• #31
Männer, die mich wirklich geliebt haben, haben mich nicht verletzt.
Ja, schon... aber die hast wahrscheinlich du verletzt.

Ich denke inzwischen, es gibt zwei Ebenen bei diesem Sinnspruch:

Das eine ist die "Nutzanwendung" für den Umgang mit laufenden Beziehungen. Ganz einfach "Lass dir nicht wehtun", keine Beziehung ist das wert.

Das andere ist die tiefergehende, vielleicht übermenschliche, immer nur anzustrebende aber nie zu erreichende Erkenntnis, dass letztlich kein anderer Mensch einen "glücklich machen" kann, dass letztlich jeder alleine ist, und alleine dafür verantwortlich, dass er schmerzfrei, selbstbestimmt und glücklich leben kann.

So sehe ich das
manchmal
 
L

Lisachen

  • #32
Ja, schon... aber die hast wahrscheinlich du verletzt.

Ich denke inzwischen, es gibt zwei Ebenen bei diesem Sinnspruch:

Das eine ist die "Nutzanwendung" für den Umgang mit laufenden Beziehungen. Ganz einfach "Lass dir nicht wehtun", keine Beziehung ist das wert.

Das andere ist die tiefergehende, vielleicht übermenschliche, immer nur anzustrebende aber nie zu erreichende Erkenntnis, dass letztlich kein anderer Mensch einen "glücklich machen" kann, dass letztlich jeder alleine ist, und alleine dafür verantwortlich, dass er schmerzfrei, selbstbestimmt und glücklich leben kann.

So sehe ich das
manchmal
Nein, für mich war und ist nicht übermenschlich und erstrebenswert so durch das Leben zu gehen. Niemand ist alleine glücklich und sogar Autisten fühlen sich in ihrer Einsamkeit nicht wohl sondern jeder Mensch braucht andere Menschen um glücklich zu sein und auch Du wirst bestimmt fündig wenn Du darüber nachdenkst, dass auch Du geliebt wurdest und bestimmt wird es auch wieder jemanden geben, die dich liebt und du auch diese Liebe erwidern kannst und niemand kommt schmerzfrei durch das Leben. Das Leben beginnt mit Schmerzen, wenn das erste Mal wir bei der Geburt die Luft in die Lunge bekommen.....
 
  • #33
Hallo!
Liebe kann auch weh tun. Es wäre für mich unnormal, wenn es die schmerzfreie Liebe geben würde.
Liebe bedeutet für mich, sich zu binden, eine Bindung einzugehen.Da ist erst einmal das Gefühl, das Verliebt-sein.Ab genau diesem Moment
gibt es niemand anderen mehr für mich, bis sich (für mich oder auch den anderen) herausstellt, das es keine Basis geben wird.
Das tut weh, es tut deshalb weh, weil es bereits eine Bindung gegeben hat. Ich fände es nicht nur schade, wenn es nicht schmerzen würde, es wäre für mich ein Zeichen, das es niemals Liebe, ja nicht einmal Freundschaft gewesen war.
Was erwartet ihr eigentlich von der Liebe?
Das es jemanden gibt, der euer Leben "bereichert", sein Leben dem Euren anpasst, immer bereit, mitzuziehen, mitzumachen, wunschlos, fröhlich, lustig?
Und alles zu verzeihen, was ihr dann noch so anstellt?
Liebe sollte gegenseitig sein.Das bedeutet, ich erlaube mir und auch dem anderen, Freiräume zu schaffen, eigene Dinge zu tun ohne den Partner, im gegenseitigen Vertrauen, das er diese Freiräume nicht missbraucht.
Liebe braucht Vertrauen,liebevoll, nicht liebestoll,Respekt,Anerkennung, Mut,Gemeinsamkeiten,Aufmerksamkeit,Zärtlichkeit.
Und sicherlich auch die eine oder andere Verletzung, die gemeinsam aufgearbeitet werden muss, denn der Andere ist ein Individuum wie ich.Und hat andere Dinge erlebt , wie ich.Und reagiert darum anders.
Habe ich keine Bindung , habe ich keinen Schmerz. Dann kann ich freilich jeden lieben. Und jeden ziehen lassen. Das wäre dann auch kein wirklicher Verlust.
 
  • #34
Männer, die mich wirklich geliebt haben, haben mich nicht verletzt.
Das ist interessant. Ich frage mich, ob ihr so gut gepasst habt, ob sie sich Dir in Anbetung untergeordnet haben oder ob diese Männer so reif waren.

Wenn man gut passt, äußert der Partner seine Unzufriedenheit in der Beziehung entweder auf eine (unreife) Weise, dass man diese Aggression nicht merkt, oder aber man kommt gut klar mit der Aggression, weil man sie versteht.
Wenn sie Dich angebetet haben, war die Beziehung nur eine Projektion und zu Ende, bevor ihr auf Augenhöhe kamt, dh. die mal ihren Unmut über Dich geäußert hätten in einer Weise, die Dich vor den Kopf stößt und verletzt.
Wenn es Reife ist, hat Dein Partner, der sich bewusst war, wie verletzend er sein kann, gelernt, seine Unzufriedenheit in der Partnerschaft sachlich und ohne Anschuldigungen oder Vorwürfe zum Ausdruck zu bringen. (finde ich das beste von allen, aber das erstere lebt sich auch ganz gut)

Wenn es also weh tut, weil der Mann, den Du liebst, dich verletzt hat, dann liebt ER DICH NICHT.
Kann ich so nicht bestätigen. Ich habe mich zumindest geliebt gefühlt (wann kann man sagen, dass ein anderer einen liebt? Das weiß er nur allein, würde ich sagen). Mein Ex hat mich durchaus verletzt, und deswegen denke ich auch, dass seine (mit Erwartungen und deswegen Druck und Stressmachen verbundene) Liebe mit Projektionen verbunden waren. Aber das Positive, was er mir gab, war mehr, zumindest bis ein, zwei Jahre vor der Trennung.
 
  • #35
@void ;Ich sage nicht, dass man sich in einer Beziehung nicht auch mal auseinandersetzen kann, dass man nicht auch mal wütend oder auch traurig sein kann.
Aber "if it hurts..." verstehe ich so, dass es eigentlich (fast) ständig wehtut. Dass ein Partner eigentlich dauernd eher unglücklich ist und verletzt wird. Nicht nur in einem kurzen Streit. Dass der Partner einen nicht versteht oder nicht verstehen will und man gar keine gemeinsame Ebene hat oder findet.... dass einer von beiden viel mehr liebt als der Andere...
Wobei ich auch schon Beziehungen hatte ganz ohne Streit - wir haben uns nie gestritten.
Männer, die mich nur anhimmeln und auf ein Podest stellen hatte ich eigentlich nie. Solche Männer kann ich nicht ernst nehmen. Mich nervt es, wenn ein Mann mich behandelt wie ein Göttin :)
 
  • #36
Würdet ihr dieses Mantra so unterschreiben - wenn es weh tut, ist es keine Liebe?
Ja, deckt sich mit meinem Verständnis von Liebe und wie ich Partnerschaft lebe(n möchte). Beides beinhaltet für mich, dass ich mit meinem Partner achtsam, respektvoll und liebevoll umgehe. Das schließt verletzende Worte und Verhaltensweisen gänzlich aus, weil es mir ein natürliches Bedürfnis ist, dass es ihm gut geht mit mir, wenn ich ihn liebe. Wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, ist das selbstverständlich, es ist mir ein Bedürfnis. Und dieses Bedürfnis zeigt sich u.a. in friedvoller, achtsamer Kommunikation.

Das Gegenteil wäre Aggression in versteckter oder offen ausgelebter, aktiver oder passiver Form. Ein absolutes no go für mich. Wenn ich mich durch meinen Partner verletzt fühlen würde (und ich meine damit nicht banale Dinge, wie z.B. unabsichtlich erzeugte Gefühle von Verletztheit, weil ich persönlich ein Wort von ihm falsch verstanden habe, was gar nicht verletzen sollte), dann ist das für mich ein deutliches Zeichen, dass die grundsätzliche Basis, die für mich Liebe ausmacht, nicht gegeben ist. Es würde dazu führen, dass meine Liebe abnehmen und relativ schnell ganz versiegen würde.
Beispiel: In meiner Ex-Ehe gab es neben schönen Zeiten immer wieder Krisen, die aus absolut banalen Anlässen regelrecht konstruiert wurden. Aus heiterem Himmel fielen verletzende Worte, gefolgt von lähmender Distanz durch mehrtägiges Schweigen seitens meines Ex-Partners. Derart verletzende Verhaltensmuster entsprechen nicht meinem Verständnis von Liebe. Daran ändern auch überschwengliche Liebesbekundungen nichts. Sowas gehört schnellstens beendet - weil es keine Liebe ist.