• #1

Haus gekauft - Trennung - und jetzt?

Was macht man am besten, wenn man gemeinsam ein Haus gekauft hat (mit Kreditaufnahme) und jetzt vor dem Scherbenhaufen der Beziehung steht, also im Klartext: Trennung!...Zusammenbleiben wegen dem Haus? Leider ist das gerade ein sehr sehr ungünstiger Zeitpunkt für eine Trennung, weil man hier auch eher schlecht oder nur unter ganz ungünstigen Konditionen aus dem Vertrag rauskommt...War jemand schon einmal in einer ähnlichen Situation und kann hier hilfreiche Empfehlungen geben?
 
  • #2
Man müsste schon wissen, um wieviel Geld es geht, also Restschuld, Einkommen der beiden Beteiligten, eventuelle Vermögenswerte. Kann einer von beiden den Vertrag ganz übernehmen? würde das einer von beiden wollen? Könnte er dem anderen eine entsprechende hälftige Vergleichsmiete zahlen und das Objekt selbst nutzen? Kann man das Objekt vermieten, so dass es sich inkl. Tilgung zumindest trägt?

Die Konditionen für Immobilienfinanzierung sind derzeit extrem gut -- wie waren sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschluss? Lohnt es sich umzuschulden oder den Vertrag zu behalten? Wieviel Vorfälligkeitsentschädigung würde die Bank verlangen? Welche Vermietungschancen und Miethöhe schätzen ortsansässige Makler (unbedfingt fragen, ist für Dich kostenlos)?

Zusammenbleiben wird wohl kaum gehen -- spätestens wenn einer einen neuen Partner oder auch nur Affären hat, wird es absolut unerträglich.
 
G

Gast

  • #3
Warum sollte man wegen einem Haus zusammen bleiben? Ich höre immer wieder, das Paare nur wegen einem Haus zusammen bleiben. Wie lange seit ihr schon zusammen? Und warum wollt ihr euch trennen. Ist die Liebe weg oder hat jemand von euch einen anderen Partner? Kann man glücklich sein, wenn man nur wegen einem Haus zusammen bleibt? Auf dauer geht das nicht gut. Ist das materielle denn sooooo wichtig im Leben. Ich kann das nicht verstehen. Und für mich ist das kein Grund, deshalb zusammen zubleiben.
 
G

Gast

  • #4
Das Beste wäre es, das Haus zu verkaufen, das Darlehen zurückzuzahlen, den Rest hälftig zu teilen. Doch für Verkäufer ist, je nach Region, die Marktlage eher schlecht, d. h. man wird wohl kaum den Einstandspreis erlösen. Für einen Einzelnen ist ein Haus wohl eher zu gross, zumal bei durchschnittlichem Einkommen. Denn es gilt ja nicht nur den anderen auszuzahlen, die damit verbundenen Raten (Zins u. Tilgung) monatlich zu berappen, sondern es fallen auch Unterhaltungskosten an, Nebenkosten, Pflege und vorallem bei älteren Immobilien solltest Du in regelmäßigen Abständen auch instandsetzen und sanieren.
Ein wichtiges Argument für einen Verkauf wären für mich vorallem die Erinnerungen die mit dieser Immobilie verbunden sind. Ich wollt nicht allein in diesem Haus leben!
Wir haben bei unserer Scheidung unser Haus verkauft - allerdings war es schuldenfrei - weil keiner es haben wollte!
 
G

Gast

  • #5
Ich hab das Haus nach der Trennung behalten,ihr den Hälfteanteil(meist geht es nur mit Kredit) ausgezahlt und wohne seitdem selbst darin.#1Frederika hat es schon schön auf den Punkt gebracht:Möchte einer von euch beiden überhaupt das Haus behalten und wie hoch ist der Hälfteanteil,der übernommen werden müßte?Ist es für eine Person finanzierbar,oder in Finanzierungshöhe vermietbar-wenn nicht gütlich und möglichst in Ruhe verkaufen-ansonsten winkt die schlechteste Lösung-die Versteigerung.Sie wird angeordnet,soviel wie mir bekannt ist,wenn einer der Parteien den Hälfteanteil Geld möchte,aus dem Vertrag heraus will und der Andere nicht!Das gemeinsame Eigentum besteht auch weiter nach der Scheidung oder Trennung,wäre also bei beiderseitigem Verständnis auch in Ruhe und Bedacht verkaufbar .Leider ist meist einer von Beiden Geldgeil und kopflos und besteht vor Scheidungsurteil auf Vertragsbeendigung,sodaß oftmals im Zuge des Scheidungsstresses die Immobilie weit unter Wert veräußert wird.
Am besten mit der Bank alles besprechen(Konditionen,Umschuldung,usw)sowie mit dem anderen Teilhaber/Partner einen Gesamtpreis(je geringer,desto geringer ist der zu übernehmende finanzielleHälfteanteil) des Hauses für eine event.Übernahme festlegen.
Ich habe erst das rechtskräftige Scheidungurteil+1 Monat(Wiederspuchsfrist)verstreichen lassen und notariell verbrieft auf die Löschung des Anderen aus dem Grundbuch vor Zahlungsfluß bestanden.Nicht das die Kohle weg ist und die andere Hälfte Haus trotzdem noch laut Grundbuch der zweiten "Partei" gehört.
Wie schon gesagt-am besten erst einmal gemeinsam einen Preis festlegen,die eigenen Finanzen sowie Langzeiteinkommensgarantie überprüfen und Fachleute,wie Bank,event.Schätzer usw .zu Rate ziehen-da es noch eine Menge andere Dinge zu beachten gibt.
Es ist nur meine persönliche Meinung,wie ich vorgegangen bin-es ist keine Fachauskunft vom Profi!

m48
 
G

Gast

  • #6
Hallo lieber Fragesteller,

ich kann es lediglich aus meiner eigenen Perspektive schildern: Ich habe damals meiner Frau den Anteil am gemeinsam gekauften Haus ausbezahlt. Im Vorfeld habe ich alles genau geregelt, das bedeutet, den Verkehrswert schätzen lassen (unabhängiger Gutachter (von der Stadt oder der Gemeinde, musst Du Dich im Internet schlaumachen) - kostet Geld, ist aber im Scheidungsverfahren anerkannt. Um Gottes Willen keine Makler, da bekommst Du nur Probleme... Ein Freund von mir hat das alles über einen Makler gemacht, und der Scheidungsrichter hat ihn gefragt, was er denn dem Makler für das Gutachten gezahlt habe..., kein Witz!), abzüglich der noch offenen Hypothekenbelastung und dann anteilsmäßig auszahlen. Ich weiß, das ist eine Lösung, die ich mir nur leisten konnte, weil ich selbstständig bin, und dadurch gewisse finanzielle Belastungen besser abfedern konnte.
Ansonsten ist ja auch die Frage zu erörtern, ob Du selbst oder Deine Frau in dem gemeinsamen Haus bleiben will.

Dann musst Du auf jeden Fall mit der Bank reden, da ja der Kreditvertrag sicherlich auf Euch beide läuft. Wenn nämlich der eine Kreditnehmer ausfällt, dann wird seitens der Bank einfach der andere Kreditnehmer in die Pflicht genommen. Du wirst sehen, wie sich das Verhalten Deiner Hausbank Dir gegenüber "relativiert"...

Dann solltest Du Dich unbedingt (sofern möglich) mit Deiner Frau zusammensetzen, denn sie sollte ja auch ein gewisses Interesse daran haben, dass die Angelegenheit geregelt wird.

Wenn Ihr beide nicht das Geld aufbringen könnt, um den Kreditvertrag zu bedienen, bleibt Euch nur übrig, das Haus zu verkaufen. Das ist allerdings oftmals die schlechteste Lösung, da der Markt natürlich ein feines Gespür dafür hat, wenn jemand verkaufen MUSS...

Mein Ratschlag: Setze Dich mit Deiner Frau zusammen und versucht, einen Weg aus der Misere zu finden - es wird zum beiderseitigen Vorteil sein.

Ich kann da mitfühlen: Alles Gute!

Zu #1: Vermieten ist nicht so doll, ich habe da Erfahrungen - Du weißt nicht, wen Du reinbekommst und hinterher ist das Haus renovierungsbedürftig und Du rennst auch noch ausstehenden Mietzahlungen hinterher - kenne ich alles, allerdings von gewerblichen Mietern in Industriegebäuden: Am Anfang zahlen sie für drei Monate die Miete, dann kommt nichts mehr und die "tollen" Autos der Mieter gehören der Bank, ha, ha... Nicht böse sein, aber das sind halt meine Lebenserfahrungen
 
  • #7
Hallo #3, hier ist die #5

Guter Aspekt, zu sagen, dass natürlich auch Erinnerungen an einem Haus hängen. Ich habe damals im Ärger gesagt, dass ich das Haus schon allein aus dem Grund behalten möchte, weil ich so viele Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit habe. Natürlich alles Schall und Rauch...Du kommst Dir vor wie ein Idiot, wenn Du durch das Haus gehst, und außer Dir selbst ist niemand da. Ich habe damals einige Wochen gebraucht, bis ich das Zimmer unserer gemeinsamen Tochter wieder betreten konnte, ohne loszuheulen.

Es ist so, dass alle Beteiligten die Lösung, die wir gefunden haben, gutheißen, denn unsere Tochter hat noch genügend Erinnerungen an das gemeinsame Zuhause und sie genießt die Zeit bei mir im gewohnten Garten und im Haus, obwohl die Trennung schon fast zehn Jahre her ist.

Man könnte darüber schwermütig werden, aber die Lösung, die wir damals gefunden haben, scheint mir nicht die Schlechteste zu sein (siehe Beitrag #5)
 
  • #8
Versucht jemanden zu finden, der das Haus zu den von euch abgeschlossenen Konditionen von euch übernimmt.
So etwas geht. In meinem Bekanntenkreis hat es jemand so gemacht.
Lasst euch in dieser Hinsicht rechtsanwaltlich und von Kreditgeberseite beraten.
 
G

Gast

  • #9
Die beste Lösung ist immer solch ein Abenteuer ''Hauskauf'' entweder allein zu stemmen oder gar nicht!
Aber das hilft dir jetzt leider auch wenig weiter...
In meiner Gegend landet bei einem solchen Fall wie dem eueren, grundsätzlich einer von beiden Partnern in der privaten Insolvenz.
Gelegentlich auch alle beide...
Wo allerdings der Immobilienmarkt so halbwegs intakt ist, sollte deine Ausgangslage doch schon recht gut lösbar sein.
Müssen nur beide Partner an einem Strang ziehen!
 
G

Gast

  • #10
Was du da schilderst ist der Stoff, aus dem eine klassische Tragödie werden kann: Ehe kaputt, Trennung, Haus kann nicht verkauft werden weil sich kein Käufer zu einem akzeptablen Preis findet, eine Partei zieht aus und die andere kann das Haus nicht vollständig finanzieren. Dann kommt die Zwangsversteigerung und das Haus geht für einen Appel und ein Ei weg. Riesenverluste sind vorprogrammiert, Schulden und Privatinsolvenz ebenso. Mein Beileid, in eine solche Situation will ich nie kommen. Entweder das Haus alleine kaufen oder gar nicht.
 
  • #11
Ich wundere mich, warum die Fragestellerin nicht mal ein paar Fakten nachlegt und Feedback gibt. Erst geben sich hier soviele Menschen Mühe und dann -- Null Antwort. Schade. Hoffentlich hat es in der Ehe nicht auch an Kommunikationstalent gemangelt... ;-)