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  • #1

Hauskauf - ja oder nein, Lebenstraum oder Horrorvorstellung?

Eigentlich war ich mir immer im Klaren darüber, dass eine eigene Immobilie für mich nicht in Frage kommt. Ich bin sehr zufrieden mit Job, Partnerschaft, Familie, Einkommen, überhaupt meinem ganzen Leben. Finanziell habe ich keine Rücklagen außer einen "Notgroschen". Ich reise gern und gebe gern Geld für Schönes aus.
Jetzt aber ist es so, dass mein Mann die Immobilie seiner Eltern übernehmen könnte. Wahrscheinlich ist es die letzte Chance für so etwas. Sie liegt ca. 20 min. entfernt von unserem jetzigen Wohnort - in einem Vorort, der mich eher langweilt. Unseren jetzigen Ort haben wir bewusst ausgewählt. Trotz der hohen Miete fühlen wir uns sehr wohl.
Wenn wir das Haus "übernehmen", d.h., abkaufen, da sie es noch zu Lebzeiten verkaufen wollen, heißt das, dass wir gemeinsam einen Kredit aufnehmen. Wir haben wohlgemerkt nichts außer diesen "Notgroschen", wenn auch beide sehr gute Jobs. Damit wären alle finanziellen Entscheidungen allerdings definitiv gefällt. Das macht mir Sorge.
Noch dazu ist es nicht mein Lebenstraum, ich sah mich nie als stolze Immobilienbesitzerin, eher als Nomadin, die jetzt wegen dem Kind eine Weile an einer Stelle bleibt. Mein Mann dagegen würde es wahrscheinlich eher wollen, nicht um jeden Preis, sagt er, aber schon.
Ich dagegen liebe die letzten Reste meines ungebundenen Daseins in Form von Reisen und flüchtigen Vergnügungen, vielleicht, weil ich sonst sehr solide lebe. Ich möchte ihm aber auch nicht im Weg stehen, wir haben uns immer viel Raum gelassen, das hat sich bewährt. Übernehmen wir uns damit? Sollen wir es machen oder lassen?
Ich habe auch Angst, alles zu destabilisieren, denn bis jetzt haben wir nach wie vor viel Leichtigkeit im Leben.... und es ist schön, so wie es ist. Aber wäre es nicht auch klug, mehr für die Zukunft vorzusorgen? Bin für alle Tipps und Erfahrungen dankbar. Kann gern direkt sein, nur bitte nicht die Keulen rausholen.
 
  • #2
Liebe Bachfrau,

Rein wirtschaftlich macht eine Immobilie Sinn - Kreditzins niedrig, Mietsteigerungen nicht absehbar.

Mal als Zahl in den Raum geworfen - ein Angebot bei einer Provinzbank, 1,4% eff. 30 Jahre.
Und man kann als Kreditnehmer:in nach 10 Jahren immer raus.

Aus meinem eigenen Leben, ein Haus kann man verkaufen... Je nach Lage, natürlich.
Ist bei Euch die Lage gut, seid Ihr flexibel. Und gerade wenn man gerne viel unterwegs ist, mag ein fester Anlaufpunkt seinen Charme haben.

Mein erstes Haus habe ich nach 10 Jahren mit gutem Gewinn verkauft, ich habe wieder gebaut, der Wert ist auch da inzwischen deutlich gestiegen...
Und es wird wahrscheinlich, dass ich auch dieses nach insgesamt 10 Jahren weiter veräußere, zugunsten eines 3. Hauses. 😬😂😅. Neubau mit meinem Partner.

Was man nicht unberücksichtigt lassen sollte, ist das Emotionale.
Wo stehst Du, würdest Du Dich wohl fühlen können, oder - ich erinnere mich aus dem Wohn-Thread, Dir ist Wohnen nicht wichtig?
Wie fühlt Dein Mann? Es ist das Elternhaus, gibt es da Bindungen, wie sieht er es?

Manchmal braucht es Kompromisse - wenn einem etwas egal ist, der/dem Anderem dieses aber wichtig, dann finde ich, hat letztere:r die Priorität.

Letztendlich musst Du in Dich hinein fühlen, Dein Mann in sich, und Ihr müsst miteinander reden und entscheiden.
Mir helfen bei solchen Entscheidungen nicht nur das Gefühl, auch wenn das am Ende den Ausschlag gibt - sondern Fakten, Listen mit Pro /Contra.

Basta, Punkt - wie hier gelegentlich als DIE einzig WAHRE Lösung kommt - ist in Partnerschaften mE keine Lösung.

W, 51
 
  • #3
Hey, diese Frage stellen sich viele heutzutage. Ich persönlich würde dir eher abraten, weil:

- Ihr habt keine finanziellen Rücklagen. Was macht ihr, wenn der Heizkessel kaputt geht, das Dach erneuert werden muss usw? Mit Rücklagen kein Problem, aber ohne bist du dann immer am Limit. Auch eine eigene Immobilie kostet laufend Geld. Umso mehr, je älter diese ist.

- Du fühlst dich im Moment in deinem Ort wohl. Kennst du den neuen Ort? Würdet ihr euch dort vom Publikum her wohl fühlen? Gibt es gute Freizeitmöglichkeiten? Wie ist die Anbindung? Verschlechtert sich euer Arbeitsweg? Gibt es gute Schulen?

- Du fährst gerne in den Urlaub. Könntest du dir vorstellen, die nächsten Jahre zugunsten des Kredits darauf zu verzichten? Ich kenne viele Familien, die waren seit dem Hauskauf nicht mehr im Urlaub.

- Willst du für immer dort bleiben? Der Kredit wird bestimmt bis zu eurer Rente laufen. Willst du noch ein weiteres Kind? Dann hättest du Verdienstsusfall. Sind eure Jobs sicher? Was ist, wenn jmd den Job verliert und ihr umziehen müsst?

Viele in Deutschland sind Einzelkinder und erben eine Immobilie. Das sind dann andere Voraussetzungen. Ich zb werde auch ein Haus im tiefen Land erben. Da ich dort aber nicht hin will und dort auch beruflich keine Möglichkeiten habe, werde ich es dann vermieten.

Tipp: Geht zu einem unabhängigen Berater, der euch alles vorrechnet. Sprecht mit Freunden, die einen Kredit am Hals haben. Wie hoch wären die Raten? Bitte nicht zur Bank, die wollen immer verkaufen, egal was ist... LG w31
 
  • #4
Ich kann deine Bedenken gut verstehen.

Ich habe mich anno dazumal (vor 24 J.) auch von meinem Ex und der Familie zum Hauskauf im Dorf 25 km vor 'meiner' Stadt überreden lassen.
Bereut habe ich es nicht wirklich, aber wirklich glücklich bin ich auch nicht damit. Es ist in erster Linie eine finanzielle Entscheidung zu bleiben.

Es hat sich zwischenzeitlich sehr rentiert, die Rate betrug weniger als die Mieten einer halb so großen Wohnung in der Stadt, dazu gutes Umfeld, frische Luft, ein großer Garten. Kann schön sein, wenn man einen Mann hat, der handwerklich begabt und fleißig ist. Zu Lockdownzeiten top.

Wenn man abends mal ausgehen will, immer die Fahrerei, nix trinken, immer lange Wege. Die Dorfmenschen auch nicht wirklich mein Fall.

Kann zum Alptraum werden, wenn frau alles alleine machen muss und keine Lust auf Gartenarbeit hat oder finanzielle Reserven fehlen.
Für mich bleibt das Haus eine Hass-Liebe.

Mein Rat daher: überlege es dir gut und nimm deine emotionalen Bedenken wichtig. Du musst dich in erster Linie wohlfühlen.


W 47
 
  • #5
Liebe FS,

wenn sie es verkaufen wollen, können sie sich doch einen anderen suchen oder bekommt ihr das Haus günstiger? Wenn du dich mit dem sesshaft Werden nicht wohlfühlst, dann lass es. Ich an deiner Stelle würde es nicht tun. Du musst dich wohlfühlen, nicht deinen Schwiegereltern einen Gefallen tun. Wenn die Lage und der Zustand gut ist, bekommen sie es auch so verkauft.

Und was heißt letzte Chance? Wenn die finanziellen Rahmenbedingungen passen, bekommt ihr auch in späteren Jahren noch einen Kredit. Passen sie jetzt nicht, bekommt ihr auch jetzt keinen oder nur zu schlechten Konditionen. 1,4 % effektiver Jahreszins wird bei eurem geringen Eigenkapital nicht drin sein, aber da kannst du dich beraten lassen.

Und ganz ehrlich - ich persönlich würde nichts kaufen, was ich mit hoher Wahrscheinlichkeit später sowieso erben werde. Klar, ihr wisst nicht, was deine Schwiegereltern geplant haben und ob das Erbe später noch da sein wird, trotzdem hat es aus meiner Sicht ein Geschmäckle.
Ich werde später die Hälfte des Hauses meiner Eltern erben, wenn nichts unvorhergesehenes passiert. Mein Mann die ETW seiner Eltern. Sie würden nie auf die Idee kommen, dass wir sie ihnen abkaufen müssten. Genauso werden unsere Kinder später unser Haus erben. Ist es nicht normal, dass man seinen Kindern einen besseren Start verschaffen will, als man selber hatte? Die Eltern zu finanzieren kenne ich nur von Familien, die sozial schlechter gestellt sind und wo die Eltern von Altersarmut bedroht sind.
Ich werde sicher Contra auf meine Ansicht bekommen, aber in meinem Umfeld ist es so.

W35
 
  • #6
Ein Haus ist was tolles, keine Frage. Die Finanzierung sehe ich aber als schwierig an. Mit einem Notgroschen kommt ihr nicht weit.
In Zeiten von Corona haben wir alle gelernt, wie schnell man seinen Job los ist. Das würde dann bedeuten, das ihr euer Haus vielleicht verkaufen müsstet. Und mit diesem Druck steht ihr bei potentiellen Käufern nicht gut da.
Ich habe beruflich u.a. tagtäglich Kaufverträge von Häusern auf dem Tisch. Häuser, die 'heiß' finanziert werden, weil eben kein Eigenkapital zur Verfügung steht. Meistens von jungen Familien mit nur einem Einkommen, weil zu einem Haus ja auch mindestens 1 Kind gehört. Und genau diese Familien beantragen dann finanzielle Unterstützung bei der Stadt, weil die Kitagebühren nicht bezahlt werden können. Da kräuseln sich meine Haare.

Nach meiner Trennung musste mein Ex mich bezüglich unseres Hauses auszahlen. Das Haus war toll, aber auch eine Menge Arbeit und Verpflichtung. Heute lebe ich in einer Wohnung, habe alles was ich brauche, habe finanziellen Frieden und kann meine Freiheit genießen.
Mein Geld stecke ich lieber in Fonds, anstatt mir nochmal ein Haus ans Bein zu binden.
 
  • #7
ohne finanzielle Reserven würde ich das auch nicht empfehlen, du musst mindestens das Geld für den Notar und andere Gebühren haben, aber auch den Rest mit der Bank zu finanzieren, bei einer halbglücklichen Entscheidung, würde ich nicht machen. Es sei denn du willst das Haus vermieten, dann vielleicht, da es Kapital bildet. Also eher nicht.
 
  • #8
Ich habe kein Haus, ich habe in einem gewohnt und möchte kein Eigentum, insofern kann ich dir da in Richtung nichts sagen. Wo ich Erfahrung habe, sind Entscheidungen, die nicht mit dem Verstand, sondern nach dem Bauchgefühl getroffen wurden. Insofern kann ich dir sagen - wenn du innerlich nicht hundertprozentig überzeugt bist, wirst du scheitern. Innerer Impuls gibt uns Kraft, Energie und Motivation weiter zu machen, wenn es gerade stockt oder nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben. Alles andere sind technische Detail, die lösbar sind. Ansonsten wirst du körperlich und seelisch zu Grunde gehen und die getroffene Entscheidung als Last wahrnehmen.
Setz dich in ruhiger Minute hin, denk nicht an Kosten, Rente oder Wünsche deines Mannes, sondern stell dir vor, du wohnst in diesem Haus und in diesem Ort. Empfindest du Freude? Öffnest du dich? Oder verkrampfst du und würedest am besten weglaufen? Bedenke, dass Haus ähnliche Entscheidung ist wie Kinder ja oder nein, hier gibt es kein Kompromiss, sondern entweder stehst du voll dahinter oder du hast Zweifel.
Überlege ausserdem vorher dein Nomadengefühl kommt und warum macht es dir Sorgen sesshaft zu werden. Kann sein, dass dein Mann vielleicht gar nicht der richtige ist und das Leben mit ihm nur durch deine regelmäßige Ausbrüche aus dem Alltag zu bewältigen ist? Wäre ein Kompromiss, dieses Haus zu verkaufen und irgendwo anders gemeinsames zu suchen, falls du dich doch für Haus entscheidest?
Also, du stehst jetzt vor einer grundlegenden Entscheidung, wohin dein Leben weiter geht und vor allem, mit wem. Dies muss eine Herzensangelegenheit werden, dein Kopf hilft dir da nicht weiter.
 
  • #9
Also, ich denke ihr würdet einen guten Preis bekommen für das Haus (da Familieneigentum).
Ich würde das so gestalten, dass noch genug Luft nach oben ist und es nach Möglichkeit jeder von euch einzeln tragen könnte, im Falle einer Trennung (da würde dein Freund das Haus vermutlich übernehmen wollen).
Die Zinsen sind niedrig. Baut es zukunftsorientiert um, plant genug Puffer ein, gerade bei älteren Häusern kann es mal zu bösen Überraschungen kommen.

Ich finde es ganz gut was eigenes zu haben, man hat seine Ruhe, Vorort ist doch toll noch mehr Ruhe. 🙂

Wenn das so weiter geht gewinnt das Haus an wert und man kann es im Zweifelsfall verkaufen oder vermieten.

Finde eine eigenen Immobilie schon ziemlich vorteilhaft, es ist deins, du kannst damit machen was du willst. Keine lauten Nachbarn über dir, die kiffen oder auf dem Balkon grillen, die auf deinem Parkplatz (für den man monatlich bezahlt) parken (naja nachdem ich ihm angeboten habe sein Auto abschleppen zu lassen hat er es dann gelassen 🤷‍♀️)
Keine Ärgernisse mit Nachbarn im Haus, Vermietern oder der Hausverwaltung.
Aber klar du bist dann nicht mehr so flexibel, kannst nicht mal eben wegziehen. Deshalb solltest du dich da auch wohlfühlen und nichts überstürzen.
Ich fand es total toll alles zu planen und zu gestalten, auch aus einer Bestandsimmobilie kann man so viel rausholen und zaubern. 🧚‍♀️

Am Ende solltest du dir sicher sein was du machen möchtest, dich da wohlfühlen, nicht nur etwas machen um deinen Partner glücklich zu sehen, wenn du dich in dem Haus/Ort unwohl fühlst dann wirkt sich das negativ auf deine Gesamtstimmung aus.

Fahrt doch ein paar mal hin, schaut es euch an, überlegt. Dann wenn du dir sicher bist, würde ich Expertenrat hinzuziehen, der einmal schaut was gemacht werden muss (Leitungen, Heizung, Dach etc.) um einen Kostenplan aufzustellen, dann zur Bank ein Angebot einholen, eventuell lohnt sich KFW-Förderung wenn ihr das Haus effizienter umbaut.

Du musst dich wohlfühlen. Man ist schon eingeschränkt, kann nicht eben mal, aber das muss nicht end-endgültig sein. Deshalb schaut, dass jeder von euch alleine auch das Haus tragen kann, dann kann man wenn’s irgendwann miteinander nicht mehr sein sollte daraus kommen. Und vor der Rente fertig werden mit abbezahlen und einkalkulieren, dass nach einigen Jahren auch mal Sachen erneuert werden müssen. Zb neuer Anstich, neuer Boden, neues Bad etc.

Man kann auch noch reisen, muss man eben schauen wie teuer die Immobilie wird und Geld beiseite legen für reisen, kann man im
Moment ja sowieso nicht. Das Leben ist nicht vorbei nur weil man ein Haus hat, muss eben im finanziellen Rahmen passen um sich die anderen Dinge weiterhin leisten zu können.

W 26
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Sie würden nie auf die Idee kommen, dass wir sie ihnen abkaufen müssten.
Das finde ich auch schräg. Meine Eltern haben mir das Haus jetzt sogar schon überschrieben und ich muss sie quasi dazu zwingen, dass ich die laufenden Rechnungen, die da so anfallen, übernehme, um sie zu unterstützen. Naja, kommt ja drauf an, was sie mit dem Geld danach machen wollen, ob sie sich eine kleinere Wohnung kaufen wollen usw. Aber ich würde als Elternteil nie mein Haus an meine Kinder verkaufen. Naja, die Mutter von meinem Ex hat ihn immer um Geld angehauen und war der Meinung, er sei ihr was schuldig. Es gibt also alles.
Ich würde es unabhängig davon machen, dass das das Haus seiner Eltern ist. Wollt ihr hinziehen und die finanziellen Belastungen auf euch nehmen oder nicht? Man bindet sich halt schon sehr. Auch wenn es finanziell grad klug sein mag, ich kann total verstehen, dass man gern dort leben möchte, wo man sich wohlfühlt und nicht einen Kompromiss eingehen mit vielen negativen Seiten.
Haus kostet jedenfalls auch immer Geld, das sollte einem bewusst sein. Mein Vater muss jetzt das Dach wieder neu machen lassen; ständig ist was kaputt und da läppert sich einiges zusammen. Das würde ich nur in Kauf nehmen, wenn ich dort auch wirklich leben will, denke ich.
w, 37
 
  • #11
Das ist auf der einen Seite eine Frage der Lebensvorstellung. Als Immobilienbesitzerin bist Du grundsätzlich erstmal eher immobil. Das Haus steht an einem Ort, an dem Du Dich wohlfühlen musst, auch auf Dauer. Es muss so gebaut und aufgeteilt sein, dass es Dir gefällt, samt Garten und Umgebung. Wenn was kaputt ist: selber kümmern! Aber dafür hast Du Freiheit, kannst gestalten und hast oft auch mehr Platz als in einer Wohnung.

Die andere Seite ist die wirtschaftliche.
Rückblickend betrachtet habe ich über die letzten knapp 30 Jahre in mehreren Immobilien ungefähr angespart, was ich abgezahlt habe, wenn man Reparaturen etc. mit einbezieht. Und natürlich mietfrei gewohnt, in meinem Fall steuerlich günstig vermietet und das ist insgesamt der eigentliche Gewinn.
Ein Haus ist aus meiner Sicht in erster Linie eine Spardose und ich finde es angenehm, in Eigentum zu wohnen. Zusätzlich sparst Du natürlich fürs Alter, auch da reduziert mietfrei die Ausgaben, ich finde das sinnvoller als irgendwelche Versicherungen. Geschmackssache. Und ohne Eigenkapital dauert es lange, bis abbezahlt ist.
Auf Reisen etc. musste ich nicht verzichten und würde auch nicht so finanzieren, dass es notwendig wäre. Dafür ist das Leben zu kurz, gerade wenn man nicht unbedingt ein Haus haben will.

Ich würde also nur kaufen, wenn es samt Umbaukosten unter Marktpreis bleibt, sich problemlos finanzieren lässt und vor allem ihr euch dort beide wohl fühlt.
 
  • #12
Jetzt aber ist es so, dass mein Mann die Immobilie seiner Eltern übernehmen könnte. Wahrscheinlich ist es die letzte Chance für so etwas. Sie liegt ca. 20 min. entfernt von unserem jetzigen Wohnort - in einem Vorort, der mich eher langweilt. Unseren jetzigen Ort haben wir bewusst ausgewählt.
Das fühlt sich von mir für dich nicht gut an!
Trotz der hohen Miete fühlen wir uns sehr wohl.
Wenn wir das Haus "übernehmen", d.h., abkaufen, da sie es noch zu Lebzeiten verkaufen wollen, heißt das, dass wir gemeinsam einen Kredit aufnehmen. Wir haben wohlgemerkt nichts außer diesen "Notgroschen", wenn auch beide sehr gute Jobs.
Mit deiner Geisteshaltung und deiner Einstellung, würdest du dabei unglücklich werden!
Damit wären alle finanziellen Entscheidungen allerdings definitiv gefällt. Das macht mir Sorge.
Noch dazu ist es nicht mein Lebenstraum, ich sah mich nie als stolze Immobilienbesitzerin, eher als Nomadin, die jetzt wegen dem Kind eine Weile an einer Stelle bleibt. Mein Mann dagegen würde es wahrscheinlich eher wollen, nicht um jeden Preis, sagt er, aber schon.
Er kann das doch in eigener Sache machen und das Objekt dann vermieten!
Ich dagegen liebe die letzten Reste meines ungebundenen Daseins in Form von Reisen und flüchtigen Vergnügungen, vielleicht, weil ich sonst sehr solide lebe. Ich möchte ihm aber auch nicht im Weg stehen, wir haben uns immer viel Raum gelassen, das hat sich bewährt. Übernehmen wir uns damit? Sollen wir es machen oder lassen?
An deiner Stelle würde ich das nicht tun, ich würde niemals Geld und/oder Besitz über meine Lebensträume und/oder Lebenswünsche stellen, sie machen bestimmt unglücklich!
Ich habe auch Angst, alles zu destabilisieren, denn bis jetzt haben wir nach wie vor viel Leichtigkeit im Leben.... und es ist schön, so wie es ist. Aber wäre es nicht auch klug, mehr für die Zukunft vorzusorgen? Bin für alle Tipps und Erfahrungen dankbar. Kann gern direkt sein, nur bitte nicht die Keulen rausholen.
Was dir nicht gut tut, solltest du auch nicht tun, ganz einfach, höre ausschließlich auf dein Bauchgefühl und denke nicht zu tief in der Zukunft, denn keiner weiß, ob wir die Zukunft überhaupt erreichen!!
 
  • #13
dass mein Mann die Immobilie seiner Eltern übernehmen könnte.
Dazu etwas mehr Info. Was ist damit verbunden, ist das Haus Schuldenfrei sind da noch Geschwister, wo bleiben die Eltern usw. Ein Haus, wenn Du einigermaßen fix bis in solchen Dingen kann nicht so belastend sein wie Du denkst. Aber wie gesagt hängt von vielen Faktoren ab. Ich würde so, wie Du es gerade erzählst, so etwas unwissend in der Sache usw. mich einfach mehr informieren und mach Dich vertraut mit Schulden, wo aber auch immer was hintersteht, in diesem Fall ein Haus.
 
  • #14
Rein wirtschaftlich macht eine Immobilie Sinn - Kreditzins niedrig, Mietsteigerungen nicht absehbar.
Nicht unbedingt. Es hängt davon ab, wie Du leben willst.

Die FS wohnt in der Innenstadtlage und will nicht in den ruhigen Vorort ziehen. In ihrer bevorzugten Innenstadtlage wiederum sind die Immobilienpreise so hoch, dass sie sich ohne ein entsprechendes Eigenkapital und trotzdem dauerhaft hohe Finanzierungskosten garnichts leisten kann. Mieten kann sie dort sehr wohl was und Mietsteigerungen gehen in vielen Bereichen ins Leere - mietet keiner, weil er sich das nicht leisten kann und dann stagnieren die Preise oder sinken.
Das kann man bei hochpreisigen Mietobjekten in vielen Städten mit Neubauboom feststellen - 18 € werden aufgerufen, 14 gezahlt.

Es ist niemals wirtschaftlich, so zu leben wie man nicht leben will, insbesondere nicht, wenn es dann die Beziehung zerstört.

Darüber hinaus: das Haus der Eltern ist ein älteres Haus, vermutlich in der Ausstattung nicht das, was die FS sich vorstellt und mit großer Wahrscheinlichkeit mit Renovierungsstau, d.h. noch mehr Kosten. Keiner investiert viel in eine richtige Renovierung und verkauft dann.

Viele alte Leute verkaufen, weil sie sonst groß investieren müssen und stellen jetzt fest: Handwerk hat goldenen Boden oder klar gesagt "ups, die Renoverung kostet so viel, die können wir nicht selber machen und machen lassen nicht bezahlen".
Ohne Eigenkapital sowas zu kaufen ist unwirtschaftlich, denn niemand weiß, wie lange die Zinsen so niedrig bleiben und dann kommen mit einem Mal große Kosten wie neue Heizung etc.

Liebe FS,
ein Haus im Vorort passt nicht zu Deinem Lifestyle. Es würde nur Stress in eure Beziehung tragen. Also lass es.
Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist ein va banque-Spiel, Also lass es.

Ich hatte ein Haus auf dem Dorf. Für viele wäre es ein Traumhaus gewesen. Ich bin so froh, dass ich jetzt wieder in einer Stadtwohnung wohne - trotz neu angeschafftem Hund. Haus im Vorort der Großstadt hatte ich auch - war das Gleiche wie in einer unattraktiven Kleinstadt wohnen.
Dem Landleben bin ich mit 18 geflohen und an den Gründen hat sich bis heute nichts geändert. Ich bin ein Stadtmensch selbst als Landkind schon gewesen.

Du weißt wie Du leben willlst. Tu genau das, statt sehr viel Geld dafür zu bezahlen und beunruhigende Schulden dafür zu haben, so zu wohnen wie Du nicht wohnen willst.

Unser Haus hat ein Neffe als Anteil übernommen, d.h. nicht bezahlt. Irgendwann zahlt er seinen Bruder und Cousinen aus, wenn er es finanziell schafft.
 
  • #15
Wenn ich vor 30 Jahren so weit gewesen wäre wie ich heute bin, ich hätte auf jeden Fall eine Immobilie erwerben sollen. Oder 2 oder 3. Das deutsche Denken, ich muss in einem Haus wohnen bis zum Ende, haben andere Länder nicht so. Ich sehe das eher als Kapitalanlage, man muss nicht drin wohnen. Und man kann es verkaufen wenn nicht mehr gewünscht. Ich bin ja nun schon spießig, das Denken an die Altersversorgung kann man gar nicht früh genug anfangen.
 
  • #16
1,4 % effektiver Jahreszins wird bei eurem geringen Eigenkapital nicht drin sein,

Das Angebot war ohne Eigenkapital, nur aufgrund des Berufes. Das am Rand.

Und noch eine Randbemerkung, wenn ich tatsächlich ein 3.mal baue, biete ich dem Sohn, der es haben möchte, mein jetziges zum Kauf an, vergünstigt, aber Schenken kann ich nicht.
Das sind auch Beträge, die nicht gerade Kleinvieh sind.
Will es keiner, geht es zum Marktpreise an den Meistbietenden, ganz einfach.

Und das Thema Erben? Nun, klar, so ab 55 können sie hoffen... Ich war eine junge Mutter.
Prinz Charles wartet heute noch auf sein Erbe😉

Nun, und wenn ich hier das Mietniveau anschaue, plus die regelmäßigen Erhöhungen, da bin ich froh um mein Haus.

Hier werden einige blass, wenn ihnen auf einmal bewusst wird, dass die Rente deutlich weniger ist, als das Einkommen.
Das Thema Wohnarmut ist Thema.

W, 51
 
  • #17
wenn sie es verkaufen wollen, können sie sich doch einen anderen suchen oder bekommt ihr das Haus günstiger?
Ganz wichtige Fragen!!!
Wenn die Eltern es nur los werden möchten und einen Marktpreis erzielen wollen, dann sollen sie es auf dem Markt verkaufen.
Wollen sie ihr Erbe weiterreichen zu Lebzeiten und eine Steuerersparnis anvisieren, muss gerechnet werden.
Möglicher mindest Kaufpreis ( Legalisierung) zu Freibetrag gegenrechnen.
Bitte Vorsicht bei unüberlegten und nicht gerechneten Handlungen.
Wird es ein Anlageobjekt sollten die Kosten plus Rücklagenbildung im deutlich sichtbaren Bereich sein.
Solltet ihr selbst drin wohnen, müssen sich alle mit dem Gedanken wohl fühlen, sonst geht etwas bei euch nachher zu Bruch.
Gut nachdenken und vor allem gemeinsam.
M50
 
  • #18
Naja, ein Haus sollte man schon unbedingt wollen, ist ja doch eine grosse finanzielle Belastung.

Andererseits könntet ihr es später ja auch wieder verkaufen. Falls die Gegend boomt, mit Gewinn.

Wäre der Preis unter dem Marktwert und wieviel müsstet ihr in Renovierung oder Umbauten stecken?

Du kommst mir nach deinen früheren Beiträgen nicht vor wie jemand, der in einem langweiligen Vorort glücklich werden kann, aber das musst du selbst wissen.

Was planen die Eltern eigentlich? Wollen sie in eine kleinere Wohnung in der Nähe ziehen? Dann wäre da vielleicht auch wesentlich mehr Kontakt. Willst du das?

Haus kostet jedenfalls auch immer Geld, das sollte einem bewusst sein. Mein Vater muss jetzt das Dach wieder neu machen lassen; ständig ist was kaputt und da läppert sich einiges zusammen.
Ja, das geht dann schnell ordentlich ins Geld.
 
  • #19
Hi Bachfrau,
Auch ich würde speziell dir eher abraten.
Ich bin inzwischen begeistert von der eigenen Immobilie, weil man so viel mehr FREIraum hat, alle Entscheidungen selbst treffen kann, aber auch MUSS. Das ist zugleich der Nachteil, wenn irgendwas ist, dann müsst ihr was machen. Aber wie schon gesagt wurde, ihr könnt alles gestalten, wie ihr wollt. Wenn man eine Wand raushauen will, dann macht man das. Horrorvorstellung ist für mich eher meine Mutter, die sich als lebenslange Mieterin nicht mal traut, Nägel für Bilder in die Wand zu hauen, denn "wenn sie mal ausziehen muss, muss das ja wieder zugemacht werden", als ob das irgendein Aufwand wäre. Früher als ich mietete, hab ich aber meine Wohnung auch nur begrenzt gestaltet, jetzt in der ETW fühle ich mich wunderbar frei.

Auch als Vorsorge fürs Alter ist es nicht schlecht - ich lebe zwar gern im Hier und Jetzt, aber wenn ich mir in meinem Fall in 10 Jahren ein leichteres Leben machen kann und nur Nebenkosten zahle, kann ich dreimal so oft in den Urlaub fahren ;)

Vor einem Haus schrecke ich allerdings auch zurück. Eine ETW passt für meinen Freund und für mich (mit zwei Kindern), weil die Arbeit deutlich geringer ist. An einem Haus muss man schon einiges machen. Ich würde auch nicht so gern aufs Land ziehen, wir wohnen jetzt sehr nah an der Innenstadt, ich glaube du auch, die Lage ist einfach für bestimmte Leute besser als wenn du deinen Sohn dauernd rumfahren müsstest.

Ja und wie hier schon gesagt wurde - ohne finanzielles Polster würde ich es auch nicht machen. @MissCosmo hat Recht, ein Dach kann schnell mal 30.000€ oder mehr kosten, und der Kredit muss trotzdem laufen. Nicht alle Reparaturen lassen sich aufschieben, da hast du keinen Vermieter, der sich kümmert, während du im Urlaub bist.

w37
 
  • #20
Willst du ein Haus?
Wenn ja, dann mach es.
Wenn nein, dann sag es.
Das sollte doch kein Problem sein.
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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