• #1

Hat jemand hier Erfahrungen mit Scheidung und Unterhalt?

Liebes ElitePartner-Forum,

meine Frau und ich lassen uns leider nach vier Jahren Ehe scheiden. Um die Betreuung unseres Kindes (3 Jahre) zu übernehmen, möchte sie nach der Scheidung aufhören zu arbeiten. Meine Frau verdient aktuell genauso viel wie ich.

Mit welcher Beitragshöhe muss ich rechnen? Hat Sie Anspruch auf einen Anteil des ursprünglichen Gehaltes? Kann das Sozialamt diesen Anteil von mir einfordern?

Vielen Dank für Eure Ratschläge im Voraus.

cellador


Moderationskommentar: Bitte beachten Sie, dass es sich bei uns um ein Laienforum handelt. Sollten Sie juristischen Rat benötigen, wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt. Herzliche Grüße
 
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Gast

  • #2
Nimmt Dir auf alle Fälle einen eigenen Anwalt. Es geht nicht, dass ihr gemeinsam einen Anwalt habt. Eine Scheidung mit nur einem Anwalt heißt, dass der eine Ehepartner anwaltlich vertreten ist, der andere nicht (ergo kann er abgezockt werden). Die Scheidung ist für Frauen DIE große Chance im Leben, um zu Geld zu kommen. Es hat keinen Zweck, da bei den Rechtsanwaltsgebühren knickrig zu sein.

Wenn Deine Frau aufhören will zu arbeiten, geht das vom Grundsatz nur, bis zum dritten Lebensjahr. Im Ausnahmefall aber auch länger, v. a. dann, wenn eine Berufstätigkeit der Mutter dem Kindeswohl entgegensteht.
Prinzipiell ist es günstig, wenn Du Dich auch in dieser Phase in der Kinderbetreuung sehr engagierst. Dann kann Deine Frau nicht vorbringen, es gäbe keine Alternativen zur persönlichen Betreuung durch die Mutter und sie müsse deswegen leider, leider zuhause bleiben.

Alleine aus der Tatsache, dass Deine Frau während der Ehe gearbeitet hat, lässt sich nicht ableiten, dass sie auch nach der Ehe arbeiten gehen muss. Es gibt dazu einen Präzedenzfall, er ist allerdings noch aus der Zeit vor der Reform des Eherechts.
 
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Gast

  • #3
Wenn ihr gleich viel verdient und sie arbeit weiter, zahlst Du nur Kindesunterhalt (sofern das Kind bei der Frau bleibt).

Wenn sie aufhört zu arbeiten, zahlst Du zunächst auch noch Unterhalt für Deine Ex-Frau. Wichtiger ist aber, dass sie dann vorbringen kann, sie habe einen ehebedingten Karrierenachteil erlitten. Den musst Du ihr ausgleichen, Monat für Monat. Dieser Ausgleich für einen Karrierenachteil darf zeitlich nicht befristet werden. Du wirst dann also bis zur Rente zahlen.

Sicherlich ist das der Grund, warum sie gerade jetzt ihre Berufstätigkeit unterbrechen will. Sie bekommt dann auf Jahrzehnte hinaus Geld von Dir, ohne dafür arbeiten zu müssen - neues Scheidungsrecht oder nicht.
 
  • #4
Wenn sie jetzt bereits weider arbeitet, dann darf sie auch nicht einfach so aufhören.

Prinzipiell schuldest Du nur Unterhalt für das Kind. Mehr als drei Jahre wird die Mutter regelhaft nicht für die Erziehung komplett freigestellt.

Nimm Dir sofort einen Fachanwalt für Familienrecht. Er wird jeden Cent wert sein! Ohne geht es auf keinen Fall und nur mit eigenem Anwalt kannst Du das Beste für Dich rausholen.
 
  • #5
Lieber Fragesteller,

schau dich nach einer kindgerechten Wohnung und Kinderbetreuung um und beantrage daß das Kind bei dir bleibt. Da es schon drei Jahre alt ist, kannst du ganz locker Vollzeit weiterarbeiten und bekommst sogar noch Unterhalt für das Kind und, wenn du Glück hast, hast du alle zwei Wochen ein freies Wochenende.
Ich denke, daß deine Chancen gar nicht so schlecht sind, schließlich habt ihr euch bisher beide gleichermaßen um das Kind gekümmert.
 
  • #6
Abgesehen von den obenstehenden fachlichen Ratschlägen nüchterner Natur, zu denen es nichts hinzuzufügen gibt, frage ich mich manchmal beim Lesen derartiger Threads - insbesondere von Männerantworten (5) - wieso manche Männer beim Wort "Scheidung" sofort assoziieren, daß es hier Frauen in erster Linie ums Geld geht, sie arbeitsfaul und bösartig sind. Ich finde solche Assoziationen schon bösartig.
 
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Gast

  • #7
Google ist Dein Freund: "Überobligatorisch", "Eheprägend", "Versorgungsausgleich"....

Zum Thema "Ehebedingter Karrierenachteil", das hier erwähnt wurde, fällt mir ein, dass der Karrierenachteil keineswegs EHE-bedingt war, sondern KIND-bedingt. Frag sie, ob sie noch zu ihrem Kind steht. Ob sie Dir eine Entschädigung zahlt, dafür dass Du arbeiten musst und das Kind nicht so oft sehen kannst. Oder besser, frag sie, ob sie lieber die Karriere nachholt und Dir das Kind gibt. Dann ist an der Front sofort Ruhe.

Alles nicht schön. Aber lerne, für DICH zu kämpfen. Nimm alles Geld, alles was wertvoll ist, alle Konten etc. und gib ihr dann ihren fairen Anteil. Das ist 10 mal besser, als zu hoffen, sie würde Dir Deinen geben...Wichtig ist, dass Du agierst und Dich nicht in die Situation drängen läßt, zu reagieren. Geh zum Anwalt!

Alles Gute!
 
S

Sphynx

  • #8
Natürlich "darf" sie aufhören zu arbeiten.
Wir wissen nicht besonders viel über das Lebensgefüge des FS. Vielleicht hat er bei der Kinderbetreuung soviel mitgeholfen, dass die Ehefrau VZ arbeiten gehen konnte. Durch die Trennung könnte das wegfallen und die Situation kann sich komplett ändern.

Wenn Ihr gar nicht mehr miteinander reden könnt, dann braucht ihr jeder einen Anwalt.
Wenn ihr noch wenigstens etwas bei einigen Themen besprechen könnt, dann könnte Euch zunächst eine Mediation weiter helfen. Das spart eine Menge Geld. Beide arbeiten an für alle beteiligten akzeptablen Lösungen.
Das kann manchmal auch die erweiterte Verantwortung für das Kind sein.
Du kannst nur einen Fehler machen: gar nichts tun und einfach nur auf die Mutter Deines Kindes wettern
 
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  • #9
Das ist eben die Folge des jahrzehntealten fatalen deutschen Scheidungsrechts. Die "bösartigen" Assoziationen können gar nicht mit der schlimmen Wirklichkeit mithalten, aber man kann letzteres ja auch ausblenden. Andererseits braucht man auch nur Fr. Schwarzer et alii zuhören, um zu verstehen, was die langfristigen Folgen des vor 40 Jahren einseitig ausgerufenen und fleißig weiterbetriebenen Geschlechterkriegs und in Folge das Scheidungsrecht gesellschaftlich bewirkt haben.

@FS: Wahrscheinlich darf sie nicht ganz aufhören zu arbeiten, insbesondere wenn das Kind zuvor (ganztätig?) fremdbetreut war. Die Differenz zum ehemaligen Gehalt ist von Dir zumindest bis zu Einschulung zu leisten. Rechtsanwalt ist sehr empfehlenswert, da Folgen eventueller Absprachen ansonsten gar nicht abzusehen sind.

Mein Rat: Laß das Kind auf jeden Fall bei Dir! Du hast das gleiche Recht dazu, sofern Du belegen kannst, daß das Kind gur versorgt ist.
Sobald sie es hat, hast Du verloren.
 
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  • #10
Mein Rat: Laß das Kind auf jeden Fall bei Dir! Du hast das gleiche Recht dazu, sofern Du belegen kannst, daß das Kind gur versorgt ist.
Sobald sie es hat, hast Du verloren.
Du forderst den FS auf, das Kind bei sich zu behalten, nur um der Frau nichts zahlen zu müssen, um ihr einen Schritt voraus zu sein und somit am längeren hebel zu sitzen.
Ich finde es schrecklich, wie hier (ohne den Fall zu kennen) sofort zum Kampf geblasen wird. Und dann noch das Kind als Druckmittel einsetzen - ich kann es nicht glauben!

Ich freue mich, dass hier dann aber doch ein paar Leute den Vorschlag gebracht haben, sich erst einmal beraten zu lassen und zu versuchen, Streit zu vermeiden.
Ich habe bei meiner Scheidung festgestellt, dass alles viel besser geht, wenn man lernt miteinander zu sprechen statt zu streiten. Natürlich sind zu Beginn jeder Trennung erstmal die Gefühle und Verletzungen im Spiel, aber schließlich habt ihr als Eltern auch eine gemeinsame Verpflichtung dem Kind gegenüber. Dieses Kind hat eine Mutter und einen Vater und sollte nicht zwischen den Fronten aufgerieben werden.
Also geht zum Mediator, das ist wirklich die billigste und effektivste Lösung, auch wenn man sich das im Streit nicht vorstellen kann. Wenn ihr dann wieder miteinander reden könnt, probiert es mit einem gemeinsamen Anwalt (das geht sehr wohl, auch wenn er theoretisch nur für eine Partei arbeitet) und das ersparte Geld teilt ihr euch dann.

w 50
 
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  • #11
Wenn ich sowas schon lese, dann sträuben mir sich sämtliche Nackenhaare.

Warum um alles in der Welt, soll die Frau sich nicht um ihr Kind kümmern dürfen nach der Trennung? Warum in aller Welt soll sie das Kind von morgens bis abends von Fremden erziehen lassen?
Es ist ihr Kind, sie wird am besten wissen, was gut für sein Wohlergehen ist.
Und es ist auch sein Kind! Er hat es gezeugt, er hat dafür zu sorgen, dass es ihm nach der Trennung der Eltern zumindest an nichts mangeln wird.
Weder finanziell, noch an Elternliebe.

Kaum zu glauben, was hier so über die Köpfe unschuldiger Kinder alles hinweggeht. Kaum geboren, schon abgeben zur Fremdbetreuung. Kaum getrennt, schon abgeben zur Fremdbetreuung. Hauptsache das Kind ist aus aller Augen!

Ich verstehe das nicht. Beim Zeugen wart ihr beide dabei, oder? Jetzt wird darum gezankt, weil ihr euch nicht mehr riechen könnt, wer für was und wen aufkommen soll.
 
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  • #12
Bei uns ist es so, dass bis zum vollendeten 3. LJ die sog. 3/7 Regelung greift, da ich allerdings nicht arbeite, also 3/7 des Gehalts gehen an mich. Nach dem dritten LJ bin ich formal verpflichtet, halbtags zu arbeiten, der Unterhalt wird dann entsprechend gekürzt. Ab dem 9. LJ fällt kein Ehegattenunterhalt mehr an. Bei uns lag kein Ehevertrag vor, also galt die sog. zugewinngemeinschaft. Glücklicherweise gibt es bei uns aber keinen Kampf ums Geld, meinem Exmann ist es lieber, dass ich mit den Kindern zu Hause bin und auf meine berufliche Karriere erst einmal verzichte, als dass die Kinder in Fremdbetreuung gehen. Vielleicht gibt es ja bei Euch eine Möglichkeit, zum Wohl deS Kindes zu entscheiden. Ich vermute, Deine Expartnerin ist nur verpflichtet, halbtags zu arbeiten, bis das Kind 9 ist, so hat es mir eine Familienanwältin erklärt, allerdings liegt ja jeder Fall anders. Ich weiß ja nicht, wann Deine Ex nach der Arbeit nach Hause kommt. Wenn ich Vollzeit tätig wäre, müßten die Kinder vom Kindergarten aus zu einer Tagesmutter, wo ich sie dann um 18 Uhr abholen könnte. Ich weiß nicht, ob man das seinem 4 jährigem Kind zumuten soll und bin sehr froh, dass mein Exmann das ganz genauso sieht. Und nein, ich habe meinen Ex nicht betrogen und auch nein, ich habe ihn finanziell nicht abgezockt, er macht das freiwillig, ohne dass es juristisch festgelegt wurde. Das wird einem ja in diesem Forum immer gleich unterstellt, wenn man Ehegattenunterhalt bezieht.