen, Experimentierfreude, Abwechslung, Zärtlichkeit, Hingabe, Fallenlassen. All diese Dinge erfordern aber kein promiskes Vorleben, sondern Empathie und echte Gefühle. Genau deswegen sind sie nicht durch mechanischen Sex trainierbar, sondern von der Vielfalt des Vorlebens weitestgehend unabhängig.

Wieviele Menschen trennen sich, weil der Sex im engeren Sinne schlecht ist? S gut wie keiner! Meistens liegen die Ursachen ganz woanders, nämlich dass aufgrund von Spannungen, Ärger, Disharmonie einfach gar kein Sex vollzogen wird; oder der Mann lieblos seine eigene Befriedigung verfolgt und sich nicht mehr um die Wünsche der Frau kümmert; oder die Frau nur noch hinhält und machen lässt und froh ist, wenn er fertig ist. Oder, oder, oder.

Aber das sind doch alles Gründe, die im Gefühlsleben, im Charakter, in der Partnerschaft zu suchen sind und die durch noch soviel Erfahrung nicht besser werden. Wenn sie es lustlos erträgt, dann doch nicht, weil sie nicht KÖNNTE, sondern weil sie nicht MÖCHTE. Wenn er nur noch lieblos rübergeht, dann doch nicht, weil er mit der nächsten Partnerin nicht wieder der tolle Liebhaber sein könnte, sondern weil er die Lust und Spannung mit dieser aktuellen Partnerin verloren hat.

Genau deswegen sage ich, dass Vorerfahrung keine große Bedeutung hat. Die Attribute, die Bedeutung haben, sind Einfühlungsvermögen, echte Gefühle wie Liebe und Begehren, eigene Hingabe. Nicht aber technische Sex-Mechanik mit mehr oder weniger verschiedenen Partnern.

@#5: Zwanzig Liebhaber in 20 Jahren? Und keine längere Beziehung oder doch? Also das nenne ich auf jeden Fall promiskes, abstumpfendes Vorleben. Ich möchte niemals mit einem Mann zusammen sein, für den ich Nummer 21 bin. Brrr.... wie übel.
 
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  • #9
Erwachsen bedeutet für mich auch Verantwortung übernehmen, verantwortlich handeln - also JA: das ist auch im Bereich der Sexualität nicht nur wünschenswert, sondern meiner Meinung nach absolut erforderlich. Und solange das gegeben ist, sind der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt.
w, 25
 
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  • #10
Wenn ich mitbekomme, dass Teenager vehement darauf bestehen, dass sie ja ab 14 Sex haben dürfen, dann bezweifle ich, dass genau diese Teenager sexuell erwachsen und ausgereift sind. Körperlich möglich, aber sonst? Wer darüber hinaus das Buch "Deutschlands sexuelle Tragödie - Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist" gelesen hat, kann die Frage durchaus verstehen. Und ja, sie sollte kritisch beleuchtet werden. Wir müssen uns selbst und auch unseren Kindern veranschaulichen, was Liebe ist, der in der Partnerschaft mit Sex gekrönt wird. Doch der allgegenwärtige Sex in allen Medien suggeriert Sex als Ware, als must-have - ohne den Sinn verstanden haben zu müssen. Dann kommt es schon vor, dass der ONS zur Normalität, 20 Partner in 20 Jahren zum Standard erhoben werden und das Besondere auf der Strecke bleibt. Hier tut Aufklärung not und ja, Mann wie Frau sollten sexuell erwachsen sein, was nichts mit der Anzahl der Praktiken, Stellungungen und Partnern zu tun hat, sondern mit dem Begreifen und Verstehen viel tiefgreifender Inhalte.
 
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  • #11
Ja, das ist sehr erwünschenswert und nur sehr selten anzutreffen. Liebe und Zuneigung als Grundlage von Sexualität sind kaum gefragt; Äußerlichkeiten stehen leider für sehr viele Frauen im Vordergrund. Ich bin froh, daß ich eine Partnerin gefunden habe, die sexuell erwachsen ist und verantwortlich mir unserer Sexualität umgehen kann.

M, Mitte 30
 
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  • #12
Teils teils. Ich denke es ist gut und wichtig, dass man sich selbst kennt, zu sich und seinen Wünschen stehen kann und in dieser Hinsicht gewachsen ist. Aber ebenso schätze ich es sehr, wenn ich in einer Partnerschaft an meinem Parner noch wachsen kann, neues lerne, auch an mir und offen bin für neue Erfahrungen. Erwachsen sein hat soetwas von fertig sein, stillstand. "Ich habe gelernt was zu lernen ist, also bin ich erwachsen." In dieser Hinsicht wünsche ich mir, niemals erwachsen zu sein :) Gerade Menschen die sich selbst als besonders erwachsen bezeichnen/ansehen sind meißt Menschen die sich ein sehr enges Netz an Regeln zugelegt haben, wo Vernunft, Vorsicht und Angst die vorherrschenden Triebfedern sind. Sex ist für mich vor allem eines: Leidenschaft. Wenn da der Partner ständig ganz erwachsen auf der Bremse steht, vergeht mir schnell die Lust.
 
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