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Gast

  • #1

Hat eine niedergelassene Ärztin eine Chance, einen Partner zu finden?

Ich bin in eigener Praxis niedergelassen und muss behandeln, ganz egal wie zahlreich die Patienten erscheinen.Am liebsten kommen so einige am Ende der Sprechstunde und glauben damit eine kürzere Wartezeit zu haben. Damit gibt es dann auch immer längere Arbeitszeiten als angeschlagen.Pünktlicher Feiabend ist nicht möglich.Notfälle verhindern mitunter Verabredungen.Viele Weiterbildungen an den Wochenenden.Wenn nicht, ersticke ich in der Bürokratie.Muss ich mich damit abfinden, dass in diesem Beruf eine Partnerschaft kaum möglich ist?Wenn ich meine verheirateten Kollegen höre, beneiden sie mich als Single, denn dort gibt es ständig Ärger zu Hause wegen des Berufs.
 
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Marianne

  • #2
Du schilderst ein Problem, das nicht nur Ärztinnen haben... :)
 
  • #3
Liebe Fragestellerin,
ja, ich glaube, unter diesen Bedingungen ist eine Partnersuche zumindest stark erschwert. Viele sehnen sich nach gemeinsamer Freizeit, nach einem verläßlichen Partner, der eben auch da ist und nicht nur gerne da wäre. Ich als Frau wünsche mir auf jeden Fall keinen Mann, der so lebt, wie Du es beschreibst. Umgekehrt wird es den meisten Männern bestimmt auch so gehen.

Was ich nicht verstehe, ist, warum es nicht möglich ist, in so einem durchaus lukrativen Beruf, sich die Arbeitszeiten so einzuteilen, dass genügend Freizeit herausspringt?

Warum hast Du nicht nur vormittags Sprechstunden, die sich dann durch Notfälle auch höchstens in den frühen Nachmittag ziehen würden? Du mußt auch niemanden ohne Termin behandeln, es sei denn, es ist *wirklich* ein Notfall. Bei verläßlicher Terminplanung kommen auch alle pünktlich (ich habe jetzt endlich so einen Zahnarzt gefunden! Keinerlei Warterei!). Warum nimmst Du Dir keine Assistentin für einen Großteil des Bürokrams?

Ich glaube, es wäre es wirklich wert, in Deiner Lebenssituation Geld gegen Lebensqualität zu tauschen. Geld ist nicht alles. Das Leben schon. Auch mit 60% des Einkommens wärest Du noch gutverdienend, aber hättest ein tolles Leben. Gönne Dir doch ein Leben, so wie Du es Dir wünschst, nicht wie "es üblich ist unter Ärzten". Es könnte traumhaft werden und erfordert nur ein klein wenig Überwindung und gute Planung!
 
G

Gast

  • #4
Da gibt es nur wenige Möglichkeiten. Eine wäre, ganz schnell zu lernen, wie man die geringe private Zeit ganz intensiv nutzen kann.
Die anderen fallen mir jetzt auch nicht ein...
Aber ich glaube schon, dass es durchaus Gleichgesinnte gibt, die damit umgehen könnten. Ich muss auch sehr viel arbeiten, oftmals am Wochenende und darf mir obendrein auch noch so kümmerlichen Trost holen, wie z.B. "Also ich könnte deinen Job nicht machen." Herzlichen Dank. Noch dazu ist mein Beruf nicht unbedingt der angesehendste.
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

... und nein, ich bin nicht Bestattungsunternehmer.
 
  • #5
entweder du teilst dir die praxis mit kollegen oder du denkst über eine neuorientierung nach. Wenn du mit deinem leben so wie es ist nicht zufrieden bist, kannst nur du es ändern, aber dazu musst du in erster linie einmal wissen, was du willst.
 
  • #6
Noch eine Ergänzung von mir: Man kann nicht alles haben! Manchmal muss man sich entscheiden und Kompromisse finden.

Lebensqualität und Freizeit erkaufen. Als Selbständige hätte eine Ärztin alle Möglichkeiten, wenn sie nur wollte.
 
G

Gast

  • #7
Tja,und wenn Du ein Mann wärst,
wäre diese Frage völlig überflüssig, schon gemerkt?
Selbstverständlich stellt Frau alles hinten an wenn Mann erfolgreich und stundenintensiv im Job ist,
aber wehe Frau zeigt Einsatz im Job.
Ich bin in ähnlicher Situation,habe aber eben auch Freude am Job,
und häufig Probleme in Beziehung wegen meiner Arbeitszeiten gehabt.
und ich vermute Du ackerst auch nicht nur wegen der kollosalen Einkünfte,
die man als Niedergelassene heute so hat.
(Guckst Du,gibt immer noch Menschen die an das Märchen Arzt=Porsche glauben)
Also,es ist nicht einfach,aber es gibt auch Männer die sich selbst beschäftigen können während Frau noch arbeitet-manche sollen sogar kochen und einkaufen können!
Und genügend Selbstbewußtsein haben um Qualität in der Beziehung mehr schätzen als Quantität.
 
G

Gast

  • #8
... jaaa, die Frederika weiss wiedermal über alles Bescheid (Tse, tse).
Ich bin auch niedergelassene Ärztin.
Und eines meiner Dates fragte mich sogar nach meinen Schulden/Finanzen. -Unverschämt- dachte ich. Es klang für mich so, als ob der Bursche dachte, dass ich ihn an meinen Schulden teilhaben lassen wollen würde.
Dieser Mann war offensichtlich nicht der Richtige mit seiner Angst vor Investitionen. Er fragte mich ja förmlich: "Und was machst Du, wenn Du pleite machst? Wer trägt das alles?"
Ich dann mit einem Lächeln: "Lass das mal meine Sorge sein".
Es gibt also Männer, die checken alles ab, bevor sie sich mit einer Frau einlassen. Wenn das ein solcher Mann ist, der Angst hat, eine vielbeschäftigte, erfolgreiche Frau zu bekommen,
dann ist das doch ok., dass er die Weite sucht...
dann sollte er sich so eine wie Frederika nehmen, die die Weisheit gegessen hat und mehr als genug Zeit hat für "Lebensqualität" aus Wikipedia.

Adios
 
G

Gast

  • #9
Liebe Fragestellerin:

natürlich hast du eine Chance. Wie oben schon gesagt, eine Beziehung misst sich doch nicht nur an den gemeinsam verbrachten Stunden.

Den Vorschlag, eine eigene Praxis, also das Ergebnis deiner Arbeit der letzten Jahre, aufzugeben, kann ich nur absurd finden. Keiner kommt auf die Idee, dass ein niedergelassener Arzt seine Praxis aufgeben müsste, um mal eine Frau zu bekommen *Kopfschüttel

[Frederika, nicht alle Frauen träumen nur vom Häuschen im Grünen und Erfüllung beim Kochen und Backen, auch wenn diese Frauen natürlich von den Männern gern genommen werden... ]

Ich bin keine Ärtzin, aber Freiberuflerin, und wenn Arbeit da ist, muss sie gemacht werden, auch abends, auch am Wochenende UND ich habe 2 Kinder und trotzdem die Hoffnung auf einen Partner noch nicht aufgegeben.

Also, viel Glück!
 
  • #10
@#7, 8: Ich gönne jedem seinen Erfolg und seine Karriere. Der springende Punkt ist, dass sich die betreffenden Frauen dann aber auch bitte nicht beschweren sollen!

Freiheit! Unbegrenzte Möglichkeiten! Ihr habt selbst die Wahl!

Aber wer als niedergelassene Ärztin selbst schreibt, ihr bliebe keine Freizeit, geschweige denn genug Zeit für eine erfüllende Partnerschaft, der muss sich einfach selbst fragen, ob er die richtige Wahl mit dem Lebensweg getroffen hat. Wenn man dann ehrlich ja sagen kann, dann paßt es doch, auch wenn man vielleicht auf eine eigene Familie verzichten muss.

Blöde gelaufen ist es doch nur für diejenigen, die diese Frage mit nein beantworten und nun mit ihrer Karriere, aber ohne Partner dasitzen und nur allzu gerne eine Familie gründen würden!

Na, und ich habe in #2 sehr handfeste Vorschläge gemacht. Man kann auch als niedergelassene Ärztin seinen Zeitbedarf deutlich senken und Lebensqualität gewinnen. Das ist konkret umsetzbar. Geld für Lebensqualität. Sehr gut investiert meines Erachtens. Ich bin gespannt, ob mir die Fragestellerin darauf noch antworten wird!

@#7: Und Du kannst Dir gar nicht vorstellen, dass ein Mann in Begriffen wie "wir" von einer Partnerschaft denkt? Kein Wunder, dass er abgesprungen ist, wenn Du so auf "ich + du" bestehst.
 
N

nummer32

  • #11
liebe frederika,

ich hab dich hier im forum - auch wenn ich noch nicht so lange hier bin - schon sehr oft gelesen. teilweise hast du auch sehr interessante ansichten. in diesem fall u. a. aber nicht. wenn du ab und an nachrichten hörst und dich dann noch etwas mit dem gesundheitswesen in deutschland befasst, dann würdest du keiner ärztin mit eigener praxis vorschlagen, vormittags praxis zu machen und den nachmittag frei zu halten. ich arbeite im gesundheitswesen und ärzte (die die auch kassenpatienten behandeln) haben in dieser zeit nichts mehr zu lachen. sicherlich verdienen sie immer noch gut, aber die goldenen zeiten sind vorbei. kopfpauschale, integrierte versorgung, mvz's...ärzte haben nicht mehr die möglichkeiten die sie früher hatten, das böse daran ist aber, dass die patienten das ausbaden müssen (ja, ich schweife ab). Morbi-RSA (Risikostrukturausgleich), Gesundheitsfonds ....für die ärzte v. a. in bayern ein problem, das aber auch zu lasten der patienten geht.

Zitat: "Aber wer als niedergelassene Ärztin selbst schreibt, ihr bliebe keine Freizeit, geschweige denn genug Zeit für eine erfüllende Partnerschaft, der muss sich einfach selbst fragen, ob er die richtige Wahl mit dem Lebensweg getroffen hat."

wenn sie eine ärztin ist, der es an freizeit mangelt, die patienten auch nach der sprechstunde hört, bei der nicht gefragt wird, welche kasse, dann ist sie eine ärztin, die die richtige wahl bei ihrem lebensweg getroffen hat. eine, die nicht auch mit herz bei der sache und beim patienten ist - ok für frederika spielt das keine rolle, da bestimmt privat versichert ;-)

an die fragestellerin: ich denke, wenn du ein mensch mit gefühl bist und bleibst, deinem (zukünftigen) partner die situation doch sehr gut erklären kannst und wer kann da kein verständnis haben (herz voraus gesetzt)
 
  • #12
@#10: Ich habe mir gedacht, dass meine Vorschläge auf Gegenwind stoßen werden. Schön, wenn es sich bestätigt! :))

Klar, seit der Gesundheitsreform jammern alle Ärzte, aber es ist nach wie vor ein Jammern auf hohem Niveau. Jeder verdient dennoch gut genug, oder? Das sind eher die Ansprüche als die Verdienste, die da nicht stimmen, schätze ich. Unterhalb welchen Jahresgehaltes fängt für Dich Armut an?

Nächster Punkt: Klar, eine Ärztin, die mit dem Herz bei der Sache ist, liebe ich auch. Das ist ideal und so sollte es sein. Aber ganz ehrlich: Das geht fast jedem Akademiker so, der seinen Job liebt und sich sagt, "Ja, das war der richtige Berufsweg." Dennoch ist Berufsweg nicht gleich Lebensweg! Man kann seinen Job optimal und erfüllend finden und dennoch merken, dass der Job vielleicht nicht alles ist, dass das private Glück zu kurz kommt, dass eine Familie viel mehr noch für das Herz zu bieten hätte als nur dankbare Patienten.

Und genau so schien es die Fragestellerin zu empfinden. Sie sehnt sich nach einem Partner, nach Familie, nach Kindern. Das kann ich gut nachvollziehen. Genau da habe ich eingehakt und gesagt: Denke über Deine Lebensqualität nach. Die besteht eben nicht nur aus "toller Beruf" und "Patienten retten", sondern auch aus Familie und Kindern, aus Freizeit, Sport, Berggipfeln und Länder kennenlernen. Ich liebe meinen Job, aber ich möchte nicht auf all die schönen Urlaube verzichten, auf meine Freizeitgestaltung und hoffentlich auch nicht auf Familie. Irgendwann ist es zu spät, dann hat sie immer noch ihre Praxis und ihre dankbaren Patienten und ihr einsames Herz, das so gerne einen Partner und eine Familie gehabt hätte.

Ich sage es nochmal: Jeder hier sucht einen Partner, der gerne für ihn da IST und das Leben mit ihm TEILT. Und keinen, der gerne da WÄRE und das Leben TEILTE. Mit dem Anspruch 100% Beruf wird man kaum 100% Partner bekommen. Faktisch unmöglich.
 
  • #13
#6 das funktioniert auch bei uns männern nicht, hör dich doch mal um warum sich viele frauen scheiden lassen oder fremd gehen, oft weil der man zu viel arbeitet.
 
  • #14
@#12: Ja, genau. Ich sah das ganze durchaus auch aus der Perspektive, ob ich als Frau einen überlasteten Arzt wollen würde. Unter diesen Bedingungen? Eher nein. Ich möchte einen Partner, der dann als Partner auch verfügbar ist und mit dem ich ein gemeinsames Leben gestalten kann. Keinen, der gerne da wäre, aber leider seine Patienten der eigenen Familie vorzieht.

Wer sich und seine Lebensperspektiven für die Patienten opfern möchte, soll dies tun. Aber ich glaube, das klingt viel besser als es sich im wahren Leben anfühlt.
 
  • #15
Ich denke ebenfalls, dass es da schwer auf den Partner ankommt. Ich bin auch selbständig und hatte mit meiner Exfrau für meinen Job leider nicht die richtige Partnerin. Und da ich meinen Job sehr gerne mache, sehe ich unsere Trennung als eher positiv an.

Problematisch finde ich nur, dass man regional viel stärker gebunden ist, erst recht wenn man z.B. auch noch Kinder mit dem Expartner hat. Hinzu kommt, dass ich manche Freizeitaktivität auch unter dem Gesichtspunkt "Akquise" betrachte(n muss). Trotzdem denke ich, dass es irgendwo da draußen einen Partner gibt, der mit der dadurch gewonnenen Freizeit von mir umzugehen weiß. Dafür kann man ja die gemeinsame Zeit viel intensiver nutzen und ist vielleicht auch ausgeglichener...
 
G

Gast

  • #16
Genau das Thema für meinen Frust. Habe gerade mit einer Ärztin angebandelt. Lief gut mit 5 Treffen. Echt niedliche Frau und souverän, gebildet, lustig. Hat sich über Wochen hingezogen. Jedes Treffen war super schwierig zu planen!!!

Die ist echt gerne Ärztin!! Würde trotzdem gerne ausbrechen, Zeit für sich haben. Ging aber nicht. Stand sich selbst total im Weg! Genau wie hier beschrieben. Voll traurig. Ich hatte dann keine Lust mehr!

Wie Frederika treffend sagt: man braucht eine Freundin die da ist und nicht gerne da wäre. Ist für mich der Spruch des Tages. Danke!!!

Mann, 39.
 
  • #17
@#15
Naja, Präsenz ist ja nicht unbedingt eine Frage der Anwesenheit...
 
G

Gast

  • #18
Es ist schade, dass Mann anscheinend so wenig Entgegenkommen zeigen kann, dass FRAU in der Vergangenheit und auch heute noch - so oft entgegen bringt. Gebildet, souverän, unabhängig darf sie sein, aber sie muss Zeit haben, wenn Mann Lust und Zeit hat. Lächerlich.

Mein Partner und ich sind beide jeweils mit eigener Agentur selbständig, wohnen nicht zusammen, müssen auch an Wochenenden geschäftlich unterwegs sein oder auch mal Tag und Nacht arbeiten, haben Kinder, teil Betreuung nur am WE, teils anders, und alles muss organisiert sein. Wichtig sind hier eben die Qualitätszeiten, die man gemeinsam verbringen kann. Auch mal nur als Paar. Doch diese Tolerenz und den Respekt dem anderen und seiner Verantwortung im Job ist leider nicht überall gegeben.

Wünsche der Fragestellerin viel Erfolg, zu lernen, sich diese Qualitätszeiten zu sichern und diese dann auch mit einem wertvollen Partner zu genießen. Qualität vor Quantität! Und kein schlechtes Gewissen machen lassen - ganz wichtig!
 
G

Gast

  • #19
Unternehmer, 44.

Stichwort: Work-Life-Balance.

Ich hatte das gleiche Problem: 60-70 Wochen, nur flüchtige Sozialkontakte, fast alle mit geschäftlichem Hintergrund. Sehr gutes Einkommen. Anfangs hat das wahnsinnige Selbstbestätigung und Erfüllung gegeben.

Vor zwei Jahre habe ich dann erkannt, dass das nicht alles im Leben gewesen sein kann. Ich deligiere jetzt extrem viel, habe eine Assistentin eingestellt, outsource manche Aufgaben, bin jetzt bei ElitePartner und suche nach einer Freundin, möchte doch noch eine Familie gründen. Besser spät als nie. Habe in den letzen 2 Jahren mehr Urlaub gemacht als in den 10 Jahren davor zusammen. Grandios. Herzerfüllend.

OK, es bleibt etwas weniger übrig. Aber es hat sich gelohnt. Total.
 
G

Gast

  • #20
@18 ich kenne das - viel arbeiten nur eben als Angestellte. Ich bin etwas entsetzt, wie manche Herren meiner Zielgruppe die Nachwuchs-Sache sehen. Mit 36 hätte ich nicht gedacht, daß es ein Problem werden könnte, jemanden zu finden, der meines Alters oder etwas älter ist, und ebenfalls gerne Famlie hätte. Ich bin etwas unangenehm berührt und bekomme auf einmal Bedenken.
 
  • #21
@18
Das hört sich doch gut an. Ich denke auch, dass es wichtig und möglich ist, sich Zeit zu nehmen. Egal in welchem Job man arbeitet. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Insofern hat Frederika natürlich nicht ganz unrecht, wenn sie sagt, man müsse sich halt auch entscheiden. Das gilt übrigens geschlechtsunabhängig.
 
  • #22
Ich mag zwar die Anglizismen nicht so, aber #18 hat mit Work-Life-Balance den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau darum ging es mir.

Ich will auch weder das eine noch das andere schlecht machen: Entscheidend ist, dass man sich wohl ins einer Haut fühlt und die für sich selbst richtige Entscheidung bezüglich des Berufs- und Lebensweges fällt.

Wer auf Workaholic macht und glücklich dabei ist: Klasse! Wer jedoch das Gefühl bekommt, zu wenig Freizeit zu haben und Familie zu wollen, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob der derzeitige Lebenswegs wirklich der richtige ist. #18 ist ein tolles Beispiel dafür. Ich persönlich schätze, dass es ihm jetzt insgesamt viel besser geht und er mehr vom Leben hat,

#17: Du siehst das verbiestert Frau gegen Mann. Darum geht es hier doch gar nicht, wie man an den verschiedenen Beispielen sieht. Mit Toleranz und Achtung hat das überhaupt gar nichts zu tun, sondern mit freier WAHL des Lebenswegs. Wenn Dir Dein Leben gefällt, finde ich das Klasse.

Ich jedoch suche einen Mann, der jeden Tag mit mir einschläft, klönt, sein Leben teilt. Mit dem ich tolle Wochenende erlebe und echtes Familienleben haben werde. Das ist eine meine WAHL.

Wichtig ist doch nur, dass es paßt: Man kann einem Mann doch nicht vorwerfen, lieber Deinen oder lieber meinen Lebenswegs zu wollen. Jeder darf sich entscheiden und Männer, die eher meinen wollen, sind nicht intoleranter oder respektloser. Also mal ehrlich.

Gönne doch jedem Mann und jeder Frau, aus freien Stücken das eine oder das andere oder irgendeinen Mittelweg zu wählen. Jeder muss so leben, dass er selbst die optimale Lebensqualität erzielt.

Und jetzt zurück zum Titelthema: Wenn die Ärztin so glücklich ist, bin ich der letzte, der ihr dazwischenredet. Aber wenn sie an ihrer Lebensqualität zweifelt, dann muss sie handeln und nicht jammern.

@#20: Danke für Deine Zustimmung. Natürlich ist das geschlechtsunabhängig, wie man an dem tollen Beispiel von #18 sieht. Ich glaube, ganz viele Führungskräfte träumen davon, aber wagen den Schritt einfach nicht.
 
  • #23
@#21
Da hst Du ganz bestimmt recht. Ich will nicht unnötig auf diesem Mann-Frau-Thema rumreiten. Aber ich glaube, dass es als Mann immer noch schwierig ist. Da ist vieles in den Köpfen noch nicht angekommen. Ansonsten gäbe es diese Regelung zum Familiengeld wohl auch nicht. Als sei es ein Zeichen von Schwäche, Familie haben zu wollen und sich dafür auch Zeit zu nehmen.

Ich bin jedenfalls froh, den Schritt in die Selbständigkeit gewagt zu haben und mich dieser Frage nicht stellen zu müssen. Möglicherweise anders als bei der Fragestellerin (und auch meiner Exfrau, was zeigt, dass es auch an den Köpfen mancher Frauen liegt) war das für mich gerade eine Entscheidung für Familie.
 
  • #24
@#22: Ja, Philipp, dass klingt doch toll und zeigt, dass man richtungsweisende und partnerschaftsfreundlichen Entscheidungen treffen kann und vielleicht sogar sollte. Jeder, wie er will natürlich.

Umso weniger verstehe ich die Anfeindungen von #10. Was soll man mehr empfehlen, als sich mit offenen Augen für das eine oder andere zu entscheiden? Manche sind aber auch einfach zu verbiestert.
 
G

Gast

  • #25
Zitat: "Aber wer als niedergelassene Ärztin selbst schreibt, ihr bliebe keine Freizeit, geschweige denn genug Zeit für eine erfüllende Partnerschaft, der muss sich einfach selbst fragen, ob er die richtige Wahl mit dem Lebensweg getroffen hat.(Frederika)
Bitte wen zitierst Du?In der Fragestellung finde ich nichts derartiges, was es zu zitieren gibt.

Hier wird aber noch ein anderer Gesichtspunkt angesprochen, der mich interessiert, nämlich die Frage nach der Ärztin mit Herz.Was wäre Euch denn lieber? Eine Ärztin mit Herz oder eine mit Familie? Ja, ich weiss, am besten beides oder nur mit Herz, denn die Familie interessiert den Patienten wohl eher nicht.

Ich lese zwischen den Zeilen, denn genau diesen Konflikt spricht die Fragestellerin an.Wie
könnte sie beiden Seiten gerecht werden oder ist es nicht überwiegend so, dass sie von beiden Seiten Druck bekommt? Was fordert der Patient? Der Berufstätige bestimmt nicht, dass sie nur vormittags arbeitet.Der Partner staunt, dass das Essen schon wieder kalt wird, wo er sich doch so darauf gefreut hat.Ihm wird viel abverlangt, wenn es um Verständnis geht.Hält er das durch?

Aber es ist auch so, dass ich als Patient erwarten darf, dass der Arzt da ist,wenn ich ihn
brauche und Zeit zum Warten habe ich auch nicht, da ich selbstständig bin und er sollte auch das neueste Wissen beherrschen.Schliesslich will ich nicht auf dem Stand von gestern behandelt werden ansonsten suche ich mir einen besseren.
Das klingt hart, ist aber so und damit komme ich auf den Punkt.Eine Familie in diesem Beruf ist wohl eher nicht möglich, ohne ständig irgendwelche Konflikte austragen zu müssen entweder auf der einen oder anderen Seite.,
 
  • #26
@#24: Warum postulierst Du, dass "Ärztin mit Herz" oder "Ärztin mit Familie" einander ausschließen? Auch eine halbtags arbeitende Ärztin kann problemlos ihre Patienten mit genauso viel Herz behandeln wie sonst auch -- nur halt insgesamt weniger. Dafür hätte sie ein Leben jenseits der Arbeit. Mir wäre es das wert.

Sprechzeiten 7:00 bis 13:30, nur eine Schicht TAs nötig; die Praxisräume nimmt am Nachmittag ein Kollege. Alles finanzierbar ohne extreme Verluste. Sie selbst könnte spätestens um 16:00 inkl. Bürokram fertig sein und ihr Leben genießen. Wenn der Partner auch gut verdient, haben die zu zweit auf jeden Falle genug, um ein wirklich gutes Leben zu führen.
 
G

Gast

  • #27
In welcher Praxis oder Krankenkasse arbeitet denn Frederika? Die Lösung wäre dann wohl eine Praxisgemeinschaft ;-) Ein guter Freund von mir ist Chirurg mit eigener Praxis. Die goldenen Zeiten sind vorbei, okay... 3 Häuser hat er immer noch um finanziell etwas besser dazustehen. Aber für seine Patienten ist er immer da. Haz auch etwas mit Lebensqualität zu tun, oder? Ich meine JA und hätte da auch als Partner(in) Verständnis.
 
  • #28
Also, wenn drei Häuser nur silberne Zeiten sind, dann würde mir die bronzene genügen...
 
G

Gast

  • #29
@Frederika
#10, also ich, wollte hier keine "Anfeindungen" verbreiten, ich habe lediglich meine Meinung geschrieben (ok, ein bisschen angezickt...;-)
Ganz im Gegenteil, alles was nach meiner #10 von dir kam...ich stimme Dir zu.


Ich kenne viele Ärzte/innen, die jung anfangen und versuchen sich mit einer Praxis ihren Lebensunterhalt zu finanzieren und die Chancen, dass wie #26 schreibt, eine/r 3 Häuser haben kann sind für viele Geschichte - was aber nicht dazu führt, dass sie verarmen (@Frederika, die Armutsgrenze für mich liegt bedeutend tiefer). Es gibt Einzelfälle, die - nachdem sie ihre Helferinnen bezahlt haben - genug zum Leben haben, aber auch nicht mehr (wie viele andere, die ihre min. 40h-Woche haben). Sicherlich gibt es immer noch genügend Ärzte, die auch weit (sehr weit) entfernt von der Armutsgrenze lebe und trotzdem Jammern, das Gejammere kenne ich auch ;-) Da denke ich mir manchmal, was in dem Kopf vorgeht, mir das zu erzählen...

Sicher kann die Fragestellerin eine Praxisgemeinschaft schließen, aber erst einmal muss sie ihre Patienten gewinnen und das erfordert Zeit, danach kann sie ja runterfahren...dann ggf. auch mit Hilfe ihres Partners, der in der Anfangszeit der Beziehung vielleicht etwas mehr Nachsicht mit ihr haben könnte?
 
G

Gast

  • #30
Trotzdem denke ich, dass es irgendwo da draußen einen Partner gibt, der mit der dadurch gewonnenen Freizeit von mir umzugehen weiß(Philipp)

Ich bin die Fragestellerin und bedanke mich ganz herzlich bei Euch, dass Ihr so zahlreich Eure Ansichten mitgeteilt habt.Ihr habt Zeit investiert und Euch Gedanken gemacht.Ich weiss das sehr zu schätzen.Auch werde ich Euch jederzeit mit Meinung und Rat zur Seite stehen, wenn Ihr nach einer Problemlösung sucht.

Dieses Problem hier ist sicher nicht so einfach und es hat mir sehr viel gegeben, dass es ausführlich und von allen Seiten angegangen wurde.Lesenswert sicher auch für andere, die sich anders entscheiden werden

Ja, ich habe eine Entscheidung getroffen, nicht erst heute,denn da muss man schon etwas länger überlegen und in sich gehen.Eure Diskussion hat mich bestärkt und diese grosse Liebe hat mein Herz wieder zum Schwingen gebracht.Es ist die Liebe zum Beruf und zu den Patienten.Der Gesunde hat viele Wünsche, Vorstellungen, Ansichten und Perspektiven. Der Kranke hat nur einen sehnsüchtigen Wunsch.Da ich eine Ärztin mit Herz bin, werde ich auch weiter wie bisher bei den Menschen sein, die mich brauchen
und irgendwann wird da draussen.........Danke Philipp
 
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