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  • #1

Heißt (sexueller) Fetisch = krankhafter Wesenszug?

Ich bin hier schon öfter auf dieses Thema gestoßen und frage mich natürlich inwieweit ein Fetisch (zum Beispiel hier im Forum schon öfter von einem Sockenfetisch gehört) noch zum normalen Rahmen von sexueller Befriedigung gehört? Wie manifestiert sich so etwas in einer Partnerschaft? Ab wann gibt es Handlungsbedarf (Therapie etc.)?
 
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Gast

  • #2
Therapie für einen Fetisch? Glaub nicht, dass das geht. So lange immer zwei damit umgehen können, ist das doch okay. Es gibt so viele Spielarten... Kann sein, dass das die Partnersuche erschwert...
 
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Gast

  • #3
Rein von der Logik her müsste es therapiert werden, wenn der Fetisch einen selbst oder jemanden anderen schadet.
 
  • #4
Fetische gelten als sexuelle Devianzen und sind ziemlich genau auf der Grenze zum krankhaften Verhalten. Sie gelten als nicht krankhaft, wenn der Verzicht auf den Fetisch dennoch erfüllte Sexualität ermöglicht und der Fetisch das normale Sozialleben nicht gefährdet. Das bedeutet also, dass man auch normalen Sex als befriedigend empfindet und der Fetisch nur ab und zu ein netter Zusatz ist und dass der Fetisch nicht das Denken und Handeln in anderen Bereichen bestimmt. Fetische sind dann krankhaft, wenn ohne den Fetisch keine erfüllte Sexualität möglich ist oder der Fetisch normale soziale Kontakte erschwert oder regelmäßig soviel an den Fetisch gedacht wird, dass er Denken und Handeln auch im Alltag beeinflusst. Nachtrag: Solche Fetische im Sinne sexueller Devianz manifestieren sich und können daher regelhaft als Krankheit aufgefasst werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Fetischismus


Allerdings hat jeder Mensch gewisse Vorlieben und jede hat gewisse Phantasien. Bei NICHT gestörten Menschen kommen und gehen diese Vorlieben jedoch und auch ohne Erfüllung der Vorliebe ist auf viele andere Arten befriedigender Sex möglich. So kann ein Mann darauf ganz besonders stehen, wenn die Frau Lederhandschuhe trägt oder mit Highheels ins Bett geht -- ist er gesund, wird er dennoch ganz normalen Sex in der Natur oder Dessous oder eben auch Sex mit Abwesenheit von Handschuhen und Highheels genießen können. Der "Fetisch" stellt dann nur einen besonderen Kick dar und solche Fetische verebben meist auch, wenn sie oft genug erfüllt wurden. Manchmal verebben sie schon nach zwei-, dreimal, manchmal nach Monaten. Nur ganz selten bleiben solche Fetische im gesunden Rahmen über längere Zeiträume stabil, sondern im Gegenteil wandeln sie sich, variieren, verebben. Da ist eher das Neue, die Abwechslung, die Erfüllung einer Phantasie entscheidend, aber es gibt eben keine Fixierung auf den Fetisch.

Anders sieht es aus, wenn ohne den Fetisch nichts geht oder es sich nur ganz schal für den Mann anfühlt. Wer Schmerzen beim Sex regelrecht braucht oder ohne Latex fast nichts davon hat, der leidet im wahrsten Sinne des Wortes an seinem Fetisch. Dann ist der Feitsch wieder ein deviantes Verhalten und der Übergang zur Krankheit fließend.
 
  • #5
@3 Das stimmt absolut nicht, dass die Fetische nach ein, zwei, oder mehreren Monaten verebben. Wer hat Dir denn so was gesagt? Im Gegenteil sie werden bei einigen Menschen nicht nur verstärkt sondern es kommen noch weitere Fetische dazu!!! Und zwar wechseln sie sich phasenweise gegenseitig ab. Ein Fetisch, sobald er sich manifestiert, bleibt er leider ein Leben lang bestehen. Mal ist die Fixierung stärker, mal schwächer aber sie wird nie für immer verschwinden. Die Menschen kann man nicht dagegen behandeln, man kann ihnen ihr Fetisch nicht "austreiben". Sie können in einer kognitiven-verhaltenstherapie Methoden und Techniken erlernen, die ihnen ermöglichen mit ihrem Fetisch umzugehen, bzw. ihn nicht auszuleben. (Pädosexuelle Menschen sind ein Beispiel für eine sexuelle Präferenz, die man nicht "heilen" kann).

http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Fetischismus

Ich habe aus Neugierde vor ca. 2 Jahren mit Männern in verschiedenen Foren gechattet, weil ich irgendwie fasziniert war, warum und wann diese sex. Deviaton entstanden ist. Somit weiss ich aus erster Hand, mehr Bescheid als Du. (Die Chatprotokole existieren noch!). Da Du offensichtlich keine Psychologin bist und ich auch nicht (obwohl ich gerne Psychologie studiert hätte) können wir keine Antworten geben. Wie sollen wir dem Fragesteller erklären, ob und wann ein Fetisch krankhafte Züge hat und ob er sich in eine Behandlung begeben soll, wenn nicht einmal die Fachwelt eine befriedigende Antwort darauf gibt. Keine der postulierten Theorien hat bis jetzt das "Phänomen" empirisch verifizieren können. Es finden auch kaum Untersuchungen statt, da das Thema schambesetzt ist. Die Bertoffenen müssten sich outen und sich für wissenschaftliche Untersuchungen selber zur Verfügung stellen. Doch welcher Mann würde dazu stehen ohne ausgegrenzt, ausgelacht oder abgelehnt zu werden, dass er zum Beispiel zur sex. Befriedigung Latex-Anzug tragen muss???

Ich weiss von 2 Männern, die in eine Therapie gingen, doch die Therapeutinnen selbst hatten nie über ihre Fetische gehört und wussten nicht, wie sie sie behandeln sollten. Der Fragesteller kann auch meinen Thread und auch die Bücher "Pervers, oder" von Brigitte Vetter und "Neosexualitäten" von Volkmar Sigusch, ein Sexualwissenschaftler, lesen. http://www.elitepartner.de/forum/ein-sehr-heikles-thema-fetischismus.html

FS wenn Du ein Fetisch hast, dann ist er ein "Wesenszug" von Dir, ausgesucht hast Du Dir das nicht willentlich. Du bist wie Du bist. Aber wenn Du darunter leiden solltest und Dich deine "Neigung" in deinem sozialen Leben stark beeinträchtigt, würde ich Dir eine Therapie empfehlen. Erkundige Dich welche Therapierichtung am wirksamsten ist. Soviel ich weiss, ist die obern genannte dazu am besten geeignet, aber sicher bin ich nicht. Viel Glück!
 
G

Gast

  • #6
<MOD: Kein hilfreicher Beitrag.>
 
  • #7
@#3: Du hast meinen Text gar nicht begriffen und rotzt und kotzt hier herum -- das ist eigentlich inakzeptabel. Reiß Dich mal zusammen und geh positiver an andere Beiträge heran. Du fällst hier wiederholt auf mit Deinem Missverstehen von klar formulierten Beiträgen.

Fetische im engeren, krankhaften Sinne manifestieren sich und sind oft dauerhaft, beeinflussen das tägliche Leben und werden zur Last, Störung und Krankheit. Genau deswegen sind die behandlungsbedürftig. Genau das habe ich auch deutlich gesagt.

Fetische im weiteren, spielerischen Sinne manifestieren sich im allgemeinen nicht, sondern verebben wieder. Wir beiden könnten sicherlich gemeinschaftlich argumentieren, dass man solche Dinge gar nicht Fetisch nennen sollte -- es wird aber leider von der breiten Bevölkerung so aufgefasst. Diese spielerischen Fetische manifestieren sich nur ganz selten -- und in diesen seltenen Fällen werden sie dann zum Fetisch im devianten Sinne.
 
  • #8
Was ist für Dich persönlich ein krankhafter Fetisch? Ich habe sehr gut verstanden, dass du zw. einem "gesunden" und "ungesunden" unterscheiden wolltest. Aber es ist auch nicht richtig, dass, wie Du @3 behauptest:" ...verebben meist, wenn sie oft genug erfüllt werden". Falsch! Sie können gerade die Fixierung noch stärker fördern. Ja und wie ich schon in meinem Thread unter @5 geschrieben habe, ist die Grenze zwischen gesundem und krankem Fetischismus fliesend. Wann ist ein Fetisch gesund: Wenn er 5x pro Monat ausgelebt wird oder 5x pro Jahr? Oder wenn er sich 3-6 x pro Monat in der Phantasie abspielt oder 10-12 x? Hast Du mit Menschen gechattet, die ein Fetisch hatten, oder kennst Du sogar welche, wie ich? Es war nicht nötig, dass Du den Wikipedia-Link nachträglich, hier postest. Das hatte ich ja schon zu weiterführenden Informationen selber bekanntgegeben, den auch der Fragesteller vielleicht schon selber im Netz gefunden hat. Und mich ärgert es auch, dass Du meine Informationen von meinem Thread @5 klaust. Das ist zu offensichtlich. Finde ich nicht fair!!!

Wir wissen auch nicht, ob der FS überhaupt ein Fetisch hat, und wenn doch, ob und wie er darunter leidet. Wenn er ohne Beeinträchtigungen im Alltag leben kann, dann ist eine psychotherapeutische Behandlung nicht nötig, da eine "Heilung" von seinem Fetisch mit den derzeitigen Methoden und Techniken der Psychotherapien nicht möglich ist.
 
  • #9
Gegenfrage: Wie definierst Du "normal" beziehungsweise "krank"?

Setzen wir mal das Zitat von #2 voraus:
"Rein von der Logik her müsste es therapiert werden, wenn der Fetisch einen selbst oder jemanden anderen schadet."
 
  • #10
@#8: Die Unterscheidung habe ich eigentlich bereits dargestellt:

Ein Fetischismus ist dann krankhaft und behandlungsbedürftig, wenn sexuelle Befriedigung ohne diesen Fetisch erschwert oder unmöglich ist. Im allgemeinen ist dann auch das Sexualleben mit normalen Menschen erschwert oder unmöglich, es entsteht ein Leidensdruck und soziale Inkompatibilität mit sexuell normal veranlagten Menschen.
 
  • #11
@Frederika:
Klar, ich wollte nur die persönliche Definition des FS in Erfahrung bringen. ;-D
 
  • #12
@9 <MOD: Homosexualität ist nicht das Thema hier!>

<MOD: Sticheleien entfernt.>

Ein Psychiater sagte mir: "Wir befinden uns immer auf dem neuesten Stand des Irrtums". Die Wissenschaft entwickelt sich weiter, es kommen neue FORSCHUNGSERGEBNISSE hinzu, andere werden als FALSCH verworfen, die Erde war im Mittelalter eine Scheibe, heute ist sie eine Elipse

@8 genau das ist schwierig auch für die Fachleute, zu definieren was "krank" oder "gesund" ist. Ich denke nur die betroffene Person selbst spürt , ob sie massiv leidet oder nicht. Es ist IMMER subjektiv. Und eine befreundete Psychotherapeutin erklärte mir, dass eine sexuelle Präferenz NICHT mit den gängigen Methoden und Technicken HEILBAR ist, weil auch die Ursprünge und die Ursachen im Dunkeln liegen.
 
  • #13
Aber lieber Fragesteller äussere Dich doch selber zu diesem Thema. Es ist anonym und niemand kennt Dich. Vielleicht würdest Du die Diskussion bereichern und erleichtern. Vielleicht hast Du nur aus Neugierde diese Frage gestellt, weil du eventuell fasziniert bist von diesem Thema :)
 
  • #14
Eine unwissenschaftliche Antwort, basierend auf persönlichen Erfahrungen:

Ein "Fetisch" ist ein Suchtmittel. Manche haben es halbwegs unter Kontrolle (das sind dann die, die nach der aktuell geltenden Definition noch nicht krank sind); bei anderen steht er im Mittelpunkt ihres Lebens.

Wie jede andere Sucht auch ist ein ausgeprägter Fetischismus alles beherrschend und hat man als Partner die Wahl, zu akzeptieren, dass man immer an zweiter Stelle kommen wird - oder man lässt es gleich sein.

Wo kommt es her?

Wie jede andere Sucht auch hat der Hang nach einem bestimmten Fetisch oftmals einen Zufallscharakter und mit äußeren Bedingungen zu tun, und sicherlich hat jeder Fetischismus tiefe Ursachen in der Kindheit. Der Fetisch, und erscheint er für Außenstehende noch so abwegig, erinnert auf einer unbewussten Ebene an Handlungen oder Situationen aus einer frühen Kindheit, als "alles" noch "in Ordnung" war.
französisch fétiche < portugiesisch feitiço = Zauber(mittel), eigentlich = (Nach)gemachtes < lateinisch facticius = nachgemacht, künstlich, zu: facere = machen

http://www.duden.de/rechtschreibung/Fetisch
Mit einer erwachsenen Sexualität hat Fetischismus aufgrund seines infantilen Herkunfts nichts zu tun, denn der Fetischist hat den Schritt zum menschlichen Partner als Objekt der Begierde nicht geschafft. Genau da liegt das Problem in einer Partnerschaft, die ohne verantwortliches, selbstreflektives und empathisches Handeln selten dauerhaft tragbar ist und noch viel weniger glücklich macht.

"Handlungsbedarf" gibt es bei Suchtmitteln und/oder Zwängen immer, und sei es, dass beim Betroffenen wenigstens ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, dass sein Verhalten selbstschädigend ist.
Aber das kann man, wie bei allen anderen Suchtformen auch, nur dann "therapieren", wenn dieser Mensch selbstständig den Entschluss hierzu fasst. Was bei Sexualität schwer ist, da das Ausleben der Sucht mit einem maximalen, körperlichen Genussempfinden verknüpft ist. (Aus diesem Grund lassen sich Pädosexuelle so ungerne "therapieren".)
 
G

Gast

  • #15
Von krankhaften Wesenzug kann man in diesem Fall nicht sprechen.

Da wir mittlerweile wissen, dass jeder Mensch mindestens einen kleinen moderaten Dachschaden hat, zieht man die Grenze von "krank" dort, wo diese Eigenschaft die Existenz bedroht (also Selbstmordgefährdung, Arbeitsfähigkeit wird eingeschränkt usw.) oder Rechte anderer verletzt.

Oder anders ausgedrückt: Solange Du mit Deinen Neurosen leben kannst,und auch der Gesellschaft nicht so auf die Nüsse gehst, dass die ihre Exekutive schickt, um Dich abzuholen, wird kaum ein Arzt oder Psychotherapeut Dir ein krankhaftes Problem diagnostizieren.

Die wenigsten Fetische sind daher krankhaft, genausowenig wie alle Sammel-Ticks, inklusive Schuh-Kauf-Manie, Rasenmäherperfektionismus oder völlig irrationales "tuning" von motorgetriebenen Fahrzeugen aller Art

m, 45
 
G

Gast

  • #16
Nein, grundsätzlich ist es genausowenig Krankhaft wie 2 verschiedene Rollenspiele beim Sex..

Wikipedia hat dazu eine tolle Beschreibung die ich genauso sehe.

Die Küchenpsychologen hier solllten übrigens weniger mit Wort "Krank" umherwerfen und es den Medizininern übelassen..

Die Psyche ist ein sehr komplexes Thema und nur wenn was für den einzelnen "nicht normal" ist muss es deswegen nicht krank sein..
M46
 
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