G

Gundel

  • #1

Hochzeit noch zeitgemäß oder Pluralisierung partnerschaftlicher Lebensformen?

Laut einer Studie der Heidelberger Universtität verliert die Ehe immer mehr an Bedeutung. Die Tendenz in Deutschland geht zum Single-Haushalt und nichtehelichen Gemeinschaften. So würde auch die Anzahl derer, die vier- bis siebenmal ihre Lebensform ändern stetig wachsen. Das finde ich ganz schön bedenklich. Woran meint Ihr könnte das liegen. Ist das ein Trend, der aus der Not geboren ist, also sich mit der Zeit so entwickelt mangels geeigneter Gelegenheiten den "wirklich" passenenden Partner zu finden oder wird der ganzen "Gemeinschaftsbildung" und Heirat einfach nicht mehr soviel Gewicht zugesprochen, so dass man sich infolgedessen über Bindungen nicht mehr soviele Gedanken macht und diese deshalb auch nicht von so lange Dauer sind. Mich würde einfach mal interessieren, ob man letzten Endes bei jeder Beziehung, die man heutzutage eingeht auch primär darüber nachdenkt, ob der Partner für eine Ehe in Frage kommt..so wie das früher der Fall war..
 
G

Gast

  • #2
Ich habe vor ein paar Tagen einen Artikel über Jugendliche gelesen, die sich ihr Zukunft vorstellen und teilweise auch schon Leben.
Die Jugendlichen ( 18 Jahre) leben jetzt schon, bevorzugt in festen Partnerschaften und möchten das auch weiter leben. Sie träumen von Kindern und Haus im Grünen. Die Partnerschaft soll dauerhaft sein. Das sagen nicht nur die
Mädchen, sondern sogar verstärkt die Jungen.
Das der Artikel.
Mein Sohn jetzt 20 Jahre alt, mit seiner ersten Ausbildung fertig.Er möchte das junge Mädchen an seiner Seite (seit 1 Jahr) behalten. Er möchte mit ihr in ca. 8 Jahren ein Fam. gründen, dann ist er mit seinem Studium fertig und hat auch etwas Geld gesammelt. Das Mädchen hat dann auch ihr Studium fertig .Das eröffnete er mir vor ein paar Tagen sehr glaubhaft.
Ich habe mit großen Augen geschaut. Fast alle im Freundeskreis meiner Kinder reden so. Alle haben Ziele und sind dabei sehr Ehrgeizig. Fast fürchte ich mich etwas vor den "Spießern"
Mir macht diese Einstellung der Jugend wirklich Hoffnung und nicht alles ist so schwarz wie oft beschrieben. Die alten Werte spielen wieder eine Rolle. Man besinnt sich wieder auf die Kraft des Paares. Das wird sich dann wohl auch in unserer Generation fortsetzen, da wir der Jugend ja immer nacheifern.W 49
 
  • #3
Die Hauptgründe sind wie folgt:

+ Dauerhafte eheliche Lebensgemeinschaften sind wirtschaftlich nicht mehr nötig. Jeder kann leicht als Single erfolgreich leben und haushalten. Der wirtschaftliche Druck, eine Lebensgemeinschaft zu bilden, ist quasi vollständig verschwunden. Gerade auch alleine zu wohnen ist bezahlbar und möglich.

+ Uneheliche Lebensgemeinschaften sind gesellschaftlich akzeptiert und nicht mehr geächtet. Niemand muss sich für eine uneheliche Partnerschaft schämen, ganz egal in welchem sozialen Umfeld. Von vorehelichen Sex bis zum dauerhaften Zusammenleben ohne Trauschein wundert sich heute nicht einmal mehr eine katholische Großmutter.

+ Emanzipation und Feminismus lassen die Frauen zudem vormals männliche Domänen erobern und werden dadurch selbst beziehungsunfähiger im klassischen Sinne der Ehe. Karriere, Unabhängigkeit, Selbständigkeit sind neue Werte und Ziele geworden, die sich mit Ehe kaum vereinbaren lassen.

+ Sehr gute Möglichkeiten der Verhütung ermöglichen Sexualität ohne ungewollte Schwangerschaften und damit erstmals in der Geschichte der Menschheit temporäre Bindung ohne Folgen.

+ Durch die Vielzahl zerrütteter Ehen tritt eine Art "Autokatalyse" ein: Der Vorgang beschleunigt sich selbst. Kinder aus zerrütteten Familien haben selbst beträchtlich mehr gescheiterte Beziehungen. Das Kämpfen um Beziehungen, die Normalität von Streiterein und Verzeihen, die Vertrauensbasis, dass es dennoch zusammen weitergeht, haben solche Kinder nie richtig gelernt. -- Zum Glück entdeckt die Jugend aber Liebe, Treue und Stabilität als neue Ziele und Werte und begreift offensichtlich, wie verheerend Zerrüttung ist.

Vieles spricht für eine echte, dauerhafte Lebenspartnerschaft, die auf gemeinsames Wirtschaften, Familiengründung und Altwerden ausgelegt ist. Allerdings reicht es bei vielen einfach nicht für diese Erkenntnis. Zu groß ist die Versuchung der Willkür, des Aufgebens, der Gier nach mehr.
 
  • #4
Wir leben in der Anything-Goes-Wegwerfgesellschaft, passt der Partner nicht mehr zu den Schuhen schaff' dir einen weiteren an.

oder mit den Worten einer bekannten Mädchenzeitschrift zu sprecheen "100 Tipps wie du IHN loswirst ohne den neuen Lover zu vergraulen."
 
G

Gast

  • #5
Wenn eine Familie gegründet werden soll, ist heiraten ein MUSS. Ansonsten ein KANN, das die Partner untereinander ausmachen sollten und das von den jeweiligen Umständen abhängig ist. Beispielsweise, wenn zwei mit Mitte 40 aufeinandertreffen, die bereits beide eigene Kinder haben und keinen gemeinsamen Nachwuchs mehr wollen, ist es sicher vorteilhafter, nicht mehr zu heiraten.
 
G

Gast

  • #6
Jede Gesellschaft bekommt das, was sie verdient!
Unsere ist extrem hochentwickelt, und bezahlt eben ihren Preis dafür.
Individualisierung etc. wird verlangt!
Für Beziehungsträumereien ist da kein Platz mehr...
 
G

Gast

  • #7
Die Schnelllebigkeit, die emanzipierten Frauen, die Untreue, die sinkenden moralischen Werte, die zunehmende Geld/Karrieorientierung, die Scheidungsqouten, die Frauen, die zu über 70% die Scheidung einreichen, der Gesetzgeber und ähnliches mehr sind die Gründe warum Hoichzeit und Kinder nicht mehr zeitgerecht sind! Ich m/45 würde sowas unter keinen Umständen eingehen können, kenne viele Männer 25 - 45 über Vereine, die das auch nicht vorhaben.
 
G

Gast

  • #8
Der zentrale Aspekt, der gegen eine Hochzeit spricht ist, dass in einer Ehe die Augenhöhe verloren gehen kann.

Im Fall der gängigen Konstellation, dass sich Frauen einen besser verdienenden Mann auswählen, gewinnt die Frau finanzielle Ansprüche an den Mann. Der Mann gewinnt jedoch keine justitiablen Ansprüche an die Frau.

Mithin hat der Mann ein elementares Interesse daran, dass die Ehe funktioniert, sonst ist er finanziell ruiniert. Die Frau hat (je nach Charakter) das gleiche Interesse - oder auch nicht. Eine geschickt einfädelte Scheidung kann der Frau schnell 10 oder 20 Jahresgehälter bringen.

Mithin kann die Frau den Mann erpressen und die Augenhöhe in der Beziehung geht verloren.

Um es an einem konkreten Beispiel festzumachen:
Scheitert die Ehe, weil der Mann fremd poppt, dann trifft ihn die (gerechte) finanzielle Strafe.
Scheitert die Ehe, weil die Frau fremd poppt, dann macht sie einen finanziellen Gewinn, wie kein zweites Mal im Leben.

Die breite Masse der Frauen missbraucht die Machtposition nicht, die sie durch die Ehe erhalten. Trotzdem stellt sich die Frage, warum sollte sich ein Mann ohne Not in eine solche Position der Ohnmacht manövrieren. Lieben und treu sein kann man auch ohne Standesamt.

m (45)
 
G

Gast

  • #9
Zu #2: Alle, die einmal vor der Ehe standen und zum Standesamt gingen hatten dieselben "Denke", daran hat sich nichts geändert! Die Scheidungen und die Trennungen nehmen nach wie vor zu, also ein Wachstumsmarkt, das wird eher viel mehr werden! Ich hätte Angst und Bange wenn mein Sohn mit 20 so reden würde. Die alten Werte sind weg! Laß einmal 1-2 weitere Jahre Gras darüber wachsen, dann sollten wir wieder über die hier beschrieben Leute sprechen. Wie naiv, weltfremd und wie pupertär muss man sein um das wirklich glauben zu können? m/45
 
G

Gast

  • #10
Der Sinn der Ehe war eine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft, in der der Mann die Versorgerrolle hatte, die Frau die bekannten 3 Ks. Mittlerweile wird hauptsächlich aus ideologischen Gründen geheiratet, aus Liebe, um eine Familie zu gründen. Durch den gesellschaftlichen Wandel ist heutzutage eine nichteheliche Lebensgemeinschaft gleichwertig angesehen wie eine geschlossene Ehe. "Man kann heiraten, man muss aber nicht." Emanzipation und Feminismus sehe ich absolut nicht als Beziehungskiller, bzw. machen nicht beziehungsunfähig wie #1 dies sieht. Ist wohl einfach eine sehr unpassend gewählte Ausdrucksweise für die Tatsache, dass keine Frau heutzutage eine solche antiquierte Eheform (KKK) nicht führen möchte. Zudem ist es einfach falsch zu behaupten: "Das Kämpfen um Beziehungen, die Normalität von Streiterein und Verzeihen, die Vertrauensbasis, dass es dennoch zusammen weitergeht, haben solche Kinder nie richtig gelernt" Auch Scheidungskinder können "normal" in Beziehungen gehen (Alter der Kinder bei Trennung auch entscheidend), zumal nicht jede Ehe "zerrüttet" auseinander geht und auf die Kinder nicht Rücksicht genommen wird.
w
 
G

Gast

  • #11
@8
An den Gedanken und Vorstellungen meines Sohnes, mag ich nicht zweifeln. Die sind echt und ich glaube sie ihm. Das er wirklich in ein paar Jahren diese eine Frau heiratet das kann ich nicht sagen, aber Hoffnung macht mir seine Einstellung. Das ist nicht naiv,.
Zudem habe ich sehr erfolgreich eine Ehe geführt und mein Sohn hat das Gelingen einer Ehe miterlebt. Wenn Du Dich einmal mit jungen Leuten unterhalten würdest, dann würdest Du sehen das diese Werte noch vorhanden sind. Stärker als zu meiner Zeit. Es wird wieder auf Benehmen und auch auf Familie geachtet. An Dir geht das vielleicht vorbei, aber der Trend ist da. Zum Glück. Wenn Du nicht in der Lage warst eine glückliche Beziehung zu führen, so ist das doch nicht zu verallgemeinern. Die, die sich jetzt scheiden lassen, denken auch noch so wie Du, verbittert und verroht und selbstsüchtig. Die Jugend ist da anders.
 
G

Gast

  • #12
@10
Nun, du schließt von deinem Sohn und dem Bekanntenkreises deines Sohnes auf ''die Jugend''.
Grundverkehrt, sag' ich dir.
Dein Sohn mag eine rühmliche Ausnahme sein, das ist aber bei weitem nicht repräsentativ für die heutige Jugend!
Und wenn er auch schon fleißig mit seiner Freundin für's Babyjahr spart, das ehrt ihn. Aber auch das machen die wenigsten jungen Leute...
Ich kenne einige Paare, die sind in ebenso jungem Alter zusammengekommen.Weißt du, was diese sich nach zwanzig Jahre Partnerschaft und Kindern mittlerweile noch zu sagen haben?? Nichts, absolut nix mehr!
Fakt ist eines: je zeitiger Beziehungen heute eingegangen werden, desto schneller gehen sie irgendwann auseinander. Beziehungen unter den heutigen Rahmenbedingen halten kein ganzes Leben mehr!
Ich möchte dir gewiss keine Illusionen rauben, bei deinem Sohn und seinen Bekanntenkreis wird das ja alles ganz, ganz anders sein!
Hoffentlich! ;-)
 
G

Gast

  • #13
Ehe oder nicht ist keine Kopfsache. Klar kann auch eine Partnerschaft auch ohne Trauschein auskommen, aber für mich ist der Heiratsantrag noch immer die schönste Form der Partnerin zu sagen: Ich will immer mit Dir zusammen sein.

[Mod: Unzulässige Signatur entfernt. Bitte registrieren!]
 
G

Gast

  • #14
@ # 12

Romantik ist schön und gut. Wenn Deine Ehefrau dann eines Tages darauf kommt, dass da jemand anderes z. B. besser im Bett ist, dann zahlst Du halt für die Frau.

Ist aber kein Problem, der romantische Moment des Heiratsantrags ist sicherlich die jahrelangen Unterhaltszahlungen wert.

m