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Gast

  • #1

Ich hasse Dich sind die ersten Worte die ich höre !

Ich bin seit 25 Jahren mit meinem Mann zusammen (Kinder/Haus/Enkelkinder usw...)
Doch seit ca. 7 Jahren ist es sehr sehr schwer für mich, denn alles was ich von ihm höre, sind Wörter unter der Gürtellinie und tiefste Verachtung bis hin zu Wutausbrüchen und manchmal auch noch schlimmer! Alles was ich mache und tu ist falsch, schlecht!
Ein junger Mensch geht und läßt alles hinter sich - doch das ist bei uns anders - diese 7 Jahre (Schlaganfall) hat alles verändert - keine netten Worte - kein schön, daß du da bist - 2 mal im Jahr eine Karte wo draufsteht "Ich hab dich sehr lieb" aber ich hab auch meine Enklelkinder sehr lieb = nein ich würde sagen "Ich liebe sie".

Mein Mann sagt und läßt es mich auch nie spüren = im Gegenteil wenn wir bei gemeinsamen Freunden sind, macht er mich immer schlecht und spricht persönliche Dinge an, die mich sehr verletzen. Er versucht immer mich in einem schlechten Licht darzustellen zB. meine Frau schnarcht so laut, daß ich sie vom Ehebett raußschmeißen muss. Ich bin schon soo verletzt, daß ich alles was wir gemeinsam aufgebaut haben, in Frage stelle.

Was soll ich nur tun?

(Mod: editiert)
 
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  • #2
Deine Kinder sind wohl schon gross denn du hast bereits Enkelkinder.
Rede mit deinen Kindern und rege an ob du dort unterkommen kannst - zumindest vorüber gehend bis du was eigenes hast.
Es gibt keinen Grund bei einem Scheusal zu bleiben.
Meine Eltern haben sich nach 30 Jahren getrennt und wir Kinder haben unsere Mutter auch dabei unterstützt denn es war unerträglich.
w, 41
 
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  • #3
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hatte dein Mann vor 7 Jahren einen Schlaganfall und seither wird der Umgang mit ihm immer liebloser, sogar bedrohlicher für dich. Dann hast du bereits sehr lange und sehr viel ausgehalten!
Seine Krankheit ist jedoch kein Freibrief für ihn dich dermaßen schlecht zu behandeln! Im Gegenteil, er müsste zutiefst dankbar dafür sein, dass du ihn nach diesem Schicksalsschlag nicht verlassen hast. Es ist nämlich heutzutage durchaus keine Selbstverständlichkeit mehr, einem Menschen auch in schlechten Zeiten beizustehen.
Suche das Gespräch mit ihm, sachlich, er muss spüren das es dir Ernst ist, mache ihm deutlich, dass du so nicht mehr weiter mit ihm kannst und auch nicht willst!
Wenn das nichts fruchtet, dann ziehe die Konsequenzen, d. h. du solltest ihn verlassen, umgehend. Lasse dein Leben nicht von ihm komplett zerstören.
Was sagen denn deine Kinder dazu? Kläre sie auf falls sie gar nicht wissen was bei euch in der Ehe seit Jahren passiert.
Du hast lange genug bewiesen, dass du eine verlässliche Partnerin bist. Doch nun ist es genug. Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Falls er im Alltag Hilfe benötigt , möge er sich diese kaufen.
Denke jetzt nur noch an dich, andernfalls bestünde die Gefahr, dass du selber krank wirst!

Alles Gute für dich.
 
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  • #4
Du schreibst ziemlich unverständlich!?
Aber wenn dein Mann sich seit dem Schlaganfall so verändert hat, dann sollte er vielleicht mal einen Arzt aufsuchen!?
Ansonsten weiß ich nicht, was Dich bei so einem Mann noch hält!?
Die finanzielle Sicherheit?
Ich würde mich zumindest vorübergehend von ihm trennen, wenn es nicht medizinische ursachen hat, dass er so verändert ist - aber selbst dann: Du hast nur 1 Leben und bist seine FRAU. Als solche solltest Du dich auch fühlen dürfen.
Was sagt er denn darauf, wenn du ihm sagst, dass dich das verletzt?

w,40
 
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  • #5
Liebe FS,

hast du dir schon mal überlegt, dir prof. Hilfe zu suchen, deinem Mann Grenzen zu setzen bzw. zu recherchieren, ob sein Verhalten mit dem Schlaganfall zu tun haben können?

Auf keinen Fall würde ich mir das Verhalten gefallen lassen?

Ziehe aus, es muss ja Möglichkeiten geben, erst mal woanders unterzukommen.

Schreibe deinem Mann einen Brief, konfrontiere ihn mit seinem Verhalten, zeige Konsequenzen auf und halte sie dann aber auch ein. Hole dir gute Hilfe und Unterstützung damit du emotional stark bleiben kannst.

Notfalls musst du dich trennen und scheiden lassen. Aber nie und nimmer darf ein Mensch, egalo ob Mann oder Frau auf Dauer respektlos behandeln lassen.

w 48
 
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  • #6
Ich finde es toll, dass du deinen Mann nach seinem Schlaganfall nicht im Stich gelassen hast.

Seine Situation gibt ihm kein Recht sich so respektlos dir gegenüber zu verhalten. Niemand muß bei einem Menschen bleiben, der einem absichtlich das Leben zur Hölle macht. Das mußt du nun auch nicht nur Anstandshalber, aufgrund seiner Krankheit.

Sage ihm in einem ruhigen Gespräch ganz klar und deutlich, dass du bei der nächsten Respektlosigkeit dir gegenüber dich trennen wirst, dass seine Situation ihm NICHT das Recht gibt dich wie Dreck zu behandeln.

Ihr habt euch bei der Heirat beide für die Zeit der Ehe gewisse Dinge verspochen.
"In guten wie in schlechten Tagen" - du hast dein Versprechen gehalten nach seinem Schlaganfall.

"...sie zu lieben und zu ehren..." er bricht sein Eheversprechen seit Jahren.

Du mußt dich nicht dafür schämen, wenn du gehst, weil ER sich nicht mehr an sein damals gegebenes Versprechen hält. ER muß sich schämen, weil er die Ehe bewußt mit seinem respektlosen Verhalten dir gegenüber zerstört.

Mach ihm das klar, und dass er nicht ewarten kann, das du dich weiterhin an dein gegebens Versprechen von damals hältst, während er seines schon lange nicht mehr Ernst nimmt.

Ist er uneinsichtig und ändert sein Verhalten nicht, dann gehe!
Du hast nur dieses eine Leben, und niemand muß sein eigenes Leben und sein eigenes Glück für einen undankbaren Tyrannen opfern!

w,43
 
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  • #7
Ist doch wie bei den Kindern, einfach Grenzen setzen.

Wenn ich meinem Partner nicht sofort sage, halt stopp so wird mit mir und über mich nicht geredet, macht er weiter damit. Klar er sieht das ja als ganz normal an, schließlich ist da niemand, der ihn mit KLAREN WORTEN unterbricht, also weitermachen wie bisher ist bei ihm angesagt. Kinder praktizieren das auch ganz gut, bei ihnen steckt aber weniger Bosheit dahinter, eher Unkenntnis.

Liebe FS, ich wünsche dir die Kraft, beim nächsten Angriff, sollte er auch noch so harmlos sein, SOFORT dagegenzuhalten; probiere es doch aus in Rollenspielen, mit Kindern, Freundinnen, oder noch besser, vertrau dich Psychologin an, gehe es mit ihr durch.

Alles alles gute, aller Anfang ist schwer, danach wird es eine Wende geben 1000%ig, mit Sicherheit wird sich noch vieles mehr zum Guten wenden, spreche aus psychologischer Erfahrung.

w43J.
 
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  • #8
Liebe Fragestellerin,
eine Frau, die sich nicht traut, könnte man oberflächlich deine Situation beschreiben. Aber so einfach ist das leider nicht.

Du bist nicht alleine, die in der schon stereotypischen Situation steckt. Die Demütigungen (meistens aber nur in einem ungebildeten Milieu) erleben viele Frauen, vielleicht nicht in so reifem Alter wie du, sondern viel früher. Was passiert in so einer Familie?

Der Mann ist mit sich selbst unzufrieden, könnte sich gar als ein Versager fühlen. Ihm fällt es aber schwer, sich das bewusst zu machen. Was macht er stattdessen? Er lenkt von seiner „mit sich selbst unzufriedenen“ Person ab, indem er seine Frau schlecht macht: „Du kannst das nicht. Du bist zu dumm dafür.“ etc. Wenn die Frau es zulässt, macht er weiter, indem er in der Öffentlichkeit seine Frau demütigt. Genau das, was du beschrieben hast. Das ist das eine. Das andere ist, dass er ein Zielobjekt sucht, auf das er die Schuld seines schlechten Wohlbefindens übertragen kann. Und das ist natürlich wieder die Ehefrau. Jetzt spricht er nicht nur die Erniedrigungen aus, sondern er glaubt daran, was er sagt. Er hört auf, eigene Frau zu respektieren. Was macht die Frau?

Am Anfang nimmt sie die „Kritik“ ihres Mannes ernst. Sie versucht ihn zufrieden zu stellen. Später fängt sie an, zu glauben, was ihr Mann über sie erzählt. Die Frau verwandelt sich zu einem Häufchen Elend und traut sich nichts mehr zu. Meistens ist sie nicht mehr in der Lage, sich gegen den eigenen Mann zu wehren oder ihn zu verlassen. Stillschweigend erduldet sie weitere Demütigungen. (oft verbunden mit körperlichen Aggressionen seitens des Mannes). Wie läuft es weiter?

Irgendwann kommt ein Zeitpunkt, wo die Frau nicht mehr kann. Und an dem Punkt bist du angelangt. Einer jüngeren Frau mit Kindern würde ich ein Frauenhaus vorschlagen. Dir empfehle ich, ihn so schnell wie möglich zu verlassen. Frage bitte deine Kinder, ob sie dich unterstützen könnten. Wenn dein Mann von selbst die Einsicht nicht gewinnt, dass sein Verhalten menschenunwürdig ist, wirst du ihn auch nicht ändern können. Wenn du bleibst, wird er weiterhin auf deiner Würde herumtrampeln, bis du innerlich komplett zerstört wirst. Dir Alles Gute.
 
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  • #9
Könnte sich die FS bitte noch mal melden und klar stellen, wer von beiden einen Schlaganfall hatte.
Und die Worte "ich hasse dich" - waren in welcher Situation die ersten Worte?

Grundsätzlich solltest Du dir überlegen, ob du den Rest deines Lebens so (und noch schlimmer) verbringen möchtest. Nein? Dann ist es eine berechtigte Option den hassenden Störenfried aus deinem Leben zu entfernen. Das ist natürlich unterschiedlich schwer. Je nachdem wer von euch unter den Folgen des Schlaganfalls leidet.

Du magst das Leben, welches ihr Euch aufgebaut habt. Du hegst und pflegst deine Familie, euer Zuhause, deinen Mann und euren Freundeskreis.

Wenn dein Mann nur noch seinen Sinn des Lebens darin findet alles kaputt zu machen, dann muss ER gehen.

m
 
  • #10
Bei meinen Eltern war es genauso. Mein Vater äußerte sich herablassend gegenüber meiner Mutter im Beisein anderer. Ich habe es gehasst! Ich konnte ihn dann nicht leiden, weil er so peinlich war. Ich konnte sie dann nicht leiden, weil sie es sich hat gefallen lassen. Ich war dann richtig wütend. Besonders auf sie. Denn immer habe ich von ihr auf ein So-sprichst-du-nicht-mit-mir! gewartet - selbstverständlich vor allen anderen. Ich denke, andere empfanden ebenso.

Liebe FS, dein Aushalten machst dich lächerlich.
Dein Mann findet dich blöd? Niemand zwingt ihn, mit dir zusammenzusein.
Du willst so nicht behandelt werden? Niemand zwingt dich, es zuzulassen.
 
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  • #11
Liebe FS, dein Aushalten machst dich lächerlich.
Dein Mann findet dich blöd? Niemand zwingt ihn, mit dir zusammenzusein.
Du willst so nicht behandelt werden? Niemand zwingt dich, es zuzulassen.
Das ist leicht zu sagen, wenn man noch nie in so einer Situation war. Mein Mann hat das auch gemacht und ich habe vor Freunden nichts gesagt, weil ich einfach nicht den Abend ruinieren wollte. Ich hab es ihm dann hinterher gesagt.
Solche Menschen müssen einen klein halten, weil sie insgeheim wissen, dass man selber gar nicht so klein ist. Normalerweise müsste ein liebender Partner dich groß machen, dich loben, dir ein gutes Gefühl vermitteln. Deiner will dich aber klein halten, dein Selbstbewusstsein schmälern, weil er sich eigentlich selber niedrig fühlt.
Das Dumme ist, dass man nach einer gewissen Zeit selber anfängt, an sich zu zweifeln, sich schlecht oder unsexy zu fühlen ... oder dumm oder minderwertig. Ein Teufelskreis.
Durchbrich ihn!
Rede mit ihm - ernsthaft! Und macht eine Paartherapie, um aus solchen Verhaltensmustern rauszukommen.
Allerdings braucht dein Mann - nach Abklärung medizinischer Ursachen - erst mal einen Schuss vor den Bug!
Übrigens würde ich IHN rausschmeißen! Wieso sollst du gehen, wenn ER sich daneben benimmt?

W,40
 
  • #12
Bei Männern ist solche Aggressivität oft Zeichen von Depression. Wenn sie sich körperlich unterlegen fühlen und nicht mehr der Hirsch wie früher sind, projizieren sie ihren selbstbewußtseinsplanierenden Makel auf die Partnerin. Das ist wahrscheinlich der Mechanismus, der auch bei euch dahinter steckt.
Trotzdem ist das kein Freibrief, dich so zu behandeln. Das Problem ist nur, wenn du gegenhältst, schraubt sich die Spirale höher, du wirst noch mehr Aggressionen provozieren, weil er sich noch unterlegener fühlt.
Eine klare Ansage: Du macht das und jenes nie wieder! Oder nenn mich nicht... ! Und zwar sofort, in der entsprechenden Situation, egal wie viele Leute dabei sind. Später alte Sachen auf einem Haufen rauszuholen, geht garnicht.
Manchmal hilft es, mit Konsequenzen zu drohen - und diese dann aber auch zu ziehen. Manchmal hilft spacen. Das heißt, die Bühne seiner Selbstdarstellung zu verlassen. Schenke ihm keine Aufmerksamkeit, geh weg, laß alles liegen, geh erstmal spazieren etc.
Aber in der Regel helfen weder Paartherapie noch tausenderlei Tricks. Solche mental völlig zerfressenen Menschen haben doch gar kein Interesse daran, sich zu ändern, solange der andere mit im Spiel ist.
Meist kommt das Heulen und Zähneklappern, wenn sie verlassen sind.
Ich kenne das in zwei Fällen in meinem Bekanntenkreis. In einem wusste der Mann, dass er die Beziehung zerschlägt, die für ihn ein Sechser im Lotto war, im anderen Fall war die Frau so in einen Teufelskreis von beruflichem Scheitern, Alkohol und beginnener Taubheit gefangen, daß sie es erst kapiert hatte, als er auszog.
 
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  • #13
Ich glaube, dein Mann will Dich rausekeln. Kann sein, dass er sich durch den Schlaganfall psychisch verändert hat und mit der Situation nicht zurecht kommt, aber wie schon hier geschrieben wurde, ist das kein Freibrief für sein ungeheuerliches Verhalten. Ich kann mir schon vorstellen, wie schwer die Situation für Dich ist, nach so langer Zeit mit ihm.

Hast Du denn schon mit Deinen Kindern darüber gesprochen, hast Du einen guten Draht zu ihnen? Gibt es für Dich die Möglichkeit, vorübergehend woanders unterzukommen? Vermutlich fehlt dir momentan das Selbstbewusstsein, dich zu trennen, weil Dein Partner Dich klein macht, FS. Aber mobilisiere Deine Kräfte und trenne Dich, wenn auch ggf. vorübergehend und habe keine Angst, wenn er Dir ein schlechtes Gewissen einredet "meine Frau verlässt mich kranken Mann".

w
 
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  • #14
Passe einen günstigen Moment ab und sage ihm möglichst neutral, wie es in dir aussieht, ohne ihm Vorwürfe zu machen, etwa: Du verletzt mich sehr mit deinen Äußerungen und ich möchte so nicht mit dir weiterleben.
Dann kannst du ihm klarmachen, dass er sich entweder ändern muss oder du ihn verlässt. Du musst nicht bei ihm bleiben, wenn er sich dermaßen respektlos dir gegenüber verhält. Er hat Probleme, die er an dir abreagiert. Am besten, er sucht sich eine Therapie und arbeitet an sich. Andernfalls ist nicht mit Besserung zu rechnen. Auf alle Fälle solltet ihr klären, inwiefern da noch Liebe ist und ob ihr euch eine gemeinsame Zukunft vorstellen könnt. Aber Vorsicht: Männer, die fürchten, verlassen zu werden, sind zu allem in der Lage, vor allem zu Besserungsgelöbnissen, Liebesschwüren und ähnlichem. Du musst schon ganz genau hinhören und hinschauen, aber du kennst ihn ja sehr gut und wirst ihn einzuordnen wissen.
Mache dir auch selbst klar, ob du das Leben mit ihm, wie es jetzt ist, verdient hast. Schließlich kümmerst du dich um ihn, ohne Anerkennung von ihm zu erhalten, im Gegenteil, er macht dich noch nieder. Wahrscheinlich hilft hier nur die Flucht nach vorne, aber das wird dir guttun und dir ungeahnte Kräfte verleihen. Leg los!
 
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  • #15
Du willst es nicht wahrhaben, aber dein Mann liebt dich nicht mehr! 25 Jahre sind eine lange Zeit. Möchtest du dich denn nicht trennen? Eine andere Möglichkeit gibt es wohl nicht, außer kommentarlos nebeneinander herleben, bis man tot ist. Für manche ist das auch ein Lebensziel - meins wärs nicht. Man hat nur ein Leben, das sollte man gut auskosten und sich nicht beleidigen lassen, schon gar nicht von einem respektlosen Partner. Das zeugt sonst von Minderwertigkeitskomplexen und hoher Abhängigkeit. Beides etwas, dass die Persönlichkeit verkümmern läßt.

Vielleicht würde er gerne gehen, kann es aber nicht mehr, weil er aufgrund seiner Krankheit/Pflegebedürftigkeit nun bis zum Lebensende an dich gebunden ist. Das macht ihn sicherlich zornig, depremiert, deppressiv, aggressiv, er hat keine Lebensziele mehr, kann nicht mehr eigenständig entscheiden und handeln und merkt seine körperlichen, mentalen und nund auch handlungsfähigen Grenzen und ist nun an einem Punkt angekommen, wo er merkt, er kommt nicht mehr weiter, und dazu wird er wahrscheinlich nur noch umtütelt von dir, was er vermutlich auch nicht mag. Viele Männer möchten das nicht, dass die Partnerin sich wie eine fürsorgliche Mutter verhält. Das degradiert die Ehefrau zur Schwesterfigur und man hat auch nie wieder die Chance, jemals wieder aufzusteigen - zumindest nicht im realen Leben, nur im Liebesroman.

Ich kenne diese "ich hass dich" Trotz-Reaktion von jugendlichen und erwachsenen Kindern, die sich solangsam mal abnabeln möchten von ihrer klammernden Mutter, aber es doch nicht schaffen, weil man aufeinander sitzt und keine Möglichkeiten hat, zu gehen.
 
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  • #16
Liebe FS
Hier schreibt eine Frau, welche das gleiche erlebt hat. Ich war 16 Jahre verheiratet und knapp 40 Jahre alt, als mein Mann, jetzt Exmann einen schweren Schlaganfall erlitt.

Seitdem ist er linksseitig gelähmt. Er hat sich sehr sehr verändert, und die Situation war extrem schwierig für mich, zumal wir noch ein Kind von 9 Jahren hatten.

Die von dir beschriebenen Situationen kenne ich sehr gut. Dafür konnte ich ihm alles hinterher räumen (er ist ja krank und kann nicht = seine Worte)....
Dann war er auch immer sehr traurig, was ich verstehen kann, dann wieder aggresiv.

Um es auf den Punkt zu bringen, nach 3 Jahren hatte ich ein Burn-out (gewaltige Depression) und habe mich darauf hin entschieden, meinen Weg alleine weiterzugehen.

Der Entscheid ist mir äusserst schwer gefallen, ihn zurückzulassen, und tut mir heute noch manchmal weh. Die Erinnerung an unser gutes Leben und was davon übrig ist....

Seit 5 Jahren bin ich nun mit meinem Sohn ausgezogen, habe mich ins Berufsleben zurückgebracht, einen tollen Job und seit knapp 2 Jahren einen neuen Partner.

Ich denke, ich habe mich "gerettet" und hatte auch ein Anrecht, dass ich noch was vom Leben habe.

Ich wünsche dir viel Glück, Kraft und dass du deinen persönlichen Weg findest.

Lg
 
G

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  • #17
@FS:

Wie alt bist du?

Du sollst gehen und ein neues Leben anfangen.
Plane es sorgfältig und im Stillen und zieh es dann durch.

Willst du dich ewig schlechtmachen lassen und leiden oder ein schönes neues Leben beginnen?
Der Gedanke und die Ungewissheit machen Angst, ja. Aber SO wie du jetzt lebst gehts ja wohl auch nicht, da gehst du kaputt. Auf Veränderung zu hoffen kannst du vergessen denn dein Mann wird sich wohlkaum wieder in einen liebevollen Süßholzraspler verwandeln. Es wird nicht mehr wie früher, sorry. Er hat keinen Respekt vor dir, er verdient dich nicht.
 
M

Mooseba

  • #18
Er hasst sich und fühlt sich schuldig, dass er viel falsch gemacht hat, was zu seinem Schlaganfall geführt hat. Und es ist leider typisch Mann, dass er Schuld und Hass auf anderen ablädt. Aber das musst du dir nicht gefallen lassen. Er gehört in eine Therapie. Setz ihm die Pistole auf die Brust.

(m,30)
 
G

Gast

  • #19
Du willst es nicht wahrhaben, aber dein Mann liebt dich nicht mehr! 25 Jahre sind eine lange Zeit. Möchtest du dich denn nicht trennen? Eine andere Möglichkeit gibt es wohl nicht, außer kommentarlos nebeneinander herleben, bis man tot ist. Für manche ist das auch ein Lebensziel - meins wärs nicht. Man hat nur ein Leben, das sollte man gut auskosten und sich nicht beleidigen lassen, schon gar nicht von einem respektlosen Partner. Das zeugt sonst von Minderwertigkeitskomplexen und hoher Abhängigkeit. Beides etwas, dass die Persönlichkeit verkümmern läßt.

Vielleicht würde er gerne gehen, kann es aber nicht mehr, weil er aufgrund seiner Krankheit/Pflegebedürftigkeit nun bis zum Lebensende an dich gebunden ist. Das macht ihn sicherlich zornig, depremiert, deppressiv, aggressiv, er hat keine Lebensziele mehr, kann nicht mehr eigenständig entscheiden und handeln und merkt seine körperlichen, mentalen und nund auch handlungsfähigen Grenzen und ist nun an einem Punkt angekommen, wo er merkt, er kommt nicht mehr weiter, und dazu wird er wahrscheinlich nur noch umtütelt von dir, was er vermutlich auch nicht mag. Viele Männer möchten das nicht, dass die Partnerin sich wie eine fürsorgliche Mutter verhält. Das degradiert die Ehefrau zur Schwesterfigur und man hat auch nie wieder die Chance, jemals wieder aufzusteigen - zumindest nicht im realen Leben, nur im Liebesroman.

Ich kenne diese "ich hass dich" Trotz-Reaktion von jugendlichen und erwachsenen Kindern, die sich solangsam mal abnabeln möchten von ihrer klammernden Mutter, aber es doch nicht schaffen, weil man aufeinander sitzt und keine Möglichkeiten hat, zu gehen.
Da schreibt jemand genau wie es auch meinem Mann scheinbar geht. Nur leider ist er nicht bereit eine Therapie zu machen er blockt alles ab und ich kann zusehen wo ich bleibe. Meiner Meinung nach hilft dann wirklich nur noch eine Trennung. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende
 
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Gast

  • #20
Bei Männern ist solche Aggressivität oft Zeichen von Depression. Wenn sie sich körperlich unterlegen fühlen und nicht mehr der Hirsch wie früher sind, projizieren sie ihren selbstbewußtseinsplanierenden Makel auf die Partnerin. Das ist wahrscheinlich der Mechanismus, der auch bei euch dahinter steckt.
Trotzdem ist das kein Freibrief, dich so zu behandeln. Das Problem ist nur, wenn du gegenhältst, schraubt sich die Spirale höher, du wirst noch mehr Aggressionen provozieren, weil er sich noch unterlegener fühlt.
Eine klare Ansage: Du macht das und jenes nie wieder! Oder nenn mich nicht... ! Und zwar sofort, in der entsprechenden Situation, egal wie viele Leute dabei sind. Später alte Sachen auf einem Haufen rauszuholen, geht garnicht.
Manchmal hilft es, mit Konsequenzen zu drohen - und diese dann aber auch zu ziehen. Manchmal hilft spacen. Das heißt, die Bühne seiner Selbstdarstellung zu verlassen. Schenke ihm keine Aufmerksamkeit, geh weg, laß alles liegen, geh erstmal spazieren etc.
Aber in der Regel helfen weder Paartherapie noch tausenderlei Tricks. Solche mental völlig zerfressenen Menschen haben doch gar kein Interesse daran, sich zu ändern, solange der andere mit im Spiel ist.
Meist kommt das Heulen und Zähneklappern, wenn sie verlassen sind.
Ich kenne das in zwei Fällen in meinem Bekanntenkreis. In einem wusste der Mann, dass er die Beziehung zerschlägt, die für ihn ein Sechser im Lotto war, im anderen Fall war die Frau so in einen Teufelskreis von beruflichem Scheitern, Alkohol und beginnener Taubheit gefangen, daß sie es erst kapiert hatte, als er auszog.
Das kenne ich nur zu gut. Bei uns ist die Situation die gleiche und genauso geht es bei uns ab. Kann dem vorangegangenen Schreiben 100% zustimmen leider. Es ändert sich nichts im Gegenteil es wird immer schlimmer
 
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Gast

  • #21
Ich würde mich gar nicht so lange demütigen lassen. Bei so einem Satz wäre ich weg, soll der Mann doch selber sehen wie er alleine zurecht kommt... und weißt du was... solche Männer kommen hinterher sogar noch angekrochen, weil sie alleine doch nicht leben können!
 
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Gast

  • #22
25 Jahre hin oder her....das gibt einem immer noch nicht das Recht, seinen Partner wie Dreck zu behandeln und derart ausfallend und respektlos zu werden.

Das ist allerdings das, was ich an den meisten Müttern und Frauen verachtet - dass sie immer so derart aufopferungsbereit sein wollen und um jeden Willen ein Familienleben instant halten, das schlichtweg nicht mehr zu retten ist. Das ist einfach überflüssig! Man kann nicht alles retten und reparieren, was schon lange kaputt ist!
Ich weiß, das willst du alles nicht hören, so ist es aber leider! Du kannst ja die nächsten 25 Jahre noch so weiter leben, mit schwerwiegenden Folgen für deine Kinder und Enkel.

Wenn du nichts dramatisch änderst, dann sorgst du dafür, dass dieser Kreis von Disharmonie sich jeden Tag weiterdreht,,, das springt auch auf deine Kinder, Enkel, zwischen Geschwistern, Schwiegereltern und anderen Familienangehörigen über und "vergiftet" sozusagen die gesamte Atmosphäre in der gesamten Familie und sorgt für Hass, Abneigung, Ablehnung, Streitereien, Lapalien oder letztendlich auch Gewalt.