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  • #1

In der Wir-Form über den Ex sprechen

Ich bin seit einem Jahr in einer Beziehung. Nun ist es schon ein paar Mal passiert, dass mein Freund über seine Ex-Freundin erzählt, aber das immer in der Wir-Form. Zum Beispiel: "Damals, als wir in Australien waren, da haben wir das und das gesehen..." Das ist viele Jahre her, aber immer noch scheint es dieses Wir zu geben. Ich weiß, dass jeder eine Vergangenheit hat, aber mir ist das fremd, ich würde immer sagen "Als ich in Australien war..." und praktiziere es auch so, wenn ich von früher erzähle. Ich habe ein paar Mal gesagt "Wir waren doch gar nicht in Australien!" ect., worauf er irritiert schaute. Irgendwie finde ich das störend und auch nicht gerade einfühlsam. Immer wieder diese Geschichten von früher. Ich weiß, dass es da ein Leben vor mir gab, aber muss er mir das immer unter die Nase reiben. Ich ertappe mich immer öfter dabei, wie ich mich frage, ob wir auch so tolle Sachen erleben, wie beide damals. Dieses "Wir" macht diese Geschichten so stark. Ja, ich gebe zu, ich bin eifersüchtig. Dazu kommt, dass beide noch einen freundschaftlichen Kontakt haben. Wir haben uns alle schon kennen gelernt. Nun kann mein Freund nicht verstehen, dass ich ein Problem damit habe, immer wieder (ok, so oft war es nicht) seine Ex zu treffen. Ich will einfach nicht immer an seine vorhergehenden Beziehungen erinnert werden müssen. Ist das irgendwie unnormal? Er ist wirklich gut zu mir, zärtlich,liebevoll und aufmerksam. Ich weiß, dass er mich sehr mag. Und trotzdem werde ich unsicher dadurch und verliere mein Vertrauen.
Machen das andere Männer wie auch Frauen genauso? Ist es, wenn man lange zusammen war, normal das dieses Wir bestehen bleibt? Oder habe ich einfach zu wenig Selbstbewusstsein, um darüber zu stehen?
 
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  • #2
Ich (w,30) hab zwar seit sich mein Ex im Juli 2012 getrennt hat keinen neue Beziehung, aber diese Wir-Form, ich ertappe mich dann selbst dabei, habe ich auch oft noch bei Erzählungen. Manchmal ist es wahnsinnig umständlich zu sagen "Mein Ex und ich" und das in längeren Erzählungen. Kann mir aber gut vorstellen, dass das für den aktuellen Partner nicht schön ist. Versuche mir das selbst abzugewöhnen, dieses Wir gibt es eben nicht mehr, aber wenn dein Freund es selbst nicht wirklich merkt, scheint er es nicht wirklich bewusst zu sagen.

Einen freundschaftlichen Kontakt gibt es bei mir aber nicht.
 
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  • #3
Meine Güte - bei dir muss man wohl jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ich glaube, du hast ein Problem mit deinem Selbstwertgefühl.
Es gabe ein Leben vor dir und es gab eine Frau vor dir. Sie ist ein Teil seines Lebens, er hat mit ihr Dinge erlebt. So ist das eben mal, wenn man keine 5 mehr ist.
Wir haben damals in der Schule einen Ausflug nach Berlin gemacht. Den habe nicht ICH alleine gemacht, den haben WIR (die ganze Klasse) gemacht. So ist das auch mit meinen früheren Partnern.
Wir haben geheiratet, wir haben ein Kind bekommen, wir haben ein Haus gebaut, wir haben uns scheiden lassen. All diese Dinge habe ich gemeinsam mit meinem Mann gemacht.
Ich sehe da kein Problem.

Ich war letztes Jahr alleine in Spanien, aber ich war nie alleine in den USA, ich war da mit einer Freundin - also waren WIR in den USA.

Auf deine Äußerung "aber wir waren doch nicht in Australien" hätte ich auch etwas erstaunt reagiert weil ja wohl klar ist, dass du da noch nie warst.
 
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  • #4
Wäre es dir lieber, wenn er sagen würde "als ich mit meiner Ex-Freundin in Australien war"? Das wäre sprachlich noch einen Zacken korrekter.
 
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  • #5
Liebe FS,

warum bist du so eifersüchtig ? Sie ist seine Ex, wenn sie beide noch miteinander liiert sein wollten, wären sie es !

Aber er ist mit dir zusammen. Ihr gehört die Vergangenheit mit ihm... aber dir doch die Zukunft ??!

Ich habe auch einen Exmann, mit dem ich 20 Jahre lang eine Beziehung führte. Ich habe bis zu diesem Beitrag nicht über eine derartige Wortwahl nachgedacht... diese WIR-Formulierung sicher aber häufig verwendet. Dieses WIR bedeutet nicht mehr als eine kurze Form von "mein Ex und ich", was ja doch im Grunde nichts anderes aussagt.

Man könnte sich dann wiederum an dem MEIN aufhängen.... warum man nicht ihn beim Namen nennt, etc...

Ich kann dir auch nur raten, an deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten... dann wirst du automatisch gelassener.

lg w,40
 
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  • #6
Männer sind häufig nicht die großen Rede- und Schreibegenies sind, und Frauen lassen zu oft kränken.
Sich deswegen immer sofort zu trennen, führt nur dazu, dass die Menschheit bald ausstirbt.

Man muss es einfach hinnehmen, dass Männer sich meist ungehobelter benehmen und sich häufig derber und ungekonnter ausdrücken, gepaart mit einer gewissen Scheißegal-Einstellung. Da könnten sich viele Frauen noch was dran abgucken, anstatt immer nur zu grübeln.

Nehme es dir doch als Lebensaufgabe, deinem Mann etwas mehr Softheit beizubringen und an deiner Empfindlichkeit zu arbeiten. Es ist dumm, dass dein Partner sich so ausdrückt, aber es gibt beiweitem schlimmere Dinge, die dein Freund tun könnte, um dich zu kränken. Mit anderen Worten, es ist relativ normal, wie dein Freund spricht. Andere Männer drücken sich noch derber aus. Da habe ich schon ordentliche Katastrophen zu Tisch erlebt.

Ich bin sprachlich sehr tolerant geworden, weil ich weiss, wie merkwürdig (deutsche) Männer sich ausdrücken können. Ich bin selbst Ausländerin, beschäftige mich beruflich aber viel mit der deutschen Sprache. Da finde ich es besonders lustig, wie deutsche Männer manchmal sprechen.
 
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  • #7
Ich könnte nicht mit einem Partner zusammenleben, der dauernd Erlebnisse aus der Vergangenheit in der "Wir-Form" zum besten gibt. Aus meiner Sicht hat Dein Freund mit der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. Er hängt noch daran, darum spricht er dauernd darüber. Ob in "Wir"-Form oder "meine Ex und ich" spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Als ich mich 2007 scheiden liess, habe ich noch 3 Jahre lang in der WirForm über meinen Ex berichtet. Erst als ich die Trennung wirklich verarbeitet und einen neuen Mann kennengelernt hatte, musste ich nicht mehr dauernd die Vergangenheit mit der Gegenwart vergleichen und Erlebnisse hervorholen.
Sprich ihn ruhig mal darauf an, dass Dir diese Wir-Form-Erlebnisse auf den Keks gehen und Du eigentlich nichts mehr darüber hören möchtest. Ich finde, das ist Dein gutes Recht.
 
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  • #8
wenn man kein Problem hat, muss man sich eines machen...
Nun gut, ich kenne es, wenn man unsicher ist und Sachen hineininterpretiert, wo nix rein zu interpretieren ist, daher hier ganz lieb: liebe FS, arbeite an deinem Selbstwertgefühl...

Wir ist der Plural, d.h. wenn ich und eine andere Person irgendwo waren, dann sage ich WIR. Das kann sogar passieren, wenn ich damit mich und eine Freundin meine oder eine Reisegruppe, oder meine Tochter und mich.

Ich finde es toll, dass er in WIR-Form redet, denn das heißt, er ist ein Mann, der das tut und er wird auch von euch in WIR-Form reden!!!! Ach ist das schöööönnnn!

herzallerliebste Grüße von mir w/38
 
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  • #9
Wenn ich (gaaanz selten!) eine Story aus meiner Zeit bei der Bundeswehr erzähle, sage ich auch "wir" - es waren halt mehrere, nicht nur ich. Dennoch steckt da kein sentimentales Nachtrauern dahinter. Also: nimm das "wir" locker und interpretiere nicht mehr hinein.
 
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  • #10
Neigst du zur Haarspalterei? Das ist doch nicht unnatürlich, auch über die Vergangenheit in der "Wir-Form" zu sprechen. Alltagsrede, nicht immer völlig pc, wozu auch. Tatsächlich ist dieses "wir" in die Vergangenheit gerichtet, bedeutet für dich nichts und nimmt dir nichts weg. Ja, du solltest da lockerer werden.
 
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  • #11
...aber wenn´s meinen Partner doch stört und er mich lieb drum bittet, das irgendwie anders zu formulieren, dann brech ich mir doch auch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich zumindest guten Willen zeige und es versuche? Vor allem, wenn das die einzige Sorge ist. Sowas läuft bei mir unter Empathie ;-)
 
  • #12
Der Freund von der FS tut mir jetzt schon leid. Der sollte sich schonmal daran machen, seine Ex aus den Erinnerungsfotos der Australienreise wegzuretouschieren.

Ich sehe es so wie Gast #7. Wenn ich mit anderen unterwegs war und davon erzähle, spreche ich gewöhnlich in der ersten Person Plural ("Wir"). Natürlich würde ich mich dann wie im Falle der FS dann nicht wundern, wenn darauf ein vorwurfsvolles "Wer ist "Wir"?" entgegengeschmettert wird.

Ich vermute, daß hier jemand ein ganz gewaltiges Problem mit der Vergangenheit seines Freundes hat.
 
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  • #13
Lass dir nichts einreden, liebe FS, das Empfinden ist vollkommen korrekt. Ich sehe es genauso.

Manche Menschen trennen Zeit, Raum, Zustände oder Individien (wie man hier so schön liest: die Frauen) weder sprachlich noch damit verbunden im Denken und Fühlen... und etliche trennen sich eben aus diesem Grund NICHT vom alten Partner, selbst wenn sie getrennt sind. Was leider ganz und gar nicht heisst, dass solche es dann durch Verbalisierung verstehen würden, das würde ich nicht zu oft, denn wie gesagt, derjenige kann es ja nicht verstehen weil nicht zu seinenm Erfahrungsbereich gehörend. Das ist so ähnlich wie wenn du einem Schwerhörigen ein feines Wispern der Gräser erklären wollen würdest: als Antwort würdest du bekommen dass du dir das einbildest und mal zum Arzt gehen solltest wegen gewisser Halluzinationen.

Der Tip von Gästin ist meines Erachtens ein brauchbarer Weg:
Ich bin sprachlich sehr tolerant geworden, weil ich weiss, wie merkwürdig (deutsche) Männer sich ausdrücken können. Ich bin selbst Ausländerin, beschäftige mich beruflich aber viel mit der deutschen Sprache. Da finde ich es besonders lustig, wie deutsche Männer manchmal sprechen.

So ist es. Und wenn sie dir die Tür vor die Nase knallen, seien wir ebenfalls tolerant - sie meinen das nicht so.
 
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  • #14
Der Freund von der FS tut mir jetzt schon leid. Der sollte sich schonmal daran machen, seine Ex aus den Erinnerungsfotos der Australienreise wegzuretouschieren.

...

Ich vermute, daß hier jemand ein ganz gewaltiges Problem mit der Vergangenheit seines Freundes hat.

Hier hat nicht die FS ein Problem, sondern der Freund von der FS hat offenbar ein ganz gewaltiges Problem mit seiner eigenen, nicht verarbeiteten Vergangenheit!
 
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  • #15
Hier die FS:

Vielen Dank für die bisherigen Antworten!

Es ist nicht so, dass mein Freund ständig solche Geschichten erzählt. Aber ich horche immer auf, wenn er das tut. Ich kann das irgendwie nicht nachempfinden. Ich mache das so anders. Auch wenn ich von früher erzähle, egal mit wem ich unterwegs war, ich sage "Ich". Es ist doch egal, wer da noch mit war. Es geht doch in dem Moment nur darum zu sagen, was man als Person damals gesehen hat.
Aber gut, wahrscheinlich ist das einfach nur ein weiterer Punkt, der mich stört. Ich habe nämlich ebenso ein Problem mit dem engen Kontakt zur Ex. Nur deswegen fällt mir dieses "wir" wahrscheinlich überhaupt auf. Ich kann akzeptieren, dass es ein Vorleben gab. Aber muss dieses Vorleben immer vor meiner Nase rumtanzen? Ich habe mit meinem Freund darüber gesprochen, er versteht es nicht. Er findet es vollkommen normal, weil eben jeder ein Vorleben hat.
Aber darum geht es nicht.

Ja, wahrscheinlich ist es mein Selbstbewusstsein an dem ich arbeiten muss.
 
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  • #16
Interessant. Über die Thematik habe ich noch nie nachgedacht. Wir sprechen auch in Wir-Form über unsere Vergangenheit und haben beide keinerlei Problem damit. Wenn mein Partner sagt: "Als wir damals in Australien waren..." weiß ich dass er mich nicht meinen kann. Wenn er sagt: "Als wir damals in Ägypten waren..." zeigt mir die weitere Wortwahl, ob er seine Ex oder mich meint. Obwohl ich ein eifersüchtiger Mensch bin, hat mir das noch NIE etwas ausgemacht. Ihm umgekehrt auch nicht.
Wenn es dir aber etwas ausmacht, rede mit ihm darüber!!!! Er kann es nicht wissen, wenn er so wie WIR (mein Partner und ich) tickt. Erinnere ihn dann zukünftig heiter daran. Vielleicht löst es sich dann auf. Mein Partner sprach von seinen früheren Urlauben oft von "Da hatten wir (!) einen geilen Urlaub!" Damit meinte er das gleiche, als wenn ich sage: "Der Urlaub war wirklich toll!" Wenn es ihm mal wieder passiert sage ich: "Oh, so ein GEILER Urlaub mit der Ex! Wer weiß, was da alles passiert ist!" Er:"Nein, nein, so habe ich es nicht gemeint. Das war einfach super, als wir (WIR!) da das und das gemacht haben!" Ein jahrelanges Vorleben hatte auch super tolle Tage. Das sollte man akzeptieren.
Also: kein Problem! Außer (und so ist es), dass es dir weh tut. REDE mit ihm: freundlich aber klar und bestimmt. Sage ihm, was er stattdessen sagen soll (mit meiner Ex...!?) Und dann sei geduldig und erinnere ihn: heiter und ein bisschen "spitz".
Vielleicht solltest du aber auch überlegen, ob dich wirklich das WIR stört, oder viel mehr, dass die Vorgeschichte immer noch eine Rolle spielt. Dann wäre das Wort "Wir" die falsche Baustelle.
 
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  • #17
Liebe FS,
ich war 16 Jahre verheiratet und wenn ich von der Zeit zw. 1996 und 2012 erzähle, ob einer Freundin oder meinem jetztigen Partner, benutze ich die "Wir"-Form.
Wenn ich erzähle, mache ich unbewusst eine Zeitreise damals gab es ein "Wir". Ich glaube, wir machen das unbewusst und bei jeder "Zeitreise" (ob mit dem Ex oder Freundinnen) kommen auch die Emotionen hoch - vielleicht Traurigkeit, weil ein wichtiger Mensch gestorben ist, oder Begeisterung, weil ein neues Land bereist wird...
Es ist nichts schlimmes dabei, wirklich!
w40
 
  • #18
Nein, die FS reagiert hier eindeutig übersensibel. Das ist ja schon so als wenn ich aus lauter Rücksichtnahme alle meine weiblichen Bekannten/Freunde bei Anekdoten ausblenden müßte. Wenn ich mit meiner Ex im Tischtennis-Doppel irgendwo angetreten bin, spreche ich auch nicht von meiner Ex, sondern von "wir" als Tischtennisdoppel.

Hilfe, ich spielte mit ihr noch im TT-Doppel, wo wir schon längst beziehungstechnisch getrennte Wege gegangen sind.

Das gebräuchliche Wort "Wir" gibt also nicht im Zusammenhnag mit einer ehemaligen Begleiterin? Wäre es bei einer männlichen Begleitperson was anderes?
 
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  • #19
Aber gut, wahrscheinlich ist das einfach nur ein weiterer Punkt, der mich stört. Ich habe nämlich ebenso ein Problem mit dem engen Kontakt zur Ex. Nur deswegen fällt mir dieses "wir" wahrscheinlich überhaupt auf. Ich kann akzeptieren, dass es ein Vorleben gab. Aber muss dieses Vorleben immer vor meiner Nase rumtanzen?

Ich glaube, du hast jetzt selber gemerkt, dass das eigentliche Problem woanders liegt: nämlich in der Tatsache, dass dein Freund mit seiner Ex-Freundin immer noch Kontakt hat. Und das kommt dir dann jeweils wieder hoch, wenn du dieses "wir" hörst. Das kann ich schon verstehen. Ich bin auch der Meinung, dass man mit früheren Beziehungen eigentlich abschließen und keinen Kontakt mehr haben sollte. Zumindest sollte dein Freund dafür Verständnis haben.

Versuch doch mal, ihm dein Problem aus dieser Sicht zu schildern; wenn du ihm nur mit der "wir"-Sache kommst, wird er nicht verstehen, was dein eigentliches Problem ist.

@Gast#12:

Dein pseudo-sensibles Getue ist m.E. nur peinlich. Das sieht man z.B. daran:


Wie kann ein "Empfinden" "korrekt" sein? Geht’s noch?? Eine Mathematikaufgabe kann korrekt gelöst sein, aber ein Empfinden ist doch höchst subjektiv!

Ebenso das hier:

Der Tip[p] von Gästin ist meines Erachtens ein brauchbarer Weg

"Gästin": was für ein Unwort! Du schreibst wohl auch "Mitgliederinnen und Mitglieder"?! Nur schon diese Wortwahl disqualifiziert dich zu 100%!

Ach ja, und dann noch das:

Und wenn sie dir die Tür vor die Nase knallen, seien wir ebenfalls tolerant - sie meinen das nicht so.

Da seid ihr Emanzen ganz selber schuld dran! Schließlich habt ihr den Sitzpinklern, die ihr erzogen (bzw. eben nicht erzogen) habt, das so beigebracht. Einer Frau die Türe aufzuhalten sei patriarchalisch – solchen Schwachsinn habt ihr erzählt. Selber schuld!
 
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  • #20
hallo,
es gibt auch frauen, die in der wir firm über den ex reden.
mich nervt es, wenn meine frau dies vor anderen menschen tut und diese dann denken könnten, dass ich gemeint sei, obwohl ich doch damals noch nicht einmal Bestandteil ihres lebens war.
auch finde ich es respektlos, wenn sie sehr ausführlich und schwärmerisch über die vergangenheit redet. man kann sich damit abfinden, wenn man auf innere distanz geht.
ich finde man kann erwarten, dass der partner in der aktuellen beziehung lebt und diese nicht daurch abwertet, daß er ständig zurückschaut, oder gar vergleicht.
 
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  • #21
Das ist ganz eindeutig ein völlig empathiebefreiter Mann. Ich würde mich trennen, sowas geht gar nicht!
So fängt es an, und ehe Frau sich versieht, wird sie betrogen und sitzen gelassen.
Wahrscheinlich hat er mit dieser Ex immer noch ein Verhältnis.

W29
 
  • #22
Also ehrlich Leute, ich finde nicht dass die FS zu empfindlich ist.

Eher dass der freund recht wenig Empathie besitzt und /oder die Ex immer noch gerne dabeihaben würde. Das "wir" plus die Tatsache dass er immer noch gut befreundet ist und Sie ab und an trifft finde ich schon etwas verräterisch.

Natürlich haben wir alle ein Vorleben und es ist schon klar dass man etlichen mit irgendeiner Ex erlebt hat. Aber es ist doch sprachlich ziemlich einfach.
Manchmal ist es wahnsinnig umständlich zu sagen "Mein Ex und ich"
Eben nicht, man spricht einfach in der ich-form. Wer damals mit dabei war ist völlig nebensächlich wenn ich mit der Liebsten die USA-Tour plane und die Everglades halt schon gesehen habe und Ihr unbedingt zeigen will.

Vor allem wenn ich weiß dass es Sie stört- und das tuts die FS- dann formulier ich halt anders und Treff die Ex halt nur wenn's denn sein muss (wenn keine gemeinsamen Kinder da sind kann man darauf doch auch locker verzichten, habt Ihr denn keine anderen Freunde?).

Im übrigen gibt's doch recht wenig Grund der Liebsten von gemeinsamen Erlebnissen mit der Ex zu erzählen, oder?

Ich staune immer wieder wie Gedankenlos so manche gegenüber den Menschen sind mit denen Sie hier und jetzt und in der Zukunft leben wollen. Gegenüber dem Menschen den Sie doch lieben! (oder vielleicht halt eben nicht....)

Vor allem wenns so einfach ist Sie nicht zu verletzen.
 
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  • #23
Liebe FS,

ich kann dich gut verstehen. Du bist ein Mensch, der zwischen den Zeilen lesen und hören kann und glaube mir als alter Frau, dass das zu Recht geschieht. Es gibt nicht viele Menschen, die so ticken wie du und ich. Daher kann dein Freund dich nicht verstehen. Muss er auch nicht. Wenn er dich wirklich schätzt, denkt er darüber nach und ändert sein Kommunikationsverhalten. Das hat aber auch was mit geistiger und sozialer Intelligenz zu tun und da fehlt es leider nicht wenigen Menschen.

Es hat auch was mit Höflichkeit dem neuen Partner gegenüber zu tun, nicht ständig den/die Ex zu erwähnen. Hat letztendlich was mit Bildung und Selbstreflexion zu tun.

Bitte ihn einfach höflich, dass er damit aufhören soll, es irritiert dich und lässt an seiner Liebe und dem Verarbeitet-Sein seiner Ex-Beziehung zweifeln, was Beziehungstödlich sein kann.

w 50
 
  • #24
Man kann die Anekdote auch dahingehend vortragen, indem man in der Einleitung einmal erwähnt, daß mit "wir" z. B. "mein damaliger Mann" o. ä. gemeint ist.

Bedeutet "mit einem Partner" abschließen, daß man ihn komplett aus dem Gedüchtnis streicht geschweige keinen Kontakt mehr mit ihn haben darf? Diese Anspruchshaltung ist nicht nur kindisch, sondern einengend. Auf der einen Seite gelten Männer als attraktiver, wenn sie bereits einige Beziehungen hatten, möglichst noch, wie man hier bereits lesen durfte, mit äußerlich attraktiven Partnerinnen, aber die sollen dann gefälligst alles "gestorben" sein, denn es könnte von dieser Seite größte "Gefahr" für das eigene Glück ausgehen.
 
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  • #25
Machen das andere Männer wie auch Frauen genauso?

Nein, machen sie nicht. Ich spreche von früheren Reisen immer in der Ich-Form. Bestenfalls, wenn die Rede auf meine damalige Begleitung kommt, von "sie und ich".

Die deutsche Sprache ist leider nicht eindeutig, ob das "wir" den Angesprochenen mit einschließt oder nicht. Im Gegensatz dazu unterscheidet z.B. das südamerikanische Ketschua klar zwischen rinchik (wir gehen, und du auch) und riniku (wir gehen, aber du nicht). Wenn Du also in dieser Frage empfindlich bist, solltet Ihr beide Euch besser auf Ketschua unterhalten. Oder Euch alternativ darauf verständigen, daß "wir" bei Euch stets für "du und ich" steht.
 
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  • #26
Also, ich (m) zucke jedes Mal zusammen, wenn meine Frau von "wir hatten dort eine Ferienwohnung" spricht. Auch wenn ich natürlich ganz genau weiß, daß sie damals AE war und ihre Kinder meint. Es läßt sich einfach nicht völlig abschütteln.

An diesem Beispiel erkennt man übrigens sehr schön, daß die Phantasie des Zuhörenden das eigentliche Problem ist. Es gibt nämlich sehr viele Formen von "wir": die Familie (ob nun mit oder ohne Partner), die Reisegruppe, der beste Freund bzw. die beste Freundin. Oder eben der damalige Partner. Ob für diesen speziellen Fall eine andere sprachliche Regelung gefunden werden muß, ist also wohl eher eine Frage persönlicher Animositäten.
 
  • #27
Man sollte Männer nicht als so empathielos betrachten als daß sie nicht wüßten, daß die "Wir"-Form für den sehr anhänglichen Zuhörenden, der natürlich weiß, daß er nicht dabei war, sowas wie ein Gefühl der "Ausgeschlossenheit" verleihen könnte. Sowas ist aber völlig unsinnig, da der Kontext eigentlich eindeutig sein sollte.

Etwas anderes wäre es, wenn man ständig irgendwas von der Ex erzählen würde. Sowas muß man in dieser Häufigkeit nicht akzeptieren. Der eine geht damit empfindlicher um, der andere nimmt es einfach als gegeben oder neutral hin. Wesentlich ist auch hier immer nur der Kontext oder die dahinterstehende Intention.

Recht unsichere Menschen haben mit sowas Probleme. Da genügt es schon, von der tollen oder erfolgreichen Projektarbeit mit der Kollegin oder vom Arbeitsessen mit ihr zu berichten. Das sind ganz normale Ereignisse, die sich auf unterschiedlichen sachlichen und emotionalen Ebenen bewegen. Da braucht sich der Partner nicht zurückgesetzt zu fühlen.

Meine Ehemaligen, die mich einige Jahre begleitet haben, haben jede für sich eine Bedeutung für mich. Selbst meine Ex (auch so ein eifersüchtiger Fall) fragt heute noch, wie es um mein Liebesleben bestellt sei. Es geht sie ebensowenig an wie ich überhaupt Vergleiche unter ihnen anstellen würde. Normalerweise könnte ich ihr allgemein davon erzählen, aber da ich sie gut genug kenne, weiß ich, wie sie innerlich explodieren würde und mir wieder am Kopf werfen würde, daß ich sie ja sowieso nie geliebt hätte. An dieser Stelle sei erwähnt, daß sie von mir innerlich nicht loskommt. Auch sowas gibt es. Dann wird eine Beziehung für beide Seiten nur noch eine Qual und man beendet das Ganze, zumal sie auch festgetellt hat, daß sie sich abnorm in eine Beziehung hineinsteigert ("Wenn Frauen zu sehr lieben ...."), was ihr nicht gut tut. In derart begründeten Fällen nehme ich sehr wohl Rücksicht auf ihre Befindlichkeiten.
 
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  • #28
Ich finde auch nicht, dass die FS zu empfinglich ist.

Natürlich ist es ok, wenn der Mann 'wir' sagt und damit sich und seine Ex meint, wenn es zu der Aussage gehört, wenn es für die Geschichte von Bedeutung ist, dass die Ex dabei war.
Beispiel: 'wir haben uns immer darüber gestritten, wer die Kinder ins Bett bringt'.
Es ist aber eben nicht ok, wenn es unerheblich ist, dass sie dabei war.
Beispiel: ' Lass uns mal nach Australien fahren, ich war da schon, da ist es so schön, das wird dir gefallen'.

Und ich finde grundsätzlich, dass man ein Verhalten, dass den Partner sehr stört oder gar verletzt, versuchen sollte, abzustellen.
Das ist soziales Verhalten. Außerdem darf man wohl grundsätzlich davon ausgehen, dass man den Partner glücklich machen möchte.

Nicht flirten, nicht von der Ex schwärmen, oder von der neuen Kollegin aber auch nicht pupsen oder dergleichen.
Wer nach der sachlichen und freundlichen Bitte um Unterlassung solches Verhalten weiter betreibt, liebt seinen Partner nicht.
 
  • #29
Es ist eine Frage des Vertrauens oder der Vertrauensfähigkeit. Wenn mich jemand fragt, wie mein Tag war und was ich alles so gemacht habe, kann es auch vorkommen, daß ich einer Frau behilflich war. Daraus muß man doch keinen Aufstand machen. Vielleicht war die Frau auch noch so dreist, mich zum Kaffee als Dankeschön einzuladen. In diesen kleinen Dingen fängt es doch schon an.

Dagegen sind doch Urlaube mit der Ex, die schon was weiß ich lange genug zurückliegen, noch richtig harmlos..
 
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  • #30
Es gibt so einen Ausspruch: Wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich welche.

Wenn man nicht mehr 16 ist, dann hat man in der Regel eine Vergangenheit. Und da kommen auch Ex-Partner vor. Ob man nun "Ich und meine Ex" oder "Wir" sagt, ändert das weder an der Vergangenheit noch an der Gegenwart und Zukunft etwas. Ich hatte mit meinem Ex auch schöne Urlaube, Ausflüge und Feiern. Ja, auch diese Zeit hat mich geprägt und mir viel für´s Leben gegeben. Warum soll ich von dieser Zeit nicht auch gelegentlich sprechen, wie über andere vergangene Perioden (Kindheitserlebnisse, Singlezeiten, Joberlebnisse...)?

Aus meiner Sicht hat man ein Problem mit sich selbst, wenn man die Vergangenheit des anderen nicht akzeptieren kann. Es hat sicherlich Gründe, warum der Ex-Partner jetzt der Ex-Partner ist.

Mich persönlich würde es nur stutzig machen, wenn ich wüsste, dass der Partner damals verlassen wurde und der Beziehung lange hinterher getrauert hat. Aber wenn es einvernehmlich war oder sogar vom jetzigen Partner ausging... wir oder ich und meine Ex? Egal! Es gibt im Leben und in Beziehungen echt schlimmere Probleme als eine unglückliche Formulierung.

Mir persönlich würde es eher zu denken geben, wenn ich einen Partner "ohne Vergangenheit" hätte.

W/26
 
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