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Gast

  • #1

Ich will grad nicht. - Was hat es zu bedeuten?

Normalerweise sagt man ja so schön: Ein Mann, ein Wort. Wie kann man es dann verstehen, wenn ein Mann (nicht direkt zu einer Frau, sondern so ganz alllgemein im Bekanntenkreis) sagt, er will grad keine Frau/Beziehung. Wohlgemerkt, ein Mann mit "traumatischer" Trennungserfahrung, die aber schon etwas mehr als ein Jahr her ist. Will er wirklich nicht? Will er momentan nicht? Ist die Angst bei einem Mann wirklich manchmal so groß vor einer neuen Enttäuschung, dass er jedem weiblichen Wesen aus dem Weg geht oder muss einfach nur die Richtige kommen? Sollte man solchen Männern lieber gar nicht erst begegnen, um sich selbst zu schützen? Wie lange brauchen Männer um solche Erfahrungen zu verdauen? Bei mir selbst würde so ein Satz maximal ein Schutzmechanismus sein nach außen hin, ich würde aber unbewußt schon weiter suchen. Wie ticken da die Männer? Danke schon vorab für die Einblicke in die männlichen Psyche! w
 
  • #2
Na ja, die einfache Antwort ist, dass das in jedem EINZELFALL anders sein wird. Gewiss gibt es Männer, die nach einer traumatischen Trennung wirklich erst einmal für lange Zeit die Schnauze voll haben, umgekehrt gibt es sicherlich auch Männer, die das nur sagen, um eine Begründung für ihr Single-Dasein zu haben. Und ebenso wird es dutzende andere Gründe und Motivationen für so eine Aussage geben.
 
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Gast

  • #3
Natürlich will er. Aber er will nicht irgendeine. Wenn "die Richtige" kommt, ist eh alles egal.
 
  • #4
Was spricht dagegen, den Mann einfach beim Wort zu nehmen: Jetzt, in der Situation, will er gerade keine Frau/Beziehung. Aber wer weiß, in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten, wenn die Richtige vorbei kommt, überlegt er es sich vielleicht anders. Das "grad" in dem Satz hält doch genau diese Hintertür offen.
 
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  • #5
Er will halt DICH nicht!
Solltest du akzeptieren...
Auch Männer sagen gelegentlich Nein! ;-)
 
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  • #6
Liebe FS,
Du willst hören, dass er das so überhaupt nicht meint, dass er in Wahrheit nach einer Beziehung lechzt, wenn auch vielleicht ohne es selbst zu wissen.
Und zwar nach einer Beziehung zu DIR.
Liege ich richtig?

Solange er im Bekanntenkreis von sich aus verkündet, er wolle nicht, dann kannst Du davon ausgehen, dass er schon alleine um sein Wort zu halten ein schwer zu jagendes Wild sein wird.
Wenn er erst ein schlappes Jahr nach einer traumatischen Trennung hinter sich hat ist das im Zweifelsfall so, als wäre es gestern gewesen.
Falls er an die Trennung noch durch monatliche Abbuchungen erinnert wird, dann kannst Du davon ausgehen, dass das die "Trauerzeit" gewaltig verlängert.

Versuch es trotzdem und bring viel Geduld und Frustrationstoleranz mit.
Viel Glück!
 
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  • #7
Danke für die Antworten bisher, bes. #5.
Natürlich will ich das hören, weiß natürlich selber , dass das Unfug ist.
Besonders die "monatlichen Abbuchungen" machen ein Verarbeiten dann wohl etwas schwer.
Langsam glaube ich aber, es gibt fast nur noch diverse Trennungsgeschädigte.
Können Männer mit dieser "Schmach" überhaupt noch einmal unvoreingenommen neu anfangen.


WIE VERARBEITEN MÄNNER SO ETWAS??? Das ist das, was mich am meisten interessiert.


Wie das Frauen machen , weiß ich ja selbst.
Schließlich kann ja eine neue Frau nichts für sein Vorleben.

Die FS
 
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Gast

  • #8
Liebe FS

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du. Ich mag/liebe/begehre einen Typen, der schon sehr lange single ist. Er fährt zwar mit einer seiner Ex-Partnerinnen regelmässig in Urlaub, aber die wohnt etwa 4 Stunden von ihm entfernt und mehr ist da auch nicht, glaube ich fest. Jedesmal, wenn wir uns ein klein wenig näher kommen, habe ich das Gefühl, er blockt ab. Dabei bin ich sicher sein Typ und er mag mich auch sehr, aber er hat meiner Meinung nach grosse Angst vor Bindung und Nähe. Er sagt, "ihm seien einfach Freundschaften wichtig". Mir ja auch, aber das kann doch nicht alles sein, oder?

Ich habe stark den Eindruck, einige Männer verarbeiten solche negativen Erfahrungen GAR NICHT bzw. setzen sich nicht genügend damit (und vor allem mit sich selbst!) auseinander. Ich glaube, dass viele Männer sich lieber in ihr Schneckenhaus zurückziehen, als dass sie einmal wagen würden, ihren berechtigten Schmerz zu fühlen. Würden sie das tun, könnten sie ihn nämlich irgendwann auch loslassen. Das habe ich eben gerade am eigenen Leib erfahren. Es tut eine Zeit lang unheimlich weh, aber wenn man diese Gefühle zulässt, werden sie irgendwann mit den Tränen weggeschwemmt. Verzeihen zu können ist dabei auch ein wichtiger Faktor - hat sehr viel mit Selbstwert zu tun, habe ich gemerkt. Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich - das ist jedenfalls meine Meinung.

Mein Vorschlag: Sag ihm doch einfach mal ganz unverbindlich, was du an ihm magst (das steigert bestimmt seinen Selbstwert!) und dass du dich in seiner Gegenwart sehr wohl fühlst.

Ich wünsche dir viel Glück!
 
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Gast

  • #9
Ich schätze wir Männer verarbeiten es genauso wie Frauen: Jeder anders. Ich habe nach einer gescheiterten Beziehung deutlich länger als "nur" ein Jahr benötigt, bis ich wieder überhaupt wieder vernünftig zu ticken begann. Eine andere hat kaum 3 Monate gebraucht, bis ich darüber hinweg war.

Ich muss da aus eigener Erfahrung #7 zustimmen. Man(n) verdrängt die Wunde bis sie irgendwann aufhört zu bluten, das funktioniert aber bei emotionalen Wunden so nicht. Männer stehen da schnell im Widerspruch zu ihrem Selbstbild und haben oftmals keine Methode zur Hand über eine Erfahrung zu reflektieren und diese zu verarbeiten.

Das ist zu 70% ein hausgemachtes Problem und zu 30% das andersartige soziale Umfeld. Ich konnte damals damit nicht zu meinem besten Freund gehen, der selbst genug Probleme hatte und meine beste Freundin wollte ich zum damaligen Zeitpunkt nicht damit in Verlegenheit bringen. Heute weiß ich, dass diese Einstellung totaler Schwachsinn war und ich meine beste Freundin um ein Gespräch hätte bitten sollen.

Die Anregungen von #7 sind aus meiner Sicht durchaus gut und praktikabel. Wenn Du ihn wirklich etwas aus seinem Trott herausholen willst, würde ich vorschlagen Du lädst ihn z.B. zu einem "männergeeigneten" Film (der Dir auch gefallen könnte) ins Kino ein. Etwas zusammen unternehmen hilft ihm dabei seine Freiheit zu erkennen und öffnet garantiert seine Augen auch ein wenig für das Leben, dass er sonst verpasst.

Viel Glück!
m,34
 
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  • #10
Nochmal die #5...
> Können Männer mit dieser "Schmach" überhaupt noch einmal unvoreingenommen
> neu anfangen.
> WIE VERARBEITEN MÄNNER SO ETWAS???
Gegenfrage: Wie verarbeitest Du so etwas?
Es tut scheisse weh, man fühlt sich verarscht und als ob die ganze Welt, wenn schon nicht über einen lacht, dann zumindest glücklich ist obwohl man sich selbst als einziger Mensch der Erde am liebsten in einem dunklen Loch verkriechen will.
Kein Mensch geht so schnell freiwillig noch einmal das Risiko ein, das wieder zu erleben. egal ob Mann oder Frau. Man wagt sich nur noch langsam und Vorsichtig aus dem Schneckenhaus, bereit, sich sofort schnell wieder zurück zu ziehen.
Wie beim Temperaturfühlen an einer Herdplatte.

Ich finde es zwischenzeitlich immer mehr zum Ko... dass quer duch die Gesellschaft, angefangen von den Schulen Männern systematisch weniger das Rollenverständnis eingeprägt wird, sie dürften keine Gefühle zeigen als vielmehr mit absoluter Selbstverständlichkeit unterstellt wird, sie hätten nicht einmal Gefühle, zumindest keine echten, tiefe.
 
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Gast

  • #11
@9
Du Armer! Das tut mir so Leid für dich!
Ich wünschte, ich könnte dir helfen!
Wenn ich bloß wüsste, wie.
Ich wünsche dir, dass du bald wieder aus deinem Versteck rauskommst
und dass es sich lohnt.
Wie geht's dir denn zurzeit? Liegt das schon länger zurück?
Ich will, dass es dir gut geht!
Ich umarme dich und schick dir positive Gedanken!
Das ist alles so schrecklich.
 
G

Gast

  • #12
#9 Es ist doch sch...egal, was in der Vergangenheit passiert ist, man muss es eben verarbeiten. Ändern kann man es sowieso nicht, oder will man die Betreffenden zur Rechenschaft ziehen? Es gibt Wichtigeres: In erster Linie kann heute jeder froh sein, einen sicheren Job zu haben, der vorerst durch nichts gefährdet ist. (Vorbestraft sein wäre weitaus schlimmer als misslungene Partnersuche.)
Und ansonsten heisst es: Vorwärts sehen. Da hilft kein Rückzug. Wenn die Partnersuche nicht anders möglich ist als über die heisse Herdplatte, muß man sich eben mit den monatlichen Abbuchungen arrangieren. Oder man trifft zufällig den Richtigen, der einem Tipps zur Verarbeitung gibt. Jedenfalls ist die in der Frage gestellt Aussage ziemlich eindeutig.
 
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  • #13
Liebe FS

Nimm es so wie Du es zu verstehen bekommst.
Er will sich nicht binden.
Du bist nur eine Etappe bis die Richtige kommt.
Als Mann finde ich sein Verhalten zum kot.....
Und das allerschlimste daran ist aus meiner Sich das Verhalten vieler Frauen. Sie haben dann oft das Gefühl, sie können ihn dann schon noch bekehren, dass sie die richtigen sind. Lassen sich so viel gefallen, was sie eigentlich nicht zulassen würden.
Und meistens werden sie auch abserviert.

Du hast schon recht mit der Bemerkung, dass es ein Schutzmechanismus ist. Aber es ist in die falsche Richtung.
Er macht das zu seinem Schutz, dass Du ihm das nie vorwerfen kanst, wenn er was anderes ausprobiert. Ein Seitensprung lässt sich damit erklähren, dass er immer gesagt hat, dass er sich nicht binden will.
 
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  • #14
Hallo,FS Denke Mann verarbeitet es schon unterschiedlich,wie ist die Trennung abgelaufen,ist Mann noch "zahlendes Mitglied",wie tief sitzt der Stachel..Ich bin sehr vorsichtig geworden mit meinen Äusserungen,betrachte mein Gegenüber mit Skepsis,versuche Ihre Gedanken/Äusserungen zu verstehen.Wenn Du ein bischen Feingefühl für Ihn entwickeltst,rede mit Ihm UND ICH MEINE REDE MIT IHM.Mann wird dadurch vielleicht mehr zum Kopfmensch,da er denselben "Fehler" nicht noch einmal braucht.Es dauert einfach und vielleicht bist Du für Ihn,nicht die richtige aber Du hilfst Ihm sich mit seinen Ängsten/Bedenken usw.auseinanderzusetzen.Wenn Du ehrliches Interesse an Ihm hast,sehr viel Arbeit für Dich.

M(45) der langsam wieder Boden unter die Füße bekommt.
 
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  • #15
Ich kann mich eigentlich nur der #4 anschließen: dieser Mann hat vermutlich gemerkt, daß Du ein Auge auf ihn geworfen hast, er aber kein Interesse an Dir hat und deshalb im Freundeskreis (damit es v.a. auch DU mitkriegst) verbreitet, daß er sich nicht binden will. Wenn ein Mann in Gegenwart einer Frau sagt, er will sich nicht binden dann heißt das auf 'Männerdeutsch' schlicht und ergreifend, daß er sich mit besagter Frau NICHT binden will. Aber Du hast ja schon genügend Kommentare bekommen, die Dir das 'schönreden' also träum weiter und hol Dir eine blutige Nase. Über die Schönrederei vieler Frauen kann ich nur noch ungläubig den Kopf schütteln. Kein Wunder wenn kein Mann Lust hat, sich an so jemanden zu binden. Viele Probleme zwischen Männern und Frauen gäbe es gar nicht, würden die Frauen einfach mal genauer hinhören, was man(n) zu ihnen sagt antstatt das Gesagte hinterher zu tot zu analysieren um letztendlich sich alles so hinzudrehen wie sie es gerne hätten und dann aber hinterher jammern warum es nicht läuft.

M, 36
 
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Gast

  • #16
Nochmal danke für die zum Teil ehrlichen Antworten , bes. der Männer.

Werde mich als Mensch "anbieten" und VERSUCHEN mir keinerlei speziellen Hoffnungen zu machen.
Mal sehen, ob ich das kann. Und als Übergangsfrau möchte ich ja auch nicht enden.
Nach anderen Männern zu schauen ist aber auch nicht so momentan mein Wunsch.

Ich werde es mir mantramäßig öfter sagen, dass er nicht mich als Frau will. Vielleicht entkrampft das ein wenig die Situation. Aber doof ist es allemal, weil (wie ich schon schrieb) mir permanent solche Exemplare begegnen.

Mit 20 war das alles schöner, weil unverkrampfter.

Die FS.

P.S. an die #14: das , was du geschrieben hast, nehme ich mir an. Ich sagte ja schon in der Frage: Ein Mann, ein Wort. Wird wohl was dran sein. ;-((
 
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Gast

  • #17
...Oder er redet von Beziehung, weiler weiss, Frau lässt sich nicht auf eine Affäre ein, tobt sich an Ihr aus, schiesst Sie ab , wenn "Besseres", im Hintergrund ist und sagt Dir dann, Du hättest als Frau nicht gereicht. Komisch nur, wenn er über ein Jahr das Gegenteil verbal bekundet hat.... Einige Männer ( Damen), therapieren sich gerne so, dass sie sich von einem Bett ins nächste bu....en...UND dabei,ihre gescheiterte Ehe verarbeiten UND auf angenehme Weise herausfinden, welchen Frauentyp, sie denn nun eigentlich wollen, vielmehr nicht wollen. Das wird gern als beziehung dargestellt, Frau, weiss-nachdem Sie abgeschossen wurde, es war nur Spass und ne kleine, unverbindliche Affäre... Frau, landet durch dieses Trauma, auf der Couch beim Therapeuten, Männe legt die nächste flach und baut so sein ramponiertes Selbstwertgefühl wieder auf. Der Schaden, den das hinterlässt, interessiert ihn wenig.... Jetzt fragt mich nicht, ob ich frustriert bin. NE, absolut nicht:-(( Leider 2 mal erlebt.... Das mal zum will mich nicht binden....Leider so erlebt und mit diesem Mann, war ich nicht nur ein paar Monate "zusammen".... Inzwischen gabs 4 weitere "Nachfolgerinnen, die auch wieder nicht richtig sind, weil Mutti war die Beste...Leider hat sie ihn nur entsorgt und der Lover ist gleich eingezogen... Ich würd mal sagen, der lässt seinen Schmerz an Frauen aus, die nichts für seine Vergagenheit können und verarbeitet eben diese auf so eine kranke, rücksichtslose Art... Also, geh mit ihm ins Kino, Freundschaftschiene, nur nie ind Bett:))
 
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  • #18
@16
Was hat denn DEINE spezielle Geschichte hier mit der Fragestellung zu tun??
Oder wolltest einfach mal nur Dampf ablassen, weil DIE Männer so schlecht sind??
 
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  • #19
@16 netter versuch uns hier deine geschichte unterzujubeln, passt aber nicht zur frage ;-) reite woanders darauf rum und finde jemanden der sich den schuh anzieht. das kommt mir ja vor wie im altenheim, wo die alten auch immer wieder dieselben geschichten aus der vergangenheit erzählen. (meist hört dort aber keiner zu, weil das pflegepersonal mit wichtigeren dingen beschäftigt ist.)

zur frage: ich will grad nicht sind vier worte. und die bedeuten: ich will grad nicht. so einfach ist das.
wer dahinter irgendwas anderes vermutet, kann sich gleich ein trebuchet ausdenken oder sich ne katze kaufen. oder einen hund. oder versucht es mal mit gfk (gesellschaft für konsumforschung). oder mach entspannungsurlaub im kloster. oder versuch's mal mit einer anderen haarfarbe. oder mach ne diät. oder hilf den kindergärtnerinnen beim waldausflug die horde in schach zu halten. mach irgendetwas, was dir gut tut. manchmal dauert es länger, einen einfachen sachverhalt zu verstehen, kostet zeit und energie. aber der effekt am schluss ist ein knaller, wenn man es erst mal begriffen hat ;-) wirst sehen. kopf hoch. alles gute.