• #31
Im Klischee jubelt die Frau ihrem Mann während seines Fußballspiels vom Rand zu, und sie bereitet für die Grillfeier von seinem Fußballverein nach seinem Spiel Kuchen und Salate vor. Wenn Du eine solche Beziehung willst, ist das total in Ordnung.
Nein, genau das wäre eine Beziehung, wie ich sie nicht möchte😄
Dann wäre ich ja wieder nur - im wahrsten Sinne des Wortes - die Zuschauerin am Spielfeldrand seines Lebens. Ich möchte ja eher, dass der entsprechende Mann genauso im "Wir" lebt wie ich, also übertrieben gesagt genauso auf mich fixiert ist wie ich auf ihn.
Ein Vereinsmensch, der gerne unter (vielen) Leuten ist, würde ohnehin nicht wirklich zu mir passen.
 
  • #32
Ich muss noch mal.
Liebe FS, du möchtest kein Teil des Lebens deines Freundes sein. Du möchtest sein Leben sein. Totale Verschmelzung. Wir. Individualität kommt nicht in Frage. Wir sind zusammen, wir machen alles zusammen, wir lieben uns gleich stark, wir vermissen uns gleich stark. Keiner darf mehr machen als der andere sonst fühlt man sich ausgeschlossen.
Ich bleibe bei meiner Theorie.

Ich habe oben in einer Antwort einen Link eingefügt. Vlt liest du es mal.
 
  • #33
Und ja, Du kannst alleine sein, Stunden, Tage alleine verbringen. Aber nur solange du Single bist. Oft genießt du es sogar.
In einer Beziehung sind die -alleine sein Phasen- kaum auzuhalten, oder? Ein Partner, der Kopf für andere Dinge oder Menschen hat und sich nicht permanent mit dir beschäftigt, kommt nicht in Frage., oder?
 
  • #34
Nein, genau das wäre eine Beziehung, wie ich sie nicht möchte😄
Dann wäre ich ja wieder nur - im wahrsten Sinne des Wortes - die Zuschauerin am Spielfeldrand seines Lebens. Ich möchte ja eher, dass der entsprechende Mann genauso im "Wir" lebt wie ich, also übertrieben gesagt genauso auf mich fixiert ist wie ich auf ihn.
Ein Vereinsmensch, der gerne unter (vielen) Leuten ist, würde ohnehin nicht wirklich zu mir passen.
Du hängst Dich an einem Beispiel auf, um zu sagen, was Du nicht willst.
Was Du willst, also ganz konkret welche Eigenschaften der Mann haben soll, wie der Beziehungsalltag konkret nach Deiner Vorstellung abläuft, weisst Du nicht.
Das wäre aber die Basis.

... Du kommst regelmäßig Männer in eine Beziehung, in die Du nicht verliebt bist?
Oh weh, das würde ich mit professioneller Hilfe reflektieren.

... wäre schon gut, wenn Du langsam mit 35 dazu kommst, die eigenen Wünsche in der Beziehung formulieren zu können... aber Du könntest bisher noch nicht mal den Mann auswählen...

Ansonsten wünsche Ich Dir viel Glück bei Deinem Plan, dass alles gut wird beim nächsten richtigen Mann
 
  • #35
Bei dir liegt klar kein Narzissmus vor. Ich bin etwas überrascht, denn Narzissmus zeigt sich wirklich grundlegend anders.

Wirst du wirklich zur Klette, oder glaubst du das nur von dir, weil du den Mann nicht "verschrecken" willst? Oder hat dir ein Mann das schon mal vorgeworfen, dass du ihm zu nah auf die Pelle rückst?

Wenn du das Gefühl hast, eine Klette zu sein, scheint mir das der Beweis zu sein, dass du mit dem jeweiligen Mann nicht harmonieren konntest. Damit meine ich: Es hat nicht gepasst. Denn wenn der richtig begeistert von dir wäre, würde er dich eher nicht als Klette wahrnehmen. Er würde sich freuen, dich zu sehen.
 
  • #36
Du hängst Dich an einem Beispiel auf, um zu sagen, was Du nicht willst.
Ich wollte mich nicht an diesem einen Beispiel aufhängen, man könnte hier auch etwas beliebig anderes einsetzen, wo eben nicht die Zweisamkeit im Fokus ist, sondern die Partnerin nur "mit dabei" ist und ihr das ausreicht. Ich denke nur, du hast meine Vorstellungen falsch aufgefasst, sorry, dass ich das vielleicht nicht so gut erklären und rüberbringen konnte.

Was Du willst, also ganz konkret welche Eigenschaften der Mann haben soll, wie der Beziehungsalltag konkret nach Deiner Vorstellung abläuft, weisst Du nicht.
Im Idealfall wäre der Beziehungsalltag stark auf Zweisamkeit ausgerichtet. Damit meine ich nicht unbedingt, dass man als Paar nur zuhause auf dem Sofa hockt, sondern durchaus auch viel unternimmt, aber eben eher zu zweit als alleine.
Gar nicht passen würde ein Partner, der einen riesigen Freundes- und Bekanntenkreis hat oder jemand, der in vielen Vereinen o.ä. ist.

... Du kommst regelmäßig Männer in eine Beziehung, in die Du nicht verliebt bist?
Oh weh, das würde ich mit professioneller Hilfe reflektieren.
... aber Du könntest bisher noch nicht mal den Mann auswählen...
Wo hast du herausgelesen, dass ich Beziehungen eingehe, obwohl ich nicht verliebt bin? Ich brauche im Vorfeld relativ lange, bis ich richtig verliebt bin, die Kennenlernphase zieht sich also dementsprechend länger hin. Aber selbstverständlich gehe ich nicht einfach irgendwelche Beziehungen ein. Auch ist es anfangs in Beziehungen bei mir noch nicht so, wie viele andere es beschreiben, dass man nur noch an den anderen denken kann, ständig in Kontakt sein möchte etc., dieses intensive kommt bei mir erst im weiteren Verlauf der Beziehung, während es bei Anderen wohl mit der Zeit wieder abnimmt...

Tut mir echt leid, ich ordne gerade selbst noch meine Gedanken zu dem ganzen Thema, daher kann ich manches vielleicht nicht so gut beschreiben. Mir ist erst seit kurzem bewusst, dass ICH eigentlich diejenige bin, die sich im Laufe der Beziehungen verändert hat, nicht meine Ex-Partner. Für mich fühlte es sich immer so an, als würden sie sich entlieben, also nicht mehr so gerne und oft Zeit mit mir verbringen wollen wie am Anfang, dabei ist nur mein Bedürfnis nach gemeinsamer Zeit gestiegen.
 
  • #37
Bei dir liegt klar kein Narzissmus vor. Ich bin etwas überrascht, denn Narzissmus zeigt sich wirklich grundlegend anders.
Unter Narzissmus verstehe ich auch ganz andere Verhaltensweisen, deswegen wundert es mich, dass @luna83 so überzeugt davon ist...

Oder hat dir ein Mann das schon mal vorgeworfen, dass du ihm zu nah auf die Pelle rückst?
Ja durchaus. Es kam in meinen bisherigen Beziehungen früher oder später ständig zu Streit, auch wegen des ganzen Nähe-Distanz-Thrmas. Die Männer haben mich ja im Prinzip ganz anders kennengelernt, nämlich mit einem großen Freiheitsdrang, der sich dann irgendwann veränderte in ein starkes Nähebedürfnis zum Partner.

Wenn du das Gefühl hast, eine Klette zu sein, scheint mir das der Beweis zu sein, dass du mit dem jeweiligen Mann nicht harmonieren konntest. Damit meine ich: Es hat nicht gepasst.
Richtig, genau das habe ich mittlerweile auch erkannt. Die Beziehungen waren nur anfangs passend. Da ich mittlerweile akzeptiert habe, dass ich nun mal dieses starke Bedürfnis nach Nähe und Zweisamkeit in einer Beziehung habe, muss ich mir auch einen passendes Partner suchen.
Das Problem war dabei bisher, dass die entsprechenden Männer anfangs schon ein sehr starkes Maß an Verbindlichkeit und Nähe aufbauen wollten, was mir aber in diesem frühen Stadium zu viel war.
 
  • #38
Bei meiner Schwester wurde 2013 eine narzistische Persönlichkeit diagnostiziert.
Als ich die Frage der FS gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass sie meine Schwester gestellt hat.
Natürlich spielten da auch andere Verhaltensweisen eine Rolle, die auf diese Diagnose hindeuteten.
Die Diagnose wurde von einem Psychiater gestellt, aber vlt hat er keine Ahnung. Denn, wie viele meinen, Narzisten würden sich nie in eine Therapie begeben. Ah doch, sie tun es, um in erster Linie dem Arzt zu beweisen, dass sie doch normal sind. Und auch wenn es ihnen langsam bewusst wird, dass der arzt vlt doch Recht hat, spielen sie in der Therapie nicht mit. Sie haben immer ein "aber"

Die FS will eure Ratschläge nicht. Sie ist doch gut wie sie ist, sie will doch nur einen Mann, der genauso tickt.
Dass dieses Verhalten nicht gerade "nornal" ist, ist ihr egal. Es muss doch solche Männer geben. Also sucht keine Defizite,. Kindheit, Traumata usw.
Die FS wird immer ein Argument finden, was dagegen spricht. Es geht hier nicht nur um das Klammern. Es geht um den Wunsch eine Symbiose zu bilden, auf eigene Identität zu verzichten. Nach aussen total selbstbewusst, im inneren minderwertig.

Jeder euer Ratschlag wird dankend angenommen, jedoch nicht umgesetzt. Ich, bzw meine Familie kennen das zu gut.
Anstatt an sich zu arbeiten, wird jemand gesucht der genauso tickt.
 
  • #39
Sie akzeptiert sich doch so wie sie ist, denkt sie zumindest.
Eine selbstbewusste Person wie du, durfte sich gar nicht stigmatisiert fühlen
Was soll dieses ständige nachtreten von dir? Auch ein selbstbewusster Mensch möchte nicht, dass fremde Personen über ihn urteilen. Und ja, ich akzeptiere mich mittlerweile so wie ich bin, weil ich gemerkt habe, dass alles andere nichts bringt, das wüsstest du, wenn du meine Frage, bzw. meine bisherigen Beiträge aufmerksam gelesen hättest.

Bei meiner Schwester wurde 2013 eine narzistische Persönlichkeit diagnostiziert.
Als ich die Frage der FS gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass sie meine Schwester gestellt hat.
Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich habe das Gefühl, dass Du hier diejenige mit dem Problem bist. Ist dir mal aufgefallen, wie sehr du dich in diesen Thread hier reinsteigerst und regelrecht nach Parallelen zum Narzissmus suchst? Du hattest dich bereits verabschiedet, kannst es aber nicht lassen, immer noch mehr dazu zu schreiben.
Du bist familiär vorbelastet, dass das natürlich prägt kann ich voll und ganz nachvollziehen. Dennoch hat nicht jede Person, die in manchen Verhaltensweisen deiner Schwester ähnelt auch zwangsläufig die gleiche Störung. Die Diagnose deiner Schwester hat ein Psychiater erstellt und das ist auch gut so, du bist aber keiner, auch wenn du dich vielleicht aufgrund deiner persönlichen Ehrfahrungen für eine Expertin auf dem Gebiet hältst.

Sie ist doch gut wie sie ist, sie will doch nur einen Mann, der genauso tickt.
Dass dieses Verhalten nicht gerade "nornal" ist, ist ihr egal.
Ok, dann gehe ich mal darauf ein und frage dich, was daran schlimm ist, wenn sich zwei Menschen finden, die ein gleich starkes Nähebedürfnis haben? Wer definiert überhaupt, was "normal" ist? Du? Mit welchem Recht?
 
  • #40
Liebe Marie-Anne,

ich glaube, dass dein Ansatz, das passende Gegenstück mit ähnlichen Bedürfnissen zu finden, so falsch nicht ist. Wenn du nun mal von Natur aus ein nähebedürftiger Mensch in Beziehungen bist – und das nicht aus einem Mangel (wie unausgefülltes Leben, niedriges Selbstwertgefühl o.Ä.) resultiert, den man beheben müsste – ist daran nichts auszusetzen.

Ich selbst habe auch ein starkes Nähe- und Harmoniebedürfnis in Beziehungen (sicher auch, weil ich ein Scheidungskind war). Aber: Es ist trotzdem nicht in Stein gemeißelt und hing immer auch stark vom jeweiligen Partner ab.

Ein Exfreund in meiner Jugendzeit zum Beispiel betete mich förmlich an. Er war super-anhänglich, wollte rund um die Uhr bei mir sein, ganz viel Sex und Kuscheln, und machte mich in jeder Hinsicht zu seinem Lebensmittelpunkt. Anfangs fand ich das durchaus schön und schmeichelhaft, aber mit der Zeit fühlte ich mich nur noch erdrückt und auch so, als ob er garnicht wirklich mich meint, sondern nur ein Traumbild, das er auf mich projiziert. Und für das er sein eigenes Leben, seine eigene Persönlichkeit und sogar seinen eigenen Willen völlig aufgab. Mein Bedürfnis nach seiner Nähe tendierte irgendwann gegen Null, seine Gegenwart war nur noch Belastung. Nach eineinhalb Jahren beendete ich es und hatte das befreiende Gefühl, endlich wieder atmen zu können.

Ein anderer Ex, diagnostizierter (!) Narzisst, an den ich während des Scheidungsprozesses meiner Eltern geraten war, spürte mein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit und verwendete es gezielt gegen mich: Nach der wunderschönen Anfangszeit, in der er mir gab, was ich brauchte, ging er extrem auf Distanz. Ich bekam ich nur noch sehr selten und nur unter bestimmten Bedingungen etwas Liebe, was mich in eine schlimme emotionale Abhängigkeit führte. In dieser Zeit verlor ich mein ganzes Selbstwertgefühl und mutierte zu einer schlimmen Klette mit extremen Nähebedürfnis.

Mit meinem jetzigen Partner (knapp vier Jahre Beziehung) ist das Nähe-Distanz-Verhältnis sehr gut ausgeglichen. Es war aber auch ein Prozess dahin: Ich musste akzeptieren lernen, dass er – als einziger Sohn einer alleinerziehenden Mutter – seine Freiräume von "zuviel Liebe-Überschütten" braucht. Er wiederum merkte, dass ich emotionale Sicherheit brauche und sie u.a. durch viele Berührungen aufbauen kann. Und er hat mir einmal gesagt, dass er durch mich erst selbst gelernt habe, wie wichtig und schön viel körperliche Nähe (unabhängig von Sex) in Beziehungen ist.

Wir haben uns also gewissermaßen beide langsam aufeinanderzubewegt und austariert, bis es für beide Seiten perfekt war. Und: Wir haben neben vielen Gemeinsamkeiten nach wie vor auch unser individuelles Leben mit eigenen Freunden und Interessen aufrechterhalten. Die gemeinsam verbrachte "quality time" ist so eine freie, bewusste Entscheidung füreinander – aus Liebe, nicht für die eigene Bedürfnisbefriedigung oder Sinngebung. Ich denke, das ist der Schlüssel.

W, 27
 
  • #41
Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube, für eine langfristig gelingende Beziehung müssen zum einen gewisse ähnliche Grundprägungen aufeinandertreffen. Bei zu großen Unterschieden im Nähe-Distanz-Bedürfnis ist ein Kompromiss wahrscheinlich nicht möglich, da er immer zulasten mindestens einer Person gehen wird oder sogar beide unzufrieden zurücklässt. Es macht also schon Sinn, wenn du bei der Partnersuche darauf achtest.

Zum anderen müssen aber auch beide die Bereitschaft mitbringen, die Bedürfnisse des jeweils anderen zu verstehen und zu respektieren – auch und gerade, wenn sie sich im Laufe der Zeit verändern. Das gilt ja nicht nur für das Nähebedürfnis, sondern auch für andere veränderliche Faktoren wie Charakterentwicklung oder Lebensziele. Dann können beide Parteien schauen, ob sie sich gemeinsam miteinander weiterentwickeln können und wollen oder ob eine Trennung die einzige Lösung ist.

Das bedeutet aber auch: Verstehe und respektiere die Bedürfnisse deines Partners und was er an dir liebt. Wenn du innerhalb kürzester Zeit die 180-Grad-Wende von selbstbewusster, ausgefüllter Frau zur anhänglichen Glucke vollziehst, überfährst du ihn förmlich. Das wirkt dann nämlich nicht wie eine "natürliche" Weiterentwicklung der Beziehung oder deiner Gefühle ihm gegenüber, sondern so, als ob du ihm bisher etwas vorgemacht hättest. Lass dir Zeit, auch wenn es schwerfallen mag, anstatt ihn mit plötzlich völlig veränderten Bedürfnissen zu überrumpeln und zu überfordern. Eine gute Selbstreflektion und offene Kommunikation halte ich dabei für das A und O.

W, 27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #42
Liebe @Marie-Anne,

wenn das dein Naturell ist, dann ist es besser, du findest einen Partner, dessen Gefühl auch in diesem oder einem ähnlichen Tempo wächst und sich in späterer Zweisamkeit äußert. Es ist wirklich unüblich, aber wer kann schon heute von sich behaupten selbst eine Freundschaft so sehr zu pflegen, dass sie nun 33 Jahre hält. Ich finde es toll, dass deine Gefühle wachsen & du den Partner Stück für Stück in dein Leben willkommen heißt.

Ich bin genau zweimal im Leben auf diesen D-Zug aufgesprungen. Schnell, , schneller. Und zweimal sehr schlecht gelandet. Blöder Chemie-Cocktail. Alles nur, weil Ich zumindest in meiner Ehe mein „Liebes-Wachstum“ forciert habe & unbedingt seinem raschen Gefühls - Entwicklung / Gefühls- Down nacheifern wollte.

BTW... nur Narzissten versuchen ihr Umfeld nur von ihrer ganz eigenen Meinung und gemachten Erfahrungen, hartnäckig zu überzeugen. Beim Lesen taten mir echt die Augen weh. Und es sind gerade Narzissten, die von Anfang an diese „Nähe“ erreichen wollen - was nicht heißen muss, dass es nicht durchaus Menschen gibt, die wiederum in Ihrem Wesen direkt von Anfang so sind und in der Beziehung so bleiben @luna83

Lass dich nicht entmutigen, vielleicht ist es jetzt dein Bewusstwerden über dich und der Perspektiv-Wechsel, die dir helfen dein passendes Gegenstück zu finden. Hast du denn mal einen Ex - Partner gefragt, weshalb die Beziehung auseinander gegangen ist? Es wäre spannend zu erfahren, ob dem einen oder anderen das auch aufgefallen ist.

Viele Grüße
 
  • #43
Dies habe ich versucht umzusetzen, allerdings fühlt es sich so an, als würde ich mich selbst belügen und in dem Moment gegen meine Bedürfnisse handeln. Ich gehe dann lustlos irgendwelchen Tätigkeiten nach, obwohl ich viel lieber Zeit mit meinem Partner verbringen würde.

Als einzige Lösung für mich sehe ich mittlerweile, entweder strikt Single zu bleiben oder im Idealfall jemanden zu finden, der innerhalb einer Beziehung ein ähnliches Nähebedürfnis hat wie ich.
Letztlich musst Du in einer Beziehung glücklich sein. Übertriebene Nähe in der Beziehung führt automatisch dazu, dass Du Menschen außerhalb der Beziehung vernachlässigst. Endet die Beziehung, fehlt wiederum das Netz, das Dich auffangen könnte.
Das ist dann ein extremes "Pendeln" zwischen Beziehung und Singlephasen. Wenn es mit einer langen Beziehung klappt, muss das kein Problem sein. Suche Dir einen Partner, der zu Deinen Bedürfnissen passt. Ich wäre das nicht, mir wäre das zu eng, aber es gibt sicher auch Männer, die das sehen wie Du und Du brauchst ja nur einen von ihnen.
 
  • #44
Also ich mag es auch, wenn vieles zusammen gemacht wird. Ich liebe es, gemeinsam einzukaufen, insbesondere für ne Party mit lieben Gästen, für die man dann gemeinsam alles vorbereitet, kocht und backt usw..

Allerdings habe ich das so schon erlebt, und das kann erstickend sein. Ich konnte an sich mit dem Mann 24 Stunden die ganze Woche zusammen sein, es war einfach wundervoll. Klar waren wir auch mal zu Besuch bei anderen Leuten, aber da es eine Fernbeziehung war, war das auch klar: Entweder, wir waren einige Wochen bei mir, dann waren wir bei meinen Leuten, oder wir waren die Wochen bei ihm, dann besuchten wir seine Leute. Mit denen bin ich aber zum Teil nicht warm geworden. Also ich hätte mir eigene Freunde suchen müssen, wäre ich dorthin gezogen, und dann hätte jeder doch ein Eigenleben haben müssen. Wir waren dann eine Zeitlang auch noch beruflich zusammen tätig. Vom Zeitverbringen zusammen war es für mich wirklich toll. Aber ich hätte das nie in einer Nicht-Fernbeziehung so durchgezogen, dass sich die Außenkontakte nur zusammen gestalten können oder man unternimmt nichts mehr mit seinen Freunden. Einfach, weil du nicht alles weglassen kannst, was dem anderen irgendwie langweilig wäre und wo Du allein hingehen "müsstest".

Ich kann Paare nicht verstehen, die sagen, sie gingen sich auf die Nerven, wenn sie zu lange zusammen sind. Im Urlaub oder über Feiertage zu merken, dass man wieder Abstand zu seinem Partner will, stillhalten und sich denken, es sind ja nur die zwei Wochen - da frage ich mich, warum die meinen, dass sie noch ein richtiges Paar seien. Corona-Zeit zähle ich nicht direkt mit, weil man hier ja auch gemeinsam keine anderen Leute besuchen durfte. Also zusätzlicher Stress, dass man nicht kann, wie man will. Aber auch hier denke ich, wenn man merkt, dass man sein Nebenherleben besser findet, als mal dichter zusammen zu sein, hat man sich wohl entfremdet und "funktioniert" nur noch nebeneinander, nicht mehr richtig miteinander. Was soll das in der Rente werden?
Ich glaube, das sind Paare, bei denen sich einer immer unterordnet (meist der Mann) und als Ausgleich seine Arbeit hat, wo er was zu sagen hat. Zu Hause geht es nach der Nase der Frau, was ich auch richtig finde, wenn sich die Frau mehr um Kinder oder Haushalt kümmert. Ich kenne auch Männer, die dann lieber länger arbeiten, als "zu früh" zu Hause zu sein, wo es noch Arbeit mit den Kindern gibt. Die Frage ist, was passiert, wenn er sich irgendwann auch mehr aufs Zuhause konzentrieren will, z.B. Homeoffice, Rente oder eben kurz mal Urlaube. Dann kann er nicht machen, wie er meint, dass es richtig sei, und gerade hier unpassend zu sein, also dass die Frau es so macht, wie er es nicht mag, erzeugt ein ständiges Störgefühl. Man ist eigentlich nie in "seinem" Zuhause.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #45
Ich würde hier aber dringend unterscheiden:
Sind A und B zwei Menschen, die gern mal allein sind, also Hobbys haben, die sie allein machen "müssen" wie lesen oder malen. Dann ist von sich aus schon das Bedürfnis da, Zeit allein zu haben und es sollte beim Partner kein Störgefühl da sein, dass was allein gemacht wird.

Aber sind A und B zwei Menschen, die gern was zusammen machen würden mit dem Partner, musizieren, tanzen, segeln, ... und von denen sagt dann jeder "puh, endlich allein auf dem Boot, weg ausm Haus", also mal weg vom Partner, obwohl sie aber theoretisch gern bei ihm wären, wäre es ein passenderer Mensch, dann sind sie eventuell mit der falschen Person zusammen. Kommt nun immer noch drauf an, was man wichtiger findet, vielleicht gibt es auch Kinder oder man hält es für normal, dass alles so separiert sein muss in einer Beziehung, weil es ja nunmal zu anstrengend wäre, mit dem (eigentlich nur DIESEM) Partner was zusammen zu machen. Aber man lebt trotzdem "gegen den Strich", den eigenen. Das Gefühl, dass es eigentlich anders schöner wäre, geht auch nicht weg, selbst wenn beide anfangen, vieles allein zu machen oder mit anderen Leuten.

Ganz komisch wird es, wenn nur A alles allein machen will, B aber ein Gemeinsam-Mensch ist. Dann versucht A dauernd, B zu mehr Eigenständigkeit zu bringen, obwohl gar kein Abhängigkeitsproblem da wäre. Das sieht dann aber so aus, weil B ja klammerig wird, um wenigstens ein bisschen Zeit zu kriegen und eben davon so viel wie möglich.