• #1

Ich bin am Ende - Wer hat einen Rat?

Hallo. Sicherlich kann mir niemand hier helfen, trotzdem muss ich mich irgendwo mal auslassen, weil ich niemand habe mit dem ich reden kann.

Ich bin 39 w seit 14 Jahren verheiratet. Unsere Ehe läuft nicht gut, und das schon seit bestimmt 12 Jahren. Gleich nach der Hochzeit war ich schwanger nach der Geburt habe ich meinen Job aufgegeben, weil wir umgezogen sind und ich auch in der Arbeit sehr unglücklich war. Am Anfang war natürlich alles noch ok. Aber es hat sich da schon rausgestellt, dass mein Mann nie Zeit hatte. Erst war da Studium was ich verstand. Danach der neue Job in den er sich einarbeiten musste. Auch wieder 1 Jahr. Danach Aufbauschulungen um mehr in der Arbeit machen zu können. Auch da gingen wieder Jahre ins Land. Als das alles vorbei war, hat er angefangen Englisch Duden zu lernen. Danach Bücher über Führungsqualitäten. Er war praktisch nie bei uns. Nach dem 2. Kind hat es angefangen dass wir getrennt geschlafen haben. Zunächst wegen der ruhigeren Nächte mit Baby. Aber als ich dann wieder mit ihm in einem Bett war konnte ich nicht mehr richtig schlafen. Wir haben uns für getrennte Betten entschieden. Das ging ganz gut. Bis er angefangen hat nun noch mal ein Studium zu machen. Jetzt schlafen wir nicht mehr in einem Zimmer. Er lernt im Keller. Steht sehr früh auf lernt vor der Arbeit. Kommt nach hause lernt wieder. Er wacht nachts um 3 uhr auf lernt. Ich war das ganze Jahr mit den Kindern alleine im Urlaub. Wir haben einen Dauerstellplatz mit Wohnwagen.

Er sagt er sei bald fertig. Aber ich habe mich so von ihm distanziert, dass er mir fremd ist. Wenn er da ist ertrage ich ihn nicht mehr. Wir streiten dann. Es kam auch schon zu Handgreiflichkeiten. Ich kann nicht weg, weil ich keinen Job habe. Wir wohnen mit meinen Eltern im Haus. Die von uns abhängig sind. Sie verlieren sonst ihre Wohnung.

Aber jetzt kommt es noch schlimmer. Ich habe mich verliebt. Der Mann weiss es nicht. Er hatte ernstes Interesse. Aber ich konnte trotz alledem nichts mit ihm anfangen, weil ich mit dem schlechten Gewissen nicht leben könnte. Weiss jetzt auch nicht wie ich diesen Mann je wieder finden soll. Ich fühle mich seit langer Zeit so schlecht. Weiss nicht ein noch aus. Am liebsten würde ich tot umfallen, weil ich so nicht weiterleben kann. Fühle mich allein, kann aber nichts dagegen unternehmen. Auch fühle ich mich in dem Ort in dem ich lebe nicht heimisch. Habe oft schon darüber nachgedacht mir das Leben zu nehmen. Zumindest würden alle anderen alles so behalten können. Ich kann einfach nicht mehr. Tut mir leid wegen dem langen Text.
 
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  • #2
Fühle mich allein, kann aber nichts dagegen unternehmen.
Du bist das Produkt deiner Taten, du hast das alles mitgemacht und machst das immer noch mit! Deine Unfreiheit, deine Abhängigkeit, deine Sicherheit im Nest zu bleiben haben dich genau dahin geführt wo du jetzt bist, du nimmst keine Rücksicht auf dich selber, nur auf andere, keine Rücksicht auf deine Seele, auf deinen Geist, auf deinen Körper du solltest dich sofort räumlich trennen, unabhängig von deinen Eltern, die sind für ihr Leben selbst verantwortlich nicht du! Auch solltest du in ärztliche Behandlung gehen und dich von Anwalt beraten lassen!
 
  • #3
Hör auf zu jammern und bewege dich!!!

Wenn du deinen Mann definitiv nicht mehr liebst trenne dich mit allem Zipp und Zapp und ohne den Gedanken daran zu verschwenden wie es anderen damit geht.

Die Kinder werden es überleben und deine Eltern werden nicht obdachlos dadurch, sondern werden lediglich diese eine Wohnung verlieren. Dann müssen sie sich halt eine neue suchen wie du im übrigen auch. Merke dir: Das Leben geht nur weiter wenn der Mensch in die Pötte kommt und nicht stagniert oder verharrt in bestehenden Lebensverhältnissen. Kein Mensch trennt sich gerne, aber manchmal muss es sein damit es emotional wieder aufwärts geht. Durch Kummer wird man krank, also hält man ihn sich doch so gut es geht vom Hals. Oder nicht weil man sich in der bemitleidenswerten Rolle gefällt!?

Und die Schwärmerei wie ein Teenager für einen anderen Mann lass mal wieder sein. Die führt zu gar nichts, vermutlich gibt es die in deinem Kopf nur in Sachen Ablenkung von deiner selbstgestrickten Realität.

Werde erwachsen, fange an deinen Kram zu regeln, überlegt und daher mit Verstand.
 
  • #4
Ist der Text von 1950? Es ist wirklich erschreckend, wieviele Frauen immer noch so leben und sich ein Leben lang in der Warteschleife befinden.

Ohne Worte.
 
  • #5
Liebe @Siedler,

ich kann dich gut verstehen. Ich war selber einmal in so einer Gedankenspirale, in der ich nicht ein noch aus wusste und dachte, das Leben würde nicht weitergehen, es gäbe keinen Ausweg. Bei mir waren es zwar andere Gründe, aber ich weiß, wie schwer es ist, da wieder rauszukommen und wie sehr man sich immer weiter hineinsteigert und gar nichts Positives mehr sehen kann.

Doch es gibt einen Ausweg, auch wenn Du ihn jetzt nicht siehst. Du musst dafür aber mutig sein. Ich denke, der neue Mann hat jetzt den ersten Anstoß zur Veränderung gegeben. Jetzt musst Du darauf aufbauen. Da Du schon an Selbstmord denkst, wäre es am besten, dass Du dir professionelle Hilfe suchst und sei es erst einmal das Sorgentelefon. Lasse dir Adressen von Psychologen geben. Diese helfen dir aus dem Tief. Gehe zur Caritas, zu deinem Hausarzt etc. Oder kannst Du dir nicht eine Auszeit nehmen und irgendwohin ans Meer fahren?

Du bist nicht allein, deine Situation ist nicht auswegslos. Du musst nicht die ganze Last deiner Familie auf deinen Schultern tragen. Zumindest dein Mann und deine Eltern sind erwachsen und können auch ohne dich überleben. Du musst jetzt für dich sorgen; schlimm genug, dass keiner deiner Angehörigen dein Leid zu sehen scheint. Aber Du musst dir auch helfen lassen. Jetzt steckst Du tief in einer Depression. Lasse dir helfen!
 
  • #6
Liebe Siedler,
erst einmal tut es mir leid, dass es Dir so schlecht geht.
Durch jahrelanges Dulden und Ertragen kommen bei Dir jetzt so einige Dinge zusammen und das erdrückt Dich jetzt weil sie sich wie eine Wand vor Dir auftürmen.
Mir ging es auch einmal ähnlich. Daher von mir ein paar kleine Anregungen:

-Du empfindest kaum Freude im Leben. Versuche in den kleinen Dingen des Lebens und vor allem auch durch Deine Kinder wieder Freude zu empfinden. Für meine Tochter da zu sein, half mir und ein Waldspaziergang war so meine kleine Freude...

Gehe jedes "Problem" einzeln an:
- suche Dir einen Job, wenn auch erst mal nur Teilzeit. Du hast mit 25 geheiratet, irgendeine Ausbildung wirst Du ja haben?
-versuche mit Deinem Mann so eine Art Paartherapie zu machen
begebe Dich selbst in eine geeignete Therapie, nur für Dich! Lass Dich von Deinem Hausarzt beraten, baldmöglichst
-rede mal vorsorglich mit einem Anwalt, wie das genau mit den Wohnverhältnissen nach einer möglichen Trennung wäre
-denke nach, welchen Eigenanteil Du an der Entwicklung hast.
Entweder Dein Mann ist sehr karrieregeil oder er betreibt so eine Art Vermeidungsstrategie (manchmal auch unbewusst), weil auch er unglücklich ist und dann wäre es doch für alle Beteiligten besser, sich das einzugestehen, vielleicht sogar im Guten auseinanderzugehen und für alles (Kinder, Eltern) eine gute Lösung zu finden.
Alles Gute!
W53
 
  • #7
Liebe FS, eine virtuelle Umarmung.
Es gibt immer für alles im Leben eine Lösung.
Du/ihr steckt so sehr in einer destruktiven Spirale, dass ihr von alleine keinen Lösungsweg findet, sondern euch Platzhalter als Nischen sucht.
Dein Mann ist genauso unglücklich wie du.
Rede mit ihm und sucht euch professionelle Hilfe.
Du hast zwei Kinder und bist in erster Linie dafür verantwortlich, dass es ihnen gut geht.
Also nimm dein Leben selbstverantwortlich in die Hand und handele verantwortungsbewusst.
Alles Gute
Clarissa
 
  • #8
Unsere Ehe läuft nicht gut, und das schon seit bestimmt 12 Jahren. Gleich nach der Hochzeit war ich schwanger nach der Geburt habe ich meinen Job aufgegeben, weil wir umgezogen sind und ich auch in der Arbeit sehr unglücklich war.
Das ist wieder einmal typisch Frau! Habe Fragen an dich, warum bist du trotzdem so lange bei ihm geblieben?
Aber es hat sich da schon rausgestellt, dass mein Mann nie Zeit hatte.
Er hatte schon Zeit, wollte aber seine Zeit nicht mit dir verbringen!
Nach dem 2. Kind hat es angefangen dass wir getrennt geschlafen haben.
Warum hast du dich noch einmal schwängern lassen von ihm?
Aber als ich dann wieder mit ihm in einem Bett war konnte ich nicht mehr richtig schlafen.
Ich frage mich, warum du all das mit ihm mitmachst, du hättest längst von ihm gehen sollen!
 
  • #9
Man kann dir nur einen Rat geben - such dir schleunigst einen realen Gesprächspartner.
Um nicht auf den erstbesten Scharlatan hereinzufallen - ruf bei der Telefonseelsorge an. Lass dir Tipps geben - und richte dich darauf ein, dass dir evtl. eine längere Kur bevorsteht. Wird dir gut tun ....
Alles Gute
Tom
 
  • #10
Liebe Siedlerin
Ich fühle mich seit langer Zeit so schlecht. Weiss nicht ein noch aus. Am liebsten würde ich tot umfallen, weil ich so nicht weiterleben kann.
Ich glaube, die Ratlosigkeit suggeriert dir, dass du nichts tun kannst. Dabei hast du durchaus Handlungsmöglichkeiten. Du musst allerdings auch anfangen, dir Unterstützung zu holen. Alleine schafft man so was vielleicht tatsächlich nicht.
Die grösste Schwierigkeit scheint deine finanzielle Abhängigkeit von diesem Mann zu sein, weil du seit Jahren keinen Job hast. An deiner Stelle würde ich mir also Rat holen bei einer Frauenberatungsstelle, einem Job Center oder ähnlichem. Dann würde ich die rechtliche Situation abklären, also was dir im Falle einer Trennung zustünde.
Wir wohnen mit meinen Eltern im Haus. Die von uns abhängig sind. Sie verlieren sonst ihre Wohnung.
Das finde ich sehr schwierig als Ausgangslage und ich verstehe, dass du deswegen zögerst, dich zu trennen. Aber hier muss ich auch sagen, deine Eltern wussten doch, dass sie eines Tages alt werden. Wieso haben sie nicht besser vorgesorgt? Stört es sie nicht, dass ihre Tochter in einer solchen Situation ausharrt? Mir scheint, du hast dich in eine Ecke drängen lassen. Ohne eigenes Geld, verzwickte Situation. Das ist tatsächlich schwierig, raus zu kommen aber ich glaube, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es werden nicht alle zufrieden damit sein, aber wenn deren Glück nur auf deine Kosten möglich ist, stimmt sowieso irgendwas nicht.
 
  • #11
Dein Problem ist kein Problem. Sondern Angst und teilweise Bequemlichkeit, dein Leben in den Griff zu nehmen. Ich verstehe dich zum Teil, weil ich selber genauso ausgeharrt habe, ohne Job, komplett abhängig von meinem Ex. Ich hatte keine Angst, ich wollte blos meine Komfortzone nicht verlassen, glücklich war ich schon lange nicht mehr, aber nicht genug unglücklich. Andere Foristen werden dir vielw konstruktive Vorschläge geben, ich beschränke mich auf den tausendmal zitierten Satz- wer will, der findet Wege, wer nicht- Gründe. Ich komme aus dem Land, wo es tatsächlich um blosse Existenz geht und in Deutschland muss KEINER hungern oder auf der Strasse leben, krankenversichert inklusive.
 
  • #12
Du musst selbstbewusster dein Leben einfordern. Wieso machst Du das alles solange mit? Es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Alles hier niederzuschreiben war schon mal ein Anfang. Sag ihm klip und klar, wenn es so weiter geht bist du entweder weg oder tot wegen Selbstmord, du meinst es ernst. Dann lass ihn eine Nacht drüber schlafen, es muss nicht alles an dem Tag diskutiert werden. Wichtig ist nur das bei ihm die Glocken läuten und er erstmal aufwacht. Wenn das nichts bringt, Trennung, fertig aus.
 
  • #13
Am liebsten würde ich tot umfallen, weil ich so nicht weiterleben kann.
Das auf keinen Fall! Bis jetzt hast Du nur die negativen Aspekte in Deinem Leben erwähnt. Hast aber sicher auch vieles Schönes in Deinem Leben. Zum Beispiel Deine Kinder! Sie geben Dir sicher viel Freude/Liebe und sie brauchen Dich sehr. Du darfst sie nicht alleine lassen. Deine Eltern lieben Dich auch sicher und unterstützen Dich evtl. Ich bin mal lernsüchtig gewesen und würde daher Deinen Mann deswegen nicht hassen. Du hast ihn aus irgend einem Grund gewählt... Ich kann jetzt nicht sagen, ob der andere Mann Dir helfen könnte oder deinen Chaos noch mehr verkomplizieren würde. Jedenfalls mach nicht so viel Druck auf Dich wegen des schlechten Gewissens. Ich weiss, es ist eine schwierige Situation, aber es ist nicht das Ende, Du bist nicht die Einzige in dieser Situation. Du bist noch jung und musst Dich unbedingt zusammenreissen, für Deine Kinder und für Dich! Für jede SItuation gibt es eine Lösung. Wir alle haben Drama in unserem Leben, manche von uns viel schlimmere als Du, aber wir bleiben stärker als das Leben. Du kannst hier von uns viele Ratschläge hören, das ist gut, aber Lösung finden und Entscheidung treffen musst Du selber. Und das kannst Du sicher, weil Du bereits vieles überwunden hast. :) Vielleicht wäre es gut, wenn Du Dich noch von einem guten Psychologen beraten lassen würdest. Ich drücke Dir fest die Daumen ;)
 
  • #14
Liebe Fragestellerin, es tut mir sehr Leid, wie es Ihnen geht. Ihr Mann hat Sie nach dem, was Sie beschreiben, seit langem vernachlässigt. Zuwendung, Kommunikation, einfach Zeit miteinander verbringen, all das braucht eine schöne Beziehung einfach. Sie hätten allen Grund, sich zu trennen. Sie müssen es sogar, da es Ihnen schon so schlecht geht bis hin zu Selbstmordgedanken. Gehen Sie unbedingt zu einer Beratungsstelle! Pro Familia, Caritas. Das kostet soweit ich weiß nichts. Und falls es Ihnen akut psychisch schlecht geht, rufen Sie die Telefonseelsorge an. Alle Nummern und Adressen sind ja im Web zu finden. Es ist schwierig, sich ohne eigenes Einkommen zu trennen, aber es muss ja auch irgendwie möglich sein. Sie müssen sich befreien. Sie werden sonst krank. Außerdem sind Sie sonst für andere Männer blockiert. Sehr sehr schade, dass Sie mit dem Mann, in den Sie sich verliebt hatten, keinen Kontakt halten konnten. Es ist eine normale Reaktion, dass es Ihnen nach all dem, lieblose Beziehung über Jahre, trotz zwei Kindern, usw, dann hoffnungslos verliebt, nun psychisch so schlecht geht. Aber Sie brauchen Hilfe. Gehen Sie zu den Beratungsstellen. Die können bestimmt auch praktische Tipps geben.
 
  • #15
Wenn du Selbstmordgedanken hast, dann solltest du dir ganz dringend Hilfe holen.
Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder mit deinem Hausarzt sprechen. Vielleicht bist du wegen der ganzen Situation schon in eine schwere Depression gerutscht.

Die Situation ist lösbar. Sprich mit deinen Eltern, ihr könnt euch gemeinsam eine kleine Wohnung suchen.
Oder stammst du aus einem anderen Kulturkreis und deine Eltern würden eine Scheidung nicht unterstützen bzw wäre komplett dagegen?

Hol dir einen Termin bei Pro Familia wenn dein Mann arbeitet ist. Das muss keiner wissen, du kannst es ja als Arzttermin verkaufen. Die können dir kompetente Beratung geben!
 
  • #17
Hallo, liebe FS, ich denke auch, dass du einfach zu lange hast alles auf doch einplätschern lassen. Deinem Mann scheint Bildung sehr wichtig zu sein. Du dagegen, hast keine Berufstätigkeit mehr. Dies würde ich an deiner Stelle schnell ändern oder etwas Neues lernen. Fang Schritt für Schritt an, dein Leben neu zu gestalten. Man kann immer kleine Dinge verändern. Ich würde euch empfehlen, in eine Paarberatung zu gehen. Was wollt ihr Beide überhaupt für ein Leben führen?
Wie soll euer Familienleben denn aussehen? Habt ihr euch darüber, bevor ihr Kinder bekamt, denn nicht ausgetauscht? Ihr habt dagegen einige Nebenschauplätze gebildet: deine Eltern mit aufgenommen, du hast dich in einen anderen Mann verguckt. Damit kann man gut von den eigentlichen Problemen ablenken. Die Verliebtheit in den anderen Mann ist auch nur eine Flucht. Das akribische Lernen deines Mannes sehe ich auch als Flucht. Es muss doch auch einen Sinn ergeben, dass er sich dauernd weiterbildet- welches Ziel verfolgt er denn? Mir scheint, du weißt dies gar nicht.
 
  • #18
Am liebsten würde ich tot umfallen, weil ich so nicht weiterleben kann. Fühle mich allein, kann aber nichts dagegen unternehmen. Auch fühle ich mich in dem Ort in dem ich lebe nicht heimisch. Habe oft schon darüber nachgedacht mir das Leben zu nehmen. Zumindest würden alle anderen alles so behalten können. Ich kann einfach nicht mehr. Tut mir leid wegen dem langen Text.
Liebe FS,

wenn du keinen Menschen deines Vertrauens hast, mit dem du deine Situation besprechen kannst, solltest du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und dir eine gute Psychologin suchen. Eine Therapie könnte dir unter Umständen dabei helfen, die Möglichkeiten zu sehen, die in dieser für dich aussichtslosen Situation liegen, denn es gibt immer eine Möglichkeit etwas zu ändern. Dir ist in den Jahren alles so über den Kopf gewachsen, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kannst.

Er sagt er sei bald fertig. Aber ich habe mich so von ihm distanziert, dass er mir fremd ist. Wenn er da ist ertrage ich ihn nicht mehr. Wir streiten dann. Es kam auch schon zu Handgreiflichkeiten. Ich kann nicht weg, weil ich keinen Job habe. Wir wohnen mit meinen Eltern im Haus. Die von uns abhängig sind. Sie verlieren sonst ihre Wohnung.
Dein Mann arbeitet um die Familie zu ernähren und bildet sich dabei ständig weiter, was sicher nicht einfach für ihn ist. Während er sich anstrengt, um beruflich weiterkommen will, hast du deinen Beruf aufgegeben.
Wieso hast du nie daran gedacht wieder zu erwerbstätig zu werden?
Wenn nicht in deinem letzten Beruf, in dem du unglücklich warst, dann in einem anderen? Du könntest dich ebenfalls weiterbilden oder neu orientieren und somit für dich beruflich eine neue Perspektive schaffen. Eure Kinder sind inzwischen nicht mehr so klein und deine Eltern leben zusammen mit euch im Haus ...

Die jetzige Situation ist nicht nur für dich und deine Kinder unerträglich, sondern auch für eine Eltern belastend, weil sie solche Dinge sicher mitbekommen, wenn ihr alle zusammen in einem Haus wohnt.
Du schreibst, dein Mann wäre bald fertig. Das ist doch schon einmal ein Lichtblick und es ergibt sich daraus vielleicht eine neue Situation.

Was dich angeht, solltest du wieder erwerbstätig werden.
Was heißt, du kannst nicht weg, weil du keinen Job hast?
Ihr lebt doch nicht etwa auf einer einsamen Insel?
Du hast Internet, nutze es, um dich zu informieren.

Selbst wenn eure Ehe tatsächlich vorbei sein sollte, gibt es Mittel und Wege alles so zu regeln, dass es weitergeht. Es geht immer irgendwie weiter. Allerdings ist es nicht hilfreich, den Kopf in den Sand zu stecken und in passiver Haltung die Dinge geschehen zu lassen.

Werde aktiv, lass dich beraten; z.B. beim Arbeitsamt ....
Du bist erst 39. Da gibt es noch viele Möglichkeiten.
 
  • #19
Ich fühle mich seit langer Zeit so schlecht. Weiss nicht ein noch aus. Am liebsten würde ich tot umfallen, weil ich so nicht weiterleben kann. Fühle mich allein, kann aber nichts dagegen unternehmen. Auch fühle ich mich in dem Ort in dem ich lebe nicht heimisch. Habe oft schon darüber nachgedacht mir das Leben zu nehmen.
Bitte wirf dein Leben nicht einfach so weg. Du bist noch jung und kannst noch viele Jahre glücklich sein. Deine Kinder brauchen dich und an ihrem Vater werden sie nicht viel haben, wenn er nur seine persönlichen Interessen verfolgt.
Du bist erschöpft und verzweifelt, weil du (noch) keinen Ausweg siehst. Vielleicht kommen dazu noch Ängste. Diese Gefühle verhindern es leider ein Stück weit, kreativ zu sein und neue Ideen zu finden, wie man aus der Situation herauskommt. Lass dir deshalb dabei helfen. Geh als ersten Schritt zu einer Beratungsstelle für Lebens- und Familienberatung. Dort findest du ein offenes Ohr und kannst für dich selbst klären, was du weiter unternehmen willst. Man kann Lass dir mal durchrechnen, was dir im Falle einer Trennung alles zusteht. Und was mit dem Haus werden wird.
Nur Mut, der erste Schritt ist oft der schwerste. Fang einfach an. Am besten gleich morgen einen Termin vereinbaren. Googeln und zum Telefon greifen.
Ich habe mich verliebt. Der Mann weiss es nicht. Er hatte ernstes Interesse. Aber ich konnte trotz alledem nichts mit ihm anfangen, weil ich mit dem schlechten Gewissen nicht leben könnte. Weiss jetzt auch nicht wie ich diesen Mann je wieder finden soll. I
Das wundert mich auch nicht.
Dein Mann war dir die ganzen Jahre kein echter Partner und deine Bedürfnisse blieben unerfüllt. Dass du es nicht mehr ertragen kannst, in einem Bett mit ihm zu schlafen, finde ich eine völlig normale Reaktion.
Ein neuer Man kann ein guter Impuls zum Ausstieg sein, aber oft überfordert einen in der Situation eine neue Partnerschaft. Du kennst den Mann ja gar nicht und du weißt nicht, ob er dir überhaupt gut getan hätte. Setz lieber nicht auf einen vermeidlichen Retter, das würde dich nur wieder abhängig machen. Du wirst noch anderen tollen Männern begegnen.
 
  • #20
Und genau da wäre bei mir die Beziehung zu Ende. Du musst dich und vor allem auch deine Kinder schützen. (Ich gehe jetzt mal davon aus, dass nicht du handgreiflich geworden bist.)
Informiere dich bei einem Rechtsanwalt, was dir im Falle einer Trennung zusteht (Unterhalt für die Kinder, Trennungsunterhalt für 1 Jahr, Unterhalt für dich, bis das jüngste Kind 3 Jahre alt ist etc. ) und dann such dir einen Job,
evtl. Teilzeit.
Informiere auch deine Eltern, dass du dich trennen willst. Dann müssen sie auch mal aus dem Quark bzgl. Wohnsituation kommen. Mach dir klar, dass du in erster Linie für deine Kinder und für dich verantwortlich bist.
Es ist mir unbegreiflich, dass in heutiger Zeit eine junge Frau so dödelig vor sich hin lebt.
 
  • #21
Das wäre schon gut, ihm dies zu sagen. Glauben wird er es Ihnen aber erst, nachdem Sie ausgezogen sind.
Recht hast Du, aber mit Selbstmord würde ich KEINEM Mann kommen, da fühlt er sich noch "geehrt". Ich verstehe nicht, wie das so lange gehen konnte und wie es zu einem zweiten Kind kommen konnte, naja.....ist vielleicht menschlich irgendwie.
Ziehe aus, ganz schnell! Die Eltern finden was neues. Ich glaube auch nicht, dass es in ihrem Interesse ist, dass Tochter und Enkelkinder leiden müssen.
Ich erwarte aber schon den nächsten Post..."alles gut, alles nicht so schlimm.." :)
 
  • #22
Liebe Siedler, das tönt furchtbar traurig, du fühlst dich gefangen in einer Situation, die dir ausweglos scheint. Von aussen betrachtet tönt deine Geschichte nicht ausweglos.

Such dir einen Menschen zum Reden, versuch, alte Freundschaften wieder zu reaktivieren oder neue zu schliessen, mach doch schlau, was für berufliche Möglichkeiten du hast, vielleicht eine neue Ausbildung? Nimm dein Leben in die Hand, sei nicht einfach Statistin in deinem eigenen Leben.

Ein neuer Mann scheint mir keine gute Idee zu sein, kein Mann kann dir das geben, was du brauchst, nämlich ein Grundvertrauen in dich selber und die Kraft, dein Leben selber zu gestalten.

Frau 51
 
  • #23
Vielen Dank an all die Ratschläge die ich bekommen habe. Warum wir mit meinen Eltern unter einem Dach leben ist folgendes:
Mein Vater wurde nach 40 Jahren arbeit in seiner Firma arbeitslos, weil der Betrieb dicht gemacht hat. Dadurch ist seine Rente auch recht klein. D.h. eine normale Miete ist nicht drin. Wir haben dann damals sowieso nach einem Haus gesucht, und dann überlegt das zusammen zu machen. Mein Vater hat also damals zum Haus seine Abfindung gegeben.
Deswegen habe ich auch so Bedenken was aus ihnen wird, da sie bei uns mietfrei wohnen. Ausserdem hat mein Vater für Scheidung kein Verständnis. Er sagt die sollen sich halt zusammen reisen. Wahrscheinlich weil er Angst hat. Obwohl er selbst schon geschieden ist, ist er ein absoluter Gegner. Von ihm bekomme ich bestimmt keine Unterstützung.
Mein Mann weiss, dass es mir nicht gut geht. Erst heute hab ich ihm gesagt, dass es so nicht weitergeht und ich mich bald trenne. Möchte aber keine Schlammschlacht. Er sagt nicht viel drauf. Nimmt mich kurz in den Arm und sagt er hat mich doch lieb. Dreht sich um und geht wieder in den Keller. Er nimmt mich nicht für ernst. Oder es ist ihm Wurst. Hab oft gefragt ob er glücklich ist. Er kann mir keine Antwort geben. Aber an mir wäre nichts auszusetzen.
Nur mal so zur Erklärung.
Als wir uns kennenlernten konnte ich nicht wissen, dsss nur lernen wichtig ist. Gegen ein Studium ist ja nichts einzuwenden.
 
  • #24
Ein neuer Man kann ein guter Impuls zum Ausstieg sein,
Ein Ausstieg sollte in eigener Sache gemacht werden und nicht über eine neue Abhängigkeit und Unfreiheit! Danach sollte über längere Zeit eine Beziehungspause eingelegt werden, um sich in eigener Person zu konzentrieren, zu sortieren und neu zu orientieren, nach dem Motto, was möchte ich und was möchte ich nicht mehr und was habe ich aus dieser Beziehung gelernt!
 
  • #25
Ein Ausstieg sollte in eigener Sache gemacht werden und nicht über eine neue Abhängigkeit und Unfreiheit!
Da geb ich Dir völlig Rech. Und lasst uns mal ehrlich sein, gibt es heutzutage einen Mann, der bereit ist, eine arbeitslose Frau mit ihren zwei Kindern aufzunehmen und mit so viel Geld zu besorgen? Sie will geliebt werden und sich nicht verkaufen.
Diese Frau braucht neben der psychotherapeutischen Unterstützung dringend noch eine Berufsberatung und einen Job! Sie soll auf ihren Beinen stehen können. Das wird sie nicht nur finanziell sondern auch geistig stärken. Sie wird ihre Weltanschauung und Selbstwahrnehmung komplett ändern. Statt sitzen und auf einen Retter zu warten kämpfen!!!
 
  • #26
Guten Morgen,

liebe FS, ich schließe mich Tom an.

Deine zeitweiligen Gedanken bezüglich Selbstmord nehme ich ernst.

Ich meine, ihr zwei beiden habt euch aus den Augen verloren.
Da bist du, mit zwei Kindern und allein, ein Wirgefühl ist nicht so wirklich da.
Da ist dein Mann, der ockert, powert. Kennst du die Gründe, welche Ziele hat er, Ziele die der Absicherung eurer Familie dienlich sind, Ängste, den Job zu verlieren, einfach nur nackte Existenzängste etc.pp. Wenn ja, sehe ich das aus meiner Sicht sehr positiv, denn es ist sehr viel wert. So oder so, vermag ich ihn nicht als das Übel in eurer Familie aufstellen. Vielleicht vergisst er sich sogar, bügelt über sich hinweg und fühlt sich innerlich so einsam wie du. Was meinst du, ich glaube nicht, dass dein Mann euch, dich schaden will. Er tut dieses wahrscheinlich aus Liebe. Was hat er vom Leben, auch recht wenig zur Zeit.

Du hast dich fremdverliebt und sehnst dich nach Liebe und das Auffüllen deiner Batterien. Aber du weißt nicht, wie dieser Mann sonst so tickt. Welche Werte er hat, ob die mit den deinen übereinstimmen, ob er treu ist und......
Stell dir vor, du trennst dich, könntest du auf das Unglück deines Mannes und deiner Kinder, frei und unbehelligt ein neues Glück aufbauen. Ich bin sicher nein. Denn es könnte gut sein, dass du deine eigenen Probleme verlagerst.Schau, du warst auf deiner Arbeitsstelle schon unglücklich und jetzt in der Beziehung auch.

Was kannst du tun?? Unbedingt den guten Rat von Tom umsetzen und dann Wände verschieben, das meine ich symbolisch. Für dich, für deine Kinder, für deinen Mann. Entdecke deine Welt neu und gestalte sie. Strukturiere den Alltag anders, räume für deinen Mann, die Kinder und dich schöne Zeiten am Tisch, oder sonstigen, familiären Aktivitäten ein. Gesten der Fürsorge und Liebe, verschaffen Wohlgefühl für jeden in der Familie. Das sind viele viele Kleinigkeiten, die den Familienzusammenhalt fördern und diese Durststrecke durchstehen lassen und euch trotzdem gefühlt näher bringen.
Ich glaube, du bist ein großartiger Mensch, der viele unentdeckte Facetten in sich trägt, die gelebt werden wollen. Unzufriedenheit ist die Mecker deiner Seele. Ich kann mir vorstellen, dass du deinen Platz im Leben noch nicht gefunden hast, den wird dir ein neuer Lover auch nicht schenken können, denn nur du kannst die Weichen dafür stellen.
Vielleicht reicht deine Kraft um dir einfach mal all die positiven Dinge, die du hast, zu vergegenwärtigen. Ich denke, da kommt viel Gutes zusammen.
Wenn du dich selber als Erschaffende aufstellst, wirst du die Welt deines Mannes auch besser verstehen und nicht nur das, er wird aufhorchen und neugierig innehalten und an dem teilnehmen, was du gerade bewegst. Denn sei versichert, er wird auch durch dein Leid leiden.

Liebe FS, stell dich völlig neu auf und dann treffe ganz bewusst eine gute Entscheidung.
Alles erdenklich Gute wünsche ich dir.
 
  • #27
Ausserdem hat mein Vater für Scheidung kein Verständnis. Er sagt die sollen sich halt zusammen reisen. Wahrscheinlich weil er Angst hat. Obwohl er selbst schon geschieden ist, ist er ein absoluter Gegner. Von ihm bekomme ich bestimmt keine Unterstützung.
Das darf aber keine Rolle für Dich spielen!
Du bist erwachsen und hast jedes Recht, zu gehen, wenn Du unglücklich bist.
Du bist nicht für Deine Eltern verantwortlich!
Wenn die Rente Deines Vaters nicht reicht, kann er zum Sozialamt gehen, dann reicht es auch für eine Miete.

Wenn Deine Eltern ihre Zuneigung nur von Deinem Wohlverhalten abhängig machen, solltest Du Dir über das Verhältnis bei Zeiten mal Gedanken machen und Dich endgültig abnabeln.
Ich empfinde es ohnehin nicht unbedingt als gesund, so dicht auf dicht aufeinander kleben zu bleiben.

Überlege Dir, was Du damit auch Deinen Kindern vorlebst.
Möchtest Du, dass sie später auch in destruktiven Beziehungen festkleben, weil sie es von Dir nicht anders gelernt haben?
Für sie trägst Du Verantwortung, alle anderen sind erwachsen und für sich selbst verantwortlich!

Lass Dich beraten und fange an zu handeln und lass Dich vor Allem nicht beeinflussen, damit Du noch länger durchhälst.

Du wirst nicht mittellos dastehen, wenn Du ausziehst. Es gibt das Jobcenter, die Dir sicher auch dabei helfen werden, den beruflichen Einstieg zu meistern.
Dafür sind sie da.

Ich verstehe auch nicht, weswegen immer noch so viele Frauen ihr Leben zugunsten von Mann, Kindern und Haus komplett wegschmeissen und sich dann wundern, dass sie vor dem Nichts stehen.
Da werden Freundschaften aufgegeben, Jobs gekündigt (wenn man unzufrieden ist, kann man sich etwas anderes suchen) und sämtliche eigenen Interessen und Wünsche auf dem Altar der Familie geopfert, bis nur noch eine leere Hülle bleibt.

Ich dachte beim Lesen des Eingangspostings auch sofort an die 50er Jahre.
 
  • #28
Hallo FS,
Lebt ihr auf dem Land oder in der Stadt? Deine Kinder müssen doch schon recht groß sein, da kannst du doch nicht tagtäglich zu Hause sitzen und deinen Tag mit Hausarbeit ausfüllen *schauder*
Dein Vater ist selbst geschieden, aus dem Grund und weil du eine erwachsene Frau bist, kannst du dir aus seiner Meinung doch keine Handlungen verbieten lassen. Nach Scheidung klingt es bei dir dennoch nicht. Dein Mann hat gar keine Zeit für eine andere Frau und sagt, er hat dich lieb. Liebt er das Hausmädchen, das nie eigene Bedürfnisse hat und quasi in den Schrank gestellt nie aufmuckt?
Neuen Job suchen haben schon viele gesagt. Neue Hobbys, neue Freunde, aktiv werden. Zu Hause grübeln kann schon in Suizid führen, weil du nie aus der Gedankenmühle kommst. Ist mir unbegreiflich, wie krass die Gravitation der Komfortzone sein kann. Hoch den Hintern, dein Mann hat eine Frau mit mehr Initiative verdient. Der Arme weiß ja gar nicht, worüber er sich noch mit dir unterhalten kann, wenn du nur um dich selbst kreist. (Mal ganz provokant gesagt)
 
  • #29
Habe oft schon darüber nachgedacht mir das Leben zu nehmen. Zumindest würden alle anderen alles so behalten können
Liebe Siedler,
wenn es dunkel um einen herum ist und man weiß, da ist ein Abgrund, dann bewegt man sich besser erstmal nicht, bis es wieder heller ist und man den Weg wieder sieht. Es ist gut, dass du hier nachfragst, um Hilfe zu suchen - mein Rat an dich wäre, noch einen Schritt weiter zu gehen, und dir professionelle Unterstützung zu suchen. Wenn du dich öfter suizidal fühlst, vielleicht denkst, es wäre so einfach, wenn du einfach nicht mehr aufwachst, so hast du einen inneren Leidensdruck, der einen solchen Schritt mehr als rechtfertigt. Tu es für deine Kinder, die dich brauchen! Jede größere Stadt hat ein Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse, die vermitteln kompetente Leute in deiner Region, die zusammen mit dir den Weg aus deiner Krise erarbeiten. Du musst dich nur trauen, anzurufen. Die Krankenkasse übernimmt in deinem Fall die Kosten. Alles Gute für dich.
 
  • #30
Liebe FS,
Wenn du ernsthaft Selbstmordgedanken hast - und du scheinst in einer Depression mit Handlungsunfähigkeit zu stecken - wird es dir kaum möglich sein, auf die Schnelle einen Therapeuten zu bekommen, der dich als neue Patientin kontinuierlich in Behandlung nehmen kann...zumal ich davon ausgehe, dass du in einem eher strukturschwachen Gebiet lebst. Bei akuten Suizidgedanken solltest du eher eine Klinik mit psychiatrischer Abteilung aufsuchen, insbesondere da du Mutter zweier Kinder bist! Solche Klinikaufenthalte sind niemals "schön", aber dennoch oft die beste Lösung, um überhaupt eine Auszeit zu bekommen und nach vorn schauen zu können.
Davon abgesehen: einiges an deiner Schilderung irritiert mich. Du erwähnst deine Kinder nur am Rande - Kinder, deren Eltern(Teil) sich Suizidirrtümer hat, haben ihr ganzes Leben lang eine unglaubliche Last zu tragen, oft so schwer, dass sie daran zerbrechen und als Erwachsene manchmal selbst kein eigenständiges Leben führen können. Auch dein Mann hat Not! Aus Lebenslust geht niemand regelmäßig nachts in den Keller, um zu arbeiten! Und dass er dich in den Arm nimmt, wenn du ihm von deinen Trennungsabsichten erzählst: total hilflos, aber in dem Rahmen dir zugewandt. Letztendlich scheint er für dich, eure Kinder und deinen Vater (Eltern? Du erwähnst deine Mutter nicht.) finanziell Verantwortung zu tragen, das ist eine schwere Bürde! Auch verstehe ich nicht, weshalb du keine sozialen Kontakte hast. Gerade, wenn man für kleinere Kinder verantwortlich ist, hat man zwangsläufig reichhaltige Kontaktmöglichkeiten: Spielplatz, Spielgruppen, Kindergarten etc.
So viele Gelegenheiten muss man sich später hart erarbeiten! Wie kommt es, dass dein Vater es vorzieht, sich auf Kosten der Finanzen deines Mannes und deiner Nerven bei euch einzubüßen, statt sich evtl. beim Sozialamt um ergänzenden Lebensunterhalt zu kümmern? Hat er eine "abgeschlossene" Wohneinheit, die ihr evtl. untervermieten könnt? Oder teilt ihr Küche und Bad? Vergiss den anderen Mann: die von ihm erhoffte leichte Rettung aus der Misere kannst nur du selbst bewerkstelligen - auch wenn's erstmal mühselig sein wird. (Auch hier: wo bleibt der Gedanke an deine Kinder? Erscheint dir der erträumte nahtlose Wechsel vom Vater zu einem fremden Mann für sie nicht komplett überfordernd?)
Ich denke, du musst unbedingt aus deiner seit langem gewohnten und deshalb irgendwie-Sicherheit-gebenden Opferrolle raus, und ich wünsche dir, deinen Kindern, deinem Mann und eures miteinander geteilten Lebens Willen, dass es euch miteinander gelingt. Damit dir dieser Wendepunkt gelingt, wünsche ich dir genau die richtige professionelle Hilfe.
Alles Liebe, w (56)