G

Gast

  • #1

Hat ein Vater das Recht seine Kinder zu sich zu holen wenn Kindesmutter verstorben ist ?

Ein guter Kumpel von mir hat 2 Mädchen aus einer früheren Beziehung sie sind 12 und 14. Die Elternteile waren nie miteinander verheiratet und die Kindesmutter hatte das alleinige Sorgerecht. Heute erhielt er einen Brief vom Jugendamt, Worin stand das die Kindesmutter am 01.11.2009 verstorben sei (also schon fast 10 Monate her) und er doch bitte Kindergeld beantragen muss und das dann dem Jugendamt überweisen soll da die Kinder in einem Heim leben. Mein Kumpel wollte immer eine Intensive Bindung zu Ihnen haben, was die Kindesmutter jedoch immer verhinderte und ihm strickt untersagte. Jetzt ist meine Frage ob er das Recht hat seine Kids zu sich zu nehmen ? Er liebt seine Kinder wirklich über alles nur leider gab es ja auch keinen Kontakt zu Ihnen ! Und was mich noch interessieren würde ist, ob das Jugendamt korrekt gehandelt hat indem sie die Kinder einfach ins Heim steckten, OHNE den leiblichen Vater darüber zu informieren ?? []
 
G

Gast

  • #2
ab zu einem Fachanwalt für Familienrecht - der kennt sich mit sowas aus.

----------------------------------------------------------------------------------------------------

[Mod. = Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Beiträge nur die Meinung der Poster widergeben. Für rechtsgültige Auskünfte wenden Sie sich dringend an einen Anwalt!]
 
G

Gast

  • #3
In solch einem Fall, wenn die Mutter mit alleinigem Sorgerecht für die Kinder, stirbt, muss ein Familiengericht entscheiden, wer von jetzt an das Sorgerecht für die Kinder bekommen soll.
Da wird als erstes geprüft, ob die Kinder zum anderen Elternteil können, oder ob sie zu anderen nahen Verwandten können - eine Heimunterbringung ist nämlich teuer und geht auf Kosten der Allgemeinheit! Bei der Entscheidung hat natürlich das Wohlergehen der Kinder Priorität.

Vermutlich wurde dem Jugendamt das Sorgerecht deshalb übertragen, weil zwischen Kindesvater und Kindern seit Jahren kein Kontakt besteht.
Prinzipiell ist aber kein Jugendamt bzw. Familiengericht scharf darauf, "teure" Heimunterbringung für zwei Mädchen zu zahlen, wenn nichts dagegen spricht, dass sie zu ihrem leiblichen Vater gehen.
Also scheint es gravierende Gründe zu geben, warum der Kindesvater bisher gar nicht gefragt wurde, ob er die Kinder nehmen würde... Vielleicht haben sich auch, schlicht und einfach, die Mädchen selbst dagegen ausgesprochen, vielleicht haben sie auch bisher noch bei anderen Verwandten gewohnt ... Mit 12 bzw. 14 Jahren haben Kinder weitgehendes Mitspracherecht, bei wem sie leben wollen. Wollen die Kinder zu ihrem Vater, hat da sicher kein Jugendamt etwas dagegen, es sei denn, der Vater stellt aus gravierenden Gründen eine "Gefahr" für die Mädchen dar.

Dein Kumpel sollte schnellstens einen Termin beim Jugendamt machen und erklären, dass er gerne seine Töchter treffen möchte und zu sich nehmen möchte!
Dann wird das vom Familiengericht geprüft, oder er erfährt, warum er die Kinder nicht zu sich nehmen darf. Alles andere erfährt er dort auch (z.B. was mit dem Kindergeld in den letzten 10 Monaten war ... usw.)
Ob das Jugendamt verpflichtet ist, einen nicht sorgeberechtigten Vater zu benachrichtigen, dass die Mutter seiner Kinder verstorben ist - das weiß ich nicht.

Aber sicher kennt sich zu diesen Fragen "Volljurist" auch sehr gut aus.


w42
 
G

Gast

  • #4
Lieber FS,
das ist eine Rechtsfrage, und es ist sehr vernünftig,k wenn du deinem Kumpel rätst, dass er schnellstens zu einem Anwalt oder zu einer Rechtsberatungsstelle geht. Wie das ganze ausgeht lässt sich hier nicht ausdiskutieren - aber Hilfe kann dein Kumpel nicht hier bekommen, sondern nur von einer Fachfrau / einem Fachmann !

Ob das Jugendamt richtig gehandelt hat spielt erst in zweiter Linie eine Rolle - das Jugendamt hat die Macht, und die Macht wird vom Jugendamt benutzt / ausgenutzt - ggf. muss sich dein Kumpel an das Familiengericht wenden, damit die dem Jugendamt sagen, was es darf und was nicht.

Ein Typ - er soll mit dem Anwalt auch über Besuchsrecht sprechen ? Und was wollen eigentlich die Kinder? Mit 14 müssen sie auch befragt werden ! Und noch möglicherweise gilt für deinen Kumpel auch die neue Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs - darüber dürften Verbände von alleinerziehenden Vätern am schnellsten Auskunft geben können. Aber - er braucht nicht dich und uns - er braucht Rechtsinformationen

Viel Erfolg für Ihn und seine Kinder
 
G

Gast

  • #5
die FS:
Also Jugendamt und Anwalt steht bereits für Montag auf dem Plan. Er will zumindest alles versuchen um den Kontakt zu seinen Kindern zu bekommen, zumal jetzt die Kindesmutter ja nichts mehr verbieten kann.
Nur ich persönlich finde es mies, das der leibliche Vater nicht mal Bescheid bekommt wenn seine Kinder aufgrund des Todes der Mutter in ein Heim gesteckt werden.
Haben denn die Väter nur das Recht Unterhalt zu zahlen und mehr nicht ??

[Mod. = Signatur gelöscht]
 
G

Gast

  • #6
@ FS: Jugendamt und Anwalt ist gut. Da wird sich sicher einiges klären.
Ich finde es auch falsch, dass der Vater der Mädchen nicht mal informiert wurde. Auf der anderen Seite kann ich auch das Jugendamt verstehen. Man kann die Kinder (12 und 14 Jahre) doch nicht plötzlich dem Vater geben, der nie das Sorgerecht hatte und den die beiden ja gar nicht kennen.
@ alle: Wie hättet ihr euch als Kinder gefühlt, wenn ihr nach dem Tod der Mutter mit einem wildfremden Mann hättet leben müssen, der bis jetzt nur biologisch euer Vater war.
Vielleicht wurden die Mädchen ja vom Jugendamt befragt und WOLLTEN nicht zum Vater.
 
G

Gast

  • #7
Ja aber man kann es auch anders herum sehen ! Wie würdest du dich als Vater fühlen wenn deine Ex dir den Kontakt zu deinen Kindern grundlos verbietet und du dann erfährst das deine Kinder schon seit fast 10 Monaten im Heim sind weil deine EX verstorben ist ??
 
G

Gast

  • #8
@5: Da hätte ich mich definitiv wohler gefühlt als in einem Heim wenn er sich bemüht hätte ein guter Vater zu sein. Natürlich kann es sein dass sie das vorher kategorisch ausgeschlossen haben aber das ist reine Spekulation und hier absolut nicht ziel führend.
 
G

Gast

  • #9
@ 6 Es geht in erster Linie um das Wohl der Kinder (aus Sicht des Jugendamtes zumindest) und nicht um das Wohl des leiblichen Vaters. Er mag seine Kinder zwar lieben, aber als Menschen kennt er sie gar nicht, denn 12 bzw 14 Jahre sind eine verdammt lange Zeit in der Entwicklung der Kinder. Natürlich ist das schrecklich für ihn, aber er sollte zuerst nicht nur an seine eigenen Gefühle denken, sondern auch mal versuchen, sich in die Lage seiner Töchter zu versetzen. Vielleicht lässt es sich jetzt regeln, den Kontakt mit den Kindern aufzunehmen und zu intensivieren, vielleicht blocken die mädchen aber auch ab.
 
G

Gast

  • #10
@FS: Hat dein Freund denn überhaupt die Möglichkeit, die Kinder zu sich zu nehmen. Kommt ja auch immer darauf an, wie er lebt. Die Wohnung müsste groß genug sein oder er müsste erst eine neue Wohnung suchen, ein Schulwechsel wäre wahrscheinlich für beide Mädchen nötig. Die Kinder würden wieder aus ihrem Umfeld gerissen.
@ 6: Ob die Expartnerin den Kontakt zu den Kindern grundlos untersagt hat, ist ebenfalls reine Spekulation. Vielleicht gab es einen stichhaltigen Grund, der auch dem Jugendamt bekannt ist.
 
G

Gast

  • #11
Ich bin der Meinung, dass der FS die Kinder nicht bekommen wird!
Das Jugendamt wird sich dagegen stellen!
In Deutschland massen sich leider sehr viele Unbeteiligte an zu entscheiden, was Recht und Unrecht ist!
Nimm dir eine vernünftige Anwältin und kämpfe - sofern du das auch wirklich möchtest!
 
G

Gast

  • #12
@9 - eine große Wohnung hat er, wo er mit seiner jetzigen frau zusammen lebt und die 2 Mädels hätten dort sogar jeder ein eigenes Zimmer. Weiter Kidis gibt es in diesem Haushalt nicht !

Und ja die ex-Partnerin hat den Kontakt grundlos verboten, ich kenne beide seit mind. 17 Jahren und weiß wie es um die Beziehung bestellt war. Der Ex ging es immer nur ums liebe Geld, die Kinder waren leider immer nur Mittel zum Zweck :(
 
G

Gast

  • #13
Hier nochmal die #2:

Liebe FS,
berichte doch unbedingt dann mal, was die beim Jugendamt am Montag gesagt haben!

Wie gesagt, dieses Jugendamt-Bashing, wie es allgemein gerne betrieben wird, ist völlig daneben. Ich habe beruflichlich sehr häufig mit dem Jugendamt zu tun und mache dort durchweg positive Erfahrungen. Die Mitarbeiter dort haben doch kein "persönliches" Interesse daran, zwei halbwaisen Mädchen ihren Vater vorzuenthalten oder deinem Freund seine Kinder.
Noch einmal: Heimunterbringung ist teuer für die Allgemeinheit, und deshalb wird man von Amts wegen sogar froh sein, wenn die Kinder bei ihrem Vater wohnen können.
Es ist doch aber auch nachvollziehbar, dass zwei Mädchen, wenn sie ihren Vater gar nicht kennen, nicht von heute auf morgen dort hinziehen können. Das wird eine "Anbahnungsphase" brauchen, ähnlich wie bei einer Adoption. Immer vorausgesetzt, die Mädels wollen tatsächlich zu ihrem Vater.
Offiziell entscheidet es dann sowieso ein Familiengericht, ob dein Freund das Sorgerecht mit allem Drum und Dran für seine Kinder bekommen kann.
Kinder kommen nur ins Heim, wenn es bei den Eltern wirklich überhaupt nicht mehr geht - da muss schon einiges passieren (!), oder eben, wenn sie selbst sagen, dass sie nicht bei den Eltern leben wollen.

Meiner Meinung nach braucht dein Kumpel erstmal gar keinen Anwalt. Wenn wirklich alles so ist, wie du es schreibst, wird es kein Problem sein, dass seine Töchter nach einer Kennenlernphase zu ihm ziehen.

w42
 
G

Gast

  • #14
ich werde euch hier auf dem laufenden halten wie es weiter geht. wie geschrieben erfolgt morgen erstmal der gang zum örtlichem jugendamt. Die kennlernphase ist ja auch kein problem, das ist ihm auch klar das sowas nicht von heute auf morgen abläuft. Es ist eine total neue Situation für die kinder und auch für den Vater. Aber ich denke die Zeit wird zeigen ob sie sich nach intensivem Kontakt zueinander finden werden.
 
G

Gast

  • #15
Wenn er kein Vorstrafenregister oder eine negative Prognose eines Psychologen hat sind seine Chancen sehr gut die Kinder zu sich nehmen zu dürfen - nach gerichtlicher Entscheidung.
 
  • #16
Mir fehlen ja die Worte!
Wieso erfährt der Mann erst nach 10 Monaten !!!, dass die Mutter seiner Kinder verstorben ist und die Kinder im Heim sind? Auch wenn sie das alleinige Sorgerecht hatte ist er immernoch der Vater. Wenn das Familiengericht prüft, dann hat es auch ihn zu hören. Er hätte informiert werden müssen. Vielleicht wären ja die Kinder bei ihm mit oder ohne Partnerin tatsächlich sehr gut aufgehoben. Frauen haben früher sehr schnell das alleinige Sorgerecht bekommen. Das heißt nicht, dass er ein schlechter Vater ist.

Und warum sind die Kinder nach 10 Monaten nicht wenigstens in einer Pflegefamilie? Davon gibt es genug. Und die arbeiten inzwischen hochproffessionell.

Man sieht hier wieder einmal sehr deutlich, wie stark doch die Heimlobby in Deutschland ist. Da ist es egal, wie teuer das dem Staat kommt. Das wird in den Fluren der Städtepolitiker und deren Fürsprechern geklärt. Solche Dinge habe ich jahrelang erleben müssen als damals engagierte Pflegemutter.
Gruß
 
G

Gast

  • #17
Weil diese Frau ihm verboten hatte seine Kinder zu sehen, darf er sie weiter nicht sehen? Furchtbar. Vielleicht hatte sie mit den Kindern dazu schlecht ueber den eigenen Vater gesprochen.